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title: Elektronische Patientenakte (ePA für alle, §§ 341 ff. SGB V) – Opt-out, Zugriff und Rechte 2026
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last_reviewed: 2026-07-04
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# Elektronische Patientenakte (ePA für alle, §§ 341 ff. SGB V) – Opt-out, Zugriff und Rechte 2026

## Kurzantwort

Die **elektronische Patientenakte (ePA)** ist eine **versichertengeführte** elektronische Akte, die jede gesetzliche Krankenkasse ihren Versicherten nach **§ 342 SGB V** bereitstellt. Seit dem **15. Januar 2025** gilt das **Opt-out-Prinzip (Widerspruchslösung)**: Die Kasse legt automatisch eine ePA an, sofern der Versicherte nicht **innerhalb von sechs Wochen** nach der Information durch die Kasse (§ 343 SGB V) **widerspricht**. Die Nutzung der ePA bleibt für den Versicherten **freiwillig** (§ 341 Abs. 1 SGB V). Nach einer Testphase in Modellregionen erfolgte der **bundesweite Rollout ab Ende April 2025**; seit dem **1. Oktober 2025** sind Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten zur **Befüllung** der ePA verpflichtet (§ 347 SGB V). Versicherte können jederzeit **widersprechen**, einzelne Dokumente **verbergen** und Zugriffe **zeitlich und inhaltlich begrenzen**. Rechte rund um die ePA können ab **vollendetem 15. Lebensjahr** selbst ausgeübt werden. Rechtsgrundlage ist das **Digital-Gesetz (DigiG)**, überwiegend in Kraft seit **26. März 2024**.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage ePA | §§ 341 ff. SGB V [gesetze-im-internet.de] |
| Bereitstellung durch Kasse | § 342 SGB V – Opt-out seit 15.01.2025 |
| Informationspflicht der Kasse | § 343 SGB V |
| Widerspruchsfrist gegen Anlage | 6 Wochen nach Information [§ 342 Abs. 1 SGB V] |
| Nutzung durch Versicherte | Freiwillig [§ 341 Abs. 1 SGB V] |
| Reformgrundlage | Digital-Gesetz (DigiG), in Kraft überw. 26.03.2024 |
| Bundesweiter Rollout | Ab Ende April 2025 (nach Testphase ab 15.01.2025) |
| Befüllungspflicht Ärzte/Psychotherapeuten | Ab 01.10.2025 [§ 347 SGB V] |
| Zugriffsdauer Arztpraxis (Standard) | 90 Tage nach Stecken der eGK |
| Zugriffsdauer Apotheke (Standard) | 3 Tage nach Stecken der eGK |
| Eigene Ausübung der Rechte ab | Vollendetem 15. Lebensjahr [§ 341 SGB V] |
| Datenverantwortlicher (DSGVO) | Krankenkasse [§ 307 Abs. 4 SGB V, Art. 4 Nr. 7 DSGVO] |
| Forschungsdatenfreigabe | Opt-out [§ 363 SGB V, GDNG] |
| Widerspruch/Rechte-Ausübung | Über ePA-App, Ombudsstelle der Kasse oder schriftlich |
| Sanktion fehlende TI-/ePA-Ausstattung | Pauschale Vergütungskürzung 1 % bis Nachweis [KBV/KV] |

## Geltungsbereich

Die ePA nach **§§ 341 ff. SGB V** gilt für alle **gesetzlich Krankenversicherten**. Privatversicherte sind nicht erfasst; einzelne private Krankenversicherer bieten freiwillig vergleichbare Aktenlösungen an. Die ePA ist **versichertengeführt** – der Versicherte entscheidet, welche Dokumente gespeichert, verborgen oder gelöscht werden und welche Leistungserbringer worauf zugreifen dürfen. Verantwortlich für die Verarbeitung der Daten zum Zweck der ePA-Nutzung ist nach **§ 307 Abs. 4 SGB V** die jeweilige **Krankenkasse** im Sinne von Art. 4 Nr. 7 DSGVO. Die technische Bereitstellung und Zulassung der ePA-Systeme erfolgt über die **gematik** (Gesellschaft für Telematik) im Rahmen der Telematikinfrastruktur.

## Opt-out und Widerspruchsrechte

Das zentrale Merkmal der „ePA für alle" ist das **Widerspruchsverfahren (Opt-out)**. Nach **§ 342 Abs. 1 SGB V** stellt die Krankenkasse eine ePA zur Verfügung, wenn der Versicherte nach vorheriger Information (§ 343 SGB V) **nicht innerhalb von sechs Wochen** widerspricht. Der Widerspruch ist **jederzeit und ohne Angabe von Gründen** möglich – auch nach Anlage der Akte. Widerspricht der Versicherte, wird keine ePA angelegt bzw. eine bereits angelegte Akte **gelöscht**.

Neben dem vollständigen Widerspruch gegen die Akte gibt es **abgestufte Widerspruchs- und Steuerungsrechte**:

- Widerspruch gegen die **Befüllung** durch einzelne Leistungserbringer (§ 347 SGB V),
- **Verbergen** einzelner Dokumente vor bestimmten oder allen Zugriffsberechtigten,
- **zeitliche und inhaltliche Begrenzung** von Zugriffen über die ePA-App,
- gesonderter Widerspruch gegen die **Datenfreigabe zu Forschungszwecken** (§ 363 SGB V, ebenfalls Opt-out nach dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz).

Versicherte ohne Smartphone können ihre Rechte auch über die **Ombudsstelle** der Krankenkasse ausüben. Die **eigenständige Ausübung** der ePA-Rechte ist ab dem **vollendeten 15. Lebensjahr** möglich; davor handeln die Sorgeberechtigten.

