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title: Krankenhausbehandlung (§ 39 SGB V) – Anspruch, Leistungsformen, Entlassmanagement und Zuzahlung 2026
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# Krankenhausbehandlung (§ 39 SGB V) – Anspruch, Leistungsformen, Entlassmanagement und Zuzahlung 2026

## Kurzantwort

Gesetzlich Versicherte haben nach **§ 39 SGB V** Anspruch auf **Krankenhausbehandlung**, wenn das Behandlungsziel nicht mit einer weniger eingreifenden Versorgung erreicht werden kann. Die Behandlung wird in sechs Formen erbracht: **vollstationär, stationsäquivalent, tagesstationär, teilstationär, vor- und nachstationär sowie ambulant** (§ 39 Abs. 1 Satz 1 SGB V). Ein Anspruch auf **vollstationäre, stationsäquivalente oder tagesstationäre** Behandlung besteht nur bei einem nach **§ 108 SGB V zugelassenen Krankenhaus** und nur, wenn die Aufnahme oder Behandlung nach Prüfung durch das Krankenhaus **erforderlich** ist, weil das Ziel **nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege** erreicht werden kann (§ 39 Abs. 1 Satz 2 SGB V – Vorrang der ambulanten Versorgung). Die Behandlung umfasst alle im Einzelfall notwendigen Leistungen, insbesondere **ärztliche Behandlung, Krankenpflege, Arznei-, Heil- und Hilfsmittel sowie Unterkunft und Verpflegung** (§ 39 Abs. 1 Satz 3 SGB V), außerdem ein **Entlassmanagement** (§ 39 Abs. 1a SGB V). Volljährige Versicherte zahlen eine **Zuzahlung von 10 Euro je Kalendertag für längstens 28 Tage** im Kalenderjahr, also höchstens **280 Euro** (§ 39 Abs. 4 i. V. m. § 61 Satz 2 SGB V); die Gesamtbelastung ist durch die **Belastungsgrenze nach § 62 SGB V** (2 % bzw. 1 % der Bruttoeinnahmen) gedeckelt.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 39 SGB V [gesetze-im-internet.de] |
| Leistungsformen | vollstationär, stationsäquivalent, tagesstationär, teilstationär, vor- und nachstationär, ambulant [§ 39 Abs. 1 Satz 1 SGB V] |
| Anspruchsvoraussetzung | Erforderlichkeit; Behandlungsziel nicht durch teilstationäre/vor-/nachstationäre/ambulante Behandlung einschl. häuslicher Krankenpflege erreichbar [§ 39 Abs. 1 Satz 2 SGB V] |
| Zugelassenes Krankenhaus | Behandlung durch nach § 108 SGB V zugelassenes Krankenhaus [§ 39 Abs. 1 Satz 2 SGB V] |
| Leistungsumfang | ärztliche Behandlung (§ 28 Abs. 1), Krankenpflege, Arznei-, Heil-, Hilfsmittel, Unterkunft und Verpflegung; Frührehabilitation [§ 39 Abs. 1 Satz 3 SGB V] |
| Stationsäquivalente Behandlung | psychiatrische Behandlung im häuslichen Umfeld durch mobile ärztlich geleitete multiprofessionelle Teams [§ 39 Abs. 1 Satz 4 SGB V] |
| Tagesstationäre Behandlung | täglich mindestens sechsstündiger Aufenthalt, überwiegend ärztliche/pflegerische Behandlung, ohne Übernachtung [§ 39 Abs. 1 Satz 4 SGB V] |
| Potentialleistungen (NUB) | umfasst auch Methoden ohne GBA-Entscheidung nach § 137c Abs. 1, die das Potential einer erforderlichen Behandlungsalternative bieten [§ 39 Abs. 1 Satz 1 SGB V] |
| Entlassmanagement | Anspruch auf Unterstützung beim Übergang in die Anschlussversorgung; sektorenübergreifend [§ 39 Abs. 1a SGB V] |
| Entlass-Verordnung | Krankenhaus kann u. a. AU feststellen und Arzneimittel (kleinste Packung) für bis zu 7 Tage verordnen [§ 39 Abs. 1a Satz 8, 9 SGB V] |
| Einwilligung Entlassmanagement | nur mit vorheriger Information und schriftlicher/elektronischer Einwilligung des Versicherten [§ 39 Abs. 1a Satz 14, 15 SGB V] |
| Krankenhauswahl | Wahl eines anderen als des in der Einweisung genannten Krankenhauses ohne zwingenden Grund → Mehrkosten möglich [§ 39 Abs. 2 SGB V] |
| Zuzahlung | 10 Euro je Kalendertag, längstens 28 Tage/Kalenderjahr, ab dem 18. Lebensjahr → max. 280 Euro [§ 39 Abs. 4 i. V. m. § 61 Satz 2 SGB V] |
| Anrechnung | bereits geleistete Reha-Zuzahlungen (§ 32 Abs. 1 Satz 2 SGB VI; § 40 Abs. 6 Satz 1 SGB V) werden angerechnet [§ 39 Abs. 4 Satz 2 SGB V] |
| Belastungsgrenze | 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, 1 % bei schwerwiegend chronisch Kranken [§ 62 SGB V] |
| Kinder/Jugendliche | unter 18 Jahren von der Zuzahlung befreit [§ 39 Abs. 4 Satz 1 SGB V: „das achtzehnte Lebensjahr vollendet"] |
| Aktuelle Fassung | Krankenhauspflegeentlastungsgesetz (KHPflEG) vom 20.12.2022 (BGBl. I S. 2793), in Kraft 29.12.2022 |
| Norm-Ursprung | SGB V vom 20.12.1988 (BGBl. I S. 2477), in Kraft 01.01.1989 |

