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title: § 559f BGB – Mieterhöhung nach Einbau einer Wärmepumpe: Nachweis der Jahresarbeitszahl 2,5 (Stand 2026)
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# § 559f BGB – Mieterhöhung nach Einbau einer Wärmepumpe: Nachweis der Jahresarbeitszahl 2,5 (Stand 2026)

## Kurzantwort

Baut ein Vermieter in eine vermietete Wohnung eine **Wärmepumpe** ein, darf er die
Modernisierungskosten **nur dann in voller Höhe** auf die Miete umlegen, wenn er
**nachweist, dass die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe mindestens 2,5 beträgt**
(§ 559f Abs. 1 Satz 1 BGB). Der Nachweis muss von einem **Fachunternehmer** stammen
und wird **in der Regel vor der Inbetriebnahme** nach der Richtlinie
**VDI 4650 Blatt 1, Berichtigung 2024-08** (oder einem vergleichbaren Verfahren)
ermittelt – **nicht** anhand späterer Betriebswerte (§ 559f Abs. 1 Satz 3 und 4 BGB).

**Fehlt dieser Nachweis, darf der Vermieter der Mieterhöhung nur die Hälfte der für
die Wohnung aufgewendeten Kosten zugrunde legen** (§ 559f Abs. 2 BGB). Die Vorschrift
gilt sowohl für die reguläre Modernisierungsumlage nach § 559 Abs. 1 BGB als auch für
die geförderte Heizungsumlage nach § 559e Abs. 1 BGB.

Der Nachweis ist **entbehrlich**, wenn das Gebäude eine von **vier** alternativen
Voraussetzungen erfüllt (§ 559f Abs. 1 Satz 2 BGB) – im Kern: Baujahr nach 1996,
Wärmeschutzniveau der Wärmeschutzverordnung 1994/95, Sanierung mindestens auf das
Niveau des § 38 GModG oder eine **Vorlauftemperatur von höchstens 55 °C** bei
lokaler Norm-Außentemperatur.

§ 559f BGB ist am **29. Juli 2026** in Kraft getreten und übernimmt inhaltlich die
Regelung des früheren **§ 71o GEG**, die mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)
aus dem Energierecht in das Mietrecht verlagert wurde.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Norm | § 559f BGB – „Mieterhöhung nach Einbau oder Aufstellung einer Wärmepumpe" [dejure.org/gesetze/BGB/559f] |
| In Kraft seit | 29.07.2026 [dejure.org; BGBl. 2026 I Nr. 226] |
| Eingefügt durch | Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes … vom 23.07.2026, BGBl. 2026 I Nr. 226 (verkündet 28.07.2026) [recht.bund.de] |
| Vorgängerregelung | § 71o GEG (mit dem GModG ins BGB verlagert) [BBSR-GModG-Infoportal] |
| Erfasste Maßnahme | Einbau **oder Aufstellung** einer Wärmepumpe [§ 559f Abs. 1 Satz 1 BGB] |
| Betroffene Erhöhungstatbestände | § 559 Abs. 1 BGB (8 %) und § 559e Abs. 1 BGB (10 % bei Förderung) [§ 559f Abs. 1 Satz 1 BGB] |
| Mindest-Jahresarbeitszahl | **2,5** [§ 559f Abs. 1 Satz 1 BGB] |
| Rechtsfolge ohne Nachweis | Nur **50 %** der für die Wohnung aufgewendeten Kosten sind umlagefähig [§ 559f Abs. 2 BGB] |
| Wer erbringt den Nachweis | **Fachunternehmer** [§ 559f Abs. 1 Satz 3 BGB] |
| Ermittlungsverfahren | **VDI 4650 Blatt 1, Berichtigung 2024-08** oder vergleichbares Verfahren [§ 559f Abs. 1 Satz 4 BGB] |
| Zeitpunkt der Ermittlung | in der Regel **vor Inbetriebnahme**, ausdrücklich **nicht** anhand von Betriebswerten [§ 559f Abs. 1 Satz 4 BGB] |
| Ausnahme 1 – Baujahr | Gebäude **nach 1996** errichtet [§ 559f Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BGB] |
| Ausnahme 2 – Wärmeschutz | Errichtung mindestens nach der Wärmeschutzverordnung vom 16.08.1994 (BGBl. I S. 2121) in der bis 31.01.2002 geltenden Fassung – oder Nachweis eines nicht höheren Jahres-Heizwärmebedarfs [§ 559f Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BGB] |
| Ausnahme 3 – Sanierung | Gebäude entspricht nach Sanierung mindestens den Anforderungen des **§ 38 GModG** [§ 559f Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 BGB] |
| Ausnahme 4 – Vorlauftemperatur | Beheizbarkeit mit **höchstens 55 °C** Vorlauftemperatur bei lokaler Norm-Außentemperatur [§ 559f Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 BGB] |
| Kappungsgrenze Heizungsumlage (unberührt) | max. **0,50 €/m²** Wohnfläche in sechs Jahren [§ 559 Abs. 3a Satz 3, § 559e Abs. 3 BGB] |

