---
title: Digitaler Nachlass (§ 1922 BGB) – Vererbbarkeit von Online-Konten, BGH-Rechtsprechung, Vorsorge
slug: digitaler-nachlass
topic: erbrecht
legal_status: in_force
authority_level: A
valid_from: 2018-07-12
valid_to: null
last_reviewed: 2026-07-06
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/digitaler-nachlass.md
wikidata_subjects: [Q1129552]
factcheck_status: ok
---

# Digitaler Nachlass (§ 1922 BGB) – Vererbbarkeit von Online-Konten, BGH-Rechtsprechung, Vorsorge

## Kurzantwort

Der **digitale Nachlass** – E-Mail-Postfächer, Social-Media-Konten, Cloud-Speicher, Online-Banking, Abos, Kryptowährungen, digitale Fotos – geht **wie das analoge Vermögen** im Wege der **Gesamtrechtsnachfolge auf die Erben über** (§ 1922 BGB). Ein **eigenes „Digitales-Nachlass-Gesetz" existiert nicht**; es gelten die allgemeinen erbrechtlichen Regeln. Der **BGH** hat mit Urteil vom **12.07.2018 (III ZR 183/17)** entschieden, dass auch ein **Social-Media-Nutzungsvertrag vererblich** ist: Die Erben treten in den Vertrag mit dem Plattformbetreiber ein und haben Anspruch auf **Zugang zum vollständigen Konto samt aller Inhalte** – ohne dass **Fernmeldegeheimnis** oder **Datenschutz (DSGVO)** entgegenstehen. Mit **Beschluss vom 27.08.2020 (III ZB 30/20)** stellte der BGH klar: Der Zugang muss **so umfassend sein wie beim Erblasser** (im Konto navigieren, Inhalte lesen) – ein **USB-Stick mit PDF-Export genügt nicht**; nur die **aktive Nutzung** (Posten, Schreiben) bleibt den Erben verwehrt. **Wichtigste Vorsorge:** eine **Vorsorgevollmacht/Vollmacht über den Tod hinaus** (§ 672 BGB, transmortale Vollmacht), eine **aktuelle Liste der Konten** und plattformeigene Nachlasstools (z. B. Facebook-Nachlasskontakt, Googles Kontoinaktivität-Manager).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 1922 BGB (Gesamtrechtsnachfolge) – kein Sondergesetz |
| Was gehört dazu | E-Mail, Social Media, Cloud, Online-Banking, Abos, Domains, Kryptowährungen, digitale Medien |
| Vererbbarkeit Nutzungsvertrag | Ja, geht auf Erben über [BGH III ZR 183/17, 12.07.2018] |
| Zugangsanspruch der Erben | Zugang zum vollständigen Konto samt Kommunikationsinhalten |
| Fernmeldegeheimnis (§ 3 TTDSG) | Steht Erbenzugang **nicht** entgegen (Erbe ist nicht „anderer") |
| Datenschutz (DSGVO) | Kein Hindernis – DSGVO schützt nur lebende Personen (ErwG 27) |
| Umfang des Zugangs | So umfassend wie beim Erblasser [BGH III ZB 30/20, 27.08.2020] |
| Nicht ausreichend | USB-Stick / PDF-Export statt echter Kontozugang |
| Grenze | Keine **aktive Nutzung** (kein Posten/Schreiben) durch Erben |
| Erbnachweis gegenüber Plattform | Erbschein oder eröffnetes Testament/Erbvertrag; oft genügt beglaubigte Kopie |
| Beste Vorsorge | Transmortale Vollmacht + Kontenliste + Zugangsdaten hinterlegen |
| Plattform-Tool Meta/Facebook | Nachlasskontakt oder Konto-Löschung zu Lebzeiten festlegbar |
| Plattform-Tool Google | Kontoinaktivität-Manager (Inactive Account Manager) |
| Passwörter im Testament | **Nicht empfehlenswert** (Testament wird beim Nachlassgericht öffentlich) |
| Zuständigkeit bei Streit | Zivilgerichte (Vertragsanspruch), nicht Nachlassgericht |

## Was zählt zum digitalen Nachlass?

Zum digitalen Nachlass gehören **alle Rechtspositionen und Daten mit Bezug zum digitalen Raum**:

- **Kommunikation:** E-Mail-Konten, Messenger-Verläufe, Social-Media-Profile (Facebook, Instagram, X, LinkedIn, TikTok).
- **Verträge & Abos:** Streaming (Netflix, Spotify), Software-Abos, Partnerbörsen, Cloud-Speicher (Dropbox, iCloud, Google Drive).
- **Vermögenswerte:** Online-Banking, PayPal-Guthaben, Wertpapierdepots, **Kryptowährungen** (Wallets), Guthaben bei Online-Händlern, kostenpflichtige Domains.
- **Digitale Werke:** Fotos, Videos, gekaufte E-Books/Musik (soweit übertragbar), eigene Websites, Blogs, Kundenkonten mit Bonuspunkten.

Rechtlich zerfällt der digitale Nachlass in **Verträge** (gehen nach § 1922 BGB über) und **Daten** (folgen dem Vertrags- bzw. Eigentumsschicksal). Für **höchstpersönliche** Inhalte gibt es keine erbrechtliche Sonderbehandlung – der BGH lehnt eine Aufspaltung in „vermögensrechtliche" und „höchstpersönliche" Kontoinhalte ausdrücklich ab.

## Die BGH-Rechtsprechung im Detail

**BGH, Urteil vom 12.07.2018 – III ZR 183/17 (Facebook I):** Eltern eines 2012 verstorbenen 15-jährigen Mädchens verlangten Zugang zum im „Gedenkzustand" gesperrten Facebook-Konto. Der BGH entschied: Der **Nutzungsvertrag** ging nach § 1922 BGB **auf die Erben über**. Dem stehen weder das **Fernmeldegeheimnis** noch die **DSGVO** entgegen. Kernaussage: **„Digitales" ist nicht anders zu behandeln als „Analoges"** – Erben treten grundsätzlich unbeschränkt in die Rechtsverhältnisse des Erblassers ein, auch gegenüber Diensteanbietern. Ein Vergleich: Auch Tagebücher und private Briefe fallen in den Nachlass.

**BGH, Beschluss vom 27.08.2020 – III ZB 30/20 (Facebook II):** Nach dem ersten Urteil hatte Facebook den Eltern lediglich einen **USB-Stick mit rund 14.000 Seiten PDF-Dateien** (unstrukturierter Datenexport) überlassen. Der BGH bestätigte das **Zwangsgeld** und stellte klar: Der titulierte Zugangsanspruch bedeutet, dass die Erben das Konto **auf dieselbe Art wie die Erblasserin** nutzen können müssen – also **im Konto navigieren und die Inhalte in ihrer Struktur wahrnehmen**. Ausgenommen ist allein die **aktive Nutzung** (kein Posten, kein Versenden neuer Nachrichten). Ein bloßer Daten-Export erfüllt den Anspruch **nicht**.

## Zugang durchsetzen – so gehen Erben vor

1. **Erbenstellung nachweisen.** Gegenüber der Plattform genügt meist ein **Erbschein** (§ 2353 BGB) oder ein **eröffnetes notarielles Testament/Erbvertrag** nebst Eröffnungsprotokoll; häufig reicht eine **beglaubigte Kopie**.
2. **Konten identifizieren.** Ohne Übersicht bleibt vieles unentdeckt. Hilfreich: E-Mail-Postfach des Erblassers (Bestätigungs-/Rechnungsmails offenbaren Dienste), Browser-Lesezeichen, Kontoauszüge (Abo-Abbuchungen).
3. **Betreiber kontaktieren** und unter Verweis auf § 1922 BGB sowie **BGH III ZR 183/17** Zugang bzw. Datenherausgabe verlangen.
4. **Bei Verweigerung: Zivilklage** auf Zugang/Herausgabe (Vertragsanspruch). Zuständig sind die ordentlichen Zivilgerichte, nicht das Nachlassgericht.