## Geltungsbereich

§ 39 SGB V regelt den Anspruch gesetzlich Versicherter auf **Krankenhausbehandlung** als Teil der Krankenbehandlung (§ 27 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 SGB V). Die Vorschrift steht unter dem allgemeinen **Wirtschaftlichkeitsgebot** (§ 12 SGB V): Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein und dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.

Zentral ist der **Nachrang der vollstationären Behandlung**. Nach § 39 Abs. 1 Satz 2 SGB V besteht ein Anspruch auf vollstationäre, stationsäquivalente oder tagesstationäre Behandlung nur, wenn das **Behandlungsziel nicht** durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung – einschließlich häuslicher Krankenpflege (§ 37 SGB V) – erreicht werden kann. Ob diese Erforderlichkeit vorliegt, prüft das Krankenhaus; die Kassen können die Notwendigkeit durch den **Medizinischen Dienst** überprüfen lassen (§ 275c SGB V). Die stationäre Aufnahme muss nach den zum Aufnahmezeitpunkt bekannten Umständen medizinisch geboten sein.

Voraussetzung ist ferner die Behandlung durch ein **nach § 108 SGB V zugelassenes Krankenhaus** (Hochschulklinik, Plankrankenhaus oder Vertragskrankenhaus). Wählen Versicherte **ohne zwingenden Grund** ein anderes als das in der ärztlichen Einweisung genannte Krankenhaus, können ihnen die dadurch entstehenden **Mehrkosten** ganz oder teilweise auferlegt werden (§ 39 Abs. 2 SGB V).

## Leistungsformen und Leistungsumfang

§ 39 Abs. 1 Satz 1 SGB V nennt **sechs Erbringungsformen**: vollstationär, stationsäquivalent, tagesstationär, teilstationär, vor- und nachstationär sowie ambulant. Erfasst sind auch **Untersuchungs- und Behandlungsmethoden**, zu denen der Gemeinsame Bundesausschuss noch keine Entscheidung nach § 137c Abs. 1 SGB V getroffen hat, sofern sie das **Potential einer erforderlichen Behandlungsalternative** bieten (Erlaubnis mit Verbotsvorbehalt im stationären Sektor).

