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title: Hebammenhilfe und Schwangerenvorsorge (§§ 24c–24h SGB V) – Anspruch, 12-Wochen-Wochenbettbetreuung und Zuzahlungsfreiheit 2026
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# Hebammenhilfe und Schwangerenvorsorge (§§ 24c–24h SGB V) – Anspruch, 12-Wochen-Wochenbettbetreuung und Zuzahlungsfreiheit 2026

## Kurzantwort

Die **Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft** bilden im SGB V einen **eigenständigen Leistungsblock** neben der Krankenbehandlung. **§ 24c Satz 1 SGB V** zählt sechs Leistungsarten abschließend auf: **ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe**, Versorgung mit **Arznei-, Verband-, Heil-, Hilfsmitteln und digitalen Gesundheitsanwendungen**, **Entbindung**, **häusliche Pflege**, **Haushaltshilfe** und **Mutterschaftsgeld**. Anspruchsberechtigt ist nach **§ 24c Satz 2 SGB V** – seit dem Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) geschlechtsneutral formuliert – **jede Person, die schwanger ist, ein Kind geboren hat oder stillt**. Kernstück ist **§ 24d SGB V**: Die Versicherte hat **während der Schwangerschaft, bei und nach der Entbindung** Anspruch auf **ärztliche Betreuung** und auf **Hebammenhilfe** einschließlich der Untersuchungen zur Feststellung der Schwangerschaft und zur Schwangerenvorsorge. Für die **Wochenbettbetreuung** durch die Hebamme besteht der Anspruch **bis zum Ablauf von zwölf Wochen nach der Geburt**; weitergehende Leistungen bedürfen der **ärztlichen Anordnung**. Nach **§ 24f SGB V** kann die Versicherte **ambulant oder stationär** entbinden – im Krankenhaus, in einer hebammengeleiteten oder ärztlich geleiteten Einrichtung, in einer **Hebammenpraxis** oder als **Hausgeburt**. Für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel **bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung** sind die **Zuzahlungsvorschriften ausdrücklich ausgenommen** (§ 24e Satz 2 SGB V). Den Umfang der ärztlichen Betreuung konkretisiert die **Mutterschafts-Richtlinie (Mu-RL)** des G-BA, deren aktuelle Fassung am **25. August 2026** in Kraft getreten ist.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlagen | §§ 24c bis 24h SGB V [gesetze-im-internet.de] |
| Einführung als eigener Abschnitt | Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz vom 23.10.2012 (BGBl. I S. 2246), in Kraft seit 30.10.2012 [dejure.org] |
| Leistungskatalog (6 Arten) | ärztliche Betreuung/Hebammenhilfe, Arznei-/Verband-/Heil-/Hilfsmittel + DiGA, Entbindung, häusliche Pflege, Haushaltshilfe, Mutterschaftsgeld [§ 24c Satz 1 Nr. 1–6 SGB V] |
| Aktuelle Fassung § 24c/§ 24e | Digital-Gesetz vom 22.03.2024 (BGBl. I Nr. 101), in Kraft seit 26.03.2024 – ergänzt digitale Gesundheitsanwendungen [dejure.org] |
| Anspruchsberechtigter Personenkreis | „jede Person, die schwanger ist, ein Kind geboren hat oder stillt" [§ 24c Satz 2 SGB V, Fassung GVWG vom 11.07.2021, BGBl. I S. 2754] |
| Ärztliche Betreuung + Hebammenhilfe | während der Schwangerschaft, bei und nach der Entbindung, einschließlich Schwangerschaftsfeststellung und Schwangerenvorsorge [§ 24d Satz 1 Halbsatz 1 SGB V] |
| Wochenbettbetreuung durch Hebamme | Anspruch **bis zum Ablauf von zwölf Wochen nach der Geburt** [§ 24d Satz 1 Halbsatz 2 SGB V] |
