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title: Häusliches Arbeitszimmer 2026 – Steuerregelung nach § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG
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topic: steuerrecht
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last_reviewed: 2026-05-28
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# Häusliches Arbeitszimmer 2026 – Steuerregelung nach § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG

## Kurzantwort

Aufwendungen für ein **häusliches Arbeitszimmer** sind 2026 nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG nur dann als Betriebsausgaben oder – über § 9 Abs. 5 EStG – als Werbungskosten abziehbar, wenn das Arbeitszimmer den **Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung** bildet. In diesem Fall besteht ein **Wahlrecht** zwischen dem Abzug der **tatsächlichen Aufwendungen** (anteilige Miete bzw. Gebäude-AfA, Nebenkosten, Reinigung) und einer **Jahrespauschale von 1.260 €**. Die Jahrespauschale ist **personenbezogen** und wird für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Mittelpunkts-Voraussetzungen nicht vorliegen, um **ein Zwölftel (105 €)** gekürzt. Ohne Mittelpunkts-Eigenschaft kommt nur die **Tagespauschale (Homeoffice-Pauschale)** nach § 4 Abs. 5 Nr. 6c EStG (6 € pro Tag, max. 1.260 €/Jahr) in Betracht; beide Pauschalen dürfen **nicht für denselben Zeitraum nebeneinander** angesetzt werden.

## Kernfakten

| Punkt | Wert 2026 |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG (über § 9 Abs. 5 EStG auch für Werbungskosten) |
| Grundsatz | Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sind **nicht** abziehbar |
| Ausnahme (Abzug möglich) | Arbeitszimmer ist Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung |
| Wahlrecht im Ausnahmefall | tatsächliche Aufwendungen **oder** Jahrespauschale 1.260 € |
| Jahrespauschale | 1.260 € pro Wirtschafts- bzw. Kalenderjahr |
| Bezugspunkt der Pauschale | **personenbezogen**, nicht raumbezogen – auch bei mehreren Arbeitszimmern nur einmal |
| Kürzung bei Teiljahr | 1/12 (= 105 €) für jeden vollen Kalendermonat ohne Voraussetzungen |
| Voraussetzung „Arbeitszimmer" | Separater, in häusliche Sphäre eingebundener Raum; ausschließlich oder fast ausschließlich (≥ 90 %) beruflich genutzt |
| Tätigkeitscharakter | Geistige, schriftliche, verwaltungstechnische oder organisatorische Arbeiten |
| „Anderer Arbeitsplatz" verfügbar? | seit 2023 **nicht mehr** Voraussetzung – entscheidend ist allein der Mittelpunkt |
| Abgrenzung Tagespauschale (Nr. 6c) | 6 €/Tag, max. 1.260 €/Jahr; **nicht** parallel für denselben Zeitraum |
| Aufzeichnungspflicht | § 4 Abs. 7 EStG: gesonderte Aufzeichnung der Aufwendungen im Buchführungs­grundsatz; bei Jahrespauschale entbehrlich |
| Stand der Regelung seit | 1. Januar 2023 (Jahressteuergesetz 2022, BGBl. I 2022, 2294) |

## Was ein „häusliches Arbeitszimmer" steuerlich ist

Ein häusliches Arbeitszimmer ist nach der Definition des BMF-Schreibens vom 15. August 2023 (LStH 2026, Anhang 19 I, Rn. 3) ein **Raum**, der nach seiner **Lage, Funktion und Ausstattung in die häusliche Sphäre** des Steuerpflichtigen eingebunden ist, **vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder organisatorischer Arbeiten** dient und **ausschließlich oder nahezu ausschließlich** zu betrieblichen und/oder beruflichen Zwecken genutzt wird. Eine **untergeordnete private Mitbenutzung von weniger als 10 %** ist unschädlich. Eine bloße Arbeitsecke im Wohnzimmer, ein Durchgangsraum oder der Küchentisch sind **kein** Arbeitszimmer im Sinne dieser Vorschrift – für solche Konstellationen kommt nur die Tagespauschale nach Nr. 6c in Betracht. Räume, die ihrer Ausstattung nach einer betrieblichen Nutzung dienen (z. B. Werkstatt, Praxis, Lager mit Kundenverkehr), gelten ebenfalls **nicht** als häusliches Arbeitszimmer; ihre Aufwendungen sind ohne Begrenzung als Betriebsausgaben abziehbar.

