---
title: Beratungshilfe (BerHG)
slug: beratungshilfe-berhg
topic: prozess-vollstreckungsrecht
legal_status: in_force
authority_level: A
valid_from: 2026-01-01
valid_to: null
last_reviewed: 2026-08-19
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/beratungshilfe-berhg.md
wikidata_subjects: [Q2660607, Q28134092, Q1753421]
factcheck_status: ok
---

# Beratungshilfe (BerHG)

## Kurzantwort

**Beratungshilfe** ist die staatlich finanzierte **außergerichtliche** Rechtsberatung für Menschen mit geringem Einkommen – das Gegenstück zur Prozesskostenhilfe, die erst im **gerichtlichen** Verfahren greift. Sie wird nach **§ 1 Abs. 1 BerHG** auf Antrag gewährt, wenn Rechtsuchende die erforderlichen Mittel nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen **nicht aufbringen** können, **keine andere zumutbare Hilfemöglichkeit** besteht und die Inanspruchnahme **nicht mutwillig** erscheint. Die wirtschaftliche Voraussetzung ist erfüllt, wenn Prozesskostenhilfe **ohne eigenen Beitrag** zu bewilligen wäre (§ 1 Abs. 2 S. 1 BerHG) – es gelten also dieselben Freibeträge wie bei der PKH. Zuständig ist das **Amtsgericht am Wohnsitz** (§ 4 Abs. 1 BerHG); es stellt einen **Berechtigungsschein** für eine Beratungsperson **eigener Wahl** aus (§ 6 Abs. 1 BerHG). Beratungshilfe umfasst **Beratung** und, soweit erforderlich, auch die **außergerichtliche Vertretung** (§ 2 Abs. 1 BerHG); in Straf- und Ordnungswidrigkeitensachen **nur Beratung** (§ 2 Abs. 2 S. 2 BerHG). Die Rechtsuchenden zahlen an die Beratungsperson höchstens die **Beratungshilfegebühr von 15 €** (Nr. 2500 VV RVG); diese **kann erlassen** werden. Die übrige Vergütung trägt die **Landeskasse** (§ 44 RVG). Wer sich direkt an eine Anwältin oder einen Anwalt wendet, kann den Antrag **nachträglich** stellen – aber **spätestens vier Wochen** nach Beginn der Tätigkeit (§ 6 Abs. 2 S. 2 BerHG).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | **Beratungshilfegesetz (BerHG)** vom 18.06.1980, zuletzt geändert durch Gesetz vom 15.07.2024 |
| Abgrenzung | **außergerichtliche** Beratung/Vertretung – Prozesskostenhilfe (§§ 114 ff. ZPO) betrifft das **gerichtliche** Verfahren |
| Drei Voraussetzungen | Mittel nicht aufbringbar **+** keine andere zumutbare Hilfe **+** nicht mutwillig (§ 1 Abs. 1 BerHG) |
| Wirtschaftlicher Maßstab | erfüllt, wenn **PKH ohne eigenen Beitrag** zu gewähren wäre (§ 1 Abs. 2 S. 1 BerHG) → Freibeträge der PKHB 2026 |
| Umfang | **Beratung** und, soweit erforderlich, **außergerichtliche Vertretung** (§ 2 Abs. 1 BerHG) |
| Sachlicher Anwendungsbereich | **alle rechtlichen Angelegenheiten**; in **Straf-/OWi-Sachen nur Beratung** (§ 2 Abs. 2 BerHG) |
| Beratungspersonen | Rechtsanwältinnen/Rechtsanwälte, Kammerrechtsbeistände; im Rahmen ihrer Befugnis auch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rentenberater; Beratungsstellen; teilweise das **Amtsgericht selbst** (§ 3 BerHG) |
| Zuständiges Gericht | **Amtsgericht** am **allgemeinen Gerichtsstand** der Rechtsuchenden (§ 4 Abs. 1 S. 1 BerHG) |
| Antrag | zu Protokoll der Geschäftsstelle oder schriftlich, elektronisch nach § 130a ZPO; **Sachverhalt anzugeben** (§ 4 Abs. 2 BerHG) |
| Beizufügen | Erklärung über persönliche/wirtschaftliche Verhältnisse **mit Belegen** + Versicherung, dass in derselben Angelegenheit keine Beratungshilfe gewährt/versagt und kein Gerichtsverfahren anhängig ist oder war (§ 4 Abs. 3 BerHG) |
| Bewilligung | **Berechtigungsschein** für eine Beratungsperson **eigener Wahl** (§ 6 Abs. 1 BerHG) |
| Nachträglicher Antrag | möglich – **Ausschlussfrist: 4 Wochen** nach Beginn der Beratungshilfetätigkeit (§ 6 Abs. 2 BerHG) |
| Eigenanteil | **15,00 €** Beratungshilfegebühr (Nr. 2500 VV RVG); keine Auslagen daneben; **Erlass möglich** |
| Beratungsgebühr (Anwalt ↔ Landeskasse) | **42,00 €** (Nr. 2501 VV RVG) |
| Geschäftsgebühr (Vertretung) | **102,00 €** (Nr. 2503 VV RVG) |
| Einigungs-/Erledigungsgebühr | **180,00 €** (Nr. 2508 VV RVG) |
| Wer zahlt | **Landeskasse** (§ 44 S. 1 RVG); die Beratungshilfegebühr schuldet **nur der Rechtsuchende** (§ 44 S. 2 RVG) |
| Rechtsbehelf | **nur die Erinnerung** (§ 7 BerHG) |
| Aufhebung | von Amts wegen binnen **1 Jahr**, wenn die Voraussetzungen nicht vorlagen; auf Antrag der Beratungsperson, wenn Rechtsuchende etwas erlangt haben (§ 6a BerHG) |
| Länderbesonderheit | **Bremen, Hamburg**: öffentliche Rechtsberatung statt Beratungshilfe; **Berlin**: Wahlrecht (§ 12 BerHG) |
| Rechtsstand Gebühren | VV RVG Abschnitt 5 in der Fassung seit **01.06.2025** (KostBRÄG 2025) |

## Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe? Die Grundunterscheidung

Beide Instrumente sichern den Zugang zum Recht für Menschen mit geringem Einkommen – sie greifen aber in **unterschiedlichen Phasen**:

| | Beratungshilfe (BerHG) | Prozesskostenhilfe (§§ 114 ff. ZPO) |
|---|---|---|
| Phase | **außergerichtlich** (Beratung, Schriftwechsel, Verhandlung mit der Gegenseite) | **gerichtliches** Verfahren |
| Antrag bei | **Amtsgericht am Wohnsitz** (§ 4 Abs. 1 BerHG) | **Prozessgericht** (§ 117 Abs. 1 ZPO) |
| Ergebnis | **Berechtigungsschein** (§ 6 Abs. 1 BerHG) | **Bewilligungsbeschluss**, ggf. mit Raten (§ 120 ZPO) |
| Eigenanteil | einmalig **15 €** (Nr. 2500 VV RVG), erlassbar | **0 € oder bis zu 48 Monatsraten** (§ 115 Abs. 2 ZPO) |
| Erfolgsaussicht | **kein** eigenständiges Prüfkriterium – aber Mutwilligkeit sperrt (§ 1 Abs. 1 Nr. 3 BerHG) | **hinreichende Erfolgsaussicht** erforderlich (§ 114 Abs. 1 ZPO) |
| Gegnerkosten | Kostenerstattungsanspruch geht auf die Beratungsperson über (§ 9 BerHG) | bei Unterliegen **selbst zu tragen** (§ 123 ZPO) |

Wird aus der außergerichtlichen Sache später ein Prozess, ist **zusätzlich** Prozesskostenhilfe zu beantragen. Die Geschäftsgebühr Nr. 2503 VV RVG wird dabei **zur Hälfte** auf die Gebühren des anschließenden gerichtlichen oder behördlichen Verfahrens angerechnet.

