---
title: Rentenbeiträge für pflegende Angehörige (§ 44 SGB XI, § 166 Abs. 2 SGB VI) – Voraussetzungen, Beitragstabelle 2026 und Rentenplus
slug: rentenversicherung-pflegepersonen-44-sgb-xi
topic: gesundheitsrecht
legal_status: in_force
authority_level: A
valid_from: 2026-01-01
valid_to: null
last_reviewed: 2026-08-21
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/rentenversicherung-pflegepersonen-44-sgb-xi.md
wikidata_subjects: []
factcheck_status: ok
---

# Rentenbeiträge für pflegende Angehörige (§ 44 SGB XI, § 166 Abs. 2 SGB VI) – Voraussetzungen, Beitragstabelle 2026 und Rentenplus

## Kurzantwort

Wer eine pflegebedürftige Person **mit mindestens Pflegegrad 2** in deren **häuslicher Umgebung nicht erwerbsmäßig** pflegt, wird nach **§ 3 Satz 1 Nr. 1a SGB VI** in der gesetzlichen Rentenversicherung **pflichtversichert** – die **Pflegekasse zahlt die Beiträge allein** (§ 44 Abs. 1 S. 1 SGB XI). Die Pflegeperson zahlt **keinen eigenen Cent**. Zwei Schwellen müssen erfüllt sein: **mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche** (§ 19 S. 2 SGB XI), und die Pflegeperson darf **regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich erwerbstätig** sein (§ 44 Abs. 1 S. 1 SGB XI, § 3 S. 3 SGB VI). Die Beitragshöhe richtet sich nach **Pflegegrad und Leistungsart** und ist in **§ 166 Abs. 2 SGB VI** als Prozentsatz der **Bezugsgröße** festgeschrieben – 2026 beträgt die Bezugsgröße **3.955 € monatlich**. Daraus ergeben sich Beiträge zwischen **139,04 € und 735,63 € pro Monat**; die Pflegeperson wird rentenrechtlich so gestellt, als hätte sie **747,50 € bis 3.955,00 € Arbeitsentgelt** monatlich bezogen. Ein Jahr Pflegetätigkeit bringt nach Angaben des BMG einen **zusätzlichen monatlichen Rentenanspruch von 7,04 € bis 37,27 €** – lebenslang. Zusätzlich besteht **beitragsfreier Unfallversicherungsschutz** (§ 44 Abs. 2a SGB XI, § 2 Abs. 1 Nr. 17 SGB VII) und – bei unmittelbarem Vorversicherungsschutz – **Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung** (§ 44 Abs. 2b SGB XI, § 26 Abs. 2b SGB III). Bei **Erholungsurlaub der Pflegeperson bis zu acht Wochen im Kalenderjahr** laufen die Beiträge weiter (§ 34 Abs. 3 Nr. 3 SGB XI). Für Bezieher einer **Altersvollrente** enden die Beiträge mit Ablauf des Monats, in dem die **Regelaltersgrenze** erreicht wird.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Beitragszahlung | § 44 Abs. 1 S. 1 SGB XI |
| Rechtsgrundlage Versicherungspflicht | § 3 S. 1 Nr. 1a SGB VI |
| Rechtsgrundlage Beitragsbemessung | § 166 Abs. 2 SGB VI |
| Begriff der Pflegeperson | § 19 SGB XI |
| Voraussetzung Pflegegrad | mindestens Pflegegrad 2 |
| Mindestpflegeumfang | 10 Stunden/Woche, verteilt auf regelmäßig mind. 2 Tage |
| Höchstgrenze eigene Erwerbstätigkeit | regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden/Woche |
| Ort der Pflege | häusliche Umgebung der pflegebedürftigen Person |
| Beitragstragung | allein durch Pflegekasse / privates Versicherungsunternehmen |
| Eigenanteil der Pflegeperson | 0 € |
| Bezugsgröße 2026 | 3.955,00 € monatlich (47.460 € jährlich) |
| Beitragssatz Rentenversicherung 2026 | 18,6 % |
| Beitragsspanne 2026 | 139,04 € bis 735,63 € monatlich |
| Fiktives Arbeitsentgelt 2026 | 747,50 € bis 3.955,00 € monatlich |
| Rentenplus je Pflegejahr (Stand 01.01.2026) | 7,04 € bis 37,27 € monatlich |
| Feststellung des Pflegeumfangs | Medizinischer Dienst oder unabhängiger Gutachter (§ 44 Abs. 1 S. 2 SGB XI) |
| Mehrfachpflege | anteilige Aufteilung nach Pflegeaufwand (§ 44 Abs. 1 S. 3–5 SGB XI, § 166 Abs. 2 S. 2 SGB VI) |
| Unfallversicherung | beitragsfrei, § 44 Abs. 2a SGB XI i. V. m. § 2 Abs. 1 Nr. 17 SGB VII |
| Arbeitslosenversicherung | § 44 Abs. 2b SGB XI i. V. m. § 26 Abs. 2b SGB III |
| Weiterzahlung bei Erholungsurlaub | bis zu 8 Wochen/Kalenderjahr (§ 34 Abs. 3 Nr. 3 SGB XI) |
| Weiterzahlung bei Auslandsaufenthalt | bis zu 8 Wochen/Kalenderjahr (§ 34 Abs. 3 Nr. 2 SGB XI) |
| Weiterzahlung bei Krankenhaus/Reha | erste 8 Wochen (§ 34 Abs. 3 Nr. 4 SGB XI) |
| Ende bei Altersvollrente | Ablauf des Monats, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wird |
| Berufsständische Versorgung | Beitragszahlung auf Antrag dorthin (§ 44 Abs. 2 SGB XI) |
| Meldepflicht der Pflegekasse | § 44 Abs. 3 SGB XI (Meldung an Rentenversicherungsträger) |
| Mitteilung an die Pflegeperson | § 44 Abs. 4 SGB XI (schriftlich) |
| Antrag | kein gesonderter Antrag – Feststellung im Leistungsverfahren der Pflegekasse |

