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title: Kostenfestsetzungsbeschluss (§§ 103, 104 ZPO)
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topic: prozess-vollstreckungsrecht
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last_reviewed: 2026-08-04
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# Kostenfestsetzungsbeschluss (§§ 103, 104 ZPO)

## Kurzantwort

Der Kostenfestsetzungsbeschluss (KFB) beziffert nach Abschluss eines Zivilprozesses, **welchen Betrag** die unterlegene Partei der obsiegenden Partei an Prozesskosten zu erstatten hat. Die vorausgehende **Kostengrundentscheidung** (z. B. „Der Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits") sagt nur, **wer** die Kosten trägt – die konkrete **Höhe** wird erst im Kostenfestsetzungsverfahren ermittelt. Der Erstattungsanspruch kann nur aufgrund eines **zur Zwangsvollstreckung geeigneten Titels** geltend gemacht werden (§ 103 Abs. 1 ZPO); der Antrag ist beim **Gericht des ersten Rechtszuges** zu stellen (§ 103 Abs. 2 ZPO). Funktional entscheidet der **Rechtspfleger** (§ 21 Nr. 1 RPflG). Auf Antrag werden die festgesetzten Kosten ab **Eingang des Festsetzungsantrags** mit **fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz** verzinst (§ 104 Abs. 1 S. 2 ZPO). Der KFB ist selbst ein **Vollstreckungstitel** (§ 794 Abs. 1 Nr. 2 ZPO). Rechtsbehelf ist die **sofortige Beschwerde** (§ 104 Abs. 3 ZPO), Notfrist zwei Wochen (§ 569 ZPO) – zulässig aber nur, wenn der Wert des Beschwerdegegenstands **300 Euro übersteigt** (§ 567 Abs. 2 ZPO, seit 01.01.2026).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Zweck | Beziffert die nach der **Kostengrundentscheidung** zu erstattenden **Prozesskosten** der Höhe nach |
| Voraussetzung | Ein **zur Zwangsvollstreckung geeigneter Titel** mit Kostengrundentscheidung (§ 103 Abs. 1 ZPO) |
| Antrag | Beim **Gericht des ersten Rechtszuges**; **Kostenberechnung**, Abschrift und **Belege** beifügen (§ 103 Abs. 2 ZPO) |
| Funktionelle Zuständigkeit | **Rechtspfleger** (§ 21 Nr. 1 RPflG), nicht der Richter |
| Erstattungsfähig | Nur die zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung **notwendigen** Kosten (§ 91 Abs. 1 ZPO) |
| Verzinsung | **5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz** ab **Eingang des Festsetzungsantrags**, auf Antrag (§ 104 Abs. 1 S. 2 ZPO) |
| Nachweis | **Glaubhaftmachung** der Ansätze genügt (§ 104 Abs. 2 S. 1 ZPO) |
| Rechtsnatur | **Vollstreckungstitel** (§ 794 Abs. 1 Nr. 2 ZPO) |
| Rechtsbehelf | **Sofortige Beschwerde** (§ 104 Abs. 3 ZPO) |
| Beschwerdefrist | **2 Wochen** Notfrist ab Zustellung (§ 569 Abs. 1 ZPO) |
| Beschwerdewert | Nur zulässig, wenn Wert des Beschwerdegegenstands **300 € übersteigt** (§ 567 Abs. 2 ZPO, **seit 01.01.2026**; zuvor 200 €) |
| Teilobsiegen | Ausgleichung der beiderseitigen Kosten nach der Kostenquote (§ 106 ZPO) |
| Verjährung | Titulierter Erstattungsanspruch verjährt in **30 Jahren** (§ 197 Abs. 1 Nr. 3 BGB) |

## Kostengrundentscheidung und Kostenfestsetzung: zwei Schritte

Über die Prozesskosten wird in zwei getrennten Schritten entschieden. Zuerst trifft das Gericht im Urteil (oder Beschluss) die **Kostengrundentscheidung** nach §§ 91 ff. ZPO – sie regelt, **wer** die Kosten des Rechtsstreits in welchem Verhältnis trägt. Grundregel ist § 91 Abs. 1 ZPO: Die **unterlegene Partei** trägt die Kosten und hat dem Gegner die zur **zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendigen** Kosten zu erstatten.

Wie hoch der Erstattungsbetrag konkret ist, klärt erst das nachgelagerte **Kostenfestsetzungsverfahren** nach §§ 103, 104 ZPO. Hier werden Gerichtskosten, gesetzliche Anwaltsgebühren nach dem RVG, Auslagen und notwendige Reise- oder Zeugenkosten zusammengerechnet und in einem **Kostenfestsetzungsbeschluss** tituliert. Der KFB setzt also stets eine bereits ergangene Kostengrundentscheidung voraus.

