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title: "Fußgänger im Straßenverkehr 2026 – Gehwegpflicht, Fahrbahn überqueren, Rotlicht und Bußgeld (§ 25 StVO)"
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# Fußgänger im Straßenverkehr 2026 – Gehwegpflicht, Fahrbahn überqueren, Rotlicht und Bußgeld (§ 25 StVO)

## Kurzantwort

Wer zu Fuß geht, ist Verkehrsteilnehmer und an die Straßenverkehrs-Ordnung gebunden. **§ 25 StVO** regelt die Pflichten: Zu Fuß Gehende **müssen die Gehwege benutzen**; auf der Fahrbahn darf nur gegangen werden, wenn die Straße **weder einen Gehweg noch einen Seitenstreifen** hat. Dann ist **innerorts am rechten oder linken Fahrbahnrand**, **außerorts am linken Fahrbahnrand** zu gehen, wenn das zumutbar ist (§ 25 Abs. 1 StVO). Fahrbahnen sind **unter Beachtung des Fahrzeugverkehrs zügig auf kurzem Weg quer zur Fahrtrichtung** zu überschreiten; wenn Verkehrsdichte, Geschwindigkeit, Sicht oder Verkehrsablauf es erfordern, **nur** an Kreuzungen/Einmündungen, Ampeln, Querungshilfen oder Zebrastreifen (§ 25 Abs. 3 StVO). Absperrungen dürfen nicht überstiegen werden (Abs. 4), Gleisanlagen nur an vorgesehenen Stellen betreten werden (Abs. 5). Verstöße gegen § 25 Abs. 1 bis 4 StVO sind **Ordnungswidrigkeiten** (§ 49 Abs. 1 Nr. 24 Buchst. a StVO i. V. m. § 24 Abs. 1 StVG). Die Regelsätze der amtlichen BKatV-Anlage sind niedrig: **5 €** für vorschriftswidriges Gehen auf der Fahrbahn (Nr. 111), **5 € / 10 €** für falsches Überqueren mit Gefährdung bzw. Sachbeschädigung (Nr. 112.1/112.2), **5 €** für Rot an der Fußgängerampel (Nr. 130), **10 €** für das Betreten der Autobahn (Nr. 86). Teuer wird es nur am **Bahnübergang**: Wer zu Fuß trotz geschlossener Schranke oder Halbschranke quert, riskiert **350 €** (Nr. 245) und **1 Punkt** im Fahreignungsregister (Anlage 13 FeV lfd. Nr. 3.2.11). Zivilrechtlich kann ein Verstoß bei einem Unfall zu einem **Mitverschulden** führen (§ 9 StVG, § 254 BGB).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Frage | Antwort |
| Rechtsgrundlage | § 25 StVO (Fußgänger); § 1 StVO (Grundregeln); § 18 Abs. 9 StVO (Autobahn/Kraftfahrstraße); § 37 Abs. 2 Nr. 5 StVO (Fußgängerampel); § 49 Abs. 1 Nr. 24 Buchst. a StVO; § 24 Abs. 1 StVG; Anlage zu § 1 Abs. 1 BKatV Nr. 86, 111, 112, 130, 245 |
| Gehwegpflicht | „Wer zu Fuß geht, muss die Gehwege benutzen." (§ 25 Abs. 1 Satz 1 StVO) |
| Fahrbahn erlaubt | nur, wenn die Straße weder Gehweg noch Seitenstreifen hat (§ 25 Abs. 1 Satz 2 StVO) |
| Welche Seite? | innerorts rechter oder linker Fahrbahnrand; außerorts linker Fahrbahnrand, wenn zumutbar (§ 25 Abs. 1 Satz 3 StVO) |
| Hintereinander gehen | bei Dunkelheit, schlechter Sicht oder wenn die Verkehrslage es erfordert, einzeln hintereinander (§ 25 Abs. 1 Satz 4 StVO) |
| Mitgeführte Fahrzeuge / sperrige Gegenstände | Fahrbahn benutzen, wenn auf Gehweg/Seitenstreifen andere zu Fuß Gehende erheblich behindert würden; dann rechter Fahrbahnrand, kein Linkseinordnen vor dem Abbiegen (§ 25 Abs. 2 StVO) |
| Überqueren | unter Beachtung des Fahrzeugverkehrs zügig auf kurzem Weg quer zur Fahrtrichtung (§ 25 Abs. 3 Satz 1 StVO) |
| Pflicht-Querungsstellen | bei entsprechender Verkehrslage nur an Kreuzungen/Einmündungen, Lichtzeichenanlagen innerhalb von Markierungen, Fußgängerquerungshilfen oder Fußgängerüberwegen (Zeichen 293) (§ 25 Abs. 3 Satz 2 StVO) |
| An Kreuzungen | dort vorhandene Zebrastreifen oder Ampel-Markierungen stets benutzen (§ 25 Abs. 3 Satz 3 StVO) |
| Absperrungen | Stangen- oder Kettengeländer nicht überschreiten; Absperrschranken (Zeichen 600) verbieten das Betreten (§ 25 Abs. 4 StVO) |
| Gleisanlagen | nur an den dafür vorgesehenen Stellen betreten (§ 25 Abs. 5 StVO) |
| Autobahn | zu Fuß nie betreten; Kraftfahrstraßen nur an Kreuzungen, Einmündungen oder vorgesehenen Stellen überschreiten (§ 18 Abs. 9 StVO) |
| Fußgängerampel | Farbfolge Grün-Rot-Grün; wechselt Grün auf Rot während des Überquerens, zügig weitergehen (§ 37 Abs. 2 Nr. 5 StVO) |
| Bußgeld Fahrbahn statt Gehweg / falscher Fahrbahnrand | 5 € (BKat Nr. 111) |
| Bußgeld falsch überquert | Grundtatbestand Nr. 112 ohne ausgewiesenen Regelsatz; mit Gefährdung 5 € (Nr. 112.1), mit Sachbeschädigung 10 € (Nr. 112.2) |
| Bußgeld Rot an der Fußgängerampel | 5 € (Nr. 130); mit Gefährdung 5 € (Nr. 130.1); mit Sachbeschädigung 10 € (Nr. 130.2) |
| Bußgeld Autobahn betreten | 10 € (Nr. 86) |
| Bahnübergang trotz geschlossener Schranke | 350 € (Nr. 245), 1 Punkt (Anlage 13 FeV lfd. Nr. 3.2.11) |
| Punkte sonst | keine – Anlage 13 FeV führt die Nrn. 86, 111, 112, 130 nicht auf; Regelsätze bis 55 € sind Verwarnungsgelder (§ 1 Abs. 1 Satz 2 BKatV) |
| Unfall: Mitverschulden | § 9 StVG i. V. m. § 254 BGB; Kinder zwischen 7 und 10 Jahren haften bei Unfällen mit Kfz grundsätzlich nicht (§ 828 Abs. 2 BGB) |

