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title: Disease-Management-Programme (DMP, §§ 137f, 137g SGB V) – Einschreibung, Indikationen und Stand 2026
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# Disease-Management-Programme (DMP, §§ 137f, 137g SGB V) – Einschreibung, Indikationen und Stand 2026

## Kurzantwort

**Disease-Management-Programme (DMP)** sind **strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen**. Ihre Rechtsgrundlage ist **§ 137f SGB V**: Der **Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)** legt nach **§ 137f Abs. 1 Satz 1 SGB V** in Richtlinien fest, **welche chronischen Krankheiten** für ein DMP geeignet sind, und bestimmt nach **§ 137f Abs. 2 SGB V** in der **DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL)** die **inhaltlichen Anforderungen** – von der Behandlung nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft über Schulungen bis zur Dokumentation und Evaluation. Für Versicherte gilt der zentrale Satz des **§ 137f Abs. 3 Satz 1 SGB V**: **„Für die Versicherten ist die Teilnahme an Programmen nach Absatz 1 freiwillig."** Voraussetzung der Einschreibung ist nach **Satz 2** die **nach umfassender Information durch die Krankenkasse erteilte schriftliche oder elektronische Einwilligung**; nach **Satz 3** kann die Einwilligung **jederzeit widerrufen** werden. Ein DMP entsteht aber nicht schon mit der Richtlinie: Die **praktische Umsetzung erfolgt über regionale Verträge** zwischen Krankenkassen und Arztpraxen bzw. Krankenhäusern, die das **Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS)** nach **§ 137g Abs. 1 SGB V** vorab prüfen und **zulassen** muss – **innerhalb von drei Monaten** (§ 137g Abs. 1 Satz 4 SGB V). Deshalb kann es zu **DMP-Anforderungen ohne Einschreibemöglichkeit** kommen. Genau das ist der **Stand 2026**: Nach Angaben des G-BA vom **18.06.2026** bestehen **DMP-Anforderungen zu 12 chronischen Erkrankungen**, **8 Programme sind etabliert** mit **rund 7,9 Millionen eingeschriebenen Versicherten**, während **5 Programme** – Adipositas (Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche), chronische Herzinsuffizienz, chronischer Rückenschmerz und Depressionen – **noch auf regionale Verträge warten**. 2026 hat der G-BA zwei Programme überarbeitet: **Osteoporose** (Beschluss vom **16.04.2026** – Männer künftig **ab 50 statt ab 60 Jahren**) und **chronischer Rückenschmerz** (Beschluss vom **18.06.2026**).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Auswahl der Krankheiten | § 137f Abs. 1 SGB V [gesetze-im-internet.de] |
| Rechtsgrundlage Anforderungen an die Programme | § 137f Abs. 2 SGB V (DMP-Anforderungen-Richtlinie, DMP-A-RL) |
| Rechtsgrundlage Zulassung der Programme | § 137g SGB V (Bundesamt für Soziale Sicherung) |
| Aktuelle Fassung des § 137f SGB V | Digital-Gesetz (DigiG) vom 22.03.2024 (BGBl. 2024 I Nr. 101), **in Kraft seit 26.03.2024** |
| Verfassungsmäßigkeit | §§ 137f, 137g SGB V nach Maßgabe der Entscheidungsformel mit dem GG vereinbar – **BVerfG, Urteil vom 18.07.2005 – 2 BvF 2/01** [amtliche Fußnote zu §§ 137f, 137g SGB V] |
| Wer wählt die Krankheiten aus | **Gemeinsamer Bundesausschuss nach § 91 SGB V**, in Richtlinien [§ 137f Abs. 1 Satz 1 SGB V] |
| Auswahlkriterien (6) | Zahl der betroffenen Versicherten; Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung; Verfügbarkeit evidenzbasierter Leitlinien; **sektorenübergreifender Behandlungsbedarf**; Beeinflussbarkeit des Krankheitsverlaufs durch **Eigeninitiative des Versicherten**; hoher finanzieller Aufwand der Behandlung [§ 137f Abs. 1 Satz 2 Nr. 1–6 SGB V] |
| Gesetzlicher Auftrag Adipositas | Richtlinien **bis zum 31. Juli 2023** zu erlassen [§ 137f Abs. 1 Satz 3 SGB V] |
| Regelungsgegenstände der Richtlinie (6) | Behandlung nach aktuellem Stand der Wissenschaft; Qualitätssicherung; **Voraussetzungen der Einschreibung**; Schulungen von Leistungserbringern **und Versicherten**; Dokumentation einschließlich Aufbewahrungsfristen; **Evaluation** [§ 137f Abs. 2 Satz 2 Nr. 1–6 SGB V] |
| Ärztlicher Behandlungsspielraum | Anforderungen schränken den im Einzelfall erforderlichen **ärztlichen Behandlungsspielraum nicht ein** [§ 137f Abs. 2 Satz 3 SGB V] |
| Überprüfungspflicht | G-BA hat seine Richtlinien **regelmäßig zu überprüfen** [§ 137f Abs. 2 Satz 6 SGB V] |
| Freiwilligkeit | **„Für die Versicherten ist die Teilnahme an Programmen nach Absatz 1 freiwillig."** [§ 137f Abs. 3 Satz 1 SGB V] |
| Einschreibevoraussetzung | **nach umfassender Information** durch die Krankenkasse erteilte **schriftliche oder elektronische Einwilligung** zur Teilnahme, zur Datenverarbeitung und zur Datenübermittlung [§ 137f Abs. 3 Satz 2 SGB V] |
| Widerruf | Die Einwilligung **kann widerrufen werden** [§ 137f Abs. 3 Satz 3 SGB V] |
| Externe Evaluation | durch einen **vom BAS bestellten unabhängigen Sachverständigen** auf Kosten der Kasse, **zu veröffentlichen** [§ 137f Abs. 4 Satz 1 SGB V] |
| Qualitätsberichte | für **jedes volle Kalenderjahr**, Vorlage beim BAS **bis zum 1. Oktober des Folgejahres** [§ 137f Abs. 4 Satz 2 SGB V] |
| Ambulante Krankenhausbehandlung im DMP | Verträge mit zugelassenen Krankenhäusern möglich; Mindestvoraussetzungen entsprechend **§ 135 SGB V** [§ 137f Abs. 7 SGB V] |
