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title: "Fahrlässige Tötung und Körperverletzung im Straßenverkehr 2026 – Strafrahmen, Strafantrag, Fahrverbot und Führerscheinentzug (§§ 222, 229 StGB)"
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# Fahrlässige Tötung und Körperverletzung im Straßenverkehr 2026 – Strafrahmen, Strafantrag, Fahrverbot und Führerscheinentzug (§§ 222, 229 StGB)

## Kurzantwort

Wer bei einem Verkehrsunfall **fahrlässig** den Tod eines Menschen verursacht, wird nach **§ 222 StGB** mit **Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe** bestraft. Wer fahrlässig die **Körperverletzung** einer anderen Person verursacht, wird nach **§ 229 StGB** mit **Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe** bestraft. Die fahrlässige Körperverletzung wird grundsätzlich **nur auf Strafantrag** verfolgt, es sei denn, die Staatsanwaltschaft hält wegen eines **besonderen öffentlichen Interesses** ein Einschreiten von Amts wegen für geboten (**§ 230 Abs. 1 StGB**). Der Antrag muss **binnen drei Monaten** gestellt werden (**§ 77b Abs. 1 StGB**). Neben der Strafe kann das Gericht ein **Fahrverbot von einem bis sechs Monaten** (**§ 44 StGB**) oder die **Entziehung der Fahrerlaubnis** (**§ 69 StGB**) mit Sperrfrist (**§ 69a StGB**) anordnen.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Frage | Antwort |
| Fahrlässige Tötung | § 222 StGB – Freiheitsstrafe bis 5 Jahre oder Geldstrafe |
| Fahrlässige Körperverletzung | § 229 StGB – Freiheitsstrafe bis 3 Jahre oder Geldstrafe |
| Verfolgung von Amts wegen? | § 222: ja. § 229: nur auf Antrag oder bei besonderem öffentlichen Interesse (§ 230 Abs. 1 StGB) |
| Antragsfrist | 3 Monate ab Kenntnis von Tat und Täter (§ 77b Abs. 1, 2 StGB) |
| Nebenstrafe Fahrverbot | 1 bis 6 Monate, auch bei Taten ohne Fahrbezug möglich (§ 44 Abs. 1 StGB) |
| Fahrverbot wirksam | mit amtlicher Verwahrung des Führerscheins nach Rechtskraft, spätestens einen Monat nach Rechtskraft (§ 44 Abs. 2 StGB) |
| Entziehung der Fahrerlaubnis | bei Straftat im Zusammenhang mit dem Führen eines Kfz, wenn sich daraus die Ungeeignetheit ergibt (§ 69 Abs. 1 StGB) |
| Regelkatalog des § 69 Abs. 2 StGB | nennt u. a. §§ 315c, 315d, 316, 142 StGB – §§ 222 und 229 StGB stehen nicht darin |
| Wirkung der Entziehung | Fahrerlaubnis erlischt mit Rechtskraft des Urteils (§ 69 Abs. 3 StGB) |
| Sperrfrist | 6 Monate bis 5 Jahre, bei Gefahr auch dauerhaft (§ 69a Abs. 1 StGB) |
| Mindestsperre bei Wiederholung | 1 Jahr, wenn in den letzten 3 Jahren vor der Tat schon eine Sperre angeordnet wurde (§ 69a Abs. 3 StGB) |

## Was „Fahrlässigkeit" im Verkehr bedeutet

Die §§ 222 und 229 StGB setzen **keinen Vorsatz** voraus. Strafbar ist, wer durch **Fahrlässigkeit** den Tod oder die Körperverletzung eines anderen **verursacht**. Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt. Maßstab sind im Straßenverkehr vor allem die Pflichten der **StVO** – etwa Geschwindigkeit, Abstand, Vorfahrt, Rotlicht oder die Rücksichtnahme auf Fußgänger und Kinder. Ein Verstoß gegen diese Regeln ist häufig der Anknüpfungspunkt für den Fahrlässigkeitsvorwurf, ersetzt aber nicht die Prüfung, ob der Verstoß den Erfolg tatsächlich **verursacht** hat.

