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title: Rechtsdienstleistungsgesetz – Inkasso-Registrierung (§§ 10 ff. RDG)
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last_reviewed: 2026-07-16
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# Rechtsdienstleistungsgesetz – Inkasso-Registrierung (§§ 10 ff. RDG)

## Kurzantwort

Das gewerbliche **Einziehen fremder oder zum Zweck der Einziehung abgetretener Forderungen** ist eine **Inkassodienstleistung** und damit eine **Rechtsdienstleistung** im Sinne des **§ 2 Abs. 2 RDG**. Wer sie **selbständig als eigenständiges Geschäft** erbringt, braucht dafür eine **Registrierung** – ohne sie ist die Tätigkeit nach **§ 3 RDG** unzulässig. **§ 10 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 RDG** erlaubt registrierten Personen die Erbringung von Inkassodienstleistungen **aufgrund besonderer Sachkunde**. Voraussetzungen der Registrierung sind persönliche **Zuverlässigkeit und Eignung**, der Nachweis **theoretischer und praktischer Sachkunde** und eine **Berufshaftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 250.000 € je Versicherungsfall** (**§ 12 RDG**). Zuständig für die Registrierung sind nach **§ 19 Abs. 1 RDG** die **Landesjustizverwaltungen**; die Eintragung wird im bundesweiten, kostenlos einsehbaren **Rechtsdienstleistungsregister** (`rechtsdienstleistungsregister.de`) öffentlich bekannt gemacht (**§ 16 RDG**). Die **Aufsicht** über registrierte Inkassodienstleister führt das **Bundesamt für Justiz** (§ 19 Abs. 2–4 RDG). Wer ohne Registrierung Inkasso betreibt, begeht eine **Ordnungswidrigkeit**, die mit einer **Geldbuße bis zu 50.000 €** geahndet werden kann (**§ 20 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 RDG**).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Was ist erlaubnispflichtig | **Inkassodienstleistung** = Einziehung fremder oder abgetretener Forderungen als eigenständiges Geschäft (§ 2 Abs. 2 S. 1 RDG) |
| Grundsatz | Selbständige außergerichtliche Rechtsdienstleistung nur zulässig, wenn erlaubt (**Erlaubnisvorbehalt**, § 3 RDG) |
| Erlaubnistatbestand | Registrierung für den Bereich **Inkassodienstleistungen** aufgrund besonderer Sachkunde (§ 10 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 RDG) |
| Sachkunde-Gebiete | Bürgerliches Recht, Handels-, Wertpapier- und Gesellschaftsrecht, **Zivilprozessrecht inkl. Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht**, Kostenrecht (§ 11 Abs. 1 RDG) |
| Persönliche Voraussetzung | Zuverlässigkeit und persönliche Eignung (§ 12 Abs. 1 Nr. 1 RDG) |
| Sachkundenachweis | theoretische **und** praktische Sachkunde (§ 12 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 3 RDG) |
| Lehrgangsdauer Inkasso | mindestens **120 Zeitstunden** (§ 4 RDV; theoretische Sachkunde nach § 2 RDV) |
| Berufshaftpflicht | Mindestversicherungssumme **250.000 € je Versicherungsfall** (§ 12 Abs. 1 Nr. 3 RDG) |
| Qualifizierte Person | mind. eine natürliche Person mit der Sachkunde muss benannt sein (§ 12 Abs. 4, § 13 RDG) |
| Zuständige Behörde | **Landesjustizverwaltungen** (§ 19 Abs. 1 RDG) |
| Entscheidungsfrist | über den Antrag ist **innerhalb von drei Monaten** zu entscheiden (§ 13 Abs. 3 RDG) |
| Register | **Rechtsdienstleistungsregister**, öffentliche Bekanntmachung im Internet, kostenlos (§ 16 RDG) – `rechtsdienstleistungsregister.de` |
| Aufsicht | **Bundesamt für Justiz** über registrierte Personen (§ 19 Abs. 2–4 RDG) |
| Widerruf | Widerruf der Registrierung bei fehlender Sachkunde oder dauerhaft unqualifizierter Tätigkeit (§ 14 RDG) |
| Sanktion bei Verstoß | Ordnungswidrigkeit, **Geldbuße bis 50.000 €** (§ 20 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 RDG) |
| In Kraft seit | **1. Juli 2008** (RDG) |

## Wann eine Inkasso-Registrierung nötig ist

Nach **§ 2 Abs. 2 S. 1 RDG** ist eine Inkassodienstleistung die **Einziehung fremder oder zum Zweck der Einziehung auf fremde Rechnung abgetretener Forderungen, wenn die Forderungseinziehung als eigenständiges Geschäft betrieben wird** – einschließlich der rechtlichen Prüfung und Beratung, die dazu gehört. Entscheidend ist das Merkmal **„eigenständiges Geschäft"**: Wer fremde Forderungen als eigenen Geschäftszweck (typischerweise gegen Erfolgsvergütung) einzieht, betreibt Inkasso. Wer dagegen **eigene** Forderungen selbst eintreibt, erbringt keine Rechtsdienstleistung und braucht keine Registrierung – für den bisherigen Gläubiger gelten abgetretene Forderungen ausdrücklich **nicht als fremd** (§ 2 Abs. 2 S. 2 RDG).

