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title: MiCA — Zulassung als Kryptowerte-Dienstleister (CASP): Anforderungen, Antrag und Fristen
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# MiCA — Zulassung als Kryptowerte-Dienstleister (CASP): Anforderungen, Antrag und Fristen

## Kurzantwort

Wer in der EU gewerblich **Kryptowerte-Dienstleistungen** erbringt (Verwahrung, Betrieb einer Handelsplattform, Tausch, Ausführung/Vermittlung von Aufträgen, Platzierung, Transfer, Beratung oder Portfolioverwaltung), braucht seit dem **30. Dezember 2024** eine **Zulassung als Crypto-Asset Service Provider (CASP)** nach **Art. 59 der Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA/MiCAR)**. In Deutschland erteilt die **BaFin** diese Zulassung; sie prüft gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank. Der Antrag muss einen festen Katalog an Angaben enthalten (Art. 62 MiCA) — u. a. Geschäftsplan, Nachweis der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel, Leitungsstruktur, Zuverlässigkeit von Geschäftsleitung und qualifiziert Beteiligten sowie **DORA-konforme** IKT-Vorkehrungen. Die BaFin prüft den Antrag zunächst auf Vollständigkeit (**25 Arbeitstage**) und entscheidet dann über die Zulassung (**40 Arbeitstage** ab vollständigem Antrag, Art. 63 MiCA). Eine erteilte CASP-Zulassung gilt EU-weit über **Passporting**. Die deutsche Übergangsfrist für Altanbieter endete am **30. Dezember 2025** (KMAG).

## Rechtsgrundlage

**Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), Titel V (Art. 59–74)** regelt die Zulassung und laufende Aufsicht der Kryptowerte-Dienstleister:

- **Art. 59 MiCA — Zulassungspflicht:** Kryptowerte-Dienstleistungen dürfen in der Union nur von juristischen Personen (oder gleichgestellten Unternehmen) mit **CASP-Zulassung** oder von bereits regulierten Finanzunternehmen nach **Art. 60** (Kreditinstitute, Wertpapierfirmen u. a. per Notifizierung) erbracht werden. Der CASP muss seinen **satzungsmäßigen Sitz** in einem Mitgliedstaat haben, in dem er zumindest einen Teil seiner Dienste erbringt, die **tatsächliche Geschäftsleitung in der Union** und **mindestens einen in der Union ansässigen Geschäftsleiter**.
- **Art. 62 MiCA — Inhalt des Zulassungsantrags:** abschließender Katalog der einzureichenden Angaben und Nachweise.
- **Art. 63 MiCA — Prüfung und Entscheidung:** Verfahrensfristen (Vollständigkeits- und Sachprüfung).
- Konkretisiert durch die **Delegierte Verordnung (EU) 2025/305** (RTS zu Art. 62 Abs. 5 — Inhalt der Antragsangaben) und die **Durchführungsverordnung (EU) 2025/306** (ITS zu Art. 62 Abs. 6 — Standardformulare und -verfahren).

In Deutschland flankiert das **Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG)** die unmittelbar geltende Verordnung: Es bestimmt die **BaFin** als zuständige Behörde, regelt Verfahren, Gebühren und Sanktionen. MiCA ist als **Verordnung unmittelbar anwendbar** — es bedarf keines nationalen Umsetzungsgesetzes.

## Anwendungsbereich / Wer ist betroffen

Die Zulassungspflicht ist in folgenden Schritten zu prüfen:

1. **Wird eine Kryptowerte-Dienstleistung erbracht?** Erfasst sind die in Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 MiCA definierten Dienste: Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten für Dritte, Betrieb einer Handelsplattform, Tausch von Kryptowerten gegen Geld oder andere Kryptowerte, Ausführung von Aufträgen, Platzierung, Annahme/Übermittlung von Aufträgen, Beratung, Portfolioverwaltung sowie Transferdienste für Kryptowerte.
2. **Geschieht das gewerblich / berufsmäßig in der EU?** Einmalige, rein private Vorgänge fallen nicht darunter; das Anbieten an Kunden in der Union schon.
3. **Greift eine Ausnahme?** Bereits nach anderem EU-Recht regulierte Finanzunternehmen (Kreditinstitute, Wertpapierfirmen, E-Geld-Institute u. a.) benötigen keine gesonderte CASP-Zulassung, müssen die Dienste aber nach **Art. 60 MiCA** vorab bei der zuständigen Behörde **notifizieren**. Nicht erfasst sind ferner Dienste zu Instrumenten, die bereits als **Finanzinstrumente** (MiFID II) gelten, sowie voll dezentrale Angebote ohne Intermediär (Einzelfallprüfung).
4. **Zuständige Behörde:** Der Antrag geht an die Behörde des **Herkunftsmitgliedstaats** (in Deutschland: BaFin, Referat ZK 4, gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum ZAG- und Kryptoaufsicht der Bundesbank).