| Digitale medizinische Anwendungen | G-BA **prüft** deren Aufnahme bei Erstfassung und jeder Überprüfung; Kassen können sie **auch ohne Aufnahme** in die Richtlinie vorsehen [§ 137f Abs. 8 Satz 1, 3 SGB V] |
| Digitalisierte DMP Diabetes | ergänzende Regelung **bis zum 31. März 2025** für **Diabetes mellitus Typ 1 und 2** [§ 137f Abs. 9 Satz 1 SGB V] |
| Elemente der digitalisierten DMP (6) | elektronische Patientenakte; elektronischer Medikationsplan; sicheres Übermittlungsverfahren nach § 311 Abs. 6 SGB V; ambulante telemedizinische Leistungen; digitale Gesundheitsanwendungen; **Personalisierung der Behandlung** [§ 137f Abs. 9 Satz 2 Nr. 1–6 SGB V] |
| Verhältnis zum klassischen DMP | digitalisierte Programme sind **neben** den bestehenden DMP anzubieten; Teilnahme **freiwillig** [§ 137f Abs. 9 Satz 3 SGB V] |
| Zulassungsbehörde | **Bundesamt für Soziale Sicherung**, auf Antrag einer/mehrerer Krankenkassen oder eines Verbandes [§ 137g Abs. 1 Satz 1 SGB V] |
| Prüfmaßstab der Zulassung | Richtlinien des G-BA nach § 137f **und** Rechtsverordnung nach § 266 Abs. 8 Satz 1 SGB V (RSAV) [§ 137g Abs. 1 Satz 1 SGB V] |
| Zulassungsfrist | **innerhalb von drei Monaten** zu erteilen; gilt als gewahrt bei von der Kasse zu vertretenden Verzögerungen [§ 137g Abs. 1 Satz 4, 5 SGB V] |
| Rückwirkung der Zulassung | wirksam frühestens **mit dem Tag der Antragstellung**, nicht vor Inkrafttreten der Richtlinien [§ 137g Abs. 1 Satz 6 SGB V] |
| Gebühren | **kostendeckende Gebühren** nach tatsächlichem Personal- und Sachaufwand; Klagen gegen Gebührenbescheide **ohne aufschiebende Wirkung** [§ 137g Abs. 1 Satz 7, 8, 13 SGB V] |
| Anpassungsfrist nach Richtlinienänderung | Programme und Verträge **unverzüglich, spätestens innerhalb eines Jahres** anzupassen [§ 137g Abs. 2 Satz 1 SGB V] |
| Aufhebung der Zulassung | u. a. wenn die **Evaluation** nicht richtliniengemäß durchgeführt oder ein **Qualitätsbericht nicht fristgerecht** vorgelegt wurde [§ 137g Abs. 3 SGB V] |
| DMP-Anforderungen bestehen für | **12 chronische Erkrankungen** (Stand 18.06.2026) [g-ba.de, Pressemitteilung Nr. 1338] |
| Etablierte Programme | **8**, mit **ca. 7,9 Millionen** eingeschriebenen Versicherten (Stand 18.06.2026) [g-ba.de, PM Nr. 1338] |
| Programme ohne Einschreibemöglichkeit | **5**: Adipositas (Erwachsene), Adipositas (Kinder und Jugendliche), chronische Herzinsuffizienz, chronischer Rückenschmerz, Depressionen [g-ba.de, PM Nr. 1338, Stand 18.06.2026] |
| Indikationsliste des G-BA | Adipositas · Asthma bronchiale · Brustkrebs · chronische Herzinsuffizienz · chronischer Rückenschmerz · COPD · Depressionen · Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 · koronare Herzkrankheit · Osteoporose · rheumatoide Arthritis [g-ba.de, Themenseite DMP] |
| DMP Osteoporose – Altersgrenze neu | Einschreibung ab dem **vollendeten 50. Lebensjahr**, auch für Männer (zuvor 60 Jahre) [G-BA-Beschluss vom 16.04.2026, Anlagen 19 und 20 DMP-A-RL] |
| DMP Osteoporose – Frakturrisiko | mindestens **5 % Frakturrisiko in drei Jahren**; bei weiteren Risikofaktoren genügen **3 %** [G-BA, PM Nr. 1326 vom 16.04.2026] |
| DMP Osteoporose – Teilnehmerzahl | rund **47.000** gesetzlich Versicherte; Einschreibung möglich **seit Oktober 2023** [G-BA, PM Nr. 1326] |
| DMP Osteoporose – neue Wirkstoffe | **Abaloparatid** und **Romosozumab** ergänzt (osteoanabole Therapien) [G-BA, PM Nr. 1326] |
| DMP chronischer Rückenschmerz – Definition | Schmerzen im Kreuzbereich **länger als 12 Wochen**, deutliche Aktivitätseinschränkungen, fortbestehender Therapiebedarf; **Ausschluss bei spezifischen Ursachen** (z. B. Wirbelkörperfraktur, rheumatische Erkrankung) [G-BA, PM Nr. 1338 vom 18.06.2026] |
| DMP chronischer Rückenschmerz – Evidenzbasis | IQWiG bewertete **425 Empfehlungen aus 11 Behandlungsleitlinien** [G-BA, PM Nr. 1338] |
| DMP Adipositas – Einschreibekriterien | Erwachsene mit **BMI 30 bis 35 und mindestens einer Begleiterkrankung** (z. B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2); ab **BMI ≥ 35 ohne** Begleiterkrankung [G-BA, Meldung Nr. 1196 vom 01.07.2024] |
| DMP Adipositas – Inkrafttreten der Anforderungen | **01.07.2024**; seither sind regionale Verträge möglich [G-BA, Meldung Nr. 1196] |
| DMP Adipositas – Grenze des Leistungskatalogs | Appetitzügler können **nicht** Teil des DMP sein, da sie gesetzlich als GKV-Leistung ausgeschlossen sind [G-BA, Meldung Nr. 1196] |
| Laufende Aktualisierung | **08.07.2026**: G-BA beauftragt das IQWiG mit einer Leitlinienrecherche zur Aktualisierung des **DMP Adipositas – Erwachsene** [G-BA-Beschluss Nr. 7917] |
| Inkrafttreten von G-BA-Beschlüssen | nach **Nichtbeanstandung durch das BMG** in der Regel **am ersten Tag des auf die Veröffentlichung im Bundesanzeiger folgenden Quartals** [G-BA, PM Nr. 1326, Nr. 1338] |
| Vertragsanpassung nach Aktualisierung | bestehende DMP-Verträge **innerhalb eines Jahres** nach Inkrafttreten anzupassen [G-BA, PM Nr. 1326; § 137g Abs. 2 Satz 1 SGB V] |
| Kosten für Versicherte | Teilnahme am DMP ist **freiwillig und kostenlos**; die Teilnahme kann jederzeit zurückgezogen werden [bundesamtsozialesicherung.de] |
| Finanzierung der Programmkosten | Krankenkassen erhalten je eingeschriebenem Versicherten zusätzliche Zuweisungen aus dem **Gesundheitsfonds** (**Programmkostenpauschale**) für Dokumentation und Koordination [bundesamtsozialesicherung.de] |

