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title: GModG § 46 – Einbau einer Stromdirektheizung im Bestand: die 30-%-Wärmeschutz-Regel (Stand 2026)
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# GModG § 46 – Einbau einer Stromdirektheizung im Bestand: die 30-%-Wärmeschutz-Regel (Stand 2026)

## Kurzantwort

**§ 46 GModG** ist die einzige Vorschrift des neuen **Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG)**, die eine der zehn Heizungsoptionen des § 42 Abs. 2 an eine **Anforderung an die Gebäudehülle** knüpft. Eine **Stromdirektheizung** – also ein Gerät, das Raumwärme unmittelbar über den elektrischen Widerstand erzeugt (Infrarotheizung, elektrische Fußbodenheizung, Heizstrahler, Nachtspeicherheizung) – darf in ein **bestehendes Gebäude mit Wohnungen** nur eingebaut werden, wenn das Gebäude die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz nach **§§ 16 und 19 GModG um mindestens 30 Prozent unterschreitet**. Das entspricht nach Darstellung des BBSR einer Hüllqualität **vergleichbar mit einem KfW-Effizienzhaus 55** ([BBSR-GModG-Infoportal](https://www.gmodg.bund.de/GEGPortal/DE/GEGRegelungen/Anlagen_EE/Heizungsoptionen/Stromdirektheizung/Stromdirektheizung.html)).

Es gibt **zwei Ausnahmen** im Paragraphen selbst:

1. **§ 46 Abs. 1 Satz 2** – die Regel gilt nicht in einem Gebäude mit **nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung selbst bewohnt**.
2. **§ 46 Abs. 2** – die Regel gilt nicht **beim Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung**. Dieser Absatz ist erst im 9. Ausschuss ergänzt worden ([BT-Drs. 21/7009](https://dserver.bundestag.de/btd/21/070/2107009.pdf)).

Für den **Neubau** steht die Parallelvorschrift nicht in § 46, sondern in **§ 10 Abs. 4 GModG**: Dort sind **mindestens 45 Prozent** Unterschreitung verlangt (Hüllqualität etwa **KfW-Effizienzhaus 40**), mit derselben Ausnahme für selbstbewohnte Zwei-Wohnungs-Gebäude. **§ 10 Abs. 5 GModG** nimmt außerdem **Gebäudezonen mit mehr als 4 Metern Raumhöhe** (Hallen mit dezentralen Gebläse- oder Strahlungsheizungen) aus.

Ein Verstoß gegen § 46 ist **bußgeldbewehrt**: Nach § 108 Abs. 1 Nr. 6 i. V. m. Abs. 2 Nr. 3 GModG in der Fassung des Regierungsentwurfs droht eine Geldbuße **bis zu 5.000 Euro** ([BT-Drs. 21/6278](https://dserver.bundestag.de/btd/21/062/2106278.pdf)).

**Vorbehalt:** Der konsolidierte amtliche Volltext des GModG (BGBl. 2026 I Nr. 226) war zum Redaktionszeitpunkt maschinell nicht auswertbar. Wortlaut und Absatzstruktur dieser Seite stammen aus der vom Bundestag am 10.07.2026 angenommenen **Beschlussempfehlung des 9. Ausschusses (BT-Drs. 21/7009)** und dem **Regierungsentwurf (BT-Drs. 21/6278)**, ergänzt um das amtliche BBSR-GModG-Infoportal. Diese Seite wird deshalb mit `factcheck_status: review_needed` geführt (siehe „Offene Punkte").

