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title: P-Konto – Pfändungsschutzkonto (§§ 850k, 899 ff. ZPO)
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# P-Konto – Pfändungsschutzkonto (§§ 850k, 899 ff. ZPO)

## Kurzantwort

Das **Pfändungsschutzkonto (P-Konto)** schützt das Guthaben eines Girokontos vor der Kontopfändung. Jede natürliche Person kann von ihrer Bank **jederzeit** verlangen, dass ihr Zahlungskonto als P-Konto geführt wird (§ 850k ZPO). Auf dem P-Konto bleibt monatlich ein **Grundfreibetrag** unpfändbar: Seit dem **1. Juli 2026** sind das **1.590,00 €** je Kalendermonat (§ 899 Abs. 1 ZPO – der Betrag des § 850c Abs. 1 ZPO von 1.587,40 € wird auf den nächsten vollen 10-Euro-Betrag aufgerundet). Für **Unterhaltspflichten**, Kindergeld und bestimmte Sozialleistungen erhöht sich der Freibetrag (§ 902 ZPO); die Erhöhung ist gegenüber der Bank durch eine **Bescheinigung** nachzuweisen (§ 903 ZPO). Nicht verbrauchtes Guthaben wird in die **drei** folgenden Kalendermonate übertragen (§ 899 Abs. 2 ZPO). Jede Person darf **nur ein** P-Konto führen; ein Gemeinschaftskonto kann kein P-Konto sein.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | **§ 850k ZPO** (Einrichtung/Beendigung) i. V. m. **§§ 899–910 ZPO** (Pfändungsschutz) |
| Grundfreibetrag (monatlich) | **1.590,00 €** (seit 01.07.2026; zuvor 1.560,00 €) |
| Herleitung des Grundbetrags | § 850c Abs. 1 ZPO (**1.587,40 €**) aufgerundet auf den nächsten vollen **10-Euro-Betrag** (§ 899 Abs. 1 ZPO) |
| Anspruch auf P-Konto | **jede natürliche Person**, jederzeit, gegenüber dem kontoführenden Institut (§ 850k Abs. 1 ZPO) |
| Nur ein P-Konto je Person | ja – Verstoß meldet die Bank an die Auskunfteien (SCHUFA-Merkmal); Gläubiger kann Beschränkung auf ein Konto beantragen |
| Umwandlung bestehendes Konto | Girokonto wird auf Verlangen in P-Konto umgewandelt; bei bereits gepfändetem Konto Schutz **ab dem 4. Geschäftstag** nach dem Verlangen (§ 850k Abs. 3 ZPO) |
| Kontoform | nur **Einzelkonto**; **Gemeinschaftskonto** kann kein P-Konto sein (§ 850l ZPO) |
| Erhöhungsbeträge | Unterhaltspflichten, Kindergeld/Kinderleistungen, einmalige Sozialleistungen, behinderungsbedingte Mehraufwendungen (§ 902 ZPO) |
| Zuschlag 1. Unterhaltspflicht | **+597,42 €** / Monat (über § 902 S. 1 Nr. 1 i. V. m. § 850c Abs. 2 ZPO) |
| Zuschlag 2.–5. Person (je) | **+332,83 €** / Monat |
| Nachweis der Erhöhung | **Bescheinigung** von Arbeitgeber, Familienkasse, Sozialleistungsträger, geeigneter Stelle (Schuldnerberatung), Rechtsanwalt/Steuerberater (§ 903 ZPO); ersatzweise Gericht (§ 906 ZPO) |
| Übertrag nicht verbrauchten Guthabens | in die **drei** folgenden Kalendermonate (§ 899 Abs. 2 ZPO); Verrechnung nach **FIFO** |
| Einwendungen gegen die Freibetragshöhe | bis zum Ablauf des **sechsten** Folgemonats gegenüber der Bank (§ 899 Abs. 3 ZPO) |
| Gerichtliche Anpassung | Erhöhung/Festsetzung durch das Vollstreckungsgericht (§§ 906, 907 ZPO) |
| Automatische Anpassung des Grundbetrags | ja – Erhöhung zum 1.7. wirkt **ohne** neue Bescheinigung |
| Geltungszeitraum dieser Werte | **01.07.2026 – 30.06.2027** |

## Was das P-Konto leistet

Wird ein Girokonto gepfändet, sperrt die Bank zunächst das gesamte Guthaben – auch Lohn, Rente oder Sozialleistungen, die eigentlich das Existenzminimum sichern. Das **Pfändungsschutzkonto** verhindert das: Auf einem P-Konto bleibt ein gesetzlich festgelegter Betrag **automatisch** verfügbar, ohne dass der Schuldner beim Vollstreckungsgericht einen Freigabeantrag stellen muss. Der Kontoinhaber kann über den geschützten Betrag frei verfügen – abheben, überweisen, per Karte zahlen –, während nur das darüber hinausgehende Guthaben von der Pfändung erfasst wird.