## Antrag und Voraussetzungen (§ 103 ZPO)

Nach § 103 Abs. 1 ZPO kann der Anspruch auf Erstattung der Prozesskosten **nur aufgrund eines zur Zwangsvollstreckung geeigneten Titels** geltend gemacht werden. Der Titel muss also die Kostengrundentscheidung enthalten und vollstreckbar sein.

Der **Antrag** auf Festsetzung ist bei dem **Gericht des ersten Rechtszuges** anzubringen (§ 103 Abs. 2 S. 1 ZPO). Beizufügen sind die **Kostenberechnung**, ihre Abschrift und die zur Rechtfertigung der einzelnen Ansätze dienenden **Belege** (§ 103 Abs. 2 S. 2 ZPO). Funktionell zuständig ist nicht der Richter, sondern der **Rechtspfleger** (§ 21 Nr. 1 RPflG). Der Gegner erhält Gelegenheit zur Stellungnahme; erst danach setzt der Rechtspfleger den erstattungsfähigen Betrag fest.

## Verzinsung und Nachweis (§ 104 ZPO)

Über den Festsetzungsantrag entscheidet das Gericht des ersten Rechtszuges (§ 104 Abs. 1 S. 1 ZPO). Auf Antrag ist auszusprechen, dass die festgesetzten Kosten **vom Eingang des Festsetzungsantrags** an mit **fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz** nach § 247 BGB zu verzinsen sind (§ 104 Abs. 1 S. 2 ZPO). Der Gläubiger sollte den Verzinsungsantrag ausdrücklich stellen, weil die Verzinsung nicht von Amts wegen ausgesprochen wird.

Für den Nachweis der einzelnen Kostenpositionen genügt die **Glaubhaftmachung** (§ 104 Abs. 2 S. 1 ZPO); ein Vollbeweis ist nicht erforderlich. Bei geltend gemachter Umsatzsteuer reicht die Erklärung, dass die Partei die Beträge nicht als Vorsteuer abziehen kann.

## Rechtsnatur: eigener Vollstreckungstitel (§ 794 ZPO)

Der Kostenfestsetzungsbeschluss ist ein **eigenständiger Vollstreckungstitel**. § 794 Abs. 1 Nr. 2 ZPO zählt Kostenfestsetzungsbeschlüsse ausdrücklich zu den Titeln, aus denen die Zwangsvollstreckung stattfindet. Der obsiegende Gläubiger kann aus dem KFB also unmittelbar vollstrecken – regelmäßig benötigt er dafür eine **Vollstreckungsklausel** (§§ 795, 724 ZPO), sofern das Gericht sie nicht bereits erteilt hat.

Weil der KFB den Erstattungsanspruch tituliert, verjährt dieser erst in **30 Jahren** (§ 197 Abs. 1 Nr. 3 BGB). Der Gläubiger kann also über viele Jahre hinweg vollstrecken.

## Rechtsbehelf: sofortige Beschwerde (§§ 104 Abs. 3, 567, 569 ZPO)

Gegen den Kostenfestsetzungsbeschluss ist die **sofortige Beschwerde** statthaft (§ 104 Abs. 3 S. 1 ZPO). Sie ist innerhalb einer **Notfrist von zwei Wochen** ab Zustellung des Beschlusses einzulegen (§ 569 Abs. 1 ZPO).

Zu beachten ist die **Wertgrenze** des § 567 Abs. 2 ZPO: Gegen Entscheidungen über Kosten ist die Beschwerde **nur zulässig, wenn der Wert des Beschwerdegegenstands 300 Euro übersteigt**. Diese Grenze wurde durch das Gesetz zur Änderung des Zuständigkeitsstreitwerts der Amtsgerichte (BGBl. 2025 I Nr. 318) mit Wirkung zum **1. Januar 2026 von 200 auf 300 Euro angehoben**. Streitigkeiten über kleinere Kostenbeträge sind damit nicht mehr beschwerdefähig.

## Teilobsiegen: Ausgleichung der Kosten (§ 106 ZPO)

Haben beide Parteien teils gewonnen, teils verloren, ordnet das Gericht die Kosten meist quotenmäßig zu (z. B. „Kläger 1/3, Beklagter 2/3"). Nach § 106 ZPO werden die von beiden Seiten zur Festsetzung angemeldeten Kosten dann **gegeneinander ausgeglichen**; festgesetzt wird nur der sich ergebende **Überschuss** zugunsten einer Partei. Es gibt also nicht zwei getrennte Titel, sondern einen einheitlichen Ausgleichsbetrag.

