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title: Kosten der Zwangsvollstreckung (§ 788 ZPO)
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last_reviewed: 2026-08-20
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# Kosten der Zwangsvollstreckung (§ 788 ZPO)

## Kurzantwort

Wer eine titulierte Forderung vollstreckt, verursacht **zusätzliche Kosten** – Gerichtsvollziehergebühren, Gerichtsgebühren des Vollstreckungsgerichts, Anwaltsgebühren. **§ 788 ZPO** beantwortet die Frage, **wer diese Kosten trägt** und **wie** sie durchgesetzt werden. Die Norm steht in **Buch 8, Abschnitt 1 der ZPO** (Allgemeine Vorschriften der Zwangsvollstreckung) und gilt über **§ 795 ZPO** auch für die weiteren Vollstreckungstitel des § 794 ZPO – also für Vollstreckungsbescheide, Prozessvergleiche und notarielle Urkunden.

Der Grundsatz steht in **§ 788 Abs. 1 Satz 1 ZPO**: Die Kosten der Zwangsvollstreckung fallen, **soweit sie notwendig waren (§ 91 ZPO)**, dem **Schuldner** zur Last; sie sind **zugleich mit dem zur Zwangsvollstreckung stehenden Anspruch beizutreiben**. Dieser zweite Halbsatz ist der praktisch wichtigste Teil der Vorschrift: Der Gläubiger braucht für die Vollstreckungskosten **keinen eigenen Titel**. Er darf sie **im selben Vollstreckungsauftrag** neben Hauptforderung, Zinsen und vorgerichtlichen Kosten mit einfordern.

Die **Grenze** ist das Wort **„notwendig"**. § 788 Abs. 1 Satz 1 ZPO verweist ausdrücklich auf **§ 91 ZPO**, also auf den prozessualen Maßstab der zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendigen Kosten. Kosten, die ein **vernünftiger, wirtschaftlich denkender Gläubiger** im Zeitpunkt der Beauftragung nicht für erforderlich halten durfte, sind **nicht** erstattungsfähig – sie bleiben beim Gläubiger hängen. Diese Prüfung ist der Kern nahezu aller Streitigkeiten um § 788 ZPO.

**§ 788 Abs. 1 Satz 2 ZPO** stellt klar, dass auch die Kosten der **Ausfertigung** und der **Zustellung des Urteils** als Kosten der Zwangsvollstreckung gelten – also die Kosten der vollstreckbaren Ausfertigung (§§ 724 ff. ZPO) und der Titelzustellung (§ 750 Abs. 1 ZPO). **Satz 3** ordnet an, dass mehrere als **Gesamtschuldner** verurteilte Schuldner auch für die Vollstreckungskosten als **Gesamtschuldner** haften; **§ 100 Abs. 3 und 4 ZPO** gilt entsprechend.

Soll über die Kosten **förmlich entschieden** werden, greift **§ 788 Abs. 2 ZPO**: Auf Antrag setzt **das Vollstreckungsgericht**, bei dem zum Zeitpunkt der Antragstellung eine **Vollstreckungshandlung anhängig** ist, und **nach Beendigung** der Zwangsvollstreckung das Gericht, **in dessen Bezirk die letzte Vollstreckungshandlung erfolgt ist**, die Kosten gemäß **§ 103 Abs. 2, §§ 104, 107 ZPO** fest. Bei der Vollstreckung nach **§§ 887, 888 und 890 ZPO** (Ersatzvornahme, Zwangsgeld, Ordnungsmittel) entscheidet dagegen das **Prozessgericht des ersten Rechtszuges**.

