---
title: Arbeitszeugnis bei Betriebsübergang und Insolvenz – wer schuldet das Zeugnis (§ 613a BGB, § 80 InsO)?
seo_title: Arbeitszeugnis bei Betriebsübergang und Insolvenz
slug: karriere-arbeitszeugnis-betriebsuebergang-insolvenz
topic: arbeitsrecht
legal_status: in_force
authority_level: A
valid_from: 2003-01-01
valid_to: null
last_reviewed: 2026-08-22
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/karriere-arbeitszeugnis-betriebsuebergang-insolvenz.md
wikidata_subjects: [Q1816826]
factcheck_status: ok
---

# Arbeitszeugnis bei Betriebsübergang und Insolvenz – wer schuldet das Zeugnis (§ 613a BGB, § 80 InsO)?

## Kurzantwort

Der Zeugnisanspruch nach **§ 109 GewO** richtet sich immer gegen den **aktuellen Arbeitgeber** – und der wechselt bei Betriebsübergang und Insolvenz. Beim **Betriebsübergang** tritt der **Erwerber** nach **§ 613a Abs. 1 Satz 1 BGB** in alle Rechte und Pflichten aus den im Übergangszeitpunkt **bestehenden** Arbeitsverhältnissen ein; er schuldet damit auch das **Endzeugnis** – und zwar über die **gesamte** Beschäftigungszeit einschließlich der Jahre beim Veräußerer, unabhängig davon, wie lange er den Arbeitnehmer selbst beschäftigt hat. Ein vom **Veräußerer** erteiltes **Zwischenzeugnis** bindet den Erwerber inhaltlich (**BAG, 16.10.2007 – 9 AZR 248/07**). War das Arbeitsverhältnis **schon vor** dem Übergang beendet, bleibt der **alte Arbeitgeber** zuständig. In der **Insolvenz** gilt eine ähnliche Zäsur: Endet das Arbeitsverhältnis **nach Eröffnung** des Insolvenzverfahrens, schuldet der **Insolvenzverwalter** das Zeugnis (§ 80 Abs. 1 InsO) – auch wenn er den Arbeitnehmer nie persönlich erlebt hat; er kann sich die Informationen über den **Auskunftsanspruch nach § 97 InsO** beim Schuldner beschaffen. Endete es **vor** Verfahrenseröffnung, bleibt der **Schuldner (der bisherige Arbeitgeber)** verpflichtet; ein **vorläufiger** Insolvenzverwalter schuldet das Zeugnis nur, wenn ihm die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis nach **§ 22 Abs. 1 InsO** oder durch Einzelermächtigung nach **§ 22 Abs. 2 InsO** für die Arbeitsverhältnisse übertragen wurde (**BAG, 23.06.2004 – 10 AZR 495/03**).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Zeugnis | § 109 GewO [gesetze-im-internet.de] |
| Betriebsübergang | § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB – Erwerber tritt in Rechte und Pflichten ein |
| Zuständig bei laufendem AV im Übergangszeitpunkt | **Erwerber** (neuer Inhaber) |
| Umfang der Beurteilung | **Gesamte** Beschäftigungszeit, auch Zeit beim Veräußerer |
| Eigene Kenntnis des Erwerbers | **Nicht erforderlich** – Beurteilung darf auf Fremdinformationen gestützt werden |
| Bindung an Zwischenzeugnis des Veräußerers | **Ja** [BAG, 16.10.2007 – 9 AZR 248/07] |
| AV vor Betriebsübergang beendet | Anspruch bleibt gegen den **bisherigen Arbeitgeber** |
| Insolvenz: AV endet nach Verfahrenseröffnung | **Insolvenzverwalter** schuldet das Zeugnis [§ 80 Abs. 1 InsO; BAG 10 AZR 495/03] |
| Insolvenz: AV endete vor Verfahrenseröffnung | **Schuldner/bisheriger Arbeitgeber** bleibt verpflichtet [BAG 10 AZR 495/03] |
| Vorläufiger Insolvenzverwalter | Nur bei Verfügungsbefugnis nach § 22 Abs. 1 InsO oder Einzelermächtigung § 22 Abs. 2 InsO |
| Informationsbeschaffung des Verwalters | Auskunftsanspruch gegen den Schuldner [§ 97 InsO] |
| Rechtsnatur des Anspruchs | **Unvertretbare Handlung** – keine Geldforderung, nicht zur Insolvenztabelle anzumelden |
| Vollstreckung | Zwangsgeld bis **25.000 €**, ersatzweise Zwangshaft [§ 888 Abs. 1 ZPO] |
| Zuständiges Gericht | **Arbeitsgericht** (Zeugniserteilungs-/Berichtigungsklage) |
| Verjährung | 3 Jahre [§ 195 BGB]; Verwirkung und Ausschlussfristen können früher greifen |