**§ 3 RDG** stellt die selbständige Erbringung außergerichtlicher Rechtsdienstleistungen unter einen **Erlaubnisvorbehalt**: Sie ist nur zulässig, soweit sie durch das RDG oder ein anderes Gesetz erlaubt ist. Für Inkasso schafft **§ 10 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 RDG** diese Erlaubnis: Registrierte Personen dürfen Inkassodienstleistungen **aufgrund besonderer Sachkunde** erbringen. Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte benötigen für Inkasso **keine** gesonderte Registrierung – ihre Befugnis folgt aus dem anwaltlichen Berufsrecht.

## Voraussetzungen der Registrierung (§§ 11, 12 RDG)

Die Registrierung setzt drei Dinge voraus (§ 12 Abs. 1 RDG):

- **Persönliche Eignung und Zuverlässigkeit.** Sie fehlt in der Regel bei einschlägigen Vorstrafen oder ungeordneten Vermögensverhältnissen (§ 12 Abs. 1 Nr. 1 RDG).
- **Theoretische und praktische Sachkunde.** Verlangt wird besondere Sachkunde in den für Inkasso bedeutsamen Rechtsgebieten: Bürgerliches Recht, Handels-, Wertpapier- und Gesellschaftsrecht, **Zivilprozessrecht einschließlich Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht** sowie Kostenrecht (§ 11 Abs. 1 RDG). Die **theoretische** Sachkunde wird durch ein Zeugnis über einen Sachkundelehrgang von mindestens **120 Zeitstunden** nachgewiesen (§ 2, § 4 RDV); die **praktische** Sachkunde durch Zeugnisse über bisherige Tätigkeiten (§ 3 RDV). Das Zeugnis über die erste juristische Prüfung (§ 5d DRiG) genügt ebenfalls.
- **Berufshaftpflichtversicherung** mit einer **Mindestversicherungssumme von 250.000 € für jeden Versicherungsfall** (§ 12 Abs. 1 Nr. 3 RDG).

Registriert wird die Person, die das Inkasso betreibt (auch eine Gesellschaft). Verfügt eine juristische Person oder Gesellschaft nicht selbst über die Sachkunde, muss sie mindestens eine **qualifizierte natürliche Person** benennen, die die Sachkunde besitzt und die Tätigkeit dauerhaft leitet (§ 12 Abs. 4 RDG).

## Verfahren und Register (§§ 13, 16, 19 RDG)

Der **Antrag** auf Registrierung wird bei der zuständigen Behörde gestellt. Zuständig für die Durchführung des RDG – und damit für die Registrierung – sind nach **§ 19 Abs. 1 RDG** die **Landesjustizverwaltungen**; mehrere Länder können die Aufgabe einer Landesjustizverwaltung übertragen. Über den vollständigen Antrag ist **innerhalb von drei Monaten** zu entscheiden (§ 13 Abs. 3 RDG). Liegen die Voraussetzungen vor, wird die Person registriert und die Registrierung im **Rechtsdienstleistungsregister öffentlich bekannt gemacht** (§ 13 Abs. 3, § 16 RDG).

Das **Rechtsdienstleistungsregister** dient der Information von Rechtsuchenden, Anbietern von Rechtsdienstleistungen, der Rechtsanwaltschaft und Behörden. Der Zugang ist für jedermann **unentgeltlich**; die Bekanntmachung erfolgt im Internet unter `rechtsdienstleistungsregister.de` (§ 16 RDG). Eingetragen werden u. a. Name bzw. Firma, gesetzliche Vertreter, Registergericht und Registernummer sowie der Umfang der Registrierung.

Die laufende **Aufsicht** über registrierte Inkassodienstleister übt das **Bundesamt für Justiz** aus (§ 19 Abs. 2–4 RDG). Es kann gegenüber registrierten Personen Maßnahmen anordnen, um die Einhaltung der Rechtsvorschriften sicherzustellen, insbesondere ein bestimmtes Verhalten untersagen – etwa bei einem erheblichen oder wiederholten Verstoß. Die **Registrierung kann widerrufen** werden, wenn die Sachkunde fehlt oder dauerhaft unqualifizierte Rechtsdienstleistungen zum Nachteil der Auftraggeber oder des Rechtsverkehrs erbracht werden (§ 14 RDG).

## Was registrierte Inkassodienstleister dürfen – und was nicht

Die Registrierung erlaubt die **außergerichtliche** Forderungseinziehung. Darüber hinaus dürfen registrierte Inkassodienstleister nach **§ 79 Abs. 2 S. 2 Nr. 4 ZPO** ihre Auftraggeber im **gerichtlichen Mahnverfahren** (bis zur Abgabe an das Streitgericht) und in der **Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen** als Bevollmächtigte vertreten. Für das streitige Erkenntnisverfahren vor dem Landgericht (Anwaltszwang, § 78 ZPO) gilt das jedoch **nicht** – dort ist ein Rechtsanwalt erforderlich.

