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title: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (EFZG) – 6 Wochen Entgeltfortzahlung
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# Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (EFZG) – 6 Wochen Entgeltfortzahlung

## Kurzantwort

Wird ein Arbeitnehmer durch **Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit** an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne dass ihn ein Verschulden trifft, hat er für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von **sechs Wochen** Anspruch auf **Entgeltfortzahlung** durch den Arbeitgeber (§ 3 Abs. 1 EFZG). Der Anspruch entsteht nach einer **Wartezeit von 4 Wochen** ununterbrochener Beschäftigung (§ 3 Abs. 3 EFZG). Die **Krankheit muss unverzüglich angezeigt** werden; bei längerer Dauer als 3 Tagen ist eine **ärztliche Bescheinigung** vorzulegen (§ 5 EFZG).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) [gesetze-im-internet.de, EFZG] |
| Dauer der Entgeltfortzahlung | **6 Wochen** (42 Kalendertage) [§ 3 Abs. 1 EFZG] |
| Wartezeit ab Beginn Arbeitsverhältnis | **4 Wochen** [§ 3 Abs. 3 EFZG] |
| Höhe | regelmäßige Arbeitsvergütung ohne krankheitsbedingten Ausfall [§ 4 Abs. 1 EFZG] |
| Anzeigepflicht | **unverzüglich** Arbeitsunfähigkeit + voraussichtliche Dauer [§ 5 Abs. 1 S. 1 EFZG] |
| Bescheinigungspflicht | bei Krankheit > **3 Kalendertagen** [§ 5 Abs. 1 S. 2 EFZG] |
| Elektronische AU-Bescheinigung (eAU) | seit 01.01.2023 Pflicht für GKV-Versicherte [§ 5 Abs. 1a EFZG] |
| Fortsetzungserkrankung | neue Anspruchsfrist erst nach **6 Monaten** ohne erneute AU oder **12 Monaten** ab erster AU [§ 3 Abs. 1 S. 2 Nr. 1+2 EFZG] |
| Verschulden | bei grobem Selbstverschulden Anspruch ausgeschlossen [§ 3 Abs. 1 EFZG] |
| Auslandsaufenthalt | Anzeige + ärztliches Attest auch erforderlich [§ 5 Abs. 2 EFZG] |
| Mehrere Arbeitgeber | Anspruch besteht gegenüber jedem [§ 8 Abs. 1 EFZG] |
| Anspruch bei Mini-Job | besteht auch [§ 1 Abs. 1 EFZG, BAG 5 AZR 466/99] |
| Krankengeld nach 6 Wochen | GKV zahlt **70 % Bruttolohn / max. 90 % Nettolohn** [§ 47 SGB V] |
| Höchstdauer Krankengeld | **72 Wochen pro Krankheitsfall** in 3 Jahren [§ 48 SGB V] |
| Kündigung während AU | grundsätzlich zulässig (kein Sonderkündigungsschutz), aber krankheitsbedingt nur unter strengen Voraussetzungen |

## Geltungsbereich

EFZG gilt für **alle Arbeitnehmer**, einschließlich Auszubildender (§ 19 BBiG verweist auf EFZG), Mini-Jobber, Teilzeit, Heimarbeiter (§ 10 EFZG). Selbstständige und freie Mitarbeiter haben keinen Anspruch. Bei mehreren Krankheiten innerhalb eines 12-Monats-Zeitraums werden die Tage zusammengerechnet (Fortsetzungserkrankung), es sei denn, eine völlig **andere Krankheitsursache** liegt vor.

## Häufige Fehler

- **„Krank ab Tag 1, Attest ab Tag 4."** Korrekt: Krankheit unverzüglich melden, Bescheinigung erst ab Tag 4 (mehr als 3 Tage), Arbeitgeber kann aber **ab Tag 1** verlangen.
- **„Bei kurzer Beschäftigung kein Anspruch."** Erst nach 4 Wochen Beschäftigung – vorher kein EFZG-Anspruch, aber Krankenkasse zahlt ggf. Krankengeld direkt.
- **„Nach 6 Wochen bin ich auf mich allein gestellt."** Falsch – die GKV zahlt anschließend Krankengeld (§§ 47–48 SGB V).



## Quellen

- Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG):
  https://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/index.html
- § 47 SGB V – Höhe Krankengeld:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__47.html
- § 48 SGB V – Dauer Krankengeld:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__48.html
- BMAS – Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall:
  https://www.bmas.de/DE/Soziales/Sozialversicherung/sozialversicherung.html

## Änderungsverlauf

- 2026-06-04: Erstveröffentlichung. Werte gegen EFZG und §§ 47, 48 SGB V (gesetze-im-internet.de) geprüft. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-06-04
- Gültig ab: 1994-06-01
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (EFZG, SGB V)
- Lizenz: CC BY 4.0
