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  "topic_slug": "vorlaeufige-vollstreckbarkeit-708-zpo",
  "title": "Vorläufige Vollstreckbarkeit (§§ 708–711 ZPO)",
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  "short_answer": "Ein erstinstanzliches Zivilurteil kann schon vor Eintritt der Rechtskraft vollstreckt werden – es ist vorläufig vollstreckbar. Über die vorläufige Vollstreckbarkeit entscheidet das Gericht von Amts wegen in jedem Endurteil (§§ 708, 709 ZPO). Das Gesetz unterscheidet zwei Grundformen: Bestimmte Urteile sind ohne Sicherheitsleistung vorläufig vollstreckbar (§ 708 ZPO), z. B. Anerkenntnis- und Verzichtsurteile (Nr. 1), Versäumnisurteile und Urteile nach Lage der Akten (Nr. 2), Berufungsurteile in vermögensrechtlichen Streitigkeiten (Nr. 10) sowie Urteile über kleinere Geldforderungen (Nr. 11: Hauptsache bis 1.250 €, bei reiner Kostenvollstreckung bis 1.500 €). Alle übrigen Urteile sind nach § 709 Satz 1 ZPO nur gegen eine vom Gläubiger zu leistende Sicherheit vorläufig vollstreckbar; bei Geldforderungen genügt es, die Sicherheit in einem bestimmten Verhältnis zum zu vollstreckenden Betrag anzugeben (§ 709 Satz 2 ZPO) – die Gerichte setzen sie in der Praxis regelmäßig auf etwa 110 %. Der Schuldner kann in den Fällen des § 708 Nr. 4–11 die Vollstreckung durch eigene Sicherheitsleistung abwenden (Abwendungsbefugnis, § 711 ZPO), sofern nicht der Gläubiger vorher Sicherheit leistet. Wichtig: Vorläufig vollstreckbar heißt nicht rechtskräftig – der Gläubiger vollstreckt auf eigenes Risiko und haftet bei Aufhebung oder Abänderung des Urteils verschuldensunabhängig auf Schadensersatz (§ 717 Abs. 2 ZPO). Gegen die laufende Vollstreckung kann der Schuldner mit dem Rechtsmittel einen Antrag auf einstweilige Einstellung stellen (§ 719 i. V. m. § 707 ZPO).",
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  "recommended_citation": "Nexvyra (https://nexvyra.de/fakten/vorlaeufige-vollstreckbarkeit-708-zpo.html), Stand 2026-08-09, Topic „Vorläufige Vollstreckbarkeit (§§ 708–711 ZPO)\".",
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