---
title: DSGVO und Fotos auf Veranstaltungen – Einwilligung, KunstUrhG, Pressefreiheit
slug: dsgvo-fotos-veranstaltungen
topic: datenschutz
legal_status: in_force
authority_level: A
valid_from: 2018-05-25
valid_to: null
last_reviewed: 2026-06-04
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/dsgvo-fotos-veranstaltungen.md
wikidata_subjects: [Q1172506, Q1518793]
factcheck_status: ok
---

# DSGVO und Fotos auf Veranstaltungen – Einwilligung, KunstUrhG, Pressefreiheit

## Kurzantwort

Das Anfertigen und vor allem das Veröffentlichen von Personenfotos auf Veranstaltungen ist eine Verarbeitung personenbezogener Daten (**Art. 4 Nr. 1 und 2 DSGVO**) und braucht eine Rechtsgrundlage nach **Art. 6 Abs. 1 DSGVO**. In Betracht kommen die **Einwilligung** (Art. 6 Abs. 1 lit. a) oder das **berechtigte Interesse** (Art. 6 Abs. 1 lit. f) des Veranstalters nach einer Interessenabwägung. Für die **Veröffentlichung** von Bildnissen gilt zusätzlich das **Recht am eigenen Bild** nach **§ 22 KunstUrhG**: Bildnisse dürfen grundsätzlich nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. **§ 23 Abs. 1 KunstUrhG** lässt Ausnahmen zu – insbesondere für **Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen** (Nr. 3, z. B. Volksfeste, Konzerte, Demonstrationen), bei denen die Menge im Vordergrund steht, sowie für **Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte** (Nr. 1, Grundlage der Pressefreiheit). Diese Ausnahmen greifen nicht, wenn ein **berechtigtes Interesse** des Abgebildeten verletzt wird (§ 23 Abs. 2 KunstUrhG).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Foto als personenbezogenes Datum | Ein erkennbares Personenfoto ist personenbezogenes Datum [DSGVO Art. 4 Nr. 1] |
| Aufnehmen + Veröffentlichen = Verarbeitung | Erheben, Speichern, Hochladen, Teilen fallen unter Verarbeitung [DSGVO Art. 4 Nr. 2] |
| Rechtsgrundlage Aufnahme/Veröffentlichung | Art. 6 Abs. 1 lit. a (Einwilligung) oder lit. f (berechtigtes Interesse) DSGVO [DSGVO Art. 6 Abs. 1] |
| Recht am eigenen Bild | § 22 KunstUrhG – Verbreitung/öffentliche Schau nur mit Einwilligung [KunstUrhG § 22 S. 1] |
| Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt | bei Entlohnung fürs Abgelichtetwerden [KunstUrhG § 22 S. 2] |
| Ausnahme Versammlungen/Menschenmengen | § 23 Abs. 1 Nr. 3 KunstUrhG – Versammlungen, Aufzüge und ähnliche Vorgänge [KunstUrhG § 23 Abs. 1 Nr. 3] |
| Ausnahme Zeitgeschichte / Presse | § 23 Abs. 1 Nr. 1 KunstUrhG – Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte [KunstUrhG § 23 Abs. 1 Nr. 1] |
| Ausnahme Beiwerk | § 23 Abs. 1 Nr. 2 KunstUrhG – Personen nur als Beiwerk neben Landschaft/Örtlichkeit [KunstUrhG § 23 Abs. 1 Nr. 2] |
| Grenze der Ausnahmen | § 23 Abs. 2 KunstUrhG – kein Eingriff in ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten [KunstUrhG § 23 Abs. 2] |
| Öffnungsklausel Medien/Kunst | Art. 85 DSGVO – mitgliedstaatliche Regeln zum Ausgleich mit Meinungs-/Pressefreiheit [DSGVO Art. 85] |
| Kinder | besondere Schutzbedürftigkeit; Einwilligung der Sorgeberechtigten erforderlich [DSGVO Erwägungsgrund 38; Art. 6 Abs. 1 lit. f] |
| Widerruf der Einwilligung | jederzeit mit Wirkung für die Zukunft möglich [DSGVO Art. 7 Abs. 3] |
| Informationspflicht | Art. 13 DSGVO – Hinweis auf Fotografieren bei der Aufnahme [DSGVO Art. 13] |
| Strafvorschrift KunstUrhG | § 33 KunstUrhG – Freiheitsstrafe bis 1 Jahr oder Geldstrafe bei unbefugter Verbreitung [KunstUrhG § 33] |