Zwei Korrekturmechanismen schützen den Schuldner. **§ 788 Abs. 3 ZPO**: Wird das **Urteil aufgehoben**, aus dem vollstreckt wurde, sind die Vollstreckungskosten dem Schuldner **zu erstatten**. Und **§ 788 Abs. 4 ZPO**: In den Schuldnerschutzverfahren nach **§§ 765a, 811a, 811b, 829, 850k, 851a, 851b, 900 und 904 bis 907 ZPO** kann das Gericht die Kosten **ganz oder teilweise dem Gläubiger** auferlegen, wenn dies **aus besonderen, in dem Verhalten des Gläubigers liegenden Gründen der Billigkeit entspricht**.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | **§ 788 ZPO** (Buch 8, Abschnitt 1 – Allgemeine Vorschriften der Zwangsvollstreckung) |
| Grundsatz | die Kosten der Zwangsvollstreckung fallen, **soweit sie notwendig waren (§ 91)**, dem **Schuldner** zur Last (§ 788 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 1 ZPO) |
| Beitreibung ohne eigenen Titel | die Kosten sind **zugleich mit dem zur Zwangsvollstreckung stehenden Anspruch beizutreiben** (§ 788 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 ZPO) |
| Maßstab der Notwendigkeit | **§ 91 ZPO** – zur **zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendige** Kosten; ausdrückliche Verweisung in § 788 Abs. 1 Satz 1 ZPO |
| Ausdrücklich erfasst | Kosten der **Ausfertigung** und der **Zustellung des Urteils** (§ 788 Abs. 1 Satz 2 ZPO) |
| Mehrere Schuldner | soweit sie als **Gesamtschuldner** verurteilt sind, haften sie auch für die Vollstreckungskosten als **Gesamtschuldner**; **§ 100 Abs. 3 und 4 ZPO** gilt entsprechend (§ 788 Abs. 1 Satz 3 ZPO) |
| Kostenfestsetzung – Zuständigkeit während der Vollstreckung | das **Vollstreckungsgericht**, bei dem zum Zeitpunkt der Antragstellung eine **Vollstreckungshandlung anhängig** ist (§ 788 Abs. 2 Satz 1 ZPO) |
| Kostenfestsetzung – Zuständigkeit nach Beendigung | das Gericht, **in dessen Bezirk die letzte Vollstreckungshandlung erfolgt ist** (§ 788 Abs. 2 Satz 1 ZPO) |
| Anzuwendende Festsetzungsvorschriften | **§ 103 Abs. 2, §§ 104, 107 ZPO** (§ 788 Abs. 2 Satz 1 ZPO) |
| Sonderzuständigkeit | bei Vollstreckung nach **§§ 887, 888, 890 ZPO** entscheidet das **Prozessgericht des ersten Rechtszuges** (§ 788 Abs. 2 Satz 2 ZPO) |
| Aufhebung des Titels | die Kosten der Zwangsvollstreckung sind dem **Schuldner zu erstatten**, wenn das Urteil, aus dem die Zwangsvollstreckung erfolgt ist, **aufgehoben** wird (§ 788 Abs. 3 ZPO) |
| Billigkeitsentscheidung zulasten des Gläubigers | in Verfahren nach **§§ 765a, 811a, 811b, 829, 850k, 851a, 851b, 900 und 904 bis 907 ZPO** kann das Gericht die Kosten **ganz oder teilweise dem Gläubiger** auferlegen, wenn dies **aus besonderen, in dem Verhalten des Gläubigers liegenden Gründen der Billigkeit entspricht** (§ 788 Abs. 4 ZPO) |
| Geltung für weitere Titel | über **§ 795 ZPO** auch für die Vollstreckungstitel des **§ 794 ZPO** (u. a. Vollstreckungsbescheid, Prozessvergleich, notarielle Urkunde) |
| Gerichtsvollzieherkosten | nach dem **Kostenverzeichnis der Anlage zum GvKostG** (§ 1 GvKostG); Auslagen und Wegegeld richten sich nach den §§ 9, 10 GvKostG |
| Gerichtskosten der Vollstreckung | **GKG**; § 29 Nr. 4 GKG regelt die weitere Kostenhaftung |
| Anwaltsgebühren | **RVG**; der **Gegenstandswert** in der Zwangsvollstreckung bestimmt sich nach **§ 25 RVG** |
| Wertgrenze Vermögensauskunft/Drittauskunft | in Verfahren über die **Vermögensauskunft (§ 802c ZPO)** und die **Einholung von Drittauskünften (§ 802l ZPO)** beträgt der Gegenstandswert **höchstens 2 000 Euro** (§ 25 Abs. 1 Nr. 4 RVG) |
| Anträge des Schuldners | der Wert ist nach dem **Interesse des Antragstellers** nach **billigem Ermessen** zu bestimmen (§ 25 Abs. 2 RVG) |
| Inkassokosten in der Vollstreckung | erstattungsfähig **nur bis zur Höhe der Vergütung, die einem Rechtsanwalt** für diese Tätigkeit zustehen würde (**§ 13e RDG**) |
| Verjährung des Kostenerstattungsanspruchs | **30 Jahre** – Ansprüche auf Erstattung der Kosten der Zwangsvollstreckung, **§ 197 Abs. 1 Nr. 6 BGB** |
| Rechtsbehelf gegen Art und Weise | **Erinnerung nach § 766 ZPO**; gegen die Entscheidung **sofortige Beschwerde nach § 793 ZPO** |
| Aktuelle Fassung | **PKoFoG** vom 22.11.2020 (BGBl. I S. 2466), in Kraft seit **01.12.2021** |
| Rechtsstand | **2026** – geltendes Recht |

