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# Parteifähigkeit und Prozessfähigkeit im Zivilprozess (§§ 50–58 ZPO)

## Kurzantwort

Bevor ein Zivilgericht überhaupt zur Sache kommt, prüft es zwei ganz grundlegende Fragen: **Wer** kann Kläger oder Beklagter sein – und **wer** darf für diese Partei handeln. Die erste Frage beantwortet **§ 50 ZPO** in einem einzigen Satz: **„Parteifähig ist, wer rechtsfähig ist."** Damit wandert die Antwort ins materielle Recht: natürliche Personen ab **Vollendung der Geburt** (§ 1 BGB), juristische Personen wie GmbH, AG und eingetragener Verein, außerdem die **rechtsfähige GbR** (§ 705 Abs. 2 BGB), die **OHG** (§ 105 Abs. 2 HGB) und die **Gemeinschaft der Wohnungseigentümer** (§ 9a Abs. 1 WEG). Wichtig für die Praxis: Der frühere **§ 50 Abs. 2 ZPO** mit der Sonderregel für den **nicht rechtsfähigen Verein** ist durch das **MoPeG** zum **1. Januar 2024 entfallen** – die Vorschrift besteht heute nur noch aus dem einen Satz zur Rechtsfähigkeit. Die zweite Frage, die **Prozessfähigkeit**, richtet sich nach **§ 51 Abs. 1 ZPO** ebenfalls nach bürgerlichem Recht; **§ 52 ZPO** bringt es auf die Formel, dass prozessfähig ist, **wer sich durch Verträge verpflichten kann**. Wer nicht prozessfähig ist – ein Kind, ein Geschäftsunfähiger –, handelt durch seinen **gesetzlichen Vertreter**. Seit der Betreuungsrechtsreform stellt **§ 51 Abs. 3 ZPO** außerdem eine wirksame **Vorsorgevollmacht** dem gesetzlichen Vertreter gleich, und **§ 53 ZPO** erlaubt dem Betreuer die **Ausschließlichkeitserklärung**, mit der der Betreute für den weiteren Rechtsstreit einer nicht prozessfähigen Person gleichsteht. All diese Punkte prüft das Gericht nach **§ 56 Abs. 1 ZPO** **von Amts wegen** – ein Mangel führt zur **Unzulässigkeit** der Klage, unabhängig davon, wer im Recht ist.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Parteifähigkeit | § 50 ZPO: „Parteifähig ist, wer rechtsfähig ist." – seit 01.01.2024 der gesamte Normtext |
| Wegfall des früheren Abs. 2 | Sonderregel zum nicht rechtsfähigen Verein durch das MoPeG vom 10.08.2021 (BGBl. I S. 3436) mit Wirkung zum 01.01.2024 gestrichen |
| Natürliche Personen | rechtsfähig mit Vollendung der Geburt (§ 1 BGB) – also von Geburt an parteifähig |
| Rechtsfähige GbR | § 705 Abs. 2 BGB: Gesellschaft kann selbst Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen, wenn sie am Rechtsverkehr teilnehmen soll |
| OHG | § 105 Abs. 2 HGB – kann Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen |
| Wohnungseigentümergemeinschaft | § 9a Abs. 1 WEG – kann vor Gericht klagen und verklagt werden |
| Prozessfähigkeit | § 51 Abs. 1 ZPO – richtet sich nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts |
| Maßstab | § 52 ZPO: prozessfähig, soweit man sich durch Verträge verpflichten kann |
| Verschulden des Vertreters | § 51 Abs. 2 ZPO – steht dem Verschulden der Partei gleich (wichtig bei Fristversäumung) |
| Vorsorgevollmacht | § 51 Abs. 3 ZPO – schriftlich Bevollmächtigter steht dem gesetzlichen Vertreter gleich, wenn die Vollmacht nach § 1814 Abs. 3 S. 2 Nr. 1 BGB eine Betreuung entbehrlich macht |
| Betreuung | § 53 ZPO – Prozessfähigkeit nach allgemeinen Vorschriften; Ausschließlichkeitserklärung des Betreuers möglich |
| Ausländer | § 55 ZPO – gilt als prozessfähig, wenn ihm nach deutschem Recht die Prozessfähigkeit zusteht |
| Prüfung | § 56 Abs. 1 ZPO – Mangel von Amts wegen zu berücksichtigen, in jeder Lage des Verfahrens |
| Zwischenlösung | § 56 Abs. 2 ZPO – Zulassung mit Vorbehalt der Mängelbeseitigung bei Gefahr im Verzug |
| Besonderer Vertreter | § 57 ZPO – Prozesspfleger für eine zu verklagende, vertreterlose Partei bei Gefahr im Verzug |
| Rechtsfolge des Mangels | Klage ist unzulässig – Prozessurteil, keine Sachentscheidung |