Wer ohne die erforderliche Registrierung geschäftsmäßig Inkasso betreibt, verstößt gegen § 3 RDG. Das ist eine **Ordnungswidrigkeit** nach **§ 20 Abs. 1 Nr. 1 RDG** und kann mit einer **Geldbuße bis zu 50.000 €** geahndet werden (§ 20 Abs. 2 RDG); Verwaltungsbehörde ist das Bundesamt für Justiz. Zusätzlich sind unerlaubte Inkassoverträge zivilrechtlich unwirksam (§ 134 BGB).

## Häufige Fehler

- **„Für das Eintreiben eigener Rechnungen brauche ich eine Inkasso-Registrierung."** Nein – wer **eigene** Forderungen selbst einzieht, erbringt keine Rechtsdienstleistung (§ 2 Abs. 2 RDG). Registrierungspflichtig ist nur das Einziehen **fremder** Forderungen als eigenständiges Geschäft.
- **„Das Bundesamt für Justiz registriert Inkassodienstleister."** Für die **Registrierung** sind die **Landesjustizverwaltungen** zuständig (§ 19 Abs. 1 RDG). Das Bundesamt für Justiz führt die **Aufsicht** über registrierte Personen und betreibt das bundesweite Register.
- **„Ein Inkassobüro darf vor Gericht wie ein Anwalt auftreten."** Nur eingeschränkt: im **Mahnverfahren** und in der **Zwangsvollstreckung** (§ 79 Abs. 2 ZPO), nicht aber im streitigen Prozess mit Anwaltszwang (§ 78 ZPO).
- **„Eine Berufshaftpflicht ist freiwillig."** Nein – ohne Berufshaftpflichtversicherung mit **mindestens 250.000 € je Versicherungsfall** ist keine Registrierung möglich (§ 12 Abs. 1 Nr. 3 RDG).
- **„Unerlaubtes Inkasso ist höchstens eine Bagatelle."** Es ist eine Ordnungswidrigkeit mit **Geldbuße bis 50.000 €** (§ 20 RDG); der zugrunde liegende Vertrag ist zudem nichtig (§ 134 BGB).

## Siehe auch

- [Inkassokosten – zulässige Höhe (§ 13e RDG, § 13 RVG, Nr. 2300 VV RVG)](https://nexvyra.de/fakten/inkassokosten-hoehe-rdgeg.html)
- [Verzug & Verzugszinsen (§§ 286, 288 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/verzug-verzugszinsen-288-bgb.html)
- [Verjährung von Forderungen (§§ 195, 199 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/verjaehrung-forderungen-195-199-bgb.html)




## Quellen

- § 2 RDG – Begriff der Rechtsdienstleistung / Inkassodienstleistung (Abs. 2): https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__2.html
- § 3 RDG – Befugnis zur Erbringung außergerichtlicher Rechtsdienstleistungen (Erlaubnisvorbehalt): https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__3.html
- § 10 RDG – Rechtsdienstleistungen aufgrund besonderer Sachkunde (Inkassodienstleistungen, Nr. 1): https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__10.html
- § 11 RDG – Besondere Sachkunde, Berufsbezeichnungen: https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__11.html
- § 12 RDG – Registrierungsvoraussetzungen (Zuverlässigkeit, Sachkunde, Berufshaftpflicht 250.000 €): https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__12.html
- § 13 RDG – Registrierungsverfahren (Antrag, Drei-Monats-Frist): https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__13.html
- § 14 RDG – Widerruf der Registrierung: https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__14.html
- § 16 RDG – Rechtsdienstleistungsregister, öffentliche Bekanntmachung: https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__16.html
- § 19 RDG – Zuständigkeit (Landesjustizverwaltungen; Aufsicht Bundesamt für Justiz): https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__19.html
- § 20 RDG – Bußgeldvorschriften (Geldbuße bis 50.000 €): https://www.gesetze-im-internet.de/rdg/__20.html
- § 2 RDV – Nachweis der theoretischen Sachkunde (Inkasso): https://www.gesetze-im-internet.de/rdv/__2.html
- § 4 RDV – Sachkundelehrgang, Mindestdauer 120 Zeitstunden: https://www.gesetze-im-internet.de/rdv/__4.html
- § 79 ZPO – Parteiprozess, Vertretungsbefugnis registrierter Inkassodienstleister (Abs. 2): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__79.html
- § 2 RDG (dejure.org, Wortlaut): https://dejure.org/gesetze/RDG/2.html
- § 12 RDG (dejure.org, Wortlaut): https://dejure.org/gesetze/RDG/12.html

## Änderungsverlauf

- 2026-07-16: Erstveröffentlichung der Faktenseite, alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen gegengeprüft, Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects). | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-07-16
- Gültig ab: 2008-07-01
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
