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title: E-Rezept (§ 360 SGB V) – Pflicht, Einlösewege, Fristen und Zugriffsrechte 2026
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# E-Rezept (§ 360 SGB V) – Pflicht, Einlösewege, Fristen und Zugriffsrechte 2026

## Kurzantwort

Das **E-Rezept** ist die gesetzlich vorgeschriebene Form der vertragsärztlichen Verordnung. Nach **§ 360 Abs. 2 Satz 1 SGB V** sind Ärztinnen, Ärzte und Zahnärzte **seit dem 1. Januar 2022** verpflichtet, Verordnungen **verschreibungspflichtiger Arzneimittel elektronisch** auszustellen und über die **Telematikinfrastruktur** zu übermitteln; verbindlicher Praxisstandard ist das E-Rezept nach Angaben der gematik **seit dem 1. Januar 2024**. Apotheken müssen verschreibungspflichtige Arzneimittel auf dieser Grundlage abgeben (**§ 360 Abs. 3 SGB V**). Versicherte haben nach **§ 360 Abs. 9 Satz 1 SGB V** ein **Wahlrecht**: Die Zugangsdaten zum Rezept werden ihnen **barrierefrei** entweder als **Papierausdruck** oder **elektronisch** bereitgestellt – ein Smartphone ist **nicht** erforderlich. Eingelöst wird über **eGK, gematik-App, Apotheken-App (CardLink) oder Papierausdruck**. Ein E-Rezept ist **28 Tage** zulasten der Krankenkasse und insgesamt **3 Monate** ab Ausstellung als Selbstzahlerrezept einlösbar; Verordnungsdaten und Dispensierinformationen werden **100 Tage nach Dispensierung gelöscht** (**§ 360 Abs. 11 SGB V**). Die Pflicht wird stufenweise ausgeweitet – **ab 1. Juli 2026** auf **häusliche Krankenpflege (§ 37 SGB V)** und **außerklinische Intensivpflege (§ 37c SGB V)**, **ab 1. Januar 2027** auf **Heilmittel**, **ab 1. Juli 2027** auf **Hilfsmittel** und **Soziotherapie**. Wer auf die Verordnungsdaten zugreifen darf, regelt abschließend **§ 361 SGB V**.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage E-Rezept | § 360 SGB V [gesetze-im-internet.de] |
| Zugriffsberechtigte | § 361 SGB V (Fassung ab 01.01.2026) [dejure.org] |
| DiGA-Verordnungen: Zugriff | § 361b SGB V |
| Aktuelle Fassung §§ 360, 361 | Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege v. 22.12.2025 (BGBl. I Nr. 371), in Kraft 01.01.2026 |
| Pflicht verschreibungspflichtige Arzneimittel | Seit 01.01.2022 [§ 360 Abs. 2 S. 1 SGB V] |
| Verbindlicher Praxisstandard | Seit 01.01.2024 [gematik] |
| Pflicht Apotheken zur Abgabe über TI | § 360 Abs. 3 S. 1 SGB V |
| Betäubungsmittel und T-Rezept (§ 3a AMVV) | Gesetzliche Frist 01.07.2025 [§ 360 Abs. 2 S. 2, Abs. 3 S. 2 SGB V] – technische Umsetzung noch nicht erfolgt |
| DiGA-Verordnungen elektronisch | Seit 01.01.2025 [§ 360 Abs. 4 S. 1 SGB V] |
| Häusliche Krankenpflege (§ 37) und außerklinische Intensivpflege (§ 37c) | Ab 01.07.2026 [§ 360 Abs. 5 SGB V] |
| Heilmittel elektronisch | Ab 01.01.2027 [§ 360 Abs. 7 S. 1 SGB V] |
| Hilfsmittel, Verbandmittel, Teststreifen, Medizinprodukte, bilanzierte Diäten | Ab 01.07.2027 [§ 360 Abs. 7 S. 2 SGB V] |
| Soziotherapie (§ 37a) | Ab 01.07.2027 [§ 360 Abs. 6 SGB V] |
| TI-Anschluss Pflegedienste (§§ 37, 37c) | Bis 01.07.2025 [§ 360 Abs. 8 SGB V] |
| TI-Anschluss Soziotherapie-Erbringer | Bis 01.04.2027 [§ 360 Abs. 8 SGB V] |
| Wahlrecht Papierausdruck oder elektronisch | § 360 Abs. 9 S. 1 SGB V – barrierefrei |
| Einlösung durch Vertreter | Weitergabe der Zugangsdaten über Sofortnachrichtendienst [§ 360 Abs. 9 S. 2, § 311 Abs. 6 SGB V] |
| Einlösefrist zulasten der GKV | 28 Tage ab Ausstellung [gematik] |
| Gesamtgültigkeit | 3 Monate ab Ausstellung, danach nur noch als Selbstzahlerrezept [gematik] |
| Löschung nach Einlösung | 100 Tage nach Dispensierung [§ 360 Abs. 11 SGB V] |
| Löschung nicht eingelöster E-Rezepte | Ausstellungsdatum + 92 Kalendertage + 10 Tage [gematik] |
| Zugriff auf Dispensierinformationen | Nur Versicherte selbst [§ 361 Abs. 1 S. 2 SGB V] |
| Protokollierung jedes Zugriffs | Nachprüfbar elektronisch [§ 361 Abs. 2 S. 2 SGB V] |
| Einlösung im EU-Ausland | Einwilligung + technische Freigabe bei Einlösung [§ 361 Abs. 3 SGB V] |
| Rechnungsdaten (Nicht-Sachleistung) | Speicherung max. 10 Jahre, nur mit Einwilligung [§ 360 Abs. 13 SGB V] |
| Übertragung in die ePA | Automatisiert, soweit kein Widerspruch [§ 360 Abs. 14 SGB V] |
| Systeme außerhalb der Telematikinfrastruktur | Untersagt, Ausnahmen Nr. 1–4 [§ 360 Abs. 16 SGB V] |
| Sanktion bei fehlendem E-Rezept-Nachweis | Pauschale Vergütungskürzung 1 % ab 01.05.2024 [§ 360 Abs. 17 S. 2 SGB V] |
| Ausnahme technische Unmöglichkeit | Im Einzelfall keine Pflicht [§ 360 Abs. 2 S. 3 SGB V] |
| Fristverlängerung möglich | Rechtsverordnung des BMG ohne Zustimmung des Bundesrates [§ 360 Abs. 15 SGB V] |

