---
title: Green Claims Directive – EU-Greenwashing-Verbot 2026, Nachweis­pflicht für Umweltaussagen
slug: green-claims-directive-greenwashing-2026
topic: allgemein
legal_status: in_legislation
authority_level: A
valid_from: null
valid_to: null
last_reviewed: 2026-07-14
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/green-claims-directive-greenwashing-2026.md
wikidata_subjects: [Q117306918]
factcheck_status: ok
en_version: https://nexvyra.de/en/fakten/green-claims-directive-eu-2026.html
---

# Green Claims Directive – EU-Greenwashing-Verbot 2026, Nachweispflicht für Umweltaussagen

## Kurzantwort

Die **Green Claims Directive** ist eine EU-Richtlinie zur Regulierung von **umweltbezogenen Werbeaussagen** ("klimaneutral", "umweltfreundlich", "CO₂-neutral", "grün", "nachhaltig"). Der ursprüngliche Vorschlag stammt vom **22.03.2023** (COM(2023) 166 final). Das Europäische Parlament hat am **12.03.2024** in erster Lesung zugestimmt. Der **Trilog** zwischen Rat, Parlament und Kommission läuft seit Ende 2024 — Verabschiedung erwartet **2026**, Umsetzungsfrist in nationales Recht **24 Monate danach**. Kernidee: Wer mit "grüner" oder klimabezogener Aussage wirbt, muss diese **vorher** durch eine **unabhängige Prüfstelle verifizieren lassen** und die Nachweise öffentlich zugänglich machen. Vage Aussagen ohne Beleg (z. B. "umweltfreundlich" ohne Erklärung) werden verboten. Die Green Claims Directive ergänzt die parallel bereits verabschiedete **Empowering Consumers Directive** (RL (EU) 2024/825), die pauschale Verbote grün­färbender Begriffe bereits ausspricht.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Vorschlag COM(2023) 166 final vom 22.03.2023 |
| Stand Gesetzgebung | Trilog laufend, Verabschiedung 2026 erwartet |
| EP 1. Lesung | 12.03.2024 (angenommen) |
| Rat Position | Verhandlungen laufend |
| Umsetzungsfrist in nationales Recht | 24 Monate nach Verabschiedung |
| Anwendung erwartet | 2028 |
| Betroffene Aussagen | Alle "umweltbezogenen Angaben" in B2C-Werbung und Produktkennzeichnung |
| Beispiele erfasst | "klimaneutral", "CO₂-neutral", "recyclefähig", "biologisch abbaubar", "aus recyceltem Kunststoff", "aus erneuerbaren Energien hergestellt" |
| Beweislast | Bei Werbendem |
| Verifizierung vorab | Durch akkreditierte unabhängige Prüfstelle |
| Öffentliche Verfügbarkeit Nachweise | Ja, digital abrufbar (QR-Code, Link) |
| Verbot "klimaneutral" durch Offsetting | Nur mit expliziter Aufschlüsselung Reduktion vs. Kompensation |
| Verbot pauschaler Grün-Begriffe | Bereits durch RL 2024/825 (Empowering Consumers) |
| Verhältnis UWG | Umsetzung ergänzt § 5 UWG (Irreführende geschäftliche Handlungen) |
| Sanktion | Nach nationalem Recht — abschreckend, verhältnismäßig, wirksam |
| KMU-Ausnahmen | Reduzierte Anforderungen für Kleinstunternehmen (< 10 MA) |

## Bereits geltend: Empowering Consumers Directive (RL 2024/825)

Nicht mit der Green Claims Directive zu verwechseln: Die **Empowering Consumers Directive (RL (EU) 2024/825)** vom 28.02.2024 ist bereits **in Kraft** und muss bis **27.03.2026 in nationales Recht umgesetzt** werden. Sie verbietet bereits:

- **Pauschale Umweltaussagen** ("umweltfreundlich", "öko", "grün") ohne belegte, herausragende Umweltleistung
- **Klimaneutralitäts-Angaben, die auf Offsetting basieren** ohne dies auszuweisen
- **Nachhaltigkeits-Siegel** ohne Zertifizierung durch anerkannte Systeme
- **Aussagen über zukünftige Umweltleistung** ohne verbindlichen Zeitplan und externe Verifizierung

Die Green Claims Directive fügt dazu das **positive Nachweisverfahren** hinzu.

