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title: Steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit (SFN) 2026 – § 3b EStG, Prozentsätze, Grundlohn 50 €, Sozialversicherung 25 €
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# Steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit (SFN) 2026 – § 3b EStG, Prozentsätze, Grundlohn 50 €, Sozialversicherung 25 €

## Kurzantwort

**Zuschläge für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit (SFN-Zuschläge)** sind nach **§ 3b EStG** bis zu festen Prozentsätzen des Grundlohns **steuerfrei** – ein wichtiger, oft übersehener **Netto-Hebel in der Gehaltsverhandlung**, weil steuerfreie Zuschläge beim Arbeitnehmer voll ankommen. Steuerfrei sind: **25 % für Nachtarbeit** (20–6 Uhr), **50 % für Sonntagsarbeit**, **125 % für gesetzliche Feiertage** (und den 31.12. ab 14 Uhr) sowie **150 % für den 24.12. ab 14 Uhr, den 25./26.12. und den 1. Mai**. Wird die Nachtarbeit **vor 0 Uhr aufgenommen**, erhöht sich der Nachtzuschlag für die Zeit **von 0 bis 4 Uhr auf 40 %** (§ 3b Abs. 3 EStG). Bemessungsgrundlage ist der **Grundlohn**, der als Stundenlohn mit **höchstens 50 €** angesetzt wird (§ 3b Abs. 2 EStG) – über 50 € hinaus gibt es keine zusätzliche Steuerfreiheit. **Wichtig:** Die **Sozialversicherungsfreiheit** ist enger als die Steuerfreiheit. Nach **§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV** sind SFN-Zuschläge nur **beitragsfrei, soweit der zugrunde liegende Grundlohn 25 €/Stunde nicht übersteigt**; darüber sind die Zuschläge zwar noch steuerfrei, aber **sozialversicherungspflichtig**. **Kein Automatismus:** § 3b EStG regelt nur die **Steuerfreiheit**, begründet aber **keinen Anspruch** auf die Zuschläge selbst – dieser entsteht nur aus **Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung** oder (für Nachtarbeit) aus dem Anspruch auf einen **angemessenen Ausgleich nach § 6 Abs. 5 ArbZG**.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Steuerfreiheit | § 3b EStG (Fassung seit 01.01.2007, Jahressteuergesetz 2007) |
| Nachtarbeit (20–6 Uhr) | 25 % des Grundlohns steuerfrei [§ 3b Abs. 1 Nr. 1 EStG] |
| Nachtarbeit 0–4 Uhr (wenn vor 0 Uhr begonnen) | 40 % des Grundlohns steuerfrei [§ 3b Abs. 3 Nr. 1 EStG] |
| Sonntagsarbeit (0–24 Uhr) | 50 % des Grundlohns steuerfrei [§ 3b Abs. 1 Nr. 2 EStG] |
| Gesetzliche Feiertage + 31.12. ab 14 Uhr | 125 % des Grundlohns steuerfrei [§ 3b Abs. 1 Nr. 3 EStG] |
| 24.12. ab 14 Uhr, 25./26.12., 1. Mai | 150 % des Grundlohns steuerfrei [§ 3b Abs. 1 Nr. 4 EStG] |
| Bemessungsgrundlage (Grundlohn) | laufender Arbeitslohn je Stunde, höchstens 50 € ansetzbar [§ 3b Abs. 2 Satz 1 EStG] |
| Voraussetzung | Zahlung **neben** dem Grundlohn für **tatsächlich geleistete** Arbeit zu den begünstigten Zeiten |
| Sozialversicherungsfreiheit | nur soweit Grundlohn ≤ 25 €/Stunde [§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV] |
| Grundlohn 25–50 €/Stunde | Zuschlag steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig |
| Anspruch auf den Zuschlag selbst | **nicht** aus § 3b EStG – nur aus Arbeits-/Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder § 6 Abs. 5 ArbZG |
| Nachtarbeit-Ausgleich | angemessener Zuschlag oder Freizeitausgleich [§ 6 Abs. 5 ArbZG]; BAG-Richtwert regelmäßig 25 % |
| Kombination Sonntag + Nacht | Nacht- und Sonntagszuschlag können nebeneinander steuerfrei gezahlt werden |
| Kombination Sonntag fällt auf Feiertag | nur der höhere Feiertagszuschlag ist steuerfrei (Nachtzuschlag zusätzlich möglich) |
| Nachweis | Einzelaufzeichnung der begünstigten Stunden erforderlich (Zuordnung zu konkreter Arbeit) |
| Pauschale/Bereitschaft | pauschale Abschlagszahlungen nur begünstigt bei Verrechnung mit tatsächlichen Stunden (BFH VI R 1/22) |

## Geltungsbereich

§ 3b EStG gilt für **alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer** im lohnsteuerlichen Sinne, deren Arbeitgeber für **tatsächlich geleistete** Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit einen **gesondert ausgewiesenen Zuschlag neben dem Grundlohn** zahlt. Entscheidend ist, dass der Zuschlag **zusätzlich** zum regulären Lohn gewährt wird und den begünstigten Arbeitszeiten konkret zugeordnet werden kann – ein pauschal „mit drin" enthaltener Lohn ist nicht begünstigt.