## Der Wortlaut des § 25 StVO

> **(1)** Wer zu Fuß geht, muss die Gehwege benutzen. Auf der Fahrbahn darf nur gegangen werden, wenn die Straße weder einen Gehweg noch einen Seitenstreifen hat. Wird die Fahrbahn benutzt, muss innerhalb geschlossener Ortschaften am rechten oder linken Fahrbahnrand gegangen werden; außerhalb geschlossener Ortschaften muss am linken Fahrbahnrand gegangen werden, wenn das zumutbar ist. Bei Dunkelheit, bei schlechter Sicht oder wenn die Verkehrslage es erfordert, muss einzeln hintereinander gegangen werden.
>
> **(2)** Wer zu Fuß geht und Fahrzeuge oder sperrige Gegenstände mitführt, muss die Fahrbahn benutzen, wenn auf dem Gehweg oder auf dem Seitenstreifen andere zu Fuß Gehende erheblich behindert würden. Benutzen zu Fuß Gehende, die Fahrzeuge mitführen, die Fahrbahn, müssen sie am rechten Fahrbahnrand gehen; vor dem Abbiegen nach links dürfen sie sich nicht links einordnen.
>
> **(3)** Wer zu Fuß geht, hat Fahrbahnen unter Beachtung des Fahrzeugverkehrs zügig auf kurzem Weg quer zur Fahrtrichtung zu überschreiten. Wenn die Verkehrsdichte, Fahrgeschwindigkeit, Sichtverhältnisse oder der Verkehrsablauf es erfordern, ist eine Fahrbahn nur an Kreuzungen oder Einmündungen, an Lichtzeichenanlagen innerhalb von Markierungen, an Fußgängerquerungshilfen oder auf Fußgängerüberwegen (Zeichen 293) zu überschreiten. Wird die Fahrbahn an Kreuzungen oder Einmündungen überschritten, sind dort vorhandene Fußgängerüberwege oder Markierungen an Lichtzeichenanlagen stets zu benutzen.
>
> **(4)** Wer zu Fuß geht, darf Absperrungen, wie Stangen- oder Kettengeländer, nicht überschreiten. Absperrschranken (Zeichen 600) verbieten das Betreten der abgesperrten Straßenfläche.
>
> **(5)** Gleisanlagen, die nicht zugleich dem sonstigen öffentlichen Straßenverkehr dienen, dürfen nur an den dafür vorgesehenen Stellen betreten werden.

