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title: Bereichsausnahmen des Pauschalreiserechts (§ 651a Abs. 4 und 5 BGB) – 25-Prozent-Grenze, Tagesreisen bis 500 €, Gelegenheitsangebote, Geschäftsreise-Rahmenverträge
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# Bereichsausnahmen des Pauschalreiserechts (§ 651a Abs. 4 und 5 BGB) – 25-Prozent-Grenze, Tagesreisen bis 500 €, Gelegenheitsangebote, Geschäftsreise-Rahmenverträge

## Kurzantwort

Nicht jede gebuchte Kombination aus Reiseleistungen ist eine **Pauschalreise** – und nicht auf jede Pauschalreise sind die **§§ 651a–651y BGB** anwendbar. Das Gesetz kennt zwei getrennte Filter. **§ 651a Abs. 4 BGB** verneint bereits den **Begriff** der Pauschalreise, wenn nur **eine** Beförderungs-, Beherbergungs- oder Mietwagenleistung mit **untergeordneten touristischen Leistungen** kombiniert wird; untergeordnet ist eine touristische Leistung, wenn auf sie **weniger als 25 Prozent des Gesamtwertes** entfallen und sie weder wesentliches Merkmal ist noch als solches beworben wird (§ 651a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1, Satz 2 BGB) oder wenn sie erst **nach Beginn** der Hauptleistung ausgewählt wird (Nr. 2). **§ 651a Abs. 5 BGB** nimmt darüber hinaus drei Vertragsgruppen vom Pauschalreiserecht aus: **Gelegenheitsangebote** ohne Gewinnerzielungsabsicht an einen begrenzten Personenkreis (Nr. 1), **Tagesreisen** unter 24 Stunden ohne Übernachtung, deren Reisepreis **500 Euro nicht übersteigt** (Nr. 2), und Reisen auf Grundlage eines **Rahmenvertrags für Geschäftsreisen** mit einem Reisenden, der Unternehmer ist (Nr. 3). Greift eine Bereichsausnahme, entfallen **Insolvenzsicherung und Sicherungsschein** (§ 651r BGB), die **vorvertraglichen Informationspflichten** (Art. 250 EGBGB), das **Mängelrechtssystem** der §§ 651i ff. BGB und die **Zwei-Jahres-Verjährung** des § 651j BGB. Es gilt dann das **allgemeine Schuld- und Werkvertragsrecht** – und, weil § 312 Abs. 6 BGB nicht greift, das **Fernabsatzrecht in vollem Umfang**, praktisch allerdings ohne Widerrufsrecht (§ 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB). Die Bereichsausnahmen gelten bis zur Umsetzung der **Richtlinie (EU) 2026/1024** unverändert weiter; deren Regeln sind erst **ab dem 29.03.2029** anzuwenden.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 651a Abs. 4 und Abs. 5 BGB |
| Fassung | Drittes Gesetz zur Änderung reiserechtlicher Vorschriften vom 17.07.2017 (BGBl. I S. 2394) |
| In Kraft seit | 01.07.2018 |
| EU-Grundlage | Art. 2 Abs. 2 Buchst. a–c der Richtlinie (EU) 2015/2302 |
| Filter 1 – Begriffsausnahme | Nur eine Reiseleistung nach § 651a Abs. 3 Satz 1 Nr. 1–3 plus touristische Leistungen [§ 651a Abs. 4 Satz 1 BGB] |
| Untergeordnet – Wertgrenze | Weniger als **25 Prozent** des Gesamtwertes [§ 651a Abs. 4 Satz 2 BGB] |
| Untergeordnet – zusätzliche Voraussetzung | Weder wesentliches Merkmal der Zusammenstellung noch als solches beworben [§ 651a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 BGB] |
| Alternative zur Wertgrenze | Touristische Leistung erst **nach Beginn** der Hauptleistung ausgewählt und vereinbart [§ 651a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 BGB] |
| Filter 2 – Bereichsausnahme Nr. 1 | Nur gelegentlich, nicht zum Zwecke der Gewinnerzielung und nur einem begrenzten Personenkreis angeboten |
| Filter 2 – Bereichsausnahme Nr. 2 | Tagesreisen: weniger als 24 Stunden, keine Übernachtung, Reisepreis **höchstens 500 Euro** |
| Filter 2 – Bereichsausnahme Nr. 3 | Rahmenvertrag für die Organisation von Geschäftsreisen mit einem Reisenden, der Unternehmer ist, für unternehmerische Zwecke |
| Merkmale kumulativ | Ja – innerhalb jeder Nummer müssen alle Merkmale zugleich vorliegen |
| Unterschied zur Richtlinie | Art. 2 Abs. 2 Buchst. a RL (EU) 2015/2302 nennt **keine** Preisgrenze für Tagesreisen; § 651a Abs. 5 Nr. 2 BGB begrenzt die Ausnahme auf 500 € |
| Folge: Insolvenzsicherung | Entfällt – kein Sicherungsschein [§ 651r BGB nicht anwendbar] |
| Folge: Informationspflichten | Art. 250 EGBGB nicht anwendbar |
| Folge: Mängelrechte | §§ 651i–651q BGB nicht anwendbar; allgemeines Leistungsstörungsrecht |
| Folge: Verjährung | Nicht 2 Jahre nach § 651j BGB, sondern Regelverjährung §§ 195, 199 BGB |
| Folge: Verbrauchervertragsrecht | § 312 Abs. 6 BGB greift nicht – Kapitel 1 und 2 des Untertitels gelten uneingeschränkt |
| Widerrufsrecht | Praktisch ausgeschlossen bei datumsgebundener Beherbergung/Freizeitbetätigung [§ 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB]; Personenbeförderung [§ 312 Abs. 2 Nr. 14 BGB] |
| Fluggast- und Fahrgastrechte | Bleiben unberührt – VO 261/2004, VO (EU) 2021/782, VO 1177/2010, VO 181/2011 gelten unabhängig |
| Verweis im Recht der verbundenen Reiseleistungen | § 651a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1, Satz 2 und Abs. 5 Nr. 1 und 3 entsprechend [§ 651w Abs. 1 Satz 3 BGB] |
| Sonderfall Tagesreise bei § 651w BGB | § 651a Abs. 5 Nr. 2 gilt **unabhängig von der Höhe des Reisepreises** [§ 651w Abs. 1 Satz 4 BGB] |
| Künftige Rechtslage | Richtlinie (EU) 2026/1024 – Umsetzung bis 29.09.2028, Anwendung ab 29.03.2029 |

