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title: Bildungsurlaub 2026 – Anspruch, Tage & Bundesländer (Bildungszeit)
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last_reviewed: 2026-07-05
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# Bildungsurlaub 2026 – Anspruch, Tage & Bundesländer (Bildungszeit)

## Kurzantwort

**Bildungsurlaub** (in manchen Ländern **Bildungszeit** oder **Bildungsfreistellung** genannt) ist ein Anspruch von Beschäftigten auf **bezahlte Freistellung** zur Teilnahme an anerkannter Weiterbildung. Es gibt **kein Bundesgesetz** — der Anspruch ergibt sich ausschließlich aus **Landesgesetzen**. In **fast allen Bundesländern** besteht ein Anspruch von in der Regel **fünf Arbeitstagen pro Kalenderjahr** (Vollzeit), teils zusammenfassbar zu **zehn Tagen über zwei Jahre**. Das **Entgelt wird während des Bildungsurlaubs weitergezahlt**; die Lehrgangskosten trägt der Beschäftigte selbst. **Bayern** ist 2026 das **einzige Bundesland ohne gesetzlichen Anspruch** und plant auch keinen. **Sachsen** hat ein Gesetz beschlossen, das **ab 1. Januar 2027 drei Tage pro Jahr** einführt. Voraussetzung ist meist eine **Wartezeit** (oft sechs Monate Betriebszugehörigkeit) und eine **im jeweiligen Land anerkannte** Bildungsveranstaltung. Der Arbeitgeber darf den Wunschtermin nur aus **dringenden betrieblichen Gründen** ablehnen.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Landesgesetze (Bildungsurlaubs-/Bildungszeit-/Bildungsfreistellungsgesetze) — kein Bundesgesetz |
| Länder mit Anspruch 2026 | 15 von 16 (alle außer Bayern) |
| Land ohne Anspruch | Bayern (kein Gesetz, keine Planung) |
| Regel-Anspruch Vollzeit | 5 Arbeitstage / Kalenderjahr |
| Häufige Alternative | 10 Tage über 2 Kalenderjahre (u. a. Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz) |
| Sonderfall Saarland | reduzierter Anspruch (Tageszahl je Regelung prüfen) |
| Sachsen | gesetzlicher Anspruch ab 01.01.2027 (3 Tage/Jahr) |
| Sachsen-Anhalt | novelliert ab 09/2026 (halbe Tage, digitale Formate anerkannt) |
| Entgelt während der Freistellung | wird weitergezahlt (bezahlte Freistellung) |
| Lehrgangs-/Kurskosten | trägt der Beschäftigte selbst |
| Wartezeit (typisch) | ca. 6 Monate Betriebszugehörigkeit |
| Anerkennung der Veranstaltung | erforderlich, durch die Behörde des jeweiligen Landes |
| Anerkannte Zwecke | berufliche und politische Weiterbildung (teils ehrenamtsbezogen) |
| Antragsfrist (typisch) | ca. 4–9 Wochen vor Beginn (landesabhängig) |
| Ablehnungsgrund | nur dringende betriebliche Gründe |
| Teilzeit | anteiliger Anspruch |
| Übertrag ins Folgejahr | landesabhängig, oft nur bei 2-Jahres-Modell |

## Geltungsbereich

Bildungsurlaub ist **Ländersache**. Ob und in welchem Umfang ein Anspruch besteht, richtet sich nach dem **Bildungsfreistellungsgesetz des Bundeslandes**, in dem sich der **Arbeitsplatz** (nicht der Wohnort) befindet. Anspruchsberechtigt sind grundsätzlich **Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer**, häufig auch **Auszubildende** (teils mit Beschränkung auf politische Bildung) und arbeitnehmerähnliche Personen.

Die **Höhe** des Anspruchs und die Details unterscheiden sich je Land erheblich:

- **5 Tage pro Jahr** ist der Regelfall in den meisten Ländern.
- Mehrere Länder erlauben die **Bündelung zu 10 Tagen über zwei Jahre** (z. B. Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz).
- **Saarland** hat einen **reduzierten** Anspruch.
- **Bayern**: **kein** gesetzlicher Anspruch — ein Anspruch kann sich nur aus **Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung** oder betrieblicher Übung ergeben.
- **Sachsen**: neuer Anspruch **ab 01.01.2027** (3 Tage/Jahr).

## Wie funktioniert Bildungsurlaub

**Schritt 1 — Anspruch prüfen.** Maßgeblich ist das Landesgesetz am Ort des Arbeitsplatzes. In den meisten Ländern besteht der Anspruch erst nach einer **Wartezeit** (häufig sechs Monate Betriebszugehörigkeit).

