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title: Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI) – 131 Euro monatlich 2026, Verwendung, Übertragung und Antrag
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# Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI) – 131 Euro monatlich 2026, Verwendung, Übertragung und Antrag

## Kurzantwort

Der **Entlastungsbetrag** nach **§ 45b SGB XI** ist ein zweckgebundener Zuschuss von **bis zu 131 Euro monatlich** für Pflegebedürftige **in häuslicher Pflege**. Er steht Menschen in **allen Pflegegraden (1 bis 5)** zu — anders als die meisten Pflegeleistungen ist er also **nicht** an Pflegegrad 2 gebunden. Der Betrag wird **nicht bar ausgezahlt**, sondern erstattet Kosten für qualitätsgesicherte Betreuungs- und Entlastungsleistungen: Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege, ambulante Pflegedienste (bei Pflegegrad 2–5 ohne Selbstversorgung) und nach Landesrecht anerkannte **Angebote zur Unterstützung im Alltag** (§ 45a SGB XI). Der Anspruch entsteht **ohne gesonderten Antrag**, sobald die Voraussetzungen vorliegen. Nicht verbrauchte Beträge können in das **folgende Kalenderhalbjahr** übertragen werden und verfallen spätestens am **30. Juni des Folgejahres**. Die Höhe stieg zum **1. Januar 2025** von 125 auf **131 Euro** und ist im Wortlaut des § 45b Abs. 1 Satz 1 SGB XI festgeschrieben.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 45b SGB XI [gesetze-im-internet.de] |
| Höhe 2026 | Bis zu **131 € monatlich** [§ 45b Abs. 1 S. 1 SGB XI] |
| Höhe bis 31.12.2024 | 125 € monatlich (Erhöhung +4,5 % durch PUEG zum 01.01.2025) |
| Anspruchsberechtigte | Pflegebedürftige **aller** Pflegegrade 1–5 in häuslicher Pflege |
| Auszahlungsform | **Keine** Barauszahlung – Kostenerstattung gegen Belege |
| Verwendung Nr. 1 | Leistungen der Tages- oder Nachtpflege |
| Verwendung Nr. 2 | Leistungen der Kurzzeitpflege |
| Verwendung Nr. 3 | Ambulante Pflegedienste (§ 36); bei PG 2–5 **nicht** Selbstversorgung (Modul 4) |
| Verwendung Nr. 4 | Nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag (§ 45a) |
| Antrag nötig? | **Nein** – Anspruch entsteht kraft Gesetzes [§ 45b Abs. 2 S. 1 SGB XI] |
| Übertragung Restbetrag | In das **folgende Kalenderhalbjahr** [§ 45b Abs. 1 S. 5 SGB XI] |
| Späteste Verfallsgrenze | 30. Juni des Folgejahres |
| Kombination mit Verhinderungspflege | Erstattung auch bei Einsatz von Mitteln der Verhinderungspflege (§ 39) [§ 45b Abs. 1 S. 4] |
| Pflegegrad 1 vollstationär | Entlastungsbetrag als Zuschuss zur vollstationären Pflege nutzbar |
| Vergütungsgrenze | Preise dürfen vergleichbare Sachleistungspreise nicht übersteigen [§ 45b Abs. 4] |
| Direktabrechnung | Möglich per Abtretungserklärung (keine Vorkasse) |
| Fassung | Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege v. 22.12.2025, in Kraft 01.01.2026 |

## Geltungsbereich

§ 45b SGB XI gilt für alle Pflegebedürftigen, die **zu Hause** gepflegt werden — unabhängig davon, ob die Pflegekasse oder (bei Hilfe zur Pflege) das Sozialamt zuständig ist. Der Entlastungsbetrag ist die einzige zweckgebundene Geldleistung der Pflegeversicherung, die bereits **ab Pflegegrad 1** in voller Höhe von 131 Euro zusteht. Bei den Pflegegraden 2 bis 5 ergänzt er die übrigen häuslichen Leistungen (Pflegegeld, Pflegesachleistung, Tages-/Nachtpflege). Pflegebedürftige mit **Pflegegrad 1** können den Betrag zusätzlich als **Zuschuss zur vollstationären Pflege** einsetzen, weil sie sonst keinen Anspruch auf vollstationäre Leistungen der Pflegekasse haben.

Der Betrag ist **strikt zweckgebunden**: Er darf ausschließlich für qualitätsgesicherte Leistungen verwendet werden, die entweder bundesrechtlich (Tages-/Nachtpflege, Kurzzeitpflege, ambulante Pflegedienste) oder nach Landesrecht (Angebote zur Unterstützung im Alltag) anerkannt sind. Eine freie Verfügung über das Geld — etwa als Aufwandsentschädigung an Angehörige ohne anerkanntes Angebot — ist ausgeschlossen.