## Wer als Pflegeperson gilt

**§ 19 Satz 1 SGB XI** definiert Pflegepersonen als Personen, die **nicht erwerbsmäßig** eine pflegebedürftige Person im Sinne des § 14 SGB XI **in ihrer häuslichen Umgebung** pflegen. **Satz 2** stellt für die Leistungen zur sozialen Sicherung nach § 44 SGB XI die zusätzliche Hürde auf: Die Pflegeperson muss eine oder mehrere pflegebedürftige Personen **wenigstens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche**, pflegen.

Beide Elemente sind kumulativ. Zehn Stunden an einem einzigen Tag genügen **nicht** – die Verteilung auf mindestens zwei Wochentage ist eigenständige Voraussetzung.

**Kein Verwandtschaftsverhältnis erforderlich.** Weder § 19 SGB XI noch § 3 S. 1 Nr. 1a SGB VI verlangen Verwandtschaft. Auch Nachbarn, Freunde oder Lebensgefährten können Pflegeperson im Rechtssinne sein.

**Nicht erwerbsmäßig – auch bei Zahlung aus dem Pflegegeld.** Nach **§ 3 Satz 2 SGB VI** gelten Pflegepersonen, die von der pflegebedürftigen Person ein Arbeitsentgelt erhalten, das **das dem Umfang der Pflegetätigkeit entsprechende Pflegegeld nach § 37 SGB XI nicht übersteigt**, ausdrücklich als **nicht erwerbsmäßig tätig**. Gibt die pflegebedürftige Person also ihr Pflegegeld ganz oder teilweise an die Pflegeperson weiter, bleibt der Anspruch nach § 44 SGB XI erhalten.

## Die 30-Stunden-Grenze

**§ 44 Abs. 1 S. 1 SGB XI** knüpft die Beitragszahlung daran, dass die Pflegeperson **regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich erwerbstätig** ist. **§ 3 Satz 3 SGB VI** formuliert die Kehrseite: Nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen, die daneben **regelmäßig mehr als 30 Stunden wöchentlich beschäftigt oder selbständig tätig** sind, sind **nicht** nach § 3 S. 1 Nr. 1a SGB VI versicherungspflichtig.

Maßgeblich ist die **Erwerbstätigkeit**, nicht das Einkommen. Erfasst sind abhängige Beschäftigung **und** selbständige Tätigkeit; mehrere Tätigkeiten werden zusammengerechnet. Wer 32 Stunden arbeitet und daneben 15 Stunden pflegt, erhält **keine** Rentenbeiträge – wer auf 30 Stunden reduziert, erhält sie.

