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title: Künstliche Befruchtung (§ 27a SGB V) – Anspruch, 50-Prozent-Kostenübernahme, Altersgrenzen und drei Versuche 2026
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# Künstliche Befruchtung (§ 27a SGB V) – Anspruch, 50-Prozent-Kostenübernahme, Altersgrenzen und drei Versuche 2026

## Kurzantwort

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung umfassen nach **§ 27a Abs. 1 SGB V** auch **medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft** (künstliche Befruchtung). Der Anspruch besteht aber nur unter **fünf gesetzlichen Voraussetzungen** (§ 27a Abs. 1 Nr. 1–5): Die Maßnahmen müssen **ärztlich erforderlich** sein, es muss **hinreichende Aussicht auf Erfolg** bestehen – diese besteht **nicht mehr, wenn die Maßnahme drei Mal ohne Erfolg** durchgeführt worden ist –, die beteiligten Personen müssen **miteinander verheiratet** sein, es dürfen **ausschließlich Ei- und Samenzellen der Ehegatten** verwendet werden (homologes System, keine Samen- oder Eizellspende zulasten der Kasse), und die Ehegatten müssen sich vorab von einem **nicht behandelnden Arzt** über die Behandlung beraten lassen und an eine nach **§ 121a SGB V** genehmigte Einrichtung überwiesen worden sein. Nach **§ 27a Abs. 3 SGB V** besteht der Sachleistungsanspruch nur für Versicherte, die das **25. Lebensjahr vollendet** haben; er besteht **nicht mehr für Frauen ab dem vollendeten 40.** und für **Männer ab dem vollendeten 50. Lebensjahr**. Vor Behandlungsbeginn ist der Krankenkasse ein **Behandlungsplan zur Genehmigung** vorzulegen; die Kasse übernimmt **50 vom Hundert (50 %)** der mit dem Plan genehmigten Kosten der bei ihrem Versicherten durchgeführten Maßnahmen – die andere Hälfte tragen die Paare selbst. Die medizinischen Einzelheiten – Methoden (Insemination, IVF, ICSI), Indikationen und die **Zählweise der Versuche** – regelt der **Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)** in den **Richtlinien über künstliche Befruchtung** (§ 27a Abs. 5 i. V. m. § 92 SGB V). Nach der **Geburt eines Kindes** wird der Zähler der erfolglosen Versuche zurückgesetzt, sodass ein **erneuter Anspruch** entsteht. Zusätzlich zur Kassenleistung gibt es eine **Bund-Länder-Förderung** ("assistierte Reproduktion"), die den verbleibenden Eigenanteil weiter reduzieren kann, sofern das jeweilige Bundesland teilnimmt. Der § 27a SGB V gilt in der Fassung des **Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) vom 6. Mai 2019** (BGBl. I S. 646), in Kraft seit 11. Mai 2019.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 27a SGB V (Künstliche Befruchtung) [gesetze-im-internet.de, dejure.org] |
| Fassung | Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom 06.05.2019 (BGBl. I S. 646), in Kraft seit 11.05.2019 |
| Grundanspruch (Abs. 1) | Medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft sind Teil der Krankenbehandlung |
| Voraussetzung 1 (Abs. 1 Nr. 1) | Maßnahmen nach ärztlicher Feststellung erforderlich |
| Voraussetzung 2 (Abs. 1 Nr. 2) | Hinreichende Erfolgsaussicht; entfällt, wenn Maßnahme **drei Mal ohne Erfolg** durchgeführt wurde |
| Voraussetzung 3 (Abs. 1 Nr. 3) | Die Personen sind **miteinander verheiratet** |
| Voraussetzung 4 (Abs. 1 Nr. 4) | Ausschließlich **Ei- und Samenzellen der Ehegatten** (homolog) |
| Voraussetzung 5 (Abs. 1 Nr. 5) | Vorherige Beratung durch **nicht behandelnden Arzt** + Überweisung an Einrichtung mit Genehmigung nach § 121a SGB V |
| Inseminationen (Abs. 2) | Abs. 1 gilt auch für Inseminationen nach Stimulation mit erhöhtem Mehrlingsrisiko; bei anderen Inseminationen sind Abs. 1 Nr. 2 zweiter Halbsatz und Nr. 5 nicht anzuwenden |
| Untere Altersgrenze (Abs. 3 Satz 1) | Anspruch erst ab **vollendetem 25. Lebensjahr** |
| Obere Altersgrenze Frauen (Abs. 3 Satz 1) | kein Anspruch ab **vollendetem 40. Lebensjahr** |
| Obere Altersgrenze Männer (Abs. 3 Satz 1) | kein Anspruch ab **vollendetem 50. Lebensjahr** |
| Behandlungsplan (Abs. 3 Satz 2) | vor Behandlungsbeginn der Krankenkasse **zur Genehmigung** vorzulegen |
| Kostenübernahme (Abs. 3 Satz 3) | Kasse übernimmt **50 v. H.** der mit dem Behandlungsplan genehmigten Kosten |
| Kryokonservierung (Abs. 4) | Anspruch bei keimzellschädigender Therapie (z. B. vor Chemotherapie); obere Altersgrenzen gelten entsprechend |
| G-BA-Konkretisierung (Abs. 5) | Richtlinien über künstliche Befruchtung (§ 92 SGB V) – Methoden, Voraussetzungen, Zählweise |
| Zählweise IVF / ICSI | jeweils bis zu **drei** Versuche (G-BA-Richtlinie) |
| Zählweise Insemination | ohne hormonelle Stimulation bis zu **acht**, nach Stimulation bis zu **drei** Versuche (G-BA-Richtlinie) |
| Neuer Anspruch nach Geburt | Nach Geburt eines Kindes wird der Versuchszähler auf null gesetzt – erneuter Anspruch |
| Nur homolog | Samen-/Eizellspende (heterolog) ist **nicht** zulasten der GKV erbringbar (Abs. 1 Nr. 4) |
| Ergänzende Förderung | Bund-Länder-Förderung assistierte Reproduktion (BMFSFJ-Richtlinie, verwaltet vom BAFzA), landesabhängig |

