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title: eIDAS 2.0 (VO 2024/1183) – EU Digital Identity Wallet, EUDI-Wallet 2026
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# eIDAS 2.0 (VO 2024/1183) – EU Digital Identity Wallet, EUDI-Wallet 2026

## Kurzantwort

Die **eIDAS-2.0-Verordnung (VO (EU) 2024/1183)** vom **11.04.2024** ändert die alte eIDAS-Verordnung (910/2014) grundlegend und verpflichtet **alle EU-Mitgliedstaaten**, ihren Bürgerinnen und Bürgern bis spätestens **Herbst 2026** eine **European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet)** kostenfrei anzubieten. In Kraft getreten am **20.05.2024**, tatsächliche Wallet-Bereitstellung bis Ende 2026. Die EUDI-Wallet ist eine App auf dem Smartphone, in der Bürger digitale Identitätsnachweise (Personalausweis, Führerschein, Diplome, Krankenversichertenkarte, Geburtsurkunde) sicher speichern und **selektiv** an Behörden, Banken, Plattformen und Arbeitgeber weitergeben können — inklusive **Attribute-based Credentials** („nur bestätigen dass ich über 18 bin, ohne Geburtsdatum offenzulegen"). Große Online-Plattformen und Banken sind verpflichtet, die Wallet als Anmelde­methode zu akzeptieren.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Verordnung (EU) 2024/1183 vom 11.04.2024 |
| Vorgänger | Verordnung (EU) 910/2014 (eIDAS 1.0) |
| In Kraft | 20.05.2024 |
| Wallet-Bereitstellung durch MS | Spätestens 24 Monate nach Durchführungs-Rechtsakten — Ziel Herbst 2026 |
| Nutzung kostenfrei | Ja, für natürliche Personen [Art. 5a Abs. 1] |
| Freiwilligkeit für Bürger | Ja, keine Wallet-Pflicht [Art. 5a Abs. 3] |
| Selektive Datenoffenlegung | Ja, „minimum disclosure" [Art. 5a Abs. 4 Buchst. d] |
| Akzeptanz-Pflicht durch Plattformen | „Very large online platforms" nach DSA – Anmeldemethode zwingend [Art. 5b] |
| Akzeptanz-Pflicht durch Banken | Kunde-Identifizierung nach AMLD (Anti-Geldwäsche) [Art. 5b] |
| Attribute-based Credentials | Ja (Altersnachweis ohne Geburtsdatum, Wohnort ohne Adresse) |
| Interoperabilität EU-weit | Ja, staaten­übergreifend anerkannt [Art. 5c] |
| Zertifizierung Wallet | Verpflichtend, nach Anhang V [Art. 5c] |
| Aufsicht DE | Bundesnetzagentur (Vertrauensdienste), BSI (Sicherheit) |
| Verhältnis zu Personalausweis | Personalausweis bleibt weiter offiziell; Wallet ist ergänzendes digitales Instrument |
| Deutscher Wallet-Anbieter | BSI-Projekt „EUDI-Wallet Deutschland" (in Entwicklung) |

## Was ändert sich gegenüber eIDAS 1.0?

Die alte eIDAS-Verordnung von 2014 regelte hauptsächlich **elektronische Vertrauensdienste** (elektronische Signatur, Siegel, Zeitstempel) und **grenzüberschreitende Anerkennung nationaler eID-Systeme** (z. B. deutscher nPA, italienische SPID). eIDAS 2.0 ergänzt das um ein **konkretes einheitliches Instrument** — die EUDI-Wallet — und macht deren Nutzung **für zentrale Dienste (Plattformen, Banken) verpflichtend zur Akzeptanz**. Zusätzlich werden neue Vertrauensdienste eingeführt (elektronische Archivierung, Elektronische-Konto-Attribute-Bescheinigungen). Die alten Regelungen zu Signatur, Siegel etc. bleiben grundsätzlich bestehen.

## Was die Wallet können muss

Die EUDI-Wallet muss laut Verordnung insbesondere:

- **Persönliche Identitätsdaten** (Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort) sicher speichern
- **Elektronische Attributs­bescheinigungen** (z. B. Studienabschluss, Führerscheinstatus, Meldedaten) integrieren
- **Qualifizierte elektronische Signaturen** erzeugen können (rechtlich gleichwertig zur handschriftlichen Unterschrift)
- **Zero-Knowledge-Proofs bzw. selektive Offenlegung** unterstützen (Altersverifikation ohne Geburtsdatum)
- **Interoperabel** mit Wallets anderer EU-Staaten sein
- **Verschlüsselte lokale Speicherung** auf dem Gerät (keine zentrale EU-Datenbank aller Bürger)
- **Zertifizierung nach hohem Sicherheitsniveau** (Cybersecurity Act)

