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title: "Schuldnerberatungsdienstegesetz (SchuBerDG) – Zugang zu Schuldnerberatung und Entgelte ab 20.11.2026"
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# Schuldnerberatungsdienstegesetz (SchuBerDG) – Zugang zu Schuldnerberatung und Entgelte ab 20.11.2026

## Kurzantwort

Das **Gesetz über den Zugang zu Schuldnerberatungsdiensten für Verbraucher (Schuldnerberatungsdienstegesetz – SchuBerDG)** vom **12. Oktober 2026** (BGBl. 2026 I Nr. 293) setzt **Art. 36 Abs. 1 und Abs. 4 Satz 2 der Verbraucherkreditrichtlinie (EU) 2023/2225** um. Die Kernvorschriften (§§ 1–3 und 5) treten am **20. November 2026** in Kraft (§ 6 Satz 1). Die Berichtspflicht des § 4 gilt bereits **seit dem Tag nach der Verkündung** (§ 6 Satz 2).

Inhaltlich regelt das Gesetz vier Punkte:

- Verbraucher, die **Schwierigkeiten bei der Erfüllung ihrer finanziellen Verpflichtungen** haben oder bei denen solche Schwierigkeiten **zu erwarten** sind, haben **Zugang zu Schuldnerberatungsstellen** (§ 1 Abs. 1).
- Schuldnerberatung ist eine **unabhängige und individuelle Unterstützung** – fachlich, rechtlich oder psychologisch (§ 2 Abs. 1). **Keine** Schuldnerberatung im Sinne des Gesetzes ist die Beratung durch **Kreditgeber, Kreditvermittler, Kreditkäufer oder Kreditdienstleister** (§ 2 Abs. 3).
- Beratungsstellen **dürfen Entgelte erheben**. Diese dürfen Verbraucher **nicht unangemessen belasten** und **nicht der Gewinnerzielung dienen**. Auf Entgelte und deren Höhe muss **rechtzeitig vor der Inanspruchnahme** hingewiesen werden (§ 3).
- Das Nähere zu **Organisation, Anforderungen und Anerkennung** der Stellen kann **Landesrecht** regeln (§ 1 Abs. 2).

Ein **genereller Anspruch auf kostenlose Schuldnerberatung** steht damit **nicht** im Gesetz.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Gesetz | Schuldnerberatungsdienstegesetz – SchuBerDG |
| Ausfertigung | 12.10.2026 |
| Fundstelle | BGBl. 2026 I Nr. 293 |
| Umgesetzte EU-Norm | Art. 36 Abs. 1 und Abs. 4 Satz 2 RL (EU) 2023/2225 (Verbraucherkreditrichtlinie) |
| Inkrafttreten §§ 1–3, 5 | 20.11.2026 (§ 6 Satz 1) |
| Inkrafttreten § 4 (Berichtspflicht) | Tag nach der Verkündung (§ 6 Satz 2); laut gesetze-im-internet.de Textnachweis ab 16.10.2026 |
| Berechtigte | Verbraucher mit bestehenden oder zu erwartenden Schwierigkeiten bei der Erfüllung finanzieller Verpflichtungen (§ 1 Abs. 1) |
| Beratungsstellen | insbesondere die in § 3 Überschuldungsstatistikgesetz genannten Stellen (§ 1 Abs. 1, § 2 Abs. 2) |
| Keine Schuldnerberatung | Beratung durch Kreditgeber/-vermittler (Art. 3 Nr. 2, 12 RL 2023/2225) oder Kreditkäufer/-dienstleister (Art. 3 Nr. 6, 8 RL 2021/2167), § 2 Abs. 3 |
| Entgelte | zulässig, aber keine unangemessene Belastung, keine Gewinnerzielung (§ 3 Abs. 1) |
| Hinweispflicht | rechtzeitig vor Inanspruchnahme auf Entgelte und Höhe (§ 3 Abs. 2) |
| Rechtsdienstleistungsgesetz | § 3 RDG bleibt unberührt (§ 2 Abs. 4) |
| Bericht an EU-Kommission | durch das BMJV bis 20.11.2026, danach jährlich bis 20.11. (§ 4) |
| Evaluation | 1 Jahr nach Vorlage des Kommissionsberichts nach Art. 36 Abs. 4 RL 2023/2225 (§ 5) |

