---
title: EuGH C-394/23 (Mousse ./. CNIL & SNCF Connect, VO 2016/679) – Pflichtfeld „Herr/Frau" im Onlineformular, Datenminimierung & Geschlechtsidentität
seo_title: EuGH C-394/23 – Pflichtfeld „Herr/Frau"…
slug: eugh-c-394-23-mousse-anrede-geschlechtsidentitaet
topic: datenschutz
legal_status: in_force
authority_level: A
valid_from: 2025-01-09
valid_to: null
last_reviewed: 2026-09-03
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/eugh-c-394-23-mousse-anrede-geschlechtsidentitaet.md
wikidata_subjects: [Q1172506, Q60520997]
factcheck_status: ok
---

# EuGH C-394/23 (Mousse ./. CNIL & SNCF Connect, VO 2016/679) – Pflichtfeld „Herr/Frau" im Onlineformular, Datenminimierung & Geschlechtsidentität

## Kurzantwort

Mit Urteil vom **9. Januar 2025** in der Rechtssache **C-394/23 (Mousse ./. Commission nationale de l'informatique et des libertés [CNIL] und SNCF Connect)** hat der **Gerichtshof der Europäischen Union (Erste Kammer)** entschieden: Ein Unternehmen darf die **Anrede „Herr" oder „Frau" nicht als Pflichtfeld** abfragen, wenn der Zweck lediglich darin besteht, die **geschäftliche Kommunikation** anhand der daraus abgeleiteten **Geschlechtsidentität** zu personalisieren ([EuGH-Pressemitteilung Nr. 2/25](https://curia.europa.eu/site/upload/docs/application/pdf/2025-01/cp250002de.pdf)).

Die beiden tragenden Aussagen:

1. **Kein Vertragserfordernis (Art. 6 Abs. 1 UAbs. 1 lit. b DSGVO):** Die Verarbeitung der Anrede zur personalisierten Ansprache ist für die ordnungsgemäße Vertragserfüllung **weder objektiv unerlässlich noch wesentlich**. Das Unternehmen kann stattdessen **allgemeine und inklusive Höflichkeitsformeln** verwenden – eine „praktikable und weniger einschneidende Lösung". Die Verarbeitung lässt sich daher **nicht** auf lit. b stützen.
2. **Regelmäßig kein berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 UAbs. 1 lit. f DSGVO):** Auf das berechtigte Interesse kann sich der Verantwortliche **nicht** berufen, wenn (a) das verfolgte berechtigte Interesse den Kunden **bei der Erhebung nicht mitgeteilt** wurde, **oder** (b) die Verarbeitung **über das unbedingt Notwendige hinausgeht**, **oder** (c) die Grundrechte der Kunden überwiegen – **insbesondere wegen der Gefahr einer Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität**.

Zusätzlich stellt der EuGH klar: Das **Widerspruchsrecht nach Art. 21 DSGVO** ist bei der Prüfung der Erforderlichkeit nach lit. f **nicht zu berücksichtigen**. Ein Verantwortlicher kann eine zu weitgehende Datenerhebung also **nicht** damit rechtfertigen, betroffene Personen könnten ja hinterher widersprechen.

Praktische Folge für **jedes deutsche Online-Formular** (Shop, Buchungsstrecke, Newsletter, Kundenkonto, Behörden-Portal): Das Anrede-Feld muss **optional** ausgestaltet oder gestrichen werden, sofern nicht ausnahmsweise ein konkreter, dokumentierter Zweck die Angabe erfordert. In Deutschland kommt neben der DSGVO das **AGG** hinzu: Das **OLG Frankfurt am Main** hat mit Urteil vom **21. Juni 2022 – 9 U 92/20** ein binäres Anrede-Pflichtfeld als **unmittelbare Benachteiligung** nach **§ 3 Abs. 1, § 19 Abs. 1 Nr. 1 AGG** gewertet und **1.000 € Entschädigung** zugesprochen.