**Grundlohn** ist der laufende Arbeitslohn, der dem Arbeitnehmer bei seiner regelmäßigen Arbeitszeit für den Lohnzahlungszeitraum zusteht, umgerechnet auf einen Stundenlohn und **mit höchstens 50 € angesetzt** (§ 3b Abs. 2 Satz 1 EStG). Wer also 60 € Grundlohn verdient, kann die steuerfreien Zuschläge nur aus 50 € berechnen. Die **maßgeblichen Zeiten** definiert das Gesetz selbst: **Nachtarbeit** ist die Arbeit von **20 Uhr bis 6 Uhr**, **Sonntags- und Feiertagsarbeit** die Arbeit von **0 bis 24 Uhr** des jeweiligen Tages; welche Tage gesetzliche Feiertage sind, richtet sich nach den Vorschriften **am Ort der Arbeitsstätte** (§ 3b Abs. 2 Sätze 2–4 EStG).

## Steuerfrei ist nicht gleich beitragsfrei — die 25-€-Grenze

Der in der Praxis wichtigste Stolperstein: **Steuer- und Sozialversicherungsrecht ziehen unterschiedliche Grenzen.** Für die **Lohnsteuer** wird der Grundlohn mit bis zu **50 €/Stunde** angesetzt. Für die **Sozialversicherung** sind die Zuschläge nach **§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV** aber nur beitragsfrei, **soweit der zugrunde liegende Grundlohn 25 €/Stunde nicht übersteigt**. Liegt der Grundlohn zwischen 25 € und 50 €, ist der Zuschlag also **steuerfrei, aber teilweise beitragspflichtig** – der auf den 25 € übersteigenden Grundlohn entfallende Zuschlagsanteil wird verbeitragt. Das betrifft vor allem gut verdienende Schicht- und Nachtarbeitskräfte.

## Anspruch entsteht nicht aus § 3b EStG

Ein häufiges Missverständnis: § 3b EStG **verpflichtet keinen Arbeitgeber**, überhaupt Zuschläge zu zahlen. Die Norm sagt nur, **wie viel** eines gezahlten Zuschlags **steuerfrei** bleibt. Der **Zahlungsanspruch** selbst entsteht aus anderer Quelle:

- **Nachtarbeit:** § 6 Abs. 5 ArbZG gibt einen Anspruch auf eine **angemessene Zahl freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag** auf das Bruttoarbeitsentgelt – soweit keine tarifliche Ausgleichsregelung besteht. Das BAG hält einen Zuschlag von **regelmäßig 25 %** (bzw. Freizeitausgleich) für angemessen, bei Dauernachtarbeit kann er höher liegen.
- **Sonntags- und Feiertagsarbeit:** Hier gibt es **keinen allgemeinen gesetzlichen Zuschlagsanspruch**. Er ergibt sich nur aus **Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag**. Ohne solche Grundlage besteht kein Anspruch – hier setzt die Verhandlung an.

## Verhandlungstaktik — SFN-Zuschläge im Gehaltsgespräch

**1. Netto-Effekt betonen.** Steuerfreie Zuschläge kommen beim Arbeitnehmer deutlich stärker an als eine gleich hohe Bruttoerhöhung – und sind bei Grundlohn bis 25 € zusätzlich beitragsfrei. Das ist ein Argument, das auch für den Arbeitgeber attraktiv ist (geringere Lohnnebenkosten).

**2. Zuschlag gesondert ausweisen lassen.** Nur ein **neben** dem Grundlohn ausgewiesener, den begünstigten Stunden zugeordneter Zuschlag ist steuerfrei. Ein in den Stundenlohn „eingerechneter" Zuschlag verliert die Begünstigung.

**3. Prozentsätze als Obergrenze verstehen.** 25 / 40 / 50 / 125 / 150 % sind die **steuerfreien Höchstsätze**. Vereinbaren lassen sich auch höhere Zuschläge – der übersteigende Teil ist dann aber steuerpflichtig.