## Was ein DMP rechtlich ist – und was nicht

Ein DMP ist **kein eigener Leistungsanspruch**. § 137f SGB V steht im **Vierten Kapitel** des SGB V (Beziehungen der Krankenkassen zu den Leistungserbringern) und schafft ein **Struktur- und Qualitätsinstrument**, keinen zusätzlichen Leistungskatalog. Der G-BA hat das in der Meldung vom 01.07.2024 zum DMP Adipositas ausdrücklich klargestellt: Er kann in einem DMP **nur Leistungen zur Diagnostik und Therapie empfehlen, die auch im regulären ambulanten oder stationären Leistungskatalog der GKV vorhanden sind**. Wer sich einschreibt, erhält also keine Leistungen, auf die er sonst keinen Anspruch hätte – er erhält sie **koordiniert, leitliniengerecht und dokumentiert**.

Der Zweck ergibt sich unmittelbar aus **§ 137f Abs. 1 Satz 1 SGB V**: Die Programme sollen **„den Behandlungsablauf und die Qualität der medizinischen Versorgung chronisch Kranker verbessern"**. Deshalb ist unter den sechs Auswahlkriterien des **Satzes 2** der **sektorenübergreifende Behandlungsbedarf** (Nr. 4) ebenso genannt wie die **Beeinflussbarkeit des Krankheitsverlaufs durch Eigeninitiative des Versicherten** (Nr. 5) – DMP zielen auf Krankheiten, bei denen Schulung und Selbstmanagement messbar etwas bewirken.