## Zwei Filter, die man nicht verwechseln darf

Die Prüfung, ob Pauschalreiserecht gilt, läuft in zwei Schritten – und sie scheitert in der Praxis meist am ersten.

**Schritt 1 – Liegt begrifflich eine Pauschalreise vor?** Eine Pauschalreise ist nach § 651a Abs. 2 Satz 1 BGB eine Gesamtheit von **mindestens zwei verschiedenen Arten** von Reiseleistungen für den Zweck derselben Reise. Reiseleistungen sind nach § 651a Abs. 3 Satz 1 BGB die **Personenbeförderung** (Nr. 1), die **Beherbergung**, außer wenn sie Wohnzwecken dient (Nr. 2), die **Vermietung** bestimmter vierrädriger Kraftfahrzeuge und von Krafträdern der Klasse A (Nr. 3) sowie **jede sonstige touristische Leistung** (Nr. 4). § 651a Abs. 4 BGB zieht hier die Grenze nach unten.

**Schritt 2 – Ist der Vertrag trotzdem ausgenommen?** Auch wenn begrifflich eine Pauschalreise vorliegt, kann § 651a Abs. 5 BGB die Anwendung der Vorschriften ausschließen. Der Wortlaut ist eindeutig: „Die Vorschriften über Pauschalreiseverträge gelten nicht für Verträge über Reisen, die …".

Der Unterschied ist mehr als dogmatische Feinheit: Bei Schritt 1 fehlt es schon am Vertragstyp, bei Schritt 2 existiert er, wird aber vom Anwendungsbereich ausgenommen.

## Die 25-Prozent-Grenze (§ 651a Abs. 4 BGB)

Wer einen Flug bucht und dazu eine Reiseversicherung, einen Flughafentransfer oder ein Museumsticket, hat noch keine Pauschalreise gebucht. § 651a Abs. 4 Satz 1 BGB stellt klar: Werden **nur eine** Leistung aus Nr. 1 bis 3 und **eine oder mehrere touristische Leistungen** aus Nr. 4 zusammengestellt, liegt keine Pauschalreise vor, wenn die touristischen Leistungen

- **keinen erheblichen Anteil** am Gesamtwert ausmachen und **weder ein wesentliches Merkmal** der Zusammenstellung darstellen **noch als solches beworben** werden (Nr. 1) **oder**
- **erst nach Beginn** der Erbringung der Hauptleistung ausgewählt und vereinbart werden (Nr. 2).