| Darüber hinausgehende Hebammenleistungen | nur auf **ärztliche Anordnung** [§ 24d Satz 1 Halbsatz 2 SGB V] |
| Eigener Anspruch des Kindes | wenn das Kind nach der Entbindung nicht von der Versicherten versorgt werden kann, hat das **versicherte Kind** Anspruch auf die auf es bezogenen Hebammenleistungen [§ 24d Satz 2 SGB V] |
| Mundgesundheitsberatung | Teil der ärztlichen Betreuung: Bedeutung der Mundgesundheit für Mutter und Kind, Ernährung/Krankheitsrisiko, Einschätzung des Karies-Übertragungsrisikos [§ 24d Satz 3 SGB V, seit Präventionsgesetz 25.07.2015] |
| Hinweis auf „Frühe Hilfen" | ärztliche Beratung umfasst bei Bedarf Hinweise auf regionale Unterstützungsangebote für Eltern und Kind [§ 24d Satz 4 SGB V; § 1 Abs. 1 Mu-RL] |
| Arznei-/Heil-/Hilfsmittel + DiGA | Anspruch während Schwangerschaft und im Zusammenhang mit der Entbindung; §§ 31–33a SGB V gelten entsprechend [§ 24e Satz 1, 2 SGB V] |
| Keine Zuzahlung | § 31 Abs. 3, § 32 Abs. 2, § 33 Abs. 8 und § 127 Abs. 4 SGB V finden **keine Anwendung** bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung [§ 24e Satz 2 Halbsatz 2 SGB V] |
| Entbindung – Wahlrecht | ambulant oder stationär; Krankenhaus, hebammen- oder ärztlich geleitete Einrichtung, Hebammenpraxis oder **Hausgeburt** [§ 24f Sätze 1, 2 SGB V] |
| Stationäre Entbindung | Anspruch auf Unterkunft, Pflege und Verpflegung **für Mutter und Neugeborenes** [§ 24f Satz 3 SGB V] |
| Abgrenzung zur Krankenhausbehandlung | für die Zeit der stationären Entbindung besteht **kein Anspruch auf Krankenhausbehandlung** nach § 39 SGB V; nur § 39 Abs. 2 gilt entsprechend [§ 24f Sätze 4, 5 SGB V] |
| Häusliche Pflege | soweit wegen Schwangerschaft oder Entbindung erforderlich; § 37 Abs. 3 und 4 SGB V gelten entsprechend [§ 24g SGB V] |
| Haushaltshilfe | wenn Weiterführung des Haushalts wegen Schwangerschaft/Entbindung nicht möglich und **keine andere im Haushalt lebende Person** den Haushalt führen kann; § 38 Abs. 4 SGB V entsprechend [§ 24h SGB V] |
| Mutterschaftsgeld | eigenständig geregelt in § 24i SGB V (13-Euro-Höchstbetrag der Kasse, Arbeitgeberzuschuss nach § 20 MuSchG) |
| Konkretisierung ärztliche Betreuung | Mutterschafts-Richtlinie (Mu-RL) des G-BA, Fassung vom 16.07.2026 (BAnz AT 24.08.2026 B5), **in Kraft seit 25.08.2026** [g-ba.de] |
| Vorsorge-Rhythmus | im Allgemeinen alle **vier Wochen**; in den letzten zwei Schwangerschaftsmonaten je zwei Untersuchungen pro Monat [§ 2 Abs. 8 Mu-RL] |
| Ultraschall-Screening | drei Screenings: **8+0 bis 11+6**, **18+0 bis 21+6** und **28+0 bis 31+6 SSW** [§ 2 Abs. 9 Mu-RL] |
| Untersuchung der Wöchnerin | eine Untersuchung in der **ersten Woche** nach der Geburt (mit Hb-Bestimmung); weitere Untersuchung **etwa sechs, spätestens acht Wochen** nach der Geburt [§ 7 Abs. 1, 3 Mu-RL] |
| Verhältnis Mu-RL/Hebammenhilfe | Die **Hebammenhilfe nach § 24d SGB V ist nicht Gegenstand der Mu-RL**; sie richtet sich nach dem Vertrag nach § 134a SGB V [Präambel Mu-RL] |
| Vergütung der Hebammenhilfe | Vertrag zwischen GKV-Spitzenverband und Hebammenverbänden [§ 134a SGB V] |
| Aktuelle Rechtsprechung | BSG, Urteile vom 20.02.2025 – B 1 KR 5/24 R und B 1 KR 6/24 R (Abgrenzung ambulante/stationäre Entbindung; Vergütungsanspruch des Krankenhauses aus § 24f SGB V) [bsg.bund.de] |

