{
    "slug": "bestimmungsvermaechtnis-wahlvermaechtnis-2151-2156-bgb",
    "titre": "Bestimmungs-, Wahl-, Gattungs- und Zweckvermächtnis (§§ 2151–2156 BGB) – wer das Vermächtnis konkretisieren darf, Fristen und gerichtliche Kontrolle",
    "domaine": "erbrecht",
    "statut_juridique": "in_force",
    "niveau_autorite": "A",
    "description": "Der Erblasser muss beim Vermächtnis nicht alles selbst festlegen. Die §§ 2151–2156 BGB erlauben, dass der Beschwerte (im Zweifel der Erbe) oder ein Dritter…",
    "resume_court": "Der Erblasser muss beim **Vermächtnis** nicht alles selbst festlegen. Die §§ 2151–2156 BGB erlauben, dass der **Beschwerte** (im Zweifel der Erbe) oder ein **Dritter** das Vermächtnis konkretisiert. Das Gesetz kennt mehrere Varianten: das **Bestimmungsvermächtnis** (wer von mehreren Bedachten erhält es, § 2151 BGB), das **Anteilsvermächtnis** (was erhält jeder, § 2153 BGB), das **Wahlvermächtnis** (welcher von mehreren Gegenständen, § 2154 BGB), das **Gattungsvermächtnis** (Sache nur der Gattung nach, § 2155 BGB) und das **Zweckvermächtnis** (Leistung nach billigem Ermessen, § 2156 BGB). Das ist eine **gesetzlich geregelte Ausnahme** vom Verbot des § 2065 Abs. 2 BGB, wonach der Erblasser weder die **Person des Bedachten** noch den **Gegenstand der Zuwendung** einem anderen überlassen darf. Fehlt die Bestimmung, greifen **Auffangregeln**: Die Bedachten werden etwa **Gesamtgläubiger** (§ 2151 Abs. 3 Satz 1 BGB), oder das Wahlrecht fällt an den **Beschwerten** (§ 2154 Abs. 2 BGB). Das **Nachlassgericht** kann auf Antrag eine **Frist** zur Erklärung setzen (§ 2151 Abs. 3 Satz 2 BGB).",
    "faits": [
        {
            "point": "Verbot der Drittbestimmung",
            "valeur": "Der Erblasser darf Person des Bedachten und Gegenstand der Zuwendung nicht einem anderen überlassen [§ 2065 Abs. 2 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Bestimmungsvermächtnis",
            "valeur": "Beschwerter oder Dritter bestimmt, wer von mehreren Bedachten das Vermächtnis erhält [§ 2151 Abs. 1 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Form der Bestimmung",
            "valeur": "Beschwerter: Erklärung gegenüber dem Bedachten; Dritter: Erklärung gegenüber dem Beschwerten [§ 2151 Abs. 2 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Wahlweise Bedachte",
            "valeur": "Im Zweifel bestimmt der Beschwerte, wer von ihnen das Vermächtnis erhält [§ 2152 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Anteilsvermächtnis",
            "valeur": "Beschwerter oder Dritter bestimmt, was jeder vom vermachten Gegenstand erhält [§ 2153 Abs. 1 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Ausfall der Bestimmung (Anteile)",
            "valeur": "Bedachte sind zu gleichen Teilen berechtigt [§ 2153 Abs. 2 Satz 1 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Ausfall der Bestimmung (Personen)",
            "valeur": "Bedachte sind Gesamtgläubiger [§ 2151 Abs. 3 Satz 1 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Fristsetzung",
            "valeur": "Nachlassgericht setzt auf Antrag eines Beteiligten eine Frist; nach Fristablauf ohne Erklärung gilt die Ausfallregel [§ 2151 Abs. 3 Satz 2 BGB, § 2153 Abs. 2 Satz 2 BGB, § 2154 Abs. 2 Satz 2 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Wahlvermächtnis",
            "valeur": "Bedachter erhält nur einen von mehreren Gegenständen; Wahl durch Dritten erfolgt gegenüber dem Beschwerten [§ 2154 Abs. 1 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Ausfall des Dritten (Wahl)",
            "valeur": "Das Wahlrecht geht auf den Beschwerten über [§ 2154 Abs. 2 Satz 1 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Gattungsvermächtnis",
            "valeur": "Zu leisten ist eine Sache, die den Verhältnissen des Bedachten entspricht [§ 2155 Abs. 1 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Offenbar unpassende Bestimmung",
            "valeur": "Beschwerter leistet, als hätte der Erblasser nichts bestimmt [§ 2155 Abs. 3 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Zweckvermächtnis",
            "valeur": "Zweck vom Erblasser bestimmt, Leistung nach billigem Ermessen des Beschwerten oder eines Dritten; §§ 315–319 BGB gelten entsprechend [§ 2156 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Gerichtliche Kontrolle",
            "valeur": "Unbillige Bestimmung ist nicht verbindlich, Bestimmung dann durch Urteil [§ 315 Abs. 3 BGB; bei Dritten: § 319 Abs. 1 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Auflage",
            "valeur": "Die §§ 2154–2156 BGB gelten für die Auflage entsprechend [§ 2192 BGB]",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Erbschaftsteuer",
            "valeur": "Erwerb von Todes wegen [§ 3 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG]; Freibeträge 2026: Ehegatte 500.000 €, Kind 400.000 €, Enkel 200.000 € [§ 16 ErbStG]",
            "autorite": "A"
        }
    ],
    "sources": [
        {