## Pflichten und Rechtsfolgen

Der Zulassungsantrag nach **Art. 62 MiCA** muss insbesondere enthalten: Name, Rechtsform, LEI und Anschrift des Antragstellers; Satzung; einen **Geschäftsplan (programme of operations)** mit Art und Vermarktung der geplanten Dienste; Nachweis der **aufsichtsrechtlichen Sicherheiten/Eigenmittel** nach Art. 67 MiCA; Beschreibung der **Governance- und internen Kontrollmechanismen**; Nachweis der **Zuverlässigkeit und fachlichen Eignung** von Geschäftsleitung und qualifiziert Beteiligten; Beschreibung der **IKT-Systeme und Sicherheitsvorkehrungen einschließlich DORA-Nachweis**; Verfahren zur **Trennung von Kundengeldern und -kryptowerten**; ein **Beschwerdemanagement**; sowie dienstspezifische Unterlagen (z. B. Verwahr-Policy bei Custody, Betriebsregeln bei einer Handelsplattform).

Nach der Zulassung treffen den CASP laufende Pflichten: **ehrliches, redliches und professionelles Handeln im Kundeninteresse** (Art. 66), Einhaltung der **Eigenmittelanforderungen** (Art. 67), **sichere Verwahrung** und Trennung von Kundenvermögen, Vorkehrungen gegen **Interessenkonflikte** sowie Meldepflichten gegenüber der Aufsicht.

**Rechtsfolgen bei Verstoß:** Das Erbringen zulassungspflichtiger Kryptowerte-Dienstleistungen **ohne Zulassung** ist unzulässig; die BaFin kann die Tätigkeit untersagen, abwickeln lassen und Bußgelder verhängen. MiCA gibt einen unionsweiten Sanktionsrahmen vor (Art. 111); die konkrete Ausgestaltung erfolgt national über das KMAG. Zulassungen können bei fortdauernden Verstößen auch **entzogen** werden (Art. 64 MiCA).

## Fristen und Übergangsregelungen

- **Geltung der CASP-Regeln:** seit **30. Dezember 2024** (Art. 149 Abs. 1 MiCA).
- **Vollständigkeitsprüfung:** Die zuständige Behörde prüft binnen **25 Arbeitstagen** nach Antragseingang, ob der Antrag vollständig ist; fehlende Unterlagen fordert sie unter Fristsetzung nach (Art. 63 MiCA). Die BaFin orientiert sich dabei an der ESMA-Empfehlung, eine **Vierwochenfrist** zur Nachreichung zu setzen, und kann unvollständige Anträge ablehnen.
- **Sachentscheidung:** Innerhalb von **40 Arbeitstagen** ab Eingang des **vollständigen** Antrags entscheidet die Behörde begründet über Erteilung oder Ablehnung der Zulassung (Art. 63 MiCA).
- **Übergangsfrist für Altanbieter (Grandfathering):** Art. 143 Abs. 3 MiCA erlaubte eine EU-weite Übergangsfrist bis **1. Juli 2026** für vor dem 30.12.2024 nach nationalem Recht tätige Anbieter. Die Mitgliedstaaten durften sie verkürzen — **Deutschland hat sie per KMAG auf den 30. Dezember 2025 vorgezogen**. Seither muss eine Zulassung vorliegen oder ein Antrag laufen.
- **Passporting:** Eine erteilte Zulassung berechtigt nach vorheriger **Anzeige** zur grenzüberschreitenden Erbringung der Dienste in der gesamten EU, ohne separate Zulassung in jedem Mitgliedstaat (Art. 65 MiCA).