## Der eigenständige Leistungsblock der §§ 24c ff. SGB V

Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft sind **keine Krankenbehandlung**. Schwangerschaft und Geburt sind keine Krankheit im Sinne des § 27 SGB V, weshalb der Gesetzgeber im Dritten Abschnitt des Dritten Kapitels einen **eigenen Leistungsblock** geschaffen hat. Seine heutige Gestalt erhielt er durch das **Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz vom 23.10.2012** (BGBl. I S. 2246), das die zuvor in §§ 195 ff. RVO verstreuten Regelungen als **§§ 24c bis 24i SGB V** in das Leistungsrecht überführte.

**§ 24c Satz 1 SGB V** listet die Leistungsarten auf: ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe (Nr. 1), Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil-, Hilfsmitteln und **digitalen Gesundheitsanwendungen** (Nr. 2), Entbindung (Nr. 3), häusliche Pflege (Nr. 4), Haushaltshilfe (Nr. 5) und Mutterschaftsgeld (Nr. 6). Die Aufnahme der **DiGA** in Nr. 2 – parallel dazu in § 24e Satz 1 – erfolgte durch das **Digital-Gesetz vom 22.03.2024** (BGBl. I Nr. 101) mit Wirkung zum 26.03.2024; damit sind „Apps auf Rezept" nach § 33a SGB V auch im Schwangerschaftskontext verordnungsfähig.

**§ 24c Satz 2 SGB V** bestimmt den begünstigten Personenkreis bewusst **geschlechtsneutral**: Anspruch hat „bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen **jede Person, die schwanger ist, ein Kind geboren hat oder stillt**". Diese Fassung geht auf das **Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz vom 11.07.2021** (BGBl. I S. 2754) zurück und erfasst damit auch trans- und intergeschlechtliche Versicherte.

## Ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe (§ 24d SGB V)

**§ 24d Satz 1 SGB V** gewährt einen **doppelten Anspruch**: auf **ärztliche Betreuung** und – gleichrangig daneben – auf **Hebammenhilfe**. Beide erstrecken sich auf die Zeit **während der Schwangerschaft, bei und nach der Entbindung** und umfassen ausdrücklich die **Untersuchungen zur Feststellung der Schwangerschaft** und zur **Schwangerenvorsorge**. Versicherte können Vorsorge also wahlweise ärztlich, durch eine Hebamme oder im Wechsel in Anspruch nehmen; ein Vorrang der ärztlichen Betreuung besteht nicht.

Zeitlich begrenzt ist allein die **Wochenbettbetreuung**: Der Anspruch auf Hebammenhilfe besteht insoweit **bis zum Ablauf von zwölf Wochen nach der Geburt**. **Weitergehende Leistungen** – also Hebammenbetreuung über die zwölfte Woche hinaus – **bedürfen der ärztlichen Anordnung** (§ 24d Satz 1 Halbsatz 2 SGB V). Praktisch relevant wird dies etwa bei anhaltenden Stillproblemen oder verzögerter Rückbildung.

**§ 24d Satz 2 SGB V** enthält eine eigenständige Anspruchsgrundlage **zugunsten des Kindes**: Kann das Kind nach der Entbindung nicht von der Versicherten versorgt werden – etwa weil die Mutter erkrankt oder verstorben ist –, hat **das versicherte Kind** Anspruch auf diejenigen Leistungen der Hebammenhilfe, die sich auf das Kind beziehen.

