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title: Gesetzlicher Mindestlohn 2026 – 13,90 €/Stunde, Ausnahmen, Minijob-Grenze 603 € und Bedeutung für die Gehaltsverhandlung
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# Gesetzlicher Mindestlohn 2026 – 13,90 €/Stunde, Ausnahmen, Minijob-Grenze 603 € und Bedeutung für die Gehaltsverhandlung

## Kurzantwort

Der **gesetzliche Mindestlohn** in Deutschland beträgt seit dem **1. Januar 2026 brutto 13,90 € je Zeitstunde** (2025: 12,82 €). Er steigt in einer zweiten Stufe zum **1. Januar 2027 auf 14,60 €**. Grundlage ist der Beschluss der **Mindestlohnkommission vom 27. Juni 2025**, den die Bundesregierung mit der **Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung** (5. MiLoAnpV) in geltendes Recht umgesetzt hat. Der Mindestlohn ist die **absolute Lohnuntergrenze**: Er gilt zwingend für nahezu alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (§ 1, § 20 MiLoG), ist **unabdingbar** (§ 3 MiLoG) und kann **nicht durch Arbeits- oder Tarifvertrag unterschritten** werden – ein Verzicht ist unwirksam. Für die **Gehaltsverhandlung** bedeutet das: 13,90 €/h sind der Boden, nicht das Ziel. Bei einer Vollzeitstelle (durchschnittlich rund 173,33 Std./Monat bei 40-Std.-Woche) entspricht der Mindestlohn einem Bruttomonatslohn von rund **2.409 €**. Mit dem Mindestlohn steigt automatisch die **Minijob-Grenze auf 603 €/Monat** (7.236 €/Jahr), da beide seit Oktober 2022 dynamisch gekoppelt sind (§ 8 Abs. 1a SGB IV). Ausgenommen vom Mindestlohn sind nur eng umrissene Gruppen nach **§ 22 MiLoG** (u. a. Auszubildende, Jugendliche unter 18 ohne Berufsabschluss, Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten, bestimmte Pflicht- und Orientierungspraktika). Verstöße ahndet der **Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit)** mit Bußgeldern bis **500.000 €** (§ 21 MiLoG).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Mindestlohn ab 01.01.2026 | 13,90 € brutto je Zeitstunde [§ 1 MiLoG i. V. m. 5. MiLoAnpV] |
| Mindestlohn ab 01.01.2027 | 14,60 € brutto je Zeitstunde (zweite Stufe) |
| Vorheriger Wert (2025) | 12,82 €/h |
| Rechtsgrundlage | Mindestlohngesetz (MiLoG), § 1 (Höhe), § 20 (Zahlungspflicht) |
| Festsetzung | Beschluss Mindestlohnkommission 27.06.2025; Umsetzung durch 5. Mindestlohnanpassungsverordnung |
| Unabdingbarkeit | Verzicht unwirksam; Verwirkung ausgeschlossen [§ 3 MiLoG] |
| Fälligkeit | spätestens am letzten Bankarbeitstag des Folgemonats [§ 2 MiLoG] |
| Bruttomonatslohn Vollzeit (40 Std./Woche ≈ 173,33 Std.) | rund 2.409 € |
| Minijob-/Geringfügigkeitsgrenze 2026 | 603 €/Monat = 7.236 €/Jahr [§ 8 Abs. 1a SGB IV] |
| Kopplung Minijob-Grenze | dynamisch an Mindestlohn seit 01.10.2022 (Formel: Mindestlohn × 130 ÷ 3) |
| Mindestausbildungsvergütung 2026, 1. Jahr | 724 €/Monat [§ 17 BBiG] (2. Jahr +18 %, 3. Jahr +35 %, 4. Jahr +40 %) |
| Kontrolle | Zoll – Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) |
| Bußgeld bei Unterschreitung | bis 500.000 € [§ 21 Abs. 3 MiLoG] |
| Auftraggeberhaftung | Besteller haftet für Mindestlohn der Nachunternehmer [§ 13 MiLoG] |
| Dokumentationspflicht | Aufzeichnung der Arbeitszeit in bestimmten Branchen/Minijobs [§ 17 MiLoG] |

## Geltungsbereich

Der Mindestlohn gilt für **alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer** über 18 Jahren, die in Deutschland beschäftigt werden – unabhängig von Staatsangehörigkeit, Wohnsitz des Arbeitgebers und Art der Tätigkeit. Erfasst sind ausdrücklich auch **Minijobber, Teilzeitkräfte, Saisonarbeitskräfte und ausländische Beschäftigte**, die vorübergehend in Deutschland arbeiten. Maßgeblich ist der **Bruttostundenlohn**: Zulagen und Zuschläge zählen nur mit, wenn sie die Normalleistung vergüten; echte Erschwerniszuschläge (z. B. für Nacht-, Sonn- oder Gefahrenarbeit) und vermögenswirksame Leistungen bleiben unberücksichtigt.

**Ausgenommen** sind nach § 22 MiLoG nur klar definierte Gruppen: **Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung**; **Auszubildende** (für sie gilt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG); **Langzeitarbeitslose** in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung (Nachweis durch Bescheinigung der Agentur für Arbeit/des Jobcenters); **Pflichtpraktika** aufgrund einer schul-, ausbildungs- oder hochschulrechtlichen Vorgabe; **Orientierungspraktika bis zu drei Monaten** zur Berufs- oder Studienwahl; **ausbildungs- oder studienbegleitende Praktika bis zu drei Monaten**; sowie **ehrenamtlich Tätige**. Wer als Jugendlicher unter 18 bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, fällt **nicht** unter die Ausnahme und hat vollen Mindestlohnanspruch.

