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# Ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV, § 116b SGB V) – ASV-Team, Überweisung, Indikationen und Zugang 2026

## Kurzantwort

Die **ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV)** nach **§ 116b SGB V** ist ein eigener Versorgungsbereich der gesetzlichen Krankenversicherung für **komplexe, schwer therapierbare Krankheiten**, die „eine spezielle Qualifikation, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und besondere Ausstattungen erfordern". Behandelt wird von einem **interdisziplinären ASV-Team** aus **Teamleitung**, **Kernteam** und bei Bedarf **hinzuzuziehenden Fachärztinnen und Fachärzten** – gleichgültig, ob das Team an einem Krankenhaus, in einer Facharztpraxis oder in einem MVZ angesiedelt ist; **Leistungsumfang und Qualitätsanforderungen sind identisch**. Für die drei großen Indikationsgruppen der **Anlagen 1.1 und 1.2** (onkologische, rheumatologische, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Multiple Sklerose, Epilepsie) ist eine **Überweisung durch eine Vertragsärztin oder einen Vertragsarzt zwingend**; bei **seltenen Erkrankungen** der Anlage 2 richtet sich das Überweisungserfordernis nach der jeweiligen Anlage, und dort genügt bereits eine **Verdachtsdiagnose**. Bei Zuweisung **direkt aus dem Krankenhaus** entfällt die Überweisung. Die Teilnahme der Ärzte erfolgt **nicht** über eine Zulassung, sondern über ein **Anzeigeverfahren beim erweiterten Landesausschuss**: Nach Ablauf von **zwei Monaten** ist der Leistungserbringer berechtigt, wenn der Ausschuss nicht widerspricht. ASV-Leistungen werden **unmittelbar von der Krankenkasse** vergütet und aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung **bereinigt** – es gibt also **keine Budget- oder Mengenbegrenzung** wie in der Regelversorgung. Nach der Übersicht des G-BA (Stand 07.07.2026) bestehen erkrankungsspezifische ASV-Regelungen für **27 Indikationen**; berechtigte Teams sind über das **Verzeichnis der ASV-Servicestelle** öffentlich auffindbar.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 116b SGB V – Ambulante spezialfachärztliche Versorgung [gesetze-im-internet.de] |
| Aktuelle Fassung § 116b SGB V | Medizinprodukte-EU-Anpassungsgesetz vom 28.04.2020 (BGBl. I S. 960), in Kraft seit 26.05.2020 |
| Einführung des heutigen Bereichs | GKV-Versorgungsstrukturgesetz vom 22.12.2011 (BGBl. I S. 2983), in Kraft 01.01.2012 – Öffnung auch für Vertragsärzte |
| Vorläufer | Ambulante Behandlung im Krankenhaus (§ 116b SGB V a. F., ab 2004), ABK-Richtlinie – wird schrittweise abgelöst |
| Untergesetzliche Konkretisierung | ASV-Richtlinie (ASV-RL) des G-BA i. d. F. vom 21.03.2013 (BAnz AT 19.07.2013 B1), zuletzt geändert 18.12.2025 (BAnz AT 27.05.2026 B2), in Kraft seit 28.05.2026 |
| Definition | Diagnostik und Behandlung komplexer, schwer therapierbarer Krankheiten mit Bedarf an spezieller Qualifikation, interdisziplinärer Zusammenarbeit und besonderer Ausstattung [§ 116b Abs. 1 Satz 1 SGB V] |
| Drei Katalog-Gruppen | 1. Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen, 2. seltene Erkrankungen/geringe Fallzahlen, 3. hochspezialisierte Leistungen [§ 116b Abs. 1 Satz 2 SGB V] |
| Beispiele Gruppe 1 | onkologische und rheumatologische Erkrankungen, HIV/AIDS, Herzinsuffizienz NYHA 3–4, Multiple Sklerose, Epilepsie, pädiatrische Kardiologie, Frühgeborenen-Folgeschäden, Querschnittlähmung |
| Beispiele Gruppe 2 | Tuberkulose, Mukoviszidose, Hämophilie, Fehlbildungen, immunologische Erkrankungen, Morbus Wilson, Marfan-Syndrom, pulmonale Hypertonie, Kurzdarmsyndrom, Transplantationspatienten |
| Beispiele Gruppe 3 | CT/MRT-gestützte interventionelle Schmerztherapie, Brachytherapie |
| Einschränkung Buchstaben c–i | Bei HIV/AIDS bis Querschnittlähmung nur schwere Verlaufsformen [§ 116b Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 a. E. SGB V] |
| Wer darf ASV anbieten | An der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Leistungserbringer und nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhäuser [§ 116b Abs. 2 Satz 1 SGB V] |
| Zugangsweg der Ärzte | Anzeige beim erweiterten Landesausschuss – keine Bedarfsplanung, keine Zulassungsbeschränkung |
| Zwei-Monats-Frist | Teilnahmeberechtigung entsteht nach Ablauf von zwei Monaten nach Eingang der Anzeige, wenn der Landesausschuss nicht innerhalb der Frist widerspricht [§ 116b Abs. 2 Satz 4 SGB V] |
| Fristunterbrechung | Nachforderung von Informationen unterbricht den Fristlauf; Unterbrechungszeitraum wird nicht eingerechnet [§ 116b Abs. 2 Sätze 5, 6 SGB V] |
| Wiederholungsprüfung | Nachweis der fortbestehenden Voraussetzungen frühestens nach fünf Jahren, Frist zwei Monate [§ 116b Abs. 2 Satz 9 SGB V] |