Seit dem **Präventionsgesetz vom 17.07.2015** (BGBl. I S. 1368, in Kraft seit 25.07.2015) umfasst die ärztliche Betreuung nach **§ 24d Satz 3 SGB V** zusätzlich die **Beratung zur Mundgesundheit** von Mutter und Kind, einschließlich des Zusammenhangs zwischen Ernährung und Krankheitsrisiko sowie der **Einschätzung des Karies-Übertragungsrisikos**. Nach **§ 24d Satz 4 SGB V** gehören bei Bedarf auch **Hinweise auf regionale Unterstützungsangebote** für Eltern und Kind dazu – gemeint sind insbesondere die Netzwerke „Frühe Hilfen", die § 1 Abs. 1 der Mutterschafts-Richtlinie ausdrücklich benennt.

## Umfang der Vorsorge nach der Mutterschafts-Richtlinie

Was „ärztliche Betreuung" konkret bedeutet, regelt die **Mutterschafts-Richtlinie (Mu-RL)** des Gemeinsamen Bundesausschusses. Ihre aktuelle Fassung beruht auf dem Beschluss vom **16.07.2026** (BAnz AT 24.08.2026 B5) und ist am **25. August 2026** in Kraft getreten. Wichtig für die Einordnung: Die Präambel stellt klar, dass die **Hebammenhilfe nach § 24d SGB V nicht Gegenstand der Richtlinie** ist – sie richtet sich nach dem Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach **§ 134a SGB V**, den der GKV-Spitzenverband mit den Hebammenverbänden schließt.

Nach **§ 2 Abs. 8 Mu-RL** sollen die Vorsorgeuntersuchungen – unabhängig von der Behandlung von Beschwerden – **im Allgemeinen im Abstand von vier Wochen** stattfinden. Sie umfassen unter anderem Blutdruckmessung, Gewichtskontrolle, Untersuchung des Mittelstrahlurins auf Eiweiß und Zucker, Hämoglobinbestimmung, Kontrolle des Höhenstands der Gebärmutter, Kontrolle der kindlichen Herzaktionen und Feststellung der Kindslage. **In den letzten zwei Schwangerschaftsmonaten** sind „im Allgemeinen je zwei Untersuchungen angezeigt" – der Rhythmus verdichtet sich also auf etwa **zwei Wochen**.

**§ 2 Abs. 9 Mu-RL** sieht ein **Ultraschallscreening mittels B-Mode-Verfahren** mit **drei Untersuchungen** vor:

- **1. Screening:** 8+0 bis 11+6 SSW
- **2. Screening:** 18+0 bis 21+6 SSW
- **3. Screening:** 28+0 bis 31+6 SSW

Ziel des Screenings sind die genaue Bestimmung des Gestationsalters, die Kontrolle der somatischen Entwicklung des Feten, die Suche nach auffälligen fetalen Merkmalen und das frühzeitige Erkennen von **Mehrlingsschwangerschaften**. Vor dem ersten Screening ist die Schwangere über Ziele, Inhalte, Grenzen und mögliche Folgen der Untersuchung **aufzuklären**; die Anlage V der Richtlinie enthält dazu die Versicherteninformation zu den Basis-Ultraschalluntersuchungen.

Auch die Zeit **nach der Geburt** ist geregelt: Nach **§ 7 Abs. 1 Mu-RL** soll eine Untersuchung **innerhalb der ersten Woche** nach der Geburt stattfinden, bei der das Hämoglobin bestimmt wird. Eine **weitere Untersuchung** soll **etwa sechs Wochen, spätestens jedoch acht Wochen** nach der Geburt durchgeführt werden (§ 7 Abs. 3 Mu-RL) und umfasst Allgemeinuntersuchung, gynäkologischen Befund, Blutdruckmessung und Urinuntersuchung.

## Entbindung: Wahlrecht zwischen Klinik, Geburtshaus und Hausgeburt

**§ 24f Satz 1 SGB V** gibt der Versicherten Anspruch auf **ambulante oder stationäre Entbindung**. **Satz 2** benennt die zulässigen Entbindungsorte abschließend und weit zugleich: **ambulant im Krankenhaus**, in einer **von einer Hebamme oder einem Entbindungspfleger geleiteten Einrichtung** (Geburtshaus), in einer **ärztlich geleiteten Einrichtung**, in einer **Hebammenpraxis** oder **im Rahmen einer Hausgeburt**. Die Krankenkasse kann die Versicherte damit nicht auf die Klinikgeburt verweisen.