## Was zahlt die Krankenkasse – und unter welchen Voraussetzungen?

Nach **§ 27a Abs. 1 SGB V** umfassen die Leistungen der Krankenbehandlung auch **medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft**. Der Anspruch ist jedoch an **fünf kumulative Voraussetzungen** gebunden, die alle zugleich erfüllt sein müssen:

Erstens müssen die Maßnahmen nach **ärztlicher Feststellung erforderlich** sein (Nr. 1). Zweitens muss **hinreichende Aussicht** bestehen, dass durch sie eine Schwangerschaft herbeigeführt wird; das Gesetz stellt ausdrücklich klar, dass eine hinreichende Aussicht **nicht mehr besteht, wenn die Maßnahme drei Mal ohne Erfolg** durchgeführt worden ist (Nr. 2). Drittens müssen die Personen, die die Maßnahmen in Anspruch nehmen wollen, **miteinander verheiratet** sein (Nr. 3). Viertens dürfen **ausschließlich Ei- und Samenzellen der Ehegatten** verwendet werden (Nr. 4) – die Behandlung ist damit auf das **homologe System** beschränkt; eine Samen- oder Eizellspende Dritter (heterologes System) wird von der GKV nicht getragen. Fünftens müssen sich die Ehegatten vor Durchführung der Maßnahmen von **einem Arzt, der die Behandlung nicht selbst durchführt**, über die Behandlung unter Berücksichtigung ihrer medizinischen und psychosozialen Gesichtspunkte unterrichten lassen, und dieser Arzt muss sie an eine der Einrichtungen überwiesen haben, denen eine **Genehmigung nach § 121a SGB V** erteilt worden ist (Nr. 5).

