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title: Dachbodendämmung – Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke (GEG § 47)
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# Dachbodendämmung – Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke (GEG § 47)

## Kurzantwort

Nach § 47 Abs. 1 GEG müssen oberste Geschossdecken beheizter Gebäude so gedämmt sein, dass der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) höchstens **0,24 W/(m²·K)** beträgt – es sei denn, die Decke erfüllt bereits den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02. Die Pflicht gilt als erfüllt, wenn **statt der Decke das darüberliegende Dach** entsprechend gedämmt ist. Für **selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser**, in denen der Eigentümer am 1. Februar 2002 bereits wohnte, greift die Pflicht erst bei einem **Eigentümerwechsel** – dann innerhalb von **zwei Jahren** ab dem ersten Eigentumsübergang. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld bis zu **50.000 €** geahndet werden (§ 108 GEG).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 47 Abs. 1 GEG [gesetze-im-internet.de/geg/__47.html] |
| Höchstwert U-Wert oberste Geschossdecke | 0,24 W/(m²·K) [§ 47 Abs. 1 S. 1 GEG] |
| Ausnahme bei bestehendem Wärmeschutz | Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 erfüllt [§ 47 Abs. 1 S. 1 GEG] |
| Alternative | Dämmung des darüberliegenden Dachs statt der Decke [§ 47 Abs. 1 S. 2 GEG] |
| Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit (Regelfall) | 0,035 W/(m·K) bei begrenzter Dämmschichtdicke [§ 47 Abs. 2 S. 1 GEG] |
| Bemessungswert bei Einblas-/Naturdämmstoffen | 0,045 W/(m·K) [§ 47 Abs. 2 S. 2 GEG] |
| Schutzklausel selbstgenutzte 1–2-Familienhäuser | Pflicht erst bei Eigentümerwechsel nach 1.2.2002 [§ 47 Abs. 3 S. 1 GEG] |
| Frist bei Eigentümerwechsel | 2 Jahre ab erstem Eigentumsübergang nach 1.2.2002 [§ 47 Abs. 3 S. 2 GEG] |
| Wirtschaftlichkeitsausnahme | keine Pflicht, wenn Kosten nicht in angemessener Frist erwirtschaftet [§ 47 Abs. 4 GEG] |
| Sanktion | Bußgeld bis 50.000 € [§ 108 Abs. 1 Nr. 2 i.V.m. Abs. 2 Nr. 1 GEG] |

## Geltungsbereich

Betroffen sind Eigentümer von **Wohngebäuden** sowie von **Nichtwohngebäuden**, die nach ihrer Zweckbestimmung jährlich mindestens vier Monate auf Innentemperaturen von mindestens 19 °C beheizt werden (§ 47 Abs. 1 S. 1 GEG). Gemeint ist die **oberste Geschossdecke**, die einen beheizten Bereich nach oben gegen einen unbeheizten Dachraum abgrenzt (typischer Fall: nicht ausgebauter, kalter Spitzboden über der obersten Wohnebene).

Die Pflicht besteht **nur**, wenn die vorhandene Decke den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 **nicht** erfüllt. Ist die Decke bereits ausreichend gedämmt oder erfüllt sie diesen Mindeststandard, ist keine Nachrüstung erforderlich. Ebenso entfällt die Pflicht für die Decke, wenn stattdessen das **darüberliegende Dach** so gedämmt ist, dass es den Anforderungen genügt (§ 47 Abs. 1 S. 2 GEG) – wer ohnehin das Dach dämmt oder ein gedämmtes Dach hat, muss die Geschossdecke nicht zusätzlich dämmen.

## So wird die Pflicht technisch erfüllt (§ 47 Abs. 2)

Wird bei begrenzter Bauhöhe – etwa bei Dämmung in Deckenzwischenräumen – die mögliche Dämmschichtdicke aus technischen Gründen eingeschränkt, gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die **höchstmögliche Dämmschichtdicke** nach anerkannten Regeln der Technik eingebaut wird. Dabei ist ein Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von **0,035 W/(m·K)** einzuhalten. Werden Dämmstoffe in Hohlräume **eingeblasen** oder **nachwachsende Rohstoffe** verwendet, gilt ein Bemessungswert von **0,045 W/(m·K)**. Die gleiche Erleichterung gilt sinngemäß, wenn das Dach als Zwischensparrendämmung ausgeführt wird und die Dämmdicke durch die innenseitige Bekleidung oder die Sparrenhöhe begrenzt ist.

## Ausnahmen

- **Schutzklausel für Selbstnutzer (§ 47 Abs. 3 GEG):** Bei einem Wohngebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer am 1. Februar 2002 eine selbst bewohnt hat, muss die Pflicht erst der **neue Eigentümer** nach einem Eigentümerwechsel nach dem 1.2.2002 erfüllen – dann binnen **zwei Jahren** ab dem ersten Eigentumsübergang.
- **Wirtschaftlichkeitsausnahme (§ 47 Abs. 4 GEG):** Bei selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern entfällt die Pflicht, soweit sich die erforderlichen Aufwendungen nicht innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaften lassen.
- **Bereits ausreichender Wärmeschutz:** Erfüllt die Decke schon den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 oder ist das Dach gedämmt, besteht keine Nachrüstpflicht.

## Häufige Fehler / Missverständnisse

- **„Die Frist beginnt mit dem Einzug."** Nein – maßgeblich ist der **Eigentumsübergang** (Grundbuch), nicht der Einzug. Die Zwei-Jahres-Frist läuft ab dem ersten Eigentumsübergang nach dem 1.2.2002 (§ 47 Abs. 3 S. 2 GEG).
- **„Ich muss immer die Decke dämmen."** Nein – die Dämmung des darüberliegenden **Dachs** erfüllt die Pflicht ebenso (§ 47 Abs. 1 S. 2 GEG).
- **„Der U-Wert 0,24 muss immer erreicht werden."** Bei baulich begrenzter Dämmdicke genügt die höchstmögliche Dämmschichtdicke mit dem vorgegebenen Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit (§ 47 Abs. 2 GEG).
- **„Selbstnutzer sind dauerhaft befreit."** Die Befreiung endet mit dem Eigentümerwechsel; danach gilt für den Erwerber die Zwei-Jahres-Frist.

## Verwandtes Thema

Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist eine von mehreren Nachrüstpflichten beim Eigentümerwechsel. Rohrleitungsdämmung und der Austausch alter Heizkessel sind gesondert geregelt – siehe die Übersichtsseite [GEG § 47 – Nachrüstpflichten bei Eigentümerwechsel](/fakten/geg-47-nachruestpflicht.html).

## Quellen

- § 47 GEG (Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes) im Volltext: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__47.html
- § 108 GEG (Bußgeldvorschriften): https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__108.html
- BBSR GEG-Infoportal – Nachträgliche Dämmpflicht bei obersten Geschossdecken: https://www.bbsr-geg.bund.de/GEGPortal/DE/GEGRegelungen/Gebaeudebestand/Nachruestungspflichten/obersteGeschossdecke/OGD-node.html

## Stand

- Stand: 2026-07-07
- Gültig ab: 2024-01-01
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (gesetze-im-internet.de – GEG § 47, § 108)
- Lizenz: CC BY 4.0