## Geltungsbereich

**§ 360 SGB V** verpflichtet **Ärzte und Zahnärzte**, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen oder in Einrichtungen der vertragsärztlichen Versorgung, in **zugelassenen Krankenhäusern**, **Vorsorge-** oder **Rehabilitationseinrichtungen** tätig sind. Für die Verordnung **digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA)** und für die späteren Ausbaustufen sind zusätzlich **Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten** erfasst (§ 360 Abs. 4 Satz 1 SGB V).

Gegenstand der Pflicht sind **Verordnungen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung**. **Privatversicherte** können ein E-Rezept nur erhalten, wenn ihr Versicherungsunternehmen eine **digitale Identität (GesundheitsID)** und den sogenannten Online-Check-in anbietet; ansonsten bleibt es beim Privatrezept in Papierform. Für die gesetzliche **Unfallversicherung** gelten die Zugriffsrechte des § 361 Abs. 1 SGB V entsprechend, soweit auf Verordnungen nach § 27 Abs. 1 SGB VII zugegriffen wird (§ 361 Abs. 1 Satz 3 SGB V).

**Ausgenommen** von der Pflicht sind nach § 360 Abs. 2 SGB V:

- Fälle, in denen die elektronische Ausstellung oder Übermittlung **aus technischen Gründen im Einzelfall nicht möglich** ist (Satz 3),
- bei Betäubungsmitteln zusätzlich der **Notfall** im Sinne des § 8 Abs. 6 BtMVV (Satz 4),
- Verordnungen, die aufgrund gesetzlicher Regelungen **einer bestimmten Apotheke** oder einer nach § 47 Abs. 1 Nr. 5 AMG benannten Stelle zugewiesen werden dürfen (Satz 5) – etwa bestimmte Zytostatika-Zubereitungen.

