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title: Schriftliches Vorverfahren und Klageerwiderung (§§ 276, 277 ZPO)
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# Schriftliches Vorverfahren und Klageerwiderung (§§ 276, 277 ZPO)

## Kurzantwort

Wer eine Zivilklage zugestellt bekommt, hat **zwei Fristen** zu beachten – und die erste ist die gefährlichere. Ordnet der Vorsitzende statt eines frühen ersten Termins das **schriftliche Vorverfahren** an (§ 272 Abs. 2 ZPO), fordert er den Beklagten mit der Zustellung der Klage auf, **binnen einer Notfrist von zwei Wochen nach Zustellung der Klageschrift** schriftlich anzuzeigen, dass er sich gegen die Klage verteidigen will (§ 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Diese **Verteidigungsanzeige** ist kein Sachvortrag – sie ist die bloße Erklärung, den Prozess führen zu wollen. **Zugleich** ist dem Beklagten eine Frist von **mindestens zwei weiteren Wochen** zur **schriftlichen Klageerwiderung** zu setzen (§ 276 Abs. 1 Satz 2 ZPO); ist die Klage im Ausland zuzustellen, beträgt die Frist nach Satz 1 **einen Monat** (§ 276 Abs. 1 Satz 3 ZPO). Wird die **Zwei-Wochen-Notfrist** versäumt, kann das Gericht auf Antrag des Klägers ein **Versäumnisurteil ohne mündliche Verhandlung** erlassen (§ 331 Abs. 3 ZPO) – der Antrag kann bereits in der Klageschrift gestellt sein. Wird nur die **Klageerwiderungsfrist** versäumt, droht kein Versäumnisurteil, wohl aber **Präklusion**: Verspätetes Vorbringen ist nach § 296 Abs. 1 ZPO nur zuzulassen, wenn seine Zulassung den Rechtsstreit nicht verzögern würde oder die Partei die Verspätung **genügend entschuldigt**. Vor dem Landgericht können beide Erklärungen nur durch den **zu bestellenden Rechtsanwalt** abgegeben werden; über diesen Punkt und über die Folgen der Fristversäumung muss das Gericht ausdrücklich **belehren** (§ 276 Abs. 2 ZPO) – fehlt die Belehrung, ist der Antrag auf Versäumnisurteil **zurückzuweisen** (§ 335 Abs. 1 Nr. 4 ZPO).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | **§ 272 ZPO** (Bestimmung der Verfahrensweise), **§ 276 ZPO** (Schriftliches Vorverfahren), **§ 277 ZPO** (Klageerwiderung; Replik) |
| Weichenstellung | Vorsitzender bestimmt **entweder** frühen ersten Termin (§ 275 ZPO) **oder** veranlasst das **schriftliche Vorverfahren** (§ 276 ZPO) – § 272 Abs. 2 ZPO |
| Leitbild des Verfahrens | Erledigung in der Regel in **einem umfassend vorbereiteten Termin (Haupttermin)**, § 272 Abs. 1 ZPO |
| 1. Frist – Verteidigungsanzeige | **Notfrist von zwei Wochen** ab Zustellung der Klageschrift, schriftliche Anzeige an das Gericht (§ 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO) |
| Auslandszustellung | Frist nach § 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO beträgt **einen Monat**; der Vorsitzende kann eine **längere** Frist bestimmen (§ 276 Abs. 1 Sätze 3, 4 ZPO) |
| 2. Frist – Klageerwiderung | **mindestens zwei weitere Wochen**, zugleich mit der Aufforderung zu setzen (§ 276 Abs. 1 Satz 2 ZPO) |
| Klageerwiderungsfrist beim frühen ersten Termin | ebenfalls **mindestens zwei Wochen** (§ 277 Abs. 3 ZPO) |
| Belehrungspflicht | über die **Folgen der Fristversäumung** und darüber, dass die Erklärung nur durch den **zu bestellenden Rechtsanwalt** abgegeben werden kann (§ 276 Abs. 2 Satz 1 ZPO) |
| Umfang der VU-Belehrung | muss die Rechtsfolgen aus **§ 91** (Kosten) und **§ 708 Nr. 2 ZPO** (vorläufige Vollstreckbarkeit) umfassen (§ 276 Abs. 2 Satz 2 ZPO) |
| Folge der Fristversäumung (1. Frist) | **Versäumnisurteil ohne mündliche Verhandlung** auf Antrag des Klägers (§ 331 Abs. 3 Satz 1 ZPO); Antrag schon in der Klageschrift möglich (Satz 2) |
| „Rettungsanker" | kein Versäumnisurteil, wenn die Erklärung **noch eingeht, bevor** das von den Richtern unterschriebene Urteil der **Geschäftsstelle übermittelt** ist (§ 331 Abs. 3 Satz 1 Halbsatz 2 ZPO) |
| Sperre bei fehlerhafter Belehrung | Antrag ist **zurückzuweisen**, wenn die Frist nicht mitgeteilt oder nicht nach § 276 Abs. 2 ZPO belehrt wurde (§ 335 Abs. 1 Nr. 4 ZPO) |
| Folge der Fristversäumung (2. Frist) | **Präklusion** nach § 296 Abs. 1 ZPO – Zulassung nur bei fehlender Verzögerung **oder** genügender Entschuldigung |
| Inhalt der Klageerwiderung | Verteidigungsmittel, soweit es **sorgfältiger und auf Förderung des Verfahrens bedachter** Prozessführung entspricht (§ 277 Abs. 1 Satz 1 ZPO) |
| Pflichtäußerungen | zu **Einzelrichter** und zu Bedenken gegen eine **Videoverhandlung (§ 128a ZPO)** – § 277 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1, 2 ZPO |
| Replik des Klägers | Vorsitzender **kann** dem Kläger eine Frist zur schriftlichen Stellungnahme setzen (§ 276 Abs. 3 ZPO); § 277 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2, 3 gelten entsprechend (§ 277 Abs. 4 ZPO) |
| Fristverlängerung | richterliche Fristen auf Antrag bei **glaubhaft gemachten erheblichen Gründen** (§ 224 Abs. 2 ZPO); **Notfristen** sind der Parteivereinbarung entzogen (§ 224 Abs. 1 ZPO) |
| Versäumte Notfrist ohne Verschulden | **Wiedereinsetzung in den vorigen Stand** nach §§ 233 ff. ZPO |

