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title: Ausländische Fahrerlaubnis in Deutschland 2026 – Anerkennung, 6-Monats-Frist und Umschreibung (§§ 28 bis 31 FeV)
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# Ausländische Fahrerlaubnis in Deutschland – Anerkennung, Fristen und Umschreibung

## Kurzantwort

Ob ein ausländischer Führerschein in Deutschland gilt, hängt vom **Ausstellungsstaat** und vom **ordentlichen Wohnsitz** ab. Wer eine gültige **EU- oder EWR-Fahrerlaubnis** besitzt und seinen ordentlichen Wohnsitz nach Deutschland verlegt, darf **unbefristet weiterfahren** (**§ 28 Abs. 1 FeV**) – eine Umschreibung ist freiwillig. Wer eine Fahrerlaubnis aus einem **Drittstaat** besitzt, darf nach Begründung des ordentlichen Wohnsitzes im Inland nur noch **sechs Monate** fahren (**§ 29 Abs. 1 Satz 4 FeV**); die Frist kann auf Antrag um bis zu sechs Monate verlängert werden, wenn der Aufenthalt nachweislich nicht länger als zwölf Monate dauert. Danach ist eine **deutsche Fahrerlaubnis** erforderlich – sonst liegt **Fahren ohne Fahrerlaubnis** nach § 21 StVG vor (Straftat). Bei der Umschreibung entfallen für EU/EWR-Inhaber (**§ 30 FeV**) und für Inhaber aus den in **Anlage 11 FeV** gelisteten Staaten (**§ 31 Abs. 1 FeV**) Ausbildung, Erste-Hilfe-Kurs, Sehtest und – je nach Staat und Klasse – auch die theoretische und praktische Prüfung. Bei Staaten **außerhalb** der Anlage 11 entfällt nur die **Ausbildungspflicht**; beide Prüfungen müssen abgelegt werden (**§ 31 Abs. 2 FeV**). Der ausländische Führerschein ist bei der Aushändigung des deutschen Führerscheins **abzugeben** (§ 30 Abs. 3, § 31 Abs. 4 FeV). Die Gebühr für die prüfungsfreie Umschreibung beträgt nach **Nr. 202.2 der Anlage zur GebOSt 28,10 Euro** zuzüglich **5,10 Euro** Antragsprüfung (Nr. 201).

## Kernfakten

| Merkmal | Regelung |
|---|---|
| EU-/EWR-Fahrerlaubnis, Wohnsitz in Deutschland | gilt unbefristet weiter, § 28 Abs. 1 FeV |
| Drittstaat-Fahrerlaubnis, Wohnsitz in Deutschland | Berechtigung endet nach **6 Monaten**, § 29 Abs. 1 Satz 4 FeV |
| Verlängerung der 6-Monats-Frist | bis zu 6 weitere Monate auf Antrag, § 29 Abs. 1 Satz 5 FeV |
| Ohne Wohnsitz in Deutschland (Touristen, Besucher) | ausländische Fahrerlaubnis gilt im Umfang der Berechtigung, § 29 Abs. 1 Satz 1 FeV |
| Ordentlicher Wohnsitz | mindestens **185 Tage** im Jahr im Inland, § 7 Abs. 1 FeV |
| Umschreibung EU/EWR | ohne Prüfung, ohne Ausbildung, ohne Erste Hilfe, § 30 Abs. 1 FeV |
| Umschreibung Anlage-11-Staat | ohne Ausbildung/Erste Hilfe; Prüfung nur, soweit Anlage 11 sie vorsieht, § 31 Abs. 1 FeV |
| Umschreibung Nicht-Anlage-11-Staat | nur Ausbildungspflicht entfällt – **beide Prüfungen** nötig, § 31 Abs. 2 FeV |
| Abgabe des ausländischen Führerscheins | zwingend bei Aushändigung, § 30 Abs. 3 / § 31 Abs. 4 FeV |
| Übersetzung / Internationaler Führerschein | erforderlich bei nicht-deutschsprachigen Drittstaat-Führerscheinen, § 29 Abs. 2 FeV |
| Gebühr Antragsprüfung | 5,10 € (Nr. 201 Anlage GebOSt) |
| Gebühr prüfungsfreie Umschreibung | 28,10 € (Nr. 202.2 Anlage GebOSt) |
| Gebühr Ersterteilung nach Prüfung | 35,70 € (Nr. 202.1 Anlage GebOSt) |
| Führerschein/Übersetzung nicht mitgeführt | 10 € Verwarnungsgeld (Nr. 168 Bußgeldkatalog) |
| Fahren nach Fristablauf ohne deutsche Fahrerlaubnis | Straftat, § 21 Abs. 1 StVG – bis 1 Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe |

## Drei Fallgruppen: EU/EWR, Anlage-11-Staat, sonstiger Drittstaat

Das deutsche Fahrerlaubnisrecht unterscheidet nicht zwischen „Inland" und „Ausland", sondern zwischen **drei Herkunftsgruppen** – und zusätzlich danach, ob der Fahrer seinen **ordentlichen Wohnsitz** in Deutschland hat.

| Herkunft der Fahrerlaubnis | Ohne Wohnsitz in Deutschland | Mit Wohnsitz in Deutschland | Umschreibung |
|---|---|---|---|
| **EU-/EWR-Staat** (inkl. Norwegen, Island, Liechtenstein) | gilt (§ 29 Abs. 1 Satz 1 FeV) | gilt **unbefristet** weiter (§ 28 Abs. 1 FeV) | freiwillig, prüfungsfrei (§ 30 FeV) |
| **Drittstaat in Anlage 11 FeV** (u. a. Schweiz, Vereinigtes Königreich, Japan, Südafrika, Singapur, San Marino, Monaco, Andorra, Serbien, Nordmazedonien, Kosovo, Moldau, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Namibia, Israel, Neuseeland, Republik Korea, Taiwan sowie bestimmte US-Bundesstaaten, kanadische Provinzen und australische Territorien) | gilt (§ 29 Abs. 1 Satz 1 FeV) | **6 Monate** (§ 29 Abs. 1 Satz 4 FeV) | Pflicht; Prüfungsverzicht nach Maßgabe der Anlage 11 (§ 31 Abs. 1 FeV) |
| **Sonstiger Drittstaat** | gilt (§ 29 Abs. 1 Satz 1 FeV) | **6 Monate** (§ 29 Abs. 1 Satz 4 FeV) | Pflicht; nur Ausbildungspflicht entfällt, **theoretische und praktische Prüfung** erforderlich (§ 31 Abs. 2 FeV) |

Die Zuordnung ist rein formal: Maßgeblich ist der **Ausstellungsstaat** und – bei Anlage-11-Staaten – zusätzlich die **konkrete Fahrerlaubnisklasse**. Steht in der Spalte „Klasse(n)" der Anlage 11 nicht „alle", sondern eine bestimmte Klasse, wird auf dieser Grundlage in Deutschland **nur die Klasse B** erteilt (amtliche Anmerkung 1 zur Anlage 11). Lernführerscheine („Learner Licence", „Instruction Permit") sind ausdrücklich **nicht umschreibbar**.

## Der ordentliche Wohnsitz entscheidet über die Frist

Der Begriff des **ordentlichen Wohnsitzes** ist in **§ 7 Abs. 1 FeV** definiert: Er liegt dort, wo jemand wegen persönlicher und beruflicher Bindungen **gewöhnlich, das heißt mindestens 185 Tage im Jahr**, wohnt. Wer seine persönlichen Bindungen im Inland hat, sich aber beruflich im Ausland aufhält, hat seinen ordentlichen Wohnsitz weiterhin in Deutschland, sofern er **regelmäßig zurückkehrt**.