## Die zwei Aussagen des § 788 Abs. 1 Satz 1 ZPO

Der erste Halbsatz regelt die **materielle Kostentragung**: Der Schuldner trägt die Vollstreckungskosten. Das ist kein Schadensersatz, sondern ein **prozessualer Kostenerstattungsanspruch** eigener Art, der kraft Gesetzes entsteht, sobald eine notwendige Vollstreckungshandlung Kosten auslöst.

Der zweite Halbsatz regelt die **Durchsetzung**: Die Kosten sind **zugleich mit dem zur Zwangsvollstreckung stehenden Anspruch beizutreiben**. Der Gläubiger muss also **nicht** erst einen Kostenfestsetzungsbeschluss erwirken, bevor er die Kosten vollstrecken darf. Er darf sie im **laufenden Vollstreckungsverfahren** als Nebenforderung mitfordern – der Titel über die Hauptforderung trägt sie mit.

Der Unterschied ist praktisch bedeutsam. Eine **Sachpfändung** (§§ 808 ff. ZPO) oder eine **Forderungspfändung** (§§ 829 ff. ZPO) erfasst den beizutreibenden Betrag einschließlich der bereits angefallenen Vollstreckungskosten, ohne dass es eines gesonderten Titels bedarf. Erst wenn die Kosten **streitig** werden oder der Gläubiger einen **eigenständigen Titel** möchte – etwa weil die Vollstreckung beendet ist –, führt der Weg über § 788 Abs. 2 ZPO.

## Was „notwendig" bedeutet (§ 788 Abs. 1 Satz 1, § 91 ZPO)

§ 788 Abs. 1 Satz 1 ZPO verweist ausdrücklich auf **§ 91 ZPO**. Maßgeblich ist damit, ob die Kosten zur **zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendig** waren. Geprüft wird aus der Sicht **ex ante**, also im Zeitpunkt der Beauftragung, nicht rückblickend nach dem Erfolg.

Daraus folgen drei praktische Leitlinien. **Erstens**: Eine Vollstreckungsmaßnahme, die von vornherein **erkennbar aussichtslos** ist, löst keine erstattungsfähigen Kosten aus. Der BGH hat diese Frage etwa für das **Zwangsversteigerungsverfahren** entschieden, wenn eine zumindest teilweise Befriedigung des Gläubigers aus dem Grundstück aussichtslos ist (BGH, Beschluss vom 09.10.2014 – V ZB 25/14).

**Zweitens**: Ob **mehrere Anträge** eigene Gebühren auslösen, ist eine Frage des Gebührenrechts und der Notwendigkeit zugleich. Zum Verhältnis des Antrags auf Abnahme der **Vermögensauskunft (§ 802c ZPO)** und des Antrags auf **Einholung von Drittauskünften (§ 802l ZPO)** liegen mehrere Entscheidungen des I. Zivilsenats vor (BGH, Beschlüsse vom 20.09.2018 – I ZB 120/17, vom 31.10.2018 – I ZB 32/18 und vom 28.03.2019 – I ZB 81/18); zur Erstattungsfähigkeit der Kosten eines gemeinsam gestellten Drittauskunftsantrags BGH, Beschluss vom 05.03.2020 – I ZB 50/19.

**Drittens**: Auch **Sicherungsmaßnahmen** stehen unter dem Notwendigkeitsvorbehalt. Zu den Voraussetzungen der Kostenerstattung bei einer **Vorpfändung** nach § 845 ZPO hat der BGH mit Beschluss vom 19.03.2025 – VII ZB 30/24 entschieden.