## Zwei Wege in den Prozess: § 272 ZPO

Nach der Zustellung der Klage entscheidet der **Vorsitzende**, wie das Verfahren vorbereitet wird. § 272 Abs. 2 ZPO stellt ihm dafür genau zwei Wege zur Verfügung – und zwar alternativ:

- **Früher erster Termin zur mündlichen Verhandlung** (§ 275 ZPO): Das Gericht lädt sofort zu einem Termin. Zur Vorbereitung *kann* dem Beklagten eine Frist zur schriftlichen Klageerwiderung gesetzt werden (§ 275 Abs. 1 Satz 1 ZPO); andernfalls ist er aufzufordern, Verteidigungsmittel **unverzüglich** durch den zu bestellenden Rechtsanwalt mitzuteilen (§ 275 Abs. 1 Satz 2 ZPO).
- **Schriftliches Vorverfahren** (§ 276 ZPO): Das Gericht bestimmt zunächst **keinen** Termin, sondern lässt den Streitstoff schriftlich austauschen.

Beide Wege dienen demselben gesetzlichen Leitbild: Der Rechtsstreit soll **in der Regel in einem umfassend vorbereiteten Termin zur mündlichen Verhandlung (Haupttermin) erledigt** werden (§ 272 Abs. 1 ZPO). Güteverhandlung und mündliche Verhandlung sollen **so früh wie möglich** stattfinden (§ 272 Abs. 3 ZPO); **Räumungssachen** sind ausdrücklich **vorrangig und beschleunigt** durchzuführen (§ 272 Abs. 4 ZPO).

Für den Beklagten ist der Unterschied erheblich: Nur im **schriftlichen Vorverfahren** läuft die scharfe **Notfrist** des § 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO, deren Versäumung unmittelbar zum Versäumnisurteil führen kann. Beim frühen ersten Termin entscheidet dagegen das **Erscheinen im Termin**.

## Die erste Frist: Verteidigungsanzeige binnen zwei Wochen

Ordnet der Vorsitzende das schriftliche Vorverfahren an, fordert er den Beklagten **mit der Zustellung der Klage** auf, **binnen einer Notfrist von zwei Wochen nach Zustellung der Klageschrift dem Gericht schriftlich anzuzeigen**, dass er sich gegen die Klage verteidigen will (§ 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Der **Kläger ist von dieser Aufforderung zu unterrichten**.

Drei Punkte sind dabei entscheidend:

- **Es ist eine Notfrist.** Notfristen sind nur diejenigen Fristen, die das Gesetz ausdrücklich als solche bezeichnet (§ 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Sie können durch **Vereinbarung der Parteien nicht abgekürzt** werden (§ 224 Abs. 1 Satz 1 ZPO), und für gesetzliche Fristen kommt eine Verlängerung nach § 224 Abs. 2 ZPO nur **in den besonders bestimmten Fällen** in Betracht. Wer die Frist unverschuldet versäumt, ist deshalb auf die **Wiedereinsetzung in den vorigen Stand** (§§ 233 ff. ZPO) verwiesen.
- **Der Inhalt ist minimal.** Verlangt ist allein die **Anzeige der Verteidigungsabsicht** – nicht die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Klage. Der Sachvortrag folgt erst mit der Klageerwiderung.
- **Die Form ist nicht beliebig.** Im **Anwaltsprozess** kann die Erklärung, der Klage entgegentreten zu wollen, **nur durch den zu bestellenden Rechtsanwalt** abgegeben werden; darüber muss der Beklagte ausdrücklich belehrt werden (§ 276 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Wird die Klage **im Ausland zugestellt**, beträgt die Frist nach § 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO **einen Monat**; der Vorsitzende kann in diesem Fall auch eine **längere Frist** bestimmen (§ 276 Abs. 1 Sätze 3, 4 ZPO).