Wichtig für die ärztliche Praxis ist **§ 137f Abs. 2 Satz 3 SGB V**: Soweit die Anforderungen Inhalte der ärztlichen Therapie betreffen, **schränken sie den zur Erfüllung des ärztlichen Behandlungsauftrags im Einzelfall erforderlichen ärztlichen Behandlungsspielraum nicht ein**. Die DMP-A-RL ist damit ein Korridor, keine Zwangsbehandlungsvorschrift.

## Freiwilligkeit, Einwilligung und Widerruf (§ 137f Abs. 3 SGB V)

Absatz 3 regelt die **Patientenseite** und ist die für Versicherte praktisch wichtigste Norm:

1. **Satz 1 – Freiwilligkeit.** Die Teilnahme ist freiwillig. Eine Krankenkasse kann die Einschreibung weder verlangen noch Leistungen von ihr abhängig machen.
2. **Satz 2 – informierte Einwilligung.** Die Einschreibung setzt die **nach umfassender Information durch die Krankenkasse** erteilte **schriftliche oder elektronische** Einwilligung voraus – und zwar kumulativ zur **Teilnahme am Programm**, zur **Verarbeitung der in der G-BA-Richtlinie festgelegten Daten** durch Krankenkasse, Sachverständige nach Absatz 4 und beteiligte Leistungserbringer sowie zur **Übermittlung dieser Daten an die Krankenkasse**. Die Einwilligung ist damit zugleich die datenschutzrechtliche Grundlage der DMP-Dokumentation.
3. **Satz 3 – Widerruf.** Die Einwilligung **kann widerrufen werden**. Das Gesetz nennt weder Frist noch Form und knüpft keine Nachteile daran; das BAS beschreibt dies als jederzeit mögliches Zurückziehen der Teilnahme.

Weitere Einschreibevoraussetzungen – etwa die **gesicherte Diagnose** und die konkreten Einschluss- und Ausschlusskriterien – stehen nicht im Gesetz, sondern in den **indikationsspezifischen Anlagen der DMP-A-RL**, zu deren Erlass **§ 137f Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 SGB V** ermächtigt.

## Vom Beschluss zum Angebot: die Umsetzungskette

Dass DMP-Anforderungen bestehen, heißt noch nicht, dass sich jemand einschreiben kann. Die Kette hat **vier Stufen**:

1. **G-BA-Beschluss** über die DMP-A-RL bzw. eine ihrer Anlagen (§ 137f Abs. 1, 2 SGB V).
2. **Rechtsprüfung durch das BMG**; nach Nichtbeanstandung tritt der Beschluss in der Regel **am ersten Tag des auf die Veröffentlichung im Bundesanzeiger folgenden Quartals** in Kraft.
3. **Regionale Verträge** zwischen Krankenkassen und Vertragsärztinnen/-ärzten und/oder Krankenhäusern.
4. **Zulassung durch das BAS** nach **§ 137g Abs. 1 SGB V** – geprüft wird, ob Programm **und** Verträge die Anforderungen der G-BA-Richtlinie **und** der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (Rechtsverordnung nach § 266 Abs. 8 Satz 1 SGB V) erfüllen. Die Zulassung ist **innerhalb von drei Monaten** zu erteilen und wirkt **frühestens ab dem Tag der Antragstellung**.

Erst danach kann eine Versicherte oder ein Versicherter sich – regelmäßig in der Hausarztpraxis – einschreiben lassen. Genau an **Stufe 3** hakt es 2026 bei fünf Programmen: Der G-BA formulierte am 18.06.2026 zum DMP chronischer Rückenschmerz ausdrücklich, es gebe **„noch keine abgeschlossenen Verträge zwischen Krankenkassen, Arztpraxen und Krankenhäusern und damit auch keine Programmangebote"**.

## Stand 2026: 12 Indikationen, 8 laufende Programme

Nach der Themenseite des G-BA bestehen DMP-Vorgaben für: **Adipositas, Asthma bronchiale, Brustkrebs, chronische Herzinsuffizienz, chronischer Rückenschmerz, COPD, Depressionen, Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, koronare Herzkrankheit, Osteoporose und rheumatoide Arthritis**. Der G-BA zählt dies am 18.06.2026 als **12 chronische Erkrankungen** – Diabetes Typ 1 und Typ 2 sind zwei getrennte Indikationen.

Davon sind **8 etabliert** (Asthma, Brustkrebs, COPD, Diabetes Typ 1, Diabetes Typ 2, koronare Herzkrankheit, Osteoporose, rheumatoide Arthritis) mit **ca. 7,9 Millionen eingeschriebenen Versicherten**. **5 Programme** haben Anforderungen, aber **keine Teilnahmemöglichkeit**: Adipositas für Erwachsene, Adipositas für Kinder und Jugendliche, chronische Herzinsuffizienz, chronischer Rückenschmerz und Depressionen. Die Zahl 5 bei 4 genannten Krankheiten erklärt sich daraus, dass **Adipositas mit zwei getrennten Programmen** (Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche) geführt wird.