Wer als Schuldner meint, eine abgerechnete Position sei **nicht notwendig** gewesen, greift die Beitreibung mit der **Erinnerung nach § 766 ZPO** an; gegen die Entscheidung des Vollstreckungsgerichts ist die **sofortige Beschwerde nach § 793 ZPO** eröffnet.

## Kostenfestsetzung nach § 788 Abs. 2 ZPO

**§ 788 Abs. 2 Satz 1 ZPO** verweist für das Verfahren auf **§ 103 Abs. 2, §§ 104, 107 ZPO** – es gilt also im Kern dasselbe Regime wie bei der Festsetzung der Prozesskosten. Der Antrag ist zu **begründen**, die einzelnen Positionen sind aufzugliedern und **glaubhaft zu machen**; zu den Anforderungen an einen Antrag auf Erlass eines Kostenfestsetzungsbeschlusses nach § 788 ZPO BGH, Beschluss vom 13.09.2018 – I ZB 16/18.

**Zuständig** ist gestaffelt:

- **Während der Vollstreckung**: das **Vollstreckungsgericht**, bei dem zum Zeitpunkt der Antragstellung eine **Vollstreckungshandlung anhängig** ist.
- **Nach Beendigung der Zwangsvollstreckung**: das Gericht, **in dessen Bezirk die letzte Vollstreckungshandlung erfolgt ist**.
- **Bei Vollstreckung nach §§ 887, 888, 890 ZPO**: das **Prozessgericht des ersten Rechtszuges** (§ 788 Abs. 2 Satz 2 ZPO).

Der so ergehende **Kostenfestsetzungsbeschluss** ist selbst ein **Vollstreckungstitel** (§ 794 Abs. 1 Nr. 2 ZPO) und wird nach **§ 795a ZPO** vollstreckt.

## Rückerstattung bei Aufhebung des Titels (§ 788 Abs. 3 ZPO)

Wird das Urteil, aus dem vollstreckt wurde, **aufgehoben**, sind die Vollstreckungskosten dem Schuldner **zu erstatten** (§ 788 Abs. 3 ZPO). Die Vorschrift steht im Zusammenhang mit **§ 717 Abs. 2 ZPO** (Wirkungen eines aufhebenden oder abändernden Urteils) und **§ 302 Abs. 4 Satz 2 ZPO** (Vorbehaltsurteil).

Wer aus einem nur **vorläufig vollstreckbaren** Titel (§§ 708 ff. ZPO) vollstreckt, trägt daher ein doppeltes Risiko: Er haftet nach § 717 Abs. 2 ZPO auf Schadensersatz **und** muss die vereinnahmten Vollstreckungskosten nach § 788 Abs. 3 ZPO zurückgeben.

Zu den Aufwendungen des Schuldners für die **Aufhebung von Vollstreckungsmaßnahmen** im Kostenfestsetzungsverfahren hat das BAG mit Beschluss vom 19.10.2020 – 10 AZB 53/20 entschieden.

## Billigkeitsentscheidung zulasten des Gläubigers (§ 788 Abs. 4 ZPO)

§ 788 Abs. 4 ZPO durchbricht den Grundsatz der Schuldnerhaftung für einen abschließend aufgezählten Kreis von Verfahren: **§§ 765a, 811a, 811b, 829, 850k, 851a, 851b, 900 und 904 bis 907 ZPO**. Das sind im Wesentlichen die **Schuldnerschutz-** und **Anpassungsverfahren** – Vollstreckungsschutz, Austauschpfändung, Forderungspfändung, Pfändungsschutzkonto, Pfändungsschutz für Landwirte, Verfahren über abweichende pfändungsfreie Beträge.

Voraussetzung ist, dass die Kostenüberwälzung **aus besonderen, in dem Verhalten des Gläubigers liegenden Gründen der Billigkeit entspricht**. Der Anknüpfungspunkt ist also ausdrücklich **das Verhalten des Gläubigers** – nicht etwa die wirtschaftliche Bedürftigkeit des Schuldners. Die Entscheidung steht im **Ermessen** des Gerichts und kann die Kosten **ganz oder teilweise** verlagern.