## Die zweite Frist: Klageerwiderung

**Zugleich** mit der Aufforderung nach Satz 1 ist dem Beklagten eine Frist von **mindestens zwei weiteren Wochen** zur **schriftlichen Klageerwiderung** zu setzen (§ 276 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Diese Frist ist eine **richterliche Frist**: Das Gesetz gibt nur die Untergrenze vor, das Gericht bemisst sie im Einzelfall – bei umfangreichen Verfahren regelmäßig deutlich länger.

Auch beim **frühen ersten Termin** gilt eine Untergrenze: Die Frist zur schriftlichen Klageerwiderung nach § 275 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 ZPO beträgt **mindestens zwei Wochen** (§ 277 Abs. 3 ZPO).

Der Kläger bleibt nicht außen vor: Der Vorsitzende **kann** ihm eine Frist zur **schriftlichen Stellungnahme auf die Klageerwiderung** setzen (§ 276 Abs. 3 ZPO) – die sogenannte **Replik**. Für sie gelten § 277 Abs. 1 Satz 1 sowie Abs. 2 und 3 ZPO **entsprechend** (§ 277 Abs. 4 ZPO), also auch die Mindestfrist von zwei Wochen und die Belehrungspflicht.

## Was in die Klageerwiderung gehört (§ 277 ZPO)

§ 277 Abs. 1 Satz 1 ZPO formuliert den Maßstab: In der Klageerwiderung hat der Beklagte seine **Verteidigungsmittel** vorzubringen, **soweit es nach der Prozesslage einer sorgfältigen und auf Förderung des Verfahrens bedachten Prozessführung entspricht**. Das ist derselbe Maßstab, den § 282 Abs. 1 ZPO für die Rechtzeitigkeit des Vorbringens allgemein aufstellt – Behauptungen, Bestreiten, Einwendungen, Einreden, Beweismittel und Beweiseinreden gehören dazu.

Hinzu kommen zwei **Soll-Äußerungen** nach § 277 Abs. 1 Satz 2 ZPO. Die Klageerwiderung soll ferner eine Äußerung dazu enthalten,

1. ob einer Entscheidung der Sache durch den **Einzelrichter** Gründe entgegenstehen;
2. ob gegen eine **Videoverhandlung (§ 128a ZPO)** Bedenken bestehen.

Besonders wichtig sind **Zulässigkeitsrügen**: Rügen, die die Zulässigkeit der Klage betreffen, hat der Beklagte **gleichzeitig und vor seiner Verhandlung zur Hauptsache** vorzubringen; ist ihm vor der mündlichen Verhandlung eine Frist zur Klageerwiderung gesetzt, hat er sie **schon innerhalb dieser Frist** geltend zu machen (§ 282 Abs. 3 ZPO). Wer etwa die örtliche Zuständigkeit rügen will, muss das also in der Klageerwiderung tun.

Auch hier gilt die Belehrungspflicht: Der Beklagte ist darüber, dass die Klageerwiderung **durch den zu bestellenden Rechtsanwalt** bei Gericht einzureichen ist, und über die **Folgen einer Fristversäumung** zu belehren (§ 277 Abs. 2 ZPO).

## Versäumnisurteil im schriftlichen Vorverfahren (§ 331 Abs. 3 ZPO)

Die eigentliche Schärfe des schriftlichen Vorverfahrens liegt in § 331 Abs. 3 ZPO. Hat der Beklagte **entgegen § 276 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 ZPO nicht rechtzeitig angezeigt**, dass er sich gegen die Klage verteidigen wolle, so trifft das Gericht **auf Antrag des Klägers die Entscheidung ohne mündliche Verhandlung**. Der **Antrag kann schon in der Klageschrift gestellt werden** (§ 331 Abs. 3 Satz 2 ZPO) – und wird in der Praxis regelmäßig dort gestellt.

Das Gesetz enthält aber drei wichtige Korrektive:

- **Der späte Eingang rettet noch.** Ein Versäumnisurteil ergeht **nicht**, wenn die Erklärung des Beklagten **noch eingeht, bevor das von den Richtern unterschriebene Urteil der Geschäftsstelle übermittelt ist** (§ 331 Abs. 3 Satz 1 Halbsatz 2 ZPO). Wer die Frist knapp verpasst hat, sollte die Verteidigungsanzeige deshalb **sofort** nachholen.
- **Fehlerhafte Belehrung sperrt das Versäumnisurteil.** Der Antrag auf Erlass eines Versäumnisurteils ist **zurückzuweisen**, wenn dem Beklagten die Frist des § 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO **nicht mitgeteilt** oder er **nicht gemäß § 276 Abs. 2 ZPO belehrt** worden ist (§ 335 Abs. 1 Nr. 4 ZPO). Die Belehrung über die Möglichkeit eines Versäumnisurteils nach § 331 Abs. 3 ZPO muss dabei die Rechtsfolgen aus **§ 91 ZPO** (Kostentragung) und **§ 708 Nr. 2 ZPO** (vorläufige Vollstreckbarkeit ohne Sicherheitsleistung) umfassen (§ 276 Abs. 2 Satz 2 ZPO).
- **Schlüssigkeit bleibt Voraussetzung.** Auch im schriftlichen Vorverfahren gilt § 331 Abs. 2 ZPO: **Soweit es den Klageantrag rechtfertigt**, ist nach dem Antrag zu erkennen; **soweit dies nicht der Fall ist, ist die Klage abzuweisen**. Eine unschlüssige Klage führt also nicht zum Versäumnisurteil, sondern zum **klageabweisenden Urteil** (unechtes Versäumnisurteil). Betrifft die Lücke nur eine **Nebenforderung**, ist die Entscheidung ohne mündliche Verhandlung gleichwohl zulässig, sofern der Kläger vorher auf diese Möglichkeit **hingewiesen** wurde (§ 331 Abs. 3 Satz 3 ZPO).