## Höhe und Erhöhung 2025/2026

Der Entlastungsbetrag lag von 2017 bis Ende 2024 unverändert bei **125 Euro** monatlich. Zum **1. Januar 2025** wurde er im Rahmen der Dynamisierung der Pflegeleistungen durch das **Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG)** um **4,5 Prozent** auf **131 Euro** angehoben. Diese Höhe ist mit der aktuellen Fassung des § 45b Abs. 1 Satz 1 SGB XI (Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege vom 22.12.2025, in Kraft seit 01.01.2026) ausdrücklich im Gesetzeswortlaut festgeschrieben. Im Jahr ergibt das ein **Gesamtvolumen von bis zu 1.572 Euro** (12 × 131 Euro).

## Wofür der Entlastungsbetrag verwendet werden darf

**§ 45b Abs. 1 Satz 3 SGB XI** nennt vier abschließende Verwendungszwecke:

1. **Tages- oder Nachtpflege** — teilstationäre Betreuung, mit der auch Eigenanteile (z. B. Unterkunft und Verpflegung, Fahrtkosten) bezahlt werden dürfen.
2. **Kurzzeitpflege** — vorübergehende vollstationäre Versorgung; der Entlastungsbetrag kann Eigenanteile abdecken.
3. **Ambulante Pflegedienste** (Leistungen nach § 36 SGB XI). **Wichtige Einschränkung:** Bei den Pflegegraden **2 bis 5** darf der Entlastungsbetrag hierfür **nicht** für Leistungen der **Selbstversorgung** (Körperpflege, Ernährung, Mobilität – Modul 4) eingesetzt werden, sondern nur für Betreuung und Haushaltsführung. Bei **Pflegegrad 1** entfällt diese Einschränkung.
4. **Angebote zur Unterstützung im Alltag** nach § 45a SGB XI — z. B. Betreuungsgruppen, Alltagsbegleiter, haushaltsnahe Dienstleistungen, in vielen Bundesländern auch anerkannte Nachbarschaftshilfe. Diese Angebote sind **landesrechtlich unterschiedlich** geregelt und müssen von der zuständigen Landesbehörde anerkannt sein.

Nach **§ 45b Abs. 1 Satz 4 SGB XI** erfolgt die Erstattung auch dann, wenn für diese Leistungen Mittel im Rahmen der **Verhinderungspflege (§ 39)** eingesetzt werden.

## Antrag, Erstattung und Übertragung

**Kein Antrag erforderlich.** Nach § 45b Abs. 2 Satz 1 SGB XI entsteht der Anspruch, sobald die Voraussetzungen vorliegen — eine vorherige Antragstellung ist **nicht** nötig. In der Praxis muss der Pflegebedürftige die Leistung aber zunächst in Anspruch nehmen und die Kosten geltend machen.

**Erstattungsprinzip.** Der Versicherte geht regelmäßig in Vorkasse und reicht die **Belege** bei der Pflegekasse ein; die Kasse erstattet bis zur Höhe des Entlastungsbetrags. Auf den Belegen muss erkennbar sein, welchem der vier Verwendungszwecke (Nr. 1–4) die Aufwendung zuzuordnen ist. Alternativ kann per **Abtretungserklärung** der Pflegedienst direkt mit der Kasse abrechnen — dann entfällt die Vorkasse.

**Übertragung.** Wird der Betrag in einem Monat nicht ausgeschöpft, geht er nicht verloren: Nicht verbrauchte Beträge können auf Folgemonate und nach § 45b Abs. 1 Satz 5 SGB XI in das **folgende Kalenderhalbjahr** übertragen werden. Restansprüche aus einem Kalenderjahr verfallen damit spätestens am **30. Juni des Folgejahres**. Eine gesonderte Beantragung der Übertragung ist nicht erforderlich.

## Häufige Fehler

- **„Der Entlastungsbetrag wird bar aufs Konto ausgezahlt."** Falsch — es handelt sich um eine **zweckgebundene Kostenerstattung** gegen Belege, nicht um eine frei verfügbare Geldleistung wie das Pflegegeld.
- **„Nur ab Pflegegrad 2."** Falsch — der Entlastungsbetrag steht bereits ab **Pflegegrad 1** in voller Höhe von 131 Euro zu.
- **„Der Betrag ist noch 125 Euro."** Veraltet — seit **01.01.2025** sind es **131 Euro** monatlich.
- **„Nicht genutztes Geld verfällt am Monatsende."** Falsch — Restbeträge sind übertragbar; sie verfallen erst am **30. Juni des Folgejahres**.
- **„Ich kann den ambulanten Pflegedienst voll darüber abrechnen."** Differenziert — bei **Pflegegrad 2–5** ist die Verwendung für ambulante Pflegedienste auf **Betreuung und Haushaltsführung** beschränkt; die **Selbstversorgung** (Modul 4) ist ausgeschlossen.
- **„Ich kann das Geld einfach meiner Tochter geben."** Nur eingeschränkt — die Leistung muss durch ein nach Landesrecht **anerkanntes** Angebot bzw. einen zugelassenen Leistungserbringer erbracht werden; reine private Zuwendungen ohne anerkanntes Angebot sind nicht erstattungsfähig.