Über allem steht **§ 1 StVO**: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht (Abs. 1); wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als unvermeidbar behindert oder belästigt wird (Abs. 2). Diese Grundregel gilt auch für zu Fuß Gehende.

## Gehweg, Seitenstreifen, Fahrbahn – wo darf man gehen?

**§ 25 Abs. 1 StVO** legt eine klare Rangfolge fest:

1. **Gehweg** – Pflicht, wenn vorhanden.
2. **Seitenstreifen** – wenn kein Gehweg vorhanden ist. Die Fahrbahn ist erst erlaubt, wenn **weder** ein Gehweg **noch** ein Seitenstreifen existiert.
3. **Fahrbahn** – nur als letzte Möglichkeit.

Auf der Fahrbahn unterscheidet die StVO nach Ortslage:

- **Innerorts** darf am **rechten oder linken** Fahrbahnrand gegangen werden.
- **Außerorts** ist am **linken** Fahrbahnrand zu gehen – also dem Gegenverkehr entgegen –, **wenn das zumutbar ist**. Unzumutbar kann der linke Rand etwa sein, wenn er vor einer unübersichtlichen Rechtskurve liegt oder dort keine Ausweichfläche vorhanden ist.
- Bei **Dunkelheit, schlechter Sicht** oder wenn es die Verkehrslage erfordert, muss **einzeln hintereinander** gegangen werden.

Für **geschlossene Verbände** (z. B. Schulklassen, Prozessionen) enthält § 27 StVO eigene Regeln; sie sind nicht Gegenstand dieser Seite.

## Kinderwagen, Rollator, geschobenes Fahrrad: § 25 Abs. 2 StVO

Wer zu Fuß geht und **Fahrzeuge oder sperrige Gegenstände** mitführt – etwa ein geschobenes Fahrrad, einen Handwagen oder große Lasten –, bleibt zu Fuß Gehender. Grundsätzlich gilt auch für ihn der Gehweg. Die Fahrbahn **muss** er aber benutzen, wenn auf Gehweg oder Seitenstreifen **andere zu Fuß Gehende erheblich behindert** würden. Auf der Fahrbahn ist dann am **rechten Fahrbahnrand** zu gehen; vor dem Linksabbiegen darf man sich **nicht links einordnen**.

Abzugrenzen sind **besondere Fortbewegungsmittel** nach § 24 StVO: Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder, Inline-Skates und Rollschuhe sind **keine Fahrzeuge** im Sinne der StVO. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten nach § 24 Abs. 1 StVO die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend (Einzelheiten auf der Seite zu § 24 StVO).

## Fahrbahn überqueren: § 25 Abs. 3 StVO

Absatz 3 enthält drei Stufen:

**Stufe 1 – Grundregel (Satz 1):** Überqueren ist überall erlaubt, aber nur **unter Beachtung des Fahrzeugverkehrs**, **zügig**, **auf kurzem Weg** und **quer zur Fahrtrichtung**. Diagonales Queren über eine Kreuzung oder Trödeln auf der Fahrbahn ist danach unzulässig.

**Stufe 2 – Pflicht zu gesicherten Querungsstellen (Satz 2):** Wenn **Verkehrsdichte, Fahrgeschwindigkeit, Sichtverhältnisse oder Verkehrsablauf** es erfordern, darf **nur** gequert werden

- an **Kreuzungen oder Einmündungen**,
- an **Lichtzeichenanlagen innerhalb von Markierungen**,
- an **Fußgängerquerungshilfen** (z. B. Mittelinseln) oder
- auf **Fußgängerüberwegen (Zeichen 293)**.

