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title: Kinderkrankengeld und Kind-krank-Tage (§ 45 SGB V) – Höhe und Dauer 2026
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topic: gesundheitsrecht
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# Kinderkrankengeld und Kind-krank-Tage (§ 45 SGB V) – Höhe und Dauer 2026

## Kurzantwort

Wenn ein gesetzlich versichertes Kind unter 12 Jahren erkrankt und betreut werden muss, haben gesetzlich krankenversicherte Eltern mit eigenem Krankengeldanspruch nach **§ 45 SGB V** Anspruch auf **Freistellung** und **Kinderkrankengeld**. Für das Jahr 2026 gilt die befristet erhöhte Regelung: **15 Arbeitstage je Kind und Elternteil**, für **Alleinerziehende 30 Arbeitstage**. Bei mehreren Kindern ist der Anspruch je Elternteil auf **35 Arbeitstage** begrenzt, bei Alleinerziehenden auf **70 Arbeitstage**. Das Kinderkrankengeld beträgt in der Regel **90 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts** (100 % bei beitragspflichtigen Einmalzahlungen in den letzten zwölf Monaten) und ist auf **70 % der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze** gedeckelt – 2026 höchstens **135,63 € pro Kalendertag**. Voraussetzung ist eine **ärztliche Bescheinigung** und dass keine andere im Haushalt lebende Person das Kind betreuen kann. Die erhöhte 15/30-Regelung ist auf die Jahre 2024 bis 2026 befristet.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 45 SGB V [gesetze-im-internet.de] |
| Anspruchsberechtigt | Gesetzlich Versicherte mit eigenem Krankengeldanspruch; Kind gesetzlich versichert |
| Altersgrenze Kind | Unter 12 Jahren; keine Grenze bei Behinderung und Hilfebedürftigkeit [§ 45 Abs. 1 SGB V] |
| Ärztlicher Nachweis | Bescheinigung über Erkrankung und Betreuungsbedarf erforderlich (Muster 21) |
| Weitere Voraussetzung | Keine andere im Haushalt lebende Person kann das Kind betreuen |
| Tage je Kind/Elternteil 2026 | 15 Arbeitstage [befristete Regelung 2024–2026] |
| Tage je Kind/Alleinerziehende 2026 | 30 Arbeitstage |
| Höchstgrenze mehrere Kinder (Elternteil) | 35 Arbeitstage/Jahr |
| Höchstgrenze mehrere Kinder (Alleinerziehende) | 70 Arbeitstage/Jahr |
| Reguläre Dauer ab 2027 (ohne Anschlussgesetz) | 10 Tage/Kind, 20 Alleinerziehende; max. 25/50 [§ 45 Abs. 2 SGB V] |
| Höhe Kinderkrankengeld | 90 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts |
| Höhe mit Einmalzahlung | 100 % des Nettoentgelts (bei beitragspflichtiger Einmalzahlung in den letzten 12 Monaten) |
| Deckelung | 70 % der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze |
| Höchstbetrag 2026 | 135,63 € pro Kalendertag (70 % von 193,75 €) |
| Beitragsbemessungsgrenze KV 2026 | 5.812,50 €/Monat = 69.750 €/Jahr [§ 223 SGB V, SVBezGrV 2026] |
| Auszahlung | Durch die Krankenkasse des freigestellten Elternteils |
| Befristung erhöhte Regelung | Bis 31.12.2026 |

## Anspruchsvoraussetzungen

Der Anspruch nach § 45 Abs. 1 SGB V setzt voraus, dass **das Kind gesetzlich krankenversichert** ist (in der Regel über die Familienversicherung nach § 10 SGB V), der betreuende Elternteil **selbst gesetzlich versichert** ist und **Anspruch auf Krankengeld** hat, und dass **nach ärztlichem Zeugnis** eine Erkrankung des Kindes vorliegt, die Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege erfordert. Das Kind muss **jünger als zwölf Jahre** sein; bei Kindern mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, entfällt die Altersgrenze. Zusätzlich darf **keine andere im Haushalt lebende Person** die Betreuung übernehmen können.

Wer privat krankenversichert ist oder als Elternteil keinen eigenen Krankengeldanspruch hat (z. B. Beamte, viele Selbstständige mit Wahltarif ohne Krankengeld), hat **keinen** Anspruch auf Kinderkrankengeld nach § 45 SGB V. Für gesetzlich Versicherte besteht daneben nach § 45 Abs. 3 SGB V ein **Anspruch auf unbezahlte Freistellung** gegenüber dem Arbeitgeber, soweit nicht bereits eine bezahlte Freistellung (etwa nach § 616 BGB) greift – § 616 BGB ist jedoch in vielen Arbeits- und Tarifverträgen wirksam abbedungen.