## Drei Ebenen, die oft verwechselt werden

Zulässigkeitsfragen rund um „Wer klagt hier eigentlich?" zerfallen in **drei** getrennte Prüfungen. Sie werden im Alltag ständig durcheinandergebracht:

- **Parteifähigkeit (§ 50 ZPO):** Kann dieses Gebilde **überhaupt** Partei eines Prozesses sein? Frage nach der **Rechtsfähigkeit**, nicht nach dem Streitgegenstand.
- **Prozessfähigkeit (§§ 51 ff. ZPO):** Kann diese Partei **selbst** wirksam Prozesshandlungen vornehmen – Klage erheben, Anträge stellen, einen Anwalt beauftragen?
- **Prozessführungsbefugnis:** Darf gerade **diese** Partei **dieses** Recht im eigenen Namen geltend machen? Das ist eine Frage des Einzelfalls (Stichwort gewillkürte oder gesetzliche Prozessstandschaft) und in der ZPO nicht allgemein geregelt.

Alle drei sind **Prozessvoraussetzungen**. Fehlt eine, wird die Klage **als unzulässig** abgewiesen – das Gericht entscheidet nicht darüber, ob der Anspruch besteht. Davon zu unterscheiden ist wiederum die **Aktivlegitimation** (Sachbefugnis): Sie betrifft die **Begründetheit** und führt zur Abweisung als **unbegründet**.

## Parteifähigkeit: § 50 ZPO nach dem MoPeG

**§ 50 ZPO** besteht heute aus einem einzigen Satz: **„Parteifähig ist, wer rechtsfähig ist."** Diese Fassung beruht auf dem **Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG)** vom **10.08.2021** (BGBl. I S. 3436) und gilt seit dem **01.01.2024**.

Das ist mehr als eine Redaktionsänderung. Bis zum 31.12.2023 enthielt **§ 50 Abs. 2 ZPO** eine **Sonderregel für den nicht rechtsfähigen Verein**, der dadurch prozessual wie ein rechtsfähiger Verein behandelt wurde. Diese Krücke wird nicht mehr gebraucht: Das MoPeG hat das Recht der Personengesellschaften und der Vereine ohne Rechtspersönlichkeit so umgebaut, dass sich die Rechtsfähigkeit unmittelbar aus dem **materiellen Recht** ergibt – und damit über § 50 ZPO automatisch die Parteifähigkeit. Aus demselben Grund ist **§ 735 ZPO** (Zwangsvollstreckung gegen den nicht rechtsfähigen Verein) **weggefallen**.