## Altersgrenzen, Behandlungsplan und 50-Prozent-Regel

**§ 27a Abs. 3 SGB V** grenzt den Sachleistungsanspruch zusätzlich nach Alter ein und regelt die Kostenteilung. Der Anspruch besteht **nur für Versicherte, die das 25. Lebensjahr vollendet** haben. Nach oben endet er für **weibliche Versicherte mit Vollendung des 40.** und für **männliche Versicherte mit Vollendung des 50. Lebensjahres** (Abs. 3 Satz 1). Maßgeblich ist das jeweilige Lebensalter der versicherten Person; ist ein Ehegatte außerhalb der Grenzen, entfällt insoweit der Anspruch.

Vor Beginn der Behandlung ist der Krankenkasse ein **Behandlungsplan zur Genehmigung** vorzulegen (Abs. 3 Satz 2). Erst nach Genehmigung übernimmt die Kasse **50 vom Hundert der mit dem Behandlungsplan genehmigten Kosten** der Maßnahmen, die bei ihrem Versicherten durchgeführt werden (Abs. 3 Satz 3). Bei zwei gesetzlich Versicherten trägt also jede Kasse **die Hälfte der bei ihrem eigenen Versicherten** anfallenden Kosten. Die verbleibenden **50 Prozent Eigenanteil** tragen die Paare grundsätzlich selbst; hierfür kommt ergänzend die Bund-Länder-Förderung in Betracht (siehe unten).

## Methoden: Insemination, IVF und ICSI

Welche Verfahren übernommen werden, konkretisiert der **Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)** in den **Richtlinien über künstliche Befruchtung** (§ 27a Abs. 5 i. V. m. § 92 SGB V). Zu den Methoden zählen:

- **Insemination** – Einbringen der aufbereiteten Samenzellen in die Gebärmutter, den Gebärmutterhals oder den Eileiter. Zulasten der GKV ist **ausschließlich die homologe Insemination** (Samen des Ehemannes) erbringbar; die **heterologe** Insemination mit Spendersamen ist keine Kassenleistung.
- **In-vitro-Fertilisation (IVF)** – Befruchtung der zuvor entnommenen Eizellen außerhalb des Körpers ("im Glas") und Rückführung. Bei der Wiedereinpflanzung dürfen **höchstens drei Embryonen** verwendet werden.
- **Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)** – Variante der IVF, bei der eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert wird; angewendet vor allem bei stark eingeschränkter Spermienqualität.

Der G-BA verpflichtet die reproduktionsmedizinischen Praxen zudem, über das im Vergleich zur natürlichen Empfängnis **erhöhte Fehlbildungsrisiko** bei IVF und ICSI aufzuklären.

## Zählweise der Versuche und neuer Anspruch nach der Geburt

Die gesetzliche Grenze der "drei erfolglosen Versuche" (§ 27a Abs. 1 Nr. 2) wird in der G-BA-Richtlinie **methodenspezifisch** konkretisiert: **IVF und ICSI** jeweils bis zu **drei** Versuche, die **Insemination im Spontanzyklus** (ohne hormonelle Stimulation) bis zu **acht** Versuche und die **Insemination nach hormoneller Stimulation** bis zu **drei** Versuche. Entscheidend ist die tatsächliche Durchführung; ein abgebrochener Zyklus zählt nach den Regeln der Richtlinie nicht in jedem Fall als vollständiger Versuch.

Wichtig für Paare: Kommt es zur **Geburt eines Kindes**, wird der Zähler der erfolglosen Versuche **auf null zurückgesetzt** – es entsteht ein **erneuter Anspruch** auf die volle Zahl der Versuche. Der G-BA hat diese Zählweise (u. a. "Zähler auf 0" nach der Geburt) in seinen Regelungen klargestellt.