## Was das für Nutzer bedeutet

- **Beim Autokauf online**: Personalausweis-Foto in die Wallet, Alter + Wohnsitz an den Händler senden
- **Beim Vertragsabschluss**: qualifizierte elektronische Signatur direkt aus der Wallet
- **Beim Boarding am Flughafen**: Führerschein-Nachweis ohne physische Karte
- **Bei Online-Bank-Kontoeröffnung**: EUDI-Wallet-Identifizierung statt VideoIdent
- **Bei Alterskontrolle** (z. B. Alkohol-Bestellung, Erwachseneninhalte): „Ich bin über 18" ohne Geburtsdatum
- **Bei Grenz­überschreitung** (Zug, Flug): Ausweis in der Wallet, keine Vorlage der Plastikkarte nötig

## Was das für Unternehmen bedeutet

**Sehr große Online-Plattformen (VLOPs nach DSA — z. B. Amazon, Google, Meta):** müssen die EUDI-Wallet als **eine** Anmeldemethode akzeptieren (nicht als einzige — aber daneben).

**Banken (unter AMLD-Regelungen):** müssen die Wallet zur Kunden-Identifizierung akzeptieren.

**Öffentliche Dienstleister** in allen EU-Staaten: müssen die Wallet für Verwaltungsverfahren akzeptieren, wo elektronische Identifikation vorgesehen ist.

**Alle anderen** (z. B. Mittelständler, Vereine): dürfen die Wallet nutzen, sind aber **nicht** akzeptanz­pflichtig.

## Häufige Fehler

- **„Die Wallet wird verpflichtend."** Falsch — für Bürger freiwillig (Art. 5a Abs. 3). Wer will, nutzt weiter Personalausweis.
- **„Ein zentraler EU-Server speichert alle meine Daten."** Falsch — die Wallet läuft dezentral auf dem Smartphone. Der Staat sieht nicht, welche Daten der Nutzer an wen weitergibt.
- **„Nach 2026 ist der Personalausweis abgeschafft."** Falsch — Personalausweis bleibt weiter offizielles Ausweisdokument. Die Wallet ist ein zusätzliches Instrument.
- **„Jede Firma muss die Wallet akzeptieren."** Falsch — akzeptanz­pflichtig sind nur VLOPs, Banken und Behörden. Mittelständler können weiter klassische Methoden nutzen.
- **„Die Wallet kann alles ersetzen — auch Reisepass und Führerschein-Plastik."** Differenziert — die Wallet enthält digitale Nachweise. Physische Karten bleiben, sind aber im EU-Ausland als PDF/QR ausreichend, wo digitale Vorlage akzeptiert wird.

## Quellen

- Verordnung (EU) 2024/1183 – Volltext EUR-Lex: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32024R1183
- Verordnung (EU) 910/2014 (eIDAS 1.0) – Volltext EUR-Lex: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32014R0910
- EU-Kommission – EU Digital Identity Wallet: https://commission.europa.eu/strategy-and-policy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/european-digital-identity_de
- BSI – EUDI-Wallet Deutschland: https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Oeffentliche-Verwaltung/eIDAS/eIDAS_node.html
- Bundesnetzagentur – Vertrauensdienste eIDAS: https://www.bundesnetzagentur.de/EVD/DE/Home/start.html

## Änderungsverlauf

- 2026-07-14: Tote Quellen-URL ersetzt (automatischer Faktencheck, HTTP 200 verifiziert). | change_type=source_url_fix field="sources" old="https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektronischeVertrauensdienste/start.html" new="https://www.bundesnetzagentur.de/EVD/DE/Home/start.html" reviewed_by="Nexvyra Faktencheck-Bot"
- 2026-07-13: Erstveröffentlichung durch EU-Recht-Bot. Wallet-Bereitstellung Herbst 2026 dokumentiert, VLOP/Bank-Akzeptanz­pflicht klargestellt, Verhältnis zu Personalausweis erläutert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Nexvyra EU-Recht-Bot"

## Siehe auch

- [DSGVO Art. 15 – Auskunftsrecht](/fakten/dsgvo-art-15-auskunftsrecht.html)
- [EU DSA – Digital Services Act](/fakten/dsa-verordnung-plattform-nutzerrechte.html)
- [EU Data Act (2023/2854)](/fakten/eu-data-act-2023-2854.html)

## Stand

- Stand: 2026-07-14
- Gültig ab: 2024-05-20 (Inkrafttreten VO)
- Wallet-Bereitstellung: bis Herbst 2026
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (VO 2024/1183, EU-Kommission, BSI, BNetzA)
- Lizenz: CC BY 4.0