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Bestand | **§ 46 GModG** („Einbau einer Stromdirektheizung"), Teil 3 Abschnitt 3 „Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden" |
| Rechtsgrundlage Neubau | **§ 10 Abs. 4 GModG** (nicht § 46) |
| Gesetz | **Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)** – „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden" (vormals Gebäudeenergiegesetz, GEG) |
| Verkündung | **BGBl. 2026 I Nr. 226 vom 28.07.2026**, Ausfertigung 23.07.2026 |
| Inkrafttreten | **29.07.2026** (Artikel 1, 5, 6 und 8 des Änderungsgesetzes) |
| Stellung im Optionskatalog | **§ 42 Abs. 2 Nr. 8 GModG** (Ausschussfassung; im Regierungsentwurf noch Nr. 7 – die KWK-Anlage wurde als neue Nr. 7 eingefügt) |
| Schwellenwert **Bestand** | Unterschreitung des baulichen Wärmeschutzes nach **§§ 16 und 19 GModG um mindestens 30 %** |
| Hüllqualität Bestand (BBSR) | vergleichbar **KfW-Effizienzhaus 55** |
| Schwellenwert **Neubau** | Unterschreitung um **mindestens 45 %** (§ 10 Abs. 4 Satz 1 GModG) |
| Hüllqualität Neubau (BBSR) | vergleichbar **KfW-Effizienzhaus 40** |
| Anwendungsbereich | **bestehendes Gebäude mit Wohnungen** (Wortlaut § 46 Abs. 1 Satz 1) |
| Ausnahme 1 (Abs. 1 Satz 2) | Gebäude mit **nicht mehr als zwei Wohnungen**, von denen der **Eigentümer eine selbst bewohnt** – gilt auch im Neubau (§ 10 Abs. 4 Satz 2) |
| Ausnahme 2 (Abs. 2) | **Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung** – im 9. Ausschuss ergänzt |
| Ausnahme 3 (nur Neubau) | **Gebäudezonen mit mehr als 4 m Raumhöhe** mit dezentralen Gebläse- oder Strahlungsheizungen (§ 10 Abs. 5 GModG) |
| Ausnahme 4 (nur Neubau) | Gebäude im Eigentum des Bundes / verbündeter Streitkräfte, das der **Landes- und Bündnisverteidigung** dient (§ 10 Abs. 6 GModG) |
| Bußgeldtatbestand | **§ 108 Abs. 1 Nr. 6 GModG** – „entgegen § 46 Satz 1 eine Stromdirektheizung einbaut" |
| Bußgeldrahmen | **bis 5.000 Euro** (§ 108 Abs. 2 Nr. 3 GModG, „übrige Fälle") |
| Länderöffnungsklausel | **§ 9 GModG** („Länderregelung", vormals § 9a GEG) – Länder dürfen weitergehende Anforderungen oder Beschränkungen stellen |
| Vorgängerregelung | **§ 71d GEG a. F.** – gestrichen mit Wegfall der §§ 71 bis 73 GEG zum 29.07.2026 |
| Weggefallen gegenüber § 71d GEG | erhöhte **45-%-Schwelle im Bestand bei vorhandener wassergeführter Heizungsanlage**; ausdrückliche **Nachweispflicht durch eine Person nach § 88** und **10-jährige Aufbewahrungspflicht** |
| Definition Stromdirektheizung | Gerät zur **direkten Erzeugung von Raumwärme durch Ausnutzung des elektrischen Widerstands**, auch in Verbindung mit Wärmespeichern (§ 3 GModG; im GEG: § 3 Abs. 1 Nr. 29) |
| Übergangsrecht | **§ 111 GModG** – Bauantrag/Bauanzeige, Kenntnisgabe bzw. **Beginn der Bauausführung**; Optierungsrecht des Bauherrn |
| Förderung | Stromdirektheizungen sind **keine förderfähige Heizungsanlage** der BEG-Heizungsförderung |

## Geltungsbereich

**Sachlich** erfasst § 46 Abs. 1 Satz 1 GModG den **Einbau** einer Stromdirektheizung in ein **bestehendes Gebäude mit Wohnungen**. Anders als § 42 Abs. 1, der an den **Ersatz** einer Heizungsanlage anknüpft, spricht § 46 vom **Einbau** – die Vorschrift greift damit auch dann, wenn zuvor gar keine Heizungsanlage im Sinne des Gesetzes vorhanden war oder wenn zusätzlich zu einer bestehenden Anlage elektrisch beheizt wird. Reine Reparaturen an einer vorhandenen Anlage lösen die Anforderung nicht aus.

**Persönlich** adressiert die Norm den **Eigentümer** des Gebäudes; der Bußgeldtatbestand des § 108 Abs. 1 Nr. 6 GModG knüpft an denjenigen an, der „entgegen § 46 Satz 1 eine Stromdirektheizung einbaut".

**Zeitlich** gilt § 46 GModG seit dem **29. Juli 2026**. Die Abgrenzung zum Altrecht (§ 71d GEG) richtet sich nach **§ 111 GModG**: Bei genehmigungs-, zustimmungs- oder anzeigepflichtigen Vorhaben zählt der Eingang von Bauantrag oder Bauanzeige, bei kenntnisgabepflichtigen Vorhaben die Kenntnisgabe, sonst der **Beginn der Bauausführung**. Weil der Einbau einer Stromdirektheizung in aller Regel verfahrensfrei ist, entscheidet praktisch der **Baubeginn**.