## Wer hat Zugang?

§ 1 Abs. 1 SchuBerDG knüpft nicht an eine bestimmte Schuldenhöhe oder an eine Überschuldung an. Es genügt, dass ein Verbraucher **Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen** hat **oder** dass solche Schwierigkeiten **zu erwarten** sind. Erfasst ist damit auch die **präventive** Beratung, bevor Mahnungen, Inkasso oder Zwangsvollstreckung einsetzen.

Der Zugang wird „unter Berücksichtigung der bestehenden Beratungsstellen" gewährt. Das Gesetz schafft also **keine neue Behörde**, sondern verweist auf die vorhandene Beratungslandschaft.

## Welche Stellen gelten als Schuldnerberatungsstellen?

Nach § 2 Abs. 2 SchuBerDG bieten die in **§ 3 des Überschuldungsstatistikgesetzes (ÜSchuldStatG)** genannten Beratungsstellen professionelle Schuldnerberatung an. Das sind:

1. Schuldner- oder Insolvenzberatungsstellen in **Trägerschaft von Wohlfahrts- und Verbraucherverbänden** sowie von **Gemeinden, Gemeindeverbänden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts**,
2. Stellen, die als **gemeinnützig anerkannt** oder als **Verein eingetragen** und **Mitglied in Wohlfahrts- oder Verbraucherverbänden** sind,
3. **gewerbliche Anbieter** von Schuldner- oder Insolvenzberatung mit **Anerkennung als geeignete Stelle nach § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO**.

Wichtig ist die **Negativabgrenzung** in § 2 Abs. 3: Wer als **Kreditgeber**, **Kreditvermittler**, **Kreditkäufer** oder **Kreditdienstleister** (etwa ein Unternehmen, das notleidende Kredite für einen Käufer verwaltet) „berät", erbringt **keine** Schuldnerberatung im Sinne des Gesetzes. Damit soll die **Unabhängigkeit** der Beratung von der Gläubigerseite gesichert werden.

## Kostet Schuldnerberatung etwas?

Das hängt von der Stelle ab. § 3 Abs. 1 SchuBerDG erlaubt ausdrücklich **Entgelte**, setzt aber zwei Grenzen:

- **keine unangemessene Belastung** für Verbraucher und
- **keine Gewinnerzielung**.

Außerdem muss die Stelle nach § 3 Abs. 2 **rechtzeitig vor der Inanspruchnahme** auf etwaige Entgelte **und deren Höhe** hinweisen. Ein Verbraucher soll also nicht erst nach dem Beratungsgespräch von Kosten erfahren.

Konkrete Beträge oder eine Kostenfreiheit legt das Bundesgesetz **nicht** fest. Wie die Länder die Organisation und Finanzierung ausgestalten, richtet sich nach **Landesrecht** (§ 1 Abs. 2).

## Verhältnis zum Rechtsdienstleistungsgesetz

Schuldnerberatung umfasst häufig **rechtliche** Prüfungen – etwa, ob eine Forderung besteht oder verjährt ist. § 2 Abs. 4 SchuBerDG stellt klar, dass **§ 3 RDG unberührt** bleibt. Ob eine Stelle Rechtsdienstleistungen erbringen darf, richtet sich also weiterhin nach dem **Rechtsdienstleistungsgesetz**; das SchuBerDG erteilt dafür **keine eigene Befugnis**.

## Was das Gesetz nicht regelt

- **Kein Anspruch auf eine bestimmte Stelle** und keine Wartezeit-Garantie.
- **Keine Kostenfreiheit** von Bundes wegen (siehe § 3).
- **Keine Änderung** der Pfändungsfreigrenzen, des P-Kontos oder des Verbraucherinsolvenzverfahrens. Dafür gelten weiterhin ZPO und InsO (siehe „Siehe auch").
- **Keine Pflicht** für Verbraucher, vor einer Insolvenz eine Schuldnerberatung zu nutzen. Für die Verbraucherinsolvenz verlangt § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO aber unverändert eine Bescheinigung einer **geeigneten Person oder Stelle** über einen gescheiterten außergerichtlichen Einigungsversuch.

