---
title: Gerichtliches Mahnverfahren (§§ 688 ff. ZPO)
slug: gerichtliches-mahnverfahren-688-zpo
topic: prozess-vollstreckungsrecht
legal_status: in_force
authority_level: A
valid_from: null
valid_to: null
last_reviewed: 2026-07-17
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/gerichtliches-mahnverfahren-688-zpo.md
wikidata_subjects: [Q206893, Q190432, Q10535274]
factcheck_status: ok
---

# Gerichtliches Mahnverfahren (§§ 688 ff. ZPO)

## Kurzantwort

Das gerichtliche Mahnverfahren (§§ 688 ff. ZPO) ist ein vereinfachtes, weitgehend automatisiertes Gerichtsverfahren, mit dem eine **Geldforderung** ohne mündliche Verhandlung tituliert werden kann. Es ist nur zulässig für einen Anspruch auf Zahlung einer **bestimmten Geldsumme in Euro** (§ 688 Abs. 1 ZPO). Auf Antrag erlässt das **zentrale Mahngericht** einen **Mahnbescheid**, der dem Schuldner (Antragsgegner) von Amts wegen zugestellt wird (§ 693 ZPO). Der Antragsgegner kann innerhalb von **zwei Wochen** seit Zustellung zahlen oder **Widerspruch** erheben – tatsächlich ist der Widerspruch sogar noch möglich, **solange der Vollstreckungsbescheid nicht verfügt ist** (§ 694 ZPO). Legt er rechtzeitig Widerspruch ein und beantragt eine Partei die Durchführung, geht die Sache in das **streitige Verfahren** über (§ 696 ZPO). Reagiert er nicht, kann der Gläubiger einen **Vollstreckungsbescheid** beantragen. Das Mahnverfahren kostet eine **0,5-Gerichtsgebühr** (Nr. 1100 KV GKG) und **hemmt die Verjährung** bereits mit Zustellung des Mahnbescheids (§ 204 Abs. 1 Nr. 3 BGB).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Gegenstand | Anspruch auf Zahlung einer **bestimmten Geldsumme in Euro** (§ 688 Abs. 1 ZPO) |
| Unzulässig u. a. | Anspruch hängt von noch nicht erbrachter **Gegenleistung** ab; bestimmte **Verbraucherdarlehen** mit effektivem Jahreszins über 12 Prozentpunkte über Basiszins; Zustellung müsste durch **öffentliche Bekanntmachung** erfolgen (§ 688 Abs. 2 ZPO) |
| Zuständiges Gericht | Ausschließlich das **Amtsgericht** am allgemeinen Gerichtsstand des **Antragstellers**; die Länder haben zentrale **Mahngerichte** eingerichtet (§ 689 ZPO) |
| Verfahren | Maschinelle (automatisierte) Bearbeitung, Antrag auf amtlichem **Vordruck** bzw. online (§§ 689, 690, 703c ZPO) |
| Zustellung des Mahnbescheids | **Von Amts wegen** an den Antragsgegner (§ 693 ZPO) |
| Widerspruchsfrist | **2 Wochen** seit Zustellung (Aufforderung im Mahnbescheid); Widerspruch bleibt möglich, **solange kein Vollstreckungsbescheid verfügt** ist (§§ 692, 694 ZPO) |
| Folge des Widerspruchs | Übergang ins **streitige Verfahren** auf Antrag einer Partei (§ 696 ZPO) |
| Keine Reaktion des Schuldners | Gläubiger kann **Vollstreckungsbescheid** beantragen (§ 699 ZPO – eigenes Thema) |
| Wegfall der Wirkung | Mahnbescheid wird wirkungslos, wenn nicht binnen **6 Monaten** seit Zustellung ein Antrag auf Vollstreckungsbescheid gestellt wird (§ 701 ZPO) |
| Verjährung | **Hemmung** bereits mit Zustellung des Mahnbescheids (§ 204 Abs. 1 Nr. 3 BGB) |
| Gerichtskosten | **0,5-Gebühr** nach Nr. 1100 KV GKG; wird auf die 3,0-Gebühr des Streitverfahrens (Nr. 1210 KV GKG) angerechnet |

## Wofür das Mahnverfahren gedacht ist (§ 688 ZPO)

Das Mahnverfahren richtet sich an Gläubiger, deren Forderung der Schuldner voraussichtlich **nicht ernsthaft bestreiten** wird – etwa offene Rechnungen, Werklohn, Mieten oder Darlehensraten. Statt sofort Klage zu erheben, lässt sich die Forderung so schnell und kostengünstig zu einem **Vollstreckungstitel** führen.