## Geltungsbereich

Betroffen ist jeder, der auf einer Veranstaltung Personen fotografiert oder gefilmt und diese Aufnahmen anschließend nutzt – Veranstalter, Vereine, Unternehmen, Fotografen und Content Creator. Sobald einzelne Personen auf einem Bild **erkennbar** sind, handelt es sich um personenbezogene Daten (Art. 4 Nr. 1 DSGVO), und die DSGVO ist anwendbar. Rein private Aufnahmen ausschließlich für den persönlichen oder familiären Bereich fallen unter die **Haushaltsausnahme** (Art. 2 Abs. 2 lit. c DSGVO) und unterliegen nicht der DSGVO; sobald Bilder jedoch öffentlich (Webseite, Social Media, Presse) verbreitet werden, greift sie wieder.

Für die **Veröffentlichung** von Bildnissen gilt neben der DSGVO das Kunsturhebergesetz (KunstUrhG) als bereichsspezifische Medienregelung. Über die **Öffnungsklausel des Art. 85 DSGVO** bleibt das KunstUrhG als nationaler Ausgleich zwischen Datenschutz und Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit anwendbar; die §§ 22, 23 KunstUrhG werden von den Datenschutzaufsichtsbehörden als fortgeltender Maßstab für die Veröffentlichung herangezogen.

## Rechtsgrundlagen: Aufnahme und Veröffentlichung

Die DSGVO verlangt für jede Verarbeitung eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO. Auf Veranstaltungen sind zwei einschlägig:

- **Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO):** freiwillig, informiert, für den konkreten Zweck und jederzeit widerruflich (Art. 7 DSGVO). Sie ist der sicherste Weg, vor allem bei Nahaufnahmen einzelner Personen.
- **Berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO):** trägt vor allem **Übersichts- und Stimmungsaufnahmen** großer Menschenmengen. Erforderlich ist eine Interessenabwägung zwischen dem Interesse des Veranstalters (z. B. Dokumentation, Öffentlichkeitsarbeit) und den schutzwürdigen Interessen der Abgebildeten. Faustregel der Aufsichtsbehörden: **Je kleiner die abgebildete Personengruppe und je stärker einzelne Personen im Vordergrund stehen, desto eher ist eine Einwilligung nötig.**

Für die anschließende **Veröffentlichung** eines Bildnisses ist zusätzlich § 22 KunstUrhG zu beachten. Danach dürfen Bildnisse grundsätzlich nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.

## Ausnahmen nach § 23 KunstUrhG

§ 23 Abs. 1 KunstUrhG lässt die Verbreitung **ohne Einwilligung** in vier Fallgruppen zu:

- **Nr. 1 – Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte:** trägt die Bildberichterstattung der Presse über Ereignisse von öffentlichem Interesse (Grundlage der Pressefreiheit, Art. 5 GG).
- **Nr. 2 – Beiwerk:** Personen erscheinen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit.
- **Nr. 3 – Versammlungen, Aufzüge und ähnliche Vorgänge:** erfasst Aufnahmen von **Volksfesten, Konzerten, Sportveranstaltungen oder Demonstrationen**, an denen die Abgebildeten teilgenommen haben. Geschützt ist die Darstellung der **Veranstaltung als Ganzes** – einzelne Personen dürfen nicht gezielt herausgehoben werden.
- **Nr. 4 – höheres Interesse der Kunst:** bei nicht auf Bestellung angefertigten Bildnissen.