## Häufige Fehler

- **„Mit dem Urteil habe ich schon einen Titel über meine Anwaltskosten."** Nein. Das Urteil enthält nur die **Kostengrundentscheidung** (wer zahlt). Die **Höhe** muss erst im Kostenfestsetzungsverfahren nach §§ 103, 104 ZPO tituliert werden.
- **„Ich bekomme alle meine Kosten erstattet."** Nur die zur **zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendigen** Kosten sind erstattungsfähig (§ 91 Abs. 1 ZPO) – in der Regel die **gesetzlichen** RVG-Gebühren, nicht ein höheres Honorar aus einer Vergütungsvereinbarung.
- **„Die Verzinsung läuft automatisch."** Nein. Die Verzinsung (5 Prozentpunkte über Basiszins) wird nur **auf Antrag** ausgesprochen und läuft ab **Eingang des Festsetzungsantrags** (§ 104 Abs. 1 S. 2 ZPO).
- **„Gegen jeden Kostenfestsetzungsbeschluss kann ich Beschwerde einlegen."** Nein. Die sofortige Beschwerde ist nur zulässig, wenn der Wert des Beschwerdegegenstands **300 Euro übersteigt** (§ 567 Abs. 2 ZPO, seit 01.01.2026).
- **„Über den Antrag entscheidet der Richter."** In der Regel nicht – zuständig ist der **Rechtspfleger** (§ 21 Nr. 1 RPflG).

## Siehe auch

- [Gerichtskosten & Streitwert (GKG)](https://nexvyra.de/fakten/gerichtskosten-streitwert-gkg.html)
- [Sachliche Zuständigkeit Amts-/Landgericht (§§ 23, 71 GVG)](https://nexvyra.de/fakten/sachliche-zustaendigkeit-ag-lg-gvg.html)
- [Klageerhebung im Zivilprozess (§§ 253 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/klageerhebung-zivilprozess-253-zpo.html)
- [Vollstreckungsbescheid (§ 699 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/vollstreckungsbescheid-699-zpo.html)
- [Verjährung von Forderungen (§§ 195, 199 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/verjaehrung-forderungen-195-199-bgb.html)




## Quellen

- § 103 ZPO – Kostenfestsetzung (Grundsatz; zur Zwangsvollstreckung geeigneter Titel; Antrag beim Gericht des ersten Rechtszuges, Belege): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__103.html
- § 104 ZPO – Kostenfestsetzungsverfahren (Zuständigkeit, Verzinsung 5 Prozentpunkte über Basiszins, Glaubhaftmachung, sofortige Beschwerde): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__104.html
- § 91 ZPO – Grundsatz und Umfang der Kostenpflicht (notwendige Kosten): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__91.html
- § 106 ZPO – Verteilung nach Quoten (Ausgleichung bei Teilobsiegen): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__106.html
- § 567 ZPO – Sofortige Beschwerde; Beschwerdewert bei Kosten über 300 € (Fassung ab 01.01.2026): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__567.html
- § 569 ZPO – Frist und Form der sofortigen Beschwerde (Notfrist zwei Wochen): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__569.html
- § 794 ZPO – Weitere Vollstreckungstitel (Abs. 1 Nr. 2: Kostenfestsetzungsbeschlüsse): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__794.html
- § 197 BGB – Dreißigjährige Verjährung titulierter Ansprüche: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__197.html
- § 21 RPflG – Festsetzungsverfahren (funktionelle Zuständigkeit des Rechtspflegers): https://www.gesetze-im-internet.de/rpflg_1969/__21.html
- § 104 ZPO (dejure.org, Wortlaut + Rechtsprechung): https://dejure.org/gesetze/ZPO/104.html
- § 567 ZPO (dejure.org, Wortlaut + Änderungsstand 01.01.2026): https://dejure.org/gesetze/ZPO/567.html

## Änderungsverlauf

- 2026-08-04: Erstveröffentlichung der Faktenseite; alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen (gesetze-im-internet.de) gegengeprüft; § 567 Abs. 2 ZPO (Beschwerdewert 300 € seit 01.01.2026, BGBl. 2025 I Nr. 318) über dejure.org verifiziert; Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects Q206893/Q25593566/Q1366571). | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-08-04
- Status: aktuell (geltendes Recht; Kostenfestsetzung nach §§ 103, 104 ZPO)
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
