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title: Krankengeld – Höhe und Dauer (§§ 47, 48 SGB V) – 70 %-Regel, Höchstbetrag 2026 und 78-Wochen-Blockfrist
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# Krankengeld – Höhe und Dauer (§§ 47, 48 SGB V) – 70 %-Regel, Höchstbetrag 2026 und 78-Wochen-Blockfrist

## Kurzantwort

Das **Krankengeld** der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt nach **§ 47 Abs. 1 SGB V** grundsätzlich **70 % des regelmäßigen beitragspflichtigen Arbeitsentgelts** (Regelentgelt), darf aber **90 % des Nettoarbeitsentgelts nicht übersteigen**. Das Regelentgelt wird nur bis zur **kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze** berücksichtigt (§ 47 Abs. 6 SGB V); daraus ergibt sich für **2026 ein Höchst-Krankengeld von 135,63 € pro Kalendertag** (rund **4.068,75 € im Monat**, Monat mit 30 Tagen gerechnet). Vom Krankengeld gehen noch die Versichertenanteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab, so dass die Auszahlung geringer ausfällt. Die **Bezugsdauer** ist nach **§ 48 Abs. 1 SGB V** bei Arbeitsunfähigkeit wegen **derselben Krankheit auf längstens 78 Wochen innerhalb von je drei Jahren** (Blockfrist) begrenzt, gerechnet ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit. Weil das Krankengeld während der sechswöchigen Entgeltfortzahlung **ruht** (§ 49 Abs. 1 Nr. 1 SGB V), verbleiben bei durchgehender Arbeitsunfähigkeit in der Praxis rund **72 Wochen** tatsächliche Krankengeldzahlung.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Höhe | § 47 SGB V [gesetze-im-internet.de] |
| Rechtsgrundlage Dauer | § 48 SGB V [gesetze-im-internet.de] |
| Höhe Krankengeld | 70 % des Regelentgelts [§ 47 Abs. 1 Satz 1 SGB V] |
| Netto-Deckel | max. 90 % des Nettoarbeitsentgelts [§ 47 Abs. 1 Satz 2 SGB V] |
| Berücksichtigung nur bis | kalendertägliche Beitragsbemessungsgrenze [§ 47 Abs. 6 SGB V] |
| Beitragsbemessungsgrenze GKV 2026 | 69.750 €/Jahr = 5.812,50 €/Monat [GKV-Spitzenverband] |
| Kalendertägliche BBG 2026 | 193,75 € (69.750 € ÷ 360) |
| Höchst-Krankengeld 2026 brutto | 135,63 €/Kalendertag (70 % von 193,75 €) |
| Höchst-Krankengeld 2026 pro Monat | 4.068,75 € (135,63 € × 30 Tage) |
| Bemessungszeitraum | letzter abgerechneter Entgeltabrechnungszeitraum, mind. letzte 4 Wochen [§ 47 Abs. 2 Satz 1 SGB V] |
| Einmalzahlungen | 360stel des einmalig gezahlten Arbeitsentgelts der letzten 12 Monate hinzugerechnet [§ 47 Abs. 2 Satz 6 SGB V] |
| Zahlung | für Kalendertage; voller Monat = 30 Tage [§ 47 Abs. 1 Sätze 6, 7 SGB V] |
| Höchstbezugsdauer | 78 Wochen wegen derselben Krankheit in je 3 Jahren [§ 48 Abs. 1 Satz 1 SGB V] |
| Blockfrist-Beginn | Tag des Beginns der Arbeitsunfähigkeit [§ 48 Abs. 1 Satz 1 SGB V] |
| Hinzutretende Krankheit | verlängert die Leistungsdauer nicht [§ 48 Abs. 1 Satz 2 SGB V] |
| Neuer Anspruch bei derselben Krankheit | neuer Dreijahreszeitraum + 6 Monate nicht deswegen AU + erwerbstätig/verfügbar [§ 48 Abs. 2 SGB V] |
| Entstehen des Anspruchs | ab Tag der ärztlichen AU-Feststellung [§ 46 Satz 1 Nr. 2 SGB V] |
| Lückenlose Folgebescheinigung | AU spätestens am nächsten Werktag feststellen (Samstag kein Werktag) [§ 46 Satz 2 SGB V] |
| Ruhen während Entgeltfortzahlung | volle 6 Wochen, Krankengeld ruht [§ 49 Abs. 1 Nr. 1 SGB V, § 3 EFZG] |
| Praktische Auszahlungsdauer | rund 72 Wochen (78 Wochen abzüglich 6 Wochen Entgeltfortzahlung) |
| Fassung § 47 | 01.01.2026 (BGBl. I Nr. 371 v. 22.12.2025) |