| Teamstruktur | Teamleitung + Kernteam + bei medizinischer Notwendigkeit zeitnah hinzuzuziehende Fachärztinnen und Fachärzte [§ 3 Abs. 2 ASV-RL] |
| Aufgabe der Teamleitung | Fachliche und organisatorische Koordination; gehört selbst dem Kernteam an [§ 3 Abs. 2 Satz 2 ASV-RL] |
| Präsenzpflicht Kernteam | Leistungen am Tätigkeitsort der Teamleitung oder mindestens an einem Tag pro Woche dort [§ 3 Abs. 2 Satz 4 ASV-RL] |
| Überweisung im Kernteam | Zwischen Kernteam-Mitgliedern kein Überweisungserfordernis [§ 2 Abs. 4 Satz 1 ASV-RL] |
| Überweisung Anlage 1.1 / 1.2 | Zwingend durch Vertragsärztin oder Vertragsarzt [§ 116b Abs. 4 Satz 5 SGB V, § 8 Satz 1 ASV-RL] |
| Überweisung Anlage 2 / 3 | Regeln die jeweiligen Anlagen [§ 116b Abs. 4 Satz 7 SGB V, § 8 Satz 2 ASV-RL] |
| Ausnahme vom Überweisungserfordernis | Zuweisung aus dem stationären Bereich sowie Patienten vertragsärztlicher ASV-Berechtigter desselben Indikationsgebiets [§ 116b Abs. 4 Satz 6 SGB V, § 8 Satz 3 ASV-RL] |
| Geltungsdauer der Überweisung | Für ein oder mehrere Quartale, mit eindeutigem Datum [§ 8 Satz 8 ASV-RL] |
| Diagnosesicherheit | Bei Überweisung muss eine gesicherte Diagnose vorliegen; bei seltenen Erkrankungen der Anlage 2 genügt eine Verdachtsdiagnose [§ 8 Sätze 11, 12 ASV-RL] |
| Behandlungsgegenstand | Nur die Erkrankung, auf die das Team spezialisiert ist, samt Therapienebenwirkungen, Komplikationen und akuten unerwünschten Behandlungsfolgen [G-BA-Patienteninformation] |
| Nachbesetzung im Team | Ausscheiden binnen 7 Werktagen anzuzeigen, Nachbesetzung binnen 6 Monaten, sonst Wegfall der personellen Voraussetzungen [§ 2 Abs. 3 ASV-RL] |
| Erreichbarkeit von Infrastruktur | Intensivstation, Notfalllabor oder 24-Stunden-Notfallversorgung in 30-minütiger Entfernung vom Tätigkeitsort der Teamleitung [§ 4 Abs. 1 Satz 3 ASV-RL] |
| Barrierefreiheit | Zugang und Räume müssen behindertengerecht sein; Barrierefreiheit ist anzustreben [§ 4 Abs. 2 Sätze 2, 3 ASV-RL] |
| Videosprechstunde | Zulässig, aber ausschließliche Behandlung per Videosprechstunde ist unzulässig [§ 5 Abs. 4 Satz 8 ASV-RL] |
| Medikationsplan | Anspruch auf Erstellung/Aktualisierung nach § 31a SGB V auch in der ASV [§ 5 Abs. 3 ASV-RL] |
| DiGA in der ASV | Verordnung erkrankungsbezogener digitaler Gesundheitsanwendungen gehört zum Behandlungsumfang [§ 5 Abs. 5 ASV-RL] |
| Verordnungsrecht | Häusliche Krankenpflege, Heil- und Hilfsmittel, Soziotherapie, Krankentransport u. a. nach § 73 Abs. 2 Nr. 5–8, 12 SGB V [§ 116b Abs. 7 Satz 1 SGB V] |
| Studieninformation | ASV-Berechtigte sollen geeignete Patienten über klinische Studien informieren und Teilnahme ermöglichen [§ 6 ASV-RL] |
| Patienteninformation | Verständliche Erläuterung bei Erstkontakt, Dokumentation der Information, schriftliche Abschlussinformation über Ergebnisse und weiteres Vorgehen [§ 15 ASV-RL] |
| Überleitungsmanagement | Patientenverständlicher Entlass-/Überleitungsbrief mit Diagnosen, Medikation, Heil-/Hilfsmitteln, häuslicher Krankenpflege und Kontrollterminen [§ 15 Satz 4 ASV-RL] |
| Vergütung | Unmittelbar durch die Krankenkasse; Kalkulation durch GKV-SV, DKG und KBV gemeinsam [§ 116b Abs. 6 Sätze 1, 2 SGB V] |
| Budgetwirkung | Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung wird um ASV-Leistungen bereinigt [§ 116b Abs. 6 Satz 13 SGB V] |
| Zuzahlung | Für die ärztlichen ASV-Leistungen keine Zuzahlung; für verordnete Arznei-, Heil- und Hilfsmittel gelten die allgemeinen Regeln [§ 61 SGB V] |
| Kooperationspflicht Onkologie | Bei onkologischen Erkrankungen ist eine sektorenübergreifende ASV-Kooperation Teilnahmevoraussetzung, mit mindestens zwei qualitätsorientierten Konferenzen pro Jahr [§ 116b Abs. 4 Sätze 10, 11 SGB V, § 10 ASV-RL] |
| Ausnahme von der Kooperationspflicht | Kein geeigneter Partner im Einzugsbereich oder trotz ernsthaften Bemühens über mindestens zwei Monate keiner gefunden [§ 116b Abs. 4 Satz 11 SGB V] |
| Indikationen mit ASV-Regelung | 27 Leistungsbereiche laut G-BA-Übersicht [G-BA, Stand 07.07.2026] |
| Größte Bereiche nach Teamzahl | Gastrointestinale Tumoren/Tumoren der Bauchhöhle 212, gynäkologische Tumoren 153, urologische Tumoren 140, Lungen- und Thoraxtumoren 128, Multiple Sklerose 111 [G-BA, Stand 07.07.2026] |
| Neu ab 2026 | Kurzdarmsyndrom und angeborene Skelettsystemfehlbildungen (G-BA-Beschluss vom 18.12.2025) |
| Teamverzeichnis | Öffentliches ASV-Verzeichnis der ASV-Servicestelle (GKV-SV, KBV, DKG) |
| Evaluationspflicht | Prüfung der Auswirkungen spätestens zwei Jahre nach Inkrafttreten eines Beschlusses zu onkologischen oder rheumatologischen Erkrankungen [§ 116b Abs. 4 Satz 12 SGB V] |

