---
title: "Bedingung und Zeitbestimmung nach §§ 158–163 BGB — Schwebezeit, Zwischenverfügungen und treuwidrige Vereitelung"
slug: "bedingung-zeitbestimmung-158-163-bgb"
domaine: "bgb"
valid_from: "2002-01-01"
valid_to: null
last_reviewed: "2026-11-05"
statut: "In Kraft"
authority_level: "A"
legal_status: "in_force"
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/bedingung-zeitbestimmung-158-163-bgb.md
wikidata_subjects: []
factcheck_status: "ok"
---

# Bedingung und Zeitbestimmung nach §§ 158–163 BGB — Schwebezeit, Zwischenverfügungen und treuwidrige Vereitelung

## Kurzantwort

Eine **Bedingung** macht die Wirkung eines Rechtsgeschäfts von einem **künftigen, ungewissen Ereignis** abhängig. Bei der **aufschiebenden** Bedingung tritt die Wirkung erst mit dem Ereignis ein, bei der **auflösenden** endet sie damit (§ 158 BGB). Während der Schwebezeit ist der bedingt Berechtigte doppelt geschützt: Vereitelt der andere Teil das Recht schuldhaft, schuldet er Schadensersatz (§ 160 BGB); weitere Verfügungen über den Gegenstand sind bei Bedingungseintritt insoweit **unwirksam**, auch wenn sie im Wege der Zwangsvollstreckung oder durch den Insolvenzverwalter erfolgen (§ 161 BGB). Wer den Eintritt **wider Treu und Glauben** verhindert oder herbeiführt, wird so behandelt, als sei das Gegenteil geschehen (§ 162 BGB). Für einen **Anfangs- oder Endtermin** (Befristung) gelten diese Regeln entsprechend (§ 163 BGB).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Regelungsort | §§ 158–163 BGB, Buch 1 (Allgemeiner Teil), Abschnitt 3, Titel 4 „Bedingung und Zeitbestimmung" |
| Aufschiebende Bedingung (§ 158 Abs. 1) | Wirkung tritt mit Eintritt der Bedingung ein |
| Auflösende Bedingung (§ 158 Abs. 2) | Wirkung endet mit Eintritt; früherer Rechtszustand tritt wieder ein |
| Rückwirkung (§ 159) | nur schuldrechtlich: Pflicht, einander so zu stellen, als wären die Folgen früher eingetreten |
| Schadensersatz (§ 160) | bei schuldhafter Vereitelung oder Beeinträchtigung während der Schwebezeit, fällig erst bei Bedingungseintritt |
| Zwischenverfügungen (§ 161 Abs. 1, 2) | bei Eintritt unwirksam, soweit sie die bedingte Wirkung vereiteln oder beeinträchtigen — auch Zwangsvollstreckung, Arrestvollziehung, Insolvenzverwalter |
| Gutgläubiger Erwerb (§ 161 Abs. 3) | Vorschriften zugunsten von Erwerbern vom Nichtberechtigten (z. B. §§ 892, 932 ff.) gelten entsprechend |
| Treuwidrige Einflussnahme (§ 162) | Verhinderung → Bedingung gilt als eingetreten; Herbeiführung → Eintritt gilt als nicht erfolgt |
| Zeitbestimmung (§ 163) | Anfangstermin wie aufschiebende, Endtermin wie auflösende Bedingung (§§ 158, 160, 161 entsprechend) |
| Bedingungsfeindliche Geschäfte (Beispiele) | Auflassung (§ 925 Abs. 2), Aufrechnung (§ 388 S. 2) |
| Typischer Anwendungsfall | Eigentumsvorbehalt: Übereignung unter der aufschiebenden Bedingung vollständiger Kaufpreiszahlung (§ 449 Abs. 1) |

## Anspruchsgrundlage

Die §§ 158–163 BGB sind überwiegend **Hilfsnormen**: Sie bestimmen, **wann** ein Rechtsgeschäft wirkt. Eigene Ansprüche und Einwendungen ergeben sich aus drei Vorschriften:

- **§ 160 Abs. 1 BGB** — **Schadensersatzanspruch** des aufschiebend bedingt Berechtigten gegen den anderen Teil, wenn dieser das von der Bedingung abhängige Recht während der Schwebezeit schuldhaft vereitelt oder beeinträchtigt. Nach Abs. 2 steht der gleiche Anspruch bei der auflösenden Bedingung demjenigen zu, zu dessen Gunsten der frühere Rechtszustand wieder eintritt.
- **§ 161 BGB** — keine Anspruchsgrundlage, sondern eine **Wirksamkeitsschranke**: Vereitelnde Zwischenverfügungen werden bei Bedingungseintritt unwirksam. Der Berechtigte kann sich deshalb auf sein Recht berufen und z. B. nach § 985 BGB Herausgabe verlangen.
- **§ 162 BGB** — **Fiktion** des Eintritts oder Nichteintritts. Sie verschafft dem benachteiligten Teil den Anspruch aus dem bedingten Geschäft (z. B. Kaufpreis, Provision, Erfüllung) oder nimmt dem treuwidrig Handelnden den erschlichenen Vorteil.

**§ 159 BGB** begründet zusätzlich einen schuldrechtlichen Ausgleichsanspruch, wenn die Parteien eine **Rückbeziehung** der Bedingungsfolgen vereinbart haben.

## Anspruchsvoraussetzungen

**A. Wirksam bedingtes oder befristetes Rechtsgeschäft (§§ 158, 163)**

1. **Rechtsgeschäft.** Verpflichtungs- oder Verfügungsgeschäft (z. B. Kaufvertrag, Übereignung, Abtretung).
2. **Bedingungsabrede.** Die Parteien machen die Wirkung von einem **künftigen und objektiv ungewissen** Ereignis abhängig. Ein bereits feststehendes Ereignis oder eine gesetzliche Wirksamkeitsvoraussetzung (z. B. eine notwendige behördliche Genehmigung, sog. Rechtsbedingung) ist keine Bedingung im Sinne des § 158.
3. **Abgrenzung zur Befristung.** Ist das Ereignis gewiss und nur der Zeitpunkt offen (z. B. ein Kalenderdatum), liegt eine **Zeitbestimmung** vor; § 163 verweist auf §§ 158, 160, 161.
4. **Keine Bedingungsfeindlichkeit.** Bestimmte Geschäfte vertragen keine Bedingung, etwa die **Auflassung** (§ 925 Abs. 2) und die **Aufrechnungserklärung** (§ 388 S. 2). Eine dennoch beigefügte Bedingung macht das Geschäft unwirksam.

**B. Schadensersatz während der Schwebezeit (§ 160)**

1. **Bedingte Berechtigung** des Anspruchstellers aus dem Rechtsgeschäft.
2. **Vereitelung oder Beeinträchtigung** des bedingten Rechts durch den anderen Teil während der Schwebezeit (z. B. Beschädigung, Weiterveräußerung, Belastung).
3. **Verschulden** des anderen Teils (§ 276 BGB).
4. **Eintritt der Bedingung.** Der Anspruch entsteht erst, wenn die Bedingung tatsächlich eintritt oder nach § 162 Abs. 1 als eingetreten gilt.

**C. Unwirksamkeit einer Zwischenverfügung (§ 161)**

1. **Bedingte Verfügung** über einen Gegenstand (aufschiebend: Abs. 1; auflösend: Abs. 2).
2. **Weitere Verfügung** desselben Verfügenden während der Schwebezeit — gleichgestellt sind Zwangsvollstreckung, Arrestvollziehung und Verfügungen des Insolvenzverwalters (Abs. 1 S. 2).
3. **Beeinträchtigung** der bedingten Wirkung durch diese Verfügung.
4. **Eintritt der Bedingung.**
5. **Kein gutgläubiger Erwerb** des Dritten. Nach Abs. 3 gelten die Gutglaubensvorschriften entsprechend: Wer die Bedingtheit weder kennt noch grob fahrlässig verkennt, kann bei beweglichen Sachen nach §§ 932 ff. erwerben; im Grundstücksrecht schützt § 892, solange die Verfügungsbeschränkung nicht im Grundbuch eingetragen ist.

**D. Fiktion nach § 162**

1. **Einflussnahme** einer Partei auf den Eintritt oder Ausfall der Bedingung (durch Tun oder Unterlassen).
2. **Interessenlage.** Abs. 1: Die Partei, zu deren **Nachteil** der Eintritt gereichen würde, verhindert ihn. Abs. 2: Die Partei, zu deren **Vorteil** er gereicht, führt ihn herbei.
3. **Kausalität** der Einflussnahme für Ausfall bzw. Eintritt.
4. **Verstoß gegen Treu und Glauben.** Maßgeblich ist nach BGH V ZR 244/04, welches Verhalten von einem **loyalen Vertragspartner** erwartet werden konnte — ermittelt durch umfassende Würdigung nach **Anlass, Zweck und Beweggrund** unter Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere des Inhalts des Rechtsgeschäfts. Absicht ist nicht erforderlich, aber auch nicht allein ausreichend.

