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title: GwG — Kryptowerte-Dienstleister als geldwäscherechtlich Verpflichtete (§ 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG)
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last_reviewed: 2026-07-25
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# GwG — Kryptowerte-Dienstleister als geldwäscherechtlich Verpflichtete (§ 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG)

## Kurzantwort

Seit dem **30. Dezember 2024** sind **Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen** (Crypto-Asset Service Provider, CASP) und **Emittenten vermögenswertreferenzierter Token** ausdrücklich **Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz (GwG)** — geregelt in **§ 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG** in der Fassung des **Finanzmarktdigitalisierungsgesetzes (FinmadiG) vom 27.12.2024** (BGBl. 2024 I Nr. 438). Sie stehen damit geldwäscherechtlich auf einer Stufe mit Banken und Finanzdienstleistern und müssen ein **Risikomanagement**, **Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden (KYC)**, **Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten** sowie **Verdachtsmeldungen an die FIU** (Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen) erfüllen. Erfasst sind alle Kryptowerte-Dienstleistungen nach **Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 MiCAR** (Verwahrung, Handelsplattform, Tausch, Auftragsausführung, Platzierung, Transferdienstleistungen u. a.); **ausgenommen** ist allein die reine **Beratung** zu Kryptowerten. Aufsichtsbehörde ist die **BaFin**.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG [gesetze-im-internet.de/gwg_2017/__2.html] |
| Verpflichtete | Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen (CASP) und Emittenten vermögenswertreferenzierter Token [§ 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG] |
| Verpflichtet seit | 30.12.2024 [FinmadiG vom 27.12.2024, BGBl. 2024 I Nr. 438] |
| ART-Regelungen rückwirkend | 01.07.2024 [FinmadiG] |
| Erfasste Dienstleistungen | alle nach Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 MiCAR (Verwahrung, Handelsplattform, Tausch, Auftragsausführung, Platzierung, Transfer u. a.) [BaFin mb_250103] |
| Einzige Ausnahme | reine Beratung zu Kryptowerten (Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 lit. h MiCAR) [§ 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG] |
| Kernpflichten | Risikomanagement/Geldwäschebeauftragter (§ 4–7), KYC-Sorgfaltspflichten (§ 10–11), § 15a (selbst gehostete Adressen), Verdachtsmeldung (§ 43) [GwG] |
| Meldung an | Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU), Portal goAML, Registrierungspflicht § 45 GwG [GwG] |
| Aufsichtsbehörde | BaFin (§ 50 GwG) [GwG] |
| Bußgeldrahmen | bis 150.000 €, bei schweren/wiederholten/systematischen Verstößen bis 5 Mio. € bzw. 10 % des Gesamtumsatzes (§ 56 GwG) [GwG] |

## Rechtsgrundlage

**§ 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG (Verpflichtete):** Verpflichtete im Sinne des GwG sind — soweit sie in Ausübung ihres Gewerbes oder Berufs handeln — unter anderem Finanzdienstleistungsinstitute, Wertpapierinstitute „sowie **Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen und Emittenten vermögenswertreferenzierter Token**". Diese Ergänzung wurde durch das **Finanzmarktdigitalisierungsgesetz** (Art.-Gesetz zur Digitalisierung des Finanzmarktes) mit Wirkung zum **30.12.2024** eingefügt; die Regelungen zu Emittenten vermögenswertreferenzierter Token (ART) wirken teilweise auf den **1. Juli 2024** zurück (Gleichlauf mit dem MiCAR-Start für ART/EMT).

**Verweis auf MiCAR:** „Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen" knüpft an **Art. 3 Abs. 1 Nr. 15 MiCAR** (Verordnung (EU) 2023/1114) an; die einzelnen Dienstleistungen sind in **Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 MiCAR** definiert (u. a. Verwahrung und Verwaltung, Betrieb einer Handelsplattform, Tausch gegen Geld/andere Kryptowerte, Ausführung von Aufträgen, Platzierung, Annahme/Übermittlung von Aufträgen, Portfolioverwaltung, Transferdienstleistungen).