## Beitragsbemessung: Prozentsätze der Bezugsgröße

**§ 166 Abs. 2 SGB VI** legt die beitragspflichtigen Einnahmen als **feste Prozentsätze der Bezugsgröße** fest. Die Prozentsätze sind **gesetzlich fixiert**; nur der Euro-Betrag ändert sich jährlich mit der Bezugsgröße. Für **2026 beträgt die Bezugsgröße 3.955,00 € monatlich** (47.460 € jährlich; seit 2025 bundeseinheitlich – keine Trennung Ost/West mehr).

| Pflegegrad | Ausschließlich Pflegegeld (§ 37 SGB XI) | Kombinationsleistung (§ 38 SGB XI) | Ausschließlich Sachleistung (§ 36 SGB XI) |
|---|---|---|---|
| 5 | 100 % | 85 % | 70 % |
| 4 | 70 % | 59,5 % | 49 % |
| 3 | 43 % | 36,55 % | 30,1 % |
| 2 | 27 % | 22,95 % | 18,9 % |

Die Logik: Je mehr die Pflege durch einen **professionellen Pflegedienst** übernommen wird, desto geringer der eigene Aufwand der Pflegeperson – und desto niedriger die Beitragsbemessungsgrundlage. Bei **Kombinationsleistung** liegen die Werte durchweg bei **85 %** des jeweiligen Pflegegeld-Prozentsatzes, bei reiner **Sachleistung** bei **70 %**.

**Pflegegrad 1 ist ausgeschlossen.** § 44 Abs. 1 S. 1 SGB XI und § 3 S. 1 Nr. 1a SGB VI setzen **mindestens Pflegegrad 2** voraus. Für Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse keine Rentenbeiträge.

## Beitragstabelle 2026 in Euro

Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung 2026: **18,6 %**. Die folgende Tabelle entspricht der amtlichen Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums (Werte seit dem 1. Januar 2026).

| Pflegegrad | Leistungsart | Beitragspflichtige Einnahme | Beitrag der Pflegekasse |
|---|---|---|---|
| 5 | Pflegegeld | 3.955,00 € | **735,63 €** |
| 5 | Kombinationsleistung | 3.361,75 € | **625,29 €** |
| 5 | volle ambulante Sachleistung | 2.768,50 € | **514,94 €** |
| 4 | Pflegegeld | 2.768,50 € | **514,94 €** |
| 4 | Kombinationsleistung | 2.353,23 € | **437,70 €** |
| 4 | volle ambulante Sachleistung | 1.937,95 € | **360,46 €** |
| 3 | Pflegegeld | 1.700,65 € | **316,32 €** |
| 3 | Kombinationsleistung | 1.445,55 € | **268,87 €** |
| 3 | volle ambulante Sachleistung | 1.190,46 € | **221,43 €** |
| 2 | Pflegegeld | 1.067,85 € | **198,62 €** |
| 2 | Kombinationsleistung | 907,67 € | **168,83 €** |
| 2 | volle ambulante Sachleistung | 747,50 € | **139,04 €** |

## Was das für die Rente bedeutet

Das BMG beziffert den Ertrag präzise: Für **ein Jahr Pflegetätigkeit** kann ein zusätzlicher **monatlicher Rentenanspruch zwischen 7,04 € und 37,27 €** erworben werden (Wert seit dem 1. Januar 2026).

Rechnerisch entspricht das bei Pflegegrad 5 mit reinem Pflegegeldbezug rund **0,91 Entgeltpunkten pro Jahr** – nahezu dem Wert eines Durchschnittsverdieners. Bei Pflegegrad 2 mit voller Sachleistung sind es rund **0,17 Entgeltpunkte**.

**Hinweis zur Rentenanpassung:** Die BMG-Werte 7,04 €/37,27 € beruhen auf dem aktuellen Rentenwert von **40,79 €**, der bis zum 30.06.2026 galt. Zum **01.07.2026** ist der aktuelle Rentenwert auf **42,52 €** gestiegen (+4,24 %). Rechnerisch ergibt sich damit je Pflegejahr ein monatlicher Rentenzuwachs von rund **7,34 € bis 38,85 €**. *(Eigene Berechnung aus den amtlichen Entgeltpunkten und dem neuen Rentenwert – die amtliche BMG-Tabelle nennt die Werte vor der Juli-Anpassung.)*

Über fünf Jahre Pflege bei Pflegegrad 4 mit Pflegegeldbezug summiert sich der Effekt auf gut **110 € zusätzliche Monatsrente** – dauerhaft und dynamisiert.