Zwei Sonderregeln betreffen Studierende und Schüler:

- Wer bislang in Deutschland wohnte und sich **ausschließlich zum Studium oder Schulbesuch** in einem anderen EU-/EWR-Staat aufhält, **behält** den ordentlichen Wohnsitz im Inland (§ 7 Abs. 2 FeV).
- Wer umgekehrt aus einem EU-/EWR-Staat **nur zum Studium oder Schulbesuch** nach Deutschland kommt, begründet hier **keinen** ordentlichen Wohnsitz; eine deutsche Fahrerlaubnis wird ihm gleichwohl erteilt, wenn der Aufenthalt mindestens sechs Monate dauert (§ 7 Abs. 3 FeV).

Praktisch bedeutet das: Die **Sechs-Monats-Frist des § 29 Abs. 1 Satz 4 FeV** beginnt nicht mit der Einreise, sondern mit der **Begründung des ordentlichen Wohnsitzes**. Wer glaubhaft macht, dass er nicht länger als **zwölf Monate** in Deutschland wohnen wird, kann bei der Fahrerlaubnisbehörde eine **Verlängerung um bis zu sechs Monate** beantragen (§ 29 Abs. 1 Satz 5 FeV).

## EU- und EWR-Fahrerlaubnis: § 28 FeV

Inhaber einer **gültigen** EU- oder EWR-Fahrerlaubnis mit ordentlichem Wohnsitz in Deutschland dürfen im Umfang ihrer Berechtigung Kraftfahrzeuge im Inland führen (§ 28 Abs. 1 Satz 1 FeV). **Auflagen** zur ausländischen Fahrerlaubnis – etwa eine Brillenauflage – gelten auch im Inland (§ 28 Abs. 1 Satz 2 FeV). Welche deutschen Klassen den ausländischen entsprechen, ergibt sich aus dem **Beschluss (EU) 2016/1945** der Kommission über Äquivalenzen zwischen Führerscheinklassen (§ 28 Abs. 2 FeV).

Wichtig für Lkw- und Busklassen: Die **Fünf-Jahres-Befristung** des § 23 Abs. 1 FeV für die Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE und D1E gilt auch für die entsprechenden EU-/EWR-Fahrerlaubnisse, gerechnet ab dem **Erteilungsdatum der ausländischen Fahrerlaubnis** (§ 28 Abs. 3 Sätze 1 und 2 FeV). Wären seit der Erteilung bereits mehr als fünf Jahre vergangen, besteht die Berechtigung noch **sechs Monate** ab Begründung des ordentlichen Wohnsitzes im Inland (§ 28 Abs. 3 Satz 3 FeV).

**§ 28 Abs. 4 FeV** zählt neun Fälle auf, in denen die EU-/EWR-Fahrerlaubnis **nicht** zum Fahren im Inland berechtigt. Praktisch bedeutsam sind vor allem:

- **Lernführerscheine** und andere vorläufig ausgestellte Führerscheine (Nr. 1),
- der sogenannte **Führerscheintourismus**: Erwerb im EU-Ausland, obwohl der ordentliche Wohnsitz zum Erteilungszeitpunkt im Inland lag (Nr. 2) – Ausnahme für Studierende und Schüler mit mindestens sechsmonatigem Aufenthalt,
- vorangegangene **Entziehung, Versagung oder Verzicht** im Inland (Nr. 3) sowie eine rechtskräftige **Sperre** (Nr. 4),
- laufendes **Fahrverbot** oder Beschlagnahme des Führerscheins nach § 94 StPO (Nr. 5),
- Besitz einer **deutschen Fahrerlaubnis** zum Zeitpunkt des Erwerbs der ausländischen (Nr. 6),
- prüfungsfreier Umtausch einer Fahrerlaubnis aus einem **nicht in Anlage 11 gelisteten Drittstaat** oder Erteilung auf Grundlage eines **gefälschten** Drittstaat-Führerscheins (Nr. 7).

Die Behörde kann in diesen Fällen einen **feststellenden Verwaltungsakt** über die fehlende Berechtigung erlassen (§ 28 Abs. 4 Satz 2 FeV). Die Nummern 3 und 4 greifen nur, solange die Maßnahme im **Fahreignungsregister** eingetragen und nicht nach § 29 StVG getilgt ist. Ist der Entziehungsgrund entfallen, wird das Recht, von der EU-/EWR-Fahrerlaubnis wieder Gebrauch zu machen, **auf Antrag** erteilt (§ 28 Abs. 5 FeV).

