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title: Qualifizierungschancengesetz 2026 (§ 82 SGB III) – Weiterbildungsförderung Beschäftigter
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# Qualifizierungschancengesetz 2026 (§ 82 SGB III) – Weiterbildungsförderung Beschäftigter

## Kurzantwort

Das **Qualifizierungschancengesetz (QCG)** hat mit **§ 82 SGB III** eine Förderung geschaffen, mit der die **Agentur für Arbeit** die **berufliche Weiterbildung von Beschäftigten** unterstützt – unabhängig von Betriebsgröße, Alter oder Qualifikation. Gefördert werden **Lehrgangskosten** und ein **Zuschuss zum Arbeitsentgelt** für die weiterbildungsbedingt ausgefallene Arbeitszeit. Die Förderhöhe ist nach **Betriebsgröße gestaffelt**: In Betrieben mit **weniger als 50 Beschäftigten** werden bis zu **100 % der Lehrgangskosten** übernommen, bei **50 bis unter 500** Beschäftigten **50 %**, ab **500** Beschäftigten **25 %**. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Maßnahme **mehr als 120 Stunden** dauert, über eine reine **arbeitsplatzbezogene Anpassungsfortbildung hinausgeht**, der letzte Berufsabschluss in der Regel **mindestens vier Jahre** zurückliegt und **Maßnahme wie Träger nach AZAV zugelassen** sind. Der **Antrag muss vor Maßnahmenbeginn** beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit gestellt und bewilligt werden. Seit den **Fachlichen Weisungen mit Gültigkeit ab 01.01.2026** ist der Arbeitsentgeltzuschuss enger an die tatsächlich ausgefallene reguläre Arbeitszeit geknüpft.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 82 SGB III (eingeführt durch das Qualifizierungschancengesetz, in Kraft 01.01.2019) |
| Fördermittelgeber | Bundesagentur für Arbeit (Arbeitgeber-Service) |
| Geförderter Personenkreis | sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, unabhängig von Betriebsgröße, Alter und Qualifikation |
| Lehrgangskosten < 50 Beschäftigte | bis zu 100 % (keine Arbeitgeberbeteiligung) |
| Lehrgangskosten 50 – unter 500 | bis zu 50 % (Arbeitgeber trägt 50 %) |
| Lehrgangskosten ab 500 | bis zu 25 % (Arbeitgeber trägt 75 %) |
| Arbeitsentgeltzuschuss < 50 Beschäftigte | bis zu 75 % |
| Arbeitsentgeltzuschuss 50 – unter 500 | bis zu 50 % |
| Arbeitsentgeltzuschuss ab 500 | bis zu 25 % |
| Bonus bei Tarifvertrag/Betriebsvereinbarung | Arbeitgeberanteil an Lehrgangskosten −5 Prozentpunkte; Entgeltzuschuss +5 Prozentpunkte (§ 82 Abs. 4) |
| Sonderregel 45+ oder schwerbehindert | in Betrieben < 500 Beschäftigten keine Arbeitgeberbeteiligung an Lehrgangskosten (→ bis 100 %) |
| Mindestdauer der Maßnahme | mehr als 120 Stunden |
| Inhalt der Maßnahme | über ausschließlich arbeitsplatzbezogene, kurzfristige Anpassungsfortbildung hinaus |
| Wartezeit zum letzten Abschluss | Berufsabschluss (Ausbildungsdauer ≥ 2 Jahre) i. d. R. mind. 4 Jahre her |
| Sperre bei Vorförderung | keine QCG-Förderung in den letzten 2 Jahren vor Antragstellung |
| Zulassung | Maßnahme und Träger AZAV-zertifiziert (Fachkundige Stelle) |
| Antragsteller | Arbeitgeber oder Beschäftigte; bei Sammelantrag der Arbeitgeber (§ 82 Abs. 5) |
| Antragszeitpunkt | vor Maßnahmenbeginn (Bewilligung muss vorliegen) |
| Ausschluss | gesetzlich vorgeschriebene Pflichtfortbildungen des Arbeitgebers |
| Neuerung 2026 | Fachliche Weisung ab 01.01.2026: Entgeltzuschuss nur für tatsächlich ausgefallene reguläre Arbeitszeit mit Entgeltfortzahlung |