## Die drei Voraussetzungen (§ 1 BerHG)

Nach **§ 1 Abs. 1 BerHG** wird Beratungshilfe auf Antrag gewährt, wenn **alle drei** Punkte zutreffen:

- **Wirtschaftliche Bedürftigkeit (Nr. 1):** Die Rechtsuchenden können die erforderlichen Mittel nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen **nicht aufbringen**. Diese Voraussetzung ist nach **§ 1 Abs. 2 S. 1 BerHG** gegeben, wenn den Rechtsuchenden **Prozesskostenhilfe ohne einen eigenen Beitrag zu den Kosten** zu gewähren wäre. Maßgeblich sind damit die Freibeträge des § 115 Abs. 1 ZPO in der jeweils geltenden Bekanntmachung – 2026 monatlich **619 €** für die rechtsuchende Person, zusätzlich **282 €** bei Erwerbstätigkeit, Unterhaltsfreibeträge für Angehörige sowie die tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung.
- **Keine andere zumutbare Hilfe (Nr. 2):** Es dürfen keine anderen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, deren Inanspruchnahme erwartet werden kann – etwa eine **Rechtsschutzversicherung**, eine **Mitgliedschaft** in Mieterverein oder Gewerkschaft oder eine sonstige kostenlose Beratungsstelle. **Ausdrücklich keine** andere Hilfemöglichkeit ist nach § 1 Abs. 2 S. 2 BerHG die Aussicht, sich durch eine Anwältin oder einen Anwalt **unentgeltlich** oder gegen **Erfolgshonorar** beraten oder vertreten zu lassen.
- **Keine Mutwilligkeit (Nr. 3):** Mutwilligkeit liegt nach **§ 1 Abs. 3 BerHG** vor, wenn Beratungshilfe in Anspruch genommen werden soll, obwohl Rechtsuchende, die keine Beratungshilfe beanspruchen können, bei verständiger Würdigung aller Umstände davon absehen würden, sich **auf eigene Kosten** beraten oder vertreten zu lassen. Der Maßstab ist also die selbstzahlende, wirtschaftlich vernünftig handelnde Person.

Anders als bei der Prozesskostenhilfe ist die **hinreichende Erfolgsaussicht kein eigenständiges Tatbestandsmerkmal**. Eine offensichtlich aussichtslose Rechtsverfolgung scheitert aber regelmäßig an der Mutwilligkeit.

## Was Beratungshilfe abdeckt (§ 2 BerHG)

**§ 2 Abs. 1 BerHG** unterscheidet zwei Stufen:

- **Beratung** ist der Regelfall: Prüfung der Rechtslage, Einschätzung der Erfolgsaussichten, Handlungsempfehlung.
- **Vertretung** kommt hinzu, **soweit erforderlich**. Erforderlich ist sie, wenn die Rechtsuchenden **nach der Beratung** angesichts des **Umfangs**, der **Schwierigkeit** oder der **Bedeutung**, die die Rechtsangelegenheit für sie hat, ihre Rechte **nicht selbst** wahrnehmen können. Gemeint ist die außergerichtliche Vertretung – etwa der Schriftwechsel mit einem Inkassodienstleister, dem Vermieter oder einer Behörde.

Sachlich gilt Beratungshilfe nach **§ 2 Abs. 2 S. 1 BerHG** in **allen rechtlichen Angelegenheiten**. Die einzige generelle Einschränkung: In Angelegenheiten des **Strafrechts** und des **Ordnungswidrigkeitenrechts** wird **nur Beratung**, keine Vertretung gewährt (§ 2 Abs. 2 S. 2 BerHG).

## Wer beraten darf (§ 3 BerHG)

Beratungshilfe leisten nach **§ 3 Abs. 1 BerHG**:

- **Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte** sowie **Kammerrechtsbeistände**,
- im Rahmen ihrer jeweiligen Beratungsbefugnis auch **Steuerberater** und **Steuerbevollmächtigte**, **Wirtschaftsprüfer** und **vereidigte Buchprüfer** sowie **Rentenberater**,
- diese Personen (**Beratungspersonen**) auch in **Beratungsstellen**, die aufgrund einer Vereinbarung mit der Landesjustizverwaltung eingerichtet sind.