## Zeitplan der Ausbaustufen

Die Pflicht zur elektronischen Verordnung wird in **Stufen** ausgeweitet. Maßgeblich sind die im Gesetz genannten Stichtage:

| Stichtag | Was wird elektronisch | Norm |
|---|---|---|
| 01.01.2022 | Verschreibungspflichtige Arzneimittel | § 360 Abs. 2 S. 1 |
| 01.01.2025 | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA, § 33a) | § 360 Abs. 4 S. 1 |
| 01.07.2025 | Betäubungsmittel und Arzneimittel nach § 3a Abs. 1 S. 1 AMVV (T-Rezept) | § 360 Abs. 2 S. 2 |
| 01.07.2026 | Häusliche Krankenpflege (§ 37), außerklinische Intensivpflege (§ 37c) | § 360 Abs. 5 |
| 01.01.2027 | Heilmittel | § 360 Abs. 7 S. 1 |
| 01.07.2027 | Hilfsmittel, Verbandmittel, Harn- und Blutteststreifen, Medizinprodukte, bilanzierte Diäten | § 360 Abs. 7 S. 2 |
| 01.07.2027 | Soziotherapie (§ 37a) | § 360 Abs. 6 |

Spiegelbildlich trifft die **Leistungserbringer** eine Pflicht, die Leistung auch **auf Grundlage einer elektronischen Verordnung** zu erbringen – bei häuslicher Krankenpflege und außerklinischer Intensivpflege ab **1. Juli 2026** (§ 360 Abs. 5 Satz 3 SGB V), bei Heilmitteln ab **1. Januar 2027**, bei Hilfsmitteln ab **1. Juli 2027** (§ 360 Abs. 7 Sätze 4 und 5 SGB V), bei Soziotherapie ab **1. Juli 2027** (§ 360 Abs. 6 Satz 3 SGB V). Dafür schreibt **§ 360 Abs. 8 SGB V** einen **TI-Anschluss** nach § 306 SGB V vor: Pflegedienste (§§ 37, 37c) **bis 1. Juli 2025**, Soziotherapie-Erbringer **bis 1. April 2027**, Heil- und Hilfsmittelerbringer bis zu dem in Abs. 8 genannten Stichtag.

Das **Bundesministerium für Gesundheit** kann sämtliche Fristen der Absätze 2 bis 8 durch **Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates verlängern** (§ 360 Abs. 15 SGB V). Von dieser Möglichkeit hängt in der Praxis ab, ob die Stichtage tatsächlich greifen.

## Die vier Einlösewege

Das E-Rezept selbst liegt verschlüsselt im **E-Rezept-Fachdienst** der Telematikinfrastruktur. Übergeben wird nur der **Zugangsschlüssel** (Rezeptcode). Nach Darstellung der gematik bestehen vier Wege:

1. **Elektronische Gesundheitskarte (eGK):** Die Karte wird in der Apotheke in das Lesegerät gesteckt; die Apotheke ruft die offenen E-Rezepte ab. **Ohne Smartphone, ohne PIN.**
2. **Papierausdruck:** Die Praxis druckt einen Zettel mit **Rezeptcode** aus. Der Ausdruck ist **kein Rezept**, sondern nur der Zugangsschlüssel. **Ohne Smartphone, ohne PIN.**
3. **gematik-App „Das E-Rezept":** Herstellerneutral, Rezepte lassen sich verwalten und an eine frei gewählte Apotheke senden. Erforderlich sind ein **NFC-fähiges Smartphone** und die **eGK mit PIN** oder die Anmeldung über **GesundheitsID** bzw. die ePA-App der Kasse.
4. **Apotheken-App mit CardLink:** Das Smartphone übernimmt die Funktion des Kartenlesegeräts; das Rezept kann orts- und zeitunabhängig bei der jeweiligen Apotheke eingelöst werden – **ohne PIN**, aber auf diese Apotheke bzw. deren Filialen zugeschnitten.