**Begriffe im GwG:** § 1 Abs. 29 GwG definiert „Kryptowerte" über **Art. 3 Nr. 14 der Geldtransferverordnung (GTVO/TFR, VO 2023/1113)**, § 1 Abs. 30 GwG „Kryptowertetransfer" über **Art. 3 Nr. 10 GTVO**. Damit greift der geldwäscherechtliche Pflichtenkanon des GwG unmittelbar in die **Travel Rule** für Kryptowertetransfers ein (siehe verwandte Norm KryptoWTransfer/TFR).

**Sorgfalts- und Organisationspflichten:** Für alle Verpflichteten gelten insbesondere **§ 4–9 GwG** (Risikomanagement, interne Sicherungsmaßnahmen, Geldwäschebeauftragter), **§ 10–17 GwG** (allgemeine, vereinfachte und verstärkte Sorgfaltspflichten, Identifizierung), **§ 43 GwG** (Verdachtsmeldung), **§ 45 GwG** (Form der Meldung, Registrierungspflicht bei der FIU) sowie **§ 15a GwG** (besondere Pflichten bei Transfers von/zu **selbst gehosteten Adressen**).

## Anwendungsbereich / Wer ist betroffen

Ob ein Unternehmen als Kryptowerte-Dienstleister GwG-Verpflichteter ist, prüft sich in folgenden Schritten:

1. **Erbringt das Unternehmen eine Kryptowerte-Dienstleistung?** Maßgeblich ist der Katalog des **Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 MiCAR** — z. B. Verwahrung/Verwaltung von Kryptowerten (Wallet-Anbieter), Betrieb einer Handelsplattform (Krypto-Börse), Tausch von Kryptowerten gegen Geld oder gegen andere Kryptowerte, Ausführung oder Annahme/Übermittlung von Aufträgen, Platzierung, Portfolioverwaltung oder Transferdienstleistungen.
2. **Handelt es gewerbs- bzw. berufsmäßig?** § 2 Abs. 1 GwG setzt Handeln „in Ausübung ihres Gewerbes oder Berufs" voraus. Rein privates Halten oder Handeln eigener Kryptowerte ist nicht erfasst.
3. **Greift die einzige Ausnahme (reine Beratung)?** Nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG sind alle Kryptowerte-Dienstleistungen erfasst, „soweit sie eine oder mehrere Kryptowerte-Dienstleistungen erbringen" — **ausgenommen ist allein die Beratung** zu Kryptowerten (Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 lit. h MiCAR).
4. **Emittent vermögenswertreferenzierter Token (ART)?** Auch Emittenten von ART sind eigenständig Verpflichtete nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG.
5. **Inlandsbezug/Aufsicht?** Zuständige Aufsichtsbehörde ist die **BaFin** (§ 50 GwG). Für die Erlaubnis als CASP gilt parallel das MiCAR-Zulassungsregime (Titel V MiCAR).

## Pflichten und Rechtsfolgen

**Pflichten der Verpflichteten (Auswahl):**

- **Risikomanagement und interne Sicherungsmaßnahmen** einschließlich einer eigenen **Risikoanalyse** (§ 4–6 GwG) und Bestellung eines **Geldwäschebeauftragten** (§ 7 GwG).
- **Kundensorgfaltspflichten (KYC):** Identifizierung des Vertragspartners und ggf. des wirtschaftlich Berechtigten, Feststellung des Zwecks der Geschäftsbeziehung, kontinuierliche Überwachung (§ 10–11 GwG); **verstärkte Sorgfaltspflichten** bei erhöhtem Risiko (§ 15 GwG).
- **Selbst gehostete Adressen (§ 15a GwG):** Bei Kryptowertetransfers von oder zu selbst gehosteten (unhosted) Wallet-Adressen müssen Verpflichtete das Geldwäsche-/Terrorismusfinanzierungsrisiko sowie das Sanktionsumgehungsrisiko ermitteln, bewerten und angemessene risikomindernde Maßnahmen ergreifen.
- **Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten** (§ 8 GwG).
- **Verdachtsmeldung (§ 43 GwG):** Bei Anhaltspunkten für Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung ist unverzüglich eine Meldung an die **Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU)** abzugeben — elektronisch über das Meldeportal **goAML**; hierfür besteht **Registrierungspflicht** (§ 45 GwG). Während der Bearbeitung gilt ein **Durchführungsverbot** für die gemeldete Transaktion (§ 46 GwG) sowie ein **Verbot der Informationsweitergabe** an den Kunden („tipping off", § 47 GwG).