**Nicht erfasst** sind nach dem Wortlaut Gebäude **ohne** Wohnungen, also reine Nichtwohngebäude im Bestand. Bemerkenswert ist allerdings, dass § 46 Abs. 1 Satz 1 auf **§§ 16 und 19** verweist – § 16 regelt den baulichen Wärmeschutz von **Wohngebäuden**, § 19 den von **Nichtwohngebäuden**. Die Doppelverweisung dürfte auf **gemischt genutzte Gebäude** (§ 106 GModG) zielen, in denen beide Anforderungsniveaus nebeneinander gelten. Das BBSR fasst den Anwendungsbereich verkürzt als „bestehende Gebäude mit Wohnungen" zusammen (siehe „Offene Punkte").

**Landesrecht** kann strenger sein: **§ 9 GModG** („Länderregelung", vormals § 9a GEG – § 9 GEG a. F. wurde gestrichen und § 9a zu § 9) erlaubt den Ländern nach der Darstellung des BBSR ausdrücklich **weitergehende Anforderungen oder Beschränkungen** für Stromdirektheizungen. Vor der Planung ist deshalb die jeweilige Landesregelung zu prüfen.

## Die Regelung im Detail

- **Der Wortlaut (Ausschussfassung).** „**(1)** Eine Stromdirektheizung darf in ein bestehendes Gebäude mit Wohnungen nur eingebaut werden, wenn das Gebäude die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz nach den §§ 16 und 19 um mindestens 30 Prozent unterschreitet. Satz 1 ist nicht anzuwenden in einem Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung selbst bewohnt. **(2)** Absatz 1 ist nicht beim Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung anzuwenden."
- **Was der Ausschuss geändert hat.** Der **Regierungsentwurf** (BT-Drs. 21/6278, Artikel 1 Nr. 24) kannte § 46 nur als **einen Satzblock ohne Absätze** und **ohne** die Einzelraum-Ausnahme. Der 9. Ausschuss hat die Vorschrift in **zwei Absätze** gegliedert und **Absatz 2** neu eingefügt. Damit ist die aus § 71d Abs. 3 GEG a. F. bekannte Einzelraum-Ausnahme in das neue Recht übernommen worden.
- **„Um mindestens 30 Prozent unterschreiten" – was heißt das?** Bezugsgröße sind die **Höchstwerte des baulichen Wärmeschutzes** nach § 16 GModG (Wohngebäude: Höchstwert des spezifischen, auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogenen Transmissionswärmeverlusts) bzw. § 19 GModG (Nichtwohngebäude: Höchstwerte der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten der wärmeübertragenden Umfassungsfläche). Gemeint ist also **nicht** der Primärenergiebedarf, sondern ausschließlich die **Qualität der Gebäudehülle**. Das BBSR ordnet die 30-%-Schwelle einer Hülle **vergleichbar KfW-Effizienzhaus 55**, die 45-%-Schwelle des Neubaus einer Hülle **vergleichbar KfW-Effizienzhaus 40** zu.
- **Neubau: § 10 Abs. 4 GModG.** „Unbeschadet der Regelung in Absatz 2 darf eine Stromdirektheizung in ein **zu errichtendes** Gebäude mit Wohnungen zum Zweck der Inbetriebnahme nur eingebaut oder in diesem nur aufgestellt werden, wenn das Gebäude die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz nach den §§ 16 und 19 um **mindestens 45 Prozent** unterschreitet. Satz 1 ist nicht anzuwenden in einem Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung selbst bewohnt." Beachtenswert: Der Neubau-Tatbestand erfasst ausdrücklich auch das bloße **Aufstellen** eines Geräts, § 46 spricht nur vom **Einbau**.