## Mehrfachpflege: Aufteilung nach Aufwand

Pflegen **mehrere Personen gemeinsam** eine pflegebedürftige Person, ermittelt die Pflegekasse nach **§ 44 Abs. 1 S. 3 SGB XI** den Umfang der jeweiligen Pflegetätigkeit **im Verhältnis zum Gesamtpflegeaufwand**. **Satz 4**: Zugrunde gelegt werden die **Angaben der beteiligten Pflegepersonen**. **Satz 5**: Werden keine oder keine übereinstimmenden Angaben gemacht, erfolgt eine **Aufteilung zu gleichen Teilen**.

**§ 166 Abs. 2 S. 2 SGB VI** setzt das beitragsrechtlich um: Die beitragspflichtigen Einnahmen werden entsprechend dem festgestellten **prozentualen Umfang** aufgeteilt.

**Umgekehrter Fall:** Werden **mehrere Pflegebedürftige** gepflegt, ergeben sich die beitragspflichtigen Einnahmen nach **§ 166 Abs. 2 S. 3 SGB VI** jeweils gesondert und **addieren sich**. Die Zehn-Stunden-Schwelle darf nach **§ 44 Abs. 6 SGB XI** ausdrücklich auch **durch die Pflege mehrerer Pflegebedürftiger** erreicht werden; Spitzenverband Bund der Pflegekassen, PKV-Verband, DRV Bund und Bundesagentur für Arbeit regeln das Additionsverfahren durch Vereinbarung.

## Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung

**Unfallversicherung.** Nach **§ 44 Abs. 2a SGB XI** i. V. m. **§ 2 Abs. 1 Nr. 17 SGB VII** sind Pflegepersonen während der pflegerischen Tätigkeit **beitragsfrei gesetzlich unfallversichert**. Erfasst sind pflegerische Maßnahmen und Hilfen bei der Haushaltsführung sowie der **direkte Hin- und Rückweg** zum Ort der Pflegetätigkeit, wenn die pflegebedürftige Person in einer anderen Wohnung wohnt.

**Arbeitslosenversicherung.** Nach **§ 44 Abs. 2b SGB XI** i. V. m. **§ 26 Abs. 2b SGB III** besteht Versicherungspflicht nach dem Recht der Arbeitsförderung; die Beiträge trägt **allein die Pflegeversicherung** und zahlt sie an die Bundesagentur für Arbeit. Diese Versicherungspflicht tritt **nur** ein, wenn die Pflegeperson **unmittelbar vor Beginn der Pflegetätigkeit** bereits in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert war oder Anspruch auf eine laufende Entgeltersatzleistung nach dem SGB III (in erster Linie Arbeitslosengeld) hatte. „Unmittelbar" bedeutet: zwischen Ende der Versicherungspflicht bzw. des Leistungsbezugs und Beginn der Pflegetätigkeit liegt **nicht mehr als ein Monat**. Besteht bereits aus anderem Grund – etwa durch Teilzeitbeschäftigung – eine Absicherung in der Arbeitslosenversicherung, **geht diese vor**.

Praktische Folge: Wer den Beruf für die Pflege aufgibt, verliert **nicht** den Anspruch auf Arbeitslosengeld nach Ende der Pflegetätigkeit.

## Wann die Beiträge weiterlaufen – und wann sie ruhen

**§ 34 Abs. 3 SGB XI** zählt abschließend auf, wann die Leistungen zur sozialen Sicherung nach §§ 44 und 44a SGB XI **nicht** ruhen:

1. für die Dauer der **häuslichen Krankenpflege**,
2. bei **vorübergehendem Auslandsaufenthalt des Versicherten** von bis zu **acht Wochen** im Kalenderjahr,
3. bei **Erholungsurlaub der Pflegeperson** von bis zu **acht Wochen** im Kalenderjahr,
4. in den **ersten acht Wochen** einer vollstationären Krankenhausbehandlung oder einer stationären Leistung zur medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation.

Der Rentenanspruch bleibt für diese Zeiträume also **ungeschmälert**, und der Arbeitslosenversicherungsschutz besteht fort. Dauert etwa ein Krankenhausaufenthalt der pflegebedürftigen Person länger als acht Wochen, entfällt die Beitragszahlung ab der neunten Woche.

## Altersrentner als Pflegeperson

Bezieherinnen und Bezieher einer **Altersvollrente** erhalten Rentenversicherungsbeiträge **bis zum Ende des Monats**, in dem sie die **Regelaltersgrenze** erreichen. **Über die Regelaltersgrenze hinaus** können Beiträge weitergezahlt werden, wenn nur eine **Teilrente** bezogen wird.