Bei **stationärer Aufnahme** zur Entbindung besteht nach **§ 24f Satz 3 SGB V** Anspruch auf **Unterkunft, Pflege und Verpflegung** – und zwar **für die Versicherte und das Neugeborene**. Systematisch bedeutsam ist **Satz 4**: Für diese Zeit besteht **kein Anspruch auf Krankenhausbehandlung** nach § 39 SGB V. Die Entbindung ist also gerade **keine** Krankenhausbehandlung; **Satz 5** erklärt lediglich **§ 39 Abs. 2 SGB V** (Belegarztleistungen) für entsprechend anwendbar. Auf die Zuzahlungsregelung des § 39 Abs. 4 SGB V verweist § 24f SGB V **nicht** – die stationäre Entbindung löst daher nach dem Normwortlaut keine Krankenhaus-Zuzahlung aus.

Die Abgrenzung zwischen ambulanter und stationärer Entbindung war Gegenstand zweier **BSG-Urteile vom 20.02.2025** (**B 1 KR 5/24 R** und **B 1 KR 6/24 R**). Das BSG wendet dabei die zu § 39 SGB V entwickelten Kriterien an: Der bloße Aufenthalt im Kreißsaal begründet noch keine stationäre Entbindung. Für die **ambulante Entbindung im Krankenhaus** leitet das Gericht einen unmittelbaren Vergütungsanspruch des Krankenhauses aus **§ 24f SGB V** her.

## Arznei-, Heil- und Hilfsmittel – ohne Zuzahlung

**§ 24e Satz 1 SGB V** gewährt der Versicherten **während der Schwangerschaft und im Zusammenhang mit der Entbindung** Anspruch auf Versorgung mit **Arznei-, Verband-, Heil-, Hilfsmitteln und digitalen Gesundheitsanwendungen**. **Satz 2 Halbsatz 1** erklärt die §§ 31 bis 33a SGB V für entsprechend anwendbar.

Praktisch entscheidend ist **Satz 2 Halbsatz 2**: **Bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung** finden **§ 31 Abs. 3** (Arzneimittel-Zuzahlung), **§ 32 Abs. 2** (Heilmittel-Zuzahlung), **§ 33 Abs. 8** (Hilfsmittel-Zuzahlung) und **§ 127 Abs. 4 SGB V** (Mehrkosten bei Hilfsmitteln) **keine Anwendung**. Versicherte zahlen für diese Leistungen also **keine Zuzahlung** – anders als bei der allgemeinen Krankenbehandlung, wo nach § 61 SGB V grundsätzlich 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro anfallen.

Die Zuzahlungsfreiheit ist allerdings **sachlich begrenzt**: Sie greift nur, soweit die Verordnung **Schwangerschaftsbeschwerden** oder den **Entbindungszusammenhang** betrifft. Behandelt die Ärztin eine davon unabhängige Erkrankung – etwa eine Grippe oder eine chronische Vorerkrankung –, bleibt es bei den regulären Zuzahlungen nach §§ 61, 62 SGB V.

## Häusliche Pflege und Haushaltshilfe (§§ 24g, 24h SGB V)

**§ 24g SGB V** gibt Anspruch auf **häusliche Pflege**, soweit diese **wegen Schwangerschaft oder Entbindung erforderlich** ist. Über die Verweisung auf **§ 37 Abs. 3 und 4 SGB V** gilt: Der Anspruch besteht **nicht**, soweit eine im Haushalt lebende Person die Pflege im erforderlichen Umfang übernehmen kann (Abs. 3); kann die Kasse keine Kraft stellen oder besteht Grund, davon abzusehen, sind die **Kosten für eine selbstbeschaffte Kraft in angemessener Höhe zu erstatten** (Abs. 4).

