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title: "DMA Art. 7 (VO 2022/1925) – Interoperabilitätspflicht für Messaging-Dienste: WhatsApp, Messenger & Drittanbieter"
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last_reviewed: "2026-09-23"
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# DMA Art. 7 (VO 2022/1925) – Interoperabilitätspflicht für Messaging-Dienste: WhatsApp, Messenger & Drittanbieter

## Kurzantwort

Nach **Art. 7 Digital Markets Act (DMA, Verordnung (EU) 2022/1925)** müssen als **Gatekeeper benannte Messaging-Dienste** ihre Kernfunktionen für **Drittanbieter-Messenger** öffnen, wenn diese eine Anbindung beantragen. Die Pflicht gilt bislang für die von **Meta** benannten Dienste **WhatsApp** und **Facebook Messenger** (Benennung 06.09.2023) und wird **stufenweise** umgesetzt: **1:1-Text- und Dateiaustausch** zuerst, **Gruppenchats** ab dem zweiten Jahr nach Benennung (06.09.2025), **Sprach- und Videoanrufe** erst ab dem vierten Jahr (06.09.2027). Gatekeeper müssen Anfragen von Drittanbietern **innerhalb von drei Monaten** beantworten und ein technisches „Reference Offer" veröffentlichen; das Sicherheitsniveau (u. a. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung) muss erhalten bleiben. Verstöße kann die **EU-Kommission** mit Bußgeldern bis **10 % des weltweiten Jahresumsatzes** (bei Wiederholung bis 20 %) sowie Zwangsgeldern belegen. Die **tatsächliche Umsetzung** ist Stand der Recherche (September 2026) noch **nicht abgeschlossen**: Erste Drittanbieter wurden laut EU-Kommission mit WhatsApp interoperabel geschaltet, während große Anbieter wie **Signal** und **Threema** eine Anbindung bislang **ablehnen** — dieser Umsetzungsstand verändert sich laufend und sollte vor rechtlicher Verwendung tagesaktuell bei der EU-Kommission geprüft werden.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Art. 7 Verordnung (EU) 2022/1925 (DMA) |
| Regelungsgegenstand | Interoperabilität nummernunabhängiger interpersoneller Kommunikationsdienste (NIICS) |
| DMA in Kraft seit | 02.05.2023 |
| DMA vollständig anwendbar seit | 06.03.2024 |
| Aktuell verpflichtete Dienste | WhatsApp, Facebook Messenger (Meta) |
| Benennung Meta als Gatekeeper | 06.09.2023 |
| Phase 1 – 1:1-Text/Dateiaustausch | 6 Monate nach Benennung (WhatsApp ab 07.03.2024) |
| Phase 2 – Gruppenchats/Dateiaustausch in Gruppen | 2 Jahre nach Benennung (ab 06.09.2025) |
| Phase 3 – Sprach- und Videoanrufe (Einzel & Gruppe) | 4 Jahre nach Benennung (ab 06.09.2027) |
| Antwortfrist auf Interoperabilitäts-Anfrage Dritter | 3 Monate [Art. 7 Abs. 3 DMA] |
| Kosten für anfragenden Drittanbieter | Kostenlos [Art. 7 Abs. 1 DMA] |
| Datenverarbeitung beim Interop-Betrieb | Nur „strikt erforderliche" personenbezogene Daten [Art. 7 Abs. 9 DMA] |
| Teilnahme für Drittanbieter | Freiwillig – kein Zwang zur Anbindung |
| Sanktion Standard | Bis 10 % Weltjahresumsatz [Art. 30 Abs. 1 DMA] |
| Sanktion bei Wiederholung (Rückfall binnen 8 Jahren) | Bis 20 % Weltjahresumsatz [Art. 30 Abs. 2 DMA] |
| Zwangsgeld | Bis 5 % durchschnittlicher Tagesumsatz [Art. 31 DMA] |
| Zuständige Behörde | EU-Kommission (zentral, keine nationale Behörde) |
| Nationales Umsetzungsgesetz | Nicht erforderlich – DMA ist unmittelbar geltende EU-Verordnung |