Das ist praktisch relevant: Wer mit 64 in Vollrente geht und einen Angehörigen pflegt, sammelt bis zur Regelaltersgrenze weiter Entgeltpunkte. Wer stattdessen eine **Teilrente** wählt, kann auch danach weiter Rentenansprüche aufbauen.

## Berufsständische Versorgungswerke

**§ 44 Abs. 2 S. 1 SGB XI**: Für Pflegepersonen, die wegen einer **Pflichtmitgliedschaft in einer berufsständischen Versorgungseinrichtung** auch in ihrer Pflegetätigkeit von der Rentenversicherungspflicht befreit sind – oder befreit wären, wenn sie versicherungspflichtig wären und einen Befreiungsantrag gestellt hätten –, werden die Beiträge **auf Antrag an das Versorgungswerk** gezahlt. Betroffen sind typischerweise Ärztinnen, Apotheker, Rechtsanwältinnen und Architekten.

Wichtig: Diese Zahlung erfolgt **nur auf Antrag**, nicht automatisch.

## Verfahren und Nachweis

Es gibt **keinen gesonderten Antrag** auf Rentenbeiträge. Der Anspruch wird im laufenden Leistungsverfahren der Pflegekasse geprüft: Nach **§ 44 Abs. 1 S. 2 SGB XI** ermittelt der **Medizinische Dienst oder ein anderer von der Pflegekasse beauftragter unabhängiger Gutachter** im Einzelfall, ob die Zehn-Stunden-/Zwei-Tage-Schwelle erreicht ist. Die Feststellungen trifft nach **Satz 6** die für die Pflegeleistungen zuständige Stelle und übermittelt sie der Pflegeperson nach **Satz 7 auf Wunsch**.

Die Pflegekasse **meldet** die Pflegeperson nach **§ 44 Abs. 3 SGB XI** dem zuständigen Rentenversicherungsträger; die Meldung enthält u. a. Versicherungsnummer, Beginn und Ende der Pflegetätigkeit, den **Pflegegrad** der pflegebedürftigen Person und die nach § 166 Abs. 2 SGB VI maßgeblichen beitragspflichtigen Einnahmen. Nach **§ 44 Abs. 4 SGB XI** ist der Inhalt der Meldung der Pflegeperson **schriftlich mitzuteilen** – der Pflegegrad selbst allerdings nur der pflegebedürftigen Person.

**Praxishinweis:** Der jährliche Fragebogen der Pflegekasse zum Umfang der Pflegetätigkeit ist entscheidend. Wer ihn nicht zurückschickt, riskiert, dass die Beitragszahlung eingestellt wird. Die tatsächlich gutgeschriebenen Zeiten lassen sich im **Versicherungsverlauf** der Deutschen Rentenversicherung kontrollieren; Lücken sollten über einen Kontenklärungsantrag korrigiert werden.

## Häufige Fehler

- **„Die Pflegeperson muss die Beiträge selbst zahlen."** Falsch – § 44 Abs. 1 S. 1 SGB XI verpflichtet die **Pflegekasse** bzw. das private Versicherungsunternehmen. Die Pflegeperson trägt **keinen** Eigenanteil.
- **„Es reicht, zehn Stunden in der Woche zu pflegen."** Unvollständig – § 19 S. 2 SGB XI verlangt zusätzlich die Verteilung auf **regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche**. Zehn Stunden an einem Tag genügen nicht.
- **„Ab Pflegegrad 1 gibt es Rentenbeiträge."** Falsch – Voraussetzung ist **mindestens Pflegegrad 2**.
- **„Wer Geld aus dem Pflegegeld annimmt, verliert den Anspruch."** Falsch – nach § 3 S. 2 SGB VI gilt die Pflegeperson weiterhin als **nicht erwerbsmäßig tätig**, solange die Zahlung das dem Pflegeumfang entsprechende Pflegegeld nicht übersteigt.
- **„Die 30-Stunden-Grenze bezieht sich auf das Einkommen."** Falsch – maßgeblich ist die **wöchentliche Arbeitszeit** in Beschäftigung oder Selbständigkeit, unabhängig vom Verdienst.
- **„Bei Sachleistungsbezug gibt es keine Rentenbeiträge."** Falsch – auch bei ausschließlicher Pflegesachleistung nach § 36 SGB XI fließen Beiträge, allerdings auf Basis von 70 % des jeweiligen Pflegegeld-Prozentsatzes (§ 166 Abs. 2 SGB VI).
- **„Während des Urlaubs entfallen die Beiträge."** Falsch – § 34 Abs. 3 Nr. 3 SGB XI schützt den Erholungsurlaub der Pflegeperson bis zu **acht Wochen** im Kalenderjahr.
- **„Der Anspruch muss beantragt werden."** Missverständlich – ein gesonderter Antrag ist nicht vorgesehen; die Prüfung erfolgt im Begutachtungs- und Leistungsverfahren. Eine Ausnahme gilt nur für die Beitragszahlung an ein **berufsständisches Versorgungswerk** nach § 44 Abs. 2 SGB XI, die einen Antrag voraussetzt.
- **„Verwandtschaft ist Voraussetzung."** Falsch – auch Nachbarn oder Freunde können Pflegeperson im Sinne des § 19 SGB XI sein.
- **„Als Altersrentner bekommt man nichts mehr."** Differenziert – bei **Altersvollrente** laufen die Beiträge bis zum Ende des Monats, in dem die **Regelaltersgrenze** erreicht wird; bei **Teilrente** auch darüber hinaus.