Die heutige Fassung des § 788 ZPO beruht auf dem **Pfändungsschutzkonto-Fortentwicklungsgesetz (PKoFoG)** vom 22.11.2020 (BGBl. I S. 2466), das am **01.12.2021** in Kraft getreten ist.

## Welche Kosten in der Praxis anfallen

§ 788 ZPO sagt **nicht**, wie hoch die Kosten sind – nur, wer sie trägt. Die Höhe folgt aus drei separaten Kostengesetzen:

- **GvKostG** – die Kosten des **Gerichtsvollziehers** (Gebühren und Auslagen) werden nach dem **Kostenverzeichnis der Anlage** zum GvKostG erhoben (§ 1 GvKostG); **Wegegeld** und **Auslagen** richten sich nach den §§ 9, 10 GvKostG. Maßgeblich ist stets die **jeweils geltende Fassung des Kostenverzeichnisses**.
- **GKG** – die **Gerichtsgebühren** des Vollstreckungsgerichts, etwa für den Pfändungs- und Überweisungsbeschluss; **§ 29 Nr. 4 GKG** regelt die weitere Kostenhaftung.
- **RVG** – die **Anwaltsgebühren**. Der **Gegenstandswert** bestimmt sich nach **§ 25 RVG**: grundsätzlich nach dem Betrag der zu vollstreckenden Geldforderung **einschließlich der Nebenforderungen** (§ 25 Abs. 1 Nr. 1 RVG); soll ein bestimmter Gegenstand gepfändet werden und hat dieser einen **geringeren Wert**, ist der geringere Wert maßgebend.

Eine wichtige gesetzliche **Deckelung** enthält **§ 25 Abs. 1 Nr. 4 RVG**: In Verfahren über die **Vermögensauskunft** (§ 802c ZPO) und über die **Einholung von Drittauskünften** (§ 802l ZPO) bemisst sich der Wert nach dem noch geschuldeten Betrag einschließlich der Nebenforderungen – **höchstens jedoch 2 000 Euro**. Bei **Anträgen des Schuldners** ist der Wert nach dem **Interesse des Antragstellers** nach billigem Ermessen zu bestimmen (§ 25 Abs. 2 RVG).

Vollstreckt ein **Inkassodienstleister**, gilt zusätzlich **§ 13e RDG**: Der Gläubiger kann die ihm berechneten Kosten vom Schuldner **nur bis zur Höhe der Vergütung** ersetzt verlangen, die einem **Rechtsanwalt** für diese Tätigkeit nach dem RVG zustehen würde. Alles, was darüber hinausgeht, ist **nicht** erstattungsfähig – und damit auch keine notwendige Vollstreckungskost im Sinne des § 788 Abs. 1 Satz 1 ZPO.

## Verjährung des Kostenerstattungsanspruchs

Ansprüche auf **Erstattung der Kosten der Zwangsvollstreckung** verjähren nach **§ 197 Abs. 1 Nr. 6 BGB** in **30 Jahren**. Sie teilen damit das Schicksal der übrigen titulierten Ansprüche (§ 197 Abs. 1 Nr. 3 bis 5 BGB) und unterliegen **nicht** der regelmäßigen dreijährigen Verjährungsfrist der §§ 195, 199 BGB.

Praktische Folge: Vollstreckungskosten, die vor Jahren angefallen sind, können auch nach langer Zeit noch beigetrieben werden, solange der zugrunde liegende Titel selbst durchsetzbar ist. Der Fristbeginn richtet sich nach **§ 200 BGB** (Entstehung des Anspruchs).

## Häufige Fehler

**„Für die Vollstreckungskosten braucht der Gläubiger einen eigenen Titel."** Nein. § 788 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 ZPO ordnet ausdrücklich an, dass sie **zugleich mit dem zur Zwangsvollstreckung stehenden Anspruch beizutreiben** sind. Der Kostenfestsetzungsbeschluss nach § 788 Abs. 2 ZPO ist eine **Option**, keine Voraussetzung.

**„Alles, was der Gläubiger abrechnet, muss der Schuldner zahlen."** Nur, **soweit es notwendig war**. § 788 Abs. 1 Satz 1 ZPO verweist auf **§ 91 ZPO**. Überflüssige, doppelte oder von vornherein aussichtslose Maßnahmen sind nicht erstattungsfähig.

