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title: Vermögenswirksame Leistungen (VWL) & Arbeitnehmer-Sparzulage 2026 – Höchstbeträge, Einkommensgrenzen, Sperrfrist
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# Vermögenswirksame Leistungen (VWL) & Arbeitnehmer-Sparzulage 2026 – Höchstbeträge, Einkommensgrenzen, Sperrfrist

## Kurzantwort

**Vermögenswirksame Leistungen (VWL)** sind ein oft übersehener, voll **verhandelbarer Gehaltsbestandteil**: Der Arbeitgeber zahlt einen Betrag – üblicherweise bis zu **40 €/Monat (480 €/Jahr)** – in einen VL-fähigen Sparvertrag des Arbeitnehmers ein. Einen **gesetzlichen Anspruch** darauf gibt es **nicht**; er entsteht erst aus **Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag** – und ist damit ein klassisches Thema der Gehaltsverhandlung. Zusätzlich fördert der Staat das VL-Sparen mit der **Arbeitnehmer-Sparzulage** nach dem **Fünften Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG)**, sofern das zu versteuernde Einkommen unter den Grenzen liegt. Seit **01.01.2024** gilt eine **einheitliche Einkommensgrenze von 40.000 € (Ledige) bzw. 80.000 € (Zusammenveranlagte)** zu versteuerndes Einkommen (angehoben durch das Zukunftsfinanzierungsgesetz). Die Sparzulage beträgt **20 % auf bis zu 400 €/Jahr** beim **Beteiligungssparen** (Aktienfonds/ETF, Beteiligungen – max. **80 €/Jahr**) und **9 % auf bis zu 470 €/Jahr** beim **wohnwirtschaftlichen Sparen** (Bausparvertrag, Tilgung Baukredit – max. **42,30 €/Jahr**). Beide Förderwege sind **kombinierbar** (max. rund **122,30 €/Jahr**). Wichtig: Die VWL selbst sind **steuer- und sozialversicherungspflichtiger Bruttolohn**; nur die Sparzulage ist steuerfrei. Für die Sparzulage gilt eine **Sperrfrist von 7 Jahren** (§ 4 5. VermBG); die Auszahlung erfolgt nach Antrag über die **Anlage VL** zur Einkommensteuererklärung.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Fünftes Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG) |
| Gesetzlicher Anspruch auf VWL | nein – nur aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag |
| Übliche Arbeitgeberzahlung | bis zu 40 €/Monat = 480 €/Jahr (frei verhandelbar, nicht gedeckelt) |
| VWL = Bestandteil des Arbeitslohns | ja – steuer- und sozialversicherungspflichtig (§ 2 Abs. 6 5. VermBG) |
| Arbeitnehmer-Sparzulage Beteiligungssparen | 20 % auf bis zu 400 €/Jahr = max. 80 €/Jahr [§ 13 Abs. 2 5. VermBG] |
| Arbeitnehmer-Sparzulage wohnwirtschaftlich | 9 % auf bis zu 470 €/Jahr = max. 42,30 €/Jahr [§ 13 Abs. 2 5. VermBG] |
| Beide Wege kombinierbar | ja – max. rund 122,30 €/Jahr Sparzulage |
| Einkommensgrenze (ab 01.01.2024, einheitlich) | 40.000 € (Ledige) / 80.000 € (Zusammenveranlagte) zu versteuerndes Einkommen [§ 13 Abs. 1 5. VermBG] |
| Änderung seit 2024 | Angleichung der Grenzen durch Zukunftsfinanzierungsgesetz (zuvor 20.000/40.000 € beim Beteiligungssparen) |
| Sperrfrist | 7 Jahre (6 Jahre Einzahlung + 1 Ruhejahr, „6+1") [§ 4 Abs. 4 5. VermBG] |
| Beginn Sperrfrist | 1. Januar des Jahres des Vertragsabschlusses |
| Auszahlung Sparzulage | erst nach Ablauf der Sperrfrist, gebündelt für alle Sparjahre |
| Antrag | über Anlage VL zur Einkommensteuererklärung (elektronische VL-Bescheinigung seit 2017) |
| Steuerfreiheit der Sparzulage | ja – Sparzulage selbst ist steuer- und sozialabgabenfrei |
| Kein Sparzulagenanspruch bei | reinem Banksparplan / VL-Sparkonto ohne Wertpapier- oder Wohnbezug |
| Mindestlohn 2026 (zum Vergleich) | 13,90 €/h (Sparzulage ist eine zusätzliche staatliche Förderung, kein Entgelt) |