## Abgrenzung zu benachbarten Leistungen

- **§ 44a SGB XI** – Pflegeunterstützungsgeld bei kurzzeitiger Arbeitsverhinderung und Zuschuss während der Pflegezeit; eigenständige Leistung, ebenfalls von § 34 Abs. 3 SGB XI geschützt.
- **§ 45 SGB XI** – kostenlose Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen.
- **§ 39 SGB XI / § 42a SGB XI** – Verhinderungspflege und gemeinsamer Jahresbetrag; betrifft die Vertretung der Pflegeperson, nicht deren Alterssicherung.
- **Pflegezeit- und Familienpflegezeitgesetz** – arbeitsrechtliche Freistellung und Kündigungsschutz; unabhängig von § 44 SGB XI, greift aber typischerweise parallel.

## Quellen

- § 44 SGB XI – Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen: https://dejure.org/gesetze/SGB_XI/44.html
- § 19 SGB XI – Begriff der Pflegeperson: https://dejure.org/gesetze/SGB_XI/19.html
- § 34 SGB XI – Ruhen der Leistungsansprüche: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxi/34.html
- § 3 SGB VI – Sonstige Versicherte: https://dejure.org/gesetze/SGB_VI/3.html
- § 166 SGB VI – Beitragspflichtige Einnahmen sonstiger Versicherter: https://dejure.org/gesetze/SGB_VI/166.html
- § 36 SGB XI – Pflegesachleistung: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxi/36.html
- § 37 SGB XI – Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxi/37.html
- § 38 SGB XI – Kombination von Geldleistung und Sachleistung: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxi/38.html
- § 44a SGB XI – Zusätzliche Leistungen bei Pflegezeit und kurzzeitiger Arbeitsverhinderung: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxi/44a.html
- BMG – Soziale Absicherung für Pflegepersonen (Beitragstabelle, Stand 16.03.2026): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/leistungen-der-pflegeversicherung/leistungen-im-ueberblick/soziale-absicherung-fuer-pflegepersonen
- SVBezGrV 2026 – Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2026: https://www.gesetze-im-internet.de/svbezgrv_2026/BJNR1160A0025.html
- BMAS – Sozialversicherungsrechengrößen 2026: https://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/2025/sozialversicherungsrechengroessen-2026.html
- Deutsche Rentenversicherung – Sozialversicherungsrechengrößen 2026: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-und-Presse/Presse/Meldungen/2025/25-10-08-bundeskabinett-sv-rechengroessen-vo-2026.html
- Deutsche Rentenversicherung – Rentenanpassung 2026: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/FAQ/Gesetzesaenderungen/Rentenanpassung/FAQ-Rentenanpassung-2026/Rentenanpassung-2026

## Änderungsverlauf

- **2026-08-21** – Seite erstellt. Beitragswerte auf Basis der Bezugsgröße 2026 (3.955,00 €) und des Beitragssatzes 18,6 % gegen die amtliche BMG-Tabelle (Stand 16.03.2026) abgeglichen; Gesetzestexte §§ 44, 19, 34 SGB XI sowie §§ 3, 166 SGB VI verbatim geprüft.
- **2026-07-01** – Aktueller Rentenwert von 40,79 € auf 42,52 € gestiegen (+4,24 %); Rentenzuwachs je Pflegejahr rechnerisch angepasst.
- **2026-01-01** – Neue Bezugsgröße 3.955,00 € monatlich; Beitragsspanne 139,04 € bis 735,63 €.
- **2025-01-01** – Bundeseinheitliche Bezugsgröße; keine getrennten Werte für alte und neue Bundesländer mehr.