Die **stationsäquivalente Behandlung** umfasst eine psychiatrische Behandlung im häuslichen Umfeld durch mobile, ärztlich geleitete multiprofessionelle Teams. Die – durch das Krankenhauspflegeentlastungsgesetz eingeführte – **tagesstationäre Behandlung** setzt einen täglich **mindestens sechsstündigen Aufenthalt** im Krankenhaus voraus, während dessen überwiegend ärztliche oder pflegerische Behandlung erbracht wird, **ohne Übernachtung**. Beide Formen entsprechen hinsichtlich Inhalt, Flexibilität und Komplexität einer vollstationären Behandlung (§ 39 Abs. 1 Satz 5 SGB V).

Der Leistungsumfang richtet sich nach dem **Versorgungsauftrag** des Krankenhauses und umfasst alle im Einzelfall nach Art und Schwere der Krankheit notwendigen Leistungen, insbesondere **ärztliche Behandlung** (§ 28 Abs. 1 SGB V), **Krankenpflege**, die **Versorgung mit Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln** sowie **Unterkunft und Verpflegung** (§ 39 Abs. 1 Satz 3 SGB V). Die akutstationäre Behandlung schließt die erforderliche und frühestmöglich einsetzende **Frührehabilitation** ein.

## Entlassmanagement (§ 39 Abs. 1a SGB V)

Zur Krankenhausbehandlung gehört ein **Entlassmanagement** zur Unterstützung einer sektorenübergreifenden Versorgung beim Übergang in die Anschlussversorgung. Der Versicherte hat gegenüber der **Krankenkasse einen Anspruch** auf diese Unterstützung (§ 39 Abs. 1a Satz 5 SGB V); kommen Hilfen der Pflegeversicherung in Betracht, kooperieren Kranken- und Pflegekassen.

Für eine nahtlose Versorgung dürfen Krankenhäuser im Rahmen des Entlassmanagements **Arbeitsunfähigkeit feststellen** und bestimmte Leistungen verordnen; bei Arzneimitteln kann die **kleinste Packungsgröße** verordnet und für einen Zeitraum von **bis zu sieben Tagen** versorgt werden (§ 39 Abs. 1a Satz 8, 9 SGB V). Das Entlassmanagement und die damit verbundene Datenverarbeitung dürfen **nur mit vorheriger Information und Einwilligung** des Versicherten erfolgen; Information und Einwilligung müssen **schriftlich oder elektronisch** vorliegen (§ 39 Abs. 1a Satz 14, 15 SGB V). Die Einzelheiten regeln GKV-Spitzenverband, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Deutsche Krankenhausgesellschaft in einem **Rahmenvertrag** (§ 39 Abs. 1a Satz 11 SGB V).

## Zuzahlung und Belastungsgrenze

Versicherte, die das **18. Lebensjahr vollendet** haben, leisten vom Beginn der vollstationären Krankenhausbehandlung an innerhalb eines Kalenderjahres für **längstens 28 Tage** den nach **§ 61 Satz 2 SGB V** maßgeblichen Betrag – **10 Euro je Kalendertag** – an das Krankenhaus (§ 39 Abs. 4 Satz 1 SGB V). Daraus ergibt sich eine **jährliche Höchstzuzahlung von 280 Euro** für stationäre Krankenhausbehandlung. **Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren** sind von dieser Zuzahlung befreit.

Bereits im selben Kalenderjahr geleistete Zuzahlungen zu **stationärer Rehabilitation** – an einen Träger der Rentenversicherung (§ 32 Abs. 1 Satz 2 SGB VI) oder nach § 40 Abs. 6 Satz 1 SGB V – werden auf die Krankenhaus-Zuzahlung **angerechnet** (§ 39 Abs. 4 Satz 2 SGB V), sodass Doppelzahlungen vermieden werden. Die insgesamt zumutbare Belastung ist durch die **Belastungsgrenze nach § 62 SGB V** gedeckelt: Sie beträgt **2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen** zum Lebensunterhalt, bei **schwerwiegend chronisch Kranken 1 Prozent**. Wer diese Grenze im Kalenderjahr überschreitet, wird für den Rest des Jahres von weiteren Zuzahlungen befreit.