## Geltungsbereich

§ 559f BGB gilt für **Wohnraummietverhältnisse**. Er greift immer dann, wenn der
Vermieter eine **Wärmepumpe einbaut oder aufstellt** und daraus eine Mieterhöhung
ableiten will – gleichgültig, ob er die reguläre Modernisierungsumlage nach
§ 559 Abs. 1 BGB (8 % der aufgewendeten Kosten) oder die Sonderumlage für geförderte
Heizungen nach § 559e Abs. 1 BGB (10 % nach Abzug der Drittmittel) geltend macht.
Über § 549 Abs. 1 BGB erstreckt sich die Vorschrift auf die allgemeinen
Wohnraummietverhältnisse.

Die Norm ist eine **Deckelungsregel für die Bemessungsgrundlage**, kein eigener
Erhöhungstatbestand: Sie ändert nichts an den formalen Anforderungen der
Modernisierungsankündigung (§ 555c BGB), der Erhöhungserklärung in Textform und der
Wirksamkeit ab dem dritten Monat nach Zugang (§ 559b BGB) oder an den Kappungsgrenzen
des § 559 Abs. 3a BGB – insbesondere nicht an der besonderen Grenze von **0,50 €/m²
in sechs Jahren** für Heizungsmaßnahmen. Details dazu auf der Seite
[Modernisierungsumlage nach § 559 BGB](/fakten/modernisierungsumlage-559-bgb.html).

Für **Gas- und Ölheizungen** nach § 43 GModG gelten stattdessen eigene
Mieterschutzregeln: der Wegfall des 15-%-Pauschalabzugs in § 559e Abs. 2 Satz 2 BGB
sowie die hälftige Aufteilung von Netzentgelten, CO2-Kosten und Bio-Brennstoffanteil
nach §§ 5a ff. CO2KostAufG – siehe
[Mieterschutz bei neuer Gas- oder Ölheizung](/fakten/mieterschutz-gas-oelheizung-co2kostaufg-5a.html).

## Wie der Nachweis funktioniert

Die **Jahresarbeitszahl** beschreibt das Verhältnis der über ein Jahr abgegebenen
Nutzwärme zur dafür eingesetzten Antriebsenergie. Eine JAZ von 2,5 bedeutet: Aus einer
Kilowattstunde Strom werden 2,5 Kilowattstunden Wärme. Der Gesetzgeber knüpft die volle
Umlagefähigkeit an diesen Wert, weil eine ineffizient betriebene Wärmepumpe die
Betriebskosten des Mieters stärker erhöhen kann als die Modernisierung ihm nützt.

Maßgeblich ist ausdrücklich eine **Prognoserechnung**, nicht die spätere Messung:
§ 559f Abs. 1 Satz 4 BGB verweist auf **VDI 4650 Blatt 1 in der Berichtigung 2024-08**
und stellt klar, dass die Ermittlung „in der Regel vor der Inbetriebnahme der Anlage
und nicht anhand von den Werten im Betrieb" erfolgt. Ein „vergleichbares Verfahren"
ist zulässig. Aussteller muss ein **Fachunternehmer** sein (§ 559f Abs. 1 Satz 3 BGB);
eine Eigenerklärung des Vermieters genügt nicht.

Erfüllt das Gebäude eine der vier Ausnahmen des § 559f Abs. 1 Satz 2 BGB, entfällt die
Nachweispflicht vollständig. Praktisch am einfachsten zu belegen ist meist
**Nr. 1 (Errichtung nach 1996)** über die Bauakte oder den Energieausweis; bei Altbauten
ist **Nr. 4 (Vorlauftemperatur ≤ 55 °C bei lokaler Norm-Außentemperatur)** der
gängige Weg, der ohnehin eine raumweise Heizlastberechnung und einen hydraulischen
Abgleich voraussetzt – siehe
[Pflicht zum hydraulischen Abgleich](/fakten/hydraulischer-abgleich-pflicht.html).