## Geltungsbereich

§ 116b SGB V regelt einen **eigenständigen Versorgungsbereich** neben der vertragsärztlichen und der stationären Versorgung. Er richtet sich an **gesetzlich Krankenversicherte** mit Erkrankungen aus dem Katalog des § 116b Abs. 1 Satz 2 SGB V, den der Gemeinsame Bundesausschuss in der **ASV-Richtlinie** und ihren Anlagen nach ICD-10-GM konkretisiert.

Die Norm ist **keine eigene Anspruchsgrundlage auf eine bestimmte Leistung**: Der Leistungsanspruch folgt aus **§ 27 SGB V**. § 116b SGB V bestimmt, **in welcher Struktur** und **von wem** diese Leistungen erbracht werden dürfen – und öffnet dafür Krankenhäuser für die ambulante Versorgung sowie niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte für eine budgetfreie, interdisziplinär organisierte Spezialversorgung.

Wichtig für die Abgrenzung: Die ASV betrifft **immer nur die Erkrankung**, auf die das Team spezialisiert ist, einschließlich Therapienebenwirkungen, Komplikationen und akuter unerwünschter Behandlungsfolgen. Die **übrige medizinische Versorgung** – Hausarzt, andere Fachärzte, Vorsorge – läuft unverändert in den gewohnten Strukturen weiter.

## Der Katalog: Welche Erkrankungen erfasst sind

**§ 116b Abs. 1 Satz 2 SGB V** benennt drei Gruppen:

**1. Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen** – onkologische Erkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, HIV/AIDS, Herzinsuffizienz (NYHA-Stadium 3–4), Multiple Sklerose, zerebrale Anfallsleiden (Epilepsie), komplexe Erkrankungen der pädiatrischen Kardiologie, Folgeschäden bei Frühgeborenen, Querschnittlähmung bei Komplikationen. Für die Buchstaben **c bis i** – also von HIV/AIDS bis Querschnittlähmung – erfasst die ASV **nur schwere Verlaufsformen**.

**2. Seltene Erkrankungen und Erkrankungszustände mit geringen Fallzahlen** – Tuberkulose, Mukoviszidose, Hämophilie, Fehlbildungen und angeborene Skelettsystemfehlbildungen, neuromuskuläre Erkrankungen, schwerwiegende immunologische Erkrankungen, biliäre Zirrhose, primär sklerosierende Cholangitis, Morbus Wilson, Transsexualismus, angeborene Stoffwechselstörungen bei Kindern, Marfan-Syndrom, pulmonale Hypertonie, Kurzdarmsyndrom sowie die Versorgung vor und nach Organtransplantation einschließlich lebender Spender.

**3. Hochspezialisierte Leistungen** – CT/MRT-gestützte interventionelle schmerztherapeutische Leistungen und Brachytherapie.

Der Katalog ist **erweiterbar**: Nach **§ 116b Abs. 5 SGB V** kann der G-BA ihn auf Antrag eines Unparteiischen, einer Trägerorganisation oder der maßgeblichen Patientenorganisationen nach § 140f SGB V ergänzen.

**Entscheidend für die Praxis:** Eine Erkrankung im Gesetzeskatalog reicht **nicht**. Die ASV ist erst möglich, wenn der G-BA für sie eine **erkrankungsspezifische Anlage** beschlossen hat. Für **biliäre Zirrhose** und **primär sklerosierende Cholangitis** sind die Anlagen 2 f) und 2 g) bis heute ausdrücklich **„[unbesetzt]"**; **HIV/AIDS**, **Herzinsuffizienz**, **pädiatrische Kardiologie**, **Frühgeborenen-Folgeschäden**, **Querschnittlähmung** und **Transsexualismus** sind ebenfalls noch nicht konkretisiert. Für diese Erkrankungen existiert derzeit **keine ASV**, obwohl sie im Gesetz stehen.

## Indikationen mit ASV-Regelung und Teamzahlen

Nach der Übersicht des G-BA (Teamzahlen abgerufen aus dem Verzeichnis der ASV-Servicestelle am **07.07.2026**) bestehen erkrankungsspezifische Anforderungen für diese Leistungsbereiche:

| Indikation | Teams | ASV möglich seit |
|---|---|---|
| Gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle | 212 | 2014 |
| Gynäkologische Tumoren | 153 | 2016 |
| Urologische Tumoren | 140 | 2018 |
| Lungen- und Thoraxtumoren | 128 | 2020 |
| Multiple Sklerose | 111 | 2023 |
| Chronisch entzündliche Darmerkrankungen | 98 | 2022 |
| Rheumatologische Erkrankungen Erwachsene | 84 | 2018 |
| Neuromuskuläre Erkrankungen | 66 | 2021 |
| Kopf- oder Halstumoren | 63 | 2021 |
| Tuberkulose und atypische Mykobakteriose | 58 | 2014 |
| Pulmonale Hypertonie | 52 | 2016 |
| Hauttumoren | 47 | 2019 |
| Tumoren des Gehirns und der peripheren Nerven | 46 | 2022 |
| Seltene Lebererkrankungen | 34 | 2018 |
| Sarkoidose | 31 | 2020 |
| Tumoren des lymphatischen und blutbildenden Gewebes | 30 | 2025 |
| Zerebrale Anfallsleiden (Epilepsie) | 24 | 2024 |
| Knochen- und Weichteiltumoren | 23 | 2023 |
| Mukoviszidose | 21 | 2017 |
| Marfan-Syndrom | 9 | 2015 |
| Hämophilie | 9 | 2019 |
| Rheumatologische Erkrankungen Kinder/Jugendliche | 8 | 2018 |
| Morbus Wilson | 5 | 2018 |
| Behandlung nach allogener Stammzelltransplantation | 4 | 2025 |
| Tumoren des Auges | 3 | 2024 |
| Kurzdarmsyndrom | – | 2026 |
| Angeborene Skelettsystemfehlbildungen | – | 2026 |

Summiert man die vom G-BA ausgewiesenen Zahlen, ergeben sich **1.459 Teamberechtigungen** über 25 aktive Indikationen; für die beiden 2026 hinzugekommenen Bereiche **Kurzdarmsyndrom** und **angeborene Skelettsystemfehlbildungen** (G-BA-Beschluss vom **18.12.2025**) waren zum Stichtag noch keine Teams gemeldet. Die Zahlen werden **quartalsweise** aktualisiert. Da ein Team sich für mehrere Indikationen anzeigen kann, ist die Summe **nicht** mit der Zahl unterschiedlicher Teams gleichzusetzen.