## Dauer und Berechnung 2026

Für das Kalenderjahr 2026 gilt die **befristet erhöhte** Anspruchsdauer: **15 Arbeitstage je Kind und Elternteil**, für Alleinerziehende **30 Arbeitstage**. Bei mehreren Kindern ist der Anspruch je Elternteil auf **35 Arbeitstage**, für Alleinerziehende auf **70 Arbeitstage** im Kalenderjahr begrenzt. Diese Werte gehen auf die Verlängerung der Corona-Sonderregelung zurück und gelten für die Jahre **2024, 2025 und 2026**. Läuft die Regelung wie vorgesehen zum **31. Dezember 2026** aus, gilt ab 2027 wieder die reguläre Dauer nach § 45 Abs. 2 SGB V: **10 Arbeitstage** je Kind und Elternteil, **20 Tage** für Alleinerziehende, Höchstgrenze **25 bzw. 50 Tage**.

Die **Höhe** richtet sich nach den Krankengeld-Regeln: Das Kinderkrankengeld beträgt grundsätzlich **90 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts**. Hat der Elternteil in den zwölf Kalendermonaten vor der Freistellung **beitragspflichtige Einmalzahlungen** (z. B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld) bezogen, erhöht sich der Satz auf **100 %** des Nettoentgelts. Das Kinderkrankengeld ist gedeckelt auf **70 % der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze**. Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung liegt 2026 bei **5.812,50 € monatlich** (69.750 € jährlich); kalendertäglich sind das 193,75 €, davon 70 % = **135,63 € Höchstbetrag pro Kalendertag**.

**Beispiel:** Ein Elternteil mit 2.500 € Nettoentgelt im Monat (rund 83,33 €/Kalendertag) erhält 90 % = etwa **75,00 € Kinderkrankengeld pro Kalendertag** – deutlich unter dem Höchstbetrag. Ein sehr gut verdienender Elternteil mit Nettoentgelt oberhalb von etwa 4.520 €/Monat stößt dagegen an die Deckelung von 135,63 €/Tag.

## Häufige Fehler

- **„Kinderkrankengeld gibt es auch in der privaten Krankenversicherung."** Falsch – § 45 SGB V gilt nur in der gesetzlichen Krankenversicherung. Privatversicherte und Elternteile ohne eigenen Krankengeldanspruch sind ausgeschlossen.
- **„Der Arbeitgeber zahlt das Kind-krank-Geld weiter."** Meist falsch – die Freistellung nach § 45 Abs. 3 SGB V ist **unbezahlt**; das Kinderkrankengeld zahlt die **Krankenkasse**. Eine bezahlte Freistellung nach § 616 BGB ist häufig vertraglich ausgeschlossen.
- **„Ich bekomme 100 % meines Lohns."** In der Regel sind es **90 %** des Nettoentgelts; 100 % nur bei beitragspflichtigen Einmalzahlungen in den letzten zwölf Monaten – und stets gedeckelt auf 135,63 €/Tag (2026).
- **„Die 15 Tage sind dauerhaft."** Falsch – die erhöhte 15/30-Regelung (35/70 bei mehreren Kindern) ist bis **31.12.2026 befristet**. Ohne Anschlussgesetz gilt ab 2027 wieder 10/20 (max. 25/50).
- **„Ich brauche kein Attest."** Falsch – erforderlich ist eine **ärztliche Bescheinigung** über die Erkrankung und den Betreuungsbedarf des Kindes (Muster 21), die bei der Krankenkasse eingereicht wird.
- **„Der Anspruch gilt bis 18 Jahre."** Falsch – das Kind muss grundsätzlich **unter 12 Jahren** sein. Nur bei behinderten, auf Hilfe angewiesenen Kindern entfällt die Altersgrenze.

## Quellen

- § 45 SGB V – Krankengeld bei Erkrankung des Kindes: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__45.html
- § 44 SGB V – Krankengeld (Grundnorm): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__44.html
- § 223 SGB V – Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__223.html
- § 616 BGB – Vorübergehende Verhinderung: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__616.html
- BMG – FAQ Kinderkrankentage und Kinderkrankengeld: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/kindergesundheit/faq-kinderkrankengeld
- GKV-Spitzenverband – Kinderkrankengeld: https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/krankenversicherung.jsp
- Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026 (SVBezGrV 2026) – Beitragsbemessungsgrenze KV: https://www.gesetze-im-internet.de/

## Änderungsverlauf

- 2026-07-09: Erstveröffentlichung. Anspruchsdauer 2026 (15/30 Tage je Kind, Höchstgrenzen 35/70) und Höhe (90 %/100 % Nettoentgelt, Höchstbetrag 135,63 €/Kalendertag = 70 % der kalendertäglichen BBG 193,75 €) gegen § 45 SGB V (gesetze-im-internet.de), BMG-FAQ Kinderkrankengeld und BBG-Werte 2026 (SVBezGrV 2026, 5.812,50 €/Monat) geprüft. Befristung der erhöhten Regelung bis 31.12.2026 vermerkt. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

Rechtsstand: 9. Juli 2026. Die erhöhte Anspruchsdauer (15 Tage je Kind und Elternteil, 30 für Alleinerziehende, Höchstgrenze 35/70) ist auf die Jahre 2024 bis 2026 befristet und läuft ohne Anschlussgesetz zum 31. Dezember 2026 aus. Höchstbetrag und Beitragsbemessungsgrenze beziehen sich auf das Beitragsjahr 2026.