### Wer ist rechtsfähig – und damit parteifähig?

| Rechtsträger | Grundlage |
|---|---|
| Natürliche Person | **§ 1 BGB** – Rechtsfähigkeit **mit der Vollendung der Geburt**; auch ein Säugling ist parteifähig (er ist nur nicht prozessfähig) |
| Eingetragener Verein, Stiftung, GmbH, AG, eG | juristische Personen des Privatrechts |
| Rechtsfähige GbR | **§ 705 Abs. 2 BGB** – Gesellschaft, die **nach dem gemeinsamen Willen der Gesellschafter am Rechtsverkehr teilnehmen soll**, kann selbst Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen |
| OHG, KG | **§ 105 Abs. 2 HGB** (für die KG über § 161 Abs. 2 HGB) |
| Gemeinschaft der Wohnungseigentümer | **§ 9a Abs. 1 WEG** – kann Rechte erwerben, Verbindlichkeiten eingehen und **vor Gericht klagen und verklagt werden** |
| Verein ohne Rechtspersönlichkeit | **§ 54 BGB** – Verweisung ins Vereins- bzw. Gesellschaftsrecht; die Parteifähigkeit folgt daraus über § 50 ZPO |
| Juristische Personen des öffentlichen Rechts | Bund, Länder, Gemeinden, Anstalten und Körperschaften |

Nicht parteifähig sind dagegen **bloße Personenmehrheiten und Untergliederungen ohne eigene Rechtsfähigkeit** – etwa eine **Bruchteilsgemeinschaft**, eine **Erbengemeinschaft** als solche (zu verklagen sind die Miterben) oder eine unselbständige **Abteilung** eines Unternehmens. Wer sie im Rubrum benennt, riskiert ein Prozessurteil. Umgekehrt ist die **rechtsfähige GbR** seit 2024 unproblematisch selbst zu bezeichnen; die früher übliche Aufzählung sämtlicher Gesellschafter ist dafür nicht mehr nötig.

Die **Parteifähigkeit einer aufgelösten Gesellschaft** endet nicht mit der Löschung im Register, solange noch **verteilbares Vermögen** vorhanden ist. Solange Abwicklungsbedarf besteht, bleibt die Gesellschaft für den Prozess bestehen.

## Prozessfähigkeit: §§ 51, 52 ZPO

**§ 51 Abs. 1 ZPO** verweist für die **Fähigkeit einer Partei, vor Gericht zu stehen**, für die **Vertretung nicht prozessfähiger Parteien** und für die **Ermächtigung zur Prozessführung** auf die **Vorschriften des bürgerlichen Rechts**, soweit die §§ 52 ff. ZPO nichts anderes bestimmen. **§ 52 ZPO** liefert die Kurzformel: **„Eine Person ist insoweit prozessfähig, als sie sich durch Verträge verpflichten kann."**

Praktisch heißt das:

- **Geschäftsunfähige** (§ 104 BGB) – Kinder unter sieben Jahren und Personen in einem dauerhaften, die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit – sind **nicht prozessfähig**.
- **Beschränkt Geschäftsfähige** (Minderjährige ab sieben Jahren) sind **grundsätzlich nicht** prozessfähig; sie handeln durch ihre **Eltern** als gesetzliche Vertreter (§ 1629 BGB). Ausnahmen bestehen dort, wo das materielle Recht ihnen eine eigenständige Verpflichtungsbefugnis gibt – etwa im Rahmen einer nach § 113 BGB genehmigten Erwerbstätigkeit.
- **Volljährige Geschäftsfähige** sind prozessfähig, und zwar auch dann, wenn für sie ein **Betreuer** bestellt ist (dazu sogleich).
- **Juristische Personen und Gesellschaften** sind zwar parteifähig, aber naturgemäß nicht selbst handlungsfähig: Für sie handeln ihre **Organe** – Geschäftsführer, Vorstand, geschäftsführende Gesellschafter. Fehlt das Organ (führungslose GmbH), fehlt die **gesetzliche Vertretung**, und § 57 ZPO wird relevant.

### § 51 Abs. 2 ZPO: Das Verschulden des Vertreters zählt

Ein Satz mit erheblicher Sprengkraft: **„Das Verschulden eines gesetzlichen Vertreters steht dem Verschulden der Partei gleich."** Versäumt der gesetzliche Vertreter eine **Frist**, muss die Partei das gegen sich gelten lassen. Für die **Wiedereinsetzung in den vorigen Stand** (§ 233 ZPO) kommt es dann auf das Verschulden des Vertreters an, nicht auf das der Partei selbst.