**4. Nachtarbeit-Anspruch nach § 6 ArbZG kennen.** Für Nachtarbeit besteht ein gesetzlicher Ausgleichsanspruch; hier geht es in der Verhandlung eher um die Höhe (Zuschlag vs. Freizeitausgleich) als um das Ob.

## Häufige Fehler

- **„§ 3b EStG gibt mir einen Anspruch auf Zuschläge."** Falsch – die Norm regelt nur die Steuerfreiheit. Der Anspruch entsteht aus Arbeits-/Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder (Nachtarbeit) § 6 Abs. 5 ArbZG.
- **„Steuerfrei heißt auch beitragsfrei."** Falsch – beitragsfrei sind Zuschläge nur bis zu einem Grundlohn von 25 €/Stunde (§ 1 SvEV); steuerfrei bis 50 €/Stunde.
- **„Der Grundlohn zählt unbegrenzt."** Falsch – für die Steuerfreiheit wird der Grundlohn mit höchstens 50 €/Stunde angesetzt (§ 3b Abs. 2 EStG).
- **„Ein pauschaler Zuschlag reicht."** Falsch – begünstigt sind nur Zuschläge für **tatsächlich geleistete** Arbeit zu den begünstigten Zeiten, mit Einzelnachweis; pauschale Abschläge nur bei Verrechnung mit den real geleisteten Stunden (BFH VI R 1/22).
- **„Nachtarbeit ist ab 22 Uhr."** Falsch – § 3b Abs. 2 EStG definiert Nachtarbeit als Zeit von 20 bis 6 Uhr (die arbeitszeitrechtliche Definition in § 2 Abs. 3 ArbZG, 23–6 Uhr, ist eine andere).
- **„Sonntag und Feiertag gibt es doppelt."** Falsch – fällt ein Sonntag auf einen Feiertag, ist nur der höhere Feiertagszuschlag steuerfrei; ein Nachtzuschlag kann aber zusätzlich hinzukommen.













## Quellen

- § 3b EStG – Steuerfreiheit von Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3b.html
- § 1 SvEV – Sozialversicherungsentgeltverordnung, Beitragsfreiheit der SFN-Zuschläge bis 25 €/Stunde Grundlohn: https://www.gesetze-im-internet.de/svev/__1.html
- § 6 ArbZG – Nacht- und Schichtarbeit, angemessener Ausgleich (Abs. 5): https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__6.html
- BMF – Amtliches Lohnsteuer-Handbuch LStH 2026, zu § 3b EStG: https://esth.bundesfinanzministerium.de/lsth/2026/A-Einkommensteuergesetz/II-Einkommen-2-24b/2-Steuerfreie-Einnahmen-3-3c/Paragraf-3b/inhalt.html
- Deutsche Rentenversicherung – summa summarum, Lexikon „Steuerfreie SFN-Zuschläge": https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/Arbeitgeber-und-Steuerberater/summa-summarum/Lexikon/S/steuerfreie_sfn_zuschlaege.html
- BFH, 11.04.2024 – VI R 1/22 – Steuerfreie Zuschläge bei Bereitschaftsdiensten: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=11.04.2024&Aktenzeichen=VI%20R%201%2F22
- BFH, 10.08.2023 – VI R 11/21 – Berechnung des Grundlohns: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=10.08.2023&Aktenzeichen=VI%20R%2011%2F21

## Änderungsverlauf

- 2026-07-23: Erstveröffentlichung. Steuerfreie SFN-Zuschläge nach § 3b EStG mit verbatim geprüften Prozentsätzen (Nacht 25 %, Nacht 0–4 Uhr 40 %, Sonntag 50 %, Feiertag/31.12. ab 14 Uhr 125 %, 24.12. ab 14 Uhr/25.+26.12./1. Mai 150 %), Grundlohn-Deckel 50 €/Stunde (§ 3b Abs. 2 EStG), abweichende Sozialversicherungsgrenze 25 €/Stunde (§ 1 SvEV) sowie Abgrenzung zum Zahlungsanspruch (§ 6 Abs. 5 ArbZG, BAG 25 %). Gesetzestext gegen dejure.org (Fassung JStG 2007) und BMF-LStH 2026 gegengeprüft. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-07-23
- Gültig ab: 01.01.2007 (Fassung § 3b EStG durch JStG 2007); Werte 2026 unverändert
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (EStG, SvEV, ArbZG, BMF-Lohnsteuer-Handbuch, BFH)
- Lizenz: CC BY 4.0