## Wie Patientinnen und Patienten in die ASV kommen

**Schritt 1: Überweisung.** Für **Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen** (Anlage 1.1 – Onkologie, Rheuma, chronisch entzündliche Darmerkrankungen) und **schwere Verlaufsformen** (Anlage 1.2 – Multiple Sklerose, Epilepsie) ist die **Überweisung durch eine Vertragsärztin oder einen Vertragsarzt gesetzlich vorgeschrieben** (§ 116b Abs. 4 Satz 5 SGB V). Für **seltene Erkrankungen** (Anlage 2) und **hochspezialisierte Leistungen** (Anlage 3) regeln die jeweiligen Anlagen, ob eine Überweisung nötig ist.

**Schritt 2: Diagnose.** Zum Zeitpunkt der Überweisung muss grundsätzlich eine **gesicherte Diagnose** vorliegen. Bei **seltenen Erkrankungen nach Anlage 2** begründet ausdrücklich schon eine **Verdachtsdiagnose** die Überweisung – gerade dort, wo die Diagnosefindung selbst die Spezialkompetenz erfordert.

**Schritt 3: Terminvereinbarung.** Nach der Patienteninformation des G-BA hält die überweisende Praxis Rücksprache mit einem in Frage kommenden ASV-Team und vereinbart gegebenenfalls einen ersten Termin. Die überweisende Ärztin oder der überweisende Arzt **informiert die Versicherten** über die Zuweisung (§ 8 Satz 6 ASV-RL); das ASV-Team informiert seinerseits über **Aufnahme und Abschluss** der Versorgung (§ 8 Satz 7 ASV-RL).

**Ohne Überweisung** geht es in zwei Konstellationen: bei **Zuweisung aus dem stationären Bereich** – etwa am Ende eines Krankenhausaufenthalts – und für Patientinnen und Patienten eines **vertragsärztlichen ASV-Berechtigten**, der im selben Indikationsgebiet tätig ist (§ 8 Satz 3 ASV-RL).

**Team frei wählbar.** Nach der G-BA-Patienteninformation ist die Wahl des ASV-Teams grundsätzlich frei; auch ein **Wechsel während laufender Betreuung** ist möglich. Praktisch kann die Wahl daran scheitern, dass in erreichbarer Nähe kein weiteres Team für die Erkrankung existiert. Berechtigte Teams sind im **ASV-Verzeichnis der ASV-Servicestelle** recherchierbar – nach Indikation, Fachrichtung und Region –, soweit sie der Veröffentlichung zugestimmt haben.

Die Geltungsdauer der Überweisung ist **quartalsbezogen**: Sie kann für **ein oder mehrere Quartale** ausgestellt werden. Ob die Indikation fortbesteht, ist **in regelmäßigen Abständen** zu prüfen (§ 8 Sätze 8, 9 ASV-RL).

## Das ASV-Team: Teamleitung, Kernteam, Hinzuzuziehende

Die ASV setzt regelmäßig die Zusammenarbeit in einem **interdisziplinären Team** voraus (§ 3 Abs. 1 ASV-RL). Es besteht aus drei Ebenen:

- **Teamleitung** – eine Fachärztin oder ein Facharzt, die oder der die Versorgung **fachlich und organisatorisch koordiniert** und selbst dem Kernteam angehört. Sie ist **erste Ansprechperson** für die Patientinnen und Patienten und stellt eine Übersicht der beteiligten Fachärzte zur Verfügung.
- **Kernteam** – Fachärztinnen und Fachärzte, deren Kenntnisse „in der Regel eingebunden werden müssen". Sie müssen ihre Leistungen **am Tätigkeitsort der Teamleitung** oder zu festgelegten Zeiten mindestens **an einem Tag pro Woche** dort anbieten. Ausgenommen sind an immobile Apparate gebundene Leistungen sowie die Untersuchung entnommenen Materials.
- **Hinzuzuziehende Fachärztinnen und Fachärzte** – bei medizinischer Notwendigkeit **zeitnah** einzubeziehen; sie werden auf **Überweisung** (Definitions- oder Indikationsauftrag) tätig und dürfen auch **institutionell** benannt werden.

**Praktisch bedeutsam:** Zwischen den Mitgliedern des **Kernteams** besteht **kein Überweisungserfordernis** (§ 2 Abs. 4 Satz 1 ASV-RL). Wer einmal im Team angekommen ist, braucht für den Weg von einer Fachrichtung zur nächsten **keinen neuen Überweisungsschein**. Bei Bedarf ist nach der G-BA-Patienteninformation auch eine **Sprechstunde mit dem gesamten Kernteam** möglich.

Ärztinnen und Ärzte **in Weiterbildung** können entsprechend ihrem Weiterbildungsstand einbezogen werden – es gilt der **Facharztstandard** –, **Diagnosestellung und leitende Therapieentscheidungen** dürfen sie jedoch nicht treffen (§ 3 Abs. 4 Satz 4 ASV-RL).

Fällt ein Teammitglied aus, ist das dem erweiterten Landesausschuss binnen **sieben Werktagen** anzuzeigen; ist es für die personellen Voraussetzungen erforderlich, muss binnen **sechs Monaten** nachbesetzt werden. Bis dahin ist eine **Vertretung** sicherzustellen. Ohne Nachbesetzung entfallen die personellen Voraussetzungen **für alle Teammitglieder** (§ 2 Abs. 3 ASV-RL).

## Anzeigeverfahren statt Zulassung: die Zwei-Monats-Frist

Der ASV-Zugang der Leistungserbringer folgt **nicht** dem Zulassungsrecht. Nach **§ 116b Abs. 2 Satz 1 SGB V** genügt eine **Anzeige** beim **erweiterten Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen** – dem um Vertreter der Krankenhäuser erweiterten Landesausschuss nach § 90 Abs. 1 SGB V – unter Beifügung der Belege.