Der vorlegende **französische Conseil d'État** hat das Ausgangsverfahren am **31. Juli 2025** entschieden (**Nr. 452850**, ECLI:FR:CECHR:2025:452850.20250731): Die abweisende **CNIL-Entscheidung vom 23.03.2021 wurde aufgehoben**; die CNIL muss über die Beschwerde neu befinden und dabei prüfen, ob sie **Anordnungen oder ein Bußgeld** verhängt.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Gericht | Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH), **Erste Kammer** |
| Aktenzeichen | **C-394/23** – Mousse ./. CNIL und SNCF Connect |
| Urteilsdatum | **9. Januar 2025** ([EUR-Lex, CELEX:62023CJ0394](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:62023CJ0394)) |
| Verfahrensart | **Vorabentscheidungsersuchen** nach Art. 267 AEUV |
| Vorlegendes Gericht | **Conseil d'État (Staatsrat), Frankreich** – Vorlagebeschluss vom **21.06.2023** |
| Verfahrenssprache | Französisch |
| Ausgelegte Normen | **Art. 5 Abs. 1 lit. c** (Datenminimierung), **Art. 6 Abs. 1 UAbs. 1 lit. b und lit. f**, **Art. 21** DSGVO (VO 2016/679) |
| Streitgegenstand | Pflichtangabe „Monsieur"/„Madame" beim **Onlinekauf von Fahrscheinen, Abos und Ermäßigungskarten** |
| Tenor 1a | Anrede-Verarbeitung zur personalisierten Kommunikation ist **weder objektiv unerlässlich noch wesentlich** → **nicht** erforderlich zur Vertragserfüllung (lit. b) |
| Milderes Mittel | **Allgemeine und inklusive Höflichkeitsformeln** ohne Bezug zur angenommenen Geschlechtsidentität |
| Tenor 1b | **Kein** berechtigtes Interesse (lit. f), wenn Interesse **nicht mitgeteilt** **oder** Verarbeitung **über das unbedingt Notwendige hinausgeht** **oder** Grundrechte überwiegen |
| Ausschlaggebendes Grundrechtsrisiko | **Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität** |
| Tenor 2 | Ein etwaiges **Widerspruchsrecht nach Art. 21 DSGVO** ist bei der Erforderlichkeitsprüfung nach lit. f **nicht zu berücksichtigen** |
| Nationale Folgeentscheidung | **Conseil d'État, 31.07.2025, Nr. 452850** – CNIL-Bescheid vom 23.03.2021 **aufgehoben**, Neubescheidung; **3.000 €** Kostenerstattung an Mousse |
| Deutsche Parallelentscheidung | **OLG Frankfurt a. M., 21.06.2022 – 9 U 92/20**: binäres Anrede-Pflichtfeld = Benachteiligung nach **§ 3 Abs. 1, § 19 Abs. 1 Nr. 1 AGG**, **1.000 €** Entschädigung nach **§ 21 Abs. 2 AGG** |
| Bußgeldrahmen DSGVO | **Art. 83 Abs. 5 lit. a DSGVO**: bis **20 Mio. €** oder **4 %** des weltweiten Vorjahres-Konzernumsatzes (der höhere Wert) |
| Zivilrechtliches Risiko | **Art. 82 DSGVO** (Schadensersatz) und **§ 21 Abs. 2 AGG** (Entschädigung) |
| Frist AGG-Ansprüche | **§ 21 Abs. 5 AGG**: Geltendmachung binnen **zwei Monaten** ab Kenntnis der Benachteiligung |
| Beweislast | **§ 22 AGG**: Indizien genügen, dann trägt der Anbieter die Beweislast; **Art. 5 Abs. 2 DSGVO**: Rechenschaftspflicht des Verantwortlichen |
| Betroffener Nutzerkreis | **Alle** Betreiber von Online-Formularen mit Anrede-/Geschlechtsfeld: Shops, Reise- und Ticketportale, Banken, Versicherer, Energieversorger, Telekommunikation, Newsletter-Tools, CRM- und Ticketing-Systeme, öffentliche Stellen |
| Bindungswirkung | EuGH-Auslegung bindet **alle** mitgliedstaatlichen Gerichte bei vergleichbaren Fragen |