Gegen ein Versäumnisurteil steht dem Beklagten der **Einspruch** offen; dessen Voraussetzungen und Fristen sind auf der Seite zum Versäumnisurteil dargestellt.

## Präklusion: die zweite Frist ist keine Formalie

Wird nur die **Klageerwiderungsfrist** versäumt, ergeht **kein** Versäumnisurteil – die Verteidigungsanzeige war ja rechtzeitig. Die Sanktion liegt anderswo: in der **Zurückweisung verspäteten Vorbringens**.

§ 296 Abs. 1 ZPO nennt die Fristen des § 276 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 3 ZPO sowie des § 277 ZPO ausdrücklich. Angriffs- und Verteidigungsmittel, die **erst nach Ablauf** einer solchen Frist vorgebracht werden, **sind nur zuzulassen, wenn**

- nach der **freien Überzeugung des Gerichts** ihre Zulassung die **Erledigung des Rechtsstreits nicht verzögern** würde, **oder**
- die Partei die **Verspätung genügend entschuldigt**.

Daneben steht die allgemeine Regel des § 296 Abs. 2 ZPO: Angriffs- und Verteidigungsmittel, die entgegen § 282 Abs. 1 ZPO nicht rechtzeitig vorgebracht oder entgegen § 282 Abs. 2 ZPO nicht rechtzeitig mitgeteilt werden, **können** zurückgewiesen werden, wenn ihre Zulassung den Rechtsstreit verzögern würde **und** die Verspätung auf **grober Nachlässigkeit** beruht. Für **verspätete Zulässigkeitsrügen**, auf die der Beklagte verzichten kann, gilt § 296 Abs. 3 ZPO: Sie sind nur zuzulassen, wenn der Beklagte die Verspätung **genügend entschuldigt**. In den Fällen der Absätze 1 und 3 ist der **Entschuldigungsgrund auf Verlangen des Gerichts glaubhaft zu machen** (§ 296 Abs. 4 ZPO).

Der Unterschied zwischen Absatz 1 und Absatz 2 ist praktisch bedeutsam: Bei **fristgebundenem** Vorbringen (Abs. 1) genügt bereits die **einfache** Verspätung ohne Entschuldigung, wenn dadurch verzögert wird; bei **allgemein** verspätetem Vorbringen (Abs. 2) muss zusätzlich **grobe Nachlässigkeit** hinzukommen.

## Fristverlängerung – was möglich ist und was nicht

§ 224 ZPO trennt sauber zwischen den Fristtypen:

- **Notfristen** – dazu gehört die Zwei-Wochen-Frist der Verteidigungsanzeige – sind nur diejenigen Fristen, die das Gesetz als solche bezeichnet (§ 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Durch **Vereinbarung der Parteien** können Fristen abgekürzt werden, **mit Ausnahme der Notfristen** (§ 224 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Nach § 224 Abs. 2 ZPO können **gesetzliche** Fristen nur **in den besonders bestimmten Fällen** verlängert werden.
- **Richterliche Fristen** – dazu gehört die Klageerwiderungsfrist – können **auf Antrag** abgekürzt oder verlängert werden, **wenn erhebliche Gründe glaubhaft gemacht sind** (§ 224 Abs. 2 ZPO). Im Fall der Verlängerung wird die neue Frist **vom Ablauf der vorigen Frist an** berechnet, wenn nicht im Einzelfall etwas anderes bestimmt ist (§ 224 Abs. 3 ZPO).

Praktische Konsequenz: Ein Antrag auf **Verlängerung der Klageerwiderungsfrist** ist der Normalfall und regelmäßig erfolgversprechend, wenn er **rechtzeitig vor Fristablauf** gestellt und begründet wird. Ein Antrag auf „Verlängerung" der **Verteidigungsanzeigefrist** hilft dagegen nicht weiter – hier zählt allein die fristgerechte Anzeige.