**§ 360 Abs. 9 Satz 1 SGB V** garantiert das **Wahlrecht** zwischen Papierausdruck und elektronischer Bereitstellung und verlangt ausdrücklich **Barrierefreiheit**. Nach **Satz 2** dürfen Versicherte die Zugangsdaten über den sicheren **Sofortnachrichtendienst** nach § 311 Abs. 6 SGB V an einen **anderen Versicherten weitergeben**, damit dieser das Rezept als **Vertreter** einlöst.

## Fristen, Löschung und Fälschungssicherheit

Die **Gültigkeit** des E-Rezepts entspricht der des Papierrezepts: **28 Tage** ab Ausstellung zulasten der gesetzlichen Krankenkasse, danach bis zum Ablauf von **drei Monaten** ab Ausstellung nur noch als **Selbstzahlerrezept**. Nicht eingelöste E-Rezepte löscht der Fachdienst **zehn Tage nach Ablauf der Gültigkeit** (Ausstellungsdatum + 92 Kalendertage). Nach der Einlösung sind **Verordnungsdaten und Dispensierinformationen** nach **§ 360 Abs. 11 SGB V** mit Ablauf von **100 Tagen** zu **löschen**. Versicherte können ihr E-Rezept auch selbst löschen, ohne es einzulösen.

E-Rezepte werden von der verordnenden Ärztin oder dem Arzt **qualifiziert elektronisch signiert**; die Apotheke prüft die Signatur bei der Abgabe. Jedes E-Rezept ist **nur einmal** einlösbar. Damit entfallen die typischen Fälschungs- und Lesbarkeitsprobleme des Papierrezepts.

Nach **§ 360 Abs. 14 SGB V** werden Verordnungs- und Dispensierinformationen **automatisiert in die elektronische Patientenakte übermittelt**, soweit der Versicherte dem **nicht widersprochen** hat; der Widerspruch kann über die E-Rezept-Oberfläche, die ePA-Oberfläche (§ 342 SGB V) oder die **Ombudsstelle** (§ 342a SGB V) erklärt und widerrufen werden.

## Wer darf auf das E-Rezept zugreifen (§ 361 SGB V)

**§ 361 Abs. 1 Satz 1 SGB V** zählt die Zugriffsberechtigten **abschließend** auf:

- **Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten**, die in die Behandlung eingebunden sind, soweit für die Versorgung erforderlich (Nr. 1),
- deren **berufsmäßige Gehilfen** und Personen in der Berufsausbildung, nur **unter Aufsicht** (Nr. 2),
- **Apotheker**, soweit für die Versorgung mit verordneten Arzneimitteln erforderlich **und** ihnen die Zugangsdaten nach § 360 Abs. 9 SGB V **vorliegen** (Nr. 3),
- **pharmazeutisches Personal** der Apotheke im Rahmen der zulässigen Tätigkeiten und unter Aufsicht eines Apothekers, soweit apothekenrechtlich eine Beaufsichtigung vorgeschrieben ist (Nr. 4),
- **sonstige Erbringer ärztlich verordneter Leistungen**, soweit erforderlich und die Zugangsdaten vorliegen (Nr. 5).

Auf **Dispensierinformationen** dürfen nach **§ 361 Abs. 1 Satz 2 SGB V** **nur die Versicherten selbst** zugreifen. Der Zugriff der Leistungserbringer ist nur mit einer **Komponente zur Authentifizierung von Leistungserbringerinstitutionen (SMC-B)** oder einer **digitalen Identität** nach § 340 Abs. 7 SGB V zulässig und **nachprüfbar elektronisch zu protokollieren** (§ 361 Abs. 2 SGB V). Die **grenzüberschreitende Einlösung** in einem anderen EU-Mitgliedstaat setzt eine **vorherige Einwilligung** in das Übermittlungsverfahren **und** eine **eindeutige bestätigende Handlung** im Zeitpunkt der Einlösung voraus (§ 361 Abs. 3 SGB V).