## Geltungsbereich

Art. 7 DMA verpflichtet **ausschließlich formell benannte Gatekeeper**, deren **Number-Independent Interpersonal Communications Service (NIICS)** — also internetbasierte Messaging-Dienste ohne klassische Rufnummer wie WhatsApp, Messenger oder iMessage — als **Core Platform Service** designiert wurde. Aktuell (Stand der Recherche) betrifft das laut EU-Kommission nur **Meta** mit **WhatsApp** und **Facebook Messenger**; weitere Dienste können durch künftige Gatekeeper-Benennungen hinzukommen. Kein Zwang besteht für die **anfragenden** Drittanbieter (z. B. Signal, Threema, Element/Matrix) — sie können eine Anbindung beantragen, müssen es aber nicht, und mehrere Anbieter haben eine Anbindung aus Datenschutz- oder Sicherheitsgründen öffentlich abgelehnt.

## Detail: Die drei Umsetzungsstufen (Art. 7 Abs. 1–2 DMA)

1. **Stufe 1 – Basisfunktionen (ab Benennung + 6 Monate):** Ende-zu-Ende-verschlüsselter **1:1-Textnachrichtenaustausch** sowie **Teilen von Bildern, Sprachnachrichten und Videos** zwischen zwei Einzelnutzern verschiedener Dienste. Für WhatsApp lag diese erste Frist bei 07.03.2024.
2. **Stufe 2 – Gruppenfunktionen (ab Benennung + 2 Jahre):** **Gruppennachrichten** sowie Dateiaustausch innerhalb von Gruppen und zwischen Gruppen und Einzelpersonen. Für die von Meta benannten Dienste greift diese Stufe ab 06.09.2025.
3. **Stufe 3 – Echtzeitkommunikation (ab Benennung + 4 Jahre):** **Sprach- und Videoanrufe**, sowohl 1:1 als auch in Gruppen. Für Meta greift diese Stufe ab 06.09.2027 und ist damit zum jetzigen Recherchestand noch nicht in Kraft.

Die EU-Kommission kann diese Fristen auf Antrag eines Gatekeepers **verlängern**, wenn dieser nachweist, dass Sicherheits- oder Umsetzungsgründe dies erfordern (Art. 7 Abs. 7 DMA).

## Detail: Verfahren, Sicherheit und Datenschutz

Ein Gatekeeper muss ein **„Reference Offer"** veröffentlichen, das die technischen Spezifikationen für eine Anbindung beschreibt; die europäische Regulierungsbehörde **BEREC** nimmt dazu begutachtende Stellungnahmen ab (z. B. wiederholte BEREC-Opinions zu Metas Reference Offers für WhatsApp, 2024–2025). Der Gatekeeper muss dabei

- **innerhalb von drei Monaten** nach einer formalen Anfrage reagieren (Art. 7 Abs. 3 DMA),
- das bestehende **Sicherheits- und Verschlüsselungsniveau** aufrechterhalten (Art. 7 Abs. 4, 8 DMA) – Interoperabilität darf nicht zu einer Absenkung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung führen,
- personenbezogene Daten nur in dem Umfang verarbeiten, der für die Interoperabilität **strikt erforderlich** ist (Art. 7 Abs. 9 DMA, im Zusammenspiel mit der DSGVO),
- Endnutzern die **freie Entscheidung** überlassen, ob sie interoperable Nachrichten empfangen wollen (Opt-in/Opt-out).

## Detail: Umsetzungsstand (Stand der Recherche, ändert sich laufend)

Nach Angaben der EU-Kommission (DMA-Entwicklerportal) waren bis November 2025 **erste zwei Drittanbieter-Dienste** mit WhatsApp interoperabel geschaltet. Gleichzeitig berichten unabhängige Quellen (u. a. Verbraucherzentrale), dass eine **breite, für Endnutzer sichtbare Interoperabilität** mit WhatsApp Anfang 2026 noch nicht flächendeckend verfügbar war und sich in Beta-/Testphasen befand. **Signal** und **Threema** haben öffentlich erklärt, sich (zumindest vorerst) **nicht** anzubinden. Wegen dieser sich schnell ändernden Sachlage sollte der aktuelle technische Umsetzungsstand vor jeder rechtlicher oder redaktionellen Verwendung direkt beim DMA-Portal der EU-Kommission geprüft werden.