## Umschreibung einer EU-/EWR-Fahrerlaubnis: § 30 FeV

Eine Umschreibung ist für EU-/EWR-Inhaber **nicht verpflichtend**, aber möglich – etwa wenn die Geltungsdauer abläuft oder ein deutsches Dokument gewünscht ist. Nach **§ 30 Abs. 1 FeV** sind dabei folgende Vorschriften **nicht** anzuwenden:

| Entfällt | Fundstelle |
|---|---|
| ärztliche Untersuchung, Untersuchung des Sehvermögens | § 11 Abs. 9, § 12 Abs. 6 FeV – außer bei C-/D-Klassen nach §§ 23, 24 FeV |
| Sehtest | § 12 Abs. 2 FeV |
| Theoretische und praktische Befähigungsprüfung | § 15 FeV |
| Schulung in Erster Hilfe | § 19 FeV |
| Fahrschulausbildung | Vorschriften über die Ausbildung |

War die ausländische Fahrerlaubnis auf **Automatikfahrzeuge** beschränkt (kein Kupplungspedal bzw. bei den Klassen A, A1, A2 kein Schalthebel), wird die deutsche Fahrerlaubnis entsprechend **beschränkt** (§ 30 Abs. 1 Satz 3 FeV in Verbindung mit § 17a FeV).

Läuft die Geltungsdauer einer EU-/EWR-Fahrerlaubnis der Klassen AM, A1, A2, A, B, BE oder B1 **nach** der Wohnsitzverlegung ab, gilt Absatz 1 entsprechend; bei den Klassen C und D richtet sich die Erteilung nach § 24 Abs. 2 FeV (§ 30 Abs. 2 FeV). Ist die Geltungsdauer bereits **vor** der Wohnsitzverlegung abgelaufen, holt die Fahrerlaubnisbehörde zusätzlich eine Auskunft nach § 22 Abs. 2 Satz 3 FeV ein, die sich auch auf die Gründe der unterbliebenen Verlängerung erstreckt.

Der deutsche Führerschein wird **nur gegen Abgabe des ausländischen** ausgehändigt; die Behörde sendet ihn über das **Kraftfahrt-Bundesamt** an die Ausstellungsbehörde zurück (§ 30 Abs. 3 FeV). In **Feld 10** des neuen Führerscheins wird der Tag der ursprünglichen ausländischen Erteilung vermerkt (§ 30 Abs. 4 FeV) – der Besitzstand geht also nicht verloren. Für entsandte Mitglieder diplomatischer Missionen und berufskonsularischer Vertretungen gilt die Abgabepflicht nicht (§ 30 Abs. 5 FeV).

## Umschreibung einer Drittstaat-Fahrerlaubnis: § 31 FeV und Anlage 11

**§ 31 Abs. 1 FeV** stellt Inhaber einer Fahrerlaubnis, die in einem **in Anlage 11 aufgeführten Staat** und in einer **dort aufgeführten Klasse** erteilt wurde, weitgehend mit EU-/EWR-Inhabern gleich: Ärztliche Untersuchung, Sehtest, Erste-Hilfe-Schulung und Ausbildung entfallen; die **Befähigungsprüfung nach § 15 FeV entfällt „nach Maßgabe der Anlage 11"** – also nur, soweit die Anlage für den Staat und die Klasse „nein" ausweist.