### § 51 Abs. 3 ZPO: die Vorsorgevollmacht im Prozess

Seit der Reform des Betreuungsrechts steht in **§ 51 Abs. 3 ZPO** eine Regel, die in der Praxis noch wenig bekannt ist: Hat eine **nicht prozessfähige** Partei, die eine **volljährige natürliche Person** ist, **wirksam eine andere natürliche Person schriftlich mit ihrer gerichtlichen Vertretung bevollmächtigt**, so steht diese Person einem **gesetzlichen Vertreter gleich** – vorausgesetzt, die Bevollmächtigung ist geeignet, nach **§ 1814 Abs. 3 Satz 2 Nummer 1 BGB** die **Erforderlichkeit einer Betreuung entfallen** zu lassen.

Das ist die prozessuale Fortschreibung des Vorrangs der **Vorsorgevollmacht** vor der Betreuung: Wer rechtzeitig vorsorgt, braucht für den Zivilprozess **keine gerichtliche Bestellung** mehr. Praktisch relevant ist die Schriftform – eine mündliche Vollmacht genügt hier nicht.

### § 53 ZPO: Betreuung und Ausschließlichkeitserklärung

**Die Bestellung eines Betreuers macht niemanden prozessunfähig.** Nach **§ 53 ZPO** richtet sich die Prozessfähigkeit eines Betreuten nach den **allgemeinen Vorschriften** – ein Betreuter bleibt also prozessfähig, solange er geschäftsfähig ist.

Neu ist der zweite Teil der Vorschrift: Wird ein Betreuter in einem Rechtsstreit **durch den Betreuer vertreten**, kann der Betreuer **in jeder Lage des Verfahrens** gegenüber dem Prozessgericht **schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle** erklären, dass der Rechtsstreit **fortan ausschließlich durch ihn** geführt wird – die **Ausschließlichkeitserklärung**. Mit ihrem Eingang steht der Betreute für den weiteren Rechtsstreit einer **nicht prozessfähigen Person gleich**. Der Sinn: widersprüchliche Prozesshandlungen von Betreutem und Betreuer werden vermieden, ohne dass dem Betreuten pauschal die Prozessfähigkeit abgesprochen wird.

### § 55 ZPO: Prozessfähigkeit von Ausländern

**§ 55 ZPO** enthält eine **Günstigkeitsregel**: Ein **Ausländer**, dem nach dem **Recht seines Landes** die Prozessfähigkeit fehlt, **gilt als prozessfähig**, wenn ihm nach dem **Recht des Prozessgerichts** – also nach deutschem Recht – die Prozessfähigkeit zusteht. Die Norm wirkt nur in **eine** Richtung: Sie verschafft Prozessfähigkeit, sie nimmt sie nicht.

## Prüfung von Amts wegen: § 56 ZPO

Nach **§ 56 Abs. 1 ZPO** hat das Gericht den **Mangel der Parteifähigkeit**, der **Prozessfähigkeit**, der **Legitimation eines gesetzlichen Vertreters** und der **erforderlichen Ermächtigung zur Prozessführung** **von Amts wegen** zu berücksichtigen.

Daraus folgt dreierlei:

1. **Kein Antrag nötig.** Das Gericht muss die Frage aufgreifen, auch wenn keine Partei sie anspricht.
2. **Keine Präklusion, keine Rüge-Obliegenheit.** Der Mangel ist in **jeder Lage** des Verfahrens zu beachten – auch noch in der Berufungs- oder Revisionsinstanz.
3. **Kein Verzicht.** Die Parteien können die Prozessvoraussetzung nicht durch Einvernehmen ersetzen.

**§ 56 Abs. 2 ZPO** enthält das Ventil für Eilfälle: Die Partei oder ihr gesetzlicher Vertreter kann zur Prozessführung **mit Vorbehalt der Beseitigung des Mangels** zugelassen werden, wenn mit dem Verzug **Gefahr für die Partei** verbunden ist. Das **Endurteil** darf allerdings erst ergehen, nachdem die zur Beseitigung des Mangels **gesetzte Frist abgelaufen** ist.