Der entscheidende Mechanismus steht in **§ 116b Abs. 2 Satz 4 SGB V**: Der Leistungserbringer ist **nach Ablauf von zwei Monaten** nach Eingang der Anzeige zur Teilnahme berechtigt, **es sei denn**, der Landesausschuss teilt ihm **innerhalb dieser Frist** mit, dass die Anforderungen nicht erfüllt sind. Fordert der Ausschuss zusätzliche Informationen an, ist der Fristlauf **unterbrochen**; der Unterbrechungszeitraum wird nicht eingerechnet (Sätze 5, 6).

Damit gibt es in der ASV **keine Bedarfsplanung und keine Zulassungssperre**: Wer die Qualitätsanforderungen erfüllt, kommt hinein. Nach der erstmaligen Anzeige oder der letzten Überprüfung kann der Ausschuss frühestens nach **fünf Jahren** – oder jederzeit aus gegebenem Anlass – einen erneuten Nachweis binnen zwei Monaten verlangen (§ 116b Abs. 2 Satz 9 SGB V).

Berechtigte Leistungserbringer müssen ihre Teilnahme zusätzlich den **Landesverbänden der Krankenkassen und Ersatzkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Landeskrankenhausgesellschaft** melden und dabei den Erkrankungs- und Leistungsbereich sowie Teamleitung und Kernteam **namentlich** benennen (§ 116b Abs. 2 Satz 7 SGB V, § 2 Abs. 2 ASV-RL).

## Behandlungsumfang, Telemedizin und Verordnungen

Der Behandlungsumfang wird **erkrankungsbezogen** in Nummer 2 der jeweiligen Anlage bestimmt und in einem **Appendix** abschließend konkretisiert (§ 5 Abs. 1 ASV-RL). Die Appendizes treten außer Kraft, sobald der ergänzte Bewertungsausschuss die abrechnungsfähigen ASV-Leistungen für die jeweilige Anlage beschlossen hat (§ 5a ASV-RL). Die Behandlung **soll sich an evidenzbasierten Leitlinien orientieren**.

**Krankenhaus-Besonderheit:** § 116b-Einrichtungen der Krankenhäuser dürfen auch **über die Anlagen hinaus** fachärztliche Leistungen erbringen, wenn diese in unmittelbarem Zusammenhang mit der ASV-Erkrankung stehen, im selben Krankenhaus erbracht werden und den Patientinnen und Patienten eine **gesonderte Überweisung in die vertragsärztliche Versorgung nicht zuzumuten** ist (§ 5 Abs. 1 Satz 6 ASV-RL).

**Telemedizin:** Beratung und Behandlung über Telekommunikationswege einschließlich **Videosprechstunde** sind zulässig, auch unter Beteiligung von Pflegekräften bei pflegebedürftigen Patienten, ebenso **Videofallkonferenzen** des Teams. Ausdrücklich **unzulässig** ist jedoch die **ausschließliche** Behandlung per Videosprechstunde – ebenso wie die ausschließliche Teilnahme eines Teammitglieds über Videosprechstunden (§ 5 Abs. 4 Satz 8 ASV-RL).

**Verordnungen:** Nach **§ 116b Abs. 7 Satz 1 SGB V** schließt die ASV die Verordnung von Leistungen nach § 73 Abs. 2 Nr. 5 bis 8 und 12 SGB V ein – häusliche Krankenpflege, Heilmittel, Hilfsmittel, Krankentransport, Soziotherapie –, soweit sie zur Erfüllung des Behandlungsauftrags erforderlich sind. Die Verordnungen sind auf den Vordrucken **gesondert zu kennzeichnen** (Satz 4). Zum Behandlungsumfang gehören außerdem der **Medikationsplan** nach § 31a SGB V (§ 5 Abs. 3 ASV-RL) und die Verordnung erkrankungsbezogener **digitaler Gesundheitsanwendungen** (§ 5 Abs. 5 ASV-RL).

Kann das Behandlungsziel ambulant nicht erreicht werden, ist die **teilstationäre oder stationäre** Fortsetzung im Krankenhaus möglich (§ 9 ASV-RL); für diese Abgrenzung gelten die **G-AEP-Kriterien** entsprechend.

## Vergütung: direkt von der Kasse, ohne Budget

**§ 116b Abs. 6 Satz 1 SGB V** ordnet an: ASV-Leistungen werden **unmittelbar von der Krankenkasse vergütet**. Leistungserbringer können die Kassenärztliche Vereinigung gegen Aufwendungsersatz mit der Abrechnung beauftragen, müssen es aber nicht.

Die Vergütungssystematik – Kalkulationssystematik, **diagnosebezogene Gebührenpositionen in Euro** und deren Einführungszeitpunkte – vereinbaren **GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft und Kassenärztliche Bundesvereinigung** gemeinsam und einheitlich (Satz 2). Kalkuliert wird **betriebswirtschaftlich**, ausgehend vom EBM, ergänzt um nichtärztliche Leistungen, Sachkosten und spezifische Investitionsbedingungen (Satz 3). Bei **seltenen Erkrankungen** sollen Diagnostik und Behandlung **getrennt** kalkuliert werden (Satz 4). Kommt keine Einigung zustande, entscheidet das **sektorenübergreifende Schiedsgremium auf Bundesebene** nach § 89a SGB V (Satz 7). Bis zur Vereinbarung wird auf Grundlage der vom Bewertungsausschuss nach § 87 Abs. 5a SGB V bestimmten EBM-Leistungen mit dem Preis der **regionalen Euro-Gebührenordnung** vergütet (Satz 8).

Für Patientinnen und Patienten ist die praktische Folge die wichtigste: Die **morbiditätsbedingte Gesamtvergütung wird um ASV-Leistungen bereinigt** (Satz 13). ASV-Leistungen laufen damit **außerhalb des vertragsärztlichen Budgets** – ohne Regelleistungsvolumen, ohne Honorarabstaffelung bei Mengenausweitung. Die Bereinigung darf ausdrücklich **nicht zulasten des hausärztlichen Vergütungsanteils und der fachärztlichen Grundversorgung** gehen (Satz 14).