## Zugriff durch Leistungserbringer

Der Zugriff auf die ePA ist an eine **konkrete Behandlung** gebunden und wird technisch über das **Stecken der elektronischen Gesundheitskarte (eGK)** ausgelöst. Standardmäßig gelten unterschiedliche **Zugriffszeiträume**: **Arztpraxen** erhalten nach dem Stecken der eGK für **90 Tage** Zugriff, **Apotheken** für **3 Tage**. Über die ePA-App können Versicherte diese Zeiträume **verkürzen, verlängern oder Zugriffe ganz entziehen**. Seit dem **1. Oktober 2025** sind Vertragsärztinnen und -ärzte sowie Psychotherapeuten nach **§ 347 SGB V** verpflichtet, behandlungsrelevante Daten in die ePA einzustellen – allerdings nur, soweit die Daten **selbst erhoben**, aus der **aktuellen Behandlung**, bereits **elektronisch verfügbar** sind und **kein Widerspruch** des Patienten vorliegt. Papierunterlagen müssen nicht eigens eingescannt werden.

## Abgrenzung: ePA-Einsicht und Krankenakte (§ 630g BGB)

Die ePA ersetzt **nicht** das **Einsichtsrecht in die ärztliche Patientenakte** nach **§ 630g BGB**. Beide Rechte bestehen nebeneinander: § 630g BGB gibt einen zivilrechtlichen Anspruch auf Einsicht in die **beim Behandler geführte** Dokumentation, während die ePA eine **versichertengeführte, einrichtungsübergreifende** Akte in der Telematikinfrastruktur ist. Dokumente, die ein Arzt in die ePA einstellt, entbinden ihn nicht von seiner eigenen **Dokumentationspflicht** (§ 630f BGB). Umgekehrt begründet ein Widerspruch gegen die ePA keine Nachteile bei Diagnostik oder Behandlung.

## Häufige Fehler

- **„Wer nicht widerspricht, muss die ePA aktiv nutzen."** Falsch – die Anlage erfolgt automatisch (Opt-out), die **Nutzung bleibt freiwillig** (§ 341 Abs. 1 SGB V). Der Versicherte muss keine Dokumente hochladen und keine Zugriffe freigeben.
- **„Der Widerspruch ist nur in den ersten sechs Wochen möglich."** Falsch – die Sechs-Wochen-Frist betrifft nur die **erstmalige Anlage**. Ein Widerspruch ist **jederzeit** möglich, auch später mit Löschung der Akte.
- **„Jeder Arzt kann jederzeit alles in meiner ePA sehen."** Differenziert – der Zugriff ist an eine **Behandlung** und an **Zugriffszeiträume** (Praxis 90 Tage, Apotheke 3 Tage) gebunden; einzelne Dokumente lassen sich **verbergen**.
- **„Meine ePA-Daten gehen automatisch in die Forschung."** Differenziert – die Forschungsdatenfreigabe ist ein **eigenes Opt-out** (§ 363 SGB V, GDNG); der Widerspruch dagegen ist gesondert über die ePA-App möglich und lässt die ePA-Nutzung im Übrigen unberührt.
- **„Die ePA ersetzt mein Einsichtsrecht nach § 630g BGB."** Falsch – das zivilrechtliche Einsichtsrecht in die Behandlungsdokumentation besteht **unabhängig** von der ePA fort.
- **„Kinder haben keine ePA."** Differenziert – auch für Minderjährige wird eine ePA angelegt; die **Sorgeberechtigten** verwalten sie, ab **vollendetem 15. Lebensjahr** üben Jugendliche die Rechte selbst aus.

## Quellen

- § 341 SGB V – Elektronische Patientenakte: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__341.html
- § 342 SGB V – Angebot und Nutzung der elektronischen Patientenakte (Opt-out): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__342.html
- § 343 SGB V – Informationspflichten der Krankenkassen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__343.html
- § 347 SGB V – Befüllung der elektronischen Patientenakte durch Leistungserbringer: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__347.html
- § 363 SGB V – Verarbeitung von ePA-Daten zu Forschungszwecken (Opt-out): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__363.html
- § 630g BGB – Einsichtnahme in die Patientenakte: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630g.html
- BMG – Elektronische Patientenakte „ePA für alle": https://www.bundesgesundheitsministerium.de/epa-na-sicher/
- gematik – ePA für alle (Fachportal): https://fachportal.gematik.de/anwendungen/epa-fuer-alle
- KBV – Elektronische Patientenakte (Zugriffsrechte, Befüllung): https://www.kbv.de/praxis/digitalisierung/anwendungen/elektronische-patientenakte
- Digital-Gesetz (DigiG) – BMG: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/gesetze-und-verordnungen/guv-20-lp/digig/faq-digital-gesetz

## Änderungsverlauf

- 2026-07-04: Erstveröffentlichung. Quellen §§ 341–343, 347, 363 SGB V, § 630g BGB, DigiG, BMG „ePA für alle", gematik-Fachportal und KBV verifiziert. Opt-out-Frist 6 Wochen (§ 342), Befüllungspflicht Ärzte ab 01.10.2025 (§ 347), Zugriffsdauern 90 Tage / 3 Tage sowie Rechteausübung ab vollendetem 15. Lebensjahr belegt. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-07-04
- Gültig ab: 2025-01-15 (Opt-out-ePA „für alle", § 342 SGB V i. d. F. DigiG)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB V, BGB, DigiG, BMG, gematik, KBV)
- Lizenz: CC BY 4.0