Ein generelles Verbot, „außerhalb der Ampel" zu queren, kennt die StVO also nicht. Es entsteht erst, wenn die konkrete Verkehrssituation es verlangt – auf stark befahrenen Hauptstraßen aber regelmäßig.

**Stufe 3 – an Kreuzungen (Satz 3):** Wird an einer Kreuzung oder Einmündung gequert, sind dort vorhandene **Zebrastreifen oder Ampelmarkierungen stets** zu benutzen – unabhängig von der Verkehrsdichte.

## Fußgängerampel: § 37 Abs. 2 Nr. 5 StVO

Gelten Lichtzeichen nur für zu Fuß Gehende, wird das durch das Sinnbild „Fußgänger" angezeigt. Die Farbfolge ist **Grün-Rot-Grün** – ein Gelblicht gibt es nicht. **Wechselt Grün auf Rot**, während jemand die Fahrbahn überschreitet, muss er **seinen Weg zügig fortsetzen** (§ 37 Abs. 2 Nr. 5 Satz 3 StVO); umkehren ist nicht vorgeschrieben.

Der Bußgeldkatalog ahndet das Missachten des roten Wechsellichtzeichens zu Fuß und das nicht zügige Fortsetzen nach dem Wechsel auf Rot mit **5 €** (BKat Nr. 130), mit Gefährdung ebenfalls **5 €** (Nr. 130.1), mit Sachbeschädigung **10 €** (Nr. 130.2). Ein Punkt fällt nicht an. Wer dagegen **als Fahrzeugführer** Rot missachtet, fällt unter die deutlich strengeren Tatbestände (siehe Seite zum Rotlichtverstoß).

## Absperrungen, Gleise, Autobahn

- **Absperrungen (§ 25 Abs. 4 StVO):** Stangen- oder Kettengeländer – etwa an Haltestellen oder Mittelstreifen – dürfen nicht überstiegen werden. Absperrschranken (Zeichen 600) verbieten das Betreten der abgesperrten Fläche.
- **Gleisanlagen (§ 25 Abs. 5 StVO):** Gleise, die nicht zugleich dem sonstigen Straßenverkehr dienen (z. B. eigener Bahnkörper der Straßenbahn), dürfen nur an vorgesehenen Stellen betreten werden. § 49 Abs. 1 Nr. 24 Buchst. a StVO erfasst ausdrücklich nur **§ 25 Abs. 1 bis 4** – Abs. 5 ist in dieser Bußgeldvorschrift nicht genannt.
- **Autobahn und Kraftfahrstraße (§ 18 Abs. 9 StVO):** Zu Fuß Gehende dürfen Autobahnen **nicht betreten**. Kraftfahrstraßen dürfen sie nur an Kreuzungen, Einmündungen oder sonstigen dafür vorgesehenen Stellen überschreiten; sonst ist jedes Betreten verboten. Regelsatz: **10 €** (BKat Nr. 86).
- **Bahnübergang (§ 19 Abs. 2 StVO):** Wer zu Fuß, mit dem Rad oder als andere nicht motorisierte Person einen Bahnübergang **trotz geschlossener Schranke oder Halbschranke** überquert, zahlt nach BKat Nr. 245 **350 €**. Anlage 13 FeV ordnet Nr. 245 unter lfd. Nr. 3.2.11 („das Verhalten an Bahnübergängen") der Kategorie **ein Punkt** zu.

## Bußgeld und Punkte im Überblick

Verstöße gegen § 25 Abs. 1 bis 4 StVO sind Ordnungswidrigkeiten nach **§ 49 Abs. 1 Nr. 24 Buchst. a StVO** in Verbindung mit **§ 24 Abs. 1 StVG**. Die Regelsätze der **Anlage zu § 1 Abs. 1 BKatV** (Abschnitt I, Rubriken „Fußgänger", „Autobahnen und Kraftfahrstraßen", „Wechsellichtzeichen", „Bahnübergänge"):