Die Anlage 11 führt die Prüfungsanforderungen spaltenweise auf. Beispiele aus der amtlichen Liste:

| Ausstellungsstaat | Klassen | Theoretische Prüfung | Praktische Prüfung |
|---|---|---|---|
| Schweiz | alle | nein | nein |
| Vereinigtes Königreich | alle | nein | nein |
| Japan | alle | nein | nein |
| San Marino, Monaco, Andorra | alle | nein | nein |
| Südafrika, Singapur, Serbien, Republik Nordmazedonien | alle | nein | nein |
| Israel | B | nein | nein |
| Bosnien und Herzegowina | A1, A, B | nein | nein |
| Albanien (Führerscheine ab 24.01.2017) | A1, A2, A, B, BE, C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D, DE | nein | nein |
| Albanien | AM | nein | **ja** |
| Moldau | A1, A2, A, B, BE, C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D, DE | nein | **ja** |
| Kosovo (Führerscheine ab 01.03.2018) | AM, A1, A2, A, B, BE, C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D, DE | nein | nein |
| Connecticut, District of Columbia, Florida, Mississippi, Missouri, Nebraska, North Carolina, Oregon, Tennessee (USA) | Pkw-Klassen | **ja** | nein |
| Alabama, Arizona, Arkansas, Colorado, Delaware, Idaho, Illinois, Kansas, Kentucky, Louisiana, Maryland, Massachusetts, Michigan, New Mexico, Ohio, Oklahoma, Pennsylvania, South Carolina, South Dakota, Utah, Virginia, Washington, West Virginia, Wisconsin, Wyoming (USA) | Pkw-Klassen | nein | nein |
| Kanadische Provinzen (Alberta, British Columbia, Ontario, Québec u. a.) | Pkw-Klassen | nein | nein |
| Australische Territorien (New South Wales, Victoria, Queensland u. a.) | C/CAR (= dt. B), R (= dt. A) | nein | nein |

Die Tabelle gibt nur einen Ausschnitt wieder; **maßgeblich ist stets der amtliche Volltext der Anlage 11** samt der 24 amtlichen Anmerkungen. Diese enthalten zahlreiche Einschränkungen – etwa dass bei Namibia das Erteilungsdatum mindestens zwei Jahre zurückliegen muss, dass namibische C1/C-Klassen **nicht** in D1/D umgeschrieben werden, oder dass bei mehreren US-Bundesstaaten und australischen Territorien trotz Prüfungsverzicht ein **Sehvermögensnachweis nach § 12 FeV** verlangt wird.

Für Staaten, die **nicht** in Anlage 11 stehen, gilt **§ 31 Abs. 2 FeV**: Nur die Vorschriften über die **Ausbildung** entfallen. Theoretische und praktische Prüfung, Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs und – bei den C-/D-Klassen – die Eignungsuntersuchungen sind zu absolvieren. Wird eine Fahrerlaubnis aus einem Anlage-11-Staat, aber in einer **dort nicht aufgeführten Klasse** erteilt, ist ebenfalls Absatz 2 anzuwenden (§ 31 Abs. 1 Satz 6 FeV).

Auch bei grundsätzlichem Prüfungsverzicht kann die Fahrerlaubnisbehörde nach **§ 31 Abs. 1a FeV** eine **Fahrerlaubnisprüfung anordnen**, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass der Bewerber die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht mehr besitzt.

## Nachweise, Abgabe des Führerscheins und Verwahrung

Der Antragsteller muss den Besitz der ausländischen Fahrerlaubnis durch den **nationalen Führerschein** nachweisen und dem Antrag eine **Erklärung** beifügen, dass die ausländische Fahrerlaubnis noch gültig ist; die Behörde darf die Richtigkeit überprüfen (§ 31 Abs. 3 FeV).

Auf dem neuen deutschen Führerschein wird vermerkt, dass ihm eine **nicht in der EU/EWR ausgestellte** Fahrerlaubnis zugrunde lag (§ 31 Abs. 4 Satz 1 FeV). Der deutsche Führerschein wird nur **gegen Abgabe** des ausländischen ausgehändigt. Besteht mit dem Ausstellungsstaat eine entsprechende Vereinbarung, sendet die Behörde ihn über das Kraftfahrt-Bundesamt zurück; andernfalls nimmt sie ihn **in Verwahrung**. Verwahrte Führerscheine dürfen nach **drei Jahren vernichtet** werden (§ 31 Abs. 4 Sätze 2 bis 7 FeV).

