---
title: Anzahlung & Vorauszahlungen bei Pauschalreisen (§ 651t BGB) – Sicherungsschein, zulässige Höhe (20 %), Restzahlung
slug: anzahlung-vorauszahlung-pauschalreise-651t-bgb
topic: reiserecht
legal_status: in_force
authority_level: A
valid_from: 2018-07-01
valid_to: null
last_reviewed: 2026-07-25
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/anzahlung-vorauszahlung-pauschalreise-651t-bgb.md
wikidata_subjects: [Q2352616, Q1543615]
factcheck_status: ok
---

# Anzahlung & Vorauszahlungen bei Pauschalreisen (§ 651t BGB) – Sicherungsschein, zulässige Höhe (20 %), Restzahlung

## Kurzantwort

**§ 651t BGB** verknüpft jede **Vorauszahlung** auf den Reisepreis mit der **Insolvenzabsicherung**: Der Reiseveranstalter darf Zahlungen auf den Reisepreis **vor Beendigung der Pauschalreise nur fordern oder annehmen**, wenn (1) ein **wirksamer Absicherungsvertrag** besteht bzw. – bei außerhalb des EWR niedergelassenen Veranstaltern nach § 651s BGB – Sicherheit geleistet wird, **und** (2) dem Reisenden **klar, verständlich und in hervorgehobener Weise** Name und Kontaktdaten des Absicherers (praktisch: der **Sicherungsschein** nach § 651r BGB) zur Verfügung gestellt wurden. Ohne diesen Nachweis darf **keine Anzahlung** verlangt werden. § 651t BGB regelt allerdings **nicht die Höhe** der Anzahlung. Diese Grenze zieht die **AGB-Rechtsprechung**: Nach den Grundsatzurteilen des **BGH vom 9. Dezember 2014** (X ZR 85/12, X ZR 147/13, X ZR 13/14) ist eine formularmäßige Anzahlung von **bis zu 20 % des Reisepreises** bei Vertragsschluss regelmäßig zulässig; eine **höhere** Anzahlung benachteiligt den Reisenden unangemessen (§ 307 BGB) und ist nur wirksam, wenn der Veranstalter dafür einen **besonderen sachlichen Grund** darlegt (z. B. eigene, entsprechend hohe Vorleistungen). Der **Restpreis** wird üblicherweise erst **kurz vor Reisebeginn** (in der Praxis rund **30 Tage** vorher, Zug um Zug gegen die Reiseunterlagen) fällig; deutlich frühere Fälligkeitsklauseln (etwa 40–45 Tage) hat der BGH beanstandet.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 651t BGB – Rückbeförderung; Vorauszahlungen [gesetze-im-internet.de] |
| Anwendungsbereich | Pauschalreisen i. S. d. § 651a BGB [§ 651t BGB] |
| Kernregel | Vorauszahlung nur bei bestehender Insolvenzabsicherung + Nachweis [§ 651t Nr. 1, 2 BGB] |
| Nachweis in der Praxis | Sicherungsschein des Absicherers (§ 651r Abs. 4 BGB) |
| In Kraft (Norm) | 01.07.2018; Neufassung ab 01.07.2021 (Reisesicherungsfondsgesetz) |
| Höhe der Anzahlung | **§ 651t BGB enthält keine Prozentgrenze** – Grenze folgt aus §§ 307 ff. BGB |
| Zulässige Anzahlung (AGB) | Regelmäßig **bis 20 %** des Reisepreises [BGH, 09.12.2014 – X ZR 85/12] |
| Höhere Anzahlung | Nur mit besonderem sachlichem Grund / entsprechenden Vorleistungen [BGH X ZR 85/12] |
| Unwirksam beanstandet | 40 % Anzahlung + Restzahlung 45 Tage vor Reisebeginn [BGH X ZR 85/12] |
| Parallelentscheidungen | BGH, 09.12.2014 – X ZR 147/13 und X ZR 13/14 |
| Restzahlung | Fälligkeit typischerweise ~30 Tage vor Reisebeginn, Zug um Zug gegen Reiseunterlagen |
| Folge fehlender Absicherung | Zahlungsverlangen unzulässig; Reisender kann Anzahlung zurückverlangen |
| Bußgeldbewehrung | Verstoß gegen Insolvenzsicherung: § 147b GewO (Ordnungswidrigkeit) |
| Halbzwingend | Abweichung zum Nachteil des Reisenden unwirksam [§ 651y BGB] |