Daneben kann Beratungshilfe nach **§ 3 Abs. 2 BerHG** durch das **Amtsgericht selbst** gewährt werden, soweit dem Anliegen durch eine **sofortige Auskunft**, einen **Hinweis auf andere Hilfemöglichkeiten** oder die **Aufnahme eines Antrags oder einer Erklärung** entsprochen werden kann.

## Antrag und Verfahren (§ 4 BerHG)

**Zuständigkeit:** Über den Antrag entscheidet das **Amtsgericht**, in dessen Bezirk die Rechtsuchenden ihren **allgemeinen Gerichtsstand** haben (§ 4 Abs. 1 S. 1 BerHG). Ohne allgemeinen Gerichtsstand im Inland ist das Amtsgericht zuständig, in dessen Bezirk ein Bedürfnis für Beratungshilfe auftritt (S. 2).

**Form:** Der Antrag kann **vor der Geschäftsstelle zu Protokoll** erklärt oder **schriftlich** gestellt werden; für die elektronische Einreichung gilt **§ 130a ZPO** entsprechend (§ 4 Abs. 2 S. 1 BerHG). Der **Sachverhalt**, für den Beratungshilfe beantragt wird, ist **anzugeben** (S. 2). Für die Erklärung und den Antrag sind die amtlichen Formulare der **Beratungshilfeformularverordnung (BerHFV)** zu verwenden.

**Unterlagen (§ 4 Abs. 3 S. 1 BerHG):** Beizufügen sind

1. eine **Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse** – insbesondere Familienstand, Beruf, Vermögen, Einkommen und Lasten – nebst **Belegen**, und
2. eine **Versicherung**, dass in derselben Angelegenheit Beratungshilfe bisher **weder gewährt noch versagt** wurde und dass in derselben Angelegenheit **kein gerichtliches Verfahren** anhängig ist oder war.

In geeigneten Fällen kann die Geschäftsstelle diese Erklärungen auch **zu Protokoll** nehmen (§ 4 Abs. 3 S. 2 BerHG).

**Prüfung:** Das Gericht kann **Glaubhaftmachung** verlangen, insbesondere auch eine **Versicherung an Eides statt** fordern, sowie Erhebungen anstellen und Urkunden anfordern; **Zeugen und Sachverständige werden nicht vernommen** (§ 4 Abs. 4 BerHG). Wer innerhalb der gesetzten Frist die Angaben nicht glaubhaft macht oder Fragen nicht oder ungenügend beantwortet, dessen Antrag wird **abgelehnt** (§ 4 Abs. 5 BerHG).

## Berechtigungsschein und die Vier-Wochen-Frist (§ 6 BerHG)

Sind die Voraussetzungen gegeben und wird die Sache nicht vom Amtsgericht selbst erledigt, stellt das Gericht einen **Berechtigungsschein** aus – **unter genauer Bezeichnung der Angelegenheit** und für eine **Beratungsperson eigener Wahl** (§ 6 Abs. 1 BerHG). Der Schein wird dann bei der Anwältin oder dem Anwalt vorgelegt.

Der praktisch häufigere zweite Weg: Rechtsuchende wenden sich **unmittelbar** an eine Beratungsperson. Dann kann der Antrag auf Bewilligung **nachträglich** gestellt werden (§ 6 Abs. 2 S. 1 BerHG) – jedoch **spätestens vier Wochen nach Beginn der Beratungshilfetätigkeit** (S. 2). Diese Frist ist eine **Ausschlussfrist**: Wird sie versäumt, ist die nachträgliche Bewilligung ausgeschlossen, und die Vergütung ist nicht mehr aus der Landeskasse zu erlangen. Bei nachträglicher Antragstellung dürfen Beratungspersonen nach § 4 Abs. 6 BerHG schon **vor Beginn** der Tätigkeit verlangen, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse belegt und die Versicherungen abgegeben werden.