            "titre": "§ 2065 BGB – Bestimmung durch Dritte",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2065.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2151 BGB – Bestimmungsrecht des Beschwerten oder eines Dritten bei mehreren Bedachten",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2151.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2152 BGB – Wahlweise Bedachte",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2152.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2153 BGB – Bestimmung der Anteile",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2153.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2154 BGB – Wahlvermächtnis",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2154.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2155 BGB – Gattungsvermächtnis",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2155.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2156 BGB – Zweckvermächtnis",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2156.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 315 BGB – Bestimmung der Leistung durch eine Partei",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__315.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 317 BGB – Bestimmung der Leistung durch einen Dritten",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__317.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 319 BGB – Unwirksamkeit der Bestimmung; Ersetzung",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__319.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 428 BGB – Gesamtgläubiger",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__428.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2192 BGB – Anwendbare Vorschriften (Auflage)",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2192.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2174 BGB – Vermächtnisanspruch",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2174.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2176 BGB – Anfall des Vermächtnisses",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2176.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2307 BGB – Zuwendung eines Vermächtnisses",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2307.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 3 ErbStG – Erwerb von Todes wegen",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__3.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 16 ErbStG – Freibeträge",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html",
            "autorite": "A"
        }
    ],
    "faq": [
        {
            "question": "Was regelt Bestimmungs-, Wahl-, Gattungs- und Zweckvermächtnis (§§ 2151–2156 BGB) – wer das Vermächtnis konkretisieren darf, Fristen und gerichtliche Kontrolle?",
            "reponse": "Der Erblasser muss beim Vermächtnis nicht alles selbst festlegen. Die §§ 2151–2156 BGB erlauben, dass der Beschwerte (im Zweifel der Erbe) oder ein Dritter das Vermächtnis konkretisiert. Das Gesetz kennt mehrere Varianten: das Bestimmungsvermächtnis (wer von mehreren Bedachten erhält es, § 2151 BGB), das Anteilsvermächtnis (was erhält jeder, § 2153 BGB), das Wahlvermächtnis (welcher von mehreren Gegenständen, § 2154…"
        },
        {
            "question": "Für wen gilt Bestimmungs-, Wahl-, Gattungs- und Zweckvermächtnis (§§ 2151–2156 BGB)?",
            "reponse": "Die Vorschriften gelten für Vermächtnisse (§§ 2147 ff. BGB) in Testament und Erbvertrag. Sie ergänzen den Grundsatz, dass der Erblasser seine Verfügung selbst treffen muss (§ 2065 BGB). Den Rahmen, innerhalb dessen ein anderer entscheiden darf, muss der Erblasser selbst festlegen: etwa den Kreis der möglichen Bedachten, die zur Wahl stehenden Gegenstände oder den Zweck."
        },
        {
            "question": "Welche häufigen Fehler gibt es bei Bestimmungs-, Wahl-, Gattungs- und Zweckvermächtnis (§§ 2151–2156 BGB)?",
            "reponse": "„Mein Testamentsvollstrecker oder Bruder darf frei entscheiden, wer erbt.\u0022 Falsch. Bei der Erbeinsetzung ist die Drittbestimmung unzulässig (§ 2065 Abs. 2 BGB). Nur beim Vermächtnis gelten die Ausnahmen der §§ 2151–2156 BGB, und auch dort muss der Erblasser den Rahmen vorgeben. „Wenn niemand bestimmt, ist das Vermächtnis unwirksam.\u0022 Falsch."
        },
        {
            "question": "Wie sieht ein Praxisbeispiel für Bestimmungs-, Wahl-, Gattungs- und Zweckvermächtnis (§§ 2151–2156 BGB) aus?",
            "reponse": "Erblasser E vermacht „einem meiner drei Enkel, den meine Tochter T auswählt, mein Ferienhaus\u0022. T ist Alleinerbin und damit Beschwerte. Sie erklärt gegenüber Enkel A, dass er das Haus erhalten soll (§ 2151 Abs. 2 BGB). Damit ist A allein Vermächtnisnehmer, die beiden anderen Enkel gehen leer aus."
        }
    ],
    "wikidata": [],
    "valid_from": "1900-01-01",
    "valid_to": null,
    "derniere_revision": "2026-10-18",
    "derniere_verification": "2026-10-18",
    "statut_factcheck": "ok",
    "url": "https://nexvyra.de/fakten/bestimmungsvermaechtnis-wahlvermaechtnis-2151-2156-bgb"
}