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  "title": "Aufgebotsverfahren der Nachlassgläubiger (§§ 1970–1974 BGB, §§ 433 ff., 454 ff. FamFG) – Antrag, Frist, Ausschließungsbeschluss",
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  "short_answer": "Wer erbt, weiß häufig nicht, welche Schulden im Nachlass stecken. Für diesen Fall stellt das Gesetz dem Erben ein eigenes gerichtliches Verfahren zur Verfügung: Nach § 1970 BGB können die Nachlassgläubiger im Wege des Aufgebotsverfahrens zur Anmeldung ihrer Forderungen aufgefordert werden. Zuständig ist das Amtsgericht als Nachlassgericht (§ 454 Abs. 2 FamFG). Antragsberechtigt ist jeder Erbe, der nicht bereits unbeschränkt haftet (§ 455 Abs. 1 FamFG) – ferner Nachlasspfleger, Nachlassverwalter und Testamentsvollstrecker, soweit ihnen die Verwaltung zusteht (§ 455 Abs. 2 FamFG); Erbe und Testamentsvollstrecker können den Antrag erst nach Annahme der Erbschaft stellen (§ 455 Abs. 3 FamFG). Dem Antrag ist ein Verzeichnis der bekannten Nachlassgläubiger beizufügen (§ 456 FamFG). Das Gericht erlässt dann ein Aufgebot (§ 434 FamFG), das durch Aushang an der Gerichtstafel bzw. in einem gerichtlichen Informationssystem sowie einmalig im Bundesanzeiger bekannt gemacht wird (§ 435 FamFG). Die Aufgebotsfrist beträgt mindestens sechs Wochen (§ 437 FamFG) und soll höchstens sechs Monate betragen (§ 458 Abs. 2 FamFG). Wer sich nicht meldet, wird durch Ausschließungsbeschluss ausgeschlossen. Rechtsfolge: Der Erbe kann die Befriedigung des ausgeschlossenen Gläubigers verweigern, soweit der Nachlass durch die Befriedigung der nicht ausgeschlossenen Gläubiger erschöpft wird; einen Überschuss muss er nach Bereicherungsrecht herausgeben (§ 1973 BGB). Nicht betroffen vom Aufgebot sind gesicherte Gläubiger wie Pfand- und Grundpfandgläubiger, Vormerkungsberechtigte und Aussonderungsberechtigte (§ 1971 BGB) sowie Pflichtteilsrechte, Vermächtnisse und Auflagen (§ 1972 BGB). Unabhängig vom Aufgebot greift nach fünf Jahren die Verschweigungseinrede des § 1974 BGB. Wichtig für die Praxis: Eine Anmeldung ist noch bis zum Erlass des Ausschließungsbeschlusses rechtzeitig (§ 438 FamFG); danach ist nach der Entscheidung des BGH vom 05.10.2016 – IV ZB 37/15 eine Wiedereinsetzung gegen die Versäumung des Anmeldezeitpunkts nicht möglich.",
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