## Vorsorge zu Lebzeiten – die wirksamsten Schritte

- **Transmortale Vollmacht** („Vollmacht über den Tod hinaus", § 672 BGB): Der Bevollmächtigte kann sofort handeln, ohne Erbschein abzuwarten. Wichtigstes Einzelinstrument.
- **Kontenliste + Zugangsdaten** getrennt und sicher hinterlegen: Passwort-Manager mit Notfallzugang oder versiegelte Liste beim Vertrauten/Notar. **Nicht ins Testament schreiben** – dieses wird beim Nachlassgericht amtlich verwahrt und eröffnet.
- **Plattform-Nachlasstools nutzen:**
  - **Meta/Facebook & Instagram:** „Nachlasskontakt" bestimmen oder Konto-Löschung nach dem Tod festlegen.
  - **Google:** „Kontoinaktivität-Manager" – legt fest, wer nach längerer Inaktivität Zugriff erhält oder ob das Konto gelöscht wird.
  - **Apple:** „Nachlasskontakt" für die Apple-ID.
- **Anweisungen dokumentieren:** Was soll gelöscht, was aufbewahrt, was weitergeführt werden? Eine formlose Verfügung erleichtert den Erben die Entscheidung.

## Häufige Fehler

- **„Für den digitalen Nachlass gibt es ein eigenes Gesetz."** Falsch – es gilt das allgemeine Erbrecht, insbesondere § 1922 BGB.
- **„Social-Media-Konten sind höchstpersönlich und daher nicht vererblich."** Falsch – der BGH (III ZR 183/17) hat die Vererblichkeit des gesamten Nutzungsvertrags bejaht.
- **„Der Datenschutz verhindert den Zugriff der Erben."** Falsch – die DSGVO schützt nur **lebende** Personen (Erwägungsgrund 27); dem Erbenzugang steht sie nicht entgegen.
- **„Ein Daten-Export/PDF reicht als Zugang."** Falsch – nach BGH III ZB 30/20 müssen Erben **im Konto** navigieren können; ein USB-Stick genügt nicht.
- **„Ich schreibe meine Passwörter ins Testament."** Riskant – das Testament wird amtlich eröffnet; Zugangsdaten gehören in eine separate, sichere Hinterlegung.
- **„Erben dürfen das Konto weiterführen."** Falsch – die **aktive Nutzung** (Posten, Schreiben) ist ausgeschlossen; erlaubt ist nur die Kenntnisnahme.

## Quellen

- § 1922 BGB – Gesamtrechtsnachfolge: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1922.html
- § 672 BGB – Tod oder Geschäftsunfähigkeit des Auftraggebers (transmortale Vollmacht): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__672.html
- § 2353 BGB – Erbschein: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2353.html
- BGH, Urteil vom 12.07.2018 – III ZR 183/17 (Vererblichkeit Facebook-Konto): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.07.2018&Aktenzeichen=III+ZR+183/17
- BGH, Beschluss vom 27.08.2020 – III ZB 30/20 (Umfang des Kontozugangs): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.08.2020&Aktenzeichen=III+ZB+30/20
- BGH-Pressemitteilung Nr. 115/2020 vom 09.09.2020 (III ZB 30/20): https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/2020119.html
- § 3 TTDSG – Fernmeldegeheimnis: https://www.gesetze-im-internet.de/ttdsg/__3.html

## Änderungsverlauf

- 2026-07-06: Erstveröffentlichung durch Erbe-Bot. Kern: Gesamtrechtsnachfolge § 1922 BGB für digitalen Nachlass; kein Sondergesetz. BGH III ZR 183/17 (12.07.2018, Vererblichkeit Facebook-Konto, kein Vorrang von Fernmeldegeheimnis/DSGVO) und BGH III ZB 30/20 (27.08.2020, voller Kontozugang statt PDF-Export, keine aktive Nutzung) via dejure.org-Permalinks. Vorsorge: transmortale Vollmacht § 672 BGB, Kontenliste, Plattform-Nachlasstools. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Nexvyra Erbe-Bot"

## Siehe auch

- [Gesetzliche Erbfolge (§§ 1924 ff. BGB)](/fakten/gesetzliche-erbfolge-1924-bgb.html)
- [Erbschein (§ 2353 BGB)](/fakten/erbschein-2353-bgb.html)
- [Testament – Form und Inhalt (§§ 2247 ff. BGB)](/fakten/testament-form-2247-bgb.html)
- [Vorsorgevollmacht (§ 1820 BGB)](/fakten/vorsorgevollmacht-1820-bgb.html)
- [Erbengemeinschaft (§§ 2032 ff. BGB)](/fakten/erbengemeinschaft-2032-bgb.html)

## Stand

- Stand: 2026-07-06
- Gültig ab: 2018-07-12 (BGH III ZR 183/17)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (BGB, TTDSG, BGH)
- Lizenz: CC BY 4.0