## Kryokonservierung bei keimzellschädigender Therapie (§ 27a Abs. 4)

Seit Einführung des **§ 27a Abs. 4 SGB V** haben Versicherte Anspruch auf die **Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen oder von Keimzellgewebe** samt der dazugehörigen medizinischen Maßnahmen, wenn das Einfrieren **wegen einer Erkrankung und deren Behandlung mit einer keimzellschädigenden Therapie** (etwa Chemo- oder Strahlentherapie) medizinisch notwendig erscheint, um später Maßnahmen nach Absatz 1 vornehmen zu können. Die **oberen Altersgrenzen** des Absatzes 3 (Frauen 40, Männer 50) gelten hier entsprechend (Abs. 4 Satz 2). Das Bundessozialgericht hat wiederholt entschieden, dass ein **Sachleistungsanspruch** auf Kryokonservierung erst **mit Inkrafttreten der leistungskonkretisierenden G-BA-Richtlinie** besteht (u. a. BSG, 28.08.2024 – B 1 KR 21/23 R). Einzelheiten behandelt eine eigene Themenseite zur Kryokonservierung.

## Ergänzende Bund-Länder-Förderung ("assistierte Reproduktion")

Neben der 50-Prozent-Kassenleistung besteht eine **Förderung von Bund und Ländern** für Maßnahmen der assistierten Reproduktion, gestützt auf die **Richtlinie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)** und verwaltet durch das **Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA)**. Sie kann den nach der Kassenabrechnung verbleibenden **Eigenanteil** weiter senken – der Bund gewährt einen Zuschuss (regelmäßig bis zu 25 Prozent des verbleibenden Eigenanteils, in einzelnen Ländern für höhere Zyklen mehr), **allerdings nur, wenn sich das jeweilige Bundesland mit einem eigenen Förderprogramm beteiligt**. Ob und in welchem Umfang gefördert wird, ist daher **landesabhängig** und wird jährlich von den Haushalten der Länder bestimmt; einzelne Länder setzen die Förderung zeitweise aus. Aktuelle Voraussetzungen (u. a. auch für unverheiratete Paare in teilnehmenden Ländern) veröffentlicht das Informationsportal Kinderwunsch des BMFSFJ.

## Häufige Fehler

- **„Die Krankenkasse zahlt die künstliche Befruchtung komplett."** Falsch – die Kasse übernimmt nach **§ 27a Abs. 3 Satz 3 SGB V** nur **50 Prozent** der mit dem Behandlungsplan genehmigten Kosten; die andere Hälfte tragen die Paare selbst.
- **„Auch unverheiratete Paare bekommen die Behandlung von der Kasse."** Falsch – **§ 27a Abs. 1 Nr. 3 SGB V** verlangt, dass die Personen **miteinander verheiratet** sind. (Eine Länderförderung kann in teilnehmenden Bundesländern teils auch unverheiratete Paare einbeziehen – das ist aber nicht die Kassenleistung.)
- **„Samenspende oder Eizellspende wird bezahlt."** Falsch – zulasten der GKV dürfen **ausschließlich Ei- und Samenzellen der Ehegatten** verwendet werden (Abs. 1 Nr. 4); die heterologe Behandlung ist keine Kassenleistung.
- **„Nach vier oder fünf Versuchen zahlt die Kasse weiter."** Falsch – die hinreichende Erfolgsaussicht entfällt bei IVF/ICSI nach **drei erfolglosen** Versuchen (Abs. 1 Nr. 2, konkretisiert durch die G-BA-Richtlinie).
- **„Nach der Geburt eines Kindes gibt es keinen neuen Anspruch mehr."** Falsch – nach der Geburt wird der Versuchszähler **auf null gesetzt**; es entsteht ein **erneuter Anspruch**.
- **„Frauen über 40 haben denselben Anspruch."** Falsch – der Anspruch endet für **Frauen mit Vollendung des 40.**, für **Männer mit Vollendung des 50. Lebensjahres** (Abs. 3 Satz 1); nach unten beginnt er erst mit **vollendetem 25.**
- **„Die vorgeschriebene Beratung kann der behandelnde Reproduktionsmediziner selbst machen."** Falsch – die Beratung muss durch einen Arzt erfolgen, **der die Behandlung nicht selbst durchführt** (Abs. 1 Nr. 5).
- **„Einen Behandlungsplan braucht man nicht."** Falsch – vor Behandlungsbeginn ist der Krankenkasse ein **Behandlungsplan zur Genehmigung** vorzulegen (Abs. 3 Satz 2).