**§ 360 Abs. 16 Satz 1 SGB V** untersagt grundsätzlich den **Betrieb von IT-Systemen außerhalb der Telematikinfrastruktur**, die E-Rezepte oder deren Zugangsdaten übermitteln. Ausgenommen sind unter anderem Abrechnungs- und Genehmigungsprozesse (Nr. 1), Krankenhaus- und krankenhausversorgende Apotheken (Nr. 2), apothekeneigene Systeme für die eigene Haupt- und Filialapotheke (Nr. 3) sowie **diskriminierungsfreie Anbieterlösungen** unter BSI-konformen Sicherheitsanforderungen mit Antrag bei der gematik (Nr. 4) – die Rechtsgrundlage der CardLink-Verfahren. **§ 11 Abs. 1 und 1a ApoG** (Verbot des Rezeptmakelns und der Zuweisung) bleibt daneben zu beachten; hierzu hat der **BGH** am **20.02.2025 – I ZR 46/24** entschieden.

## Häufige Fehler

- **„Ohne Smartphone bekomme ich kein E-Rezept."** Falsch – **§ 360 Abs. 9 Satz 1 SGB V** gibt ein **Wahlrecht**; eGK und Papierausdruck funktionieren ohne Smartphone und ohne PIN.
- **„Der Papierausdruck ist das Rezept."** Falsch – der Ausdruck enthält nur den **Rezeptcode**. Das eigentliche E-Rezept liegt im Fachdienst und wird von der Apotheke dort abgerufen.
- **„Ein E-Rezept gilt unbegrenzt, weil es digital ist."** Falsch – **28 Tage** zulasten der Kasse, insgesamt **3 Monate** ab Ausstellung; danach ist es nicht mehr einlösbar.
- **„Betäubungsmittel gibt es seit Juli 2025 nur noch als E-Rezept."** Differenziert – die **gesetzliche Frist** in § 360 Abs. 2 Satz 2 SGB V lautet **1. Juli 2025**, die **technische Umsetzung des E-BtM- und E-T-Rezepts steht jedoch weiterhin aus**; BtM- und T-Rezepte werden praktisch weiter in Papierform ausgestellt. § 360 Abs. 15 SGB V erlaubt dem BMG eine Fristverlängerung per Rechtsverordnung.
- **„Das DiGA-E-Rezept löse ich in der Apotheke ein."** Falsch – die DiGA-Verordnung geht an die **Krankenkasse**, die den **Freischaltcode** ausstellt. Zugriffsrechte hierfür regelt **§ 361b SGB V**.
- **„Meine Apotheke sieht meine gesamte Medikationshistorie."** Falsch – der Zugriff setzt nach **§ 361 Abs. 1 Nr. 3 SGB V** voraus, dass der Apotheke die **Zugangsdaten vorliegen**, und ist auf die konkrete Versorgung begrenzt; **Dispensierinformationen** sind nach **§ 361 Abs. 1 Satz 2 SGB V** ausschließlich den Versicherten zugänglich.
- **„Meine E-Rezept-Daten landen automatisch und ohne Einfluss in meiner ePA."** Differenziert – die Übermittlung erfolgt nach **§ 360 Abs. 14 SGB V** automatisiert, **soweit kein Widerspruch** vorliegt; der Widerspruch ist über die E-Rezept-App, die ePA-App oder die **Ombudsstelle** (§ 342a SGB V) möglich.
- **„Für Privatversicherte gibt es kein E-Rezept."** Differenziert – möglich ist es, sofern die private Krankenversicherung **GesundheitsID** und Online-Check-in anbietet.