Hat ein Verkehrsteilnehmer **vorsätzlich** gehandelt oder liegt ein Straßenverkehrsdelikt vor, kommen **andere Tatbestände** in Betracht, etwa die [Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB)](/fakten/gefaehrdung-des-strassenverkehrs-315c-stgb.html) oder das [verbotene Kraftfahrzeugrennen (§ 315d StGB)](/fakten/illegales-autorennen-315d-stgb.html). Sie können **zusammen** mit §§ 222, 229 StGB verwirklicht sein.

## Strafrahmen im Überblick

- **§ 222 StGB (fahrlässige Tötung):** Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit **Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe** bestraft.
- **§ 229 StGB (fahrlässige Körperverletzung):** Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird mit **Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe** bestraft.

Welche Strafe im Einzelfall verhängt wird, entscheidet das Gericht nach der Schwere des Sorgfaltsverstoßes und der Unfallfolgen. Konkrete Strafhöhen lassen sich aus den Normen nicht ableiten; die Seite nennt deshalb bewusst **keine** Durchschnittswerte.

## Strafantrag bei fahrlässiger Körperverletzung (§ 230 StGB)

**§ 230 Abs. 1 StGB** macht die fahrlässige Körperverletzung (§ 229) zu einem **relativen Antragsdelikt**: Sie wird **nur auf Antrag** verfolgt, **außer** die Strafverfolgungsbehörde hält wegen des **besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung** ein Einschreiten von Amts wegen für geboten. Die **fahrlässige Tötung** (§ 222) ist **kein** Antragsdelikt.

Die **Antragsfrist** beträgt **drei Monate** (**§ 77b Abs. 1 Satz 1 StGB**). Sie beginnt mit Ablauf des Tages, an dem der Berechtigte von der **Tat und der Person des Täters** Kenntnis erlangt (**§ 77b Abs. 2 Satz 1 StGB**). Fällt das Fristende auf einen Sonnabend, Sonntag oder allgemeinen Feiertag, endet die Frist mit Ablauf des nächsten Werktags (**§ 77b Abs. 1 Satz 2 StGB**). Wird weder rechtzeitig ein Antrag gestellt noch ein besonderes öffentliches Interesse bejaht, wird die Tat nicht verfolgt (§ 77b Abs. 1 Satz 1 StGB).

## Fahrverbot als Nebenstrafe (§ 44 StGB)

Wird jemand wegen einer Straftat zu **Freiheits- oder Geldstrafe** verurteilt, kann das Gericht ihm **für einen bis sechs Monate** untersagen, im Straßenverkehr Kraftfahrzeuge zu führen – alle oder bestimmte Arten (**§ 44 Abs. 1 StGB**). Bei einem Verkehrsunfall ist das Fahrverbot daher auch neben einer Verurteilung nach §§ 222, 229 StGB möglich.

Das Fahrverbot wird **wirksam**, sobald der Führerschein nach Rechtskraft **amtlich verwahrt** wird oder das Verbot im inländischen Führerschein **vermerkt** ist, **spätestens einen Monat nach Rechtskraft** (**§ 44 Abs. 2 StGB**). Die Verbotsfrist **beginnt** erst mit der Verwahrung bzw. dem Vermerk (**§ 44 Abs. 3 StGB**). Mehrere rechtskräftige Fahrverbote werden **nacheinander** vollstreckt (**§ 44 Abs. 4 StGB**). Das Fahrverbot ändert nichts am Bestand der Fahrerlaubnis: Nach Ablauf darf wieder gefahren werden, ohne dass eine neue Fahrerlaubnis erteilt werden muss.

## Entziehung der Fahrerlaubnis (§§ 69, 69a StGB)

Wird jemand wegen einer **rechtswidrigen Tat, die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeugs** begangen hat, verurteilt, entzieht ihm das Gericht die Fahrerlaubnis, **wenn sich aus der Tat ergibt, dass er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist** (**§ 69 Abs. 1 StGB**).