- **Hallen und Verteidigungsbauten (nur Neubau).** **§ 10 Abs. 5 GModG** nimmt bei zu errichtenden Nichtwohngebäuden **Gebäudezonen mit mehr als 4 Metern Raumhöhe** aus, die durch dezentrale Gebläse- oder Strahlungsheizungen beheizt werden. **§ 10 Abs. 6 GModG** nimmt Gebäude im Eigentum des Bundes, der verbündeten Streitkräfte oder einer Gesellschaft mit Bundesbeteiligung aus, die der Landes- und Bündnisverteidigung dienen. Beide Ausnahmen stehen **nicht** in § 46 und gelten deshalb nach dem Wortlaut **nicht für den Bestand**.
- **Was gegenüber § 71d GEG a. F. entfallen ist.** Das alte Recht kannte im **Bestand** eine **erhöhte Schwelle von 45 Prozent**, wenn das Gebäude bereits über eine **wassergeführte Heizungsanlage** verfügte (§ 71d Abs. 2 Satz 2 GEG a. F.). Diese Verschärfung ist in § 46 GModG **nicht übernommen** worden: Es gilt jetzt einheitlich 30 Prozent. Ebenfalls entfallen ist die ausdrückliche **Nachweispflicht durch eine nach § 88 berechtigte Person** samt **zehnjähriger Aufbewahrungs- und Vorlagepflicht** (§ 71d Abs. 2 Satz 3 und 4 GEG a. F.). Die allgemeinen Vollzugs- und Nachweisregeln des GModG (Erfüllungserklärung, private Nachweise nach § 96, Stichprobenkontrollen nach § 99) bleiben davon unberührt.
- **Kein Erneuerbaren-Nachweis mehr.** Weil die pauschale **65-%-EE-Pflicht des § 71 GEG zum 29.07.2026 ersatzlos entfallen** ist, ist die Stromdirektheizung heute keine „Erfüllungsoption einer Quote" mehr, sondern schlicht **Option Nr. 8 des § 42 Abs. 2 GModG**. Ein rechnerischer Erneuerbaren-Nachweis nach DIN V 18599 ist für sie nicht (mehr) zu führen; die einzige gesetzliche Hürde ist die Hüllqualität.
- **Sanktion.** § 108 Abs. 1 Nr. 6 GModG erklärt es für ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder leichtfertig „entgegen § 46 Satz 1 eine Stromdirektheizung einbaut". Über § 108 Abs. 2 Nr. 3 („übrige Fälle") ist die Tat mit einer Geldbuße **bis zu fünftausend Euro** bewehrt. Zum Verweisungsproblem nach der Neugliederung in Absätze siehe „Offene Punkte".
- **Wirtschaftlicher Hintergrund.** Stromdirektheizungen wandeln Strom über den elektrischen Widerstand **1:1** in Wärme um und arbeiten damit um ein Vielfaches ineffizienter als eine Wärmepumpe, die aus einer Kilowattstunde Strom je nach Jahresarbeitszahl drei bis vier Kilowattstunden Wärme bereitstellt. Das BBSR weist ausdrücklich auf **sehr hohe Stromkosten** hin. Genau hier setzt die Hüllanforderung an: Sie soll verhindern, dass in schlecht gedämmten Bestandsgebäuden – typischerweise Mietwohnungen – dauerhaft unwirtschaftliche Heizkosten entstehen.
- **Mietrechtlicher Kontext.** Wird eine Stromdirektheizung in eine vermietete Wohnung eingebaut, trägt der **Mieter** die Stromkosten unmittelbar über seinen eigenen Zähler. Die für Gas- und Ölheizungen neu geschaffene hälftige Kostenteilung der **§§ 5a ff. CO2KostAufG** greift hier **nicht**, weil kein CO2-bepreister Brennstoff bezogen wird. Der Schutz des Mieters läuft bei der Stromdirektheizung deshalb allein über die 30-%-Hüllanforderung des § 46.