## Die beiden Aktualisierungen 2026

**DMP Osteoporose (Beschluss vom 16.04.2026, Anlagen 19 und 20 der DMP-A-RL).** Die wichtigste Änderung ist die **Absenkung der Altersgrenze für Männer von 60 auf 50 Jahre**; einschreiben können sich Patientinnen und Patienten mit gesicherter Diagnose ab dem **vollendeten 50. Lebensjahr**. Neu ist außerdem ein **quantifiziertes Einschreibekriterium**: mindestens **5 % Frakturrisiko innerhalb der nächsten drei Jahre**, berechnet aus Risikofaktoren, Alter und Knochendichte – bei zusätzlichen Risikofaktoren genügen **3 %**. Die Liste der knochenaufbaufördernden Wirkstoffe wurde um **Abaloparatid** und **Romosozumab** ergänzt. Erweitert wurde auch der Kreis der **koordinierenden Ärztinnen und Ärzte**: in Ausnahmefällen künftig auch Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere Medizin und Endokrinologie/Diabetologie sowie Innere Medizin und Rheumatologie, daneben Fachärztinnen und Fachärzte mit **osteologischer Zusatzqualifikation**. Grundlage war die Auswertung von **17 evidenzbasierten Leitlinien** durch das IQWiG. Aktuell nehmen rund **47.000** Versicherte teil; die Einschreibung ist **seit Oktober 2023** möglich.

**DMP chronischer Rückenschmerz (Beschluss vom 18.06.2026, Anlagen 2, 15 und 16).** Die seit 2019 geltenden Anforderungen wurden nur punktuell angepasst. Inhaltlich hervorgehoben wird, dass im ärztlichen Aufklärungsgespräch dem **Angst-Vermeidungs-Verhalten** entgegengewirkt werden soll, das Betroffene von körperlicher Aktivität abhält. Grundlage war eine IQWiG-Auswertung von **425 Empfehlungen aus 11 Behandlungsleitlinien**. Zielgruppe sind Patientinnen und Patienten mit **länger als 12 Wochen** andauernden Kreuzschmerzen, deutlichen Aktivitätseinschränkungen und fortbestehendem Therapiebedarf; bei **spezifischen Ursachen** wie Wirbelkörperfrakturen oder rheumatischen Erkrankungen ist eine Einschreibung **ausgeschlossen**.

## Digitalisierung: § 137f Abs. 8 und Abs. 9 SGB V

Das **Digital-Gesetz vom 22.03.2024** hat § 137f SGB V um **Absatz 9** ergänzt (in Kraft seit 26.03.2024). Danach hatte der G-BA **bis zum 31. März 2025** ergänzend die Ausgestaltung von **strukturierten Behandlungsprogrammen mit digitalisierten Versorgungsprozessen** für **Diabetes mellitus Typ 1 und 2** zu regeln. Zu berücksichtigen sind dabei insbesondere die **elektronische Patientenakte**, der **elektronische Medikationsplan**, das **sichere Übermittlungsverfahren nach § 311 Abs. 6 SGB V**, **ambulante telemedizinische Leistungen**, **digitale Gesundheitsanwendungen** und die **Personalisierung der Behandlung**. Die digitalisierten Programme sind **neben** den bestehenden DMP anzubieten; die Teilnahme bleibt **freiwillig**, und die Einwilligungs- und Widerrufsregeln des Absatzes 3 gelten entsprechend.

Unabhängig davon verpflichtet **§ 137f Abs. 8 Satz 1 SGB V** den G-BA, bei jeder Erstfassung und jeder regelmäßigen Überprüfung die **Aufnahme geeigneter digitaler medizinischer Anwendungen zu prüfen**. **Satz 3** erlaubt Krankenkassen und Landesverbänden ausdrücklich, deren Einsatz in den Programmen **auch dann vorzusehen, wenn sie bisher nicht in die Richtlinie aufgenommen wurden**.

## Kontrolle: Evaluation, Qualitätsberichte, Entzug der Zulassung

DMP stehen unter einer **doppelten Ergebniskontrolle**:

- **Externe Evaluation** (§ 137f Abs. 4 Satz 1 SGB V): Krankenkassen oder ihre Verbände müssen eine Evaluation aller für **dieselbe Krankheit** zugelassenen Programme durch einen **vom BAS im Benehmen mit der Kasse bestellten unabhängigen Sachverständigen** auf eigene Kosten veranlassen. Sie ist **zu veröffentlichen**. Der G-BA publiziert diese Evaluationsberichte nach **§ 6 Abs. 2 Satz 2 Ziffer 1 DMP-A-RL**, zuletzt etwa für **Asthma bronchiale (Berichtszeitraum 2006–2024, Bericht vom 30.06.2026)** sowie für **COPD und koronare Herzkrankheit (jeweils bis 2023)**.
- **Qualitätsberichte** (§ 137f Abs. 4 Satz 2 SGB V): für jedes volle Kalenderjahr, vorzulegen beim BAS **bis zum 1. Oktober des Folgejahres**.