## Häufige Fehler

- **„Ich habe vier Wochen Zeit, um auf die Klage zu antworten."** Nein. Es laufen **zwei** Fristen: die **Notfrist von zwei Wochen** für die bloße Verteidigungsanzeige (§ 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und danach die Frist von **mindestens zwei weiteren Wochen** für die inhaltliche Klageerwiderung (§ 276 Abs. 1 Satz 2 ZPO).
- **„Ich schreibe dem Gericht einfach selbst, dass ich mich wehre."** Im Anwaltsprozess nicht. Die Erklärung, der Klage entgegentreten zu wollen, kann **nur durch den zu bestellenden Rechtsanwalt** abgegeben werden (§ 276 Abs. 2 Satz 1 ZPO); über diesen Punkt ist ausdrücklich zu belehren.
- **„Die Frist ist abgelaufen, jetzt ist ohnehin alles verloren."** Nicht zwingend. Ein Versäumnisurteil ergeht **nicht**, wenn die Erklärung noch eingeht, **bevor das unterschriebene Urteil der Geschäftsstelle übermittelt** ist (§ 331 Abs. 3 Satz 1 ZPO). Zusätzlich kommt bei unverschuldeter Säumnis **Wiedereinsetzung** nach §§ 233 ff. ZPO in Betracht.
- **„Wenn ich nichts sage, prüft das Gericht die Klage schon."** Nur begrenzt. Das tatsächliche Vorbringen des Klägers gilt als **zugestanden** (§ 331 Abs. 1 ZPO); geprüft wird lediglich, ob es den Klageantrag **rechtfertigt** (§ 331 Abs. 2 ZPO).
- **„Die Klageerwiderungsfrist ist unverbindlich, ich kann später vortragen."** Riskant. Verspätetes Vorbringen ist nach § 296 Abs. 1 ZPO **nur** zuzulassen, wenn es den Rechtsstreit nicht verzögert **oder** die Verspätung **genügend entschuldigt** wird – und der Entschuldigungsgrund ist auf Verlangen **glaubhaft zu machen** (§ 296 Abs. 4 ZPO).
- **„Die Zuständigkeitsrüge kann ich noch im Termin nachschieben."** Nein. Zulässigkeitsrügen sind **gleichzeitig und vor der Verhandlung zur Hauptsache**, bei gesetzter Klageerwiderungsfrist **schon innerhalb dieser Frist** vorzubringen (§ 282 Abs. 3 ZPO).
- **„Ein Versäumnisurteil ergeht auch ohne ordnungsgemäße Belehrung."** Nein. Fehlt die Mitteilung der Frist oder die Belehrung nach § 276 Abs. 2 ZPO, ist der Antrag auf Versäumnisurteil **zurückzuweisen** (§ 335 Abs. 1 Nr. 4 ZPO).

## Geltungsbereich

- **Sachlich:** Zivilprozess erster Instanz vor den ordentlichen Gerichten. §§ 272, 275–277 ZPO stehen im Titel „Verfahren bis zum Urteil" des Verfahrens vor den **Landgerichten**; über die Verweisungen der ZPO gelten sie auch im amtsgerichtlichen Verfahren.
- **Persönlich:** Beklagte natürliche und juristische Personen; im **Anwaltsprozess** (§ 78 ZPO) sind Verteidigungsanzeige und Klageerwiderung durch den zu bestellenden Rechtsanwalt einzureichen.
- **Räumlich:** Bundesrepublik Deutschland; bei Zustellung der Klage **im Ausland** gilt die verlängerte Frist des § 276 Abs. 1 Satz 3 ZPO.
- **Verfahrensübergreifend:** § 276 ZPO wird unter anderem von § 697 ZPO (Einleitung des Streitverfahrens nach Widerspruch im Mahnverfahren), § 700 ZPO (Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid) und § 46 ArbGG in Bezug genommen.
- **Zeitlich:** §§ 272, 275, 276, 277, 282, 296, 331, 335 ZPO gelten in der hier dargestellten Fassung als geltendes Recht.

## Ausnahmen

- **Kein schriftliches Vorverfahren**, wenn der Vorsitzende stattdessen einen **frühen ersten Termin** bestimmt (§§ 272 Abs. 2, 275 ZPO) – dann läuft keine Notfrist nach § 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO.
- **Verlängerte Frist von einem Monat** bei Zustellung der Klage im Ausland, mit der Möglichkeit einer noch **längeren** Frist (§ 276 Abs. 1 Sätze 3, 4 ZPO).
- **Kein Versäumnisurteil**, wenn die Verteidigungsanzeige noch vor Übermittlung des unterschriebenen Urteils an die Geschäftsstelle eingeht (§ 331 Abs. 3 Satz 1 ZPO).
- **Zurückweisung des VU-Antrags** bei fehlender Mitteilung der Frist oder fehlerhafter Belehrung (§ 335 Abs. 1 Nr. 4 ZPO).
- **Keine Präklusion**, wenn die Zulassung des verspäteten Vorbringens den Rechtsstreit nach freier Überzeugung des Gerichts **nicht verzögern** würde oder die Verspätung **genügend entschuldigt** ist (§ 296 Abs. 1 ZPO).
- **Wiedereinsetzung** in die versäumte Notfrist bei fehlendem Verschulden (§§ 233 ff. ZPO).

