---
title: "Gerichtssprache und Dolmetscher im Zivilprozess (§§ 184–191a GVG)"
slug: "gerichtssprache-dolmetscher-184-189-gvg"
domaine: "prozess-vollstreckungsrecht"
valid_from: "2024-08-03"
valid_to: null
last_reviewed: "2026-11-03"
statut: "In Kraft"
authority_level: "A"
legal_status: "in_force"
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/gerichtssprache-dolmetscher-184-189-gvg.md
wikidata_subjects: []
factcheck_status: "ok"
---

# Gerichtssprache und Dolmetscher im Zivilprozess (§§ 184–191a GVG)

## Kurzantwort

Die **Gerichtssprache ist deutsch** (**§ 184 Satz 1 GVG**). Wird unter Beteiligung von Personen verhandelt, die **der deutschen Sprache nicht mächtig** sind, ist nach **§ 185 Abs. 1 GVG** ein **Dolmetscher zuzuziehen**. Das Gericht wählt und lädt ihn; die Partei muss ihn nicht selbst mitbringen.

Ein **Nebenprotokoll in der fremden Sprache** wird nicht geführt. Aussagen und Erklärungen in fremder Sprache sollen aber in das Protokoll oder eine Anlage auch in der fremden Sprache niedergeschrieben werden, wenn der Richter dies wegen der **Wichtigkeit der Sache** für erforderlich hält (§ 185 Abs. 1 Satz 2 GVG).

Der Dolmetscher leistet einen **Eid** auf treue und gewissenhafte Übertragung; wer **allgemein beeidigt** ist, beruft sich einfach auf diesen Eid (**§ 189 Abs. 1 und 2 GVG**). Für **hör- und sprachbehinderte** Personen gilt **§ 186 GVG**, für **blinde und sehbehinderte** Personen **§ 191a GVG**.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Gerichtssprache | deutsch (§ 184 Satz 1 GVG) |
| Sorbisch | Recht, in den Heimatkreisen der sorbischen Bevölkerung vor Gericht sorbisch zu sprechen, ist gewährleistet (§ 184 Satz 2 GVG) |
| Dolmetscher bei Beteiligten ohne Deutschkenntnisse | zuzuziehen (§ 185 Abs. 1 Satz 1 GVG) |
| Nebenprotokoll in fremder Sprache | nicht geführt (§ 185 Abs. 1 Satz 2 GVG) |
| Niederschrift in fremder Sprache | soll erfolgen, wenn der Richter es wegen der Wichtigkeit der Sache für erforderlich hält (§ 185 Abs. 1 Satz 2 GVG) |
| Zuschaltung des Dolmetschers per Bild und Ton | Vorsitzender kann gestatten oder anordnen (§ 185 Abs. 1a GVG) |
| Verzicht auf den Dolmetscher | möglich, wenn alle Beteiligten der fremden Sprache mächtig sind (§ 185 Abs. 2 GVG) |
| Familiensachen und freiwillige Gerichtsbarkeit | kein Dolmetscher nötig, wenn der Richter die Sprache beherrscht (§ 185 Abs. 3 GVG) |
| Eide von Personen ohne Deutschkenntnisse | in der ihnen geläufigen Sprache (§ 188 GVG) |
| Eid des Dolmetschers | treue und gewissenhafte Übertragung; Bekräftigung aus Glaubens- oder Gewissensgründen steht gleich (§ 189 Abs. 1 GVG) |
| Allgemein beeidigter Dolmetscher | Berufung auf den allgemeinen Eid genügt vor allen Gerichten des Bundes und der Länder (§ 189 Abs. 2 GVG) |
| Verschwiegenheit | Dolmetscher und Übersetzer sollen Verschwiegenheit wahren; das Gericht weist darauf hin (§ 189 Abs. 4 GVG) |
| Urkundsbeamter als Dolmetscher | möglich, ohne besondere Beeidigung (§ 190 GVG) |
| Hör- oder sprachbehinderte Person | Verständigung nach ihrer Wahl mündlich, schriftlich oder mit Verständigungsperson (§ 186 Abs. 1 GVG) |
| Blinde und sehbehinderte Personen | Dokumente und Akteneinsicht barrierefrei; keine Auslagen (§ 191a Abs. 1 GVG) |

## Gerichtssprache (§ 184 GVG)

Vor deutschen Gerichten wird **Deutsch** gesprochen und geschrieben. Das gilt für die mündliche Verhandlung ebenso wie für Schriftsätze. § 184 GVG selbst nennt eine Ausnahme nur für die **Sorben**: In den Heimatkreisen der sorbischen Bevölkerung dürfen sie vor Gericht **sorbisch sprechen**. Seit dem 01.04.2025 erlauben zudem **§§ 184a, 184b GVG** (Justizstandort-Stärkungsgesetz), Wirtschaftsstreitigkeiten vor landesrechtlich bestimmten **Commercial Chambers** und dem **Commercial Court** sowie anschließend vor dem BGH vollständig **in englischer Sprache** zu führen – abweichend von § 184 GVG und nur bei Vereinbarung der Parteien oder rügeloser Einlassung.