## Häufige Fehler

- **Fehlannahme: „§ 46 GModG regelt die Nachrüstpflicht für alte Heizkessel."** Nein – das war **§ 46 GEG a. F.**. Mit dem GModG sind die **alten §§ 46 und 47 GEG zu den §§ 34 und 35 GModG** geworden; der neue § 46 ist eine **komplett andere Vorschrift**. Wer mit älterer Literatur arbeitet, verwechselt hier leicht Alt- und Neurecht.
- **Fehlannahme: „Im Bestand gelten 45 Prozent."** 45 Prozent gelten im **Neubau** (§ 10 Abs. 4 GModG). Im **Bestand** sind es **30 Prozent** (§ 46 Abs. 1 Satz 1 GModG). Mehrere Sekundärquellen vermischen beide Werte.
- **Fehlannahme: „Wenn schon eine wassergeführte Heizung im Haus ist, brauche ich 45 Prozent."** Das war die Regel des **§ 71d Abs. 2 Satz 2 GEG a. F.** Sie ist in § 46 GModG **nicht** übernommen worden.
- **Fehlannahme: „Im selbstbewohnten Einfamilienhaus muss ich gar nichts beachten."** Richtig ist: Die **Hüllanforderung** entfällt bei nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt. **Nicht** entfallen sind die übrigen Pflichten des GModG (etwa Nachrüst- und Dämmpflichten der §§ 34, 35) und das **Landesrecht** nach § 9 GModG.
- **Fehlannahme: „Ich darf jede kaputte Elektroheizung ohne Prüfung ersetzen."** § 46 Abs. 2 GModG befreit nur den **Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung**. Der Ersatz einer **gebäudeweiten** Elektroheizung – etwa einer kompletten Nachtspeicheranlage – fällt nicht unter diese Ausnahme.
- **Fehlannahme: „Die Hallen-Ausnahme hilft mir auch im Bestand."** Die 4-Meter-Regel steht in **§ 10 Abs. 5 GModG** und betrifft ausdrücklich **zu errichtende** Nichtwohngebäude. § 46 enthält keine Entsprechung.
- **Fehlannahme: „Es geht um den Primärenergiebedarf."** Maßgeblich ist ausschließlich der **bauliche Wärmeschutz** nach §§ 16 und 19 GModG, also die Qualität der Gebäudehülle – nicht der Jahres-Primärenergiebedarf und nicht der Erneuerbaren-Anteil.
- **Fehlannahme: „Ein Verstoß bleibt folgenlos."** Der Einbau entgegen § 46 Satz 1 ist nach **§ 108 Abs. 1 Nr. 6 GModG** eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße **bis zu 5.000 Euro** geahndet werden.
- **Fehlannahme: „Eine Infrarotheizung ist BEG-förderfähig."** Stromdirektheizungen gehören nicht zu den geförderten Heizungsanlagen der BEG-Heizungsförderung. Die gesetzliche Zulässigkeit nach § 46 GModG sagt nichts über die Förderfähigkeit aus.

## Beispiel

**Fall 1 – vermietetes Mehrfamilienhaus.** Ein Eigentümer besitzt ein 1965 errichtetes Mehrfamilienhaus mit sechs vermieteten Wohnungen und einer defekten Nachtspeicherheizung. Er möchte die Anlage im **November 2026** durch moderne Infrarotpaneele ersetzen. Weil der Heizungstausch verfahrensfrei ist, entscheidet nach § 111 GModG der **Baubeginn** – das GModG ist anwendbar. Das Gebäude hat mehr als zwei Wohnungen, die Ausnahme des § 46 Abs. 1 Satz 2 greift nicht. Es handelt sich auch nicht um den Austausch **einer** Einzelraumheizung, sondern der gesamten Anlage; § 46 Abs. 2 hilft nicht. Der Einbau ist deshalb nur zulässig, wenn die Gebäudehülle die Anforderungen der §§ 16 und 19 GModG **um mindestens 30 Prozent unterschreitet** – bei einem ungedämmten Gebäude von 1965 praktisch ausgeschlossen. Er müsste zuerst umfassend dämmen oder eine andere Option des § 42 Abs. 2 wählen, etwa eine Wärmepumpe (Nr. 2). Setzt er die Infrarotheizung dennoch ein, riskiert er ein Bußgeld bis 5.000 Euro.

**Fall 2 – selbstbewohntes Zweifamilienhaus.** Dieselbe Ausgangslage, aber es handelt sich um ein Zweifamilienhaus, in dem der Eigentümer eine der beiden Wohnungen selbst bewohnt. Hier greift **§ 46 Abs. 1 Satz 2**: Die 30-%-Anforderung ist **nicht anzuwenden**. Der Einbau ist ohne Hüllnachweis zulässig – wirtschaftlich bleibt er wegen der Stromkosten dennoch riskant, und das Landesrecht nach § 9 GModG ist zu prüfen.

**Fall 3 – einzelner Heizstrahler im Bad.** Eine Eigentümerin ersetzt in einer Mietwohnung einen defekten elektrischen Handtuchheizkörper im Bad durch ein neues Gerät. Das ist der **Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung**; nach **§ 46 Abs. 2 GModG** ist Absatz 1 nicht anzuwenden. Ein Hüllnachweis ist nicht erforderlich.

**Fall 4 – Neubau-Reihenhaus.** Ein Bauträger errichtet ein Reihenhaus mit acht Wohnungen und plant eine elektrische Fußbodenheizung. Maßgeblich ist **§ 10 Abs. 4 GModG**: erforderlich sind **45 Prozent** Unterschreitung des baulichen Wärmeschutzes – eine Hülle etwa auf **KfW-Effizienzhaus-40-Niveau**. Die Ausnahme für selbstbewohnte Zwei-Wohnungs-Gebäude greift bei acht Wohnungen nicht.