**§ 137g Abs. 3 SGB V** verzahnt beides mit der Zulassung: Wurde die Evaluation nicht richtliniengemäß durchgeführt, ist die Zulassung **rückwirkend zum Beginn des Bewertungszeitraums** aufzuheben; wurde ein Qualitätsbericht nicht fristgerecht vorgelegt, **zum Beginn des betreffenden Kalenderjahres**. Erfüllen Programm oder Verträge die rechtlichen Anforderungen nicht mehr, ist die Zulassung **zum Zeitpunkt der Änderung der Verhältnisse** aufzuheben.

## Geltungsbereich

- **Persönlich:** Versicherte der **gesetzlichen Krankenversicherung** mit einer der vom G-BA festgelegten chronischen Erkrankungen, deren Krankenkasse ein **zugelassenes Programm** für diese Indikation anbietet.
- **Sachlich:** ambulante und – über § 137f Abs. 7 SGB V – auch stationäre bzw. am Krankenhaus erbrachte ambulante Leistungen im Rahmen des jeweiligen Programms.
- **Räumlich:** Bundesrepublik Deutschland; die Angebote sind wegen der **regionalen Vertragsstruktur** von Kasse zu Kasse und von KV-Bezirk zu KV-Bezirk unterschiedlich.
- **Zeitlich:** § 137f SGB V in der Fassung des Digital-Gesetzes, in Kraft seit **26.03.2024**; § 137g SGB V unverändert anwendbar. Indikationsspezifische Anforderungen jeweils in der Fassung der zuletzt beschlossenen Anlage der DMP-A-RL.

## Ausnahmen

- **Keine Einschreibung ohne regionalen Vertrag.** Für Adipositas (Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche), chronische Herzinsuffizienz, chronischen Rückenschmerz und Depressionen bestehen 2026 **Anforderungen, aber keine Programmangebote**.
- **Ausschluss bei spezifischen Ursachen.** Beim DMP chronischer Rückenschmerz ist die Einschreibung **ausgeschlossen**, wenn eine spezifische Ursache – etwa eine Wirbelkörperfraktur oder eine rheumatische Erkrankung – vorliegt, weil dann die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund steht.
- **Keine Leistungserweiterung.** Leistungen, die der Gesetzgeber aus dem GKV-Katalog ausgeschlossen hat, können auch im DMP nicht erbracht werden – der G-BA nennt als Beispiel **Appetitzügler** beim DMP Adipositas.
- **Private Krankenversicherung.** §§ 137f, 137g SGB V gelten für die **GKV**; für privat Versicherte besteht kein entsprechender gesetzlicher Rahmen.

## Beispiel

Ein 52-jähriger gesetzlich Versicherter erhält nach einer Knochendichtemessung die gesicherte Diagnose **Osteoporose**; das nach Alter, Risikofaktoren und Knochendichte berechnete Frakturrisiko liegt bei **6 % in drei Jahren**.

- **Bis zur Aktualisierung 2026** hätte er sich als Mann **nicht** einschreiben können – es galt das vollendete **60.** Lebensjahr.
- **Nach dem G-BA-Beschluss vom 16.04.2026** genügt das vollendete **50.** Lebensjahr; das Frakturrisiko liegt über der Schwelle von **5 %**.
- Voraussetzung bleibt, dass seine Krankenkasse in seiner Region ein **vom BAS zugelassenes DMP Osteoporose** anbietet und seine Praxis daran teilnimmt.
- Die Einschreibung erfolgt über die **schriftliche oder elektronische Einwilligung** nach § 137f Abs. 3 Satz 2 SGB V nach umfassender Information durch die Kasse. Er kann sie **jederzeit widerrufen** (Satz 3).
- Weil die Aktualisierung erst umgesetzt werden muss, gilt **§ 137g Abs. 2 Satz 1 SGB V**: Bestehende Verträge sind **unverzüglich, spätestens innerhalb eines Jahres** an die neuen Anforderungen anzupassen. Bis dahin kann die Praxis noch nach den alten Vorgaben arbeiten.

## Häufige Fehler

- **„Wenn der G-BA ein DMP beschlossen hat, kann ich mich einschreiben."** Nein – zwischen Beschluss und Angebot liegen **BMG-Nichtbeanstandung, Inkrafttreten, regionaler Vertrag und BAS-Zulassung nach § 137g Abs. 1 SGB V**. 2026 haben **5 Programme** Anforderungen, aber keine Teilnahmemöglichkeit.
- **„Im DMP bekomme ich zusätzliche Leistungen."** Nein – der G-BA kann nur Leistungen empfehlen, die **bereits im GKV-Leistungskatalog** enthalten sind. Der Mehrwert liegt in Koordination, Schulung und Verlaufskontrolle.
- **„Die Krankenkasse kann mich ins DMP einschreiben."** Nein – **§ 137f Abs. 3 Satz 1 SGB V** ordnet die **Freiwilligkeit** an; ohne informierte Einwilligung nach Satz 2 gibt es keine Einschreibung.
- **„Einmal eingeschrieben, komme ich nicht mehr raus."** Falsch – **§ 137f Abs. 3 Satz 3 SGB V**: Die Einwilligung **kann widerrufen werden**.
- **„Das DMP schreibt meiner Ärztin die Therapie vor."** Falsch – **§ 137f Abs. 2 Satz 3 SGB V** stellt klar, dass der im Einzelfall erforderliche **ärztliche Behandlungsspielraum nicht eingeschränkt** wird.
- **„Ein zugelassenes DMP bleibt zugelassen."** Nein – **§ 137g Abs. 3 SGB V** verlangt die Aufhebung der Zulassung, wenn die **Evaluation** fehlt, ein **Qualitätsbericht** nicht fristgerecht vorliegt oder die rechtlichen Anforderungen nicht mehr erfüllt sind.
- **„DMP und hausarztzentrierte Versorgung sind dasselbe."** Nein – die hausarztzentrierte Versorgung ist in **§ 73b SGB V** geregelt und indikationsunabhängig; das DMP ist ein **indikationsbezogenes** Programm nach § 137f SGB V.
- **„Digitale DMP ersetzen die klassischen Programme."** Nein – nach **§ 137f Abs. 9 Satz 3 SGB V** sind sie **neben** den bestehenden DMP anzubieten.