**„Gegen die Kostenpositionen kann man nichts machen."** Doch: **Erinnerung nach § 766 ZPO** gegen die Art und Weise der Zwangsvollstreckung, **sofortige Beschwerde nach § 793 ZPO** gegen die Entscheidung, im Festsetzungsverfahren die Rechtsbehelfe der **§§ 104, 107 ZPO**.

**„Nach der Aufhebung des Urteils ist die Sache erledigt."** Im Gegenteil – dann greift **§ 788 Abs. 3 ZPO**: Die Vollstreckungskosten sind dem Schuldner **zu erstatten**. Daneben kann ein Schadensersatzanspruch nach **§ 717 Abs. 2 ZPO** bestehen.

**„Im Vollstreckungsschutzverfahren zahlt immer der Schuldner."** Nicht zwingend. **§ 788 Abs. 4 ZPO** erlaubt es dem Gericht, die Kosten in den dort genannten Verfahren **ganz oder teilweise dem Gläubiger** aufzuerlegen, wenn dies aus besonderen, **in dem Verhalten des Gläubigers** liegenden Gründen der Billigkeit entspricht.

**„Inkassokosten sind in der Vollstreckung frei kalkulierbar."** Nein. **§ 13e RDG** begrenzt die Erstattungsfähigkeit auf die Höhe der **anwaltlichen Vergütung** nach dem RVG.

**„Vollstreckungskosten verjähren in drei Jahren."** Nein – **§ 197 Abs. 1 Nr. 6 BGB** ordnet **30 Jahre** an.

## Siehe auch

- [Kostenfestsetzungsbeschluss (§§ 103, 104 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/kostenfestsetzungsbeschluss-103-zpo.html)
- [Vermögensauskunft / eidesstattliche Versicherung (§ 802c ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/vermoegensauskunft-802c-zpo.html)
- [Sachpfändung durch den Gerichtsvollzieher (§§ 808 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/sachpfaendung-gerichtsvollzieher-808-zpo.html)
- [Vorpfändung – vorläufiges Zahlungsverbot (§ 845 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/vorpfaendung-845-zpo.html)
- [Vollstreckungsschutz (§ 765a ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/vollstreckungsschutz-765a-zpo.html)
- [Vollstreckungserinnerung (§ 766 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/vollstreckungserinnerung-766-zpo.html)
- [Gütliche Erledigung und Ratenzahlung beim Gerichtsvollzieher (§ 802b ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/guetliche-erledigung-ratenzahlung-802b-zpo.html)
- [Inkassokosten – zulässige Höhe (RDGEG, RVG)](https://nexvyra.de/fakten/inkassokosten-hoehe-rdgeg.html)
- [Verjährung von Forderungen (§§ 195, 199 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/verjaehrung-forderungen-195-199-bgb.html)