## Geltungsbereich

Die §§ 44 bis 51 SGB V regeln das **Krankengeld** als **Entgeltersatzleistung** der gesetzlichen Krankenversicherung. Anspruch hat nach **§ 44 Abs. 1 SGB V**, wer **arbeitsunfähig** infolge Krankheit ist oder auf Kosten der Krankenkasse **stationär** behandelt wird — im Regelfall also **pflichtversicherte Arbeitnehmer**. **Kein** Krankengeld erhalten unter anderem geringfügig Beschäftigte (Minijob), Studierende, Rentner sowie Bezieher bestimmter Sozialleistungen; **freiwillig versicherte Selbstständige** haben nur dann Anspruch, wenn sie einen entsprechenden **Wahltarif** oder eine **Wahlerklärung** nach § 44 Abs. 2 SGB V abgegeben haben (dann Anspruch ab der siebten Woche). Für Arbeitnehmer springt das Krankengeld typischerweise **nach Ablauf der sechswöchigen Entgeltfortzahlung** durch den Arbeitgeber ein.

## Höhe: die 70/90-Prozent-Regel

Nach **§ 47 Abs. 1 Satz 1 SGB V** beträgt das Krankengeld **70 % des Regelentgelts** — also des im Bemessungszeitraum erzielten regelmäßigen Arbeitsentgelts, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt. Gleichzeitig gilt eine **Deckelung**: Das aus dem Arbeitsentgelt berechnete Krankengeld darf **90 % des Nettoarbeitsentgelts nicht übersteigen** (§ 47 Abs. 1 Satz 2 SGB V). Maßgeblich ist der **niedrigere** der beiden Werte. Weil 70 % des Bruttos bei üblichen Einkommen häufig unter 90 % des Nettos liegt, ist meist die **70 %-Brutto-Grenze** ausschlaggebend.

Der **Bemessungszeitraum** ist der letzte vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgerechnete Entgeltabrechnungszeitraum, mindestens die **letzten vier abgerechneten Wochen** (§ 47 Abs. 2 Satz 1 SGB V). **Einmalzahlungen** wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld werden nicht direkt eingerechnet, sondern anteilig berücksichtigt: Ein **Dreihundertsechzigstel** der beitragspflichtigen Einmalzahlungen der letzten zwölf Monate wird dem Regelentgelt hinzugerechnet (§ 47 Abs. 2 Satz 6 SGB V). Das Krankengeld wird für **Kalendertage** gezahlt; ein voller Kalendermonat wird mit **30 Tagen** angesetzt (§ 47 Abs. 1 Sätze 6, 7 SGB V).

## Höchstbetrag 2026

Nach **§ 47 Abs. 6 SGB V** wird das Regelentgelt nur bis zur **kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze** berücksichtigt. Für 2026 liegt die **Beitragsbemessungsgrenze der GKV bei 69.750 € im Jahr** bzw. **5.812,50 € im Monat**. Kalendertäglich sind das **193,75 €** (69.750 € ÷ 360). Davon 70 % ergeben ein **Höchst-Krankengeld von 135,63 € pro Kalendertag** — bei einem vollen Monat mit 30 Tagen also rund **4.068,75 €**. Dieser Betrag ist der **Brutto-Höchstwert**: Vom Krankengeld sind noch die **Arbeitnehmeranteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung** abzuführen (nicht zur Krankenversicherung selbst), so dass der ausgezahlte Betrag niedriger ist. Wer oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdient, erhält kein höheres Krankengeld — die Lücke zum bisherigen Nettoeinkommen kann über private Krankentagegeldversicherungen geschlossen werden.

## Dauer: die 78-Wochen-Blockfrist

**§ 48 Abs. 1 Satz 1 SGB V** begrenzt das Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit **wegen derselben Krankheit** auf **längstens 78 Wochen innerhalb von je drei Jahren** (Blockfrist), gerechnet vom **Tag des Beginns der Arbeitsunfähigkeit** an. Die Blockfrist läuft dabei **kalendarisch ab dem ersten Tag** der betreffenden Arbeitsunfähigkeit — **unabhängig davon**, ob in dieser Zeit bereits Krankengeld gezahlt wird oder noch die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers läuft. Da das Krankengeld während der **sechswöchigen Entgeltfortzahlung ruht** (§ 49 Abs. 1 Nr. 1 SGB V, § 3 EFZG), verbleiben bei durchgehender Arbeitsunfähigkeit in der Praxis rund **72 Wochen** tatsächliche Krankengeldzahlung.