| BKat-Nr. | Tatbestand (verkürzt) | Norm | Regelsatz |
|---|---|---|---|
| 86 | Als zu Fuß Gehender Autobahn betreten oder Kraftfahrstraße an nicht vorgesehener Stelle betreten | § 18 Abs. 9 StVO | 10 € |
| 111 | Trotz vorhandenen Gehwegs oder Seitenstreifens auf der Fahrbahn oder außerorts nicht am linken Fahrbahnrand gegangen | § 25 Abs. 1 Satz 2, 3 Halbsatz 2 StVO | 5 € |
| 112 | Fahrbahn ohne Beachtung des Fahrzeugverkehrs oder nicht zügig auf dem kürzesten Weg quer zur Fahrtrichtung oder an nicht vorgesehener Stelle überschritten | § 25 Abs. 3 Satz 1 StVO | kein Regelsatz ausgewiesen |
| 112.1 | – mit Gefährdung | zusätzlich § 1 Abs. 2 StVO | 5 € |
| 112.2 | – mit Sachbeschädigung | | 10 € |
| 130 | Zu Fuß rotes Wechsellichtzeichen nicht befolgt oder beim Wechsel von Grün auf Rot nicht zügig weitergegangen | § 37 Abs. 2 Nr. 1 Satz 7, Nr. 2, 5 Satz 3 StVO | 5 € |
| 130.1 | – mit Gefährdung | zusätzlich § 1 Abs. 2 StVO | 5 € |
| 130.2 | – mit Sachbeschädigung | | 10 € |
| 245 | Zu Fuß, mit dem Rad oder als andere nicht motorisierte Person Bahnübergang trotz geschlossener Schranke oder Halbschranke überquert | § 19 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 StVO | 350 € |

**Hinweise zur Lesart:**

- Für den **Grundtatbestand Nr. 112** enthält die amtliche Anlage in der Spalte „Regelsatz" **keinen Betrag**; beziffert sind nur die Qualifikationen mit Gefährdung (Nr. 112.1) und mit Sachbeschädigung (Nr. 112.2). Die Verfolgung des schlichten Falschquerens steht damit im Ermessen der Behörde (Opportunitätsprinzip, § 47 OWiG).
- Für **§ 25 Abs. 2 und Abs. 4 StVO** enthält die Anlage **keine eigene laufende Nummer**. Die Verstöße sind über § 49 Abs. 1 Nr. 24 Buchst. a StVO gleichwohl Ordnungswidrigkeiten.
- Regelsätze **bis 55 €** werden als **Verwarnungsgeld** erhoben (§ 1 Abs. 1 Satz 2 BKatV); Punkte fallen dafür nicht an.
- **Punkte:** Nur BKat Nr. **245** ist in **Anlage 13 FeV** (lfd. Nr. 3.2.11) aufgeführt. Ins Fahreignungsregister eingetragen werden Ordnungswidrigkeiten nach § 28 Abs. 3 Nr. 3 Buchst. a StVG, wenn sie in der Rechtsverordnung bezeichnet sind und eine Geldbuße von **mindestens 60 €** festgesetzt wurde. Das Register knüpft an die **betroffene Person** an, nicht an den Besitz eines Führerscheins.

## Alkohol zu Fuß

Die Promillegrenzen des § 24a StVG und die Straftatbestände der §§ 315c, 316 StGB setzen das **Führen eines (Kraft-)Fahrzeugs** voraus. Wer betrunken zu Fuß geht, verwirklicht diese Tatbestände nicht. Die allgemeinen Pflichten aus § 1 und § 25 StVO gelten aber unverändert, und eine alkoholbedingte Unaufmerksamkeit kann bei einem Unfall ein **Mitverschulden** begründen (siehe unten). Einzelheiten zu den Grenzwerten für Fahrzeugführende stehen auf der Seite zu den Promillegrenzen.

## Unfall: Haftung und Mitverschulden

Wird ein zu Fuß Gehender von einem Kraftfahrzeug verletzt, haftet der **Halter** nach **§ 7 Abs. 1 StVG** verschuldensunabhängig aus Betriebsgefahr. Hat der Verletzte selbst schuldhaft mitgewirkt – etwa durch Queren bei Rot oder unvermitteltes Betreten der Fahrbahn –, gilt nach **§ 9 StVG** die Vorschrift des **§ 254 BGB**: Ob und in welchem Umfang Ersatz zu leisten ist, hängt davon ab, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teil verursacht worden ist. Die Quote bestimmt sich nach den Umständen des Einzelfalls.