Das P-Konto ist ein **ganz normales Girokonto**, das lediglich mit der Pfändungsschutzfunktion geführt wird. Jede natürliche Person hat nach § 850k Abs. 1 ZPO einen **Anspruch** darauf, ihr bestehendes Zahlungskonto als P-Konto führen zu lassen; das Verlangen ist gegenüber dem Kreditinstitut zu erklären. Das Konto wird dabei nur noch auf **Guthabenbasis** geführt (kein Dispokredit).

## Der Grundfreibetrag ab 1. Juli 2026

Der monatliche Grundfreibetrag des P-Kontos ist gesetzlich an die Pfändungsfreigrenze für Arbeitseinkommen gekoppelt. Nach § 899 Abs. 1 ZPO entspricht er dem **monatlichen Freibetrag des § 850c Abs. 1 ZPO**, aufgerundet auf den nächsten vollen **10-Euro-Betrag**. Da der Grundbetrag des § 850c ZPO seit dem 1. Juli 2026 **1.587,40 €** beträgt, sind auf dem P-Konto **1.590,00 €** je Kalendermonat unpfändbar. Bis zum 30. Juni 2026 lag der Grundfreibetrag bei **1.560,00 €**.

Die Erhöhung des Grundfreibetrags wirkt **automatisch**: Für den Basisbetrag muss der Kontoinhaber keine neue Bescheinigung vorlegen, die Bank passt ihn zum Stichtag selbst an. Weil die Pfändungsfreigrenzen nach § 850c Abs. 4 ZPO **jährlich zum 1. Juli** an den steuerlichen Grundfreibetrag angepasst werden, ändert sich auch der P-Konto-Grundfreibetrag turnusmäßig. Zum 1. Juli 2027 folgt die nächste Anpassung.

## Erhöhungsbeträge (§ 902 ZPO)

Über den Grundfreibetrag hinaus schützt § 902 ZPO weitere Beträge, wenn der Schuldner besondere Belastungen oder zweckgebundene Leistungen hat. Dazu zählen insbesondere: gesetzliche **Unterhaltspflichten** (die Erhöhung entspricht den Zuschlägen des § 850c Abs. 2 ZPO – **597,42 €** für die erste, **332,83 €** für die zweite bis fünfte unterhaltsberechtigte Person je Monat), **Kindergeld** und laufende Geldleistungen für Kinder, **einmalige Sozialleistungen** sowie Geldleistungen zum Ausgleich **behinderungsbedingter Mehraufwendungen**. Auch bestimmte Nachzahlungen von Arbeitseinkommen oder Sozialleistungen können geschützt sein.

Diese Erhöhungsbeträge gelten nicht von selbst. Der Kontoinhaber muss sie der Bank durch eine **Bescheinigung** nachweisen (§ 903 ZPO). Ausstellen dürfen sie unter anderem der **Arbeitgeber**, die **Familienkasse**, der **Sozialleistungsträger**, geeignete Stellen der **Schuldner- und Insolvenzberatung** sowie **Rechtsanwälte** und **Steuerberater**. Legt der Schuldner keine Bescheinigung vor oder bestreitet die Bank deren Richtigkeit, kann das **Vollstreckungsgericht** den pfändungsfreien Betrag auf Antrag festsetzen (§ 906 ZPO).

## Ansparen und Übertrag (§ 899 Abs. 2 ZPO)

Wer den geschützten Betrag in einem Monat nicht vollständig ausschöpft, verliert ihn nicht sofort. Nicht verbrauchtes Guthaben bleibt in den **drei nachfolgenden Kalendermonaten** zusätzlich zum jeweiligen Monatsfreibetrag geschützt (§ 899 Abs. 2 ZPO). So lassen sich etwa Rücklagen für eine größere Anschaffung oder eine Nachzahlung bilden, ohne dass das Guthaben gepfändet wird. Verfügungen werden nach dem **First-in-first-out-Prinzip** mit dem zuerst gutgeschriebenen Guthaben verrechnet. Einwendungen gegen die Höhe eines pfändungsfreien Betrags muss der Schuldner der Bank spätestens bis zum Ablauf des **sechsten** auf die Berechnung folgenden Kalendermonats mitteilen (§ 899 Abs. 3 ZPO).