## Geltungsbereich

Die Regeln gelten für **alle Arbeitsverhältnisse**, auf die **§ 109 GewO** anwendbar ist – also auch **Teilzeit**, **Minijob**, **Befristung** und **Probezeit** – und sowohl für **End-** als auch für **Zwischenzeugnisse**. Für **Auszubildende** folgt der Anspruch aus **§ 16 BBiG**, für Dienstverhältnisse ergänzend aus **§ 630 BGB**; der Schuldnerwechsel läuft dort parallel. **§ 613a BGB** setzt einen Betriebs- oder Betriebsteilübergang **durch Rechtsgeschäft** voraus – bei einer **Umwandlung** nach dem UmwG (Verschmelzung, Spaltung) folgt der Übergang der Arbeitsverhältnisse aus der **Gesamtrechtsnachfolge**, der neue Rechtsträger schuldet das Zeugnis ebenso. **Beamte** unterliegen dem dienstlichen Beurteilungsrecht (BBG/LBG), nicht § 109 GewO. **Selbständige** und **freie Mitarbeiter** haben keinen Zeugnisanspruch.

## Betriebsübergang: Der Erwerber schuldet das Zeugnis

**§ 613a Abs. 1 Satz 1 BGB** ordnet einen **gesetzlichen Vertragspartnerwechsel** an: Der neue Inhaber tritt in die Rechte und Pflichten aus den **im Zeitpunkt des Übergangs bestehenden** Arbeitsverhältnissen ein. Daraus folgt für das Zeugnis:

- **Zuständigkeit.** Endet das Arbeitsverhältnis **nach** dem Übergang, ist der **Erwerber** Schuldner des Endzeugnisanspruchs. Ein Anspruch gegen den Veräußerer besteht dann nicht mehr.
- **Beurteilungszeitraum.** Das Zeugnis muss die **gesamte** Dauer des Arbeitsverhältnisses abdecken, also auch die Zeit **vor** dem Übergang. Wie lange der Erwerber den Arbeitnehmer selbst beschäftigt hat, ist unerheblich.
- **Fehlende eigene Kenntnis ist keine Entschuldigung.** Auch in großen Betrieben kennen Arbeitgeber ihre Beschäftigten häufig nicht persönlich und müssen sich auf Beurteilungen Dritter stützen. Der Erwerber muss sich die nötigen Informationen beim **Veräußerer**, aus der **Personalakte** oder von **Vorgesetzten** beschaffen.
- **Bindung an das Zwischenzeugnis.** Hat der **Veräußerer** vor dem Übergang ein Zwischenzeugnis erteilt, ist der **Erwerber** bei der Erstellung des Endzeugnisses inhaltlich daran gebunden. Eine **Abweichung zum Nachteil** des Arbeitnehmers ist nur zulässig, wenn **spätere** Leistung oder Verhalten sie rechtfertigen (**BAG, 16.10.2007 – 9 AZR 248/07**).
- **Bereits beendetes Arbeitsverhältnis.** Wer den Betrieb **vor** dem Übergangsstichtag verlassen hat, wird von § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB nicht erfasst – sein Zeugnisanspruch richtet sich weiterhin gegen den **alten Arbeitgeber**. Die Nachhaftung des bisherigen Arbeitgebers nach **§ 613a Abs. 2 BGB** betrifft ohnehin nur Verpflichtungen aus übergegangenen Arbeitsverhältnissen.
- **Widerspruch gegen den Übergang.** Wer dem Übergang nach **§ 613a Abs. 6 BGB** fristgerecht **widerspricht**, bleibt beim **Veräußerer** – und verlangt das Zeugnis folgerichtig dort.

**Praxis-Tipp:** Wer von einem bevorstehenden Betriebsübergang erfährt, sollte **vorher** ein **Zwischenzeugnis** verlangen. Es dokumentiert die Beurteilung durch die Vorgesetzten, die den Arbeitnehmer tatsächlich kennen – und bindet den Erwerber später.