## Geltungsbereich

Die Regelung gilt für **gesetzlich Krankenversicherte**, die als **miteinander verheiratetes Paar** medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft im **homologen System** in Anspruch nehmen und die **Altersgrenzen** des § 27a Abs. 3 SGB V (Frau 25–39, Mann 25–49, jeweils vollendete Lebensjahre) einhalten. Erfasst sind die vom G-BA in den Richtlinien über künstliche Befruchtung anerkannten Methoden (Insemination, IVF, ICSI) sowie – bei keimzellschädigender Therapie – die Kryokonservierung nach § 27a Abs. 4. Für Privatversicherte und Beihilfeberechtigte gelten eigene, hiervon abweichende Regelwerke.

## Ausnahmen

Kein Sachleistungsanspruch besteht insbesondere bei **heterologer** Behandlung (Samen-/Eizellspende), bei **unverheirateten** Paaren, außerhalb der **Altersgrenzen** sowie nach **Ausschöpfung** der methodenspezifischen Versuchszahl (bis zur erneuten Auslösung durch eine Geburt). Für **Inseminationen ohne** erhöhtes Mehrlingsrisiko sind nach § 27a Abs. 2 Satz 2 die Regelungen zu Erfolgsaussicht (Abs. 1 Nr. 2 zweiter Halbsatz) und zur Überweisung/Beratung (Abs. 1 Nr. 5) **nicht anzuwenden**. Bei der **Kryokonservierung** nach Abs. 4 gelten die oberen Altersgrenzen entsprechend; der Anspruch setzt die geltende G-BA-Richtlinie voraus.

## Beispiel

Ein verheiratetes Paar – sie 34, er 37, beide gesetzlich versichert – möchte wegen unerfüllten Kinderwunsches eine IVF durchführen lassen. Beide lassen sich zunächst von einem **unabhängigen Arzt** beraten und werden an ein nach § 121a SGB V genehmigtes Kinderwunschzentrum überwiesen. Das Zentrum erstellt einen **Behandlungsplan**, den beide Krankenkassen vorab **genehmigen**. Für die durchgeführte IVF übernimmt **jede Kasse 50 Prozent der bei ihrem Versicherten** angefallenen genehmigten Kosten; die restlichen 50 Prozent tragen die Eheleute selbst. Bleiben die ersten beiden Versuche erfolglos, besteht für einen **dritten** Versuch weiterhin Anspruch. Führt der dritte Versuch zur **Geburt eines Kindes**, wird der Zähler zurückgesetzt, sodass für ein weiteres Kind erneut bis zu drei Versuche beansprucht werden können. Lebt das Paar in einem Bundesland mit **Länderförderung**, kann ein Teil des Eigenanteils zusätzlich bezuschusst werden.