**Grenze (§ 23 Abs. 2 KunstUrhG):** Auch in diesen Fällen ist die Verbreitung unzulässig, wenn dadurch ein **berechtigtes Interesse des Abgebildeten** verletzt wird – etwa bei bloßstellenden Aufnahmen, gezieltem Heranzoomen einzelner Personen oder Bildern aus der Intim- oder Privatsphäre.

## Häufige Fehler und Missverständnisse

- **„Wer eine Veranstaltung betritt, willigt automatisch ins Fotografieren ein."** Falsch. Eine konkludente Einwilligung kommt allenfalls bei eindeutiger, vorab kommunizierter Situation in Betracht; ein bloßer Hinweis am Eingang ersetzt keine wirksame Einwilligung für gezielte Personenaufnahmen.
- **„§ 23 KunstUrhG erlaubt jedes Veranstaltungsfoto."** Falsch. Die Versammlungsausnahme (Nr. 3) deckt die Menge als Ganzes, nicht das gezielte Herausgreifen einzelner Personen, und sie endet dort, wo ein berechtigtes Interesse verletzt wird (§ 23 Abs. 2).
- **„Seit der DSGVO gilt das KunstUrhG nicht mehr."** So pauschal falsch. Über Art. 85 DSGVO bleibt das KunstUrhG als nationaler Ausgleich für die Veröffentlichung von Bildnissen, insbesondere im journalistischen und medialen Bereich, anwendbar.
- **„Eine einmal erteilte Einwilligung gilt für immer."** Falsch. Sie ist nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufbar.
- **„Bei Kindern reicht die Einwilligung des Kindes."** Falsch. Bei Minderjährigen ist regelmäßig die Einwilligung der Sorgeberechtigten erforderlich; Kinder sind nach Erwägungsgrund 38 DSGVO besonders schutzbedürftig.

## Beispiel

Ein Verein dokumentiert sein Sommerfest. Eine **Weitwinkelaufnahme** der Festwiese mit hunderten feiernden Gästen kann auf das berechtigte Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO) und § 23 Abs. 1 Nr. 3 KunstUrhG gestützt und ohne Einzeleinwilligungen veröffentlicht werden, solange niemand gezielt herausgehoben wird. Ein **Porträtfoto eines einzelnen tanzenden Gastes**, das auf der Vereins-Webseite groß gezeigt werden soll, benötigt dagegen die **Einwilligung dieser Person** (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO, § 22 KunstUrhG). Bei einem fotografierten Kind ist die Einwilligung der Eltern einzuholen.



## Quellen

- § 22 KunstUrhG – Recht am eigenen Bild, Einwilligungserfordernis (gesetze-im-internet.de):
  https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__22.html
- § 23 KunstUrhG – Ausnahmen (Zeitgeschichte, Beiwerk, Versammlungen) (gesetze-im-internet.de):
  https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__23.html
- KunstUrhG – Gesamttext inkl. § 33 (Strafvorschrift) (gesetze-im-internet.de):
  https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/BJNR000070907.html
- Verordnung (EU) 2016/679 – DSGVO, Volltext, insb. Art. 6 und Art. 85 (EUR-Lex, CELEX:32016R0679):
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32016R0679
- LfDI Baden-Württemberg – FAQ „Fotografieren und Datenschutz – Wir sind im Bild!":
  https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/faq-fotografieren-und-datenschutz-wir-sind-im-bild/

## Änderungsverlauf

- 2026-06-04: Erstveröffentlichung. Alle Quellen-URLs mit curl auf HTTP 200 geprüft. Frontmatter (legal_status, authority_level, wikidata_subjects: DSGVO Q1172506, KunstUrhG Q1518793) gesetzt. | change_type=initial_publication field=topic_lifecycle new=published reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-06-04
- Gültig ab: 2018-05-25 (Geltungsbeginn der DSGVO); KunstUrhG §§ 22, 23 seit 1907 in Kraft
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (gesetze-im-internet.de, EUR-Lex; ergänzend LfDI Baden-Württemberg)
- Lizenz: CC BY 4.0