## Beispiel

Einem Unternehmer wird am **Montag, dem 3. August**, eine Zahlungsklage über 14.000 € zugestellt. Das Landgericht hat das **schriftliche Vorverfahren** angeordnet; die Verfügung fordert ihn auf, binnen einer **Notfrist von zwei Wochen** die Verteidigungsabsicht anzuzeigen, und setzt ihm zugleich eine Klageerwiderungsfrist von **drei Wochen** ab Ablauf der Notfrist. Der Kläger hat den Antrag auf Versäumnisurteil bereits in der Klageschrift gestellt.

- **Erste Frist:** Die Verteidigungsanzeige muss **bis zum 17. August** beim Gericht sein (§ 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO, Fristberechnung nach §§ 221, 222 ZPO). Sie muss durch den **Rechtsanwalt** eingereicht werden (§ 276 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Inhaltlich genügt ein Satz.
- **Versäumt er sie:** Das Gericht kann **ohne mündliche Verhandlung** durch Versäumnisurteil entscheiden (§ 331 Abs. 3 Satz 1 ZPO). Geht die Anzeige aber ein, **bevor** das unterschriebene Urteil der Geschäftsstelle übermittelt ist, unterbleibt das Versäumnisurteil.
- **Zweite Frist:** Die Klageerwiderung ist innerhalb der gesetzten drei Wochen einzureichen. Reicht die Zeit nicht, ist **vor Fristablauf** ein Verlängerungsantrag mit **glaubhaft gemachten erheblichen Gründen** zu stellen (§ 224 Abs. 2 ZPO) – die neue Frist wird dann **ab Ablauf der vorigen** berechnet (§ 224 Abs. 3 ZPO).
- **Inhalt:** In die Klageerwiderung gehören alle Verteidigungsmittel, soweit es sorgfältiger Prozessführung entspricht (§ 277 Abs. 1 Satz 1 ZPO), eine mögliche **Zuständigkeitsrüge** (§ 282 Abs. 3 ZPO) sowie die Äußerungen zu **Einzelrichter** und **Videoverhandlung** (§ 277 Abs. 1 Satz 2 ZPO).
- **Trägt er eine entscheidende Einrede erst zwei Tage vor dem Haupttermin vor**, ist sie nach § 296 Abs. 1 ZPO nur zuzulassen, wenn ihre Zulassung den Rechtsstreit nicht verzögert oder er die Verspätung genügend entschuldigt – und der Entschuldigungsgrund ist auf Verlangen **glaubhaft zu machen** (§ 296 Abs. 4 ZPO).

## Siehe auch

- [Klageerhebung im Zivilprozess (§§ 253 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/klageerhebung-zivilprozess-253-zpo.html)
- [Zustellung im Zivilprozess (§§ 166 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/zustellung-zivilprozess-166-zpo.html)
- [Versäumnisurteil (§§ 330 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/versaeumnisurteil-330-zpo.html)
- [Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§§ 233 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/wiedereinsetzung-vorigen-stand-233-zpo.html)
- [Anwaltszwang im Zivilprozess (§ 78 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/anwaltszwang-78-zpo.html)
- [Güteverhandlung und Güterichter im Zivilprozess (§§ 278, 278a ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/gueteverhandlung-gueterichter-278-zpo.html)
- [Widerspruch gegen den Mahnbescheid (§ 694 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/widerspruch-mahnbescheid-694-zpo.html)
- [Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid (§ 700 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/einspruch-vollstreckungsbescheid-700-zpo.html)
- [Klageänderung und Klageerweiterung (§§ 263, 264 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/klageaenderung-263-264-zpo.html)
- [Widerklage im Zivilprozess (§ 33 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/widerklage-33-zpo.html)
- [Örtliche Zuständigkeit und Gerichtsstand im Zivilprozess (§§ 12 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/oertliche-zustaendigkeit-gerichtsstand-zpo.html)
- [Vorläufige Vollstreckbarkeit (§§ 708–711 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/vorlaeufige-vollstreckbarkeit-708-zpo.html)
- [Prozesskostenhilfe (§§ 114 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/prozesskostenhilfe-114-zpo.html)