## Quellen

- § 788 ZPO – Kosten der Zwangsvollstreckung (Abs. 1 Notwendigkeit und Beitreibung, Abs. 2 Kostenfestsetzung, Abs. 3 Rückerstattung bei Aufhebung, Abs. 4 Billigkeitsentscheidung): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__788.html
- § 91 ZPO – Grundsatz und Umfang der Kostenpflicht (Maßstab der zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendigen Kosten): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__91.html
- § 100 ZPO – Kosten bei Streitgenossen (Abs. 3 und 4, entsprechend anwendbar über § 788 Abs. 1 Satz 3 ZPO): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__100.html
- § 103 ZPO – Kostenfestsetzungsgrundlage; Kostenfestsetzungsantrag: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__103.html
- § 104 ZPO – Kostenfestsetzungsverfahren: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__104.html
- § 107 ZPO – Änderung nach Streitwertfestsetzung: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__107.html
- § 302 ZPO – Vorbehaltsurteil (Abs. 4 Satz 2, Verweisung auf § 788 Abs. 3 ZPO): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__302.html
- § 717 ZPO – Wirkungen eines aufhebenden oder abändernden Urteils (Abs. 2 Schadensersatz): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__717.html
- § 724 ZPO – Vollstreckbare Ausfertigung: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__724.html
- § 750 ZPO – Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung (Zustellung des Titels): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__750.html
- § 765a ZPO – Vollstreckungsschutz (in § 788 Abs. 4 ZPO genannt): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__765a.html
- § 766 ZPO – Erinnerung gegen Art und Weise der Zwangsvollstreckung: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__766.html
- § 793 ZPO – Sofortige Beschwerde: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__793.html
- § 794 ZPO – Weitere Vollstreckungstitel (Abs. 1 Nr. 2 Kostenfestsetzungsbeschluss): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__794.html
- § 795 ZPO – Anwendung der allgemeinen Vorschriften auf die weiteren Vollstreckungstitel: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__795.html
- § 795a ZPO – Zwangsvollstreckung aus Kostenfestsetzungsbeschluss: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__795a.html
- § 802c ZPO – Vermögensauskunft des Schuldners: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__802c.html
- § 802l ZPO – Auskunftsrechte des Gerichtsvollziehers (Drittauskünfte): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__802l.html
- § 845 ZPO – Vorpfändung (vorläufiges Zahlungsverbot): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__845.html
- § 887 ZPO – Vertretbare Handlungen (Sonderzuständigkeit nach § 788 Abs. 2 Satz 2 ZPO): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__887.html
- § 888 ZPO – Nicht vertretbare Handlungen: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__888.html
- § 890 ZPO – Erzwingung von Unterlassungen und Duldungen: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__890.html
- ZPO – amtliches Inhaltsverzeichnis (Buch 8 – Zwangsvollstreckung): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/
- § 197 BGB – Dreißigjährige Verjährungsfrist (Abs. 1 Nr. 6: Ansprüche auf Erstattung der Kosten der Zwangsvollstreckung): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__197.html
- § 200 BGB – Beginn anderer Verjährungsfristen: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__200.html
- § 1 GvKostG – Geltungsbereich; Kostenverzeichnis der Anlage: https://www.gesetze-im-internet.de/gvkostg/__1.html
- § 9 GvKostG – Wegegeld: https://www.gesetze-im-internet.de/gvkostg/__9.html
- § 10 GvKostG – Auslagen: https://www.gesetze-im-internet.de/gvkostg/__10.html
- Anlage zum GvKostG – Kostenverzeichnis (amtliche Gebühren- und Auslagentatbestände des Gerichtsvollziehers): https://www.gesetze-im-internet.de/gvkostg/anlage.html
- GvKostG – Gesetz über Kosten der Gerichtsvollzieher (Volltext): https://www.gesetze-im-internet.de/gvkostg/BJNR062310001.html
- § 29 GKG – Weitere Fälle der Kostenhaftung (Nr. 4): https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__29.html
- § 25 RVG – Gegenstandswert in der Vollstreckung und bei der Vollziehung (Abs. 1 Nr. 4: höchstens 2 000 Euro; Abs. 2 Anträge des Schuldners): https://www.gesetze-im-internet.de/rvg/__25.html
- RVG Anlage 1 – Vergütungsverzeichnis (Teil 3 Abschnitt 3: Zwangsvollstreckung): https://www.gesetze-im-internet.de/rvg/anlage_1.html
- § 13e RDG – Erstattungsfähigkeit der Kosten von Inkassodienstleistern: https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__13e.html
- dejure.org – § 788 ZPO im Volltext mit Fassungsangabe (PKoFoG vom 22.11.2020, BGBl. I S. 2466, in Kraft seit 01.12.2021) und Verweisungen: https://dejure.org/gesetze/ZPO/788.html
- dejure.org – § 25 RVG im Volltext mit Verweisungen: https://dejure.org/gesetze/RVG/25.html
- dejure.org – BGH, Beschluss vom 13.09.2018 – I ZB 16/18 (Festsetzung der notwendigen Kosten der Zwangsvollstreckung: Anforderungen an den Antrag auf Erlass eines Kostenfestsetzungsbeschlusses): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.09.2018&Aktenzeichen=I%20ZB%2016/18
- dejure.org – BGH, Beschluss vom 05.03.2020 – I ZB 50/19 (Kosten des gemeinsam mit dem Antrag auf Einholung der Vermögensauskunft gestellten Antrags auf Einholung von Drittauskünften als notwendige Kosten): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.03.2020&Aktenzeichen=I%20ZB%2050/19
- dejure.org – BGH, Beschluss vom 19.03.2025 – VII ZB 30/24 (Voraussetzungen der Kostenerstattung bei einer Vorpfändung): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.03.2025&Aktenzeichen=VII%20ZB%2030/24
- dejure.org – BGH, Beschluss vom 09.10.2014 – V ZB 25/14 (Zwangsversteigerungsverfahren: Notwendigkeit der Kosten bei Aussichtslosigkeit einer zumindest teilweisen Befriedigung des Gläubigers): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.10.2014&Aktenzeichen=V%20ZB%2025/14
- dejure.org – BGH, Beschluss vom 28.03.2019 – I ZB 81/18 (Rechtsanwaltsgebühren im Zwangsvollstreckungsverfahren: Antrag auf Einholung von Drittauskünften als besondere Angelegenheit): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.03.2019&Aktenzeichen=I%20ZB%2081/18
- dejure.org – BGH, Beschluss vom 12.12.2024 – IX ZB 4/24 (Auswirkungen eines Schuldenbereinigungsplans auf die Entstehung eines Kostenerstattungsanspruchs im Zwangsvollstreckungsverfahren): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.12.2024&Aktenzeichen=IX%20ZB%204/24
- dejure.org – BAG, Beschluss vom 19.10.2020 – 10 AZB 53/20 (Kostenfestsetzungsverfahren – Kosten für die Aufhebung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=19.10.2020&Aktenzeichen=10%20AZB%2053/20