## Mitführen und Übersetzung: § 29 Abs. 2 FeV

Solange noch mit der ausländischen Fahrerlaubnis gefahren wird, ist sie durch einen **gültigen nationalen oder Internationalen Führerschein** nachzuweisen (§ 29 Abs. 2 Satz 1 FeV; Internationaler Führerschein nach den Übereinkommen von 1926, 1949 oder 1968).

Eine **Übersetzung** ist erforderlich für ausländische nationale Führerscheine, die

- nicht in deutscher Sprache abgefasst sind **und**
- nicht in einem EU-/EWR-Staat oder der Schweiz ausgestellt wurden **und**
- nicht dem Anhang 6 des Wiener Übereinkommens vom 8. November 1968 entsprechen.

Die Übersetzung muss von einem **international anerkannten Automobilklub** des Ausstellungsstaates oder einer vom Bundesverkehrsministerium bestimmten Stelle gefertigt sein (§ 29 Abs. 2 Satz 3 FeV). Wer den Führerschein, die Bescheinigung oder die Übersetzung **nicht mitführt**, zahlt nach **Nr. 168 des Bußgeldkatalogs** ein Verwarnungsgeld von **10 Euro**.

**§ 29 Abs. 3 FeV** schließt die Berechtigung – parallel zu § 28 Abs. 4 FeV – unter anderem aus bei Lernführerscheinen, bei Unterschreiten des deutschen **Mindestalters** nach § 10 Abs. 1 FeV (bei Nicht-EU-/EWR-Fahrerlaubnissen), bei Wohnsitz im Inland zum Erteilungszeitpunkt, nach Entziehung, Versagung oder Sperre sowie während eines Fahrverbots.

## Gebühren

Die Gebühren ergeben sich aus der **Anlage (Gebührentarif für Maßnahmen im Straßenverkehr) zur GebOSt**:

| Nummer | Amtshandlung | Gebühr |
|---|---|---|
| 201 | Prüfung des Antrags auf Erteilung einer Fahrerlaubnis bzw. auf Erteilung des Rechts, von einer ausländischen Fahrerlaubnis Gebrauch zu machen | 5,10 € |
| 202.1 | Ersterteilung, Erweiterung oder Verlängerung einer Fahrerlaubnis | 35,70 € (zzgl. 10,20 bis 35,80 € bei anlassbezogener Eignungsbegutachtung) |
| 202.2 | Erteilung auf Grund einer EU-/EWR-Fahrerlaubnis oder einer Fahrerlaubnis aus einem Anlage-11-Staat, **sofern keine Prüfung verlangt wird** | 28,10 € |
| 202.3 | Erteilung nach vorangegangener Versagung, Entziehung, Verzicht oder Sperrfrist | 35,70 € bis 258,50 € |
| 202.7 | Ausfertigung eines Führerscheins, soweit nicht bereits eingeschlossen | 10,20 € |

Hinzu kommen die Kosten für **Übersetzung**, **Sehtest**, **Erste-Hilfe-Kurs** und gegebenenfalls **Prüfungsgebühren**, die nicht der GebOSt unterliegen. Fällt eine Prüfung an, wird nicht Nr. 202.2, sondern Nr. 202.1 angesetzt.

## Was passiert nach Ablauf der Frist?

Wer nach Ablauf der Sechs-Monats-Frist des § 29 Abs. 1 Satz 4 FeV weiterhin mit der Drittstaat-Fahrerlaubnis fährt, hat für den deutschen Rechtsraum **keine gültige Fahrerlaubnis mehr**. Das erfüllt den Straftatbestand des **§ 21 Abs. 1 Nr. 1 StVG** – **Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe**; bei Fahrlässigkeit bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen (§ 21 Abs. 2 StVG). Die Strafbarkeit trifft auch den **Halter**, der eine solche Fahrt anordnet oder zulässt. Zudem droht der Verlust des **Versicherungsschutzes** in der Kaskoversicherung und ein Regress des Haftpflichtversicherers.

