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title: "Erbschaftsteuer – Steuerklassen und Steuersätze 2026 (§§ 15, 16, 19 ErbStG) – Tabelle, Freibeträge und Härteausgleich"
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# Erbschaftsteuer – Steuerklassen und Steuersätze 2026 (§§ 15, 16, 19 ErbStG) – Tabelle, Freibeträge und Härteausgleich

## Kurzantwort

Die Höhe der Erbschaftsteuer hängt von zwei Stellschrauben ab: der **Steuerklasse** des Erwerbers (§ 15 ErbStG: I, II oder III je nach Verwandtschaftsgrad) und dem **steuerpflichtigen Erwerb** nach Abzug des persönlichen **Freibetrags** (§ 16 ErbStG). Auf den verbleibenden Betrag wird nach § 19 Abs. 1 ErbStG ein **Prozentsatz** angewandt: in **Steuerklasse I 7 % bis 30 %**, in **Klasse II 15 % bis 43 %** und in **Klasse III 30 % oder 50 %**. Ehegatten und Lebenspartner (Freibetrag 500.000 €), Kinder (400.000 €) und Enkel (200.000 €) gehören zur Steuerklasse I; Geschwister, Nichten und Neffen (Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern) zur Klasse II mit nur 20.000 € Freibetrag; alle übrigen Erwerber zur Klasse III, ebenfalls mit 20.000 €. Liegt der Erwerb knapp über einer Wertstufe, mildert der **Härteausgleich** (§ 19 Abs. 3 ErbStG) den Sprung.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Steuerklasse I | Ehegatte/Lebenspartner; Kinder und Stiefkinder; deren Abkömmlinge; Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen [§ 15 Abs. 1 ErbStG] |
| Steuerklasse II | Eltern und Voreltern (soweit nicht Klasse I, v. a. bei Schenkungen); Geschwister; Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern; Stiefeltern; Schwiegerkinder; Schwiegereltern; geschiedener Ehegatte/Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft [§ 15 Abs. 1 ErbStG] |
| Steuerklasse III | Alle übrigen Erwerber und Zweckzuwendungen [§ 15 Abs. 1 ErbStG] |
| Freibetrag Ehegatte/Lebenspartner | 500.000 € [§ 16 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG] |
| Freibetrag Kinder (und Kinder verstorbener Kinder) | 400.000 € [§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG] |
| Freibetrag Enkel (Kinder lebender Kinder) | 200.000 € [§ 16 Abs. 1 Nr. 3 ErbStG] |
| Freibetrag übrige Personen der Klasse I (z. B. Eltern, Voreltern bei Erwerb von Todes wegen) | 100.000 € [§ 16 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG] |
| Freibetrag Klasse II | 20.000 € [§ 16 Abs. 1 Nr. 5 ErbStG] |
| Freibetrag Klasse III | 20.000 € [§ 16 Abs. 1 Nr. 7 ErbStG] |
| Steuersatz Klasse I | 7 % bis 75.000 €; 11 % bis 300.000 €; 15 % bis 600.000 €; 19 % bis 6 Mio. €; 23 % bis 13 Mio. €; 27 % bis 26 Mio. €; 30 % darüber [§ 19 Abs. 1 ErbStG] |
| Steuersatz Klasse II | 15 % bis 75.000 €; 20 % bis 300.000 €; 25 % bis 600.000 €; 30 % bis 6 Mio. €; 35 % bis 13 Mio. €; 40 % bis 26 Mio. €; 43 % darüber [§ 19 Abs. 1 ErbStG] |
| Steuersatz Klasse III | 30 % bis 6 Mio. €; 50 % darüber [§ 19 Abs. 1 ErbStG] |
| Härteausgleich | Mehrsteuer an der Wertgrenze nur aus der Hälfte (Satz bis 30 %) bzw. drei Vierteln (Satz über 30 %) des Überschreitungsbetrags [§ 19 Abs. 3 ErbStG] |

## Steuersatztabelle (§ 19 Abs. 1 ErbStG)

Maßgeblich ist der **steuerpflichtige Erwerb** (§ 10 ErbStG), also der Wert des Erwerbs nach Abzug von Nachlassverbindlichkeiten, Freibeträgen und weiteren Abzügen. Die Wertstufen gelten jeweils bis einschließlich des genannten Betrags; der Satz der jeweiligen Stufe wird auf den **gesamten** steuerpflichtigen Erwerb angewandt (kein Stufentarif wie bei der Einkommensteuer).

| Steuerpflichtiger Erwerb bis einschl. | Klasse I | Klasse II | Klasse III |
|---|---|---|---|
| 75.000 € | 7 % | 15 % | 30 % |
| 300.000 € | 11 % | 20 % | 30 % |
| 600.000 € | 15 % | 25 % | 30 % |
| 6.000.000 € | 19 % | 30 % | 30 % |
| 13.000.000 € | 23 % | 35 % | 50 % |
| 26.000.000 € | 27 % | 40 % | 50 % |
| über 26.000.000 € | 30 % | 43 % | 50 % |

## Härteausgleich (§ 19 Abs. 3 ErbStG)

Weil der höhere Satz auf den gesamten Erwerb gilt, würde schon ein Euro über einer Wertgrenze zu einem Sprung in der Steuer führen. § 19 Abs. 3 ErbStG verhindert das: Der Unterschied zwischen der Steuer nach der höheren Stufe und der Steuer, die bei Nichtüberschreiten der vorherigen Wertgrenze anfiele, wird nur erhoben, soweit er **aus der Hälfte** (bei einem Satz bis 30 %) bzw. **aus drei Vierteln** (bei einem Satz über 30 %) des Betrags gedeckt werden kann, um den die Wertgrenze überschritten wird.