**Zuzahlung:** Für die **ärztliche Behandlung** in der ASV fällt – wie in der gesamten ambulanten vertragsärztlichen Versorgung – **keine Zuzahlung** an. Für **verordnete** Arznei-, Heil- und Hilfsmittel sowie Krankentransporte gelten die allgemeinen Zuzahlungsregeln des **§ 61 SGB V**, begrenzt durch die Belastungsgrenze des § 62 SGB V.

## Qualitätsanforderungen: Stand und beschlossene Änderungen 2026

Seit 2024 ersetzt der G-BA die pauschale Verweisung auf die Qualitätssicherungsvereinbarungen nach § 135 Abs. 2 SGB V schrittweise durch **leistungsspezifische Qualitätsanforderungen** im **Anhang zu § 4a ASV-RL**. Solange eine Leistung dort noch nicht erfasst ist, gelten die QS-Vereinbarungen weiter (§ 4a Abs. 1 Sätze 4, 5 ASV-RL).

Die Anforderung gilt für das Team als erfüllt, wenn sie für **mindestens eine Ärztin oder einen Arzt** angezeigt wurde (§ 4a Abs. 2 Satz 3 ASV-RL). Als Nachweis genügen alternativ: Erfüllung der Anforderungen des Anhangs, eine **KV-Genehmigung** nach § 135 Abs. 2 SGB V, eine **Weiterbildungsbefugnis** für die benannte Facharzt-, Schwerpunkt- oder Zusatzbezeichnung oder die Erbringung in einem **Zentrum oder Schwerpunkt** nach den Zentrums-Regelungen des G-BA gemäß § 136c Abs. 5 SGB V (§ 4a Abs. 3 ASV-RL). Wer die Teilnahme **bis zum 1. März 2024** angezeigt hat, unterliegt § 4a erst im Rahmen einer Überprüfung nach § 116b Abs. 2 Satz 9 SGB V (§ 4a Abs. 5 ASV-RL).

Mit Beschluss vom **19. März 2026** (geändert durch Beschlüsse vom 21.05.2026 und 18.06.2026) hat der G-BA eine turnusmäßige und umfangreiche Anpassung der ASV-Richtlinie beschlossen. **Dieser Beschluss ist noch nicht in Kraft**: Er hat die Prüfung durch das Bundesministerium für Gesundheit nach § 94 SGB V durchlaufen und tritt erst mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft (Stand der amtlichen G-BA-Beschlussseite, abgerufen 07.09.2026). Vorgesehen sind: Neu in den Anhang zu § 4a aufgenommen werden leistungsspezifische Qualitätsanforderungen für **Ultraschall (Sonographie)**, **kurative Mammographie** und **Vakuumbiopsie der Brust**. Für die Sonographie ist danach entweder eine Facharztbezeichnung erforderlich, die über die Weiterbildungsordnung zur Durchführung von Sonographien berechtigt, oder eine **mindestens 18-monatige** ganztägige oder entsprechende Teilzeit-Tätigkeit im einschlägigen Fachgebiet mit selbstständiger Durchführung unter Anleitung. Bei der kurativen Mammographie entfällt der bisher **kontinuierliche** Nachweis der Teilnahme an Fallsammlungs-Beurteilungen; **ein** Nachweis genügt. Für die **Tumorgruppe 10** (Tumoren des lymphatischen und blutbildenden Gewebes) können künftig **Fachärztinnen und Fachärzte für Humangenetik** für genetische Untersuchungen bei Sichelzellanämie und Thalassämie hinzugezogen werden; sie sind spätestens **ein Jahr** nach Inkrafttreten des Beschlusses zu benennen. Bis zum Inkrafttreten gilt die ASV-Richtlinie in der Fassung vom 18.12.2025 (in Kraft seit 28.05.2026) unverändert weiter.

## Rechte der Patientinnen und Patienten in der ASV

- **Information bei Erstkontakt** – verständliche allgemeine Erläuterungen zur Versorgungsform und eingehendere Informationen zum konkreten Team und seinem Leistungsspektrum; die Information ist **zu dokumentieren** (§ 15 Sätze 1, 2 ASV-RL).
- **Schriftliche Abschlussinformation** – bei Beendigung der ASV eine schriftliche Information über **Ergebnisse und weiteres Vorgehen** (§ 15 Satz 3 ASV-RL).
- **Überleitungsmanagement** – wird die Behandlung außerhalb der ASV fortgesetzt, mindestens ein **patientenverständlicher Entlass-/Überleitungsbrief** mit Diagnosen, Therapievorschlägen einschließlich Medikation, Heil- und Hilfsmittelversorgung, häuslicher Krankenpflege und Kontrollterminen sowie die Anleitung zur Fortsetzung der Arzneimitteltherapie nach § 115c SGB V (§ 15 Satz 4 ASV-RL).
- **Studienzugang** – ASV-Berechtigte **sollen** geeignete Patientinnen und Patienten über nationale und internationale klinische Studien informieren und die Teilnahme ermöglichen (§ 6 ASV-RL).
- **Selbsthilfe** – kontinuierliche Zusammenarbeit mit Patienten- und Selbsthilfeorganisationen (§ 7 ASV-RL).
- **Barrierefreiheit** – Zugang und Räume für Betreuung und Untersuchung müssen **behindertengerecht** sein (§ 4 Abs. 2 Satz 2 ASV-RL).
- **Gemeinsame Dokumentation** – zeitnaher Zugriff aller an der Behandlung beteiligten Kernteam-Fachärzte auf Befund- und Behandlungsdokumentation, unter Wahrung des Datenschutzes (§ 14 Satz 5 ASV-RL).
- **Jederzeitiger Ausstieg** – die Behandlung kann jederzeit außerhalb der ASV in den gewohnten Strukturen fortgeführt werden (G-BA-Patienteninformation).

Für die Patientenakte gelten daneben die allgemeinen Regeln des Behandlungsvertrags: **§ 630f BGB** (Dokumentationspflicht) und **§ 630g BGB** (Einsichtsrecht).