Wird der Mangel nicht behoben, ist die Klage **unzulässig**. Das Gericht erlässt ein **Prozessurteil**; über den Anspruch selbst wird **nicht** entschieden, sodass eine erneute – diesmal ordnungsgemäße – Klage möglich bleibt. Heilbar sind viele Mängel durch **Genehmigung**: Nimmt der gesetzliche Vertreter die bisherige Prozessführung nachträglich auf, wirkt das regelmäßig auf den Beginn zurück.

## § 57 ZPO: der Prozesspfleger

Ein Gläubiger kann nicht daran scheitern, dass sein Schuldner **keinen gesetzlichen Vertreter hat**. **§ 57 Abs. 1 ZPO** bestimmt: Soll eine **nicht prozessfähige Partei verklagt** werden, die **ohne gesetzlichen Vertreter** ist, so hat ihr der **Vorsitzende des Prozessgerichts**, falls mit dem Verzug **Gefahr verbunden** ist, **auf Antrag** bis zum Eintritt des gesetzlichen Vertreters einen **besonderen Vertreter** zu bestellen.

Typische Anwendungsfälle sind die **führungslose GmbH**, deren Geschäftsführer amtsniedergelegt hat oder unauffindbar ist, und der geschäftsunfähige Beklagte, für den (noch) kein Betreuer bestellt ist. Der besondere Vertreter (**Prozesspfleger**) handelt nur **für diesen Prozess**; er ersetzt nicht die materiell-rechtliche Vertretung. **§ 58 ZPO** enthält eine Parallelregel für die Klage, die ein **herrenloses Grundstück** oder **Schiff** betrifft.

## Praxis: Was in Rubrum und Klageschrift stehen muss

**§ 253 Abs. 2 Nr. 1 ZPO** verlangt die **Bezeichnung der Parteien**. Daraus ergeben sich die häufigsten Stolpersteine:

- **Natürliche Person:** vollständiger Name und **ladungsfähige Anschrift**.
- **GmbH/AG:** Firma **wie im Handelsregister**, Sitz, **gesetzlicher Vertreter** („vertreten durch den Geschäftsführer …"). Das Gericht braucht die Angabe des Vertreters für die **Zustellung**.
- **Rechtsfähige GbR:** seit 2024 die Gesellschaft selbst; bei einer **eingetragenen** GbR (eGbR) mit Registerangabe.
- **Wohnungseigentümergemeinschaft:** die Gemeinschaft (§ 9a WEG), vertreten durch den **Verwalter** – nicht die einzelnen Eigentümer.
- **Minderjähriger:** das Kind als Partei, **vertreten durch** die sorgeberechtigten Eltern.

Ein **falsches Rubrum** ist nicht automatisch tödlich: Steht durch Auslegung fest, **wer** gemeint ist, korrigiert das Gericht die **Parteibezeichnung** (Rubrumsberichtigung). Wird dagegen eine **nicht existierende** oder **nicht parteifähige** Person verklagt, hilft nur eine neue Klage – mit dem Risiko, dass zwischenzeitlich **Verjährung** eingetreten ist.