Für **Kinder** gilt ein Haftungsprivileg: Wer das **siebente, aber nicht das zehnte Lebensjahr** vollendet hat, ist für Schäden bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug, einer Schienenbahn oder Schwebebahn **nicht verantwortlich**, es sei denn, die Verletzung wurde vorsätzlich herbeigeführt (§ 828 Abs. 2 BGB). Ein Mitverschulden des Kindes scheidet in diesen Fällen regelmäßig aus. Umgekehrt müssen Fahrzeugführende sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen nach **§ 3 Abs. 2a StVO** so verhalten, dass eine Gefährdung ausgeschlossen ist.

## Rücksicht auf zu Fuß Gehende – Pflichten der anderen

§ 25 StVO beschreibt nur die Pflichten der zu Fuß Gehenden. Ihr Schutz ergibt sich aus anderen Vorschriften, u. a.:

- **§ 26 StVO** – Vorrang am Fußgängerüberweg (Zebrastreifen),
- **§ 9 Abs. 3 Satz 3 StVO** – besondere Rücksicht beim Abbiegen,
- **§ 2 Abs. 5 StVO** – Kinder mit Fahrrädern auf dem Gehweg müssen auf zu Fuß Gehende besondere Rücksicht nehmen,
- **§ 3 Abs. 2a StVO** – gesteigerte Sorgfalt gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen,
- **§ 42 StVO, Anlage 3 Zeichen 325.1** – verkehrsberuhigter Bereich, in dem zu Fuß Gehende die ganze Straßenbreite benutzen dürfen.

## Geltungsbereich

- **Räumlich:** alle öffentlichen Verkehrsflächen im Geltungsbereich der StVO, innerorts wie außerorts.
- **Persönlich:** jede Person, die zu Fuß am Verkehr teilnimmt – unabhängig von Alter und Führerscheinbesitz. Die Ahndung als Ordnungswidrigkeit setzt allerdings Verantwortlichkeit voraus; Kinder unter 14 Jahren handeln nach § 12 Abs. 1 OWiG nicht vorwerfbar.
- **Sachlich:** Gehen, Überqueren, Mitführen von Fahrzeugen und Gegenständen, Verhalten an Absperrungen und Gleisanlagen.

## Ausnahmen

- **Verkehrsberuhigter Bereich (Zeichen 325.1):** Zu Fuß Gehende dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen; Kinderspiele sind überall erlaubt. Sie dürfen den Fahrverkehr aber nicht unnötig behindern (Anlage 3 lfd. Nr. 12 StVO, Ge-/Verbote Nr. 3 und 5). § 25 Abs. 1 StVO wird insoweit verdrängt.
- **Fußgängerzone (Zeichen 242.1):** Die Fläche ist dem Fußgängerverkehr vorbehalten.
- **Unzumutbarkeit:** Die Pflicht, außerorts links zu gehen, gilt nur, „wenn das zumutbar ist".
- **Notfälle:** Rettungs- und Hilfeleistung an Unfallstellen richtet sich nach den allgemeinen Regeln; § 1 Abs. 2 StVO bleibt Maßstab.

## Häufige Fehler

- **„Fußgänger können kein Bußgeld bekommen."** Falsch. § 49 Abs. 1 Nr. 24 Buchst. a StVO macht Verstöße gegen § 25 Abs. 1 bis 4 StVO zu Ordnungswidrigkeiten; die BKatV nennt eigene Regelsätze.
- **„Rot über die Fußgängerampel kostet Punkte."** Nein. BKat Nr. 130 sieht 5 € vor; Anlage 13 FeV führt Nr. 130 nicht auf.
- **„Außerhalb der Ampel darf man nie queren."** § 25 Abs. 3 Satz 1 StVO erlaubt das Queren grundsätzlich überall – die Pflicht zu gesicherten Querungsstellen entsteht erst, wenn Verkehrsdichte, Geschwindigkeit, Sicht oder Verkehrsablauf es erfordern, sowie an Kreuzungen mit Zebrastreifen oder Ampelmarkierung.
- **„Auf der Landstraße geht man rechts."** Außerorts ist am **linken** Fahrbahnrand zu gehen, wenn das zumutbar ist (§ 25 Abs. 1 Satz 3 StVO).
- **„Bei Rot muss ich umkehren, wenn die Ampel während des Gehens umspringt."** Nein – § 37 Abs. 2 Nr. 5 Satz 3 StVO verlangt, den Weg **zügig fortzusetzen**.
- **„Am Bahnübergang ist es nur ein Fußgängerverstoß."** Das Queren trotz geschlossener Schranke kostet nach BKat Nr. 245 **350 €** und einen Punkt.
- **„Betrunken zu Fuß ist egal."** Die Promilletatbestände greifen zwar nicht, ein Mitverschulden bei einem Unfall aber sehr wohl.