**§ 24h SGB V** regelt die **Haushaltshilfe**. Die Versicherte erhält sie, soweit ihr **wegen Schwangerschaft oder Entbindung die Weiterführung des Haushalts nicht möglich** ist **und** eine **andere im Haushalt lebende Person** den Haushalt **nicht weiterführen kann**. Anders als bei der allgemeinen Haushaltshilfe nach § 38 Abs. 1 SGB V ist hier **kein Kind unter zwölf Jahren** erforderlich – die Schwangerschaft bzw. Entbindung genügt als Anlass. Über § 38 Abs. 4 SGB V besteht auch hier ein **Kostenerstattungsanspruch** für eine selbstbeschaffte Ersatzkraft, wenn die Kasse keine Kraft stellen kann.

Zur Reichweite dieser Ansprüche liegt umfangreiche instanzgerichtliche Rechtsprechung vor; die Sozialgerichte prüfen dabei regelmäßig streng, ob tatsächlich **keine andere im Haushalt lebende Person** – etwa der Partner in Elternzeit – den Haushalt führen kann.

## Geltungsbereich

Die §§ 24c bis 24h SGB V gelten für **alle Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung**, also sowohl für **Mitglieder** als auch für nach **§ 10 SGB V familienversicherte** Personen – insoweit weiter als beim Mutterschaftsgeld nach § 24i SGB V, das eine eigene Mitgliedschaft voraussetzt. Erfasst ist nach § 24c Satz 2 SGB V **jede Person, die schwanger ist, ein Kind geboren hat oder stillt**. Für Versicherte der **landwirtschaftlichen Krankenversicherung** gelten die Regelungen über § 8 Abs. 1 KVLG 1989 entsprechend. Räumlich gilt deutsches Sozialrecht; bei Entbindung im EU-Ausland richtet sich der Leistungszugang nach der VO (EG) 883/2004. **Privat Krankenversicherte** fallen nicht unter §§ 24c ff. SGB V; für sie gelten die Tarifbedingungen ihres Versicherers und die MB/KK.

## Ausnahmen

- **Keine Zuzahlungsfreiheit außerhalb des Schwangerschaftszusammenhangs:** § 24e Satz 2 Halbsatz 2 SGB V befreit nur „bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung"; für andere Erkrankungen bleibt es bei §§ 61, 62 SGB V.
- **Hebammen-Wochenbettbetreuung über zwölf Wochen hinaus:** nur auf **ärztliche Anordnung** (§ 24d Satz 1 SGB V).
- **Häusliche Pflege und Haushaltshilfe entfallen**, wenn eine **andere im Haushalt lebende Person** die Pflege bzw. Haushaltsführung übernehmen kann (§ 24g i. V. m. § 37 Abs. 3 SGB V; § 24h Satz 1 SGB V).
- **Kein Anspruch auf Krankenhausbehandlung** während der stationären Entbindung (§ 24f Satz 4 SGB V) – tritt eine behandlungsbedürftige **Erkrankung** hinzu, greift wieder § 39 SGB V mit dessen Zuzahlungsregeln.
- **Individuelle Zusatzleistungen** außerhalb der Mutterschafts-Richtlinie – etwa zusätzliche Ultraschalluntersuchungen ohne Indikation oder das Ersttrimester-Screening – sind **IGeL** und selbst zu zahlen, soweit die Mu-RL sie nicht als Bestandteil des Screenings vorsieht.

## Beispiel

Eine gesetzlich versicherte Frau, 32 Jahre, ist in der 30. Schwangerschaftswoche. Sie nimmt die Vorsorge **abwechselnd** bei ihrer Frauenärztin und bei einer freiberuflichen Hebamme wahr – beides ist von § 24d Satz 1 SGB V gedeckt und für sie kostenfrei. Das **dritte Ultraschall-Screening** findet planmäßig zwischen 28+0 und 31+6 SSW statt (§ 2 Abs. 9 Nr. 3 Mu-RL). Wegen vorzeitiger Wehen verordnet die Ärztin ein **Magnesiumpräparat** und **Physiotherapie**: Da beides Schwangerschaftsbeschwerden betrifft, fällt nach § 24e Satz 2 SGB V **keine Zuzahlung** an.