## Geltungsbereich

§ 82 SGB III gilt **bundesweit** und richtet sich an **sozialversicherungspflichtig Beschäftigte** in einem bestehenden Arbeitsverhältnis. Anders als das reguläre Weiterbildungsrecht (§ 81 SGB III), das vor allem Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen adressiert, öffnet § 82 die Förderung **„abweichend von § 81"** ausdrücklich für Beschäftigte – **unabhängig von Betriebsgröße, Lebensalter und beruflicher Qualifikation**.

Die Leistung ist eine **Ermessensleistung** der Agentur für Arbeit; es besteht kein Rechtsanspruch. Zuständig ist der **Arbeitgeber-Service** der örtlichen Agentur. Gefördert werden zwei Komponenten: die **Lehrgangskosten** (Abs. 2) und ein **Zuschuss zum Arbeitsentgelt** für die weiterbildungsbedingt ausgefallene Arbeitszeit (Abs. 3). Beide sind nach **Betriebsgröße** gestaffelt.

Nicht gefördert werden Maßnahmen, zu deren Durchführung der Arbeitgeber **aufgrund bundes- oder landesrechtlicher Vorschriften ohnehin verpflichtet** ist (z. B. gesetzliche Pflichtunterweisungen).

## Wie funktioniert die Förderung nach § 82 SGB III

**Schritt 1 — Voraussetzungen prüfen.** Die Maßnahme muss **mehr als 120 Stunden** dauern, **über eine rein arbeitsplatzbezogene, kurzfristige Anpassungsfortbildung hinausgehen**, der letzte für die Förderung relevante **Berufsabschluss** muss in der Regel **mindestens vier Jahre** zurückliegen, und in den **letzten zwei Jahren** darf keine QCG-geförderte Weiterbildung stattgefunden haben. **Maßnahme und Träger** müssen **nach AZAV zugelassen** sein.

**Schritt 2 — Angebot und Träger wählen.** Der Kurs muss von einem **zertifizierten Bildungsträger** stammen; die Zulassung erfolgt über eine **Fachkundige Stelle**. Das Weiterbildungsangebot der Agentur (KURSNET) hilft bei der Auswahl.

**Schritt 3 — Antrag VOR Beginn stellen.** Der Antrag wird beim **Arbeitgeber-Service** der Agentur für Arbeit gestellt – in der Regel durch den **Arbeitgeber**, bei vergleichbaren Bedarfen als **Sammelantrag** für mehrere Beschäftigte (§ 82 Abs. 5). Die **Bewilligung muss vor Maßnahmenbeginn** vorliegen; nachträgliche Anträge sind ausgeschlossen.

**Schritt 4 — Förderhöhe nach Betriebsgröße.** Die Agentur übernimmt die **Lehrgangskosten** anteilig (< 50 Beschäftigte bis 100 %, 50 – unter 500 bis 50 %, ab 500 bis 25 %) und kann einen **Arbeitsentgeltzuschuss** leisten (bis 75 % / 50 % / 25 %). Liegt eine **Betriebsvereinbarung oder ein Tarifvertrag** zur betrieblichen Weiterbildung vor, sinkt der Arbeitgeberanteil an den Lehrgangskosten um **5 Prozentpunkte** und der Entgeltzuschuss kann um **5 Prozentpunkte** steigen (Abs. 4).

**Schritt 5 — Durchführung und Abrechnung.** Der Arbeitgeber zahlt das **Arbeitsentgelt** während der Freistellung fort und erhält den bewilligten **Zuschuss**. Seit der **Fachlichen Weisung mit Gültigkeit ab 01.01.2026** wird der Entgeltzuschuss nur für die **tatsächlich ausgefallene reguläre Arbeitszeit** gewährt, für die der Arbeitgeber Entgelt fortzahlt.