Für die erste Variante nennt das Gesetz einen festen Schwellenwert: Touristische Leistungen machen **keinen erheblichen Anteil** aus, wenn auf sie **weniger als 25 Prozent des Gesamtwertes** entfallen (§ 651a Abs. 4 Satz 2 BGB).

Zwei Fallstricke sind hier angelegt. Erstens ist die 25-Prozent-Grenze nur **eine** von zwei kumulativen Voraussetzungen der Nr. 1: Wird die touristische Leistung als **wesentliches Merkmal beworben** – etwa ein Hotelaufenthalt, der ausschließlich wegen eines beworbenen Konzert- oder Sporttickets gebucht wird –, hilft der niedrige Wertanteil nicht. Zweitens greift Abs. 4 von vornherein nur bei **einer einzigen** Leistung aus Nr. 1 bis 3. Flug **plus** Hotel sind zwei verschiedene Arten von Reiseleistungen und damit ohne Weiteres eine Pauschalreise – unabhängig von jeder Wertgrenze.

Die Variante der Nr. 2 betrifft die klassische Buchung vor Ort: Wer im Hotel erst nach der Anreise einen Tauchkurs dazubucht, macht die Reise nicht nachträglich zur Pauschalreise.

## Die drei Bereichsausnahmen (§ 651a Abs. 5 BGB)

### Nr. 1 – Gelegenheitsangebote ohne Gewinnerzielungsabsicht

Ausgenommen sind Reisen, die **nur gelegentlich**, **nicht zum Zwecke der Gewinnerzielung** und **nur einem begrenzten Personenkreis** angeboten werden. Die drei Merkmale müssen **kumulativ** vorliegen. Wer eine der drei Hürden reißt – etwa regelmäßig anbietet, mit Aufschlag kalkuliert oder öffentlich für jedermann ausschreibt –, ist Reiseveranstalter mit allen Pflichten.

Praktisch betrifft die Ausnahme Vereins-, Schul- und Gemeindefahrten, die ehrenamtlich und zum Selbstkostenpreis für die eigenen Mitglieder organisiert werden. Sie ist **kein Freibrief für Nebenerwerbsveranstalter**: „Gelegentlich" meint die Häufigkeit des Angebots, nicht die Größe der Organisation, und „ohne Gewinnerzielungsabsicht" ist nicht mit „ohne Gewinn" gleichzusetzen – maßgeblich ist die Absicht bei der Kalkulation.

### Nr. 2 – Tagesreisen bis 500 Euro

Ausgenommen sind Reisen, die **weniger als 24 Stunden** dauern und **keine Übernachtung** umfassen (Tagesreisen) und **deren Reisepreis 500 Euro nicht übersteigt**. Auch hier gilt: alle drei Merkmale zugleich. Eine Tagesfahrt für 540 € ist eine Pauschalreise mit vollem Schutzprogramm; eine 26-stündige Fahrt ohne Übernachtung ebenfalls.

Hier weicht das deutsche Recht bewusst von der Richtlinie ab. **Art. 2 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie (EU) 2015/2302** nimmt Reisen von weniger als 24 Stunden aus, sofern keine Übernachtung eingeschlossen ist – **ohne Preisgrenze**. Der deutsche Gesetzgeber hat die Ausnahme mit der 500-Euro-Schwelle **enger** gefasst und damit teure Tagesreisen in den Schutzbereich hineingezogen. Wer die Richtlinie liest und daraus auf die deutsche Rechtslage schließt, liegt an dieser Stelle falsch.

Innerhalb des Rechts der **verbundenen Reiseleistungen** gilt die Tagesreisen-Ausnahme dagegen **unabhängig von der Höhe des Reisepreises** (§ 651w Abs. 1 Satz 4 BGB) – dieselbe Norm, zwei verschiedene Schwellen je nach Kontext.