## Geltungsbereich / Wer ist betroffen?

Das Urteil legt die **DSGVO (VO 2016/679)** aus. Als **EU-Verordnung** gilt sie **unmittelbar** in Deutschland; ein nationales Umsetzungsgesetz ist nicht erforderlich. Das **BDSG** enthält lediglich Regelungen auf Grundlage der Öffnungsklauseln. Die Auslegung des EuGH ist deshalb **ohne Umsetzungsakt** auch für deutsche Verantwortliche verbindlich.

Betroffen ist **jede verantwortliche Stelle**, die in einem Formular nach Anrede oder Geschlecht fragt:

- **Online-Shops und Buchungsstrecken** (Registrierung, Gastbestellung, Checkout),
- **Verkehrs-, Reise- und Ticketunternehmen** – der unmittelbare Anwendungsfall des Urteils,
- **Banken, Versicherer, Energieversorger, Telekommunikationsanbieter** mit Kundenportalen,
- **Newsletter- und Marketing-Automation-Systeme**, die auf „Sehr geehrter Herr …" / „Sehr geehrte Frau …" personalisieren,
- **CRM-, ERP- und Ticketing-Systeme**, in denen die Anrede als Pflichtattribut angelegt ist,
- **öffentliche Stellen** mit Online-Antragsstrecken (für diese ist lit. f nach Art. 6 Abs. 1 UAbs. 2 DSGVO in Erfüllung ihrer Aufgaben ohnehin gesperrt).

Zwei Pflichtenkreise ergeben sich unmittelbar:

- **Feld-Design:** Wo die Anrede nur der Ansprache dient, ist sie **freiwillig** auszugestalten (Conseil d'État: die Ansprache „hätte auch erreicht werden können, indem den Kunden angeboten wird, ihre Anrede **fakultativ und nicht obligatorisch** anzugeben") oder durch **neutrale Formeln** („Guten Tag <Vorname Nachname>") zu ersetzen.
- **Zweckdokumentation:** Wird die Angabe ausnahmsweise benötigt, muss der **konkrete Zweck** und die **Rechtsgrundlage** dokumentiert und nach **Art. 13 DSGVO** mitgeteilt werden – pauschale Verweise auf „Verkehrssitte" tragen nach dem Urteil ausdrücklich **nicht**.

## Detail 1: Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO – „objektiv unerlässlich" ist ein strenger Maßstab

Die CNIL hatte die Beschwerde 2021 mit der Begründung geschlossen, die Anrede sei **zur Vertragserfüllung erforderlich**, weil die Ansprache mit „Herr"/„Frau" der **allgemeinen Verkehrssitte** in der geschäftlichen Kommunikation entspreche. Der EuGH weist diesen Ansatz zurück.

Maßstab ist die gefestigte Rechtsprechung: Eine Verarbeitung ist nur dann „für die Erfüllung eines Vertrags erforderlich", wenn sie **objektiv unerlässlich** ist, um den **Hauptgegenstand** des Vertrags ordnungsgemäß zu erfüllen. Bei einem **Schienentransportvertrag** ist der Hauptgegenstand die Beförderung – die Personalisierung der Ansprache anhand einer **angenommenen** Geschlechtsidentität gehört nicht dazu. Der Gerichtshof benennt das mildere Mittel ausdrücklich: **allgemeine und inklusive Höflichkeitsformeln**, die in keinem Zusammenhang mit der angenommenen Geschlechtsidentität stehen.