Einzelheiten dazu im Beitrag [Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG)](/fakten/fahren-ohne-fahrerlaubnis-21-stvg.html).

## Siehe auch

- [Führerscheinklassen – Übersicht AM bis DE (§ 6 FeV)](/fakten/fuehrerscheinklassen-6-fev.html)
- [Führerschein-Pflichtumtausch (EU-Kartenführerschein)](/fakten/fuehrerschein-pflichtumtausch.html)
- [Führerschein-Probezeit (§ 2a StVG, FeV)](/fakten/fuehrerschein-probezeit-fev.html)
- [Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG)](/fakten/fahren-ohne-fahrerlaubnis-21-stvg.html)
- [Fahrverbot vs. Entziehung der Fahrerlaubnis](/fakten/fahrverbot-vs-fahrerlaubnisentzug.html)
- [Führerschein-Wiedererteilung](/fakten/fuehrerschein-wiedererteilung.html)
- [Promillegrenzen & Alkohol am Steuer](/fakten/alkohol-am-steuer-promillegrenzen.html)

## Quellen

- § 7 FeV (Ordentlicher Wohnsitz im Inland – 185-Tage-Regel, Studierende und Schüler): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__7.html [A]
- § 28 FeV (Anerkennung von EU-/EWR-Fahrerlaubnissen, Ausschlussgründe Abs. 4, Wiedererteilungsrecht Abs. 5): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__28.html [A]
- § 29 FeV (Ausländische Fahrerlaubnisse – 6-Monats-Frist, Übersetzung, Ausschlussgründe): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__29.html [A]
- § 30 FeV (Erteilung einer deutschen Fahrerlaubnis an EU-/EWR-Inhaber, Abgabe des Führerscheins, Feld 10): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__30.html [A]
- § 31 FeV (Erteilung an Inhaber einer Fahrerlaubnis aus Staaten außerhalb des EWR, Prüfungsanordnung, Verwahrung): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__31.html [A]
- Anlage 11 FeV (Staatenliste zu den Sonderbestimmungen für Inhaber einer ausländischen Fahrerlaubnis, BGBl. I 2010, 2095–2097, mit 24 amtlichen Anmerkungen): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/anlage_11.html [A]
- § 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis – Strafrahmen, Halterhaftung): https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__21.html [A]
- Anlage (Gebührentarif für Maßnahmen im Straßenverkehr) zur GebOSt, Nrn. 201, 202.1 bis 202.7: https://www.gesetze-im-internet.de/stgebo_2011/anlage.html [A]
- Anlage (zu § 1 Abs. 1) BKatV – Bußgeldkatalog, Nr. 168 (Führerschein/Übersetzung nicht mitgeführt, 10 €): https://www.gesetze-im-internet.de/bkatv_2013/anlage.html [A]

## Änderungsverlauf

- 2026-08-11: Erstveröffentlichung der Faktenseite; Anerkennung von EU-/EWR-Fahrerlaubnissen (§ 28 FeV), Sechs-Monats-Frist für Drittstaat-Fahrerlaubnisse (§ 29 Abs. 1 Satz 4 FeV), Umschreibungsverfahren nach §§ 30 und 31 FeV, Staatenliste der Anlage 11 FeV, Wohnsitzdefinition des § 7 FeV sowie Gebühren nach Nrn. 201 und 202 der Anlage zur GebOSt vollständig gegen die amtlichen Primärquellen auf gesetze-im-internet.de geprüft; Frontmatter gesetzt (legal_status in_force, authority_level A, factcheck_status ok, wikidata_subjects Q1392352 / Q205647 / Q15546711, jeweils vor Verwendung auf wikidata.org verifiziert). | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-08-11
- Gültig ab: 19.01.2013 (Fahrerlaubnis-Verordnung vom 13.12.2010 in der jeweils geltenden Fassung; Anlage 11 in der Fassung der jeweiligen Änderungsverordnungen)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (FeV, StVG, GebOSt, BKatV – gesetze-im-internet.de)
- Lizenz: CC BY 4.0