## Beispiel

Eine Person überquert innerorts eine vierspurige Hauptstraße bei dichtem Verkehr etwa 30 m neben einer Ampel, schräg und ohne auf den Verkehr zu achten. Ein Pkw muss stark bremsen.

**Rechtliche Bewertung:**

- Bei dieser Verkehrsdichte hätte die Fahrbahn nach § 25 Abs. 3 Satz 2 StVO **nur an der Lichtzeichenanlage** überquert werden dürfen; zudem wurde nicht „quer zur Fahrtrichtung" und nicht „unter Beachtung des Fahrzeugverkehrs" gequert (Satz 1).
- Ordnungswidrigkeit nach § 49 Abs. 1 Nr. 24 Buchst. a StVO; wegen der Gefährdung des Pkw-Fahrers BKat Nr. **112.1 = 5 €** (Verwarnungsgeld, kein Punkt).
- Kommt es zur Kollision, haftet der Halter grundsätzlich nach § 7 StVG; das Verhalten der querenden Person führt aber über § 9 StVG, § 254 BGB zu einem **Mitverschulden**, das den Ersatzanspruch mindern kann.

## Siehe auch

- [Fußgängerüberweg / Zebrastreifen (§ 26 StVO)](/fakten/fussgaengerueberweg-26-stvo.html)
- [Besondere Fortbewegungsmittel (§ 24 StVO)](/fakten/besondere-fortbewegungsmittel-24-stvo.html)
- [Kinder im Straßenverkehr (§ 3 Abs. 2a StVO, § 828 BGB)](/fakten/kinder-im-strassenverkehr-3-2a-stvo-828-bgb.html)
- [Rotlichtverstoß (§ 37 StVO)](/fakten/rotlichtverstoss-37-stvo.html)
- [Bahnübergang (§ 19 StVO)](/fakten/bahnuebergang-19-stvo.html)
- [Autobahn & Kraftfahrstraße (§ 18 StVO)](/fakten/autobahn-kraftfahrstrasse-18-stvo.html)
- [Verkehrsberuhigter Bereich (§ 42 StVO)](/fakten/verkehrsberuhigter-bereich-42-stvo.html)
- [Halterhaftung & Gefährdungshaftung (§§ 7–18 StVG)](/fakten/halterhaftung-gefaehrdungshaftung-7-stvg.html)
- [Verkehrsunfall – Schadenregulierung](/fakten/verkehrsunfall-schadenregulierung.html)
- [Promillegrenzen & Alkohol am Steuer](/fakten/alkohol-am-steuer-promillegrenzen.html)
- [Verwarnung und Verwarnungsgeld (§§ 56–58 OWiG)](/fakten/verwarnungsgeld-verwarnung-56-owig.html)
- [Bußgeldkatalog StVO 2026](/fakten/bussgeldkatalog-stvo-2026.html)
- [Fahreignungsregister – Punkte in Flensburg](/fakten/fahreignungsregister-punkte-flensburg.html)