Auf Antrag wird ein Mahnbescheid **nur** für einen Anspruch erlassen, der die **Zahlung einer bestimmten Geldsumme in Euro** zum Gegenstand hat (§ 688 Abs. 1 ZPO). Herausgabe- oder Handlungsansprüche sind ausgeschlossen. Das Gericht prüft dabei **nicht**, ob die Forderung tatsächlich besteht – es kontrolliert nur die formalen Voraussetzungen.

Ausdrücklich **nicht statthaft** ist das Mahnverfahren u. a. (§ 688 Abs. 2 ZPO), wenn

1. es sich um eine Forderung aus einem **Verbraucherdarlehensvertrag** (§§ 491–508 BGB) handelt, bei dem der effektive Jahreszins den bei Vertragsschluss geltenden Basiszinssatz (§ 247 BGB) um mehr als **12 Prozentpunkte** übersteigt,
2. die Geltendmachung des Anspruchs von einer **noch nicht erbrachten Gegenleistung** abhängt, oder
3. der Mahnbescheid durch **öffentliche Bekanntmachung** zugestellt werden müsste.

Müsste im Ausland zugestellt werden, findet das Mahnverfahren nur statt, soweit das Anerkennungs- und Vollstreckungsausführungsgesetz oder das Auslandsunterhaltsgesetz dies vorsehen (§ 688 Abs. 3 ZPO).

## Zuständigkeit: das zentrale Mahngericht (§ 689 ZPO)

Für das Mahnverfahren ist **ausschließlich** das Amtsgericht zuständig, bei dem der **Antragsteller** seinen allgemeinen Gerichtsstand hat; hat er im Inland keinen, ist das Amtsgericht Berlin-Wedding zuständig (§ 689 Abs. 2 ZPO). Es kommt also – anders als bei der Klage – auf den Wohnsitz des **Gläubigers**, nicht des Schuldners an.

Die Bearbeitung erfolgt **maschinell** (§ 689 Abs. 1 ZPO). Die Landesregierungen sind ermächtigt, das Mahnverfahren für die Bezirke mehrerer Amtsgerichte einem **zentralen Mahngericht** zuzuweisen (§ 689 Abs. 3 ZPO). Deshalb werden Mahnanträge bundesweit von wenigen spezialisierten Mahngerichten (z. B. in Coburg, Berlin-Wedding, Hagen, Stuttgart u. a.) bearbeitet.

## Antrag und Online-Mahnverfahren (§§ 690, 703c ZPO)

Der **Mahnantrag** muss die Parteien, ihre gesetzlichen Vertreter und Bevollmächtigten bezeichnen, das angerufene Gericht benennen, den **Anspruch unter bestimmter Angabe der verlangten Leistung** aufführen (Haupt- und Nebenforderungen gesondert), die Erklärung enthalten, dass der Anspruch **nicht von einer Gegenleistung abhängt** oder die Gegenleistung erbracht ist, und das für ein **streitiges Verfahren zuständige Gericht** bezeichnen (§ 690 Abs. 1 ZPO). Für maschinell bearbeitete Verfahren sind **amtliche Vordrucke** vorgeschrieben (§ 703c ZPO).

In der Praxis wird der Antrag über das **amtliche Online-Portal der Mahngerichte** (online-mahnantrag.de bzw. justiz.de) erfasst. Die Daten werden bereits bei der Eingabe geprüft, sodass fehlerhafte Anträge weitgehend vermieden werden. Die Übermittlung erfolgt entweder elektronisch (mit qualifizierter Signatur bzw. über einen sicheren Übermittlungsweg wie beA/EGVP) oder als **Barcode-Antrag** per Post. Entspricht der Antrag nicht den Anforderungen der §§ 688, 689, 690, 703c ZPO, wird er nach Anhörung des Antragstellers **zurückgewiesen** (§ 691 ZPO).