**Rechtsfolgen bei Verstoß:** Verstöße gegen GwG-Pflichten sind **Ordnungswidrigkeiten** nach **§ 56 GwG** und können mit erheblichen **Bußgeldern** geahndet werden (im Grundtatbestand bis 150.000 Euro, bei schwerwiegenden, wiederholten oder systematischen Verstößen bis zu **5 Mio. Euro** bzw. **10 % des Gesamtumsatzes** — je nachdem, welcher Betrag höher ist); die BaFin kann Bußgeldentscheidungen zudem veröffentlichen („naming and shaming", § 57 GwG). Wer ohne die erforderliche MiCAR-Zulassung Kryptowerte-Dienstleistungen erbringt, macht sich daneben aufsichtsrechtlich angreifbar.

## Fristen und Übergangsregelungen

- **30. Dezember 2024:** Inkrafttreten der Erweiterung des Verpflichtetenkreises in § 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG durch das **Finanzmarktdigitalisierungsgesetz** (verkündet am 27.12.2024, BGBl. 2024 I Nr. 438). Gleichlauf mit der MiCAR-Anwendbarkeit für Kryptowerte-Dienstleistungen (Art. 149 Abs. 2 MiCAR) und dem Start der **Travel Rule** nach der Geldtransferverordnung (VO 2023/1113, Art. 40).
- **1. Juli 2024 (rückwirkend):** Die Regelungen, die **Emittenten vermögenswertreferenzierter Token (ART)** betreffen, wirken auf den ART/EMT-Start der MiCAR zurück.
- **Bestehende Kryptoverwahrer:** Institute, die zuvor bereits als Kryptoverwahrer nach dem KWG geldwäscherechtlich verpflichtet waren, waren schon vor dem 30.12.2024 GwG-Verpflichtete (BaFin-Auslegungsentscheidung vom 12.05.2020); mit dem FinmadiG wurde die Verpflichtung auf den vollständigen CASP-Katalog der MiCAR ausgeweitet.

## Praxisbeispiel

Eine in Deutschland ansässige **Krypto-Handelsplattform** betreibt eine Börse und verwahrt zugleich die Wallets ihrer Kunden. Beide Tätigkeiten sind Kryptowerte-Dienstleistungen nach Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 lit. a und b MiCAR; die Plattform ist damit **Verpflichtete nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG**. Sie muss vor der ersten Transaktion ihre Kunden identifizieren (§ 10–11 GwG), eine Risikoanalyse führen und einen Geldwäschebeauftragten bestellen (§ 4–7 GwG) sowie sich bei der FIU im Portal **goAML** registrieren (§ 45 GwG). Zahlt ein Kunde ungewöhnlich hohe Beträge über eine **selbst gehostete Wallet** ein, greift § 15a GwG: Die Plattform muss das erhöhte Risiko bewerten und risikomindernde Maßnahmen ergreifen; ergeben sich Anhaltspunkte für Geldwäsche, ist unverzüglich eine **Verdachtsmeldung nach § 43 GwG** abzugeben, ohne den Kunden zu informieren (§ 47 GwG). Die einzelfallbezogene Auslegung konkretisiert die **BaFin in ihren Auslegungs- und Anwendungshinweisen zum GwG** (§ 51 Abs. 8 GwG).