## „Mittelpunkt der gesamten Betätigung" – das einzige Tor zum Abzug

Seit dem Jahressteuergesetz 2022 ist der Abzug **nur noch** möglich, wenn das häusliche Arbeitszimmer den **qualitativen Mittelpunkt** der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen bildet. Maßgeblich ist nach ständiger BFH-Rechtsprechung (vgl. LStH 2026, Anhang 19 I, Rn. 9 ff.) der **inhaltliche** Schwerpunkt der Tätigkeit, nicht der zeitliche Umfang. Klassische Fallgruppen mit Mittelpunkt im Arbeitszimmer sind etwa freiberufliche Übersetzer, schriftstellerisch oder programmierend Tätige im Vollzeit-Homeoffice oder Steuerberater mit ausschließlich häuslicher Kanzlei. Bei **gemischten Tätigkeiten** (z. B. Außendienst plus häusliche Vor- und Nachbereitung, Lehrkräfte mit Unterricht plus häuslicher Unterrichtsvorbereitung) liegt der Mittelpunkt regelmäßig **nicht** im Arbeitszimmer – ein voller Abzug der Raumkosten scheidet dann aus, möglich bleibt aber die Tagespauschale nach Nr. 6c. Das frühere Kriterium „kein anderer Arbeitsplatz verfügbar" ist seit 2023 **entfallen**; es entscheidet allein der Mittelpunkt.

## Wahlrecht: tatsächliche Kosten oder Jahrespauschale 1.260 €

Liegen die Voraussetzungen vor, hat der Steuerpflichtige ein **Wahlrecht** (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 und 3 EStG): Er kann **entweder** die auf das Arbeitszimmer entfallenden **tatsächlichen Aufwendungen** ansetzen – also den auf die Arbeitszimmerfläche entfallenden Anteil von Miete bzw. Gebäude-AfA, Schuldzinsen, Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Strom, Heizung, Wasser, Reinigung, Renovierung – **oder** pauschal **1.260 € pro Wirtschafts- bzw. Kalenderjahr** abziehen. Die Wahl muss für ein Wirtschafts-/Kalenderjahr **einheitlich** ausgeübt werden; ein unterjähriger Wechsel ist nicht zulässig. Die Jahrespauschale ist insbesondere für **Mieter mit kleinem Arbeitszimmer** oder bei geringen Nebenkosten häufig die einfachere Variante – sie spart die Flächen­berechnung (Anteil Arbeitszimmer ÷ Wohnfläche × Gesamtkosten) und die Belegaufbewahrung. Wer höhere tatsächliche Kosten hat (z. B. Eigentümer mit hoher AfA, große Räume in teurer Lage), fährt mit dem Einzelnachweis besser.

## Jahrespauschale ist personenbezogen und teilbar

Die Jahrespauschale von 1.260 € ist **personenbezogen** anzuwenden (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4 EStG, LStH 2026 Rn. 17 ff.). Das bedeutet: Nutzen mehrere Personen (z. B. Ehegatten) **dasselbe** Arbeitszimmer gemeinsam als Mittelpunkt ihrer jeweiligen Tätigkeit, kann **jede Person für sich** die Pauschale von 1.260 € geltend machen. Umgekehrt steht die Pauschale einer Person, die **mehrere häusliche Arbeitszimmer** unterhält (z. B. Erst- und Zweitwohnsitz), **nur einmal** zu. Übt eine Person **mehrere Tätigkeiten** mit Mittelpunkt im Arbeitszimmer aus, kann die Pauschale ebenfalls **nur einmal** angesetzt und muss ggf. auf die Tätigkeiten **anteilig aufgeteilt** werden. Für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Mittelpunkts-Voraussetzungen **nicht** vorliegen, ermäßigt sich die Pauschale um **ein Zwölftel (105 €)** – beginnt z. B. die freiberufliche Tätigkeit im Mai 2026, sind höchstens 8/12 von 1.260 € = **840 €** absetzbar.

## Tatsächliche Aufwendungen: Was zählt, was nicht

Beim Einzelnachweis sind grundsätzlich **alle** auf das Arbeitszimmer entfallenden Aufwendungen abziehbar, also: anteilige **Kaltmiete bzw. Gebäude-AfA** (2 % linear, bei Baujahr ab 2023: 3 %), **Schuldzinsen** für Anschaffungs- oder Herstellungsdarlehen, **Grundsteuer**, **Gebäudeversicherungen**, **Müllgebühren**, **Strom**, **Heizung**, **Wasser**, **Reinigung**, **Schornsteinfeger** sowie **Renovierungskosten** des Arbeitszimmers. Die Anteils-Berechnung erfolgt grundsätzlich nach dem Flächenverhältnis (Arbeitszimmer ÷ Gesamtwohnfläche einschließlich Arbeitszimmer). **Nicht** über die Arbeitszimmer-Regelung abziehbar – sondern als selbständige Posten – sind **Arbeitsmittel** (Computer, Schreibtisch, Bürostuhl, Regale, Fachliteratur) und **Telefon-/Internetkosten**. Aufwendungen für **Luxusgegenstände** (Kunstwerke, hochwertige Teppiche) sind grundsätzlich nicht abziehbar (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG).