## Rechenbeispiel

Für eine **70-m²-Wohnung** entfallen auf den Wärmepumpeneinbau nach Abzug des
Erhaltungsanteils (§ 559 Abs. 2 BGB) **8.000 €** umlagefähige Kosten. Der Vermieter
rechnet ohne Förderung nach § 559 Abs. 1 BGB mit 8 %. Die Kappungsgrenze für
Heizungsmaßnahmen beträgt 0,50 €/m² × 70 m² = **35 €/Monat** (§ 559 Abs. 3a Satz 3 BGB).

- **Mit JAZ-Nachweis (≥ 2,5):** 8 % von 8.000 € = 640 €/Jahr = **53,33 €/Monat**.
  Die Kappungsgrenze greift, zulässig sind **35,00 €/Monat**.
- **Ohne JAZ-Nachweis:** Bemessungsgrundlage nur 50 % = 4.000 € (§ 559f Abs. 2 BGB).
  8 % davon = 320 €/Jahr = **26,67 €/Monat**. Die Kappungsgrenze greift hier nicht;
  zulässig sind **26,67 €/Monat**.

Das Beispiel zeigt zweierlei: Bei hoher Investitionssumme je Quadratmeter wirkt oft
schon die 0,50-€-Kappung, sodass der fehlende Nachweis sich gar nicht auswirkt. Erst
unterhalb dieser Schwelle schlägt die Halbierung nach § 559f Abs. 2 BGB voll durch.
Die Zahlen illustrieren die Rechenlogik und sind keine Erfahrungswerte.

**Ungeklärt:** Wird zusätzlich nach § 559e Abs. 1 BGB gerechnet, ist die Reihenfolge von
Halbierung (§ 559f Abs. 2 BGB), Drittmittelabzug (§ 559a BGB) und 15-%-Erhaltungspauschale
(§ 559e Abs. 2 Satz 1 BGB) im Gesetzeswortlaut nicht ausdrücklich geregelt; hierzu liegt
noch keine Rechtsprechung vor.

## Häufige Fehler und Missverständnisse

- **„Ohne JAZ-Nachweis ist die Mieterhöhung unwirksam."** Nein. § 559f Abs. 2 BGB
  sperrt die Erhöhung nicht, sondern **halbiert die Bemessungsgrundlage**. Eine
  Erhöhungserklärung, die trotzdem die vollen Kosten ansetzt, ist allerdings insoweit
  überhöht und in Höhe des Überschreitungsbetrags unbegründet.
- **„Die Jahresarbeitszahl wird nach einem Betriebsjahr gemessen."** Falsch.
  § 559f Abs. 1 Satz 4 BGB schließt Betriebswerte ausdrücklich aus und verlangt eine
  Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1 (Berichtigung 2024-08) in der Regel **vor**
  Inbetriebnahme.
- **„Der Vermieter kann den Nachweis selbst ausstellen."** Nein – § 559f Abs. 1 Satz 3
  BGB verlangt einen **Fachunternehmer**.
- **„Die vier Ausnahmen müssen kumulativ vorliegen."** Nein. § 559f Abs. 1 Satz 2 BGB
  ist eine **Alternativenliste**; es genügt **eine** erfüllte Nummer.
- **„§ 559f BGB ersetzt die Kappungsgrenzen."** Nein. Die Grenzen des § 559 Abs. 3a BGB
  – insbesondere die Sondergrenze von 0,50 €/m² in sechs Jahren für Heizungsmaßnahmen –
  gelten unverändert daneben.
- **„Das steht doch in § 71o GEG."** § 71o GEG existiert seit dem 29.07.2026 nicht mehr;
  die Regelung wurde in § 559f BGB überführt – siehe
  [GModG-Paragraphen-Konkordanz](/fakten/gmodg-paragraphen-konkordanz.html).
- **„Die Regel gilt auch für Gewerberaum."** § 559f BGB steht im Untertitel
  „Mietverhältnisse über Wohnraum" und gilt für **Wohnraum**; auf Gewerbemietverträge
  ist er nicht anwendbar.