## Was künftig konkret Pflicht wird

**Wer wirbt mit** "Unser T-Shirt ist klimaneutral":
1. **Vorher** ökologischen Fußabdruck des Produkts wissenschaftlich berechnen (LCA nach ISO 14040/44 oder EU-PEF)
2. Angeben was reduziert wurde (Material, Produktion, Transport)
3. Angeben was durch Offsetting kompensiert wurde und welche Projekte
4. Verifizierung durch **akkreditierte Prüfstelle**
5. Nachweise **öffentlich digital** verfügbar (z. B. QR-Code auf dem Etikett)
6. Aussagen über **zukünftige Klimaneutralität** ("bis 2030") nur mit verbindlichem Reduktionsplan + Zwischenzielen + externer Verifizierung

## Was verboten wird

- **"Klimaneutral"** ohne Aufschlüsselung
- **"Öko"/"Grün"/"Umweltfreundlich"** ohne belegte konkrete Umweltleistung
- **"Aus recyceltem Plastik"** ohne Angabe des Recyclatanteils
- **"Biologisch abbaubar"** ohne Angabe der Bedingungen (Zeit, Temperatur, Anlage)
- **Selbst­erfundene Öko-Siegel** ohne unabhängige Zertifizierung
- **"CO₂-neutraler Flug"** ohne Aufschlüsselung Reduktion vs. Kompensation
- **Vergleiche mit "früheren Modellen"** ohne konkreten Referenzwert

## Wer ist betroffen?

Alle Unternehmen, die in der EU **Waren oder Dienstleistungen an Verbraucher** anbieten und dabei mit **umweltbezogenen Aussagen** werben. Erfasst sind:

- Produktetiketten und Verpackungen
- Werbeaussagen online, im Fernsehen, Print
- Corporate Sustainability Reports (soweit sie konkrete Verbraucherwerbung sind)
- Firmenwebseiten mit Konsumenten-Ausrichtung

Nicht erfasst: reine Investoren-Kommunikation, wissenschaftliche Publikationen, journalistische Berichte.

## Häufige Fehler

- **„Ich darf 'klimaneutral' schreiben, wenn ich alles kompensiere."** Falsch — pauschales "klimaneutral" ohne Aufschlüsselung Reduktion vs. Kompensation ist bereits durch RL 2024/825 unzulässig.
- **„Green Claims Directive gilt schon jetzt."** Falsch — Vorschlag im Trilog. Voraussichtlich ab 2028. Aber: **Empowering Consumers Directive** (RL 2024/825) gilt bereits und muss bis 27.03.2026 umgesetzt sein.
- **„Ich brauche keine Verifizierung wenn ich Öko-Zertifikate habe."** Differenziert — nach Green Claims Directive braucht auch das Zertifikat selbst Akkreditierung. Selbst­gestrickte Siegel reichen nicht.
- **„Nur große Konzerne sind betroffen."** Falsch — jedes Unternehmen. KMU-Erleichterungen gibt es nur für Kleinstunternehmen (< 10 MA, < 2 Mio € Umsatz).
- **„Ich kann nachträglich Belege liefern wenn abgemahnt."** Falsch — Green Claims Directive verlangt **Verifizierung VORHER**. Ohne Vorab-Prüfung darf die Aussage gar nicht erst gemacht werden.

## Quellen

- Vorschlag COM(2023) 166 final (Green Claims Directive): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:52023PC0166
- Richtlinie (EU) 2024/825 (Empowering Consumers Directive) – Volltext: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32024L0825
- EU-Kommission – Green Claims: https://environment.ec.europa.eu/topics/circular-economy/green-claims_de
- UWG – § 5 Irreführende geschäftliche Handlungen: https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__5.html
- Umweltbundesamt – Umweltaussagen: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/valide-umweltaussage-greenwashing

## Änderungsverlauf

- 2026-07-14: Tote Quellen-URL ersetzt (automatischer Faktencheck, HTTP 200 verifiziert). | change_type=source_url_fix field="sources" old="https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/produkte/umweltaussagen" new="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/valide-umweltaussage-greenwashing" reviewed_by="Nexvyra Faktencheck-Bot"
- 2026-07-13: Erstveröffentlichung durch EU-Recht-Bot. Trilog-Stand dokumentiert, Verhältnis zu bereits geltender Empowering-Consumers-Directive geklärt, Beispiel-Fallgestaltungen erläutert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Nexvyra EU-Recht-Bot"

## Siehe auch

- [CSRD – Nachhaltigkeitsbericht 2026](/fakten/csrd-nachhaltigkeitsbericht-2026.html)
- [CSDDD Lieferkettenrichtlinie](/fakten/csddd-lieferkettenrichtlinie-2024-1760.html)
- [UWG § 5 – Irreführende Werbung](/fakten/uwg-5-irrefuehrende-werbung.html)

## Stand

- Stand: 2026-07-14
- Gültig ab: noch nicht (im Trilog)
- Umsetzungsfrist erwartet: 2028
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (COM(2023) 166 final, RL 2024/825, EU-Kommission, UBA)
- Lizenz: CC BY 4.0