## Gesetzgebungsverlauf (kurz)

Der Bundestag hatte das Gesetz am 14.11.2025 beschlossen. Nach Anrufung des **Vermittlungsausschusses durch die Bundesregierung** (BR-Drs. 287/26) legte dieser eine Neufassung der §§ 1–5 vor (BT-Drs. 21/8160 vom 23.09.2026). Der Bundestag nahm die Beschlussempfehlung am **25.09.2026** an (BR-Drs. 557/26). Ausgefertigt wurde das Gesetz am 12.10.2026, verkündet in BGBl. 2026 I Nr. 293.

## Häufige Missverständnisse

- **„Ab 20.11.2026 ist Schuldnerberatung immer kostenlos."** Nein. § 3 erlaubt Entgelte, solange sie angemessen sind und nicht der Gewinnerzielung dienen.
- **„Die Bank kann mich als Schuldnerberatung beraten."** Nein. Beratung durch Kreditgeber oder Kreditvermittler ist nach § 2 Abs. 3 keine Schuldnerberatung im Sinne des Gesetzes.
- **„Jedes Inkassounternehmen bietet Schuldnerberatung an."** Nein. Kreditkäufer und Kreditdienstleister sind ausdrücklich ausgenommen; maßgeblich sind die Stellen nach § 3 ÜSchuldStatG.
- **„Das Gesetz gilt schon komplett."** Nein. Nur die Berichtspflicht (§ 4) gilt seit Oktober 2026; die übrigen Regelungen ab 20.11.2026.

## Quellen

- [Schuldnerberatungsdienstegesetz (SchuBerDG), amtlicher Text inkl. § 4 und § 6](https://www.gesetze-im-internet.de/schuberdg/SchuBerDG.pdf) (Autorität A)
- [BR-Drs. 557/26 mit Beschlussempfehlung des Vermittlungsausschusses BT-Drs. 21/8160 – Wortlaut §§ 1–5](https://dserver.bundestag.de/brd/2026/0557-26.pdf) (Autorität A)
- [Überschuldungsstatistikgesetz (ÜSchuldStatG), § 3 Erhebungseinheiten](https://www.gesetze-im-internet.de/_schuldstatg/BJNR308300011.html) (Autorität A)
- [Bundesgesetzblatt, BGBl. 2026 I Nr. 293](https://www.recht.bund.de/eli/bund/bgbl-1/2026/293) (Autorität A)

## Siehe auch

- [EU-Verbraucherkredit-Richtlinie (RL 2023/2225)](/fakten/eu-verbraucherkredit-richtlinie-2023-2225.html)
- [Verbraucherinsolvenz und Restschuldbefreiung (InsO)](/fakten/verbraucherinsolvenz-restschuldbefreiung-inso.html)
- [P-Konto und Pfändungsschutz (§ 850k ZPO)](/fakten/p-konto-pfaendungsschutz-850k-zpo.html)
- [Inkassokosten – zulässige Höhe (RDGEG)](/fakten/inkassokosten-hoehe-rdgeg.html)
- [Informationspflichten von Inkassodienstleistern (§ 13a RDG)](/fakten/inkasso-informationspflichten-13a-rdg.html)
- [Schuldnerverzeichnis (§ 882b ZPO)](/fakten/schuldnerverzeichnis-882b-zpo.html)
- [News: Schuldnerberatungsdienstegesetz verkündet (16.10.2026)](/news/2026-10-16-schuldnerberatungsdienstegesetz-verkuendet-bgbl-293.html)

## Hinweis

Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: 2026-11-02.

## Änderungsverlauf

- 2026-11-02: Erstveröffentlichung der Faktenseite, alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen gegengeprüft, Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects).

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-11-02
- Letzte Prüfung: 2026-11-02
- In Kraft seit: 2026-11-20
- Status: Gilt künftig
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