## Was Beratungshilfe kostet (§ 8 BerHG, § 44 RVG, VV RVG Abschnitt 5)

Für die Rechtsuchenden ist Beratungshilfe **fast kostenlos**. Nach **§ 8 S. 2 BerHG** kann die Beratungsperson von den Rechtsuchenden **keine Vergütung** verlangen – **außer** der Beratungshilfegebühr. Die restliche Vergütung zahlt nach **§ 44 S. 1 RVG** die **Landeskasse**; die Beratungshilfegebühr (Nr. 2500 VV RVG) schuldet nach **§ 44 S. 2 RVG** **nur der Rechtsuchende**.

Im Rahmen der Beratungshilfe entstehen Gebühren **ausschließlich** nach Abschnitt 5 des Vergütungsverzeichnisses (Vorbemerkung 2.5 VV RVG):

| Nr. VV RVG | Gebühr | Betrag |
|---|---|---|
| 2500 | **Beratungshilfegebühr** (vom Rechtsuchenden; keine Auslagen daneben; **kann erlassen werden**) | **15,00 €** |
| 2501 | **Beratungsgebühr** (Beratung ohne Zusammenhang mit anderer gebührenpflichtiger Tätigkeit) | **42,00 €** |
| 2502 | Beratung zur außergerichtlichen Schuldenbereinigung nach Plan (§ 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO) | **84,00 €** |
| 2503 | **Geschäftsgebühr** (Betreiben des Geschäfts, Vertretung, Vertragsgestaltung) | **102,00 €** |
| 2504 | außergerichtliche Schuldenbereinigung, **bis 5 Gläubiger** | **324,00 €** |
| 2505 | **6 bis 10 Gläubiger** | **486,00 €** |
| 2506 | **11 bis 15 Gläubiger** | **647,00 €** |
| 2507 | **mehr als 15 Gläubiger** | **810,00 €** |
| 2508 | **Einigungs- und Erledigungsgebühr** | **180,00 €** |

Die Geschäftsgebühr Nr. 2503 ist auf die Gebühren eines **anschließenden gerichtlichen oder behördlichen Verfahrens zur Hälfte** anzurechnen (Anmerkung Abs. 2 zu Nr. 2503 VV RVG). Die Beratungsgebühr Nr. 2501 wird auf eine zusammenhängende Gebühr für eine sonstige Tätigkeit angerechnet.

## Wenn der Gegner zahlen muss (§ 9 BerHG)

Beratungshilfe entlastet nicht den Gegner. Ist der Gegner **verpflichtet, den Rechtsuchenden die Kosten der Wahrnehmung ihrer Rechte zu ersetzen** – etwa weil er sich in Verzug befand –, hat er die **Vergütung nach den allgemeinen Vorschriften** zu zahlen; dieser Anspruch **geht auf die Beratungsperson über** (§ 9 BerHG). Der Anwalt rechnet in diesem Fall also **nicht** die niedrigen Beratungshilfegebühren gegenüber dem Gegner ab, sondern die reguläre Vergütung nach dem RVG.

## Rechtsbehelf und Aufhebung (§§ 6a, 7, 8a BerHG)

**Rechtsbehelf (§ 7 BerHG):** Gegen die Entscheidung, durch die der Antrag auf Beratungshilfe **zurückgewiesen** wird, sowie gegen die Aufhebung der Bewilligung findet **nur die Erinnerung** statt. Eine Beschwerde ist damit ausgeschlossen.

**Aufhebung (§ 6a BerHG):** Das Gericht kann die Bewilligung **von Amts wegen aufheben**, wenn die Voraussetzungen für die Gewährung im Zeitpunkt der Bewilligung **nicht vorlagen** und seit der Bewilligung **nicht mehr als ein Jahr** vergangen ist. Die **Beratungsperson** kann die Aufhebung beantragen, wenn die Rechtsuchenden **durch die Beratung oder Vertretung etwas erlangt** haben – etwa eine ausgezahlte Nachforderung.

**Folge der Aufhebung (§ 8a BerHG):** Nach der Aufhebung kann die Beratungsperson die Vergütung **nach den allgemeinen Vorschriften** – also nach dem regulären RVG-Satz – von den Rechtsuchenden verlangen.