## Offene Punkte / Vorbehalt zum Rechtsstand

Diese Seite wird bewusst mit **`factcheck_status: review_needed`** geführt. Zum Redaktionszeitpunkt ungeklärt bzw. gegenzuprüfen:

1. **Konsolidierter amtlicher Volltext nicht ausgewertet.** Weder der Regelungstext im Bundesgesetzblatt (BGBl. 2026 I Nr. 226) noch die Lesefassung auf gesetze-im-internet.de konnten maschinell gelesen werden. Wortlaut und Absatzstruktur des § 46 stammen aus **BT-Drs. 21/7009** (vom Bundestag am 10.07.2026 angenommene Ausschussfassung), die Bußgeld- und § 10-Angaben aus **BT-Drs. 21/6278** bzw. 21/7009.
2. **Verweisung in § 108 Abs. 1 Nr. 6.** Der Bußgeldtatbestand lautet im Regierungsentwurf „entgegen **§ 46 Satz 1**". Da der 9. Ausschuss § 46 in **zwei Absätze** gegliedert hat, müsste die Verweisung korrekt auf „**§ 46 Absatz 1 Satz 1**" lauten. Ob die Verweisung angepasst wurde, ist am Volltext zu prüfen. Die Inhaltsübersicht weist § 108 in der Ausschussfassung als „unverändert" aus – das betrifft aber nur die Paragraphenüberschrift, nicht zwingend den Regelungstext.
3. **Reichweite bei Nichtwohngebäuden.** § 46 Abs. 1 Satz 1 spricht von einem „bestehenden Gebäude **mit Wohnungen**", verweist aber zugleich auf **§ 19** (Nichtwohngebäude). Ob damit nur gemischt genutzte Gebäude (§ 106 GModG) erfasst sein sollen oder ob reine Bestands-Nichtwohngebäude ganz außerhalb der Vorschrift stehen, ist am Gesetzeswortlaut und an der Begründung zu klären.
4. **Bezugsgröße der Prozentangabe.** Die Formulierung „die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz nach den §§ 16 und 19 um mindestens 30 Prozent unterschreitet" ist rechnerisch auslegungsbedürftig, wenn beide Paragraphen nebeneinander anwendbar sind. Eine amtliche Auslegung der Vollzugsbehörden lag zum Redaktionszeitpunkt nicht vor.
5. **Definitionsnummer der Stromdirektheizung.** Die Legaldefinition („Gerät zur direkten Erzeugung von Raumwärme durch Ausnutzung des elektrischen Widerstands, auch in Verbindung mit Wärmespeichern") stand im GEG in **§ 3 Abs. 1 Nr. 29**. Ob die Nummerierung im GModG unverändert ist, wurde nicht verifiziert.
6. **Inhalt der Länderöffnungsklausel.** Dass **§ 9 GModG** („Länderregelung", entstanden aus § 9a GEG) den Ländern weitergehende Anforderungen an Stromdirektheizungen erlaubt, stützt sich auf die Darstellung des BBSR-Infoportals; der Wortlaut des § 9 wurde nicht im Volltext geprüft.
7. **BBSR-Verweisungsangabe „§§ 43 bis 47".** Das amtliche BBSR-Portal schreibt weiterhin, die Anforderungen an die Optionen würden „in den §§ 43 bis 47 GModG" spezifiziert. Nach der Ausschussfassung ist § 47 GModG jedoch „(weggefallen)" und § 42 Abs. 1 verweist auf die **§§ 43 bis 46**. Die BBSR-Angabe dürfte ein nicht nachgeführter Entwurfsstand sein.

_Diese Punkte werden beim nächsten Themen-Review gegen den amtlichen Volltext geprüft._