## Quellen

- § 137f SGB V – Strukturierte Behandlungsprogramme bei chronischen Krankheiten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__137f.html
- § 137g SGB V – Zulassung strukturierter Behandlungsprogramme (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__137g.html
- § 137f SGB V (dejure.org, Volltext und Fassungsvergleich): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/137f.html
- § 137g SGB V (dejure.org, Volltext): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/137g.html
- § 266 SGB V – Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds, Verordnungsermächtigung Abs. 8 (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/266.html
- § 91 SGB V – Gemeinsamer Bundesausschuss (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/91.html
- § 135 SGB V – Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/135.html
- § 311 SGB V – Aufgaben der Gesellschaft für Telematik, Abs. 6 sicheres Übermittlungsverfahren (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/311.html
- § 137f SGB V, Volltext der geltenden Fassung (sozialgesetzbuch-sgb.de): https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/137f.html
- § 137g SGB V, Volltext der geltenden Fassung (sozialgesetzbuch-sgb.de): https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/137g.html
- Digital-Gesetz (DigiG) vom 22.03.2024, BGBl. 2024 I Nr. 101 – Änderung des § 137f SGB V, in Kraft seit 26.03.2024: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2024/101/VO.html
- Fassungsvergleich § 137f SGB V a. F. bis 26.03.2024 (buzer.de): https://www.buzer.de/gesetz/2497/al194291-0.htm
- BVerfG, Urteil vom 18.07.2005 – 2 BvF 2/01 (Risikostrukturausgleich, DMP; amtliche Fußnote zu §§ 137f, 137g SGB V): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=18.07.2005&Aktenzeichen=2%20BvF%202/01
- G-BA – Themenseite Disease-Management-Programme (DMP): https://www.g-ba.de/themen/disease-management-programme/
- G-BA – DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL): https://www.g-ba.de/richtlinien/83/
- G-BA, Pressemitteilung Nr. 1338 vom 18.06.2026 – DMP chronischer Rückenschmerz aktualisiert, 12 Indikationen, ca. 7,9 Mio. Eingeschriebene: https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1338/
- G-BA, Beschluss vom 18.06.2026 – Änderung der Anlagen 2, 15 und 16 DMP-A-RL (chronischer Rückenschmerz): https://www.g-ba.de/beschluesse/7877/
- G-BA, Pressemitteilung Nr. 1326 vom 16.04.2026 – DMP Osteoporose, Männer ab 50 Jahren: https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1326/
- G-BA, Beschluss vom 16.04.2026 – Änderung der Anlagen 19 und 20 DMP-A-RL (Osteoporose): https://www.g-ba.de/beschluesse/7790/
- G-BA, Meldung Nr. 1196 vom 01.07.2024 – Regionale Verträge für ein DMP Adipositas ab sofort möglich (BMI-Kriterien): https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1196/
- G-BA, Beschluss – DMP-Anforderungen-Richtlinie: DMP Adipositas (Anlagen 2, 23 und 24): https://www.g-ba.de/beschluesse/6299/
- G-BA, Beschluss vom 08.07.2026 – Beauftragung des IQWiG: Leitlinienrecherche zur Aktualisierung des DMP Adipositas – Erwachsene: https://www.g-ba.de/beschluesse/7917/
- G-BA – DMP-Evaluationsbericht Asthma bronchiale, Berichtszeitraum 2006–2024 (PDF, 30.06.2026): https://www.g-ba.de/downloads/17-98-6128/2026-06-30_DMP_Evaluationsbericht_Asthma-bronchiale_infas_MNC.pdf
- G-BA – DMP-Evaluationsbericht COPD, Berichtszeitraum 2006–2023 (PDF): https://www.g-ba.de/downloads/17-98-5907/2025-06-13_DMP-COPD_Evaluationsbericht.pdf
- G-BA – DMP-Evaluationsbericht koronare Herzkrankheit, Berichtszeitraum 2004–2023 (PDF): https://www.g-ba.de/downloads/17-98-5908/2025-06-13_DMP-KHK_Evaluationsbericht.pdf
- Bundesamt für Soziale Sicherung – Disease-Management-Programme, grundlegende Informationen (Zulassung, Freiwilligkeit, Programmkostenpauschale): https://www.bundesamtsozialesicherung.de/de/themen/disease-management-programme/dmp-grundlegende-informationen/
- Bundesamt für Soziale Sicherung – Disease-Management-Programme, Überblick: https://www.bundesamtsozialesicherung.de/de/themen/disease-management-programme/ueberblick/
- Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV) – Verordnung über das Verfahren zum Risikostrukturausgleich (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/rsav/BJNR005500994.html