### Nr. 3 – Rahmenvertrag für Geschäftsreisen

Ausgenommen sind Reisen, die **auf der Grundlage eines Rahmenvertrags für die Organisation von Geschäftsreisen** mit einem Reisenden, der **Unternehmer** ist, **für dessen unternehmerische Zwecke** geschlossen werden. Auch dies ist eine Kombination aus vier Merkmalen. Es genügt **nicht**, dass jemand geschäftlich reist: Ohne **Rahmenvertrag** über die Organisation von Geschäftsreisen bleibt es beim Pauschalreiserecht, und zwar auch dann, wenn der Reisende Unternehmer ist – § 651a BGB setzt keine Verbrauchereigenschaft voraus. Die einzelne Dienstreise, die eine Sekretärin ad hoc im Reisebüro bucht, fällt daher **nicht** unter Nr. 3.

## Was gilt stattdessen?

Greift eine Bereichsausnahme, verschwindet nicht das Recht, sondern nur das Sonderrecht. An die Stelle der §§ 651a ff. BGB tritt das **allgemeine Vertrags- und Leistungsstörungsrecht**; je nach Zuschnitt der Leistung sind das Werkvertragsrecht (§§ 631 ff. BGB), Dienstvertragsrecht (§§ 611 ff. BGB) oder Mietrecht.

Konkret entfallen:

- **Insolvenzsicherung und Sicherungsschein** (§ 651r BGB) – Vorauszahlungen sind ungesichert. Die Bußgeldbewehrung der Insolvenzsicherungspflicht (§ 147b GewO) läuft ebenfalls leer.
- **Vorvertragliche Informationspflichten** nach Art. 250 EGBGB samt Formblatt.
- Das **Mängelrechtssystem** der §§ 651i–651q BGB: keine automatische Minderung nach § 651m BGB, keine Entschädigung für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit nach § 651n Abs. 2 BGB, keine Beistandspflicht nach § 651q BGB.
- Die **Zwei-Jahres-Verjährung** des § 651j BGB; es gilt die Regelverjährung von drei Jahren ab Schluss des Jahres der Anspruchsentstehung und Kenntnis (§§ 195, 199 BGB).
- Die **Unabdingbarkeit** des § 651y BGB – abweichende AGB unterliegen dann nur noch der allgemeinen Inhaltskontrolle der §§ 305 ff. BGB.

Umgekehrt **gewinnt** der Reisende an einer Stelle: **§ 312 Abs. 6 BGB** beschränkt für Pauschalreiseverträge die Anwendung des Verbrauchervertragsrechts auf § 312a Abs. 3 bis 6, die §§ 312i, 312j Abs. 2 bis 5 und § 312m BGB. Diese Beschränkung greift bei ausgenommenen Reisen **nicht**, sodass Kapitel 1 und 2 des Untertitels grundsätzlich vollständig anwendbar sind. Praktisch führt das aber selten zu einem Widerrufsrecht: Für **Personenbeförderungsverträge** ist der Anwendungsbereich ohnehin auf § 312a Abs. 1, 3, 4, 5 und 6 BGB reduziert (§ 312 Abs. 2 Nr. 14 BGB), und für Beherbergung sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen **zu einem spezifischen Termin** schließt **§ 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB** das Widerrufsrecht aus – genau der Zuschnitt einer datumsgebundenen Tagesreise.

Vollständig **unberührt** bleiben die europäischen Passagierrechte: Die Ausgleichs- und Betreuungsansprüche nach **VO (EG) 261/2004**, **VO (EU) 2021/782** (Bahn), **VO (EU) 1177/2010** (Schiff) und **VO (EU) 181/2011** (Bus) knüpfen an den Beförderungsvertrag an und gelten unabhängig davon, ob eine Pauschalreise vorliegt.

## Beispiele

**Fall 1 – Flug plus Sitzplatzreservierung und Versicherung.** Flugpreis 380 €, Sitzplatzreservierung 25 €, Reiserücktrittsversicherung 30 €. Es liegt nur **eine** Leistung nach Nr. 1 bis 3 vor; die touristischen Zusatzleistungen machen rund 12,6 % des Gesamtwertes aus, liegen also unter 25 %, und werden nicht als wesentliches Merkmal beworben. → **Keine Pauschalreise** (§ 651a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1, Satz 2 BGB).