Der **Regelkatalog** in **§ 69 Abs. 2 StGB** nennt bestimmte Vergehen, bei denen der Täter in der Regel als ungeeignet gilt: Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c), verbotenes Kraftfahrzeugrennen (§ 315d), Trunkenheit im Verkehr (§ 316), unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§ 142, unter weiteren Voraussetzungen) und Vollrausch (§ 323a) in bestimmten Fällen. **Die fahrlässige Tötung und die fahrlässige Körperverletzung stehen nicht in diesem Katalog.** Für eine Entziehung nach einem Unfall allein wegen §§ 222, 229 StGB muss das Gericht die **Ungeeignetheit im Einzelfall** begründen; eine Regelvermutung besteht insoweit nicht. Kommt zur fahrlässigen Tötung oder Körperverletzung ein Katalogdelikt hinzu – etwa Trunkenheit (§ 316 StGB) oder [Unfallflucht (§ 142 StGB)](/fakten/unfallflucht-142-stgb.html) –, greift für dieses Delikt die Regelvermutung.

Folgen der Entziehung:

- Die Fahrerlaubnis **erlischt mit der Rechtskraft** des Urteils; ein von einer deutschen Behörde ausgestellter Führerschein wird im Urteil **eingezogen** (**§ 69 Abs. 3 StGB**).
- Zugleich ordnet das Gericht eine **Sperre** für die Neuerteilung an: **mindestens 6 Monate, höchstens 5 Jahre**, bei erwarteter Unzulänglichkeit der Höchstfrist **dauerhaft** (**§ 69a Abs. 1 StGB**).
- Die Mindestsperre beträgt **1 Jahr**, wenn gegen den Täter in den letzten drei Jahren vor der Tat bereits eine Sperre angeordnet wurde (**§ 69a Abs. 3 StGB**).
- War die Fahrerlaubnis wegen der Tat **vorläufig entzogen** (§ 111a StPO), verkürzt sich die Mindestdauer um die Zeit der vorläufigen Entziehung, darf aber **3 Monate** nicht unterschreiten (**§ 69a Abs. 4 StGB**).

Nach Ablauf der Sperre muss die **Fahrerlaubnis neu beantragt** werden; ob dazu eine MPU verlangt wird, richtet sich nach dem Fahrerlaubnisrecht – siehe die Seiten zur Wiedererteilung und zur MPU.

## Abgrenzung

- **Straftat ≠ Ordnungswidrigkeit.** Ein bloßer Verkehrsverstoß (z. B. Geschwindigkeitsüberschreitung) ist eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld; erst die fahrlässig verursachte Verletzung oder Tötung eines Menschen führt zu §§ 222, 229 StGB. Zur Rechtsfolgenseite im Ordnungswidrigkeitenrecht siehe [Fahrverbot vs. Fahrerlaubnisentzug](/fakten/fahrverbot-vs-fahrerlaubnisentzug.html).
- **Strafverfahren ≠ Schadensersatz.** Die zivilrechtliche Haftung (Halterhaftung, Fahrerhaftung, Schmerzensgeld) ist unabhängig vom Strafverfahren, siehe [Halterhaftung nach § 7 StVG](/fakten/halterhaftung-gefaehrdungshaftung-7-stvg.html) und [Verkehrsunfall-Schadenregulierung](/fakten/verkehrsunfall-schadenregulierung.html).
- **Fahrverbot (§ 44 StGB) ≠ Fahrverbot (§ 25 StVG).** Das Fahrverbot als Nebenstrafe setzt eine Straftat voraus; das Fahrverbot nach dem Bußgeldkatalog knüpft an eine Ordnungswidrigkeit an.
- **Fahrlässigkeit ≠ Vorsatz.** Bei bewusster Gefährdung oder Rennen greifen §§ 315c, 315d StGB; zu den Pflichten nach dem Unfall siehe [Verkehrsunfall-Pflichten](/fakten/verkehrsunfall-pflichten.html).

## Was das praktisch bedeutet

- **Nach einem Unfall mit Verletzten ermittelt die Polizei** regelmäßig von Amts wegen; ob ein Strafantrag nötig ist, spielt für Verletzte vor allem dann eine Rolle, wenn die Staatsanwaltschaft kein besonderes öffentliches Interesse annimmt.
- **Dreimonatsfrist notieren.** Wer als Verletzter die Strafverfolgung wegen fahrlässiger Körperverletzung wünscht, sollte den Antrag **rechtzeitig** bei Polizei oder Staatsanwaltschaft stellen.
- **Führerschein nicht auf eigene Faust abgeben.** Ob und wie lange ein Fahrverbot oder eine Entziehung gilt, ergibt sich erst aus der **rechtskräftigen** Entscheidung; die Verbotsfrist läuft nach § 44 Abs. 3 StGB erst ab Verwahrung bzw. Vermerk.
- **Anwaltlichen Rat einholen.** Wer als Beschuldigter eine Vorladung oder einen Strafbefehl erhält, sollte sich vor einer Aussage beraten lassen; die Seite ersetzt keine Rechtsberatung.