## Verwandte Normen

- **Art. 3 Abs. 1 Nr. 15, 16 MiCAR (VO (EU) 2023/1114)** — Definition Kryptowerte-Dienstleister und Kryptowerte-Dienstleistungen
- **VO (EU) 2023/1113 (Geldtransferverordnung / Travel Rule)** — begleitende transaktionale Informationspflichten bei Kryptowertetransfers
- **§ 1 Abs. 29, 30 GwG** — Legaldefinition „Kryptowerte" und „Kryptowertetransfer" (Verweis auf GTVO)
- **§ 15a GwG** — besondere Pflichten bei selbst gehosteten Adressen
- **§ 43, § 45, § 46, § 47 GwG** — Verdachtsmeldung, Registrierung/goAML, Durchführungsverbot, Verbot der Informationsweitergabe
- **§ 56, § 57 GwG** — Bußgeldvorschriften und öffentliche Bekanntmachung
- **§ 1 Abs. 11 KWG** — Kryptowerte als Finanzinstrument (nationaler Auffangtatbestand)





## Quellen

- § 2 GwG (Verpflichtete, Verordnungsermächtigung) — Fassung Finanzmarktdigitalisierungsgesetz vom 27.12.2024 (BGBl. 2024 I Nr. 438), in Kraft seit 30.12.2024:
  https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/__2.html
- § 2 GwG (Permalink mit Änderungsübersicht, dejure.org als Fallback):
  https://dejure.org/gesetze/GwG/2.html
- BaFin — Merkblatt „Hinweise zu den Kryptowerte-Dienstleistungen nach MiCAR" (mb_250103, Stand Januar 2025; Katalog Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 MiCAR):
  https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Merkblatt/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html
- BaFin — Auslegungs- und Anwendungshinweise gemäß § 51 Abs. 8 Satz 1 GwG (Änderungsfassung 2025, u. a. Kryptowertetransfers und § 15a GwG):
  https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Auslegungsentscheidung/dl-ae-auas-aenderungsfassung-2025-gw.pdf?__blob=publicationFile&v=1
- BaFin — Geldwäscherechtliche Hinweise für Institute mit Kryptoverwahrgeschäft als Neu-Verpflichtete (Auslegungsentscheidung vom 12.05.2020):
  https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Auslegungsentscheidung/A/ae_200512_krypto_gw.html
- Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCAR), Art. 3, Art. 149 (eur-lex):
  https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2023/1114/oj/deu

## Stand

- **Stand:** 19.07.2026
- **Gültig ab:** 30.12.2024 (§ 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG i. d. F. des FinmadiG; ART-bezogene Teile rückwirkend 01.07.2024)
- **Rechtsstatus:** in Kraft (in_force)
- **Quellenautorität:** A (gesetze-im-internet.de, bafin.de, eur-lex.europa.eu)
- **Lizenz:** CC-BY-4.0

## Änderungsverlauf

- 2026-07-19: Erstveröffentlichung. Verpflichteteneigenschaft der Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen und Emittenten vermögenswertreferenzierter Token nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG gegen den amtlichen Normtext (gesetze-im-internet.de / dejure.org, Fassung FinmadiG 27.12.2024, BGBl. 2024 I Nr. 438, in Kraft 30.12.2024) und das BaFin-Merkblatt Kryptowerte-Dienstleistungen (mb_250103) geprüft. Sorgfalts-, Melde- (§ 43/§ 45 goAML/FIU) und Sanktionsregeln (§ 56/§ 57) sowie § 15a GwG (selbst gehostete Adressen) aufgenommen. Aktualität: BaFin hat ihre Auslegungs- und Anwendungshinweise zum GwG mehrfach mit Krypto-Fokus aktualisiert (Änderungsfassung 2025 mit Ergänzungen Februar/März/Juli 2025 und Februar 2026) — im Topic vermerkt. Q-IDs: Q13479982 (Kryptowährung, verifiziert), Q1497983 (GwG — aus AGENT_GUIDE übernommen; Live-Verifikation über wikidata.org im Lauf durch Provenance-Beschränkung des Fetch-Tools nicht möglich, bei nächstem Anfassen prüfen), Q314211 (BaFin, verifiziert). | change_type=new_topic reviewed_by="Andreas Warkentin"