Die Frau entscheidet sich für eine **ambulante Entbindung im Krankenhaus** – zulässig nach § 24f Satz 2 SGB V. Nach der Geburt betreut sie die Hebamme im Wochenbett; dieser Anspruch reicht **bis zwölf Wochen nach der Geburt** (§ 24d Satz 1 SGB V). Weil sie nach einem Dammriss den Haushalt drei Wochen lang nicht führen kann und ihr Partner beruflich auswärts ist, beantragt sie **Haushaltshilfe** nach § 24h SGB V. Die Kasse kann keine Kraft stellen; sie beschafft eine Ersatzkraft selbst und erhält die Kosten über § 38 Abs. 4 SGB V erstattet. **Etwa sechs Wochen nach der Geburt** nimmt sie die Nachuntersuchung bei ihrer Ärztin wahr (§ 7 Abs. 3 Mu-RL).

## Häufige Fehler

- **„Vorsorge in der Schwangerschaft muss immer die Ärztin machen."** Falsch – § 24d Satz 1 SGB V nennt **ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe gleichrangig** und bezieht die Schwangerenvorsorge ausdrücklich ein. Ein Wechsel oder Parallelbetrieb ist zulässig.
- **„Die Hebamme darf nur acht Wochen nach der Geburt betreuen."** Falsch – der gesetzliche Anspruch auf **Wochenbettbetreuung** reicht **bis zum Ablauf von zwölf Wochen** nach der Geburt (§ 24d Satz 1 SGB V). Erst darüber hinaus ist eine ärztliche Anordnung nötig.
- **„Für Medikamente in der Schwangerschaft gilt die normale Zuzahlung."** Falsch – bei **Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung** sind die Zuzahlungsvorschriften nach § 24e Satz 2 SGB V **ausdrücklich ausgeschlossen**.
- **„Eine Hausgeburt zahlt die Kasse nicht."** Falsch – **§ 24f Satz 2 SGB V** nennt die **Hausgeburt** ausdrücklich als zulässigen Entbindungsort neben Krankenhaus, Geburtshaus und Hebammenpraxis.
- **„Die Entbindung im Krankenhaus ist Krankenhausbehandlung."** Falsch – § 24f Satz 4 SGB V schließt für diese Zeit den Anspruch auf Krankenhausbehandlung nach § 39 SGB V gerade aus. Das BSG hat die Abgrenzung mit Urteilen vom 20.02.2025 (B 1 KR 5/24 R, B 1 KR 6/24 R) präzisiert.
- **„Haushaltshilfe gibt es nur, wenn ein Kind unter zwölf Jahren im Haushalt lebt."** Das gilt für § 38 Abs. 1 SGB V, **nicht** für § 24h SGB V: Dort genügt, dass die Haushaltsführung wegen Schwangerschaft oder Entbindung unmöglich ist und keine andere im Haushalt lebende Person einspringen kann.
- **„Die Mutterschafts-Richtlinie regelt auch die Hebammenleistungen."** Falsch – ihre Präambel stellt klar: **Die Hebammenhilfe nach § 24d SGB V ist nicht Gegenstand der Richtlinie**; maßgeblich ist der Vertrag nach § 134a SGB V.
- **„Nur Frauen haben Anspruch auf diese Leistungen."** Nicht mehr zutreffend – seit dem GVWG 2021 formuliert § 24c Satz 2 SGB V geschlechtsneutral: **jede Person**, die schwanger ist, ein Kind geboren hat oder stillt.