## Bremen, Hamburg, Berlin: die Länderklauseln (§ 12 BerHG)

**§ 12 BerHG** enthält drei Sonderregeln:

- In **Bremen** und **Hamburg** tritt die dort eingerichtete **öffentliche Rechtsberatung** an die Stelle der Beratungshilfe nach dem BerHG, soweit Landesrecht nichts anderes bestimmt.
- In **Berlin** haben Rechtsuchende die **Wahl** zwischen der dort eingerichteten öffentlichen Rechtsberatung und der Beratungshilfe nach dem BerHG.
- Die Länder können durch Gesetz die **ausschließliche Zuständigkeit von Beratungsstellen** nach § 3 Abs. 1 BerHG bestimmen.

Bei grenzüberschreitenden Streitsachen innerhalb der EU gelten zusätzlich **§ 10 BerHG** (Verweis auf § 1077 ZPO) und **§ 10a BerHG** für Unterhaltssachen.

## Häufige Fehler

- **„Beratungshilfe deckt auch den Prozess ab."** Nein. Beratungshilfe endet an der Gerichtstür. Für das gerichtliche Verfahren ist **Prozesskostenhilfe** nach §§ 114 ff. ZPO gesondert zu beantragen – beim **Prozessgericht**, nicht beim Wohnsitz-Amtsgericht.
- **„Ich kann den Antrag noch Monate später nachreichen."** Falsch. Bei nachträglicher Antragstellung gilt die **Ausschlussfrist von vier Wochen** ab Beginn der Beratungshilfetätigkeit (§ 6 Abs. 2 S. 2 BerHG). Danach ist die Bewilligung ausgeschlossen.
- **„Mit Rechtsschutzversicherung bekomme ich trotzdem Beratungshilfe."** In der Regel nicht: Eine eintrittspflichtige **Rechtsschutzversicherung** ist eine andere zumutbare Hilfemöglichkeit im Sinn des § 1 Abs. 1 Nr. 2 BerHG. Anders liegt es bei der bloßen Aussicht auf **unentgeltliche** Beratung oder ein **Erfolgshonorar** – das ist nach § 1 Abs. 2 S. 2 BerHG **ausdrücklich keine** andere Hilfemöglichkeit.
- **„Die 15 € sind eine Bearbeitungsgebühr des Gerichts."** Nein. Die **Beratungshilfegebühr** nach Nr. 2500 VV RVG steht der **Beratungsperson** zu, nicht dem Gericht – und sie **kann erlassen** werden. Neben ihr dürfen **keine Auslagen** erhoben werden.
- **„In Strafsachen übernimmt die Beratungshilfe auch die Verteidigung."** Nein. In Angelegenheiten des Straf- und Ordnungswidrigkeitenrechts wird nach § 2 Abs. 2 S. 2 BerHG **ausschließlich Beratung** gewährt, keine Vertretung.
- **„Einmal bewilligt ist endgültig."** Nicht ganz: Lagen die Voraussetzungen nicht vor, kann das Gericht die Bewilligung binnen **eines Jahres von Amts wegen aufheben** (§ 6a BerHG) – dann gilt der reguläre RVG-Satz (§ 8a BerHG).

## Siehe auch

- [Prozesskostenhilfe (§§ 114 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/prozesskostenhilfe-114-zpo.html)
- [Gerichtskosten & Streitwert im Zivilprozess (GKG)](https://nexvyra.de/fakten/gerichtskosten-streitwert-gkg.html)
- [Inkassokosten – zulässige Höhe (RDGEG, RVG)](https://nexvyra.de/fakten/inkassokosten-hoehe-rdgeg.html)
- [Informationspflichten von Inkassodienstleistern (§ 13a RDG)](https://nexvyra.de/fakten/inkasso-informationspflichten-13a-rdg.html)
- [Klageerhebung im Zivilprozess (§§ 253 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/klageerhebung-zivilprozess-253-zpo.html)
- [Gerichtliches Mahnverfahren (§§ 688 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/gerichtliches-mahnverfahren-688-zpo.html)