## Rechtsfolgen

- **Aufschiebende Bedingung:** Bis zum Eintritt ist das Geschäft tatbestandlich vollendet, seine Wirkung aber in der Schwebe. Mit Eintritt tritt die Wirkung **automatisch** ein — ohne neue Erklärung und ohne Rückwirkung (§ 158 Abs. 1). Fällt die Bedingung endgültig aus, bleibt das Geschäft wirkungslos.
- **Auflösende Bedingung:** Das Geschäft wirkt zunächst voll; mit Eintritt fällt der Rechtszustand **von selbst** zurück (§ 158 Abs. 2). Ein Rückübertragungsakt ist nicht nötig.
- **Rückwirkung nur schuldrechtlich:** Haben die Parteien eine Rückbeziehung vereinbart, müssen sie einander **gewähren**, was sie bei früherem Eintritt gehabt hätten (§ 159) — dinglich wirkt der Eintritt trotzdem erst ab dem Ereignis.
- **Anwartschaft:** Der aufschiebend bedingte Erwerber hat eine gesicherte Rechtsposition, weil der Veräußerer sie wegen § 161 nicht mehr einseitig zerstören kann. Beim Eigentumsvorbehalt wird diese Position als **Anwartschaftsrecht** bezeichnet.
- **Insolvenz- und vollstreckungsfest:** Zwischenverfügungen durch Zwangsvollstreckung, Arrestvollziehung oder Insolvenzverwalter weichen dem Bedingungseintritt (§ 161 Abs. 1 S. 2).
- **Schadensersatz:** Bei schuldhafter Vereitelung voller Ersatz nach §§ 249 ff. BGB, sobald die Bedingung eintritt (§ 160).
- **Fiktion:** Treuwidrige Verhinderung lässt das Geschäft so wirken, als sei die Bedingung eingetreten; treuwidrige Herbeiführung bleibt folgenlos (§ 162). Den Zeitpunkt der Fiktion bestimmt der Moment, in dem die Bedingung ohne die Einflussnahme eingetreten wäre.
- **Befristung:** Anfangstermin = aufschiebende, Endtermin = auflösende Bedingung, jeweils mit dem Schutz der §§ 160, 161 (§ 163). § 162 ist in § 163 nicht genannt, weil der Eintritt eines Termins nicht beeinflussbar ist.

## Praxisbeispiel

**BGH, Urteil vom 16.09.2005 – V ZR 244/04** (NJW 2005, 3417): Die Käufer eines Hotels schlossen im Dezember 2001 einen notariellen Kaufvertrag unter mehreren **aufschiebenden Bedingungen**. Eine davon war die Zustimmung des Landkreises zur Übernahme eines zinsgünstigen Investitionsdarlehens unter Anrechnung auf den Kaufpreis (Schuldübernahme, § 415 BGB). Nachdem die Käufer erhebliche Mängel erkannt hatten, wollten sie den Vertrag nicht mehr. Sie teilten dem Landrat mit, das Hotel nicht fortführen zu wollen — erklärtermaßen, um ihn von der Zustimmung abzuhalten. Die Zustimmung blieb aus; die Verkäufer verlangten Schadensersatz wegen Nichterfüllung und beriefen sich auf § 162 Abs. 1 BGB.

Der V. Zivilsenat stellte zwei Grundsätze auf: (1) Einen allgemeinen Satz, dass eine Einflussnahme aus **wirtschaftlich vernünftigen Gründen** in der Regel nicht treuwidrig sei, gibt es nicht; entscheidend ist die Würdigung des Einzelfalls nach Anlass, Zweck und Beweggrund. (2) Amtlicher Leitsatz: Ist eine Partei nach Treu und Glauben gehalten, dem Dritten einen für dessen Entscheidung **wesentlichen Umstand mitzuteilen**, ist die damit verbundene Einflussnahme **auch dann nicht treuwidrig**, wenn die Mitteilung in der Absicht erfolgte, den Bedingungseintritt zu verhindern. Hier war die geplante Fortführung des Hotels für den Landrat wesentlich; die Käufer durften ihn über die geänderte Absicht informieren. Hätte die Mitteilung dagegen **allein** dazu gedient, sich von einem wirtschaftlich nachteiligen Vertrag zu lösen, wäre sie treuwidrig gewesen.