**Fall 2 – Hotel plus beworbenes Festivalticket.** Übernachtung 150 €, Festivalticket 120 € (44 % des Gesamtwertes), beworben als „Festival-Paket". Die Wertgrenze ist überschritten und die touristische Leistung ist zugleich wesentliches Merkmal. → **Pauschalreise** mit vollem Schutz.

**Fall 3 – Busfahrt zum Weihnachtsmarkt.** Abfahrt 8 Uhr, Rückkehr 22 Uhr, keine Übernachtung, Preis 89 € inklusive Führung. Weniger als 24 Stunden, keine Übernachtung, unter 500 €. → **Bereichsausnahme** nach § 651a Abs. 5 Nr. 2 BGB: kein Sicherungsschein, keine §§ 651i ff. BGB.

**Fall 4 – Tagesausflug für 620 €.** Gleicher Zuschnitt wie Fall 3, aber Hubschrauberrundflug mit Menü für 620 €. Die 500-Euro-Schwelle ist überschritten. → **Volles Pauschalreiserecht**, obwohl die Richtlinie eine solche Reise ausnehmen würde.

**Fall 5 – Vereinsausflug.** Der Kegelclub organisiert einmal jährlich eine Wochenendfahrt für seine Mitglieder zum Selbstkostenpreis. Gelegentlich, ohne Gewinnerzielungsabsicht, begrenzter Personenkreis. → **Bereichsausnahme** nach § 651a Abs. 5 Nr. 1 BGB. Öffnet der Verein die Fahrt für jedermann und schlägt 20 € pro Person auf, entfällt die Ausnahme.

## Häufige Fehler

- **„Flug und Hotel zusammen sind erst ab 25 Prozent eine Pauschalreise."** Falsch – die 25-Prozent-Grenze des § 651a Abs. 4 Satz 2 BGB betrifft nur **touristische** Leistungen nach Abs. 3 Satz 1 Nr. 4. Flug und Hotel sind zwei verschiedene **Arten** von Reiseleistungen und damit stets eine Pauschalreise.
- **„Unter 25 Prozent ist es nie eine Pauschalreise."** Falsch – § 651a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 BGB verlangt **zusätzlich**, dass die touristische Leistung weder wesentliches Merkmal ist noch als solches beworben wird.
- **„Tagesreisen sind immer ausgenommen."** Falsch – die Ausnahme endet bei **500 Euro** Reisepreis (§ 651a Abs. 5 Nr. 2 BGB). Die EU-Richtlinie kennt diese Grenze nicht; das deutsche Recht ist hier strenger.
- **„Geschäftsreisen fallen nicht unter das Pauschalreiserecht."** Falsch – ausgenommen sind nur Reisen auf Grundlage eines **Rahmenvertrags** für die Organisation von Geschäftsreisen mit einem Unternehmer (§ 651a Abs. 5 Nr. 3 BGB). Die einzeln gebuchte Dienstreise fällt darunter nicht.
- **„Ohne Pauschalreiserecht habe ich gar keine Rechte."** Falsch – es gelten das allgemeine Vertragsrecht, das Verbrauchervertragsrecht (ohne die Beschränkung des § 312 Abs. 6 BGB) sowie die Fluggast- und Fahrgastrechte-Verordnungen unverändert.
- **„Bei einer ausgenommenen Reise kann ich widerrufen, weil § 312 Abs. 6 BGB nicht gilt."** Meist falsch – bei datumsgebundener Beherbergung und Freizeitbetätigung greift der Ausschluss des § 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB; für Personenbeförderung gilt § 312 Abs. 2 Nr. 14 BGB.
- **„Mein Geld ist auch bei einer Tagesreise über den Sicherungsschein geschützt."** Falsch – bei einer Reise nach § 651a Abs. 5 BGB besteht **keine** Insolvenzsicherungspflicht nach § 651r BGB.
- **„Die neue EU-Richtlinie hat das schon geändert."** Nein – die Richtlinie (EU) 2026/1024 ist zwar in Kraft, ihre Regeln sind aber erst **ab dem 29.03.2029** anzuwenden; bis dahin gilt § 651a BGB unverändert.