## Häufige Fehler

- **„Meine Erkrankung steht in § 116b SGB V, also habe ich Anspruch auf ASV."** Falsch – der Gesetzeskatalog ist nur der Rahmen. Erforderlich ist zusätzlich eine **erkrankungsspezifische Anlage der ASV-Richtlinie**. Für biliäre Zirrhose und primär sklerosierende Cholangitis sind die Anlagen ausdrücklich „[unbesetzt]"; HIV/AIDS, Herzinsuffizienz und Querschnittlähmung sind bislang nicht konkretisiert.
- **„In die ASV komme ich ohne Überweisung."** Falsch für Anlage 1.1 und 1.2: Dort ist die vertragsärztliche Überweisung **gesetzlich zwingend** (§ 116b Abs. 4 Satz 5 SGB V). Ohne Überweisung geht es nur bei Zuweisung aus dem stationären Bereich oder bei Patienten eines vertragsärztlichen ASV-Berechtigten desselben Indikationsgebiets.
- **„Für jeden Facharzt im ASV-Team brauche ich einen neuen Überweisungsschein."** Falsch – **innerhalb des Kernteams** besteht **kein Überweisungserfordernis** (§ 2 Abs. 4 Satz 1 ASV-RL). Nur die hinzuzuziehenden Fachärztinnen und Fachärzte werden auf Überweisung tätig.
- **„Ohne gesicherte Diagnose ist keine Überweisung möglich."** Differenziert – im Grundsatz ja (§ 8 Satz 11 ASV-RL), aber bei **seltenen Erkrankungen nach Anlage 2** begründet ausdrücklich schon eine **Verdachtsdiagnose** die Überweisung (Satz 12).
- **„ASV gibt es nur im Krankenhaus."** Falsch – seit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz zum 01.01.2012 können auch **niedergelassene Fachärzte und MVZ** ASV anbieten. Leistungsumfang und Qualitätsanforderungen sind unabhängig vom Ort **identisch**.
- **„Das ASV-Team behandelt mich komplett."** Falsch – die ASV erfasst **nur die Erkrankung**, auf die das Team spezialisiert ist, samt Nebenwirkungen und Komplikationen. Alles Übrige läuft in den gewohnten Strukturen.
- **„Ich kann die ASV komplett per Video wahrnehmen."** Falsch – Videosprechstunden sind zulässig, die **ausschließliche** Behandlung per Videosprechstunde ist es **nicht** (§ 5 Abs. 4 Satz 8 ASV-RL).
- **„In der ASV zahle ich extra."** Falsch – für die ärztlichen Leistungen fällt **keine Zuzahlung** an. Zuzahlungen entstehen nur bei **verordneten** Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln nach den allgemeinen Regeln des § 61 SGB V.
- **„Der Landesausschuss muss die Teilnahme genehmigen."** Falsch – die ASV kennt **kein Genehmigungs-, sondern ein Anzeigeverfahren**: Die Berechtigung entsteht **nach zwei Monaten**, wenn der erweiterte Landesausschuss nicht widerspricht (§ 116b Abs. 2 Satz 4 SGB V).
- **„Weil ASV budgetfrei ist, ist sie eine Zusatzleistung."** Falsch – ASV ist **Regelleistung der GKV**. Die Budgetfreiheit betrifft allein die Vergütungsseite: Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung wird um ASV-Leistungen bereinigt (§ 116b Abs. 6 Satz 13 SGB V).
- **„Mein ASV-Team kann ich nicht wechseln."** Falsch – die Teamwahl ist grundsätzlich frei, ein Wechsel auch während laufender Betreuung möglich; begrenzend wirkt allein die regionale Verfügbarkeit weiterer Teams.