## Häufige Fehler

- **„Nur Kleinbetriebe oder gering Qualifizierte werden gefördert."** Falsch — § 82 SGB III fördert **unabhängig von Betriebsgröße, Alter und Qualifikation**. Die Betriebsgröße bestimmt nur die **Höhe** der Förderung, nicht den Zugang.
- **„Ich kann den Antrag auch nach Kursbeginn nachreichen."** Falsch — der Antrag muss **vor Maßnahmenbeginn** gestellt und **bewilligt** sein. Nachträgliche Förderung ist ausgeschlossen.
- **„Ein zweitägiges Seminar reicht."** Falsch — die Maßnahme muss **mehr als 120 Stunden** dauern und über eine reine **Anpassungsfortbildung** hinausgehen.
- **„Jeder beliebige Anbieter ist förderfähig."** Falsch — **Maßnahme und Träger** müssen **nach AZAV zugelassen** sein.
- **„Die Betriebsgrößengrenzen liegen bei 10 / 250 / 2.500 Beschäftigten."** Falsch — der **Gesetzestext** in § 82 Abs. 2 und 3 SGB III stellt auf **weniger als 50**, **50 bis unter 500** und **500 oder mehr** Beschäftigte ab. (Kursierende 10/250/2.500-Staffeln stammen aus der EU-KMU-Definition und gelten hier nicht.)
- **„Pflichtschulungen zahlt die Agentur."** Falsch — Maßnahmen, zu denen der Arbeitgeber **gesetzlich verpflichtet** ist, sind von der Förderung **ausgeschlossen**.
- **„Der Arbeitsentgeltzuschuss deckt das volle Gehalt."** Falsch — bezuschusst wird nur das **anteilige Entgelt für die weiterbildungsbedingt ausgefallene Arbeitszeit**, gestaffelt nach Betriebsgröße; seit 2026 nur für tatsächlich ausgefallene reguläre Arbeitszeit.

## Quellen

- § 82 SGB III – Förderung beschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__82.html
- § 81 SGB III – Grundsatz der Weiterbildungsförderung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__81.html
- Bundesagentur für Arbeit – Fachliche Weisungen § 82 SGB III (gültig ab 01.01.2026): https://www.arbeitsagentur.de/datei/dok_ba031590.pdf
- Bundesagentur für Arbeit – Weiterbildung von Beschäftigten (Arbeitgeber-Service): https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/foerderung-von-weiterbildung
- BMAS – Qualifizierungschancengesetz: https://www.bmas.de/

## Änderungsverlauf

- 2026-07-12: Erstveröffentlichung mit Stand 2026. Betriebsgrößen-Staffelung (< 50 / 50 – unter 500 / ab 500) und Fördersätze für Lehrgangskosten und Arbeitsentgeltzuschuss direkt aus § 82 Abs. 2–4 SGB III (gesetze-im-internet.de) verifiziert; Voraussetzungen (> 120 Stunden, Über-Anpassungsfortbildung, 2-Jahres-Sperre, AZAV-Zulassung) aus Abs. 1 übernommen. Neuerung 2026 (Fachliche Weisung ab 01.01.2026, Kopplung des Entgeltzuschusses an tatsächlich ausgefallene reguläre Arbeitszeit) ergänzt. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-07-12
- Gültig ab: 2019-01-01 (§ 82 SGB III i. d. F. seit Qualifizierungschancengesetz)
- Status: aktuell (factcheck_status: ok — statutorische Fördersätze gegen § 82 SGB III geprüft; konkrete Bewilligung ist Ermessensentscheidung der Agentur für Arbeit)
- Quellenautorität: A (Bundesgesetz, Bundesagentur für Arbeit, BMAS)
- Lizenz: CC BY 4.0