## Quellen

**Amtliche Primärquellen (Stufe A):**

- Deutscher Bundestag, **Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss), BT-Drs. 21/7009 vom 08.07.2026** – synoptischer Abdruck des beschlossenen § 46 GModG mit neu eingefügtem Absatz 2 (Einzelraum-Austausch), § 10 Abs. 4 bis 6 GModG, § 42 Abs. 2 (Verschiebung der Stromdirektheizung auf Nummer 8), Inhaltsübersicht („§ 46 Einbau einer Stromdirektheizung", „§ 47 (weggefallen)", „§ 9 Länderregelung"):
  https://dserver.bundestag.de/btd/21/070/2107009.pdf
- Deutscher Bundestag, **Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 21/6278 vom 08.06.2026** – Ausgangsfassung des § 46 GModG (Artikel 1 Nr. 24), § 10 Abs. 4 bis 6 (Artikel 1 Nr. 9), Überleitung der §§ 46/47 GEG in die §§ 34/35 GModG (Artikel 1 Nr. 15), Streichung der §§ 71 bis 73 GEG (Artikel 1 Nr. 32), Bußgeldvorschrift § 108 Abs. 1 Nr. 6 und Abs. 2 Nr. 3 (Artikel 1 Nr. 51), Neufassung des § 9/§ 9a (Artikel 1 Nr. 6 bis 8):
  https://dserver.bundestag.de/btd/21/062/2106278.pdf
- Bundesgesetzblatt – Verkündung des Änderungsgesetzes, **BGBl. 2026 I Nr. 226 vom 28.07.2026** (Ausfertigung 23.07.2026):
  https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html
- Regelungstext des Änderungsgesetzes (amtliche PDF-Fassung):
  https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/regelungstext.pdf?__blob=publicationFile&v=1
- Nichtamtliche Lesefassung des GModG auf gesetze-im-internet.de (Gültigkeitszeitraum 29.07.2026 bis 31.12.2026):
  https://www.gesetze-im-internet.de/geg/BJNR172810020.html

**Behörden / Verwaltung (Stufe B):**

- BBSR – GModG-Infoportal, **„Stromdirektheizung"** (Neubau: 45 % Unterschreitung nach § 10 Abs. 4, Hüllqualität vergleichbar KfW-Effizienzhaus 40; Bestand: 30 % nach § 46, Hüllqualität vergleichbar KfW-Effizienzhaus 55; Ausnahmen für Einzelraum-Austausch, selbstbewohnte Zwei-Wohnungs-Gebäude und Hallen über 4 m Raumhöhe; Länderöffnungsklausel § 9):
  https://www.gmodg.bund.de/GEGPortal/DE/GEGRegelungen/Anlagen_EE/Heizungsoptionen/Stromdirektheizung/Stromdirektheizung.html
- BBSR – GModG-Infoportal, **„Optionen beim Heizungseinbau"** (Katalog des § 42 Abs. 2, Zuordnung der Stromdirektheizung zu § 46 GModG, Geltung für Gebäude und Gebäudenetze):
  https://www.gmodg.bund.de/GEGPortal/DE/GEGRegelungen/Anlagen_EE/Heizungsoptionen/Erfuellungsoptionen-node.html
- BBSR – GModG-Infoportal, **„Neuregelungen mit dem GModG"** (Umbenennung GEG → GModG, Wegfall der §§ 71–73 GEG, Inkrafttretensstufen, Verschiebung der §§ 46–51 GEG in die §§ 34–39 GModG, Verkündungsnachweis):
  https://www.gmodg.bund.de/GEGPortal/DE/GEGRegelungen/GModG_neu/GModG_neu-node.html
- BBSR – GModG-Infoportal, **Glossareintrag „Stromdirektheizung"** (Legaldefinition: Gerät zur direkten Erzeugung von Raumwärme durch Ausnutzung des elektrischen Widerstands, auch in Verbindung mit Wärmespeichern):
  https://www.gmodg.bund.de/GEGPortal/SharedDocs/Glossareintraege/DE/S/stromdirektheiz.html
- BBSR – konsolidierte nichtamtliche Lesefassung des GModG mit Kennzeichnung der Änderungen gegenüber dem GEG 2024 (PDF):
  https://www.gmodg.bund.de/GEGPortal/SharedDocs/Downloads/DE/GMG/GModG_Kons_Lesefass.pdf?__blob=publicationFile&v=5
- BBSR – GModG-Infoportal, **„Übergangsrecht"** (§ 111 GModG, Stichtage, Optierungsrecht des Bauherrn):
  https://www.gmodg.bund.de/GEGPortal/DE/GEGRegelungen/WeitereRegelungen/Uebergangsrecht/Uebergangsrecht-node.html

**Vorgängerrecht (zur Abgrenzung):**

- Nexvyra-Themenseite zu **§ 71d GEG a. F.** – Stromdirektheizung als Erfüllungsoption der 65-%-Pflicht (45 % Neubau, 30 % Bestand, 45 % bei vorhandener wassergeführter Heizung, Nachweis durch Person nach § 88 GEG, 10-jährige Aufbewahrungspflicht):
  https://nexvyra.de/fakten/geg-71d-stromdirektheizung.md