## Insolvenz: Es kommt auf den Zeitpunkt der Beendigung an

Mit der **Eröffnung** des Insolvenzverfahrens geht das Recht, das zur Insolvenzmasse gehörende Vermögen zu verwalten und darüber zu verfügen, nach **§ 80 Abs. 1 InsO** auf den **Insolvenzverwalter** über. Er nimmt damit die **Arbeitgeberfunktion** wahr. Das **BAG (23.06.2004 – 10 AZR 495/03)** hat daraus ein klares Stufenmodell entwickelt:

**1. Arbeitsverhältnis endet nach Verfahrenseröffnung → Insolvenzverwalter.**
Der Verwalter schuldet das Zeugnis, **unabhängig davon, ob und wie lange** er den Arbeitnehmer beschäftigt hat oder eigene Kenntnisse über dessen Leistung gewinnen konnte. Zur Erfüllung steht ihm der **Auskunftsanspruch nach § 97 InsO** gegen den Schuldner zu; dieser muss ihn nach § 97 Abs. 2 InsO bei der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützen.

**2. Arbeitsverhältnis endete vor Verfahrenseröffnung → Schuldner.**
Dann bleibt grundsätzlich der **bisherige Arbeitgeber (Insolvenzschuldner)** Schuldner des Zeugnisanspruchs. Ansprechpartner ist die vertretungsberechtigte Person – bei einer GmbH also der **Geschäftsführer**. Der Insolvenzverwalter ist in dieser Konstellation **nicht** verpflichtet.

**3. Vorläufiger Insolvenzverwalter → nur bei Verfügungsbefugnis.**
Der **vorläufige** Verwalter rückt nur dann in die Arbeitgeberstellung ein, wenn dem Schuldner ein **allgemeines Verfügungsverbot** auferlegt wurde und die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis nach **§ 22 Abs. 1 InsO** übergegangen ist („starker" vorläufiger Verwalter) – oder wenn er durch **Einzelermächtigung** nach **§ 22 Abs. 2 InsO** gerade für die Arbeitsverhältnisse ermächtigt wurde. Beim „schwachen" vorläufigen Verwalter ohne solche Befugnis bleibt es beim Schuldner.

**Rechtsnatur und Durchsetzung.** Die Zeugniserteilung ist eine **unvertretbare Handlung**, keine Geldforderung. Sie wird deshalb **nicht zur Insolvenztabelle angemeldet**, sondern gegen den jeweils Verpflichteten vor dem **Arbeitsgericht** eingeklagt und nach **§ 888 Abs. 1 ZPO** durch **Zwangsgeld** (bis 25.000 € je Festsetzung), ersatzweise **Zwangshaft**, vollstreckt. Ein daneben bestehender **Schadensersatzanspruch** wegen verweigertem oder verspätetem Zeugnis ist dagegen eine Geldforderung und – je nach Entstehungszeitpunkt – **Insolvenzforderung** (§ 38 InsO) oder **Masseverbindlichkeit** (§ 55 InsO).

**Briefkopf und Unterschrift.** Erteilt der Verwalter das Zeugnis, wird es auf dem Geschäftspapier des Unternehmens ausgestellt und von ihm mit dem Zusatz „**als Insolvenzverwalter über das Vermögen der … GmbH**" unterzeichnet. Dass daraus die Insolvenz erkennbar wird, ist **unvermeidbar** und keine unzulässige Geheimbotschaft im Sinne von § 109 Abs. 2 Satz 2 GewO – die Angabe entspricht der Wahrheit. Einen Anspruch darauf, dass der frühere Geschäftsführer „ohne Insolvenzbezug" unterschreibt, hat der Arbeitnehmer nicht.

**Betriebsstilllegung und gelöschte Gesellschaft.** Ist die Gesellschaft nach Abschluss des Verfahrens **wegen Vermögenslosigkeit gelöscht**, existiert kein Anspruchsgegner mehr; eine **Nachtragsliquidation** (§ 66 Abs. 5 GmbHG) setzt grundsätzlich voraus, dass verteilungsfähiges Vermögen vorhanden ist – die Durchsetzung eines reinen Zeugnisanspruchs ist dann faktisch kaum noch möglich. **Deshalb gilt: In der Insolvenz das Zeugnis so früh wie möglich – idealerweise als Zwischenzeugnis noch im laufenden Verfahren – schriftlich verlangen.**