**Beispiel (Rechenbeispiel, keine Steuerberatung):** Eine Schwester (Klasse II) erbt 100.000 €. Nach dem Freibetrag von 20.000 € verbleiben 80.000 €, also 5.000 € über der Grenze von 75.000 €. Ungemildert wären 20 % = 16.000 €. Die Steuer an der Grenze beträgt 15 % von 75.000 € = 11.250 €; der Unterschied von 4.750 € wird nur bis zur Hälfte des Überschreitungsbetrags (2.500 €) erhoben. Die Steuer beträgt daher 11.250 € + 2.500 € = **13.750 €**.

## Beispiel Kind (Steuerklasse I)

Ein Kind erbt 500.000 €. Nach dem Freibetrag von 400.000 € (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG) verbleiben 100.000 € steuerpflichtiger Erwerb. Dieser liegt in der Stufe bis 300.000 €: Steuersatz 11 %, Steuer **11.000 €**. Ein Härteausgleich greift nicht, weil keine Wertgrenze knapp überschritten wird.

## Wer gehört in welche Klasse – typische Zweifelsfälle

- **Eltern** sind bei Erwerben von Todes wegen in Klasse I (Freibetrag 100.000 €); bei Schenkungen unter Lebenden fallen sie in Klasse II (§ 15 Abs. 1 ErbStG).
- **Stiefkinder** stehen in Klasse I, **Schwiegerkinder** und **Stiefeltern** in Klasse II.
- **Geschiedene Ehegatten** gehören zu Klasse II – sie erben ohnehin nicht gesetzlich.
- **Adoptierte Kinder** behalten die Steuerklasse zu ihrer leiblichen Familie, auch wenn das Verwandtschaftsverhältnis bürgerlich-rechtlich erloschen ist (§ 15 Abs. 1a ErbStG).
- **Nichten und Neffen** zählen als Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern zu Klasse II; weitere Abkömmlinge von Geschwistern und nicht verwandte Personen (z. B. Lebensgefährten ohne Eheschließung oder Lebenspartnerschaft) zu Klasse III.
- **Familienstiftungen:** maßgeblich ist das Verhältnis des nach der Stiftungsurkunde entferntest Berechtigten (§ 15 Abs. 2 ErbStG).

## Häufige Fehler

- **„Der Steuersatz gilt nur für den Teil über dem Freibetrag in der jeweiligen Stufe."** Falsch – der Satz der erreichten Stufe gilt für den gesamten steuerpflichtigen Erwerb, mit Milderung nur durch den Härteausgleich (§ 19 Abs. 3 ErbStG).
- **„Der Freibetrag hängt vom Wert des Erbes ab."** Falsch – er hängt allein von der Personengruppe ab (§ 16 Abs. 1 ErbStG).
- **„Lebensgefährten sind wie Ehegatten privilegiert."** Falsch – nur Ehegatten und eingetragene Lebenspartner gehören zu Klasse I; Lebensgefährten ohne Trauschein zu Klasse III mit 20.000 € Freibetrag.
- **„Eltern erhalten bei der Erbschaft nur 20.000 € Freibetrag."** Falsch – bei Erwerben von Todes wegen gehören Eltern und Voreltern zu Klasse I (100.000 €).

## Weiterführend

Persönliche Freibeträge und Versorgungsfreibetrag: [Erbschaftsteuer-Freibeträge 2026](https://nexvyra.de/fakten/erbschaftsteuer-freibetraege-2026.md), [Versorgungsfreibetrag § 17 ErbStG](https://nexvyra.de/fakten/versorgungsfreibetrag-17-erbstg.md), [Zusammenrechnung früherer Erwerbe § 14 ErbStG](https://nexvyra.de/fakten/zusammenrechnung-frueherer-erwerbe-14-erbstg.md), [Familienheim § 13 ErbStG](https://nexvyra.de/fakten/familienheim-steuerbefreiung-13-erbstg.md).

## Änderungsverlauf

- 2026-10-28: Erstveröffentlichung. Wortlaut §§ 15, 16, 19 ErbStG (Tarifstufen, Freibeträge, Härteausgleich) gegen gesetze-im-internet.de geprüft. Rechenbeispiele selbst berechnet.

## Stand

- Stand: 2026-10-28
- Gültig ab: 2010-01-01
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (ErbStG)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- § 15 ErbStG – Steuerklassen:
  https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__15.html
- § 16 ErbStG – Freibeträge:
  https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html
- § 19 ErbStG – Steuersätze:
  https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__19.html

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-10-28
- Letzte Prüfung: 2026-10-28
- In Kraft seit: 2010-01-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