## Änderungsverlauf

- 2026-08-29: Erstveröffentlichung. Die Normtexte der **§§ 137f und 137g SGB V** wurden im Volltext ausgewertet; § 137f SGB V steht in der Fassung des **Digital-Gesetzes vom 22.03.2024** (BGBl. 2024 I Nr. 101), in Kraft seit **26.03.2024**. Verifiziert wurden insbesondere: der sechsgliedrige Kriterienkatalog des § 137f Abs. 1 Satz 2 Nr. 1–6, der Adipositas-Auftrag mit Frist 31.07.2023 (Abs. 1 Satz 3), die sechs Regelungsgegenstände des Abs. 2 Satz 2, die Unantastbarkeit des ärztlichen Behandlungsspielraums (Abs. 2 Satz 3), die Trias aus Freiwilligkeit, informierter Einwilligung und Widerruf (Abs. 3 Sätze 1–3), Evaluation und Qualitätsberichte mit Vorlagefrist 1. Oktober des Folgejahres (Abs. 4), die Digitalisierungsvorgaben der Abs. 8 und 9 einschließlich der Frist 31.03.2025 sowie die Zulassungs-, Anpassungs- und Aufhebungsregeln des § 137g Abs. 1 bis 3. Die Versorgungsdaten 2026 (12 Indikationen, 8 etablierte Programme, ca. 7,9 Mio. Eingeschriebene, 5 Programme ohne Angebot) stammen aus der G-BA-Pressemitteilung Nr. 1338 vom 18.06.2026; die Angaben zu Osteoporose und Adipositas aus den G-BA-Mitteilungen Nr. 1326 vom 16.04.2026 und Nr. 1196 vom 01.07.2024. factcheck_status=review_needed, Begründung unten unter „Stand". | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Nexvyra Gesundheitsrecht-Agent"

## Stand

- Stand: 2026-08-29
- Gültig ab: 2024-03-26 (§ 137f SGB V i. d. F. des Digital-Gesetzes vom 22.03.2024, BGBl. 2024 I Nr. 101); § 137g SGB V unverändert fortgeltend
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB V, BGBl., BVerfG, G-BA-Beschlüsse und -Richtlinie, Bundesamt für Soziale Sicherung)
- Offener Prüfpunkt 1: **Abweichende Teilnehmerzahlen.** Die G-BA-Themenseite nennt „laut BAS rund **7,2 Millionen** Versicherte" in einem oder mehreren DMP, die G-BA-Pressemitteilung Nr. 1338 vom **18.06.2026** dagegen „**ca. 7,9 Millionen** Versicherte" in den 8 etablierten Programmen. Die Seite verwendet die jüngere und datierte Angabe (7,9 Mio.) und weist die ältere Zahl aus. Der Stichtag der BAS-Zählung ist auf der Themenseite nicht angegeben; beim nächsten Freshness-Lauf ist die amtliche BAS-Statistik heranzuziehen.
- Offener Prüfpunkt 2: **Inkrafttreten der Beschlüsse vom 16.04.2026 und 18.06.2026.** Beide Beschlüsse standen zum Redaktionsschluss unter dem Vorbehalt der Nichtbeanstandung durch das BMG und der Veröffentlichung im Bundesanzeiger; das konkrete Inkrafttretensdatum (erster Tag des Folgequartals) konnte nicht gegen den Bundesanzeiger verifiziert werden. Die Seite gibt daher nur die **Beschlussdaten** an.
- Offener Prüfpunkt 3: **DMP-A-RL im Volltext.** Die indikationsspezifischen Anlagen der DMP-Anforderungen-Richtlinie (insbesondere Anlagen 13, 15, 16, 19, 20, 23, 24) wurden nicht im Volltext ausgewertet; die Angaben zu Einschreibekriterien stützen sich auf die amtlichen Pressemitteilungen und Meldungen des G-BA zu den jeweiligen Beschlüssen.
- Offener Prüfpunkt 4: **Umsetzungsstand des digitalisierten DMP Diabetes** nach § 137f Abs. 9 SGB V (Frist 31.03.2025) konnte nicht abschließend gegen einen G-BA-Beschluss belegt werden. Die Seite gibt insoweit nur den **gesetzlichen Auftrag** wieder.
- Offener Prüfpunkt 5: Die **Höhe der Programmkostenpauschale** nach der RSAV wird bewusst nicht beziffert, da hierzu keine tagesaktuelle amtliche Festlegung ausgewertet wurde.
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