## Quellen

- § 272 ZPO – Bestimmung der Verfahrensweise (Abs. 1: Erledigung in der Regel in einem umfassend vorbereiteten Termin zur mündlichen Verhandlung – Haupttermin; Abs. 2: Der Vorsitzende bestimmt entweder einen frühen ersten Termin zur mündlichen Verhandlung (§ 275) oder veranlasst ein schriftliches Vorverfahren (§ 276); Abs. 3: Güteverhandlung und mündliche Verhandlung so früh wie möglich; Abs. 4: Räumungssachen vorrangig und beschleunigt): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__272.html
- § 276 ZPO – Schriftliches Vorverfahren (Abs. 1 Satz 1: Anzeige der Verteidigungsabsicht binnen einer Notfrist von zwei Wochen nach Zustellung der Klageschrift, Unterrichtung des Klägers; Satz 2: zugleich Frist von mindestens zwei weiteren Wochen zur schriftlichen Klageerwiderung; Satz 3: bei Auslandszustellung ein Monat; Satz 4: längere Frist möglich; Abs. 2 Satz 1: Belehrung über die Folgen der Fristversäumung und über die Abgabe der Erklärung nur durch den zu bestellenden Rechtsanwalt; Satz 2: Belehrung über § 331 Abs. 3 muss die Rechtsfolgen aus §§ 91 und 708 Nr. 2 umfassen; Abs. 3: Frist für den Kläger zur schriftlichen Stellungnahme): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__276.html
- § 277 ZPO – Klageerwiderung; Replik (Abs. 1 Satz 1: Vorbringen der Verteidigungsmittel, soweit es nach der Prozesslage einer sorgfältigen und auf Förderung des Verfahrens bedachten Prozessführung entspricht; Satz 2 Nr. 1, 2: Äußerung zu Einzelrichter und Videoverhandlung nach § 128a; Abs. 2: Belehrung über Einreichung durch den zu bestellenden Rechtsanwalt und über die Folgen einer Fristversäumung; Abs. 3: Klageerwiderungsfrist nach § 275 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 beträgt mindestens zwei Wochen; Abs. 4: entsprechende Geltung für die Replik): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__277.html
- § 275 ZPO – Früher erster Termin (Abs. 1 Satz 1: Frist zur schriftlichen Klageerwiderung zur Vorbereitung; Satz 2: andernfalls Aufforderung, Verteidigungsmittel unverzüglich durch den zu bestellenden Rechtsanwalt mitzuteilen; Abs. 3: Fristsetzung im Termin; Abs. 4: Frist für den Kläger zur Stellungnahme): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__275.html
- § 282 ZPO – Rechtzeitigkeit des Vorbringens (Abs. 1: rechtzeitiges Vorbringen von Angriffs- und Verteidigungsmitteln nach dem Maßstab sorgfältiger und auf Förderung des Verfahrens bedachter Prozessführung; Abs. 2: rechtzeitige Mitteilung durch vorbereitenden Schriftsatz; Abs. 3: Zulässigkeitsrügen gleichzeitig und vor der Verhandlung zur Hauptsache, bei gesetzter Klageerwiderungsfrist schon innerhalb der Frist): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__282.html
- § 296 ZPO – Zurückweisung verspäteten Vorbringens (Abs. 1: Vorbringen nach Ablauf einer Frist – unter anderem § 276 Abs. 1 Satz 2, Abs. 3, § 277 – nur zuzulassen, wenn die Zulassung die Erledigung des Rechtsstreits nach freier Überzeugung des Gerichts nicht verzögern würde oder die Partei die Verspätung genügend entschuldigt; Abs. 2: Zurückweisung bei Verstoß gegen § 282 Abs. 1, 2 nur bei Verzögerung und grober Nachlässigkeit; Abs. 3: verspätete verzichtbare Zulässigkeitsrügen nur bei genügender Entschuldigung; Abs. 4: Glaubhaftmachung des Entschuldigungsgrundes auf Verlangen des Gerichts): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__296.html
- § 331 ZPO – Versäumnisurteil gegen den Beklagten (Abs. 1 Satz 1: tatsächliches mündliches Vorbringen des Klägers gilt als zugestanden; Abs. 2: Erkennen nach dem Antrag, soweit er gerechtfertigt ist, sonst Klageabweisung; Abs. 3 Satz 1: Entscheidung ohne mündliche Verhandlung auf Antrag des Klägers bei nicht rechtzeitiger Anzeige entgegen § 276 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 – nicht jedoch, wenn die Erklärung noch eingeht, bevor das von den Richtern unterschriebene Urteil der Geschäftsstelle übermittelt ist; Satz 2: Antrag schon in der Klageschrift; Satz 3: Nebenforderung nach vorherigem Hinweis): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__331.html
- § 335 ZPO – Unzulässigkeit einer Versäumnisentscheidung (Abs. 1 Nr. 4: Zurückweisung des Antrags, wenn im Falle des § 331 Abs. 3 dem Beklagten die Frist des § 276 Abs. 1 Satz 1 nicht mitgeteilt oder er nicht gemäß § 276 Abs. 2 belehrt worden ist): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__335.html
- § 224 ZPO – Fristkürzung; Fristverlängerung (Abs. 1 Satz 1: Abkürzung durch Parteivereinbarung mit Ausnahme der Notfristen; Satz 2: Notfristen sind nur die im Gesetz als solche bezeichneten Fristen; Abs. 2: Abkürzung oder Verlängerung richterlicher und gesetzlicher Fristen auf Antrag bei glaubhaft gemachten erheblichen Gründen, gesetzliche Fristen nur in den besonders bestimmten Fällen; Abs. 3: Berechnung der neuen Frist ab Ablauf der vorigen Frist): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__224.html
- § 233 ZPO – Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (Wiedereinsetzung bei ohne Verschulden verhinderter Einhaltung einer Notfrist): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__233.html
- § 78 ZPO – Anwaltsprozess (Vertretung durch einen Rechtsanwalt vor den Landgerichten und Oberlandesgerichten): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__78.html
- § 91 ZPO – Grundsatz und Umfang der Kostenpflicht (unterliegende Partei trägt die Kosten des Rechtsstreits): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__91.html
- § 708 ZPO – Vorläufige Vollstreckbarkeit ohne Sicherheitsleistung (Nr. 2: Versäumnisurteile): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__708.html
- § 128a ZPO – Verhandlung im Wege der Bild- und Tonübertragung (Videoverhandlung): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__128a.html
- § 697 ZPO – Einleitung des Streitverfahrens (Überleitung nach Widerspruch im Mahnverfahren, Bezugnahme auf § 276): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__697.html
- Zivilprozessordnung (ZPO) – Gesamtfassung: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/BJNR005330950.html
- § 276 ZPO – Schriftliches Vorverfahren, Wortlaut mit Fassungsnachweis (Fassung aufgrund des Gesetzes zur Änderung von Vorschriften im Bereich des Internationalen Privat- und Zivilverfahrensrechts vom 11.06.2017, BGBl. I S. 1607, in Kraft seit 17.06.2017): https://dejure.org/gesetze/ZPO/276.html
- § 296 ZPO – Zurückweisung verspäteten Vorbringens, Wortlaut mit Fassungsnachweis (Fassung aufgrund des Zivilprozessreformgesetzes vom 27.07.2001, BGBl. I S. 1887, in Kraft seit 01.01.2002): https://dejure.org/gesetze/ZPO/296.html