## Häufige Fehler

- **„Wer krank ist, hat immer Anspruch auf einen stationären Krankenhausaufenthalt."** Falsch – vollstationäre Behandlung ist nachrangig. Ein Anspruch besteht nur, wenn das Behandlungsziel nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege erreicht werden kann (§ 39 Abs. 1 Satz 2 SGB V).
- **„Die Krankenhaus-Zuzahlung fällt für die gesamte Aufenthaltsdauer an."** Falsch – die Zuzahlung ist auf **längstens 28 Kalendertage** im Kalenderjahr begrenzt (max. 280 Euro), unabhängig davon, ob der Aufenthalt länger dauert (§ 39 Abs. 4 Satz 1 SGB V).
- **„Man kann sich frei jedes beliebige Krankenhaus aussuchen, ohne Folgen."** Differenziert – bei Wahl eines anderen als des in der Einweisung genannten Krankenhauses **ohne zwingenden Grund** können Mehrkosten auferlegt werden (§ 39 Abs. 2 SGB V).
- **„Tagesstationäre Behandlung ist dasselbe wie ambulante Behandlung."** Falsch – die tagesstationäre Behandlung setzt einen täglich mindestens **sechsstündigen** Krankenhausaufenthalt voraus und entspricht inhaltlich der vollstationären Behandlung, nur ohne Übernachtung (§ 39 Abs. 1 Satz 4, 5 SGB V).
- **„Das Krankenhaus organisiert die Nachsorge nur, wenn man selbst darum bittet."** Ungenau – das Entlassmanagement ist gesetzlicher Bestandteil der Krankenhausbehandlung, und der Versicherte hat gegenüber der Krankenkasse einen Anspruch auf Unterstützung; es bedarf allerdings der **Einwilligung** des Versicherten (§ 39 Abs. 1a Satz 5, 14 SGB V).
- **„Neue, noch nicht bewertete Behandlungsmethoden sind im Krankenhaus generell ausgeschlossen."** Falsch – im stationären Sektor gilt die Erlaubnis mit Verbotsvorbehalt: Methoden ohne GBA-Entscheidung nach § 137c SGB V sind erfasst, wenn sie das Potential einer erforderlichen Behandlungsalternative bieten (§ 39 Abs. 1 Satz 1 SGB V).



## Quellen

- § 39 SGB V – Krankenhausbehandlung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__39.html
- § 39 SGB V – Krankenhausbehandlung (dejure.org, Volltext und Änderungshistorie): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/39.html
- § 61 SGB V – Zuzahlungen (Satz 2: 10 Euro je Kalendertag bei stationärer Behandlung): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__61.html
- § 62 SGB V – Belastungsgrenze (2 % / 1 %): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__62.html
- § 108 SGB V – Zugelassene Krankenhäuser: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__108.html
- § 137c SGB V – Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden im Krankenhaus: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__137c.html
- Krankenhauspflegeentlastungsgesetz (KHPflEG) vom 20.12.2022 (BGBl. I S. 2793): https://dejure.org/BGBl/2022/BGBl._I_S._2793

## Änderungsverlauf

- 2026-07-23: Erstveröffentlichung. Normtext § 39 SGB V (aktuelle Fassung KHPflEG vom 20.12.2022, BGBl. I S. 2793, in Kraft 29.12.2022) verbatim gegen dejure.org geprüft; sechs Leistungsformen, Nachrang der vollstationären Behandlung, Entlassmanagement (Abs. 1a) und Zuzahlung 10 €/Kalendertag für längstens 28 Tage (§ 39 Abs. 4 i. V. m. § 61 Satz 2 SGB V) verifiziert; Belastungsgrenze § 62 SGB V und Anrechnung von Reha-Zuzahlungen ergänzt. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-07-23
- Gültig ab: 1989-01-01 (SGB V; aktuelle Fassung 29.12.2022, KHPflEG)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB V, amtliche Quellen)
- Lizenz: CC BY 4.0