## Quellen

- § 25 StVO (Fußgänger – Abs. 1 Gehwegpflicht, Fahrbahnrand innerorts/außerorts, einzeln hintereinander; Abs. 2 Mitführen von Fahrzeugen/sperrigen Gegenständen; Abs. 3 Überqueren, Pflicht-Querungsstellen, Zeichen 293; Abs. 4 Absperrungen, Zeichen 600; Abs. 5 Gleisanlagen): https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__25.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200, 5.455 Bytes, Normtitel „§ 25 StVO 2013" gegengeprüft)
- § 1 StVO (Grundregeln – ständige Vorsicht, gegenseitige Rücksicht; Abs. 2 keine Schädigung/Gefährdung): https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__1.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- § 2 StVO (Abs. 5 Kinder mit Fahrrädern auf Gehwegen, besondere Rücksicht auf zu Fuß Gehende): https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__2.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- § 9 StVO (Abs. 3 Satz 3 beim Abbiegen „Auf zu Fuß Gehende ist besondere Rücksicht zu nehmen; wenn nötig, ist zu warten."): https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__9.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- § 24 StVO (Abs. 1 besondere Fortbewegungsmittel sind keine Fahrzeuge; Vorschriften für den Fußgängerverkehr gelten entsprechend): https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__24.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- Anlage 3 zur StVO (Zeichen 325.1 verkehrsberuhigter Bereich, Ge-/Verbote Nr. 3 und 5): https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/anlage_3.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- § 18 StVO (Abs. 9 Betretensverbot Autobahn, Kraftfahrstraßen nur an vorgesehenen Stellen): https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__18.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- § 37 StVO (Abs. 2 Nr. 5 Fußgänger-Lichtzeichen, Farbfolge Grün-Rot-Grün, zügig fortsetzen): https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__37.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- § 49 StVO (Abs. 1 Nr. 24 Buchst. a „als zu Fuß Gehender nach § 25 Absatz 1 bis 4"): https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__49.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200, 17.912 Bytes)
- § 24 StVG (Verkehrsordnungswidrigkeit): https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__24.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- BKatV – Anlage zu § 1 Abs. 1 (Bußgeldkatalog, Abschnitt I: lfd. Nr. 86 = 10 €; Nr. 111 = 5 €; Nr. 112 ohne Regelsatz, 112.1 = 5 €, 112.2 = 10 €; Nr. 130 = 5 €, 130.1 = 5 €, 130.2 = 10 €; Nr. 245 = 350 €): https://www.gesetze-im-internet.de/bkatv_2013/anlage.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200, 406.905 Bytes, Tabellenzellen im HTML-Quelltext geprüft)
- § 1 BKatV (Abs. 1 Satz 2 Verwarnungsgeld bei Regelsätzen bis 55 €): https://www.gesetze-im-internet.de/bkatv_2013/__1.html [A]
- Anlage 13 FeV (lfd. Nr. 3.2.11 „das Verhalten an Bahnübergängen" mit BKat-Nrn. 89, 89a, 89b.1, 136, 245 – ein Punkt; Nrn. 86, 111, 112, 130 nicht aufgeführt): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/anlage_13.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200, 53.109 Bytes)
- § 28 StVG (Abs. 3 Nr. 3 Buchst. a Eintragung von Ordnungswidrigkeiten ab 60 € Geldbuße): https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__28.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- § 9 StVG (Mitverschulden, Verweis auf § 254 BGB): https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__9.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- § 254 BGB (Mitverschulden): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__254.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- § 828 BGB (Abs. 2 Haftungsprivileg 7- bis 10-Jähriger bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__828.html [A] · abgerufen 13.10.2026 (HTTP 200)
- § 7 StVG (Halterhaftung): https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__7.html [A]
- § 12 OWiG (Verantwortlichkeit, Abs. 1 Kinder unter 14 Jahren): https://www.gesetze-im-internet.de/owig_1968/__12.html [A]
- § 47 OWiG (Verfolgung nach pflichtgemäßem Ermessen): https://www.gesetze-im-internet.de/owig_1968/__47.html [A]
- Rechtsprechungsübersicht zu § 25 StVO: https://dejure.org/gesetze/StVO/25.html [B]

## Änderungsverlauf

- 2026-10-13: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Normwortlaut § 25 StVO sowie §§ 1, 2, 18, 37, 49 StVO, §§ 9, 24, 28 StVG, §§ 254, 828 BGB, BKatV-Anlage und Anlage 13 FeV am 13.10.2026 direkt auf gesetze-im-internet.de abgerufen (jeweils HTTP 200, Normtitel gegengeprüft). Alle Regelsätze aus der amtlichen BKatV-Anlage; dabei festgestellt, dass der Grundtatbestand Nr. 112 keinen Regelsatz ausweist und § 25 Abs. 5 StVO nicht in § 49 Abs. 1 Nr. 24 Buchst. a StVO genannt ist. Abgrenzung zu `fussgaengerueberweg-26-stvo` (Pflichten des Fahrzeugverkehrs am Zebrastreifen). | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-10-13
- Gültig ab: 2013-04-01 (StVO 2013)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (StVO, StVG, BKatV mit Anlage, FeV Anlage 13, BGB, OWiG – gesetze-im-internet.de)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-10-13
- Letzte Prüfung: 2026-10-13
- In Kraft seit: 2013-04-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