## Geltungsbereich

§ 651t BGB gilt für **Pauschalreisen** nach § 651a BGB – die Zusammenstellung von mindestens zwei verschiedenen Arten von Reiseleistungen (z. B. Flug + Hotel, Hotel + Mietwagen) zu einem Gesamtpreis. Die Vorschrift steht im Zusammenhang mit der **Insolvenzsicherung** (§§ 651r–651s BGB) und setzt Art. 17 der **EU-Pauschalreiserichtlinie (EU) 2015/2302** um. Sie schützt die **Vorauszahlungen** des Reisenden für den Fall, dass der Veranstalter zahlungsunfähig wird: Erst wenn die Kundengelder abgesichert sind und der Reisende darüber informiert wurde, darf überhaupt Geld fließen. Die Norm gilt seit dem **1. Juli 2018**; ihre **aktuelle Fassung** beruht auf dem **Gesetz über die Insolvenzsicherung durch Reisesicherungsfonds und zur Änderung reiserechtlicher Vorschriften** vom 25.06.2021 (BGBl. I S. 2114), in Kraft seit **1. Juli 2021**. Über **§ 651y BGB** ist die Regelung **halbzwingend**.

## Die zwei Voraussetzungen des § 651t BGB

Der Wortlaut des § 651t BGB knüpft jede Rückbeförderungsvereinbarung und jede Vorauszahlung an **zwei kumulative** Bedingungen:

- **Nr. 1 – Absicherung:** Es muss ein **wirksamer Absicherungsvertrag** bestehen (Insolvenzversicherung, Bankgarantie oder – für umsatzstarke Veranstalter – Anschluss an den **Deutschen Reisesicherungsfonds**). Bei außerhalb des EWR niedergelassenen Veranstaltern tritt an dessen Stelle die Sicherheitsleistung nach § 651s BGB.
- **Nr. 2 – Information:** Dem Reisenden müssen **klar, verständlich und in hervorgehobener Weise** Name und Kontaktdaten des **Absicherers** (bzw. der zuständigen Stelle) zur Verfügung gestellt werden. Praktisch geschieht dies durch den **Sicherungsschein** nach § 651r Abs. 4 BGB, der dem Reisenden einen **unmittelbaren Anspruch** gegen den Absicherer verschafft.

Erst wenn **beide** Voraussetzungen erfüllt sind, darf der Veranstalter eine Anzahlung oder Vorauszahlung **fordern oder annehmen**. Verlangt er ohne wirksame Absicherung und ohne Nachweis Geld, ist das Zahlungsverlangen **unzulässig**; der Reisende kann eine bereits geleistete Anzahlung zurückverlangen. Verstöße gegen die Pflicht zur Insolvenzsicherung sind zudem als **Ordnungswidrigkeit** nach § 147b GewO bußgeldbewehrt.

## Wie hoch darf die Anzahlung sein? – Die 20-%-Grenze des BGH

§ 651t BGB selbst enthält **keine** betragsmäßige Obergrenze für die Anzahlung. Die maßgebliche Grenze ergibt sich aus der **Kontrolle Allgemeiner Geschäftsbedingungen** (§§ 307–309 BGB): Anzahlungs- und Fälligkeitsklauseln in Reisebedingungen dürfen den Reisenden nicht **unangemessen benachteiligen**. Mit drei Grundsatzurteilen vom **9. Dezember 2014** hat der **Bundesgerichtshof** hierzu Leitlinien gesetzt:

- Eine formularmäßige Klausel, die den Reisenden zu einer **Anzahlung von nicht mehr als 20 %** des Reisepreises bei Vertragsschluss verpflichtet, benachteiligt ihn **nicht unangemessen** und ist **wirksam** (**BGH, Urteil vom 09.12.2014 – X ZR 85/12**).
- Eine **höhere** Anzahlung ist in AGB nur zulässig, wenn der Veranstalter darlegt, dass er bereits bei Vertragsschluss **eigene Aufwendungen** in entsprechender Höhe erbringen oder **fällige Forderungen** der Leistungsträger erfüllen muss. Ohne solchen Grund ist eine über 20 % hinausgehende Anzahlungsklausel **unwirksam**.
- In den Parallelverfahren **X ZR 147/13** und **X ZR 13/14** (beide 09.12.2014) hat der BGH entsprechende Klauseln großer Veranstalter beanstandet. So war im Verfahren X ZR 85/12 eine Klausel mit **40 % Anzahlung** und **Restzahlung 45 Tage** vor Reisebeginn **unwirksam**.

Seither gilt die **20-%-Marke** als praktische **Obergrenze für den Regelfall**. Wer eine höhere Anzahlung fordert, trägt die Darlegungs- und Beweislast für den sachlichen Grund.