## Der Dolmetscher im Termin (§ 185 GVG)

### Wann ist er zuzuziehen?

Sobald **Personen beteiligt** sind, die der deutschen Sprache **nicht mächtig** sind – Partei, Zeuge oder Sachverständiger –, **ist** ein Dolmetscher zuzuziehen. Das Gesetz formuliert zwingend; ein Ermessen enthält § 185 Abs. 1 Satz 1 GVG insoweit nicht. Der Dolmetscher überträgt mündlich Fragen, Aussagen und Erklärungen.

### Ausnahmen

- Sind **alle Beteiligten** der fremden Sprache mächtig, kann der Dolmetscher **entfallen** (§ 185 Abs. 2 GVG).
- In **Familiensachen** und Angelegenheiten der **freiwilligen Gerichtsbarkeit** ist kein Dolmetscher nötig, wenn der **Richter** die Sprache der Beteiligten beherrscht (§ 185 Abs. 3 GVG).

### Protokoll

Das Gericht führt **kein Nebenprotokoll** in der fremden Sprache. Aussagen und Erklärungen in fremder Sprache sollen aber – wenn der Richter es wegen der **Wichtigkeit der Sache** für erforderlich hält – **auch in der fremden Sprache** protokolliert werden. In geeigneten Fällen soll dem Protokoll eine **vom Dolmetscher zu beglaubigende Übersetzung** beigefügt werden.

### Dolmetscher per Video

Der Vorsitzende kann gestatten oder anordnen, dass der Dolmetscher **per Bild- und Tonübertragung** an Verhandlung, Anhörung oder Vernehmung teilnimmt. Er kann zusätzlich anordnen, dass der Dolmetscher sich **am selben Ort** aufhält wie die Person, die der deutschen Sprache nicht mächtig ist (§ 185 Abs. 1a GVG).

### Presse

Medienvertreter, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, dürfen sich in Gerichtsverhandlungen **Verdolmetschungen bedienen**; das Gericht kann die Nutzung gerichtlich bereitgestellter Verdolmetschungen zulassen (§ 185 Abs. 4 GVG).

## Eid und Pflichten des Dolmetschers (§§ 188–190 GVG)

- **Eid der Beteiligten:** Personen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, leisten Eide in der ihnen **geläufigen Sprache** (§ 188 GVG).
- **Dolmetschereid:** Der Dolmetscher schwört, dass er **treu und gewissenhaft** übertragen werde. Wer aus Glaubens- oder Gewissensgründen keinen Eid leisten will, gibt eine **Bekräftigung** ab, die dem Eid gleichsteht (§ 189 Abs. 1 GVG).
- **Allgemeine Beeidigung:** Ist der Dolmetscher für Übertragungen dieser Art nach dem **Gerichtsdolmetschergesetz** oder nach Landesrecht **allgemein beeidigt**, genügt vor allen Gerichten des Bundes und der Länder die **Berufung auf diesen Eid** (§ 189 Abs. 2 GVG).
- **Verschwiegenheit:** Der Dolmetscher oder Übersetzer **soll** über Umstände, die ihm bei der Tätigkeit bekannt werden, schweigen; das Gericht weist ihn darauf hin (§ 189 Abs. 4 GVG).
- **Urkundsbeamter:** Der Dienst des Dolmetschers kann vom Urkundsbeamten der Geschäftsstelle wahrgenommen werden, ohne besondere Beeidigung (§ 190 GVG).

## Hör-, sprach- und sehbehinderte Personen (§§ 186, 191a GVG)

### Hör- oder sprachbehinderte Personen (§ 186 GVG)

Die Verständigung erfolgt **nach der Wahl der Person**: mündlich, schriftlich oder mit Hilfe einer **Verständigungsperson**, die das Gericht hinzuzieht. Für mündliche und schriftliche Verständigung stellt das Gericht **geeignete technische Hilfsmittel** bereit. Auf das **Wahlrecht** ist hinzuweisen. Übt die Person es nicht aus oder ist eine ausreichende Verständigung in der gewählten Form nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich, kann das Gericht eine **schriftliche Verständigung** verlangen oder die Hinzuziehung eines Dolmetschers anordnen (§ 186 Abs. 2 GVG).