## Änderungsverlauf

- 2026-09-07: Faktencheck mit einer Korrektur abgeschlossen und **freigegeben**. Die drei offenen Punkte der Erstveröffentlichung geklärt: (1) Die Summe von 1.459 Teamberechtigungen bleibt als eigene, transparent ausgewiesene Addition der G-BA-Einzelwerte stehen — kein amtlicher Gesamtwert wird behauptet. (2) **Korrektur:** Der G-BA-Beschluss vom 19.03.2026 (Aktualisierung der ASV-RL, geändert durch Beschlüsse vom 21.05.2026 und 18.06.2026) ist nach der amtlichen G-BA-Beschlussseite (g-ba.de/beschluesse/7756/, abgerufen 07.09.2026) **noch nicht in Kraft** — die BMG-Prüfung nach § 94 SGB V liegt vor, das Inkrafttreten erfolgt erst mit Bundesanzeiger-Veröffentlichung; auch die G-BA-Fachnews vom 24.03.2026 bestätigt „tritt nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft". Der Abschnitt zu den Qualitätsanforderungen wurde entsprechend umformuliert (Änderungen als beschlossen, aber noch nicht geltend gekennzeichnet; Hinweis auf Fortgeltung der Fassung vom 18.12.2025), die Quellenzeile zum Beschluss 7756 richtiggestellt (Hauptbeschluss vom 19.03.2026, nicht Änderungsbeschluss vom 18.06.2026). (3) Der bewusste Verzicht auf ein höchstrichterliches Zitat bleibt bestehen. `factcheck_status` von `review_needed` auf `ok` gesetzt. | change_type=factcheck field="factcheck_status" old="review_needed" new="ok" reviewed_by="Nexvyra-Faktencheck-Agent"
- 2026-09-07: Erstveröffentlichung. § 116b SGB V verbatim gegen dejure.org geprüft (Fassung des Medizinprodukte-EU-Anpassungsgesetzes vom 28.04.2020, BGBl. I S. 960, in Kraft seit 26.05.2020; heutiger Bereich eingeführt durch das GKV-Versorgungsstrukturgesetz vom 22.12.2011, BGBl. I S. 2983, in Kraft 01.01.2012). Katalog der Absatz 1 Satz 2 Nummern 1 bis 3, Anzeigeverfahren und Zwei-Monats-Frist (Abs. 2 Sätze 4 bis 6), Fünf-Jahres-Überprüfung (Abs. 2 Satz 9), erweiterter Landesausschuss (Abs. 3), Überweisungserfordernis (Abs. 4 Sätze 5 bis 7), Kooperationspflicht Onkologie (Abs. 4 Sätze 10, 11), Vergütung und Bereinigung (Abs. 6 Sätze 1 bis 4, 7, 8, 13, 14) sowie Verordnungsrecht (Abs. 7) aus dem Normtext belegt. ASV-Richtlinie §§ 1 bis 16 gegen die vom G-BA veröffentlichte Fassung (Stand 18.12.2025, BAnz AT 27.05.2026 B2, in Kraft 28.05.2026) verifiziert, insbesondere Teamstruktur § 3 Abs. 2, Nachbesetzungsfristen § 2 Abs. 3, leistungsspezifische Qualitätsanforderungen § 4a, Behandlungsumfang und Videosprechstunde § 5, Überweisungen § 8, Kooperationen § 10, Dokumentation § 14 und Patienteninformation § 15. Indikationsliste und Teamzahlen aus der G-BA-Themenseite (Teamzahlen abgerufen aus dem ASV-Verzeichnis am 07.07.2026). Änderungen aus dem G-BA-Beschluss vom 19.03.2026 nach der G-BA-Fachnews vom 24.03.2026. factcheck_status=review_needed: (1) Die Summe von 1.459 Teamberechtigungen ist eine eigene Addition der vom G-BA ausgewiesenen Einzelwerte und kein amtlich veröffentlichter Gesamtwert; (2) das Inkrafttreten des Beschlusses vom 19.03.2026 in der Fassung der Änderung vom 18.06.2026 ist gegen den Bundesanzeiger nachzuprüfen, da die verlinkte Richtlinienfassung noch den Änderungsstand 18.12.2025 ausweist; (3) es wurde bewusst keine höchstrichterliche Entscheidung zitiert, da die auffindbare BSG-Rechtsprechung § 116b SGB V in der bis 31.12.2011 geltenden Fassung betrifft und für den heutigen ASV-Bereich keine tragfähige Fundstelle darstellt. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-09-07
- Gültig ab: 2012-01-01 (GKV-Versorgungsstrukturgesetz, Neufassung des § 116b SGB V); aktuelle Fassung der Norm seit 26.05.2020, ASV-Richtlinie in Kraft seit 28.05.2026
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB V, BGB, G-BA-Richtlinie und Beschlüsse, GKV-Spitzenverband)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- § 116b SGB V – Ambulante spezialfachärztliche Versorgung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__116b.html
- § 116b SGB V – Volltext und Änderungshistorie (Fassung seit 26.05.2020):
  https://dejure.org/gesetze/SGB_V/116b.html
- § 90 SGB V – Landesausschüsse:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__90.html
- § 108 SGB V – Zugelassene Krankenhäuser:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__108.html
- § 73 SGB V – Kassenärztliche Versorgung (Verordnungsleistungen Abs. 2 Nr. 5–8, 12):
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__73.html
- § 27 SGB V – Krankenbehandlung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__27.html
- § 31a SGB V – Medikationsplan:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__31a.html
- § 61 SGB V – Zuzahlungen:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__61.html
- § 62 SGB V – Belastungsgrenze:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__62.html
- § 89a SGB V – Sektorenübergreifendes Schiedsgremium auf Bundesebene:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__89a.html
- § 135 SGB V – Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (Abs. 2 QS-Vereinbarungen):
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__135.html
- § 136c SGB V – Beschlüsse des G-BA zu Qualitätssicherung und Zentren (Abs. 5):
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__136c.html
- § 137c SGB V – Bewertung von Methoden im Krankenhaus:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__137c.html
- § 140f SGB V – Beteiligung von Interessenvertretungen der Patientinnen und Patienten:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__140f.html
- § 630f BGB – Dokumentation der Behandlung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630f.html
- § 630g BGB – Einsichtnahme in die Patientenakte:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630g.html
- G-BA – Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung § 116b SGB V (ASV-RL), Fassung vom 21.03.2013, zuletzt geändert 18.12.2025, in Kraft seit 28.05.2026 (PDF):
  https://www.g-ba.de/downloads/62-492-4149/ASV-RL_2025-12-18_iK_2026-05-28.pdf
- G-BA – Richtlinienseite ASV-RL mit Anlagenübersicht:
  https://www.g-ba.de/richtlinien/80/
- G-BA – Themenseite Ambulante spezialfachärztliche Versorgung (Indikationen und Teamzahlen, Stand 07.07.2026):
  https://www.g-ba.de/themen/asv/116b/
- G-BA – Patienteninformation zur Ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (PDF):
  https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4077/2019-11-05_G-BA_Merkblatt_Patienteninformation_ASV_bf.pdf
- G-BA – Merkblatt ASV in Leichter Sprache (PDF):
  https://www.g-ba.de/downloads/17-98-5835/2024-12-12_Patienteninformation_ASV_LS_bf.pdf
- G-BA – Fachnews vom 24.03.2026: ASV-Richtlinie umfangreich angepasst:
  https://www.g-ba.de/service/fachnews/240/
- G-BA – Pressemitteilung vom 18.12.2025: ASV beim Kurzdarmsyndrom und bei angeborenen Skelettsystemfehlbildungen:
  https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1304/
- G-BA – Beschluss vom 19.03.2026: Aktualisierung der ASV-RL (geändert durch Beschlüsse vom 21.05.2026 und 18.06.2026; noch nicht in Kraft, Stand 07.09.2026):
  https://www.g-ba.de/beschluesse/7756/
- GKV-Spitzenverband – ASV-Richtlinie nach § 116b SGB V:
  https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/ambulant_stationaere_versorgung/asv/asv_richtlinie_116b/asv_richtlinie_116b.jsp
- GKV-Spitzenverband – ASV-Vereinbarung gemäß § 116b Abs. 6 Satz 12 SGB V:
  https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/ambulant_stationaere_versorgung/asv/asv_vereinbarung/asv_vereinbarung.jsp
- ASV-Servicestelle (GKV-SV, KBV, DKG) – Verzeichnis berechtigter ASV-Teams:
  https://www.asv-servicestelle.de/asv-verzeichnis

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-07
- Letzte Prüfung: 2026-09-07
- In Kraft seit: 2012-01-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