## Häufige Fehler

- **„§ 50 Abs. 2 ZPO regelt den nicht rechtsfähigen Verein."** Nicht mehr. Der Absatz ist durch das **MoPeG** zum **01.01.2024 entfallen**; § 50 ZPO besteht nur noch aus dem Satz **„Parteifähig ist, wer rechtsfähig ist."**
- **„Wer einen Betreuer hat, ist prozessunfähig."** Nein. **§ 53 ZPO** stellt klar, dass sich die Prozessfähigkeit nach den **allgemeinen Vorschriften** richtet. Erst eine **Ausschließlichkeitserklärung** des Betreuers stellt den Betreuten für den weiteren Rechtsstreit einer nicht prozessfähigen Person gleich.
- **„Ein Kind kann nicht Partei sein."** Doch. Rechtsfähig ist man **mit Vollendung der Geburt** (**§ 1 BGB**) und damit parteifähig. Es fehlt nur die **Prozessfähigkeit** – deshalb handeln die Eltern.
- **„Die Erbengemeinschaft kann ich verklagen."** Nein. Sie ist **nicht rechtsfähig**; zu verklagen sind die **Miterben**. Anders die **rechtsfähige GbR** (§ 705 Abs. 2 BGB) und die **Wohnungseigentümergemeinschaft** (§ 9a WEG).
- **„Der Mangel muss gerügt werden, sonst ist er geheilt."** Nein. **§ 56 Abs. 1 ZPO** verpflichtet das Gericht zur Prüfung **von Amts wegen**, in jeder Lage des Verfahrens.
- **„Ohne Geschäftsführer kann die GmbH nicht verklagt werden."** Doch. Bei **Gefahr im Verzug** bestellt der Vorsitzende nach **§ 57 ZPO** auf Antrag einen **besonderen Vertreter**.
- **„Meine Vorsorgevollmacht hilft im Prozess nicht."** Doch. Nach **§ 51 Abs. 3 ZPO** steht der **schriftlich** Bevollmächtigte einem gesetzlichen Vertreter gleich, wenn die Vollmacht nach **§ 1814 Abs. 3 S. 2 Nr. 1 BGB** eine Betreuung entbehrlich macht.
- **„Fehlende Parteifähigkeit führt zur Abweisung als unbegründet."** Nein. Sie ist eine **Prozessvoraussetzung**: Die Klage wird durch **Prozessurteil** als **unzulässig** abgewiesen – eine neue Klage bleibt möglich.
- **„Für die Fristversäumung meines Vertreters kann ich nichts."** Doch. **§ 51 Abs. 2 ZPO** rechnet das **Verschulden des gesetzlichen Vertreters** der Partei zu.

## Siehe auch

- [Klageerhebung im Zivilprozess (§§ 253 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/klageerhebung-zivilprozess-253-zpo.html)
- [Anwaltszwang im Zivilprozess (§ 78 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/anwaltszwang-78-zpo.html)
- [Streitgenossenschaft (§§ 59–63 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/streitgenossenschaft-59-63-zpo.html)
- [Zustellung im Zivilprozess (§§ 166 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/zustellung-zivilprozess-166-zpo.html)
- [Örtliche Zuständigkeit und Gerichtsstand (ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/oertliche-zustaendigkeit-gerichtsstand-zpo.html)
- [Sachliche Zuständigkeit von Amtsgericht und Landgericht (GVG)](https://nexvyra.de/fakten/sachliche-zustaendigkeit-ag-lg-gvg.html)
- [Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§ 233 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/wiedereinsetzung-vorigen-stand-233-zpo.html)
- [Versäumnisurteil (§§ 330 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/versaeumnisurteil-330-zpo.html)
- [Rechtliche Betreuung (§ 1814 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/rechtliche-betreuung-1814-bgb.html)
- [Vorsorgevollmacht (§ 1820 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/vorsorgevollmacht-1820-bgb.html)