## Häufige Fehler

- **„Interoperabilität gilt für alle Messenger-Apps."** Falsch – Art. 7 DMA verpflichtet nur **formell benannte Gatekeeper-Dienste**; aktuell sind das ausschließlich WhatsApp und Facebook Messenger von Meta.
- **„Signal/Threema müssen sich anbinden."** Falsch – die Pflicht trifft nur den **Gatekeeper**. Drittanbieter können eine Anbindung beantragen, sind dazu aber nicht verpflichtet; mehrere haben abgelehnt.
- **„Gruppenchats und Videoanrufe sind schon interoperabel."** Falsch – nur die **erste Stufe** (1:1-Text/Dateien) ist seit März 2024 verpflichtend; Gruppenchats erst ab September 2025, Sprach-/Videoanrufe erst ab September 2027.
- **„Interoperabilität schwächt die Verschlüsselung."** Nicht per Gesetz – Art. 7 Abs. 4 und 8 DMA verlangen ausdrücklich den **Erhalt des Sicherheitsniveaus** einschließlich Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
- **„Verstöße werden nur von einer deutschen Behörde geahndet."** Falsch – zuständig ist ausschließlich die **EU-Kommission**, nicht das Bundeskartellamt oder eine Landesdatenschutzbehörde.
- **„Deutschland braucht ein Umsetzungsgesetz für den DMA."** Falsch – der DMA ist eine **Verordnung** und damit unmittelbar in allen Mitgliedstaaten anwendbar, ohne nationales Ausführungsgesetz.

## Änderungsverlauf

- 2026-09-23: Erstveröffentlichung als Vertiefungs-Topic zu Art. 7 DMA (Messaging-Interoperabilität), ergänzend zum Überblicks-Topic „dma-gatekeeper-2026". Umsetzungsstand als volatil markiert, factcheck_status=review_needed wegen laufend wechselndem Rollout-Stand bei Drittanbietern. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="EU-Recht-Agent"

## Siehe auch

- [Digital Markets Act (DMA) – Gatekeeper-Pflichten und Nutzerrechte 2026](/fakten/dma-gatekeeper-2026.html)
- [Digital Services Act (DSA) – Plattform-Pflichten und Nutzerrechte 2026](/fakten/dsa-verordnung-plattform-nutzerrechte.html)
- [EU Data Act (VO 2023/2854)](/fakten/eu-data-act-2023-2854.html)

## Stand

- Stand: 2026-09-23
- Gültig ab: 2023-05-02 (Inkrafttreten DMA), Art. 7 gestuft anwendbar 2024–2027
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (EUR-Lex, EU-Kommission)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- Verordnung (EU) 2022/1925 (DMA), Art. 7 und Art. 30 – Volltext EUR-Lex:
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32022R1925
- EU-Kommission – DMA-Portal, Messaging-Interoperabilität:
  https://digital-markets-act.ec.europa.eu/developer-portal/messaging-interoperability_en
- EU-Kommission – DMA-Portal, Fragen & Antworten Interoperabilität:
  https://digital-markets-act.ec.europa.eu/questions-and-answers/interoperability_en
- BEREC – Opinion zu Metas Reference Offers (WhatsApp-Interoperabilität):
  https://www.berec.europa.eu/en/all-documents/berec/opinions/berec-opinion-on-metas-reference-offers-to-facilitate-messenger-and-whatsapp-interoperability-under-article-7-of-the-digital-markets-act
- Verbraucherzentrale – Stand der WhatsApp-Interoperabilität:
  https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/apps-und-software/whatsapp-arbeitet-noch-an-schnittstelle-zu-anderen-messengern-94313

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-23
- Letzte Prüfung: 2026-09-23
- In Kraft seit: 2023-05-02
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