## Geltungsbereich

Anspruchsberechtigt für die **Arbeitnehmer-Sparzulage** sind **Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Auszubildende, Beamte, Richter und Soldaten**, sofern ihre vermögenswirksamen Leistungen in eine **förderfähige Anlageform** fließen und das **zu versteuernde Einkommen** die Grenzen des § 13 Abs. 1 5. VermBG nicht übersteigt (ab 2024 einheitlich 40.000 € / 80.000 €). Maßgeblich ist das **zu versteuernde Einkommen** – nicht das Brutto- oder Nettogehalt; durch Werbungskosten, Sonderausgaben und Freibeträge liegt es meist deutlich darunter.

Die **Zahlung** der VWL selbst begründet keinen gesetzlichen Anspruch: Sie ergibt sich aus **Tarifvertrag** (z. B. Metall- und Elektroindustrie bis 40 €/Monat, öffentlicher Dienst TVöD 6,65 €/Monat), aus einer **Betriebsvereinbarung** oder aus dem **individuellen Arbeitsvertrag**. Ohne eine solche Grundlage muss der Arbeitgeber keine VWL leisten – hier setzt die Verhandlung an. Zahlt der Arbeitgeber weniger als 40 €, kann der Arbeitnehmer bis zur Höchstgrenze **aus eigenem Nettoeinkommen aufstocken**, um die volle Sparzulage auszuschöpfen.

## Förderfähige Anlageformen

Nicht jeder VL-Vertrag ist sparzulagenbegünstigt. Entscheidend ist die Anlageform (§ 2 Abs. 1 5. VermBG):

- **Beteiligungssparen (20 %)** – Aktienfonds/ETF-Sparpläne, Aktien des Arbeitgebers, Genossenschaftsanteile, GmbH-Beteiligungen, Genussrechte. Gefördert bis 400 €/Jahr.
- **Wohnwirtschaftliches Sparen (9 %)** – VL-Bausparvertrag, Tilgung eines laufenden Baudarlehens, Wohnungsbau-Sparverträge. Gefördert bis 470 €/Jahr.
- **Keine Sparzulage** erhalten reine **Banksparpläne / VL-Sparkonten** und die meisten **Kapitallebensversicherungen** – hier fließt nur der Arbeitgeberzuschuss, keine staatliche Zulage.

## Steuer und Sozialversicherung — der entscheidende Unterschied

Ein häufig verwechselter Punkt: Die **VWL des Arbeitgebers** gehören zum **Arbeitslohn** und sind damit **steuer- und sozialversicherungspflichtig** (§ 2 Abs. 6 5. VermBG). Sie erhöhen also das Brutto und werden ganz normal verbeitragt. **Steuer- und abgabenfrei** ist allein die **Arbeitnehmer-Sparzulage** – die staatliche Förderung selbst. Der Vorteil des VL-Sparens liegt daher im „geschenkten" Arbeitgeberbeitrag plus der Sparzulage, nicht in einer Steuerersparnis auf die VWL.

## Verhandlungstaktik — VWL im Gehaltsgespräch

**1. VWL aktiv ansprechen.** Viele Arbeitgeber zahlen VWL nur, wenn danach gefragt wird – ein gesetzlicher Anspruch besteht nicht.

**2. Auf die volle 40-€-Marke zielen.** Die 40 €/Monat sind steuerlich unkritisch und für den Arbeitgeber günstig; höhere Beträge sind frei verhandelbar.