## Siehe auch

- [Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB)](/fakten/gefaehrdung-des-strassenverkehrs-315c-stgb.html)
- [Verbotene Kraftfahrzeugrennen (§ 315d StGB)](/fakten/illegales-autorennen-315d-stgb.html)
- [Unfallflucht (§ 142 StGB)](/fakten/unfallflucht-142-stgb.html)
- [Alkohol am Steuer – Promillegrenzen](/fakten/alkohol-am-steuer-promillegrenzen.html)
- [Fahrverbot vs. Fahrerlaubnisentzug](/fakten/fahrverbot-vs-fahrerlaubnisentzug.html)
- [Führerschein-Wiedererteilung](/fakten/fuehrerschein-wiedererteilung.html)
- [MPU – Anordnung und Voraussetzungen](/fakten/mpu-anordnung-voraussetzungen.html)
- [Fahreignungsregister und Punkte in Flensburg](/fakten/fahreignungsregister-punkte-flensburg.html)

## Quellen

- § 222 StGB (Fahrlässige Tötung – Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe) – am 17.10.2026 abgerufen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__222.html [A]
- § 229 StGB (Fahrlässige Körperverletzung – Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe) – am 17.10.2026 abgerufen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__229.html [A]
- § 230 StGB (Strafantrag – Abs. 1: fahrlässige Körperverletzung nur auf Antrag oder bei besonderem öffentlichen Interesse) – am 17.10.2026 abgerufen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__230.html [A]
- § 77b StGB (Antragsfrist – drei Monate, Fristbeginn mit Kenntnis von Tat und Täter) – am 17.10.2026 abgerufen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__77b.html [A]
- § 44 StGB (Fahrverbot – Abs. 1 ein bis sechs Monate, Abs. 2 Wirksamkeit, Abs. 3 Fristbeginn, Abs. 4 mehrere Verbote) – am 17.10.2026 abgerufen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__44.html [A]
- § 69 StGB (Entziehung der Fahrerlaubnis – Abs. 1 Ungeeignetheit, Abs. 2 Regelkatalog, Abs. 3 Erlöschen) – am 17.10.2026 abgerufen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__69.html [A]
- § 69a StGB (Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis – Abs. 1 sechs Monate bis fünf Jahre bzw. dauerhaft, Abs. 3 Mindestsperre ein Jahr, Abs. 4 vorläufige Entziehung) – am 17.10.2026 abgerufen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__69a.html [A]
- Wikidata-Item „Strafgesetzbuch", Q674827 – am 17.10.2026 per WebSearch (allowed_domains wikidata.org) bestätigt: https://www.wikidata.org/wiki/Q674827 [D]
- Wikidata-Item „withdrawal and reissuance of the driver's license" (Entziehung der Fahrerlaubnis), Q1247919 – am 17.10.2026 per WebSearch bestätigt: https://www.wikidata.org/wiki/Q1247919 [D]
- Wikidata-Item „driving ban" (Fahrverbot), Q10552223 – am 17.10.2026 per WebSearch bestätigt: https://www.wikidata.org/wiki/Q10552223 [D]

## Änderungsverlauf

- 2026-10-17: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Normtexte der §§ 222, 229, 230, 44, 69, 69a, 77b StGB am 17.10.2026 gegen gesetze-im-internet.de abgeglichen. Hinweis zur Quellenlage: Die Normtexte wurden über den Abruf-Dienst inhaltlich (nicht wörtlich) ausgelesen; es werden keine Strafhöhen oder Punktewerte genannt, die sich nicht aus den Normen ergeben. | change_type=initial_publication

## Stand

- Stand: 2026-10-17
- Gültig ab: 1871-05-15 (StGB)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (StGB auf gesetze-im-internet.de)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-10-17
- Letzte Prüfung: 2026-10-17
- In Kraft seit: 1871-05-15
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