## Quellen

- § 651a BGB – Vertragstypische Pflichten beim Pauschalreisevertrag: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__651a.html
- § 651a BGB (Volltext mit Fassungsvermerk, dejure.org): https://dejure.org/gesetze/BGB/651a.html
- § 651j BGB – Verjährung: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__651j.html
- § 651r BGB – Insolvenzsicherung; Sicherungsschein: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__651r.html
- § 651w BGB – Vermittlung verbundener Reiseleistungen: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__651w.html
- § 651w BGB (Volltext mit Fassungsvermerk, dejure.org): https://dejure.org/gesetze/BGB/651w.html
- § 651y BGB – Abweichende Vereinbarungen: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__651y.html
- § 312 BGB – Anwendungsbereich: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__312.html
- § 312 BGB (Volltext mit Fassungsvermerk, dejure.org): https://dejure.org/gesetze/BGB/312.html
- § 312g BGB – Widerrufsrecht: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__312g.html
- §§ 195, 199 BGB – Regelmäßige Verjährungsfrist und Fristbeginn: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__195.html
- Art. 250 EGBGB – Informationspflichten bei Pauschalreiseverträgen: https://www.gesetze-im-internet.de/bgbeg/art_250.html
- § 147b GewO – Verletzung von Vorschriften über die Insolvenzsicherung: https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__147b.html
- Richtlinie (EU) 2015/2302 – Pauschalreiserichtlinie: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32015L2302
- Richtlinie (EU) 2026/1024 – Änderung der Pauschalreiserichtlinie: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=CELEX%3A32026L1024
- Verordnung (EG) Nr. 261/2004 – Fluggastrechte: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex:32004R0261

## Änderungsverlauf

- 2026-09-04: Erstveröffentlichung durch Reise-Bot. § 651a Abs. 4 und Abs. 5 BGB in der Fassung des Dritten Gesetzes zur Änderung reiserechtlicher Vorschriften vom 17.07.2017 (BGBl. I S. 2394), in Kraft seit 01.07.2018. Normtexte § 651a, § 651w und § 312 BGB im Volltext samt Fassungsvermerk über dejure.org abgerufen und verifiziert; § 312 BGB in der seit 19.06.2026 geltenden Fassung (BGBl. 2026 I Nr. 28) – Pauschalreise-Sonderregel steht in **Absatz 6**, Personenbeförderung in **Absatz 2 Nummer 14**. Abweichung des § 651a Abs. 5 Nr. 2 BGB (500-Euro-Grenze) von Art. 2 Abs. 2 Buchst. a RL (EU) 2015/2302 gegen den Richtlinientext abgeglichen. Keine Aktenzeichen zitiert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Nexvyra Reise-Bot"

## Siehe auch

- [Pauschalreiserecht (§§ 651a-y BGB)](/fakten/pauschalreise-651a-bgb.html)
- [Abgrenzung zur Vermittlung (§ 651b BGB)](/fakten/abgrenzung-vermittlung-reiseveranstalter-651b-bgb.html)
- [Verbundene Online-Buchungsverfahren (§ 651c BGB)](/fakten/verbundene-online-buchung-651c-bgb.html)
- [Vermittlung verbundener Reiseleistungen (§ 651w BGB)](/fakten/verbundene-reiseleistungen-651w-bgb.html)
- [Kein Widerrufsrecht bei Hotel, Mietwagen, Tickets & Reisen (§ 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB)](/fakten/widerrufsrecht-reise-freizeit-312g-bgb.html)
- [Reiseveranstalter-Insolvenz und Reisesicherungsfonds (§ 651r BGB)](/fakten/reiseveranstalter-insolvenz-drsf-651r-bgb.html)
- [Revision der EU-Pauschalreiserichtlinie – Richtlinie (EU) 2026/1024](/fakten/pauschalreiserichtlinie-revision-eu-2026-1024.html)

## Stand

- Stand: 2026-09-04
- Gültig ab: 2018-07-01 (Drittes Gesetz zur Änderung reiserechtlicher Vorschriften, BGBl. I S. 2394)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (BGB, GewO, EGBGB, RL (EU) 2015/2302, RL (EU) 2026/1024)
- Hinweis zum Verifikationsweg: Die angegebenen gesetze-im-internet.de-URLs sind die kanonischen Fundstellen. Der Volltextabruf im Lauf erfolgte über dejure.org, weil gesetze-im-internet.de keinen auswertbaren Seiteninhalt zurücklieferte.
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