## Häufige Fehler

- **„Der alte Arbeitgeber muss mein Zeugnis schreiben, er kennt mich ja."** Falsch – nach einem **Betriebsübergang** ist der **Erwerber** Schuldner (§ 613a Abs. 1 Satz 1 BGB). Eine Klage gegen den Veräußerer wird abgewiesen.
- **„Der neue Inhaber kann mich nicht beurteilen, also bekomme ich nur ein einfaches Zeugnis."** Falsch – **fehlende eigene Kenntnis** entbindet nicht. Der Erwerber muss sich die Informationen beschaffen und ein **qualifiziertes** Zeugnis erteilen.
- **„Das Zwischenzeugnis von früher zählt nach dem Verkauf nicht mehr."** Falsch – der Erwerber ist an das vom Veräußerer erteilte **Zwischenzeugnis** gebunden (BAG 9 AZR 248/07).
- **„Bei Insolvenz ist immer der Insolvenzverwalter zuständig."** Falsch – endete das Arbeitsverhältnis **vor** Verfahrenseröffnung, bleibt der **Schuldner** verpflichtet (BAG 10 AZR 495/03). Das ist die häufigste Fehlklage.
- **„Der vorläufige Insolvenzverwalter muss das Zeugnis ausstellen."** Nur, wenn ihm die Verfügungsbefugnis nach **§ 22 Abs. 1 InsO** übertragen oder er nach **§ 22 Abs. 2 InsO** einzeln ermächtigt wurde.
- **„Ich melde den Zeugnisanspruch zur Insolvenztabelle an."** Falsch – die Zeugniserteilung ist **keine Geldforderung**; sie wird eingeklagt und nach **§ 888 ZPO** vollstreckt. Nur ein **Schadensersatz**anspruch in Geld gehört zur Tabelle.
- **„Ich warte, bis das Insolvenzverfahren abgeschlossen ist."** Riskant – nach **Löschung** der Gesellschaft fehlt der Anspruchsgegner. Zusätzlich drohen **Ausschlussfristen** und **Verwirkung**.











## Quellen

- § 109 GewO – Zeugnis: https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__109.html
- § 613a BGB – Rechte und Pflichten bei Betriebsübergang: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__613a.html
- § 630 BGB – Pflicht zur Zeugniserteilung: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630.html
- § 195 BGB – Regelmäßige Verjährungsfrist: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__195.html
- § 80 InsO – Übergang des Verwaltungs- und Verfügungsrechts: https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__80.html
- § 22 InsO – Rechtsstellung des vorläufigen Insolvenzverwalters: https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__22.html
- § 97 InsO – Auskunfts- und Mitwirkungspflichten des Schuldners: https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__97.html
- § 55 InsO – Sonstige Masseverbindlichkeiten: https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__55.html
- § 38 InsO – Begriff der Insolvenzgläubiger: https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__38.html
- § 888 ZPO – Nicht vertretbare Handlungen (Zwangsgeld bis 25.000 €): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__888.html
- § 66 GmbHG – Liquidatoren / Nachtragsliquidation (Abs. 5): https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__66.html
- § 16 BBiG – Zeugnis für Auszubildende: https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__16.html
- BAG, Urteil vom 16.10.2007 – 9 AZR 248/07 (Zeugnisanspruch bei Betriebsübergang, Bindung an Zwischenzeugnis): https://www.bundesarbeitsgericht.de/
- BAG, Urteil vom 23.06.2004 – 10 AZR 495/03 (Zeugniserteilung durch den Insolvenzverwalter): https://www.bundesarbeitsgericht.de/
- BMAS – Arbeitsrecht: https://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsrecht/arbeitsrecht.html

## Änderungsverlauf

- 2026-08-22: Erstveröffentlichung. Schuldnerwechsel beim Zeugnisanspruch bei Betriebsübergang (§ 613a Abs. 1 Satz 1 BGB, BAG 9 AZR 248/07) und in der Insolvenz (§ 80 Abs. 1, § 22 Abs. 1/2, § 97 InsO, BAG 10 AZR 495/03) dokumentiert; Gesetzestexte am 22.08.2026 gegen gesetze-im-internet.de verifiziert; Vollstreckung nach § 888 Abs. 1 ZPO (Zwangsgeld bis 25.000 €) geprüft. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-08-22
- Gültig ab: 2003-01-01 (§ 109 GewO)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (GewO, BGB, InsO, ZPO, GmbHG, BAG)
- Lizenz: CC BY 4.0