## Praxisbeispiel

Ein Berliner Fintech betreibt eine Handelsplattform, auf der Kunden Bitcoin und Ether kaufen, verkaufen und verwahren lassen können. Es erbringt damit gleich mehrere Kryptowerte-Dienstleistungen (Betrieb einer Handelsplattform, Tausch, Verwahrung) und benötigt eine CASP-Zulassung. Nach dem **BaFin-Merkblatt Kryptowerte-Dienstleistungen nach MiCAR (mb_250103)** vereinbart das Unternehmen zunächst ein **Erstgespräch** mit der BaFin, nutzt dann das **Standard-Antragsformular aus dem Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2025/306**, belegt seine DORA-Konformität über die BaFin-Dokumentationsanforderungen und reicht den Antrag postalisch oder elektronisch beim Referat ZK 4 ein — mit elektronischer Kopie an die Bundesbank. Der Antrag ist **gebührenpflichtig** (nach Zeitaufwand, FinDAGebV), auch bei Rücknahme oder Ablehnung. Nach Erteilung wird die Zulassung im **Bundesanzeiger**, in der BaFin-Unternehmensdatenbank und im **ESMA-MiCA-Register** veröffentlicht.

## Verwandte Normen

- **Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 MiCA** — Definition der Kryptowerte-Dienstleistungen
- **Art. 60 MiCA** — Erbringung durch bereits regulierte Finanzunternehmen (Notifizierung statt Zulassung)
- **Art. 64–65 MiCA** — Entzug der Zulassung; EU-Passporting
- **Art. 66–67 MiCA** — Wohlverhaltens- und Eigenmittelpflichten der CASP
- **Delegierte VO (EU) 2025/305 (RTS)** / **Durchführungs-VO (EU) 2025/306 (ITS)** — Antragsinhalt und -formulare
- **§ 1 Abs. 11 KWG** — nationale Definition Kryptowerte / Kryptoverwahrgeschäft (Abgrenzung)
- **KMAG** — deutsche Begleitregelung (BaFin-Zuständigkeit, Sanktionen, verkürzte Übergangsfrist)
- **DORA (VO (EU) 2022/2554)** — digitale operationale Resilienz, im Antrag nachzuweisen





## Quellen

- Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA, Volltext, Titel V Art. 59 ff.):
  https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2023/1114/oj/deu
- BaFin — Kryptowerte-Dienstleistungen (Zulassungsantrag, Fristen, Gebühren, Passporting):
  https://www.bafin.de/DE/unternehmen-maerkte/erlaubnis-registrierung/geschaefte-krypto/kryptowerte-dienstleistungen/kryptowerte-dienstleistungen_node.html
- BaFin — Merkblatt Kryptowerte-Dienstleistungen nach MiCAR (mb_250103):
  https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Merkblatt/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html
- ESMA — Article 59 Authorisation (Interactive Single Rulebook, MiCA):
  https://www.esma.europa.eu/publications-and-data/interactive-single-rulebook/mica/article-59-authorisation
- ESMA — Supervisory Briefing on the Authorisation of CASPs under MiCA:
  https://www.esma.europa.eu/document/supervisory-briefing-authorisation-casps-under-mica
- Delegierte Verordnung (EU) 2025/305 (RTS zu Art. 62 Abs. 5 MiCA):
  https://eur-lex.europa.eu/eli/reg_del/2025/305
- Durchführungsverordnung (EU) 2025/306 (ITS zu Art. 62 Abs. 6 MiCA — Standardformulare):
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=OJ:L_202500306
- Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG):
  https://www.gesetze-im-internet.de/kmag/

## Stand

- **Stand:** 16.07.2026
- **Gültig ab:** 30.12.2024 (CASP-Regeln, Art. 149 Abs. 1 MiCA); deutsche Übergangsfrist bis 30.12.2025 (KMAG)
- **Rechtsstatus:** in Kraft (in_force)
- **Quellenautorität:** A (eur-lex.europa.eu, bafin.de, esma.europa.eu)
- **Lizenz:** CC-BY-4.0

## Änderungsverlauf

- 2026-07-16: Erstveröffentlichung. Zulassungspflicht (Art. 59), Antragsinhalt (Art. 62) und Verfahrensfristen (Art. 63: 25 Arbeitstage Vollständigkeit / 40 Arbeitstage Sachentscheidung) gegen Verordnung (EU) 2023/1114 (eur-lex) und die BaFin-Seite zu Kryptowerte-Dienstleistungen geprüft. Neu aufgenommen: konkretisierende RTS/ITS Delegierte VO (EU) 2025/305 und Durchführungs-VO (EU) 2025/306 sowie DORA-Nachweis im Antrag (Aktualität ggü. bestehender MiCA-Übersichtsseite). | change_type=new_topic reviewed_by="Andreas Warkentin"