## Quellen

- § 360 SGB V – Elektronische Übermittlung und Verarbeitung vertragsärztlicher elektronischer Verordnungen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__360.html
- § 361 SGB V – Zugriff auf ärztliche Verordnungen in der Telematikinfrastruktur: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__361.html
- § 361a SGB V – Einwilligungsbasierte Übermittlung von Daten aus vertragsärztlichen elektronischen Verordnungen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__361a.html
- § 361b SGB V – Zugriff auf ärztliche Verordnungen digitaler Gesundheitsanwendungen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__361b.html
- § 33a SGB V – Digitale Gesundheitsanwendungen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33a.html
- § 37 SGB V – Häusliche Krankenpflege: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__37.html
- § 37a SGB V – Soziotherapie: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__37a.html
- § 37c SGB V – Außerklinische Intensivpflege: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__37c.html
- § 306 SGB V – Telematikinfrastruktur: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__306.html
- § 341 SGB V – Elektronische Patientenakte: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__341.html
- § 342a SGB V – Ombudsstelle der Krankenkassen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__342a.html
- § 360 SGB V – aktuelle Fassung und Änderungsübersicht (Stand 01.01.2026): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/360.html
- § 361 SGB V – aktuelle Fassung und Änderungsübersicht (Stand 01.01.2026): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/361.html
- BGH, Urteil vom 20.02.2025 – I ZR 46/24 (Partnervertrag; Rezeptmakeln, § 11 ApoG): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.02.2025&Aktenzeichen=I+ZR+46/24
- gematik – E-Rezept: Standard für verschreibungspflichtige Medikamente (Einlösewege, Gültigkeit, Löschfristen): https://www.gematik.de/anwendungen/e-rezept
- gematik – FAQ zum E-Rezept: https://www.gematik.de/anwendungen/e-rezept/faq-e-rezept
- gematik – E-Rezept für Apotheken: https://www.gematik.de/anwendungen/e-rezept/apotheken
- BMG – Elektronisches Rezept (E-Rezept): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/e-rezept
- BMG – Fragen und Antworten zum E-Rezept mit der eGK: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/e-rezept/faq-e-rezept-egk
- BfArM – BtM-Rezepte/Verschreibung (Stand E-BtM-Rezept): https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Betaeubungsmittel/BtM-Rezepte-Verschreibung/_node.html

## Änderungsverlauf

- 2026-08-16: Erstveröffentlichung. Rechtsstand §§ 360, 361 SGB V in der Fassung des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege vom 22.12.2025 (BGBl. I Nr. 371), in Kraft seit 01.01.2026. Stichtage der Ausbaustufen (Abs. 2, 4 bis 8), Wahlrecht Papier/elektronisch (Abs. 9), Löschfrist 100 Tage (Abs. 11), ePA-Übermittlung (Abs. 14), TI-Verbot mit Ausnahmen (Abs. 16) und 1-Prozent-Sanktion (Abs. 17) sowie die Zugriffsrechte des § 361 gegen gesetze-im-internet.de und dejure.org verifiziert; Einlösewege, 28-Tage- und 3-Monats-Frist sowie Löschregeln gegen gematik belegt. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
- 2026-08-16: factcheck_status auf `review_needed` gesetzt. Grund: (1) Zum Abrufzeitpunkt wiesen gesetze-im-internet.de und dejure.org bei **§ 360 Abs. 8 SGB V** (TI-Anschlussfrist der Heil- und Hilfsmittelerbringer) und bei **§ 360 Abs. 14 SGB V** (Einwilligungs- statt Widerspruchslösung für die ePA-Übermittlung) **abweichende Fassungen** aus; die Seite folgt der bei dejure.org als geltend ausgewiesenen Fassung ab 01.01.2026 und nennt die Anschlussfrist der Heil- und Hilfsmittelerbringer bewusst ohne Datum. (2) Die gesetzliche Frist für **E-BtM- und E-T-Rezept (01.07.2025)** ist technisch nicht umgesetzt; eine förmliche Fristverlängerung nach § 360 Abs. 15 SGB V ist amtlich nicht belegt. (3) Ob der Stichtag **01.07.2026** für die elektronische Verordnung häuslicher Krankenpflege flächendeckend wirksam wurde, ist amtlich nicht bestätigt. Beide Punkte sind gegen BMG/BfArM/gematik nachzuverifizieren. | change_type=verification_flag field="factcheck_status" new="review_needed" reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-08-16
- Gültig ab: 2026-01-01 (§§ 360, 361 SGB V i. d. F. des Gesetzes vom 22.12.2025, BGBl. I Nr. 371)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB V, BGBl., BGH, gematik, BMG, BfArM)
- Lizenz: CC BY 4.0