**3. Anlageform mit Sparzulage wählen.** Nur Aktienfonds/ETF (20 %) oder Bausparen (9 %) bringen die staatliche Zulage – ein reiner Banksparplan nicht.

**4. Einkommensgrenze prüfen.** Liegt das zu versteuernde Einkommen über 40.000 € (ledig) / 80.000 € (verheiratet), entfällt die Sparzulage – die VWL des Arbeitgebers lohnen sich aber weiterhin.

## Häufige Fehler

- **„Ich habe Anspruch auf VWL."** Falsch – es gibt keinen gesetzlichen Anspruch; er entsteht nur aus Tarif-, Betriebs- oder Arbeitsvertrag.
- **„Die VWL sind steuerfrei."** Falsch – die VWL des Arbeitgebers sind steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn; nur die Sparzulage ist steuerfrei.
- **„Jeder VL-Vertrag bringt die Sparzulage."** Falsch – nur Beteiligungs- (20 %) und wohnwirtschaftliches Sparen (9 %); ein reiner Banksparplan wird nicht bezuschusst.
- **„Für die Grenze zählt mein Bruttogehalt."** Falsch – maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen (40.000 € / 80.000 € ab 2024), das meist deutlich niedriger ist.
- **„Die Sparzulage kommt jedes Jahr aufs Konto."** Falsch – sie wird erst nach Ablauf der 7-jährigen Sperrfrist gebündelt ausgezahlt.
- **„Ich muss die Sparzulage nicht beantragen."** Falsch – sie wird nur auf Antrag über die Anlage VL zur Einkommensteuererklärung gewährt.

## Quellen

- § 2 5. VermBG – Vermögenswirksame Leistungen, Anlageformen, Arbeitslohneigenschaft: https://www.gesetze-im-internet.de/vermbg_2/__2.html
- § 4 5. VermBG – Anlage nach dem Wertpapier-Kaufvertrag, Sperrfrist (7 Jahre): https://www.gesetze-im-internet.de/vermbg_2/__4.html
- § 13 5. VermBG – Anspruch auf Arbeitnehmer-Sparzulage, Sätze und Einkommensgrenzen: https://www.gesetze-im-internet.de/vermbg_2/__13.html
- 5. VermBG – Gesamtausgabe (Fünftes Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer): https://www.gesetze-im-internet.de/vermbg_2/
- Bundesfinanzministerium – Arbeitnehmer-Sparzulage (Glossar): https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Glossareintraege/A/arbeitnehmer-sparzulage.html
- Zukunftsfinanzierungsgesetz (Anhebung der Einkommensgrenzen ab 01.01.2024): https://www.bgbl.de/
- Finanzamt NRW – Arbeitnehmer-Sparzulage: https://www.finanzamt.nrw.de/steuerinfos/privatpersonen/arbeitnehmende/arbeitnehmer-sparzulage

## Änderungsverlauf

- 2026-07-09: Erstveröffentlichung mit Werten 2026. Sparzulagensätze (20 % auf 400 €, 9 % auf 470 €; kombiniert max. rund 122,30 €/Jahr), einheitliche Einkommensgrenze 40.000 €/80.000 € zvE seit 01.01.2024 (Zukunftsfinanzierungsgesetz), Sperrfrist 7 Jahre (§ 4 5. VermBG), Steuer-/SV-Pflicht der VWL (§ 2 Abs. 6 5. VermBG) dargestellt. factcheck_status=review_needed, da die amtlichen Einzelnormen auf gesetze-im-internet.de nicht maschinell abrufbar waren; Sätze über amtliche Zitate (§ 13) und BMF/Finanzverwaltung gegengeprüft. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-07-09
- Gültig ab: 1965 (5. VermBG-Systematik); Einkommensgrenzen 40.000/80.000 € seit 01.01.2024; Werte 2026
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (5. VermBG, EStG, BMF, Landesfinanzverwaltung)
- Lizenz: CC BY 4.0