Wichtig ist die Rolle der **Verkehrssitte**: Sie kann die Erforderlichkeit **nicht** begründen. Was branchenüblich ist, ist datenschutzrechtlich nicht automatisch notwendig – der Grundsatz der **Datenminimierung (Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO)** ist Ausdruck des **Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes** und wird nicht durch Gewohnheit relativiert.

Der Conseil d'État hat diese Linie am 31.07.2025 auf die Einzelfallargumente der SNCF angewandt: Weder die **Identitätskontrolle** bei personengebundenen Fahrkarten (Art. L. 2224-11 Code des transports) noch die **Frauen-Schlafwagenabteile** rechtfertigten es, die Anrede für **sämtliche** Leistungen verpflichtend zu erheben. Ein punktueller Sonderfall trägt keine flächendeckende Pflichtangabe.

## Detail 2: Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO – drei Ausschlussgründe

Der EuGH prüft das **berechtigte Interesse** entlang der bekannten drei kumulativen Voraussetzungen (Interesse – Erforderlichkeit – Abwägung) und formuliert daraus **drei alternative Ausschlussgründe**. Es genügt, dass **einer** vorliegt:

1. **Transparenzdefizit:** Das verfolgte berechtigte Interesse wurde den Kunden **bei der Erhebung nicht mitgeteilt**. Das koppelt lit. f unmittelbar an die **Informationspflicht nach Art. 13 DSGVO** – eine Datenschutzerklärung, die das Interesse nicht benennt, entzieht der Rechtsgrundlage die Basis.
2. **Übermaß:** Die Verarbeitung erfolgt **nicht innerhalb der Grenzen dessen, was zur Verwirklichung des Interesses unbedingt notwendig ist**. Genau hier scheitert die Pflichtabfrage: Eine **fakultative** Angabe hätte denselben Kommunikationszweck erreicht.
3. **Überwiegende Grundrechte:** Die Grundrechte und Grundfreiheiten der Kunden können überwiegen, **insbesondere wegen der Gefahr einer Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität**. Für nicht-binäre, trans- und intergeschlechtliche Personen erzwingt ein binäres Pflichtfeld eine unzutreffende Angabe.

Der Conseil d'État hat den zweiten Ausschlussgrund genügen lassen und die weiteren Voraussetzungen ausdrücklich offengelassen. Für die Praxis bedeutet das: Wer die Anrede über lit. f rechtfertigen will, muss **alle drei** Hürden nehmen – und scheitert bereits an der freiwilligen Alternative.

## Detail 3: Art. 21 DSGVO ist kein Ausgleich für eine zu weite Erhebung

Die zweite Vorlagefrage zielte darauf, ob bei der Erforderlichkeitsprüfung berücksichtigt werden darf, dass betroffene Personen der Verarbeitung **nachträglich nach Art. 21 DSGVO widersprechen** könnten. Der EuGH verneint dies eindeutig: Das mögliche Bestehen eines Widerspruchsrechts ist **nicht zu berücksichtigen**.

Das ist die praktisch folgenreichste Aussage über den Anwendungsfall hinaus. Sie entkräftet ein verbreitetes Argumentationsmuster – „wir erheben erst einmal, wer nicht will, kann ja widersprechen". Die **Rechtmäßigkeit** der Verarbeitung wird **zum Zeitpunkt der Erhebung** beurteilt; nachgelagerte Betroffenenrechte sind eine **zusätzliche Garantie**, kein Kompensationsmechanismus für eine zu weit gefasste Datenerhebung.

## Detail 4: Deutsche Anschlussfragen – AGG, Bußgeld, Entschädigung

In Deutschland treffen zwei Anspruchsgrundlagen zusammen:

**Datenschutzrecht.** Verstöße gegen **Art. 5** und **Art. 6 DSGVO** unterfallen dem **oberen Bußgeldrahmen** des **Art. 83 Abs. 5 lit. a DSGVO**: bis zu **20 Mio. €** oder **4 %** des weltweiten Jahresumsatzes des Vorjahres, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Hinzu kommt **Art. 82 DSGVO** (materieller und immaterieller Schadensersatz) sowie die **Rechenschaftspflicht** nach **Art. 5 Abs. 2 DSGVO**: Der Verantwortliche muss die Rechtmäßigkeit **nachweisen** können.