## Ausnahmen

Der Entlastungsbetrag ist gegenüber der **Sozialhilfe** besonders geschützt: Nach § 45b Abs. 3 Satz 1 SGB XI bleibt er bei den Fürsorgeleistungen zur Pflege nach § 13 Abs. 3 Satz 1 SGB XI unberücksichtigt, und § 63b Abs. 1 SGB XII findet keine Anwendung. Umgekehrt darf der Entlastungsbetrag nach § 45b Abs. 3 Satz 3 SGB XI bei der Hilfe zur Pflege hinsichtlich der Leistungen nach §§ 64i, 66 SGB XII berücksichtigt werden, soweit deren Inhalte den Verwendungszwecken des Absatzes 1 entsprechen.

Eine **Vergütungsobergrenze** gilt nach § 45b Abs. 4 SGB XI: Die für die Entlastungsleistungen verlangte Vergütung darf die Preise für vergleichbare Sachleistungen zugelassener Pflegeeinrichtungen nicht übersteigen. Für die landesrechtlich anerkannten Angebote nach § 45a können die Landesregierungen Näheres zur Preisbegrenzung in der Rechtsverordnung nach § 45a Abs. 3 SGB XI bestimmen.

Der Entlastungsbetrag ist zudem von der Verwechslung mit dem **Umwandlungsanspruch** abzugrenzen: Versicherte, die Pflegesachleistung beziehen, können zusätzlich bis zu **40 %** des nicht genutzten Sachleistungsbetrags in Entlastungsleistungen umwandeln (§ 45a Abs. 4 SGB XI) — das ist ein eigenständiger Anspruch neben den 131 Euro.

## Beispiel

Frau K. (78) hat **Pflegegrad 2** und wird von ihrer Tochter zu Hause gepflegt. Damit die Tochter einmal wöchentlich Zeit für sich hat, engagiert Frau K. einen anerkannten **Alltagsbegleiter** eines nach Landesrecht zugelassenen Betreuungsdienstes für vier Stunden pro Woche zu 25 Euro/Stunde = 100 Euro/Woche. In einem Monat mit vier Terminen entstehen 400 Euro Kosten. Die Pflegekasse erstattet davon **131 Euro** über den Entlastungsbetrag; die restlichen 269 Euro trägt Frau K. selbst oder finanziert sie über den Umwandlungsanspruch aus nicht genutzter Pflegesachleistung.

Nutzt Frau K. den Entlastungsbetrag in den Sommermonaten Juli und August **nicht**, bleiben die 262 Euro erhalten: Sie kann diese Restbeträge im selben Kalenderjahr nachholen oder — bei Ansammlung aus dem Vorjahr — noch bis zum **30. Juni des Folgejahres** verbrauchen, etwa gebündelt für einen Eigenanteil bei einer Kurzzeitpflege.

## Quellen

- § 45b SGB XI – Entlastungsbetrag: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__45b.html
- § 45b SGB XI (dejure.org, Fassung ab 01.01.2026): https://dejure.org/gesetze/SGB_XI/45b.html
- § 45a SGB XI – Angebote zur Unterstützung im Alltag: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__45a.html
- § 36 SGB XI – Pflegesachleistung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__36.html
- § 39 SGB XI – Verhinderungspflege: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__39.html
- BMG – Online-Ratgeber Pflege (Entlastungsbetrag): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/
- BMG – Leistungen der Pflegeversicherung ab 2025 (PUEG): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/
- BSG, Urteil v. 30.08.2023 – B 3 P 4/22 R (Informationspflicht der Pflegekassen zu Entlastungsangeboten): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=30.08.2023&Aktenzeichen=B%203%20P%204%2F22%20R

## Änderungsverlauf

- 2026-08-05: Erstveröffentlichung mit Wert 2026 (131 € monatlich, § 45b Abs. 1 S. 1 SGB XI in der Fassung des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege, in Kraft 01.01.2026), Verwendungszwecke, Übertragungsregel und Pflegegrad-1-Besonderheit. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-08-05
- Gültig ab: 2025-01-01 (Erhöhung auf 131 € durch PUEG-Dynamisierung); aktuelle Fassung § 45b SGB XI in Kraft seit 01.01.2026
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB XI, BMG, BSG)
- Lizenz: CC BY 4.0