## Einrichtung, Umwandlung und Grenzen

Das P-Konto wird **nur als Einzelkonto** geführt. Ein **Gemeinschaftskonto** kann kein Pfändungsschutzkonto sein; bei Pfändung eines Gemeinschaftskontos kann jeder Mitinhaber verlangen, dass sein Anteil auf ein eigenes Einzelkonto überwiesen und dieses als P-Konto geführt wird (§ 850l ZPO). Jede Person darf **nur ein** P-Konto unterhalten. Die Bank meldet die Führung eines P-Kontos an die Auskunfteien (z. B. SCHUFA), damit die Einmaligkeit überprüfbar ist; führt ein Schuldner pflichtwidrig mehrere P-Konten, kann das Vollstreckungsgericht auf Antrag des Gläubigers anordnen, dass nur ein bestimmtes Konto den Schutz behält.

Wird ein bereits **gepfändetes** Konto nachträglich in ein P-Konto umgewandelt, wirkt der Schutz nach § 850k Abs. 3 ZPO **rückwirkend ab dem 4. Geschäftstag** nach dem Umwandlungsverlangen – wichtig, um nach Zustellung eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses schnell zu handeln. Der Schutz des P-Kontos betrifft nur **Kontoguthaben**; die Pfändungsfreigrenzen für laufendes Arbeitseinkommen richten sich weiterhin nach § 850c ZPO.

## Häufige Fehler

- **„Ein P-Konto muss man neu beantragen und eröffnen."** Falsch. Das bestehende Girokonto wird auf Verlangen in ein P-Konto **umgewandelt** (§ 850k Abs. 1 ZPO). Man hat einen gesetzlichen Anspruch darauf; die Umwandlung ist kostenlos im Rahmen der normalen Kontoführung.
- **„Auf dem P-Konto ist mein ganzes Guthaben geschützt."** Nein. Geschützt ist nur der Grundfreibetrag (seit 01.07.2026: **1.590,00 €**/Monat) zzgl. nachgewiesener Erhöhungsbeträge. Darüber hinausgehendes Guthaben wird von der Pfändung erfasst.
- **„Für Kinder und Unterhalt erhöht sich der Freibetrag automatisch."** Nur mit **Bescheinigung** (§ 903 ZPO). Ohne Nachweis gegenüber der Bank bleibt es beim Grundfreibetrag.
- **„Nicht genutztes Guthaben verfällt am Monatsende."** Nein. Es wird in die **drei** folgenden Monate übertragen (§ 899 Abs. 2 ZPO) und bleibt dort zusätzlich geschützt.
- **„Wir führen ein gemeinsames P-Konto für den Haushalt."** Nicht möglich. Ein P-Konto ist immer ein **Einzelkonto**; jede Person braucht ihr eigenes (§ 850l ZPO).
- **„Man kann mehrere P-Konten bei verschiedenen Banken haben."** Nein. Jede Person darf **nur ein** P-Konto führen; die Führung wird an die Auskunfteien gemeldet.

## Siehe auch

- [Pfändungsfreigrenzen bei Lohnpfändung (§ 850c ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/pfaendungsfreigrenzen-850c-zpo.html)
- [Gerichtliches Mahnverfahren (§§ 688 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/gerichtliches-mahnverfahren-688-zpo.html)
- [Versäumnisurteil (§§ 330 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/versaeumnisurteil-330-zpo.html)
- [Klageerhebung im Zivilprozess (§§ 253 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/klageerhebung-zivilprozess-253-zpo.html)
- [Prozesskostenhilfe (§§ 114 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/prozesskostenhilfe-114-zpo.html)




## Quellen

- § 850k ZPO – Einrichtung und Beendigung des Pfändungsschutzkontos: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__850k.html
- § 899 ZPO – Pfändungsfreier Betrag; Übertragung (Grundfreibetrag, Ansparung, Einwendungen): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__899.html
- § 850c ZPO – Pfändungsschutz für Arbeitseinkommen (Grundbetrag 1.587,40 €, jährliche Anpassung): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__850c.html
- Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026 (Werte ab 01.07.2026): https://www.gesetze-im-internet.de/pf_ndfreigrbek_2026/BJNR0500A0026.html
- § 902 ZPO – Erhöhungsbeträge (Unterhalt, Kindergeld, Sozialleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__902.html
- § 903 ZPO – Nachweise über Erhöhungsbeträge (Bescheinigung): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__903.html
- § 850l ZPO – Pfändung des Gemeinschaftskontos: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__850l.html
- § 906 ZPO – Nicht von der Pfändung erfasstes Guthaben; gerichtliche Festsetzung: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__906.html
- BMJ – Zwangsvollstreckung und Pfändungsschutz (amtliche Übersicht): https://www.bmj.de/DE/Themen/FinanzenUndAnlegerschutz/ZwangsvollstreckungPfaendungsschutz/ZwangsvollstreckungPfaendungsschutz_node.html

## Änderungsverlauf

- 2026-07-21: Erstveröffentlichung der Faktenseite, alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen gegengeprüft, Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects). | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-07-21
- Status: aktuell (geltendes Recht)
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