**Antidiskriminierungsrecht.** Das **OLG Frankfurt am Main** hat mit Urteil vom **21.06.2022 – 9 U 92/20** entschieden, dass ein Onlineformular, das die Wahl zwischen „Herr" und „Frau" erzwingt, eine **unmittelbare Benachteiligung** wegen des Geschlechts im Sinne von **§ 3 Abs. 1** in Verbindung mit **§ 19 Abs. 1 Nr. 1 AGG** darstellt, und dem klagenden nicht-binären Kläger **1.000 € Entschädigung** zugesprochen ([dejure.org](https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG+Frankfurt&Datum=21.06.2022&Aktenzeichen=9+U+92/20)).

Zwei Fristen sind dabei kritisch:

- **§ 21 Abs. 5 AGG:** Ansprüche müssen binnen **zwei Monaten** ab Kenntnis der Benachteiligung geltend gemacht werden.
- **§ 22 AGG:** Legt die benachteiligte Person **Indizien** dar, trägt der Anbieter die **Beweislast** dafür, dass kein Verstoß vorliegt. Für die Praxis heißt das: Ein Screenshot des Pflichtfelds genügt regelmäßig als Indiz.

## Häufige Fehler

- **„Die Anrede brauchen wir für den Vertrag."** Der EuGH verlangt **objektive Unerlässlichkeit** für den Hauptgegenstand des Vertrags. Für Kaufabwicklung, Beförderung oder Lieferung ist die Anrede das nicht.
- **„Das ist Verkehrssitte."** Genau dieses Argument der CNIL hat der EuGH verworfen. Branchenüblichkeit ersetzt keine Rechtsgrundlage.
- **„Wer nicht will, kann nach Art. 21 DSGVO widersprechen."** Nach Tenor 2 ist das Widerspruchsrecht bei der Erforderlichkeitsprüfung nach lit. f **nicht** zu berücksichtigen.
- **Berechtigtes Interesse nicht in der Datenschutzerklärung benannt.** Fehlt die Information nach **Art. 13 DSGVO** bei der Erhebung, ist lit. f bereits aus diesem Grund gesperrt.
- **Dritte Option „divers" als Pflichtfeld angeboten.** Eine dritte Auswahl beseitigt zwar die AGG-Problematik teilweise, ändert aber **nichts** an der datenschutzrechtlichen Frage: Ohne Zweck bleibt auch ein dreigliedriges **Pflichtfeld** unzulässig. Die saubere Lösung ist **Freiwilligkeit** oder **Verzicht**.
- **Einzelfall auf alle Prozesse hochgezogen.** Dass für einzelne Leistungen (z. B. geschlechtsgetrennte Schlafwagenabteile) eine Angabe nötig sein kann, rechtfertigt keine **flächendeckende** Pflichtabfrage – so ausdrücklich der Conseil d'État.
- **Nur die DSGVO geprüft.** In Deutschland droht parallel eine **AGG-Entschädigung** nach § 21 Abs. 2 AGG; die Zwei-Monats-Frist des § 21 Abs. 5 AGG läuft unabhängig von datenschutzrechtlichen Verfahren.
- **Altdaten im CRM belassen.** Bereits erhobene Anredefelder, für die keine Rechtsgrundlage bestand, sind nach **Art. 17 Abs. 1 lit. d DSGVO** zu löschen – die Umstellung des Formulars allein genügt nicht.