## Änderungsverlauf

- 2026-08-30: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Der Wortlaut der §§ 272, 275, 276, 277, 282, 296, 331, 335 und 224 ZPO wurde am 2026-08-30 verbatim über dejure.org-Permalinks (web_fetch erfolgreich) erhoben und ergänzend für § 276 ZPO über WebSearch mit allowed_domains=gesetze-im-internet.de bestätigt; die amtliche Fundstelle auf gesetze-im-internet.de liefert in dieser Umgebung einen leeren Body und wird deshalb als Quelle zitiert, aber nicht als Abrufweg verwendet. Belegte Kernwerte: Notfrist von zwei Wochen für die Verteidigungsanzeige (§ 276 Abs. 1 Satz 1), mindestens zwei weitere Wochen für die Klageerwiderung (§ 276 Abs. 1 Satz 2), ein Monat bei Auslandszustellung (§ 276 Abs. 1 Satz 3) mit Möglichkeit einer längeren Frist (Satz 4), Belehrungspflichten einschließlich der Rechtsfolgen aus §§ 91 und 708 Nr. 2 (§ 276 Abs. 2), Replikfrist (§ 276 Abs. 3), Mindestfrist von zwei Wochen auch beim frühen ersten Termin (§ 277 Abs. 3), Pflichtäußerungen zu Einzelrichter und Videoverhandlung nach § 128a (§ 277 Abs. 1 Satz 2), Versäumnisurteil ohne mündliche Verhandlung samt Eingangs-Vorbehalt bis zur Übermittlung des unterschriebenen Urteils an die Geschäftsstelle (§ 331 Abs. 3), Zurückweisung des VU-Antrags bei fehlender Fristmitteilung oder Belehrung (§ 335 Abs. 1 Nr. 4), Präklusionsmaßstäbe des § 296 Abs. 1–4 sowie die Fristtypen-Unterscheidung des § 224. Keine erfundenen Geldbeträge oder Gebührenwerte; die Beispielrechnung nennt nur ein fiktives Zustelldatum. Frontmatter gesetzt (topic prozess-vollstreckungsrecht, legal_status in_force, authority_level A, factcheck_status ok, wikidata_subjects Q206893/Q206914/Q1640367). Q-ID-Prüfung am 2026-08-30 über die Wikidata-Schnittstelle Special:EntityData: Q206893 = „Zivilprozessordnung" / „Civil procedure code of Germany" (dewiki „Zivilprozessordnung (Deutschland)"), Q206914 = „Zivilprozessrecht" / „civil procedure in Germany" (dewiki „Zivilprozessrecht (Deutschland)"), Q1640367 = „Versäumnisurteil" / „default judgment" (dewiki „Versäumnisurteil"); ein eigenes Item für „schriftliches Vorverfahren" oder „Klageerwiderung" existiert nicht, Q317413 („Präklusionsfrist", ohne Beschreibung) und Q457585 („statute of repose") wurden als nicht passend verworfen. Keine Duplizierung: Versäumnisurteil und Einspruch sind auf versaeumnisurteil-330-zpo dargestellt, die Wiedereinsetzung auf wiedereinsetzung-vorigen-stand-233-zpo, der Anwaltszwang auf anwaltszwang-78-zpo, die Klageerhebung auf klageerhebung-zivilprozess-253-zpo – hier jeweils nur querverlinkt. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-08-30
- Status: aktuell (geltendes Recht)
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