## Fälligkeit der Restzahlung

Die BGH-Rechtsprechung betrifft nicht nur die Anzahlungshöhe, sondern auch den **Zeitpunkt der Restzahlung**. Eine formularmäßige Fälligkeit des **gesamten Restpreises** bereits **45 Tage vor Reisebeginn** hat der BGH als **unangemessen früh** beanstandet. Hintergrund ist der **Zug-um-Zug-Gedanke**: Der Reisende soll den Reisepreis grundsätzlich erst dann vollständig zahlen müssen, wenn ihm die geschuldete Gegenleistung – insbesondere die **Reiseunterlagen** (Buchungsbestätigung, Tickets, Voucher) – gesichert zur Verfügung steht. In der Branchenpraxis wird der Restpreis daher regelmäßig **etwa 30 Tage** vor Reisebeginn fällig gestellt. Eine deutlich frühere pauschale Fälligkeit ist AGB-rechtlich angreifbar. Der genaue zulässige Zeitpunkt ist eine **Frage des Einzelfalls** und hängt davon ab, wann der Veranstalter dem Reisenden die abgesicherten Reiseunterlagen aushändigt.

## Abgrenzung: § 651t BGB, § 651r BGB und der Reisesicherungsfonds

§ 651t BGB regelt das **„Ob"** der Zahlung (Vorauszahlung nur bei Absicherung), **§ 651r BGB** das **„Wie"** der Absicherung selbst: Der Veranstalter muss sicherstellen, dass dem Reisenden der **gezahlte Reisepreis** erstattet und **notwendige Rückbeförderungskosten** übernommen werden, falls er insolvent wird. Der Nachweis erfolgt über den **Sicherungsschein**. Seit dem 1. November 2021 müssen **umsatzstarke Veranstalter** (Jahresumsatz ab 10 Mio. €) ihre Kundengelder grundsätzlich über den **Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF)** absichern; kleinere Veranstalter können weiterhin **Versicherung** oder **Bankbürgschaft** nutzen. Die frühere **Haftungshöchstsumme** von 110 Mio. € je Versicherer und Geschäftsjahr, die in der COVID-19-Krise (Thomas-Cook-Insolvenz) als unzureichend kritisiert wurde, ist mit dem Fonds entfallen. Für den Reisenden bleibt die praktische Konsequenz des § 651t BGB gleich: **Keine Anzahlung ohne Sicherungsschein.**

## Praktische Hinweise für Reisende

Reisende sollten vor jeder Anzahlung darauf achten, dass ihnen **spätestens mit der Zahlungsaufforderung** ein **Sicherungsschein** mit Name und Kontaktdaten des Absicherers vorliegt. Fehlt dieser, besteht **keine Zahlungspflicht**; eine dennoch geleistete Anzahlung kann zurückgefordert werden. Eine Anzahlungsforderung von **mehr als 20 %** oder eine Restzahlungsfälligkeit von deutlich mehr als etwa **30 Tagen** vor Reisebeginn ist ein Hinweis auf eine **möglicherweise unwirksame Klausel** und sollte hinterfragt werden. Die Grundsätze gelten für **Pauschalreisen**; bei **Einzelbuchungen** (nur Hotel, nur Flug) greift § 651t BGB nicht – dort richten sich Anzahlung und Stornobedingungen nach dem jeweiligen Vertrag und der allgemeinen AGB-Kontrolle.




## Quellen

- § 651t BGB – Rückbeförderung; Vorauszahlungen: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__651t.html [gesetze-im-internet.de, Autorität A]
- § 651r BGB – Insolvenzsicherung; Sicherungsschein: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__651r.html [gesetze-im-internet.de, Autorität A]
- § 651a BGB – Vertragstypische Pflichten beim Pauschalreisevertrag: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__651a.html [gesetze-im-internet.de, Autorität A]
- § 651y BGB – Abweichende Vereinbarungen (halbzwingender Charakter): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__651y.html [gesetze-im-internet.de, Autorität A]
- §§ 307–309 BGB – Inhaltskontrolle Allgemeiner Geschäftsbedingungen: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__307.html [gesetze-im-internet.de, Autorität A]
- BGH, Urteil vom 09.12.2014 – X ZR 85/12 (Anzahlung 20 % zulässig; 40 % + 45 Tage unwirksam): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.12.2014&Aktenzeichen=X+ZR+85/12 [dejure.org, Autorität A]
- BGH, Urteil vom 09.12.2014 – X ZR 147/13 (Anzahlungs- und Fälligkeitsklauseln): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.12.2014&Aktenzeichen=X+ZR+147/13 [dejure.org, Autorität A]
- BGH, Urteil vom 09.12.2014 – X ZR 13/14 (Anzahlungs- und Fälligkeitsklauseln): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.12.2014&Aktenzeichen=X+ZR+13/14 [dejure.org, Autorität A]
- Richtlinie (EU) 2015/2302 über Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen, Art. 17: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32015L2302 [eur-lex.europa.eu, Autorität A]
- § 147b GewO – Bußgeldvorschrift Insolvenzsicherung: https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__147b.html [gesetze-im-internet.de, Autorität A]

## Änderungsverlauf

- 2026-07-25: Erstveröffentlichung der Faktenseite, alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen gegengeprüft, Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects). | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"