**Schritt 2 — Anerkannte Veranstaltung wählen.** Der Kurs muss von der zuständigen Landesbehörde **als Bildungsveranstaltung anerkannt** sein. Anerkannt sind je nach Land **berufliche** und **politische** Weiterbildung; manche Länder fassen den Zweck weiter (z. B. ehrenamtsbezogene Qualifizierung). Sprach-, IT- oder Fachkurse sind bei anerkannten Trägern regelmäßig erfasst.

**Schritt 3 — Rechtzeitig beantragen.** Der Antrag muss **schriftlich** und **fristgerecht** (landesabhängig meist vier bis neun Wochen vorher) beim Arbeitgeber gestellt werden, unter Nennung von Veranstaltung, Träger und Anerkennungsnachweis.

**Schritt 4 — Freistellung und Entgeltfortzahlung.** Der Arbeitgeber **stellt bezahlt frei**. Das Entgelt läuft weiter wie bei Erholungsurlaub. Der Bildungsurlaub wird **nicht** auf den Erholungsurlaub angerechnet.

**Schritt 5 — Kosten.** Die **Kursgebühren, Reise- und Unterkunftskosten** trägt grundsätzlich der Beschäftigte selbst. Der Arbeitgeber schuldet nur die **Entgeltfortzahlung**, nicht die Lehrgangskosten.

## Häufige Fehler

- **„Bildungsurlaub gilt bundesweit einheitlich."** Falsch — es gibt **kein Bundesgesetz**. Jeder Anspruch beruht auf **Landesrecht**, und die Länder regeln Umfang, Zweck und Fristen unterschiedlich.
- **„In jedem Bundesland gibt es Bildungsurlaub."** Differenziert — 2026 haben **15 von 16** Ländern einen Anspruch; **Bayern** hat keinen. **Sachsen** startet erst **2027**.
- **„Der Arbeitgeber zahlt auch den Kurs."** Falsch — der Arbeitgeber zahlt nur das **Entgelt** während der Freistellung. **Kursgebühren** trägt der Beschäftigte selbst.
- **„Ich kann jeden beliebigen Kurs nehmen."** Falsch — die Veranstaltung muss im jeweiligen **Land anerkannt** sein. Ein Anerkennungsnachweis gehört zum Antrag.
- **„Der Arbeitgeber kann den Bildungsurlaub frei ablehnen."** Falsch — eine Ablehnung ist nur aus **dringenden betrieblichen Gründen** zulässig; der Anspruch als solcher bleibt bestehen und kann ggf. verschoben werden.
- **„Nicht genutzte Tage verfallen immer zum Jahresende."** Differenziert — bei **2-Jahres-Modellen** ist eine Zusammenfassung zulässig; ob und wie übertragen wird, richtet sich nach dem Landesgesetz.

## Quellen

- Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg (BzG BW): https://www.landesrecht-bw.de/
- Weiterbildungsgesetz NRW (Arbeitnehmerweiterbildung): https://recht.nrw.de/
- Bildungsurlaubsgesetz Berlin (BiUrlG): https://gesetze.berlin.de/
- Bildungszeitgesetz Rheinland-Pfalz (BZG): https://landesrecht.rlp.de/
- Sächsisches Bildungsfreistellungsgesetz (ab 01.01.2027): https://www.revosax.sachsen.de/
- BMAS – Weiterbildung und Bildungsfreistellung: https://www.bmas.de/
- DGB / ver.di – Übersicht Bildungsurlaub der Länder: https://www.dgb.de/

## Änderungsverlauf

- 2026-07-05: Erstveröffentlichung mit Stand 2026: 15 von 16 Ländern mit Anspruch, Bayern ohne Gesetz, Sachsen ab 2027 (3 Tage/Jahr), Sachsen-Anhalt-Novelle ab 09/2026. Länderspezifische Tageszahlen (u. a. Saarland) als review_needed markiert, da einzelne Landesregelungen abweichen und aktuelle Gesetzesänderungen noch nachzuprüfen sind. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-07-05
- Gültig ab: 2026-01-01
- Status: aktuell (factcheck_status: review_needed — länderspezifische Tageszahlen und Gesetzesänderungen 2026/2027 vor Upload gegen die Landesgesetze verifizieren)
- Quellenautorität: A (Landesgesetze, BMAS)
- Lizenz: CC BY 4.0