## Quellen

- § 1 BerHG – Voraussetzungen (Bedürftigkeit, keine andere Hilfemöglichkeit, keine Mutwilligkeit; Maßstab PKH ohne eigenen Beitrag): https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__1.html
- § 2 BerHG – Gegenstand der Beratungshilfe (Beratung und Vertretung; nur Beratung in Straf-/OWi-Sachen): https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__2.html
- § 3 BerHG – Gewährung von Beratungshilfe (Beratungspersonen, Beratungsstellen, Amtsgericht): https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__3.html
- § 4 BerHG – Verfahren (Zuständigkeit, Form, Erklärung und Versicherung, Glaubhaftmachung): https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__4.html
- § 6 BerHG – Berechtigungsschein; nachträglicher Antrag binnen vier Wochen: https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__6.html
- § 6a BerHG – Aufhebung der Bewilligung: https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__6a.html
- § 7 BerHG – Rechtsbehelf (nur Erinnerung): https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__7.html
- § 8 BerHG – Vergütung (keine Vergütung von den Rechtsuchenden außer der Beratungshilfegebühr): https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__8.html
- § 8a BerHG – Folgen der Aufhebung der Bewilligung: https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__8a.html
- § 9 BerHG – Kostenersatz durch den Gegner (Übergang des Anspruchs auf die Beratungsperson): https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__9.html
- § 12 BerHG – Länderklauseln (Bremen, Hamburg, Berlin): https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/__12.html
- BerHG – Gesamtfassung (Gesetz über Rechtsberatung und Vertretung für Bürger mit geringem Einkommen): https://www.gesetze-im-internet.de/berathig/BJNR006890980.html
- BerHFV – Verordnung zur Verwendung von Formularen im Bereich der Beratungshilfe (amtliche Antragsformulare): https://www.gesetze-im-internet.de/berhfv/BJNR000200014.html
- § 44 RVG – Vergütungsanspruch bei Beratungshilfe (Landeskasse; Beratungshilfegebühr schuldet nur der Rechtsuchende): https://www.gesetze-im-internet.de/rvg/__44.html
- Anlage 1 zu § 2 Abs. 2 RVG – Vergütungsverzeichnis, Abschnitt 5 „Beratungshilfe" (Nrn. 2500–2508): https://www.gesetze-im-internet.de/rvg/anlage_1.html
- § 115 ZPO – Einsatz von Einkommen und Vermögen (Maßstab der wirtschaftlichen Voraussetzungen über § 1 Abs. 2 BerHG): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__115.html
- PKHB 2026 – Prozesskostenhilfebekanntmachung 2026 (Freibeträge ab 01.01.2026): https://www.gesetze-im-internet.de/pkhb_2026/BJNR1680A0025.html
- § 4 BerHG (dejure.org, Wortlaut, Fassung seit 19.07.2024): https://dejure.org/gesetze/BerHG/4.html
- § 6 BerHG (dejure.org, Wortlaut, Fassung seit 01.08.2021): https://dejure.org/gesetze/BerHG/6.html
- Anlage 1 RVG (dejure.org, Vergütungsverzeichnis Abschnitt 5, Beträge in der Fassung seit 01.06.2025): https://dejure.org/gesetze/RVG/Anlage_1.html

## Änderungsverlauf

- 2026-08-19: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Wortlaut der §§ 1–4, 6, 6a, 7, 8, 8a, 9, 12 BerHG sowie § 44 RVG gegen gesetze-im-internet.de geprüft (Provenance über WebSearch mit allowed_domains gesetze-im-internet.de, ergänzend dejure.org-Volltext für §§ 4 und 6 BerHG). Gebührenbeträge Nrn. 2500–2508 VV RVG aus Anlage 1 RVG in der Fassung seit 01.06.2025 (KostBRÄG 2025) übernommen. Frontmatter gesetzt (legal_status=in_force, authority_level=A, factcheck_status=ok), Wikidata-Q-IDs Q2660607/Q28134092/Q1753421 auf wikidata.org verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-08-19
- Status: aktuell (geltendes Recht; BerHG i. d. F. vom 15.07.2024, VV RVG Abschnitt 5 i. d. F. seit 01.06.2025, PKH-Freibeträge nach PKHB 2026)
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