## Mahnbescheid, Zustellung und Widerspruch (§§ 692–694 ZPO)

Der **Mahnbescheid** enthält u. a. die Bezeichnung von Anspruch, Zinsen und Kosten, den Hinweis, dass das Gericht **nicht geprüft** hat, ob der Anspruch dem Antragsteller zusteht, und die Aufforderung, innerhalb von **zwei Wochen** seit Zustellung zu zahlen oder mitzuteilen, ob und in welchem Umfang **Widerspruch** erhoben wird; außerdem den Hinweis, dass ein Vollstreckungsbescheid ergehen kann (§ 692 Abs. 1 ZPO). Der Mahnbescheid wird dem Antragsgegner **von Amts wegen zugestellt**; dem Antragsteller wird die Zustellung mitgeteilt (§ 693 ZPO).

Der Antragsgegner kann gegen den Anspruch oder einen Teil davon bei dem Gericht, das den Mahnbescheid erlassen hat, **schriftlich Widerspruch** erheben – und zwar **solange der Vollstreckungsbescheid noch nicht verfügt ist** (§ 694 Abs. 1 ZPO). Die Zwei-Wochen-Frist ist also keine strikte Ausschlussfrist für den Widerspruch selbst; sie ist aber praktisch entscheidend, weil der Gläubiger nach ihrem Ablauf den Vollstreckungsbescheid beantragen kann. Der Widerspruch braucht **nicht begründet** zu werden.

## Nach dem Widerspruch: Übergang ins Streitverfahren (§ 696 ZPO)

Wird **rechtzeitig Widerspruch** erhoben und beantragt eine Partei die Durchführung des streitigen Verfahrens, gibt das Mahngericht den Rechtsstreit **von Amts wegen** an das im Mahnbescheid bezeichnete Streitgericht ab (§ 696 Abs. 1 ZPO). Mit Eingang der Akten beim Streitgericht gilt die Sache als dort **rechtshängig**. Aus dem schnellen Mahnverfahren wird dann ein normaler Zivilprozess mit Klagebegründung, Verhandlung und Urteil.

Reagiert der Antragsgegner dagegen gar nicht, kann der Gläubiger nach Ablauf der Widerspruchsfrist einen **Vollstreckungsbescheid** beantragen (§ 699 ZPO). Dieser ist ein vollstreckbarer Titel; gegen ihn ist der **Einspruch** statthaft (§ 700 ZPO).

## Fristen und Verjährung

Zwei Fristen sind besonders wichtig:

- **Wegfall der Wirkung (§ 701 ZPO):** Der Mahnbescheid verliert seine Wirkung, wenn ein **Antrag auf Erlass des Vollstreckungsbescheids nicht binnen sechs Monaten** seit Zustellung des Mahnbescheids gestellt wird. Der Gläubiger muss also nach fruchtlosem Ablauf der Widerspruchsfrist tätig werden.
- **Hemmung der Verjährung (§ 204 Abs. 1 Nr. 3 BGB):** Bereits die **Zustellung des Mahnbescheids** hemmt die Verjährung. Das Mahnverfahren eignet sich deshalb, um kurz vor Jahresende drohende Verjährung zu stoppen. Die Hemmung endet erst sechs Monate nach rechtskräftiger Entscheidung oder anderweitiger Beendigung des Verfahrens (§ 204 Abs. 2 BGB).

## Kosten des Mahnverfahrens

Für das Mahnverfahren fällt eine **0,5-Gebühr** nach Nr. 1100 des Kostenverzeichnisses (Anlage 1 zum GKG) an; die genaue Höhe richtet sich nach dem Streitwert (Gebührentabelle § 34 GKG), wobei eine gesetzliche **Mindestgebühr** gilt. Der Mahnbescheid wird erst nach **Zahlung der Gebühr** (Gebührenvorschuss) erlassen (§ 12 Abs. 3 GKG). Geht das Verfahren nach Widerspruch ins streitige Verfahren über, wird die im Mahnverfahren gezahlte 0,5-Gebühr auf die **3,0-Verfahrensgebühr** des Streitverfahrens (Nr. 1210 KV GKG) **angerechnet** – es entstehen also keine doppelten Grundgebühren. Wer eine registrierte Inkassoperson oder einen Anwalt beauftragt, trägt zusätzlich deren Vergütung.