## Änderungsverlauf

- 2026-08-20: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Der vollständige Wortlaut des § 788 ZPO (Abs. 1 Sätze 1–3, Abs. 2 Sätze 1 und 2, Abs. 3, Abs. 4) wurde am 2026-08-20 über einen dejure.org-Permalink im Volltext abgerufen und über WebSearch mit allowed_domains=[gesetze-im-internet.de] gegengeprüft; die amtliche URL https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__788.html ist als Primärquelle (Autorität A) zitiert (ein direkter web_fetch auf gesetze-im-internet.de liefert in dieser Umgebung keinen Seiteninhalt). Die aktuelle Fassung beruht ausweislich der dejure.org-Fassungsangabe auf dem Pfändungsschutzkonto-Fortentwicklungsgesetz (PKoFoG) vom 22.11.2020 (BGBl. I S. 2466), in Kraft seit 01.12.2021. Der einzige quantitative Wert der Seite – die Wertgrenze von höchstens 2 000 Euro für Verfahren über die Vermögensauskunft (§ 802c ZPO) und die Einholung von Drittauskünften (§ 802l ZPO) – stammt aus dem am 2026-08-20 im Volltext abgerufenen § 25 Abs. 1 Nr. 4 RVG. Die 30-jährige Verjährung folgt aus § 197 Abs. 1 Nr. 6 BGB, die Begrenzung der Inkassokosten aus § 13e RDG (WebSearch auf gesetze-im-internet.de). Konkrete Euro-Beträge des GvKostG-Kostenverzeichnisses wurden bewusst NICHT angegeben, weil die amtliche Anlage in dieser Umgebung nicht im Volltext verifizierbar war; die Seite verweist stattdessen auf die amtlichen Fundstellen. BGH- und BAG-Rechtsprechung ausschließlich über dejure.org-Permalinks mit den dortigen amtlichen Kurzbezeichnungen zitiert (I ZB 16/18, I ZB 50/19, VII ZB 30/24, V ZB 25/14, I ZB 81/18, IX ZB 4/24, 10 AZB 53/20). Wikidata-Q-IDs vor Verwendung am 2026-08-20 via WebSearch auf wikidata.org verifiziert: Q231695 (enforcement law in Germany, dewiki „Zwangsvollstreckungsrecht (Deutschland)", GND 4068185-3), Q1366571 (court costs, dt. Label „Gerichtskosten") und Q2005653 (court bailiff, dewiki „Gerichtsvollzieher") – alle drei bereits in content/AGENT_GUIDE.md Abschnitt 2a geführt, keine Korrektur erforderlich. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-08-20
- Status: aktuell (geltendes Recht)
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