**Verwandte Nexvyra-Themenseiten:**

- GModG § 42 – Grundsatz: die zehn zulässigen Heizungsoptionen beim Heizungstausch: https://nexvyra.de/fakten/gmodg-42-heizungsoptionen-grundsatz.md
- GModG „Bio-Treppe" (§ 43) – Mindestanteile klimafreundlicher Brennstoffe: https://nexvyra.de/fakten/gmodg-biotreppe.md
- GModG § 45 – Biomasse- und Wasserstoff-Heizungsanlage: https://nexvyra.de/fakten/gmodg-45-biomasse-wasserstoff-heizung.md
- GModG statt GEG – Paragraphen-Konkordanz alt/neu: https://nexvyra.de/fakten/gmodg-paragraphen-konkordanz.md
- KfW-Effizienzhaus-Stufen 2026: https://nexvyra.de/fakten/kfw-effizienzhaus-stufen.md

## Änderungsverlauf

- 2026-08-22: Erstveröffentlichung. Die Seite schließt die Lücke in der GModG-Paragraphenreihe (§§ 42, 43, 44, 45 waren abgedeckt, § 46 fehlte). Der Wortlaut des § 46 GModG in der vom Bundestag am 10.07.2026 angenommenen Ausschussfassung (zwei Absätze, neuer Absatz 2 zum Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung) wurde gegen die Synopse in BT-Drs. 21/7009 verifiziert; die Ausgangsfassung ohne Absatzgliederung gegen BT-Drs. 21/6278 (Artikel 1 Nr. 24). Der Neubau-Schwellenwert von 45 Prozent samt Hallen- und Verteidigungsausnahme wurde als § 10 Abs. 4 bis 6 GModG (Artikel 1 Nr. 9) belegt, der Bußgeldrahmen bis 5.000 Euro als § 108 Abs. 1 Nr. 6 i. V. m. Abs. 2 Nr. 3 (Artikel 1 Nr. 51). Die Zuordnung der Hüllqualitäten zu KfW-Effizienzhaus 55 (Bestand) und 40 (Neubau) sowie die Länderöffnungsklausel des § 9 GModG stammen aus dem amtlichen BBSR-GModG-Infoportal. Die Abgrenzung zum Vorgängerrecht (Wegfall der 45-%-Schwelle bei vorhandener wassergeführter Heizung und der Nachweis-/Aufbewahrungspflicht des § 71d Abs. 2 GEG a. F.) wurde gegen die bestehende Nexvyra-Seite zu § 71d GEG abgeglichen. factcheck_status=review_needed, weil (1) der konsolidierte amtliche Volltext maschinell nicht auswertbar war, (2) offen ist, ob die Verweisung in § 108 Abs. 1 Nr. 6 nach der Neugliederung des § 46 in Absätze auf „§ 46 Absatz 1 Satz 1" angepasst wurde, (3) die Reichweite der Doppelverweisung auf §§ 16 und 19 bei Gebäuden „mit Wohnungen" ungeklärt ist, (4) die Bezugsgröße der Prozentangabe bei paralleler Anwendbarkeit beider Paragraphen auslegungsbedürftig ist, (5) die Definitionsnummer der Stromdirektheizung in § 3 GModG nicht verifiziert wurde und (6) der Wortlaut des § 9 GModG nicht im Volltext geprüft wurde. | change_type=initial_publication reviewed_by="Nexvyra-Bau-Agent (automatisiert)" field="topic_lifecycle" new="published"

## Stand

- Stand: 2026-08-22
- Gültig ab: 2026-07-29 (Inkrafttreten Artikel 1, 5, 6 und 8 des Änderungsgesetzes)
- Status: aktuell (in_force)
- Vorbehalt: amtlicher Volltext des § 46 GModG nicht aus konsolidierter Fassung verifiziert; Verweisung in § 108 Abs. 1 Nr. 6, Reichweite bei Nichtwohngebäuden und Bezugsgröße der 30-%-Angabe stehen unter Prüfvorbehalt
- Quellenautorität: A (Bundestagsdrucksachen 21/6278 und 21/7009 als Gesetzgebungsmaterial, BGBl. 2026 I Nr. 226 als Verkündungsnachweis; BBSR-GModG-Infoportal als amtliche Verwaltungsquelle)
- Lizenz: CC BY 4.0
- factcheck_status: review_needed