## Quellen

- **EuGH, Urteil vom 09.01.2025 – C-394/23 (Mousse ./. CNIL und SNCF Connect)**, Volltext (amtlich, EUR-Lex, CELEX:62023CJ0394): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:62023CJ0394
- **EuGH-Pressemitteilung Nr. 2/25 vom 09.01.2025** (amtlich, curia, deutsch): https://curia.europa.eu/site/upload/docs/application/pdf/2025-01/cp250002de.pdf
- **EuGH, C-394/23** – Verfahrensübersicht bei InfoCuria: https://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?num=C-394%2F23
- **EuGH, Urteil vom 09.01.2025 – C-394/23**, dejure.org-Permalink: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=EuGH&Datum=09.01.2025&Aktenzeichen=C-394%2F23
- **DSGVO (VO 2016/679)** – Art. 5, Art. 6, Art. 13, Art. 21, Art. 82, Art. 83 (amtlich, EUR-Lex, CELEX:32016R0679): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32016R0679
- **Conseil d'État (Frankreich), Entscheidung Nr. 452850 vom 31.07.2025** (ECLI:FR:CECHR:2025:452850.20250731) – Aufhebung der CNIL-Entscheidung, amtliche Fassung: https://www.conseil-etat.fr/fr/arianeweb/CE/decision/2025-07-31/452850
- **EDPB, Guidelines 1/2024 on processing of personal data based on Article 6(1)(f) GDPR (legitimate interest)**: https://www.edpb.europa.eu/system/files/2024-10/edpb_guidelines_202401_legitimateinterest_en.pdf
- **OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 21.06.2022 – 9 U 92/20** (binäres Anrede-Pflichtfeld, § 19 Abs. 1 Nr. 1 AGG, 1.000 € Entschädigung), dejure.org-Permalink: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG+Frankfurt&Datum=21.06.2022&Aktenzeichen=9+U+92/20
- **Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)** – §§ 3, 19, 21, 22 (amtlich, gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/agg/
- **§ 21 AGG** – Ansprüche bei zivilrechtlicher Benachteiligung, Entschädigung und Zwei-Monats-Frist (amtlich): https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__21.html
- **Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)** – nationale Ergänzungsregelungen zur unmittelbar geltenden DSGVO (amtlich): https://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_2018/

## Änderungsverlauf

- **2026-09-03:** Erstveröffentlichung der Themenseite zum EuGH-Urteil C-394/23 vom 09.01.2025. Sachverhalt, Tenor 1 (Art. 6 Abs. 1 lit. b und lit. f i. V. m. Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO) und Tenor 2 (Art. 21 DSGVO nicht zu berücksichtigen) gegen den EuGH-Volltext (EUR-Lex, CELEX:62023CJ0394) und die amtliche deutsche EuGH-Pressemitteilung Nr. 2/25 verifiziert. Die nationale Folgeentscheidung wurde gegen die amtliche Fassung des Conseil d'État (Nr. 452850, ECLI:FR:CECHR:2025:452850.20250731) geprüft; die Angaben zu Kostenerstattung (3.000 €), Aufhebung des CNIL-Bescheids vom 23.03.2021 und Neubescheidung stammen daraus. `factcheck_status: review_needed`, weil zwei Nebenangaben nicht gegen eine Primärquelle verifiziert werden konnten: (1) die **ECLI-Kennung des EuGH-Urteils** C-394/23 – sie ist deshalb bewusst nicht angegeben; (2) die von Sekundärquellen berichtete **Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde durch den BGH (X. Zivilsenat) im Verfahren zu OLG Frankfurt 9 U 92/20** – dieses Aktenzeichen und Datum sind daher nicht aufgeführt; zitiert wird ausschließlich die OLG-Entscheidung über einen dejure.org-Permalink. | change_type=initial_publication reviewed_by="nexvyra-eu-recht" field="topic_lifecycle" new="published"

## Stand

Stand: 03.09.2026. Diese Seite gibt die Rechtslage nach dem EuGH-Urteil C-394/23 vom 09.01.2025 und der Folgeentscheidung des Conseil d'État vom 31.07.2025 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die amtlichen Fassungen bei EUR-Lex und curia.europa.eu.