Tritt **während** der Arbeitsunfähigkeit eine **weitere Krankheit hinzu**, wird die Leistungsdauer **nicht verlängert** (§ 48 Abs. 1 Satz 2 SGB V). Ein **neuer Anspruch** wegen derselben Krankheit entsteht erst mit Beginn eines neuen Dreijahreszeitraums und nur, wenn der Versicherte in der Zwischenzeit **mindestens sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig** war **und** in dieser Zeit **erwerbstätig war oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stand** (§ 48 Abs. 2 SGB V). Zeiten, in denen der Krankengeldanspruch **ruht** oder das Krankengeld **versagt** wird, zählen bei der Feststellung der Leistungsdauer wie Bezugszeiten (§ 48 Abs. 3 SGB V).

## Entstehen und lückenlose Feststellung

Der Anspruch entsteht nach **§ 46 Satz 1 SGB V** bei Krankenhaus- oder Reha-Behandlung ab deren Beginn, im Übrigen **ab dem Tag der ärztlichen Feststellung** der Arbeitsunfähigkeit. Für den fortlaufenden Bezug ist die **lückenlose Feststellung** entscheidend: Die weitere Arbeitsunfähigkeit muss **spätestens am nächsten Werktag** nach dem zuletzt bescheinigten Ende ärztlich festgestellt werden, wobei **Samstage nicht als Werktage** gelten (§ 46 Satz 2 SGB V). Wird diese Frist versäumt, kann der Krankengeldanspruch und – bei freiwillig Versicherten – sogar die Mitgliedschaft mit Krankengeldanspruch entfallen. Seit Einführung der **elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)** übermittelt die Arztpraxis die Feststellung digital an die Krankenkasse; die rechtzeitige **ärztliche Feststellung** bleibt aber Sache des Versicherten.

## Häufige Fehler

- **„Krankengeld sind 70 % vom Netto."** Falsch — es sind **70 % des beitragspflichtigen Bruttos** (Regelentgelt), begrenzt auf 90 % des Nettos (§ 47 Abs. 1 SGB V). Der niedrigere Wert zählt.
- **„Vom Krankengeld gehen keine Beiträge mehr ab."** Differenziert — es fallen **keine Krankenversicherungsbeiträge** auf das Krankengeld an, wohl aber die **Versichertenanteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung**.
- **„Die 78 Wochen zählen erst ab der ersten Krankengeldzahlung."** Falsch — die Blockfrist läuft **ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit**, also inklusive der sechswöchigen Entgeltfortzahlung (§ 48 Abs. 1 SGB V).
- **„Eine neue Krankheit verlängert das Krankengeld."** Falsch — eine **während** der Arbeitsunfähigkeit hinzutretende Krankheit verlängert die Leistungsdauer **nicht** (§ 48 Abs. 1 Satz 2 SGB V).
- **„Ich kann die Folge-AU auch ein paar Tage später bescheinigen lassen."** Riskant — die Feststellung muss **spätestens am nächsten Werktag** erfolgen, sonst droht eine Lücke im Krankengeldanspruch (§ 46 Satz 2 SGB V).
- **„Wer viel verdient, bekommt entsprechend mehr Krankengeld."** Falsch — das Regelentgelt wird nur bis zur **Beitragsbemessungsgrenze** berücksichtigt; der Höchstbetrag 2026 liegt bei **135,63 €/Kalendertag** (§ 47 Abs. 6 SGB V).



## Quellen

- § 44 SGB V – Krankengeld: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__44.html
- § 46 SGB V – Entstehen des Anspruchs auf Krankengeld: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__46.html
- § 47 SGB V – Höhe und Berechnung des Krankengeldes: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__47.html
- § 47 SGB V (Fassung 01.01.2026, verbatim) – dejure.org: https://dejure.org/gesetze/SGB_V/47.html
- § 48 SGB V – Dauer des Krankengeldes: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__48.html
- § 49 SGB V – Ruhen des Krankengeldes: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__49.html
- § 3 EFZG – Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (6 Wochen): https://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/__3.html
- GKV-Spitzenverband – Rechengrößen der Sozialversicherung 2026 (Beitragsbemessungsgrenze): https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/presse/zahlen_und_grafiken/20260101_Faktenblatt_Rechengroessen_Beitragsrecht.pdf
- vdek – Krankengeld: Berechnung, Höhe und Dauer: https://www.vdek.com/vertragspartner/leistungen/krankengeld.html

## Änderungsverlauf

- 2026-07-15: Erstveröffentlichung. Normtext §§ 47, 48, 46 SGB V verbatim gegen dejure.org / sozialgesetzbuch-sgb.de geprüft (§ 47 Fassung 01.01.2026, BGBl. I Nr. 371). Beitragsbemessungsgrenze GKV 2026 (69.750 €/Jahr) und Höchst-Krankengeld 135,63 €/Kalendertag gegen GKV-Spitzenverband/vdek verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-07-15
- Gültig ab: 1989-01-01 (SGB V, GRG); § 47 in der Fassung vom 01.01.2026
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB V, EFZG, GKV-Spitzenverband, vdek)
- Lizenz: CC BY 4.0