## Offene Punkte / Vorbehalt

- Der **Wortlaut** des § 559f BGB wurde aus der Normdatenbank von **dejure.org**
  entnommen (Fassung „eingefügt durch das Gesetz … vom 23.07.2026, BGBl. I Nr. 226,
  in Kraft getreten am 29.07.2026") und inhaltlich gegen die amtliche Darstellung des
  **BBSR-GModG-Infoportals** abgeglichen. Beide Quellen stimmen in allen Kernwerten
  überein (JAZ 2,5; vier Ausnahmen; Halbierung ohne Nachweis; Fachunternehmer).
  Die Einzelnorm-Lesefassung auf **gesetze-im-internet.de** war beim Aufbau dieser
  Seite noch nicht als eigenständige Seite abrufbar (vgl. den entsprechenden Vorbehalt
  auf der Konkordanz-Seite vom 18.08.2026); der amtliche Volltext ist bei nächster
  Gelegenheit nachzuziehen. Deshalb `factcheck_status=review_needed`.
- Der Inhalt des in § 559f Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 BGB in Bezug genommenen **§ 38 GModG**
  (nach der Verschiebung der §§ 46 bis 51 GEG in die §§ 34 bis 39 GModG die
  Nachfolgevorschrift des früheren § 50 GEG, „140-Prozent-Regel") ist hier **nicht**
  am amtlichen Volltext verifiziert, sondern aus der BBSR-Konkordanz und
  Sekundärquellen abgeleitet. Die konkreten Anforderungswerte des § 38 GModG sollten
  vor einer Detailaussage separat belegt werden.
- Zu § 559f BGB liegt naturgemäß **noch keine Rechtsprechung** vor. Die bei dejure.org
  unter der Norm gelisteten Entscheidungen betreffen ältere Fassungen benachbarter
  Vorschriften und sind für § 559f BGB **nicht** einschlägig; sie werden hier bewusst
  nicht zitiert.

## Quellen

- § 559f BGB – Mieterhöhung nach Einbau oder Aufstellung einer Wärmepumpe, Volltext mit
  Fassungsnachweis (Autorität B, Normdatenbank): https://dejure.org/gesetze/BGB/559f.html
- § 559e BGB – Mieterhöhung nach Einbau oder Aufstellung einer Heizungsanlage
  (Bezugsnorm, Fassung ab 29.07.2026): https://dejure.org/gesetze/BGB/559e.html
- § 559 BGB – Mieterhöhung nach Modernisierungsmaßnahmen (Kappungsgrenzen):
  https://dejure.org/gesetze/BGB/559.html
- BBSR / Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, GModG-Infoportal, „Regelungen zum
  Mieterschutz" – Bedingungen für die Mieterhöhung beim Wärmepumpeneinbau
  (Autorität A, amtliches Infoportal):
  https://www.gmodg.bund.de/GEGPortal/DE/ErgaenzendeRegelungen/Mieterschutz/Mieterschutz-node.html
- BBSR, GModG-Infoportal, „Neuregelungen mit dem GModG" – Verlagerung des § 71o GEG in
  § 559f BGB, Inkrafttretensstufen:
  https://www.gmodg.bund.de/GEGPortal/DE/GEGRegelungen/GModG_neu/GModG_neu-node.html
- Verkündung des Änderungsgesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226 vom 28.07.2026
  (Ausfertigung 23.07.2026), mit Regelungstext-PDF (Autorität A):
  https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html
- Nichtamtliche Lesefassung des GModG (für § 38 und § 43 GModG, Autorität A):
  https://www.gesetze-im-internet.de/geg/index.html

## Änderungsverlauf

- 2026-08-21: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Normwortlaut des § 559f BGB
  (Jahresarbeitszahl 2,5, vier Ausnahmetatbestände, Nachweis durch Fachunternehmer,
  VDI 4650 Blatt 1 Berichtigung 2024-08, Halbierung der Bemessungsgrundlage nach
  Abs. 2) gegen dejure.org und die amtliche Darstellung des BBSR-GModG-Infoportals
  abgeglichen; Inkrafttreten 29.07.2026 und Fundstelle BGBl. 2026 I Nr. 226 gegen
  recht.bund.de belegt. factcheck_status=review_needed, weil die Einzelnorm-Lesefassung
  auf gesetze-im-internet.de noch nicht abrufbar war und der Inhalt des in Bezug
  genommenen § 38 GModG nicht am amtlichen Volltext verifiziert ist. |
  change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published"
  reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-08-21
- Gültig ab: 2026-07-29 (Inkrafttreten des § 559f BGB, Artikel 5 des Änderungsgesetzes)
- Gültig bis: offen
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (BBSR-GModG-Infoportal, Bundesgesetzblatt) ergänzt um die
  Normdatenbank dejure.org für den Volltext
- Lizenz: CC BY 4.0
- Hinweis: factcheck_status=review_needed – siehe Abschnitt „Offene Punkte / Vorbehalt".