## Verwandte Normen

- **§ 449 BGB** — Eigentumsvorbehalt: Übereignung unter der aufschiebenden Bedingung vollständiger Zahlung (siehe `eigentumsvorbehalt-449-bgb`).
- **§§ 116–144 BGB** — Willenserklärung, Nichtigkeit und Anfechtung; die Bedingung ist eine Nebenbestimmung der Willenserklärung (siehe `willenserklaerung-116-144-bgb`).
- **§§ 929 ff. BGB** — Übereignung beweglicher Sachen, gutgläubiger Erwerb nach §§ 932 ff. über § 161 Abs. 3 (siehe `eigentumserwerb-929-bgb`).
- **§§ 873, 892, 925 BGB** — Grundstücksverfügungen; Auflassung ist bedingungsfeindlich (siehe `grundbuchprinzipien-873-bgb`).
- **§ 388 BGB** — Aufrechnungserklärung ist bedingungs- und befristungsfeindlich (siehe `aufrechnung-387-bgb`).
- **§ 242 BGB** — Treu und Glauben als Maßstab des § 162.
- **§ 771 ZPO** — Drittwiderspruchsklage, mit der der Vorbehaltskäufer oder -verkäufer sein Recht gegen Vollstreckungszugriffe geltend macht (siehe `drittwiderspruchsklage-771-zpo`).
- **§§ 2074, 2075 BGB** — Auslegungsregeln für bedingte letztwillige Zuwendungen; **§ 2108 Abs. 2 BGB** zur Vererblichkeit der Nacherbenanwartschaft (siehe `nacherbenanwartschaft-nacherbfall-2106-2110-bgb`).
- **§§ 14, 21 TzBfG** — Befristung und auflösende Bedingung im Arbeitsvertrag als Sonderrecht (siehe `befristung-arbeitsvertrag-tzbfg`).

## Änderungsverlauf

- 2026-11-05: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Wortlaut §§ 158–163, 388, 449, 925, 2074, 2075 BGB am 05.11.2026 per curl von gesetze-im-internet.de geprüft. BGH V ZR 244/04 im Volltext (Leitsatz, Tatbestand, Entscheidungsgründe II.1–2) über die Urteilssammlung Prof. Lorenz (LMU) gelesen; amtliche Fassung auf bundesgerichtshof.de nicht abgerufen (Entscheidung vor 2010, nur über juris) — nachzubelegen. Aussagen zur Rechtsbedingung, zum Zeitpunkt der Fiktion nach § 162 und zum Anwartschaftsrecht beruhen auf gefestigter Lehre ohne eigenes Aktenzeichen. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Nexvyra-BGB-Bot"

## Stand

- Stand: 2026-11-05
- Gültig ab: 2002-01-01
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- Primärquelle: § 158 BGB — Aufschiebende und auflösende Bedingung, gesetze-im-internet.de:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__158.html
- Primärquelle: § 159 BGB — Rückbeziehung, gesetze-im-internet.de:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__159.html
- Primärquelle: § 160 BGB — Haftung während der Schwebezeit, gesetze-im-internet.de:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__160.html
- Primärquelle: § 161 BGB — Unwirksamkeit von Verfügungen während der Schwebezeit, gesetze-im-internet.de:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__161.html
- Primärquelle: § 162 BGB — Verhinderung oder Herbeiführung des Bedingungseintritts, gesetze-im-internet.de:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__162.html
- Primärquelle: § 163 BGB — Zeitbestimmung, gesetze-im-internet.de:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__163.html
- Primärquelle: § 388 BGB — Erklärung der Aufrechnung, gesetze-im-internet.de:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__388.html
- Primärquelle: § 449 BGB — Eigentumsvorbehalt, gesetze-im-internet.de:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__449.html
- Primärquelle: § 925 BGB — Auflassung, gesetze-im-internet.de:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__925.html
- Rechtsprechung: BGH, Urteil vom 16.09.2005 – V ZR 244/04 (NJW 2005, 3417), Volltext mit amtlichem Leitsatz, lorenz.userweb.mwn.de:
  https://lorenz.userweb.mwn.de/urteile/vzr244_04.htm
- Permalink-Fallback: § 158 BGB, dejure.org:
  https://dejure.org/gesetze/BGB/158.html

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-11-05
- Letzte Prüfung: 2026-11-05
- In Kraft seit: 2002-01-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