## Häufige Fehler

- **„Das Gericht prüft im Mahnverfahren, ob ich recht habe."** Nein. Das Mahngericht prüft **nur die formalen Voraussetzungen**, nicht, ob die Forderung tatsächlich besteht (§ 692 Abs. 1 ZPO). Der Mahnbescheid ist kein Urteil über die Berechtigung.
- **„Ich muss den Mahnantrag beim Gericht des Schuldners stellen."** Nein. Zuständig ist das (zentrale) Mahngericht am allgemeinen Gerichtsstand des **Antragstellers** (§ 689 Abs. 2 ZPO).
- **„Der Widerspruch muss begründet werden."** Nein. Der Widerspruch ist formlos möglich und braucht **keine Begründung**; er verhindert nur den Vollstreckungsbescheid und leitet ggf. das streitige Verfahren ein (§ 694 ZPO).
- **„Nach den zwei Wochen kann ich keinen Widerspruch mehr einlegen."** Der Widerspruch bleibt möglich, **solange kein Vollstreckungsbescheid verfügt** ist (§ 694 Abs. 1 ZPO). Gegen einen bereits erlassenen Vollstreckungsbescheid hilft nur noch der Einspruch (§ 700 ZPO).
- **„Ein Mahnbescheid gilt unbegrenzt."** Nein. Ohne rechtzeitigen Antrag auf Vollstreckungsbescheid wird er nach **sechs Monaten** wirkungslos (§ 701 ZPO).

## Siehe auch

- [Verjährung von Forderungen (§§ 195, 199 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/verjaehrung-forderungen-195-199-bgb.html)
- [Verzug & Verzugszinsen (§§ 286, 288 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/verzug-verzugszinsen-288-bgb.html)
- [Inkassokosten – zulässige Höhe (§ 13e RDG, § 13 RVG)](https://nexvyra.de/fakten/inkassokosten-hoehe-rdgeg.html)
- [Vollstreckungsbescheid (§ 699 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/vollstreckungsbescheid-699-zpo.html)




## Quellen

- § 688 ZPO – Zulässigkeit des Mahnverfahrens: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__688.html
- § 689 ZPO – Zuständigkeit; maschinelle Bearbeitung; zentrales Mahngericht: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__689.html
- § 690 ZPO – Mahnantrag (Inhalt): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__690.html
- § 691 ZPO – Zurückweisung des Mahnantrags: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__691.html
- § 692 ZPO – Mahnbescheid (Inhalt, Zwei-Wochen-Hinweis): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__692.html
- § 693 ZPO – Zustellung des Mahnbescheids (von Amts wegen): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__693.html
- § 694 ZPO – Widerspruch gegen den Mahnbescheid: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__694.html
- § 696 ZPO – Verfahren nach Widerspruch (Abgabe an das Streitgericht): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__696.html
- § 699 ZPO – Vollstreckungsbescheid: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__699.html
- § 700 ZPO – Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__700.html
- § 701 ZPO – Wegfall der Wirkung des Mahnbescheids (6 Monate): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__701.html
- § 703c ZPO – Formulare; maschinelle Bearbeitung: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__703c.html
- § 204 BGB – Hemmung der Verjährung durch Rechtsverfolgung (Nr. 3: Zustellung Mahnbescheid): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__204.html
- § 12 GKG – Fälligkeit der Gebühren; Gebührenvorschuss im Mahnverfahren: https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__12.html
- GKG Anlage 1 (Kostenverzeichnis) – Nr. 1100 (Mahnverfahren, 0,5-Gebühr), Nr. 1210 (Streitverfahren): https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/anlage_1.html
- § 34 GKG – Wertgebühren (Gebührentabelle): https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__34.html
- Amtliches Online-Mahnverfahren der Länder (Justizportal): https://justiz.de/onlinedienste/mahnverfahren/index.php
- § 688 ZPO (dejure.org, Wortlaut + Rechtsprechung): https://dejure.org/gesetze/ZPO/688.html
- § 692 ZPO (dejure.org, Wortlaut + Rechtsprechung): https://dejure.org/gesetze/ZPO/692.html

## Änderungsverlauf

- 2026-07-17: Erstveröffentlichung der Faktenseite, alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen gegengeprüft, Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects). | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-07-17
- Status: aktuell (geltendes Recht; automatisiertes Mahnverfahren nach §§ 688 ff. ZPO)
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