### Blinde und sehbehinderte Personen (§ 191a GVG)

Sie können Schriftsätze und andere Dokumente **in einer für sie wahrnehmbaren Form** einreichen. Nach Maßgabe der Rechtsverordnung nach Abs. 2 können sie verlangen, dass ihnen Dokumente und – wenn Akteneinsicht zu gewähren ist – die **Akteneinsicht barrierefrei** zugänglich gemacht werden. Der Anspruch steht auch einer Person zu, die für sie handelt. **Auslagen** für die barrierefreie Zugänglichmachung werden **nicht erhoben**. Elektronische Dokumente sind barrierefrei zu gestalten; eingesetzte **Videokonferenztechnik** ist auf Verlangen barrierefrei zugänglich zu machen (§ 191a Abs. 3 und 4 GVG).

## Strafverfahren (Abgrenzung)

§ 187 GVG regelt gesondert die Übersetzung für **Beschuldigte und Verurteilte** im Strafverfahren, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, einschließlich schriftlicher Übersetzung wesentlicher Unterlagen. Diese Seite behandelt den Zivilprozess.

## Häufige Missverständnisse

- **„Ich muss meinen Dolmetscher selbst mitbringen."** Nach § 185 Abs. 1 GVG ist der Dolmetscher vom Gericht zuzuziehen.
- **„Fremdsprachige Schriftsätze sind kein Problem."** Die Gerichtssprache ist deutsch (§ 184 GVG); Eingaben sollten daher in deutscher Sprache erfolgen.
- **„Der Dolmetscher muss immer extra vereidigt werden."** Wer allgemein beeidigt ist, beruft sich auf seinen Eid (§ 189 Abs. 2 GVG).
- **„Ein Dolmetscher ist stets Pflicht."** Nicht, wenn alle Beteiligten die fremde Sprache beherrschen (§ 185 Abs. 2 GVG).

## Quellen

- [§ 184 GVG – Gerichtssprache](https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__184.html) (Autorität A)
- [§ 185 GVG – Dolmetscher](https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__185.html) (Autorität A)
- [§ 186 GVG – Verständigung mit hör- oder sprachbehinderten Personen](https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__186.html) (Autorität A)
- [§ 187 GVG – Dolmetscher im Strafverfahren](https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__187.html) (Autorität A)
- [§§ 188–190 GVG – Eide und Pflichten des Dolmetschers](https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__189.html) (Autorität A)
- [§ 191a GVG – Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Personen](https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__191a.html) (Autorität A)

## Siehe auch

- [Zeugenbeweis im Zivilprozess (§§ 373 ff. ZPO)](/fakten/zeugenbeweis-zivilprozess-373-zpo.html)
- [Sachverständigenbeweis (§ 402 ZPO)](/fakten/sachverstaendigenbeweis-402-zpo.html)
- [Sitzungsprotokoll (§§ 159–165 ZPO)](/fakten/sitzungsprotokoll-159-165-zpo.html)
- [Öffentlichkeit und Sitzungspolizei (§§ 169–178 GVG)](/fakten/oeffentlichkeit-sitzungspolizei-169-178-gvg.html)
- [Videoverhandlung (§ 128a ZPO)](/fakten/videoverhandlung-128a-zpo.html)
- [Zustellung im Zivilprozess (§ 166 ZPO)](/fakten/zustellung-zivilprozess-166-zpo.html)

## Änderungsverlauf

- 2026-11-03: Faktencheck. §§ 184–191 und 191a GVG im Wortlaut gegen die konsolidierte Fassung (buzer.de, GVG zuletzt geändert durch Art. 3 G v. 22.10.2026, BGBl. 2026 I Nr. 320) abgeglichen; alle Kernfakten bestätigt. `valid_from` ergänzt: null → 2024-08-03 (jüngste in Kraft getretene Fassung der behandelten Normen: § 185 GVG i. d. F. Art. 4 Gesetz zur Fortentwicklung des Völkerstrafrechts v. 30.07.2024, BGBl. 2024 I Nr. 255, m. W. v. 03.08.2024; § 191a i. d. F. v. 19.07.2024, § 189 v. 13.12.2019, § 186/187 v. 19.10.2017, § 184 v. 25.04.2006). Korrigiert: Aussage „Ausnahme nur für die Sorben" war seit 01.04.2025 unvollständig – Hinweis auf englischsprachige Verfahren nach §§ 184a, 184b GVG (Justizstandort-Stärkungsgesetz v. 07.10.2024, BGBl. 2024 I Nr. 302) ergänzt. | change_type=factcheck field="valid_from" old="null" new="2024-08-03" reviewed_by="Claude (Freigabe-Aufholer 03.11.2026)"

## Hinweis

Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: 2026-11-03.

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-11-03
- Letzte Prüfung: 2026-11-03
- In Kraft seit: 2024-08-03
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