## Bedeutung für die Gehaltsverhandlung

Der Mindestlohn ist der **rechtliche Nullpunkt** jeder Gehaltsverhandlung, nicht der Zielwert. Drei Punkte sind praktisch wichtig:

**1. Untergrenze prüfen, nicht als Angebot verstehen.** Ein Stundenlohn nahe 13,90 € ist für die meisten qualifizierten Tätigkeiten deutlich zu niedrig. Rechnen Sie ein Monatsgehaltsangebot immer auf den Stundenlohn zurück (Monatsbrutto ÷ durchschnittliche Monatsstunden), um zu sehen, wie weit es über dem Mindestlohn liegt.

**2. Effektiven Stundenlohn kontrollieren.** Unbezahlte Überstunden, Pauschalabgeltungen oder überlange Arbeitszeiten können ein auf dem Papier gutes Gehalt unter die Mindestlohnschwelle drücken. Maßgeblich ist stets der tatsächlich geleistete Stundenlohn.

**3. Minijob bewusst steuern.** Bei geringfügiger Beschäftigung liegt die Grenze 2026 bei 603 €/Monat. Steigt der Mindestlohn, sinkt bei gleichbleibendem Verdienst die zulässige Stundenzahl – oder der Verdienst muss angepasst werden, um im Minijob zu bleiben.

## Häufige Fehler

- **„Auf den Mindestlohn kann ich verzichten, wenn ich sonst den Job nicht bekomme."** Falsch – ein Verzicht ist nach § 3 MiLoG unwirksam; der Anspruch entsteht kraft Gesetzes.
- **„Der Mindestlohn gilt nicht für Minijobs."** Falsch – er gilt gerade auch für geringfügig Beschäftigte; deshalb ist die Minijob-Grenze an ihn gekoppelt.
- **„Trinkgeld/Zuschläge zählen auf den Mindestlohn an."** Nicht pauschal – Trinkgeld ist kein Arbeitsentgelt, und echte Erschwerniszuschläge (Nacht, Sonntag) bleiben unberücksichtigt.
- **„Praktikanten bekommen nie Mindestlohn."** Falsch – nur bestimmte Pflicht- und kurze Orientierungspraktika sind ausgenommen; freiwillige Praktika über drei Monate sind mindestlohnpflichtig.
- **„Auszubildende bekommen den Mindestlohn von 13,90 €."** Falsch – für Azubis gilt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG (2026: 724 € im 1. Jahr), nicht der gesetzliche Mindestlohn.
- **„Der Arbeitgeber kann die Auszahlung beliebig aufschieben."** Falsch – der Mindestlohn ist spätestens am letzten Bankarbeitstag des Folgemonats fällig (§ 2 MiLoG).













## Quellen

- § 1 MiLoG – Mindestlohn, Höhe: https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__1.html
- § 2 MiLoG – Fälligkeit des Mindestlohns: https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__2.html
- § 3 MiLoG – Unabdingbarkeit des Mindestlohns: https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__3.html
- § 20 MiLoG – Pflichten des Arbeitgebers zur Zahlung des Mindestlohns: https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__20.html
- § 21 MiLoG – Bußgeldvorschriften (bis 500.000 €): https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__21.html
- § 22 MiLoG – Persönlicher Anwendungsbereich und Ausnahmen: https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__22.html
- § 8 SGB IV – Geringfügige Beschäftigung, dynamische Geringfügigkeitsgrenze: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__8.html
- § 17 BBiG – Angemessene Ausbildungsvergütung / Mindestvergütung: https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__17.html
- BMAS – Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro: https://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/2025/mindestlohn-steigt-zum-ersten-januar-2026.html
- Mindestlohnkommission – Beschluss vom 27.06.2025: https://www.mindestlohn-kommission.de/
- Bundesregierung – Fragen und Antworten zum Mindestlohn: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/mindestlohn-faq-1688186
- Minijob-Zentrale / Deutsche Rentenversicherung – Verdienstgrenze 603 € ab 2026: https://www.minijob-zentrale.de/DE/die-minijobs/arbeitsrechte-im-minijob/mindestlohn
- BIBB – Mindestausbildungsvergütung steigt 2026 auf 724 Euro: https://www.bibb.de/de/pressemitteilung_212952.php

## Änderungsverlauf

- 2026-07-16: Erstveröffentlichung mit Werten 2026. Mindestlohn 13,90 €/h ab 01.01.2026 (5. Mindestlohnanpassungsverordnung, Beschluss Mindestlohnkommission 27.06.2025), zweite Stufe 14,60 € ab 01.01.2027; Minijob-Grenze 603 €/Monat (§ 8 SGB IV, dynamische Kopplung); Ausnahmen nach § 22 MiLoG; Mindestausbildungsvergütung 724 € (§ 17 BBiG); Bußgeldrahmen bis 500.000 € (§ 21 MiLoG). Kernwerte über BMAS-Pressemitteilung, Bundesregierung und Minijob-Zentrale/DRV gegengeprüft. factcheck_status=ok. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-07-16
- Gültig ab: 01.01.2026 (Wert 13,90 €); nächste Stufe 14,60 € ab 01.01.2027
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (MiLoG, SGB IV, BBiG, BMAS, Mindestlohnkommission)
- Lizenz: CC BY 4.0