## Änderungsverlauf

- 2026-09-08: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Normtexte zu §§ 50–58 ZPO, § 253 Abs. 2 Nr. 1 ZPO sowie §§ 1, 54, 104, 705, 1814 BGB, § 105 HGB und § 9a WEG gegen die amtlichen Einzelnormseiten auf gesetze-im-internet.de belegt (WebSearch mit allowed_domains, weil web_fetch auf gesetze-im-internet.de in dieser Umgebung leere Antworten/Timeouts liefert). Der Wegfall des früheren § 50 Abs. 2 ZPO (nicht rechtsfähiger Verein) zum 01.01.2024 durch das MoPeG vom 10.08.2021 (BGBl. I S. 3436) wurde zusätzlich über den dejure.org-Fassungsnachweis zu § 50 ZPO verifiziert. Wikidata-Q-IDs Q1361504 (Parteifähigkeit, dewiki-Sitelink) und Q2114226 (capacity to sue / Prozessfähigkeit (Recht), dewiki-Sitelink) neu ermittelt, via WebSearch auf wikidata.org verifiziert und in content/AGENT_GUIDE.md (Abschnitt 2a) eingetragen; Q206893 (ZPO) übernommen. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-09-08
- Status: aktuell (geltendes Recht)
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- § 50 ZPO – Parteifähigkeit („Parteifähig ist, wer rechtsfähig ist."; Fassung aufgrund des MoPeG vom 10.08.2021, BGBl. I S. 3436, in Kraft seit 01.01.2024 – der frühere Absatz 2 zum nicht rechtsfähigen Verein ist entfallen):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__50.html
- § 50 ZPO – Fassungsnachweis und Änderungsübersicht (MoPeG, Inkrafttreten 01.01.2024):
  https://dejure.org/gesetze/ZPO/50.html
- § 51 ZPO – Prozessfähigkeit; gesetzliche Vertretung; Prozessführung (Abs. 1 Verweis auf bürgerliches Recht, Abs. 2 Verschulden des gesetzlichen Vertreters, Abs. 3 schriftliche Bevollmächtigung i. V. m. § 1814 Abs. 3 S. 2 Nr. 1 BGB):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__51.html
- § 52 ZPO – Umfang der Prozessfähigkeit („Eine Person ist insoweit prozessfähig, als sie sich durch Verträge verpflichten kann."):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__52.html
- § 53 ZPO – Prozessfähigkeit bei rechtlicher Betreuung (allgemeine Vorschriften; Ausschließlichkeitserklärung des Betreuers, schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__53.html
- § 54 ZPO – Besondere Ermächtigung zu Prozesshandlungen:
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__54.html
- § 55 ZPO – Prozessfähigkeit von Ausländern (gilt als prozessfähig, wenn ihm nach dem Recht des Prozessgerichts die Prozessfähigkeit zusteht):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__55.html
- § 56 ZPO – Prüfung von Amts wegen (Abs. 1 Mangel der Partei- und Prozessfähigkeit, der Legitimation des gesetzlichen Vertreters und der Ermächtigung; Abs. 2 Zulassung mit Vorbehalt bei Gefahr im Verzug, Endurteil erst nach Fristablauf):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__56.html
- § 57 ZPO – Besonderer Vertreter (Prozesspfleger für eine zu verklagende, vertreterlose nicht prozessfähige Partei bei Gefahr im Verzug):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__57.html
- § 58 ZPO – Prozesspfleger bei herrenlosem Grundstück oder Schiff:
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__58.html
- § 253 ZPO – Klageschrift (Abs. 2 Nr. 1: Bezeichnung der Parteien und des Gerichts):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__253.html
- § 1 BGB – Beginn der Rechtsfähigkeit (mit der Vollendung der Geburt):
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1.html
- § 705 BGB – Rechtsnatur der Gesellschaft (Abs. 2: rechtsfähige Gesellschaft, die selbst Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen kann):
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__705.html
- § 54 BGB – Vereine ohne Rechtspersönlichkeit (Verweisung ins Vereins- bzw. Gesellschaftsrecht; Handelndenhaftung):
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__54.html
- § 104 BGB – Geschäftsunfähigkeit:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__104.html
- § 1814 BGB – Voraussetzungen der Betreuerbestellung (Abs. 3 S. 2 Nr. 1: Vorrang der Vollmacht):
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1814.html
- § 105 HGB – Offene Handelsgesellschaft (Abs. 2: kann Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen):
  https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__105.html
- § 9a WEG – Gemeinschaft der Wohnungseigentümer (Abs. 1: kann Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen, vor Gericht klagen und verklagt werden):
  https://www.gesetze-im-internet.de/woeigg/__9a.html

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-08
- Letzte Prüfung: 2026-09-08
- In Kraft seit: 2026-09-08
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
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