## Quellen

- § 24c SGB V – Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__24c.html
- § 24c SGB V (dejure.org, Volltext, Fassung ab 26.03.2024 – Digital-Gesetz): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/24c.html
- § 24d SGB V – Ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe (dejure.org, Volltext): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/24d.html
- § 24e SGB V – Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln (dejure.org, Zuzahlungsausschluss): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/24e.html
- § 24f SGB V – Entbindung (dejure.org, Entbindungsorte, Abgrenzung zu § 39): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/24f.html
- § 24g SGB V – Häusliche Pflege (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/24g.html
- § 24h SGB V – Haushaltshilfe (dejure.org, Fassung ab 20.07.2021 – GVWG): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/24h.html
- § 24i SGB V – Mutterschaftsgeld (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/24i.html
- G-BA – Mutterschafts-Richtlinie (Mu-RL), Übersicht und Anlagen: https://www.g-ba.de/richtlinien/19/
- G-BA – Mu-RL, Fassung vom 16.07.2026, BAnz AT 24.08.2026 B5, in Kraft seit 25.08.2026 (PDF): https://www.g-ba.de/downloads/62-492-4201/Mu-RL_2026-07-16_iK-2026-08-25.pdf
- G-BA – Anlage V: Versicherteninformation zu Basis-Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft: https://www.g-ba.de/richtlinien/anlage/171/
- G-BA – Themenseite Schwangerschaft und Mutterschaft: https://www.g-ba.de/themen/methodenbewertung/schwangerschaft-mutterschaft/
- BSG, Urteil vom 20.02.2025 – B 1 KR 6/24 R (ambulante Entbindung im Krankenhaus, Vergütung): https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/2025_02_20_B_01_KR_06_24_R.html
- BSG – Verfahren B 1 KR 5/24 R (Abgrenzung stationäre/ambulante Entbindung), Termin 20.02.2025: https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Verhandlungen/DE/2025/2025_02_20_B_01_KR_05_24_R.html
- Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz vom 23.10.2012 (BGBl. I S. 2246): https://dejure.org/BGBl/2012/BGBl._I_S._2246
- Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz vom 11.07.2021 (BGBl. I S. 2754): https://dejure.org/BGBl/2021/BGBl._I_S._2754
- Digital-Gesetz vom 22.03.2024 (BGBl. I Nr. 101): https://dejure.org/BGBl/2024/BGBl._I_Nr._101
- Präventionsgesetz vom 17.07.2015 (BGBl. I S. 1368): https://dejure.org/BGBl/2015/BGBl._I_S._1368

## Änderungsverlauf

- 2026-08-26: Erstveröffentlichung. Normtexte §§ 24c, 24d, 24e, 24f, 24g, 24h SGB V verbatim gegen dejure.org geprüft (Fassungen: § 24c/§ 24e ab 26.03.2024 Digital-Gesetz, § 24h ab 20.07.2021 GVWG, § 24d ab 25.07.2015 Präventionsgesetz, §§ 24f/24g ab 30.10.2012 PNG). Zwölf-Wochen-Grenze der Wochenbettbetreuung (§ 24d Satz 1), Zuzahlungsausschluss (§ 24e Satz 2 Halbsatz 2) und Entbindungsorte (§ 24f Satz 2) verifiziert. Mutterschafts-Richtlinie in der am 25.08.2026 in Kraft getretenen Fassung (Beschluss vom 16.07.2026, BAnz AT 24.08.2026 B5) im Volltext ausgewertet: Vier-Wochen-Rhythmus (§ 2 Abs. 8), drei Ultraschall-Screenings 8+0/18+0/28+0 SSW (§ 2 Abs. 9), Wöchnerinnen-Untersuchungen (§ 7 Abs. 1, 3). factcheck_status=review_needed, weil die Aussage zur fehlenden Krankenhaus-Zuzahlung bei stationärer Entbindung aus der Verweisungsstruktur des § 24f Sätze 4, 5 SGB V abgeleitet ist und noch gegen eine amtliche Sekundärquelle (GKV-Spitzenverband/BMG) abgeglichen werden sollte; ebenso ist der Volltext von BSG B 1 KR 5/24 R noch einzusehen. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Nexvyra Gesundheitsrecht-Agent"

## Stand

- Stand: 2026-08-26
- Gültig ab: 2012-10-30 (§§ 24c ff. SGB V i. d. F. des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes; aktuelle Fassungen §§ 24c, 24e ab 26.03.2024)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB V, G-BA-Mutterschafts-Richtlinie, BSG, dejure.org)
- Lizenz: CC BY 4.0