## Quellen

- § 27a SGB V – Künstliche Befruchtung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__27a.html
- § 27a SGB V – Künstliche Befruchtung (dejure.org, Fassung ab 11.05.2019): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/27a.html
- § 121a SGB V – Genehmigung zur Durchführung künstlicher Befruchtungen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__121a.html
- § 92 SGB V – Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__92.html
- G-BA – Künstliche Befruchtung (Altersgrenzen, Anspruch, Richtlinie): https://www.g-ba.de/themen/methodenbewertung/kuenstliche-befruchtung/
- G-BA – Methoden der künstlichen Befruchtung (Insemination homolog/heterolog, IVF, ICSI): https://www.g-ba.de/themen/methodenbewertung/kuenstliche-befruchtung/methoden/
- G-BA – Definition und Zählweise von Versuchen ("Zähler auf 0" nach Geburt): https://www.g-ba.de/themen/methodenbewertung/kuenstliche-befruchtung/definition-zaehlweise/
- G-BA – Richtlinien über künstliche Befruchtung (Richtlinie Nr. 1): https://www.g-ba.de/richtlinien/1/
- BSG, 28.08.2024 – B 1 KR 21/23 R (Kryokonservierung, Anspruch ab Inkrafttreten der Richtlinie): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=28.08.2024&Aktenzeichen=B%201%20KR%2021%2F23%20R
- BSG, 10.11.2021 – B 1 KR 7/21 R (kein Anspruch gleichgeschlechtlicher Ehepaare auf heterologe Insemination): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=10.11.2021&Aktenzeichen=B%201%20KR%207%2F21%20R
- BAFzA – Bund/Länder-Kooperation bei der Förderung von Kinderwunschbehandlungen: https://www.bafza.de/programme-und-foerderungen/bundlaender-kooperation-bei-der-foerderung-von-kinderwunschbehandlungen
- BMFSFJ – Informationsportal Kinderwunsch (finanzielle Förderung): https://www.informationsportal-kinderwunsch.de/kiwu/finanzielle-foerderung/finanzielle-unterstuetzung

## Änderungsverlauf

- 2026-08-04: Erstveröffentlichung. Normtext § 27a SGB V (Abs. 1 Nr. 1–5, Abs. 2, Abs. 3 Sätze 1–3, Abs. 4, Abs. 5) verbatim gegen dejure.org und gesetze-im-internet.de geprüft; Fassung Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom 06.05.2019 (BGBl. I S. 646), in Kraft 11.05.2019. Fünf Anspruchsvoraussetzungen, 50-%-Kostenübernahme (Abs. 3 Satz 3), Altersgrenzen 25/40/50 (Abs. 3 Satz 1), Behandlungsplan-Genehmigung (Abs. 3 Satz 2), Überweisung an § 121a-Einrichtung (Abs. 1 Nr. 5) belegt. Methoden (homologe Insemination, IVF, ICSI), Beschränkung auf homologes System und Aufklärungspflicht über erhöhtes Fehlbildungsrisiko gegen G-BA verifiziert; Zählweise ("drei Versuche" IVF/ICSI, Insemination 8 ohne / 3 mit Stimulation, "Zähler auf 0" nach Geburt) aus den Richtlinien über künstliche Befruchtung und der G-BA-Themenseite übernommen. Kryokonservierung nach Abs. 4 mit BSG-Rechtsprechung (B 1 KR 21/23 R) vermerkt; Bund-Länder-Förderung (BMFSFJ/BAFzA) als landesabhängige Ergänzung dargestellt. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

Rechtsstand: 4. August 2026. § 27a SGB V gilt in der Fassung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) vom 6. Mai 2019 (BGBl. I S. 646), in Kraft seit 11. Mai 2019. Die medizinischen Einzelheiten – Methoden, Indikationen und Zählweise der Versuche – regelt der Gemeinsame Bundesausschuss in den Richtlinien über künstliche Befruchtung (§ 27a Abs. 5 i. V. m. § 92 SGB V). Die ergänzende Bund-Länder-Förderung der assistierten Reproduktion (BMFSFJ-Richtlinie, BAFzA) ist landesabhängig und wird jährlich durch die Haushalte der Länder bestimmt; maßgeblich sind die aktuellen Landesregelungen. Die Kryokonservierung nach § 27a Abs. 4 SGB V wird auf einer eigenen Themenseite vertieft.