## Abgrenzung zur Tagespauschale (Homeoffice-Pauschale)

Wer **kein** häusliches Arbeitszimmer im steuerlichen Sinn hat – sei es, weil keine räumliche Trennung besteht (Arbeitsecke, Küchentisch), sei es, weil das Arbeitszimmer **nicht** den Mittelpunkt bildet – kann statt der Arbeitszimmer-Regelung die **Tagespauschale** nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG ansetzen: **6 € pro Kalendertag**, an dem überwiegend in der häuslichen Wohnung gearbeitet wird, höchstens **1.260 €/Jahr** (= 210 Tage). Für **denselben Zeitraum** dürfen die Jahrespauschale (Nr. 6b) und die Tagespauschale (Nr. 6c) **nicht nebeneinander** abgezogen werden (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c Satz 2 EStG, LStH 2026 Rn. 26). Zulässig ist es aber, **innerhalb eines Jahres** zwischen den Pauschalen zu wechseln, wenn sich die Voraussetzungen ändern (z. B. erst Vollzeit-Homeoffice mit Mittelpunkt, danach Rückkehr ins Büro mit nur tageweisem Homeoffice).

## Aufzeichnungspflicht

Für die **tatsächlichen Aufwendungen** gilt die besondere Aufzeichnungspflicht des § 4 Abs. 7 EStG: Sie müssen einzeln und getrennt von den übrigen Betriebsausgaben aufgezeichnet werden; Belege sind aufzubewahren. Bei Inanspruchnahme der **Jahrespauschale** entfallen Einzelnachweis und besondere Aufzeichnungspflicht – ausreichend ist der Nachweis, dass das Arbeitszimmer dem Grunde nach steuerlich anerkannt ist und den Mittelpunkt bildet (Grundriss, Fotos, Tätigkeitsbeschreibung). Die Eintragung erfolgt bei Arbeitnehmern in der **Anlage N**, bei Selbständigen in der Gewinnermittlung (EÜR, Bilanz).

## Geltungsbereich

<!-- AGENT_TODO:Geltungsbereich – Auf welche Personen, Gebäude oder Sachverhalte sich diese Regel bezieht. -->
_Wird beim nächsten Themen-Review durch den zuständigen Agenten ergänzt._

## Ausnahmen

<!-- AGENT_TODO:Ausnahmen – Fälle, in denen die Regel nicht greift oder eine Schutzklausel gilt. -->
_Wird beim nächsten Themen-Review durch den zuständigen Agenten ergänzt._

## Häufige Fehler

<!-- AGENT_TODO:Häufige Fehler – Typische Fehlannahmen oder Stolperfallen, die in der Praxis auftauchen. -->
_Wird beim nächsten Themen-Review durch den zuständigen Agenten ergänzt._

## Beispiel

<!-- AGENT_TODO:Beispiel – Konkretes Fallbeispiel, das zeigt, wie die Regel in einer typischen Situation angewendet wird. -->
_Wird beim nächsten Themen-Review durch den zuständigen Agenten ergänzt._

## Quellen

- Gesetzestext § 4 EStG – Gewinnbegriff im Allgemeinen, Absatz 5 Satz 1 Nummer 6b (häusliches Arbeitszimmer / Jahrespauschale) und Nummer 6c (Tagespauschale): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__4.html
- Gesetzestext § 9 EStG – Werbungskosten, Absatz 5 mit Verweis auf § 4 Abs. 5 Nr. 6b und 6c EStG: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__9.html
- BMF – Amtliches Lohnsteuer-Handbuch 2026, Anhang 19 I (BMF-Schreiben vom 15.08.2023, IV C 6 – S 2145/19/10006 :027, ertragsteuerliche Beurteilung der häuslichen Wohnung): https://esth.bundesfinanzministerium.de/lsth/2026/B-Anhaenge/Anhang-19/I/anhang-19-I.html
- BMF – Amtliches Lohnsteuer-Handbuch 2026, Anhang 19 I – Inhaltsverzeichnis Häusliches Arbeitszimmer / Homeoffice: https://lsth.bundesfinanzministerium.de/lsth/2026/B-Anhaenge/Anhang-19/I/inhalt.html

## Änderungsverlauf

- 2026-05-28: Erstveröffentlichung der Faktenseite, alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen gegengeprüft, Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects).

## Stand

- Stand: 2026-05-28
- Gültig ab: 2026-01-01
- Gültig bis: 2026-12-31 (Werte werden jährlich vom Gesetzgeber überprüft)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (§ 4 EStG und BMF als Primärquellen)
- Lizenz: CC BY 4.0
